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ft t r t u n g. Fünszedntausend Wittf feilen all jährlich an Unter* a" - Ziere verteilt nrrben Ne Feine So ldatenmißbanb- In n n n sich zu Sü'uldcn Lmunen ließen. Ter Snnbtag ge- !U,bmi,}t? b - t:"luia m den leyten Tagen in geheim er Sitzung.
AuslanL.
London. 1. Juli. König Eduard ist freute nachmittag hier einnctroffen.
— Das liberale UntrrkauSnntglied Randall Cremer, der lebte Empfänger des Nobel schon Friedenspreises, erklärte in einet Unterredung, sämtliche politischen Kreise in England feien über das Resultat der Kieler Monarchen- Zusammenkunft leb da st befriedigt; eS sei offenbar, daß die Begegnung seine gute Wirkung in der Schaffung emeS wärmeren V erbältnisseS zwischen beiden Nationen bereits erzielt bnbe. Dies entspreche durchaus dem Wunsche der öffentlichen Meinung in England; eS cyi- niere feine antideutsche Strömung mehr. König Eduard bade stets den uneingeschränkten Wunsch gehegt, die denen Beziehungen zwischen Deutschland und England her- zuffellen und habe diesem Bestreben jetzt mit großem Takte praktischen Ausdruck verliehen.
Stockholm, 1. Juli. Aus HelfinqforS wird gemeldet: Ter ehemalige Senator W. Schau man, der Vater des Attentäters Eugen Schaumann, wurde am Donnerstag vormittag einem Verhör nnterroorfen und ins Gefängnis abgeführt.
Paris, 1. Juli. Die Vudgettkommiffion strich mit 14 gegen 10 Stimmen den Kredit für die Botschaft beim Vatikan.
Pari S, 1. Juni. Kammer. Ganraud richtet an den NnterrichtSminister eine Anfrage betr. bei)en Weigerung, die Geistlichen zur Prüfung für die Gpmnasial- proreffur zuzulaffen. NnterrichtSminister Chaunuö erklärt, der Staat habe daS Recht, sich seine Beamten zu wählen. Die Geistlichen, die früher den Professortitel erworben hatten, erteilten an nichtstaatlichen Anstalten Unterricht in anti- republikanischem Sinne. Die Regierung wolle nicht, daß die Geistlichen in Zukunft zu solchen Zwecken den Proseffortite! erlangen könnten.
— Gegen den vorgestern verhastetenOberstRollin, Hauptmann Francois und Hauptmann Ma räch al ist nach Art. 248 des MilitärsirafgesetzeS Beschuldigung deS Entwenden? militärischer Gelder erhoben worden. ES heißt, daß die Offiziere beim Verhör betr. die Schriftstücke. wofür angeblich einem österreichischen Spionageagenten 25 000 Franc? bezahlt inen, m Widerspruch gerieten. Sic führten verschiedene Schriftstücke an, darunter den Plan betr. em ausländische? Gewehr. Wegen dieser Widersprüche, sowie mit Rücklicht darauf, daß die angeführten Schriftstücke eine Ausgabe von FrrS. 25 000 nicht rechtfertigten, verfügte Hauptmann Cassel die Verhaftung.
— Im heutigen Ministerrat berichtete Telcasiö über die neue mit Siam vereinbarte Grenzregulierung und teilte ferner mit, daß der Vertreter der Republik Haiti gestern die Ver* d^ter Frankreichs und Deutschlands m öffentlicher Audienz empfangen habe, um eine Entschuldigung wegen der jüngsten Affäre zum Ausdruck zu bringen.
Nantes, 1. Juli. Der Liquidator der KongregationS- güter nahm heute unter Beistand von zwei Kompanien Infanterie, 1 y, Schwadronen Dragoner und 40 Gendarmen die A uSweisung der Kapuziner vor. Sämtliche Klostertüren mußten gesprengt und die Mönche einzeln gewaltsam entfern: werden. Zur Uebcrrvachung des Klosters ist Infanterie pirü cf getanen worden.
Wien, 1. Juli. Wie eine Lokalkorrespondenz bestimmt zu melden weiß, wird Kaiser Wilhelm den in Sud - böhmen zwischen Protiwin und Strakonitz stattfindenden Kaisermanövern beiwohnen und am 1. September auf dem Schloß Stekna de? Fürsten Alfred Windischgräh eintreffen.
98 Vnvalklagrn gegen einen äijtlichen Aegicrungsvcrlreter.
n.
(Original-Bericht des „Gieß Anz/*)
Bevor die Plaidoyers begannen, gab Dr. Siebert für den Angeklagten Geheimrat Tt. Pfeiffer die Erklärung ab, daß er auf Grund bet Beweisaufnahme ju der Hebet zeugung gekommen sei, feine Behauptung, der ärztliche Verein habe schon längst in den Augen aller anständig denkenden Aerzte WiesbaN ns jedes Ansehen verloren, zu weitgebend sei. Gleichzeitig bedauere er, daß ihm der Ausdruck „Zuhälter bt die Feder geflossen ist und betonte, daß er ibn nicht in dem landesüblichen beleidigenden Sinn gebrauchen wollte.
Hierauf sprach Rechtsanwalt Dr. Hehner, als Vertreter des Dr. Fffchenich,^nnd wies darauf hin, daß m der Pfeifferschen Beschwerde die Sucht bemerkbar sei, Dr. Fischenich zu beleidigen und herabzusetzen, er stelle ihn als einen Mann hin, der zu allem fähig ifl und ferne Würdigung mehr verdient Dr. Hehner widerlegte dann tnuf Grunv der Beweisaufnahme und des Ent- lMtungsb.'wei''es, den er als vollüänbia mißglückt bezeichnete, im einzelnen die Beschuldiaungen Dr. Pfeiffers. Dieser stütze sich stets auf die ärztliche Taje, während bei dem Arzt gewohnheitsmäßig mir das ausgesprochene ober auch nicht ausgesprochene Ueber'-infommen maßgebend sei. Wer also gar zu einem Spezialisten geht, der weiß genau, daß er höhere Sätze zu zahlen hat. Dr. Fischenich leate Wert daraus, dafür be* kann: zu sein, daß et fein billiger Arzt ist. Er wolle nickst sein Sprech; rnnier mit armen Leuten füllen, sondern wissen, syarum er Arzt ist. und das farm ihm fein Mensch übel nehmen. Von diesem Gesichtspunkte müsse man seine Rechnungen betrachten. Im übrigen gebe es kaum einen Patienten, der nicht später auf d-n Arzt schimpft, während et ihn bei dt Krankheit als rettenden Engel betrachte: hat. Die Rechnung, die man sofort nach der Iranffreit gern buchte, finde man gewöhnlich je später, desto höher Tr. drnn vrn Dr. Pfeiffer in einem Prozeß gegen Dr. Fischenich abr g-b n t 1 u tackst en, daß drei Mark ein ausreichendes Honorar auch bei rooUhabenben Patienten sei, übte Dr. Hehner scharfe li tt! 7; ang blich dem Richter zur Verfügung gestellten ver- kra lrx n ' itteil -gen über die Buchführung Tr. Fffchenichs in ber ■ -<■* 7r Pfeiffers an den Regierungspräsidenten bedeute ?n~ <*b*r -ir n schwärm Vertrauensbtuch, wenn die Mitteilungen
* ■ gemacht morden find Man falle einmal bedenken, der un rm "r ill läge vor und die schwer'n Beleidigungen seien r ■' • r ai gegen einen hoben Regierungsbeamten ge*
ma^t r la fliege bet Beleibigcr in das GejangniS, und deshalb b r ' n : t r g e er auch gegen Dr. Pfeiffer auf eine Freiheits träfe zu erkennen.
' • ' • Tu ' r ’n schloß sich Dr Marr heim er an unr- - n, baß noch selten s*rn Wafrrheit«b weis mift- l wa " ’i bvr. Der An geklagt' habe seine von Beleidigungen streun • -n yp -N g rungsoräfid nten nicht ,n der Auf-
r.-g-i a n v m t kalter U Zerlegung g s i neben, weshalb "ihm »le, e t n o n t>* zu versagen feien. Unrichtig habe
sich Dr. Pfeiffer fdrott ^benommen, alS er sich in die Sache der Russin mit Dr. Fischenich mischte, obgleich er damals sckwn eine animofe Gesinnung gegen ihn batte. Auch sein weiteres Verhalten in dieser Angelegenheit zeige feinen vollständig einseitigen Standpunkt unter Verlegung ber kolonialen Grundsätze. Mit Entrüstung müsse man auch das Vovgelxm Dr. Pfeiffers betracksten, wie dieser Hobe RegierungSdeamte in den Privatverhältnissen von D r. Fischenich brrumfdinüffclte, um Material gegen ihn zu sammeln. Wenn Dt. Pfeiffer glaubte, daß sich Dr. Fiscktenich unwürdig benehme, so konnte er ibn dem Ehrcnrat anzeigen, nie aber durste er ilm dem Regierungspräsidenten anschwärzen, wo Dr. .Fischenich sich nickst verteidigen konnte. DaS waren vergiftete Pfeile auS dem gefilterten Hinterhalt und die brnftifrben Beweise einer gelxissigen Gesinnung. Darum bitte auch er, den Regierungsund Geh. Medizinalrat Dr. Pfeiffer mit einer Freiheitsstrafe zu belegen.
Für 80. als PrivittNÜaer aufgetretene Mitblieder dcS ärztlichen Vereins, sprach ReckstZanurnlt Dr. Fleischer. Er erklärte, daß ieber Satz her Eingabe Dr. PfeifserS an den Regierungspräsidenten mit Mitteilungen über den Verein eine subjektive, undfastiederSatzaucheinehewußte Unwahrheit enthalte. Er erläuterte dies ausführlich auf Grund der in der BeweiSansnabrne gewonnenen ErgebniKe. Hier sei sckwn in öffentlichem Interesse, daS Gesetz durch Verhänguna der Freiheitsstrafe in seiner ganzen Strenge anzutrnrnden un» mildernde Umstände zu versagen. Gesck>ehe daS aber doch, dann müsse die höchste 0 . ldstrase cintteten. Die Widerklage bitte er abzuweisen, weil keine Beleidigung, sondern nur Wahrung berechtigter Interessen vorliege.
Dr. Siebert, der den Angeklagten 6 er trat nahm im Falle Fisckxmich die Wahrung bereckstigter Interessen in Anspruch, die Sic Beleih gung vollständig decke. Er verteidigte die Vermittlung dcS Angeklagten zwisckvn der Ruffin und Dr. Fischenich und betonte, es sei nur ritterlich, daß er der fremben Dame feinen Schutz geliehen habe, bic in einem Briefe Dt. Fisckienich einen Betrüget nennt. ,T<r Russin mußte Dt. Pfeiffer aber Glauben schenken, naebbem ihm schon oft Ueberforberungen von Dt. Fischenich zu Cfrrcn gekommen und auch bei Getickst festgeftellt war, baß er mehr Be'ucix' auigf.1 rieben bette, als tatsächlich gemacht worben waren. Et bitte um Freisprechung beS Angeklagten unb, falls eine Pcrnrtcilung dennoch eintrctf, nur auf eine geringe Geldstrafe zn erkennen, gleichzeittg aber auch die Didcrbeklagten zu verurteilen.
Um 12’ i Ubr zog sich daS 6kriebt zur Beratung zurück, um nach einer Viertelstunde sck)on dis Urteil zu verkünden. Die zur Anllage gestellten iLchriststücke stellen sich nach Ansicht des Gerichts alS Beleidigung im Sinne dcS Strafgesetzbuches bar, bet Bericht an den Regierungspräsidenten im Sine des A 185. Der Schutz des § 193 wurde Dem Angeklagten in weitestem Maße zuAebilligt, umsomehr, als das Gericht konstatieren konnte, daß er dem Angeklagten gemachte Vorwurf. wider besseres Wissen yedandelt zu haben, nickst zutrifft. Es ist.vielleickr zuiugehen. bau der Angeklagte etwas lezchffertig. sogar sehr leichtfertig , grb<inbelt hat, daß er aber wider beiseres Wiffen handelte, ist ihm nickst nachgivirjen. Der Schutz deS 193 wurde dem Angeklagten umsomehr zi gebilligt, alS un- zwefteldaft der bei seiner Behörde angegriffene und zum Berickt oufgeforbertr Beamte bis zur dufteriten Grenze hetz Erlaubten geben bars, alxr auch nicht N 'iter Hi weit überschritten, namentlich in ber Form dem ärztlichen Verein gegenüber, ber als vornehm unb erster Verein bastelst, gegen den ärztliche Vorwürfe nickst erhoben werben können. In dem Fall gegen Dr Fischenich ist auf 50 Mk. zu erkennen, in den beiden anderen Fällen. denen ärztliche Ver. »n beleidigt
wird, auf ie 200 Mk. Auch den W i d e r b e kl a g t e n ist der Schutz deS § 193 im weitesten Maße zugebilligt worden und e- wurde hier auf Freisprech u^ng mannt, da die Absicht her Beleidigung Nickst envieien Ist. Somit ist der Angeklagte zu 4 50 M k. unb ben seHt bedeutenden Kosten beS Berfa h t e n S verurteilt.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 2. Juli 1904.
** Personalien. Ce. Kql. Hoheit her Großherzoq haben hem Hauptmann a. D. Viktor Zobel in Tarmstaht zum Vorstand her KabinetSbihliothek und beS KabinetS- mufenmS mit hem AmtStitel .KabinetSbibliothekar^ ernannt. — Dem Kommerzienrat Karl WeiSmann in Mainz würbe die Krone znm Ritterkreuz 1. Klaffe deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Lehramts- affeffor Wilhelm Hammann m Darmstadt wurde zum Oberlehrer an hem Lubwig-GcorgS-Gymnasium in Darm stabt ernannt. — Dem Burqermeistereisekretär August Kirchner zu WormS würbe her Charakter als Kanzleirat erteilt. — Ernannt würbe am 25. Juni ber Philipp Doll auS Elsheim zum Gefangenwärter am Haftlokal in Alzeg.
— DaS IahreSfest her LanbeS Universität würbe gestern nach ber Haupffeier in ber Aula nachmittags unb abends bei Konzert und Tanz rm Neuen Saalban gefeiert. Die Teilnehmerzahl war überaus groß. Der Kommers fiel dieses Jahr auS.
— Besitzwechsel. DaS HauS Steinstraße 1.3, seither dem Lehrer Dr. Heinrich Berger gehörend, wurde von diesem an den Küsermeister Philipp Lenz von Klein-Linden für 26 500 Mk. verkauft.
• * Die Goldfische im Weiher ber Ostanlage haben sich heuer, daS erste mal seit etwa S—4 Jahren, wieder vermehrt. ES durfte allgemein nicht bekannt sein, daß die Jnsaffen deS Weihers vor etwa 10 Jahren in 8—9 Eremplaren eingesetzt wurden unb daß die zahlreichen Gold- stsche im Teich deren Nachkommenschaft stnd.
* • D ie Preise für daS Tennis-Turnier sind zur Zett im Schaufenster ber Firma August MonianuS Nachf., Marktplatz, ausgestellt.
**DaS Promenadenkonzert fällt morgen, Sonntag, aus.
"• Die Gemeinde Umlagen in den ca. 80 Gemeinden deS Kreises betragen, von Gießen abgesehen, runb 550 000 Mk. Ten höchsten Steuer-uschlag haben hie Orte Linhenstruth mit 238 Proz., Trohe mit 215 Proz., Saasen mit 200 Proz., RübingShauscn mit 197 Proz. unh Clirn hach mit 196 Proz. (In Gießen selbst werben 114 Pr oz. her staatlichen Einkommensteuer an Umlagen erhoben, wozu noch 10 Proz. Kirchensteuer kommen). Grünberg erhebt 27 000 Mk., Wieseck 26 500 Mk., Heuchelheim 25 000 Mk., Großen-Linden 19 400 Mk., Lollar 18 000 Mk., Lich 17 500 Mk., Klein-Linden 12 000 Mk. unb Hungen 10 000 Mk. Umlagen. Vier Gemeinden deS Kreises sinh infolge großen Gemeindebesitzes in ber glücklichen Lage, keine ^mcinheftfttem erheben zu muffen, nämlich: Albach, Ettingshausen, Hattenrod unh BerSrob.
* * Zahlreiche Festlich? eiteu tverden am mm> ftigen Sonntag in der nächsten mit) weiteren llmgogend unsever Stadt cckgehEen. Obenan stehen die unvermeidlichen Sängerfeste. Die Gesangvereine ^Germania^-Großen-
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25jÖI)rige3 Jubiläum Die Zeit der .kirchweihfeste beginnt jetzt auch. Morgen findet solche statt in Trohe, in Trais- Horloff, m Göbelnrod und in Schwalheim. Der hiesige
Mcrnnertilrnverei.u feiert im Neuen Saaldau sein Sommer- fest unb der Verein hunbesport veranstaltet im Philo- sopl-enivalb ein Preisschlicseu. In Bab-Nanheim stnbet eine C^eflügel- unb Kanincheu-Ausstellung statt und ir. Friedberg wirb bas Verbanbsfest bes Gabelsberger Steno- graplx'n-Der^banbs für Hessen unb Hessen-Nassau crbgehalten. In Hungen ist PreiSkegelu, in Homberg a. b. O. Feuer- ivchrfefl unb in Ms selb Rabfahrersest. Auf bem Hoherods- köpf verrmstaltet morgen ber V. H. 5t. bas Hoherobskops- fest. In Ober-Olmren finbet Dekanatsmissionsfest statt.
§ Großen- Linben, 1. Juli. Der geplante Bahnhof Sn m bau geht jetzt seiner Verwirklichung entgegen. Die Erdarbciten sind vergeben. Merkwürdig ist, daß zwischen den beiden interessierten Gemeinden Großen-Linden und Leihgestern noch keine Einigung über den Umbau zu Stande gekommen ist. Eine kürzlich stattgehabte Versammlung her beihen Gemeindevertretungen verlies ziemlich resnltatloS. Die Haltestelle Großen-Linden liegt nämlich in Leibgesterner Gemarkung. Da damals bei Errichtung her Haltestelle Leihgestern hie Uebcrnnhmc der Kosten ablehnte unb Großen-Linden sie übernahm, so wurde auch die Haltestelle »Großen-LindenE genannt. Infolge deS wachsenden Verkehrs unh ber Gründung mehrerer Indnstriewerke zeigt sich der Bahnhof zu klein. Bei dem nun erforderlichen Erweiterungsbau will Großen-Linden die Haltestelle in seine Gemarkung haben, womit die Eisen- bahndirektion einverstanden ist. Die GemarkungSgrenze zieht am westlichen Bahnkörper hin. Man ist gespannt, welche Gemeinde den Sieg dovonträgt.
w. Bad-Nauheim, 1. Juli. Bis zum 30. Juni sind 1 1 8 0 4 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6759 anwesend waren. 139 471 Bäder wurden bis zum 30. Juni abgegeben.
§ Friedberg, 1. Juli. Die Errichtung einer höheren Mädchenschiile ist jetzt dennitio beschloßen. Die Stadt- oerorbnetenversammliing hat hnS früher Henkelmannsche HauS m her Burg für 42 500 Mk. gekauft. Ein langgehegter Wunsch hiesiger unb auswärtiger Familien geht dadurch m Erfüllung.
:: Hungen, 1. Juli. Das Hungener Blatt, die ,Land- vofP, Buchbruckerei unb photographische Anstalt, ging durch Kauf von Konrab Holzinyer auf Karl Mößner auS Göppingen über.
t. Lauter, 1. Juli. Heilte mittag fand eine hiesige Bauernfrau auf her Straße einen Jungen von etwa 4 Jahren. Auf Befragen gab biefer an, finiter, ober fireuter zu heißen. Etwas weiteres war au« ihm nicht herauSzubekornrnen. Man nimmt an, er sn auS hem benachbarten Grünberg, ha man einen Landwirt von da mit dem Heuwagen hier durchfahren unh gleich darauf den Jungen auf her Straße sah. Vielleicht bienen hiefe Zeilen bazu, um ben Eltern ihr fiinh wieher zuzufuhren.
Mainz, 1. Juli. Für bas morgen nachmittag um 5 Uhr in ber ,Noueu Anlage" ffattfinbenbe Kvnzert zum Besten eine« Pflegerinnen- unb Krankenheims des hiesigen „Aliee-Fvaucn-Derems" zeigt sich, so schreibt freute baS ^M. Tgbl", in allen Kreisen bet Bevölkerung reges Iuteresse, das sich nicht allciit ben zu crnxirtenbeit frohen künstlerischeu, instrumentalen und vokalen Darbietungen zuwenbet, sondern besonders auch dem anyekün- bigten Irofren Besuch. Es ist dies der Gr oft Herzog, her zur Unterstützung ber guten Sache sein Kommen in Aussicht gestellt hat. — Mit der Entfestigung von Kastel ist in diesen Tagen begonnen worben; in ber Nähe deS Frankfurter ToreS haben Pioniere bereits Sprengungen vorgenommeu. Durch diese Maßnaahmc wird unleidlichen Zuständen, die ein volles Jalwbunbert bestanden haben, ein Ende gemacht. Es ist merkwürdig, daß man diese Zustande so lange hat bestehen lassen können, unb haft eS eist in ber jüngsten Zeit der energischen Initiative einiger Mitglieder ber hessischen Zweiten Kammer gelungen ist, Remehur zu schaffen. Küstel, freute noch ein unansehnliches, winkliges Stäbtchen, wäre gewiß hurch seine Sage am Rhein unb cnu Main längst zu großer Bedeutung gekommen, wenn bie FestungSumwatlung früher gefallen wäre. Die jetzt dem Untergange geweihten Festungswerke stammen ihrer ursprimglick>en Anlage nach aus ber Zeit bet französischen Herrschaft na eftber Invasion von 1792.
(b.) Mainz, 1. Juli. Die Nachricht, daß ber flüchtige LotteriekoNekteur Döblin in Newvork verhaftet unb hierher ausgeliefert werbe, ist unrichtig. Der Aufenthalt D's. ist bis heute noch nicht ermittelt worben. Wenn es ihm gelang, nach Amerika zu entkommen, bann ist es auch mit einer Auslieferung nichts. Amerika liefert bei Unterschlagungen unb Betrügereien, wie sie von Dövltn verübt, gar nicht aus
iv. Wetzlar, 30. Juni. Bei Gelegenheit her letzten Generalversammlung deS fireiSkriegerverhandeS wurde mit lebhaftem Bedauern bekundet, daß Lehrer AlthauS wegen seines vorgerückten Alters daS Amt deS fiassiererS niederzulegen gedenke. Eine besondere Ehrung wurde bem Nestor her Lehrerschaft zuteil, inbem ber Verbanhsvorsttzenhe Hauptmann Harbt-Großrechtenbach in Begleitung heS Vor- stanheS ihm ein Ehrenhwlom itnb eine Kaiserbüste überreichte. Hauptmann Hardt hob bei dieser Gelegenheit mit besonderem Nachdruck die Pflichttreue hervor, mit welcher Herr AlthauS sein Amt so lange begleitet habe. Der Vorstand deS KriegerveremS Münchholzhausen war gleichfalls Zeuge dieser Ehrung.
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vermUchte«.
* 'Brüssel, 1. Juli. In der Ortschaft Baelen sind 185 Personen infolge Genusses schlechten TrinrwasserS unter Vergiftungssymptomen erkrankt.
* Paris, 1. Juli. In der Gemeinde Arnage erkrankten fünf Personen nach dem Genuß von Entenfleisch unter Vcrgiftungserscheinungen; eine derselben ist bereits gestorben.
* Budapest, 1. Juni. Dex Professor an der Eperieser Reckcksakadenrie Dr. Julius M a u r i tz drang heute in bic Wolmung seiner gewesenen Braut, der Tochter dcS Real- schulproseffors Kremer, feuerte zwei Revolverfchüsse iregcr das noch rm Bett befindliche Mädchen unb jagte sich sodann eine 5ruflel in ben .Kopf. »Mautitz, sowie daS Mädchen sind tot. Der fcknver kranke Kremer ringt infolge der Aufregung mit dem Tode.
* Eine Wettfahrt lenkbarer Luftschiffe sollte airf der Weltausstellung in St. Louis stattfinden. Doch wurde sie vereitelt, als man entdeckte, daß an dem Luftschiffe Santos Dumonts die Stricke zerschnitten waren. Nun muß dieser Hifrnf Franzose Reparaturen vornehmen, unh daun erst kann hie Wettfahrt vor sich gefren. Der Verdacht der Täterschaft lenkt sich auf einen Arbeiter Santos Dumonts, der hierzu bestochen worden sein soll.


