München, 1. Nov. Ter Rücktritt des Finang- tznintster s Fr Dm. v Ri erdet wurde vom' Prinz- re ij en ich in einem äußerst huldvollen Handschreiben genehmigt. Tu Freiherr v .Ri-edel bereits alle bayerischen AnSzeichmungev besitzt, so übersandte ihm der Prinzregen,t einen silbernen Laselcurfsatz, Mit der interimistischcu Führ-- ung der (tiefebäfte des Jänanzm nristeriunnZ lvurüe Staatsrat v. Man betraut.
Hintersee (Bayern), 1. Nov. Der Prinzregent ertett anläßlich seines heutigen amen s tage s zahl- ruichc GlückNiinfll>e bufteundetrr Fürstlichkritrn und fuhr zum Gottesdienst in die St. Aittviiiuskapelle. Sein neu* ra'lgischeS Leiden ist schmerzhaft, aber seine sonstige körperliche wie geistige Frische wird dadurch nicht beeinflußt. Der Regent verläßt Mittwoch mittag Hintersee Wagen.
Oldenburg, 1. Nov. Zu den oldenburgischeu Thron Prätendenten gehört <ruch der unter dem Rasrrn eures G r a fe n Wels burc g in Oesterreich lebende sechsundHwan^igjahiüge älteste Sohn des verstorbenen Herzogs Elimar von Oldenburg (eines Bruders des verstorbenen Großhcrzogs Peter) und dessen Gemahlin, der Ba- 'ronin Natalie Bogel v. Fliesen Hof. Tiefer hatte dem Landtage eine Denkschrift unterbreiten lassen, in der er, we.il zum Mann es stamme des Herzogs Peter Friedrich Ludwig gehörig, und aus zivar hausgesetzwidriger, aber keineswegs morganatischer Ehe stammend, seine Sukzessionsberechtigung nachzuwcisen suchte. Ahm wurde darauf erwidert, daß seine Eingabe so spät angelangt sei, daß ihre „ange- ‘meffene Erledigung" in dieser Tagung nicht mehr möglich erscheine. Unter Bezugnahme hierauf erklärt jetzt der Anwalt des Grasen, daß die zur ferneren Wahrnehmung der Rechte seines Klienten erforderlichen Maßnahmen. „nunmehr bevorstehen".
AlMschcr evarrgewchcr Syuodattag in Worms, n.
Worms, 1. Nov. Dem Deutschen Synodaltag ist auf seine Huldigungsdepesche an den Kaiser folgende .Antwort zugegangen: „Potsdam, 1. Nov. Seine Majestät 'der Kaiser und König lassen den in der ehrwürdigen Lutherstadt Worms zusammengetretenen deutschen Synodalen für das treue Gedenken bestens danken und den Beratungen des Synodaltages Gottes Segen wünschen. Seine Majestät teilen die Hoffnungen und Wünsche für eine glückliche Weiterführung des begonnenen Werkes des engeren Zusammenschluffes der deutschen evangelischen Landeskirchen. Auf allerhöchsten Befehl der Geh. Kabinetts rat von Lucanus."
Worms, 2. Nov. Den Abschluß des 1. deutschen Synodajltages bildete die gestern morgen 9 Uhr im oberen Saal des Festspielhauses sratrgehabte erweterte .Ausschu ßsitzung. Anwesend waren außer dem Frankfurter Ausschuß Mitglieder des Wormser Ortsausschusses, sowie hervorragende Teilnehmer aus allen Teilen Deursch- lands. Es wurden verschiedene interne Fragen über die .Gestaltung, Tätigkeit und Sitz des neuen Ausschusses bekrochen und beschlossen, daß der Sitz des Ausschusses we- nigstens bis zum nächsten Synodailtag in Frank- ifurt a. M. bleiben soll. Ferner wurde ein Arbeitsausschuß von 10 Personen bestimmt. Diesem soll ein sogen, erweiterter repräsentativer Ausschuß, bestehend aus interessierten Vertretern aller deutschen Landeskirchen^ zur Seite ,treten. Dem Arbeitsausschuß wurde aufgetragen, zu einem "mäßigen Preise einen möglichst ausführlichen Bericht über diesen 1. deuHchen Synodaltag herauszugeben. Dem Ar- beitsäusschusse gehören folgende Herren an: Generaldirektor Hernrann Dietze-Frankfurt, Pfarrer Julius W e r ne r* Frankfurt ja. M., Prof. H, Ma r x - Frankfurt a. M., Prof. D. Stamm-Gießen, Frhr. v. Heyl zu Herrnheim- WarmS, Justizrat Dr. Lu c ins 5-Mainz, Pfarrer D. Schlosser-Gießen, Professor Dr. W. Frefenius- und Pfarrer Wahl-Landen.
A«s tzlaöl und £apd.
Gießen, den 2. November 1904. Zur Stadtverordnetenwahl.
In Herberts Lokal in der Mäusburg fand gestern abend wieder eine Versammlung statt, die von den Veranstaltern der von uns erwähnten Versammlung des „Wahloereins Zentrum" einberufen worden war. ES mochten etwa 50 üDlünn sich eingefunden haben. Die Debatte drehte sich anfänglich darum, ob es zweckmäßig fei, noch weitere Vorberatungen in Heinen Versammlungen vorzunehmen ober ob man besser daran tue, m den nächsten Tagen eine große Volksversammlung einzuöerusen. Man schloß sich schließlich der Meinung einzelner anwesender Mitglieder jener erweiterten Kommission cm, die kürzlich im „Löwen" tagte, welche mitteilten, daß eine solche große Volksversammlung in Aussicht genommen sei und welche vorschlugen, man möge, um einer Stimmenzersplitterung vorzubeugen, die Ergebnisse der Versammlung dieses Abends nut der Tätigkeit jener „Löwen"- Kommijsion nützlich verbinden. Es wurde auch der Meinung Ausdruck gegeben, die hiesigen politischen Vereine, deren Vorstände^ die Aufstellung von Wahlzetteln vorbereiten, möchten darauf verzichten, innerhalb der Generalversammlungen dieser Vereine die Kandidatenaufstellung zu vereinbaren, sie möchten vielmehr ihre Vorschläge ' in der geplanten öffentlichen Volksversammlung zur Diskussion" stellen. Hierauf wurde erwidert, daß die politischen Vereine es sich nicht nehmen laffen würden, in ihren Generalversammlungen die Wahlen zu besprechen, da man aber wisse, wie schlecht die Beteiligung an solchen Generalversammlungen fei, brauche man m dieser Richtung keine besonderen Betrachtungen anzustellen. Es wurde schließlich in der gestrigen Versammlung, um ein Stimmungsbild zu bekommen, eine einstweilige Kandidatenliste mit ea. 25 Namen ausgestellt, die jeder der Anwesenden auf besonderen Zetteln nach seinen Ansichten auf 16 Namen reduzierte. Nach sehr ordnungsmäßigem Verfahren ergab sich die Aufstellung folgender Kandidaten: Gutfleisch (4/J Stimmen), Aug. Gabriel (38), Heichelheim (37), Krumm (33), Loos (32), W. Hornberger (31/, Wallenfels (30), Plant (30), Faber (29), Iughard! (29), Haberkorn (25), Petri (24), Kirch (22), Th. Haubach (21), Kauß (19) und Ehr. grillig (18). Etwa 45 Personen hatten Stimmen abgegeben. Eine Kommission von 4 1z men wird die Sache des Waytoereins „Zentrum" «veiterhiii m oie Hand nehmen.
Wiuscha'tslolal von Hermann Otto „Unter den irei Linden" m der Frankfurterstraße fand gestern abend zleichialll. eine Wahlversammlung statt für den Bezirk
SelterSberg und Riegelpfad. Auch hier waren 50 bis 60 Personen versammelt. Da8 Stimmungsbild, das hier hervortrat, ergibt sich aus folgender Kandidatenliste, in der man nur 12 Namen vereinigte: Dr. Gutfleisch, Heichelheim, Kirch, Loos, Wallenfels, Gabriel, Med.-Rat Dr. Haberkorn, Heb st reit, W. Homberger, Georg Simon, Prof. Dr. Wimmenauer und H. Winn.
Heute wird nun wieder die erweiterte Stommi(fion im „Löwen" tagen. Und am nächsten Montag werden der nationalliberale und der freisinnige Verein ihre Gencralversanimlung abhalten. Die Bemühungen der Bürgerschaft, die aus den bisherigen Versammlungen hcrvortraten, haben, soviel ist geiviß, wesentlich zur Klärung der für unsere Stadt jo wichtigen Frage beigetragen, und es ist zu hoffen, daß die vereinigten Gruppen dem Ziel der Wahleinigung immer näher kommen. Die bevorstehende große Volksversammlung wird dann wohl auch positive Ergebnissen zeitigen.
Im Inseratenteil kündigen übrigens heute die Vorstände des nationalliberalcn und des freisinnigen Vereins an, daß sie demnächst mit Wahlvorschlägen hervortreten und hierbei die bisherigen Kundgebungen der Bürgerkreise in Berücksichtigung ziehen werden.
* * Personalien. Ernannt wurde am 29. Oktober d. I. der Garde-Unteroffizier Wiesenecker zu Darmstadt zum Kanzleiwärter bei der II. Justtfikatur-Abteilung der Oherrsch nungslamm er. — Der Ergänzungsrichter Diegel in Mainz wurde zum Handelsrichter und der Kaufmann Harth in Mainz zum Ergänzungsrichter an der bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitze in Mainz ernannt. — Ernannt wurde der Vizewachtmeister und Schirrmeister bei dem Traindepot des XVIII. Armeekorps, Dörge, zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Pfeddersheim.
• • Der Slationsassistent SchellHorn von Gießm ist zum Stationsvorsteher (nicht Assistenten) von Lollar ernannt worden.
Gesellschaft für Erd - und Völkerkunde. Morgen, Donnerstag, abends 8x/4 Uhr, findet in der Aula der Universität der erste Vortrag des Vereins über Tibet von Dr. Georg Wegener-Berlin statt. Der Vortrag wird mit Lichtbildern verbunden sein.
* * St reit. In einer Wirtschaft an der Krofdorser- straße kam es gestern abend zmischen zivei Kvrbslechtern zum Streit. Der Sohn des Wirts, stvelcher die Streitenden trennen wollte, erhielt mit einer Streichholzbüchse einen, Schlag auf den Kopf, auch 'gingen mehrere Gläser in Scherben.
* * Ve rmißt. Seit gestern morgen wird eine hier beschäftigt gewesene Verkaufe rin vermißt. Ta man deren Jacket am Lahnns-er vorsand, wird angenommen, daß sie sich ein Leid angetan hat.
B.-B. Darmstadt, 1. Nov. Die für heute in Aussicht genommene Sitzung des Finanzausschusses der Zweiten Kammer wurde in letzter Stunde wieder fallen gelassen, einmal in Rücksicht auf den heutigen katholischen Feiertag, andererseits aber auch deshalb, weil Abg. Häusel, dessen Anwesenheit bei den noch zu erledigenden Gegenständen erwünscht war, durch Krankheit von der Beteiligung an der Beratung abgehalten ist. Der Finanzausschuß hat sich neben den Schlußberatungen über die Berechnung der Dienstwohnungen der Staatsbeamten und die Regelung des Instituts der Kreisgeometer nur noch mit einigen Heineren Vorlagen zu befassen. Er gedenkt sie in einer Sitzung am nächsten Dienstag fertigzuslellen, womit dann sein umfangreiches Arbeitspensum vollständig erledigt ist. — Auch der vierte Ausschuß wird anfangs nächster Woche noch einmal zujammentommen und den Rest seiner Arbeiten beendigen. ES liegt alsdann ein so reichhaltiges gesetzgeberisches Material vor, daß sich das Plenmn der Kammer mehrere Wochen hindurch vollständig damit beschäftigen kann. Trotzdem verlautet von einer (Einberufung der Kämmer zu ihren Plenar- beratungen noch immer nichts; der Präsident hat aiich die Mitglieder des Finanzausschusses über seine diesbezüglichen Absichten noch nicht unterrichtet. Die Vorlage des neuen StaatShaushaltsetats steht, wie schon früher angedeutet wurde, bereits um die Mitte des November zu erwarten.
a. Ni ar bürg, 1. Nov. Die Marburger brennen zur Zeit billiges Petroleum. Während bisher das Liter durchschnittlich 20 Pfg. kostete, vertäust es die Kölner Konsumanstalt (Inhaber Nud. Arnemann) zu 18 Psg. Daraufhin haben sich die vereinigten Kolonialwarenhändler veranlaßt gesehen, bekannt zu geben, daß vom heutigen Tag der Preis auf 17 Pfg. herabgesetzt ist, welchem Beispiel die Kölner Konsumanstalt natürlich sofort gefolgt ist. Unsere Haussrauen sind mit diesem Preisabschlag sehr einverstanden.
Frankfurt a. Ni., 1. Nov. Durch die Waldpolizeibeamten wurde gestern nachmittag etwa 25 Meter vom Rad- fahrerweg nach dem Obersorsthause ein junger Mann erschossen aufgesunden. Die nähere Untersuchiing ergab, daß der Tote durch eigene Hand aus dem Leben geschieden war. Dec junge Mann, Julius Albrecht mit Namen, stammte aus Pforzheim und war 28 Jahre alt Er schreibt seiner Bcaiit in rührenden Worten, was ihn in den Tod trieb. Er sei hochgradig lungenleidend, unheilbar, und könne ihr doch nicht entsagen. Aber unglücklich machen wolle er sie auch nicht. So gehe er in den Tod. Und er bittet, ihm zu verzeihen, denn er könne nicht anders. Sein Vermögen, etwa 2000 Mk., soll feiner Braut zufallen. (Kl. Pr.)
Kerichtsiaak.
** Gießen, 2. Nov. StrafkammcrverHandlung am 1. November. Aus der UnlerfuäMigvhast wurden vorgeführt: Fcieörich Sd. aus Biedenkopf, Bernhard R. von Alsfeld, Johann L. aus Tremesjen und Albert B. aus Herbsleben. Die vier Angeklagten stno beschuldigt und gestünoig, anfangs September d. I. gemeinsam eine Anzahl Einbruchödieb stähle begangen zu haben. sind geständig, in Gießen vier, in Wetziar zwei, in B üdinge n uno Aisseld je einen Embruchsdiebstahl be- gangen ;n haben. In Gießen Haben sie bei ihren nächtliäM Einbrüchen, wie wir seinerzeit milteilten, zumeist Eßwaren, aber auch^ Geldbeträge gestohlen. In Alsseld haben sie sich in dem Hause eines Herrn, o-er eine Änzapl Soldaten während des Manövers ci.«quartiert hatte, an dem für diese bereiteten leckeren Mahle gütlich getan uno außerdem drei Paar Stiefel gestohlen re. Es wuroe verurteilt: H. zu 2 Jahren und 9 Monaten Gefängnis, R. zu 2 Jahren uns 3 Monaten, L. zn 3 Jahren und 9 jjconatcn uno B. zu 9 Mon n Gefängnis. Vlußerbem wurden alle vier je mit einem Monat wegen Mundraubs ver- uuein, diese Strafe aber als durch die U-nlerjuchiiilgshaft verbüßt erachtet
MärN».
k«. Frankfurt a. M., 2. No*. «rkg.-Telear. des „Gieß. Anz.") S ch w e in c m a r k t. Zum Verkauf standen 1328 Schweine. Schweine: 1. Qualität 60 — 61 Pfg., Lebendgewicht 48—00 Pfg., 2. Qnal. 58—59 Pfg., Lebendgewicht 47-00 Pfg., 3, Qualität 53—56 Pjg., Lebendgewicht 00—00. Uebcrftaub unbedeutend.
fc. Frankfurt a. M., 2. Nov. Heu- und Str'ob- markt. Heu kostete heute Mk. 3.70—4.00, Stroh Mk. 2.20 dis Alk. 2.40. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Fest.
fc. Frankfurt a. M., 2. 9iov. K a r 10 f f e l m a r k t. Man notierte: Hstk. 5.80—6.30 per 100 Kilo.
Kirchliche Nachrichten.
Vv«ngelische Gemeinde.
Donnerstag, den 3. November, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus, Kirchstraße 9, im unteren Saal, Bibelltunde. 1. Cor. Kap. 1.
Pfarrer SKrvqbe.
Kraeste Metömigru.
Elberfeld, 2. Nov. In der Wohnung des Kartoffel- Händlers Weber entstand in der Nacht infolge einer Beschädigung am Gasrohr eine Gasexplosion, die sehr großen Schaden anrichtcte. Das Gas war in den Keller gedrungen und durch eine vor dem Hause stehende Laterne entzündet worden. In der Parterrewohnung wurden die Möbel schwer beschädigt, außerdem wurden mehrere Decken eingerissen. Die Eheleute Weber wurden bewußtlos aufgesunden, konnten aber durch längere ärztliche Bemühung wieder zur Besinnung gebracht werden.
Krakau, 2. Nov. Der Kongreß der sozialistischen Partei Galiziens und Schlesiens beschloß, mit den sozialistischen Parteien Russisch-Polens ein Bündnis abzuschließen, verwarf dagegen den Vorschlag der Bildung einer jüdisch-sozia- listischen Partei.
New-Port, 2. Nov. Das Prachtgebaude der kontinentalen Sparbank Memphis stürzte ein. 24 Personen wurden unter den Trümmern begraben. Bisher wurden nur 5 der Verunglückten gerettet.
Bom Kriege.
Tokio, 1. Nov. Tas kaiserliche Hauptquartier hat heute eine Reihe von Berichten verössentlicht, die die Operationen gegen Port Arthur während der Monate August, September und Oktober umsassen. Depeschen vom 26. Oktober lauten: „8 Uhr 30 Min. vormittags: Sungshusan, Erlungshan, Keewanshan und ein Fort, nördlich von letzterem liegend, mit Belagecungs- und Marinegeschützen beschossen; 250 Granaten trafen. Tie Schisssgeschütze, die gegen Sungshusan und Erlungshan feuerten chatten Bresche gescl-o ssen, loährend verschiedene Teile dec Teckung zerstört tourhen, ebenso wurden die beiden hauptsächlichsten Xeaungen des Sungshusan-Forts zerstört, ein 15 Zentimctergeschütz demontiert, ein anderes beschädigt und ein Geschütz in dem Fon nördlich von Ost-Keekwanshan zerstört. Von 2 Uhr nachmittags richteten andere Belagerungsgeschütze ihr Feuer gegen die Laufgräben an den Abhängen von SungZhusan und Er- lungshan und gegen die Laufgräben von Süd-Polisian; dieselben wurden schwer beschädigt. Um 5 Uhr nachmittags stürmte eine Abteilung unseres rechten Flügels gegen die Laufgräben von Sungshusan, eine Abteilung unseres Zentrums gegen Gr- lungshan nnb den südlichen Teil von Polisianshan und nahmen diese Stellungen ohne schwer en Verlust. Zur selben Zeit, als diese Plätze besetzt wurden, errichtete der Feind in der Nachbarschaft derselben Verschanzungen, die ihrerseits mit den Forts wesllich von Hsitaiyangkou, ^'Nantadshan, dem Gol^ denen Hügel, Payushan und Laolnichui in Verbindung stehen. Ter Feind konzentrierte sein Feuer auf die Punkte, wo die Angriffe der Japaner Fortschritte machten. Tas feindliche Feuer war mangelhaft nud tat nicht viel Schaden. Eine große Mine am Lldhange von Erlungshan explodierte, es wurde aber dadurch keiner von unseren Leuten getötet. In derselben Nacht beschossen unsere Belagenmgs- und Marinegeschütze mit der Ab- siclst, die Ausbesserungen zu verhindern, Erlungshan, Ost Keek- wanshan, Syngshuan und ein Fort nördlich von Keekwcmshan. Auch die feindlichen Kriegsschiffe und Maschinengebäude wurden beschossen. Ter Feind, der Sungs- husan und Erlungshan hielt, machte unter dem chutz von Geschlltz- uni) Gewehrfeuer verschiedene Nachtangriffe, die alle abgeschlagen wurden. Am 27. Lctober wurde die Beschießung mit Belagerungs- und Marinegeschützen gegen Sungshusan, Effeshan, Antyshan, Paiyushan, Erlnngshan, die Werft und die Kriegsschiffe fortgesetzt. Von Erfolgen unseres Bombardements, die besondere Erwähnung verdienen, ist der gegen das Fort Ost- KeekwanShan zu nennen, wo eine Geschützlafette vollst ä n d i g zerstört wurde; ferner die Zerstörmig eines Banketts bei Erlungshan, die Zerschmetterung der Deckung dieses Forts und die Vemichttmg zweier kleinen Geschähe, sowie die Demolierung eines anderen an der Ostfront desselben Forts. . 'lSe
England und Rußland.
London, 2. 9öov. Ein Teil der Blätter erklärt die gestrige Aufregung über das Auslaufen den ruf si scheu FlotteausdemHftfenvon Vigo damit, daß Balfours Rede mißverstanden und infolgedessen so auf- gefaßt worden ist, daß ein Teil der russischen Flotte bis zum Abschluß der internationalen Untersuchung des ^Vorfalles in der Nordsee in Vigo bleiben würde.
Paris, 2. Nov. Me aus Petersburg gemeldet wird, hat der Zar den stanzösischen Botschafter in Paris beauftragt, Detcasss namens der russischen Regierung deft Tank für die Freundschaftsdienste während des Zwischenfalles von Hüll auszusprechen. Des wetteren lrffrd die Nachricht von einein ru ssi sch-fr an z ö'si s ch-d e u t-f sch en Bündnis dementiert. Zwischen Rußland undl Deutschland seien keinerlei Vereinbarungen getroffen, wenn auch die Beziehungen beider Staaten freundnachbarlicher Nattir seien und durch^das herzliche Verhältnis beidep Staatsoberhäupter eine Stärkung erhalten hätten.
Petersburg, 2. Nov. Die Nachricht des „Petit Journ.", daß ein dänischer Kapitän englische F i s ch e r b a r k e n mit japanischer Besatzung gesehen habe, hat hier allgemeines Anffeheu hervor gerufen. Die „Nowoje Wremja" veröffentlicht einen scharfen Artikel gegen England, worin erklärt wird, die Engländer seien die geschlvorenen Feinde Rußlands.
London, 2. Nov. Tie japanische Gesandtschaft macht bekannt, daß an dem Tage des Zwischenfalles von Hüll sich 2 000 Meilen im Umkreise kein japanisches Torpedo-
Telephomscher Kursbericht.
3‘/l°/o Reichsanleiho . . 101.35 3»/o do. ... 89.20
-t/s/g KoämoIh .... 101.30 8 ’/o do......VV.SO
S*/2°/n Hessen .... 99.90
Oberliosson . . . —.— 4% Oosterr. tioMronte . . 101.75 4l/t% Oeatorr. Silberrento 100.30
4% Unrar. Goldronfce . . 100.05 4tt/,- Italien. Rente , . . 103.90 4xjt% Poriugieser , . . 62.90 8°/ Porhigresen.....62.20
1% C. TQrkon .... —.— Tilrkonlose......■—•—
4% Griech. liunopeL-Anl. 47.80
4luK äusser« Argontinor 43.85
Teudou»
3"/o Mexikaner .... 20.80 41/$fl/o Chinesen .... 89.80 KUoirlc. Sobuckert . . . 119.80 Nordd. Lloyd . . . . 107 40
Kredltalrtlen . . . < . 211 40 Dürkonto-Kominandit. . . 191.30 Darmstädter Bank . . . 141.60 Dresdener Bank .... 153.90 Berliner Knndele^es. . . 160 90 Oeetorr. Staatobahn . . . 140 80
Lombarden.....18.20
Gotthardbahn.....188.50
Lauraliütte...... 255.20
Bochum.......216.00
Harpener......215.40
Schatzscheino , # • rulug


