genven Antrag oes Prosesiors öretperm von Dtengel angenommen: „Die Delegiertenversammlung begrüßt den auf Fortsetzung und Wiederbelebung der Agitation für eine Verstärkung der deutschen Flotte gerichteten Beschluß der Dresdener Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins und fordert alle Abteilungen des Landesverbandes auf, die Agitation und Propaganda namentlich in dem Sinne zu betätigen und auszuführen, daß alle Schichten der Bevölkerung über die Stellung Deutschlands unter den Weltmächten aufgeklärt werden, um das Verständnis für die Unvermeidlichkeit der Beteiligung Deutschlands an der Weltpolitik nnt> die daraus sowie aus der Pflicht des Reiches, die in allen Weltteilen 'lebenden Reichsangehörigen und vorhandenen wirtschaftlichen Interessen Deutscher zu schützen, sich ergebende Notwendigkeit der Schaffung einer achtunggebietenden Flotte zu wecken und zu fördern."
Kirche und Schute.
— Vorbildung der Lehrer. Auf eine Massen- Hetition von Lehrern, die sich auf den Charakter der Schullehrerseminare bezieht und u. a. die Anerkennung der Seminare als höhere Lehranstalten fordert, hat in der Unterrichtskornmission des preuß. Mgeordnetenhauses der Vertreter des Kultusministers u. a. folgendes bemerkt: Man nehme jetzt die grundsätzliche Stellung ein, daß infolge der neuen Lehrpläne vom Juli 1901 das Seminar eine den höheren Lehranstalten gleichwertige Schuleinrichtung geworden sei, und daß man aus dieser Prämisse die erforderlichen Konsequenzen ziehen müsse. Die Petenten ziehen diese Konsequenzen ttht hinsichtlich der Fragen von Rang uno Gehalt der Lehrerbildner. Es liege aber auf der H<md, daß, wenn die Voraussetzung der Petenten zutreffend fei, dann auch alle weiteren Konsequenzen folgerichtig zu ziehen seien. In erster Linie sei dann die Folgerung anzuerkennen, daß die Seminarabgongsprüftlng auch die Berechtigung zum Besuch der technischen Hochschulen und Universitäten verleiht, und daraus würden fidj dann die weiteren Folgen für die Volksschule und die Volksschullehrer in unübersehbarer Tragweite von selbst ergeben. Für die Unterrichtsverwaltung sei das Prinzip, von welchem die Lehrerbildner ausgehen, unannehmbar, und es sei zu mißbilligen, daß sich eine so große Anzahl von Seminardirektoren, Ober> lehrerir usw. Hable bereit finden lassen, in agitatorischer Weise durch Massenpetitionen einen Druck auf die Unter- richtsverwaltung behufs Anerkennung eines derartigen, das Wesen der Serninare verkennenden Grundsatzes auszuüben. Es sei tatsächlich nicht richtig, daß man den Bildungsgang und die Lehr^ie^ der Seminare mit denen der höheren Lehranstalten auf eine Stufe stellen könne. Man verkenne eben, daß das Seminar eine Fachschule sei, mit der Aufgabe, tüchtige Volksschullehrer auszubilden. Die Unter- richtsverwaltung werde sich trotz der durch die Petenten geschaffenen Schwierigkeiten nicht abhalten lassen, ihre Bestrebungen für eine Verbesserung der Lage der Lehrerbild- ner fortzusetzen, und sie hege trotzdem die Hoffnung, tunlichst bald über einen günstigen Erfolg Mitteilung machen zu können. — Die Unterrichtskommission des Abgeordnetenhauses hat beschlossen, über die Petition, soweit sie mif Anerkennung der Seminare als höhere Lehranstalten abzielt und die hieraus sich ergebenden Folgerungen zieht, zur Tagesordnung tiberzugehen.
Aus Stadt und Kand.
Gießen, den 2. Juni 1904.
** Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Pfarrer Georg Heinrich Port zu Homberg die evangelische Pfarrstelle zu Dieburg, Dekanat Groß-Umstadt, übertragen, den Oberlehrern Ludwig Schmitt an der Realschule zu Alsfeld, Karl Steinmetz am Gymnasium zu Offenbach und Otto Wollweber an der Realschule zu Gernsheim den Charakter als Profeffor erteilt und den Finanzaspiranten Karl Hertel aus Friedberg zum Ministe- rialreoisor bei der Buchhaltung de§ Ministeriums der Finanzen ernannt.
** Hoftrauer. Der Großh. Ober-Zeremonienmeister o. Westerweller erläßt in der „Darmst. Zig." folgende Bekanntmachung: Wegen des Ablebens Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer bis zum 13. Juni d. Js. einschließlich angeordnet worden. Die Damen erscheinen in schwarzen seidenen Kleidern mit weißem Kopfputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform einen Trauerflor um den linken Oberarm.
ch e r, dem wir eine große Zahl der schönsten deutschen Volkslieder verdanken.
Hoffen wir, daß das in Aussicht stehende Konzert, dessen Programm (soweit es sich auf Chorgesang bezieht) wir soeben kurz besprochen haben, nicht allein den schönen Zweck, zu dem Bau eines für alle Zweige der Kunst so nötigen Heims ein erkleckliches Schärflein beigetragen zu haben, voll und ganz erreichen werde, möge es aber auch zugleich dem „deutschen Männergesang" neue Freunde zuführen!
Der Tod Stanleys
weckt wieder die Erinnerung an einen interessanten Brief, den er im Jahre 1890 an den Verleger seiner Werke, Brockhaus in Leipzig, geschrieben hat und in dem er sich über die Stellung Deutschlands und Englands in Afrika ausspricht. Die Stelle lautet:
Mein lieber Freund!
Allwöchentlich schreiben mir eine Anzahl Deutsche und Oesterreicher, leider aber in ihrer eigenen Sprache, von der ich, zu meiner Schande sei's gesagt, kein Wort verstehe. Wenn ich erst mit einer gewissen schönen Dame verheiratet bin (Dorothy Ten- nant, hervorragende Malerin), werde ich, da sie eine fast ebenso große Linguistin ist wie Emin-Pascha, besser im stände sein, die Gesinnungen der Briefschreiber zu würdigen: bis dahin muß ich mich damit begnügen, die deutschen Ergüsse in den Papierkorb zu werfen, ohne zu wissen, ob dieselben Segnungen oder Verwünschungen sind. Denn ich erliege tatsächlich der Last der täglich eintreffenden Briefe und den Scharen von Besuchern. Das Buch („Im dunkelsten Afrika") ist, Gott sei Dank, aus meinen Händen, und ich würde gern eine runde Summe für ein Privilegium auf langen Schlaf bezahlen, den ich zu verdienen glaubte. Ich brauche absolute Ruhe, denn von dem Tage, an welchem ich Emins wegen nach Afrika aufbrach, habe ich mich dieses süßen Balsams für den ermüdeten Körper, den ich so sehnlich zu erlangen wünschte, nicht erfreut. Hoffentlich ist meine geliebte Braut von kräftiger Disposition und trägt mich mit sich hinweg in die Gefilde träumerischen Glückes, wo die Verheirateten Ruhe finden sollen.
Carlyle pflegte zu sagen, die Deutschen seien em philosophisches Volk, doch habe ich das nicht gefunden Sie sind ebenso leicht erregbar und leidenschaftlich wie die Franzosen. Was waren ■bie Deutschen bei'pillsweise in der Sache Emins diesem oder er ihnen, ehe er von uns aus dem Negerlande gebracht wurde?
lieber die Bestrebungen der Deutschen in Ost- und Zmtral- «chrika möchte ich nicht viel sagen. Ich habe kein materielles, aber ein ziemlich starkes Gefühlsinteresse an der Angelegenheit. Während ich den Wunsch hege, daß die Deutschen das ernstliche Be
*• Gießener Volksbad. Im Mai wurden 11054 Bäder verabreicht gegen 9026 im April 1904 und 11759 im Mai 1903 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 417 Bäder gegen 354 im April 1904 und 413 im Mai 1903. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt:
Schwimmbad 5312 Männer, darunter 892 zu 10 Pfg.,
, 1290 Frauen, „ 256 , 10 ,
Wannenbäder 1. Klasse 339 Männer, 126 Frauen, , 2. „ 786 , 626 ,
Dampf- und Heißlustbäder, sowie Massage zusammen 171 Männer und 38 Frauen, Brausebäder 2093 Männer und 273 Frauen. Die Personenwage wurde von 280 Personen benutzt, das Bad von 6 Personen besichtigt.
*’ Feriensonderzüge. Im Sommer verkehren folgende Sonderzüge: Basel-Berlin am 4./5. Juli ab Frankfurt-Sachsenhausen 9.06 Abds., an Berlin-Anhalter Bahnhof 9.57 93m.; Basel-Hamburg am 4./5. Juli ab Frankfurt- Hauptbahnhof 9.15 Abds., an Hamburg 9.00 Vm.; Straßburg-Berlin am 1./2. August ab Frankfurt-Sachsenhausen 5.10 Nm., an Berlin-Potsdamer Bahnhof 6.50 Vm.; drei Sonderzüge Dortmund bezw. Düsseldorf (Hagen) und Cöln- München, ab Frankfurt-Hauptbahnhof in der Nacht vom 3. zum 4. August 1.14, 1.48 und 2.35, an München am 4. Aug. 10.00 Vm., 12.00 Mitt, und 12.20 Nm.
** Der Eisenbahnverein Gießen wird am Sonntag, den 5. und Sonntag, den 12. Juni seinen diesjährigen Sommerausflug nach Nidda halten, wozu die Eisenbahn-Verwaltung an beiden Tagen je zwei Sonderzüge zur freien Fahrt stellt. Der erste Zug wird um 12.00 Uhr mittags abgehen, der zweite um 12.18 Uhr mittags folgen. Der Verein wird von der hiesigen Regimentskapelle begleitet. Vom Bahnhof Nidda aus folgt Abmarsch mit Musik voraus nach Krafts Bierbrauerei, wo bei guter preiswürdiger Verpflegung, bei Konzert, Vorträgen und Tanz der Nachmittag verbracht werden soll. Zur Belustigung der Kinder ist ein Karussell bestellt.
** Gaufa hrt nach dem Nationaldenkmal. Die Vereinigung der Rhein-Main-Gau-Kreisvereine im Verbände Deutscher Handlungsgehülfen zu Leipzig, welcher die Kreisvereine Aschaffenburg, Frankfurt, Gießen, Hanau, Kreuznach, Mainz, Offenbach, Wetzlar, Wiesbaden, Worms angehören, veranstaltet am kommenden Sonntag, den 5. Juni eine Rheinfahrt mittelst Extra-Salondampfers der Köln— Düsseldorfer-Gesellschaft von Mainz nach Rüdeshcim zum Besuche des Nationaldenkmals auf dem Niederwald.
»P. Albshausen, 1. Juni. Als die Frau des Maurers H. von hier vor einigen Tagen in später Abendstunde von Wetzlar kam, gesellte sich ihr ein junger Bergmann zu, der angab, er ginge nach Oberbiel. Nachdem er sich eine Weile freundlich unterhalten hatte, versuchte er, die Frau zu vergewaltigen. Es gelang aber Frau H., sich des Wüstlings zu erwehren. Da die Vermutung nahe lag, daß der Attentäter aus Steindorf sei, fand am Montag bei einer Spritzenübung eine Gegenüberstellung der Frau mit Steindorfer Burschen statt, derzufolge der Bergmann Jakob Dietrich von Steindorf gestern verhaftet wurde.
R. B. Darmstadt, 1. Juni. Die erste Kammer der Stände ist für den 10. Juni zu einer Sitzung einberufen worden. Vor einigen Tagen war bereits der zweite und der vierte Ausschuß der Ständekammer zur Vorberatung einer Anzahl von seitens der zweiten Kammer fertig gestellten Vorlagen beisammen; die wichtigste derselben blldet das Feld- und Forststrafgesetz.
Darmstadt, 1. Juni. Wie bereits bekannt sein dürfte, soll am 21. Juni d. Js. hier der Grundstein zur Bismarcksäule der Darmstädter Studentenschaft gelegt werden. In einer Audienz, die heute zwei Vertreter des Bismarck-Ausschusses hatten, hat Se. Kgl. Hoheit der Großherzog den Vorschlägen der Studentenschaft entsprechend, seine Genehmigung dazu erteilt, daß die Säule auf dem Dommer- berg, 12 Minuten vom Böllenfalltor, errichtet wird. Schon in der vorigen Woche wurde von Zimmermeister Willy Mahr, hier, auf diesem Punkt in der kurzen Zeit von drei Tagen ein aus fünf Etagen bestehender Holzturm von 25 Meter Höhe errichtet, von dem man eine prächtige Aussicht sowohl auf Darmstadt, wie auch nach dem Odenwald und der Rhein
ebene hat. Um die Wirkung emes auf der zukünftigen Bismarcksäule abzubrennenden SonnenwendfeuerS beurteilen zu können, wird bei günstiger Witterung am Freitag, den 3. d. M., abends 9 % Uhr, ein kleines Probefeuer auf dem provisorischen Turm abgebrannt werden.
Darmstadt, 1. Juni. Der Beginn des am 3 und 4. Juni im Garten des Alten Palais zum Besten des Russischen Roten Kreuzes stattfindenden Wohltätigkeilsfestes ist an beiden Tagen auf 4 Uhr nachmittags festgesetzt worden. An den aufs reichste ausgestatteten Büffets wird alles zu festen, nominalen Preisen verkauft, welche durch Speisekarten bekannt gemacht werden: so kostet z. B. ein Glas Bier 20 Pfg., ein Glas Sekt 50 Pfg. rc. Besonders bemerkt sei, daß auf Wunsch auf jeden Betrag herausgegeben wird: eine Wechselbude befindet sich am Platze. Für musikalische und andere Unterhaltung wird, wie bereits mitgeteilt, auf dem Feste ebenfalls in reichstem Maße gesorgt sein. Von Mitgliedern des Großherzoglichen Hoftheaters haben ihre Mitwirkung zugesagt: Fräulein Ziegler und Fräulein Bögel, Herr Kammersänger Riechmann und Herr Marlow. Die italienische Sängerfamilie wird von Herrn Musikdirektor Senff einstudiert, bei dem Tiroler- Quartett wirken Mitglieder des Zitherklubs unter Herrn Kammermusiker Derns Leitung mit. Tie Ueberbrettl-Bor- stellungen werden erst am zweiten Tage stattfinden und sind für Samstag abend 8, 9 und 10 Uhr vorgesehen. Sämtliche hiesige fünf Militärkapellen werden im Garten abwechselnd konzertieren.
fc. Frankfurt a. M., l.Juni. Der Privatdetektiv Wilhelm Picker, der hier in der Langestraße die Auskunftei Non plus ultra betrieb, wurde an der belgischen Grenze verhaftet. Er war nach Verübung von Betrügereien flüchtig geworden.
Mannheim, 1. Juni. Dem überreichen Programm der Frankfurter Tonkünstlerversammlung gemäß fand gestern nachmittag ein Ausflug nach Mannheim statt, der sich einer sehr zahlreichen Beteiligung zu erfreuen hatte. Ein Extrazug führte die Festgäste um 2'Uhr 15 Min. nach ihrem Bestimmungsorte. Seitens der Stadt Mann- heinr hatte man die Tonkünstler zu einer Besichtigung der Stadthalle eingeladen. Für den Abend hatte die Intendanz des Hof- und Nationalthcaters die Tonkünstler zu einer Festem ffü Harun g der romantischen Oper „Die Rose vom Liebesgarten" von Hans Pfitzner eingeladen. Um 11 Uhr ging der Extrazug der Kunstausflügler wieder nach Frankfurt zurück.
Die Koniher Mordaffaire.
Endlich kommt Licht in die rätselhafte Mordangelegenheit, die seit Jahren die Gemüter nicht nur der Bevölkerung Westpreußens, sondern auch des ganzen Landes in Erregung versetzt hat- Schon in den letzten Wochen gingen Gerüchte um, daß eine neue Spur gefunden sei: der Verdacht richtete sich gegen den Arbeiter M a ß l o f f und den Schlosser Berg, Maßloffs Schwager. Maßloff ist bekanntlich der Mann, der vor Gericht beschworen hat, er habe in Levys Keller am Abend des Mordtages verdächtige Hantierungen bemerkt. Er wurde, nachdem sich herausgestellt hatte, daß er diese Beobachtungen unmöglich von dem von ihm angegebenen Orte aus gemacht haben konnte, ins Zuchthaus gesteckt- Aus diesem wurde er erst kürzlich entlassen. Er begab sich nach Westdeutschland und fand dort in einer Fabrik Arbeit- Inzwischen arbeitete die Untersuch- ungsbehörde im stillen unermüdlich weiter. Eine ganze Reihe Spuren wurde verfolgt- Das Ergebnis dieser Nachforschungen war schließlich, daß sich der gravierendste Verdacht auf Maßloff und dessen Angehörige lenkte. Eine in der Stille vorgenommene Haussuchung in der Wohnung, die Maßloff am Mordtage inne hatte, führte, wie wir schon kurz berichteten, zu überraschenden Ergebnissen. In einer Krümmung des Schornsteinschachtes fand man halbverkohlte Ueberreste von Kleidungsstücken, die als die des ermordeten Winter angesehen werden. Insbesondere die an den Kleiderresten noch vorhandenen Knöpfe ließen die halbverkohlten Stofffetzen als Reste des Anzugs Winters erscheinen. Zu diesem Maßloff schwer belastenden Funde trat noch ein anderer: An den kurz nach der Mordtat aufgefundenen Kleidungsstücken oes Ermordeten fanden sich eine Anzahl rötlicher K a tz e n h a a r e. Es wurde ermittelt, daß sich im Besitz dec Familie Maßloff ein als Decke für den Kinderwagen benutztes Katzenfell befand, das dieselben Haare aufwies.
Die Untersuchungsbehörde schloß aus diesen gravieren« den Indizien, daß Maßloff um den Tod Winters wisse.
streben zeigen möchten, in ihrem ungeheuren wertvollen Gebiet zwischen den drei Seen, dem Viktoria, Tcmganika und Njassa, gutes zu schaffen, ist es nicht meines Amtes, eine Beschränkung ihres Ehrgeizes zu versuchen, wenn es ihnen belieben sollte, den ganzen Kontinent zu annektieren. Mir ist es keinen Pfifferling wert, wer Afrika gewinnt, aber da ich zahlreiche Freunde bei der Britisch-Ostafrikanischen Gesellschaft besitze, kann ich nicht untätig zuschauen, wenn sie bei den Versuchen, mit dem Deutschen Reiche zu rivalisieren, ihre Tausende nutzlos ausgeben. Ich habe ihnen gesagt, daß sie bis zur Feststellung der Grenzen ihres Gebiets das Geld einfach vergeuden auf Aussendung von Expeditionen, solange sie nicht wissen, wie bald sie tn einem Anfall von Ueberdruß die Deutschen auffordern werden, ihnen das Ganze abzunehmen. Tie bei ihnen anzuwendenden Argumente sind auch bei den Deutschen anwendbar. Wenn die Kolonialfreunde in Deutschland der Meinung sind, mehr Geld verdienen zu können, wenn sie die Engländer erst aus Afrika vertreiben, befinden sie sich in einem großen Irrtum. Die gesunde Rivalität zwischen den beiden Nationen ist es, die Ostafrika Wert verleiht.
Wenn die Engländer sich im lleberdruß aus Aftika zurückziehen, wird das deutsche Interesse an dem Kontinent untergehen, und wenn die Deutschen infolge irgend eines Zufalles aus einem ähnlichen Grunde Afrika verlassen mußten, würde das britische Interesse daran absterben. Ich würde mich freuen, beide Nationen zu einer gerechten und ehrenhaften Verständigung gelangen zu sehen, dann würden beide prosperieren und ihre beiderseitigen Gebiete nutzbringend machen. Erwägen Sie selbst diesen Gedanken sorgfältig und Sie werden zu demselben Schlüsse kommen. Ganz Afrika ist für Großbritannien nicht das wert, was ein Streit mit Deutschland ihm kosten würde, noch wiegt der Kontinent für Deutschland die Kosten eines Bruches mit England auf.
Ihr ergebener
Henry M. Stanley.
Iür die Reisezeit.
Soeben erschien die 2. Auflage von „W ebers Jllustr. Wegweiser durch die Kurorte der Rheinland c", 1. Bd.: Eifel, Hunsrück, Westerwald, Taunus einschließlich Sieg-, Lahn-, Ruhr-, Ahr-, Mosel- und N a h e t a l. T-ie 2. Auflage des „Wegweiser" ist durch viele Bilder in Kunstdruck. einer Nebersichtskarte der Eifel mit Entfernungs- angaben non Ort zu Ort und mit 2 größeren mehrfartigen Karten ll : 300 000) des Rheingebietes von Köln bis Biugeu. Knschließlich Moseltal bereichert. Der „Wegweiser" eignet fiel) besonders für Touristen, zumal bei jedem Orte Angaben der Hauptsehenswürdig-
teiten, Beschreibung der Umgebung usw. eingeflochten sind. Manchen werden auch die Angaben über Kirchen, Gottesdienst und Vereinehäuser willkommen sein. Die „Hoteltafel" wird besonders gute Dienste leisten, sie orientiert genau über die Preise in 100 Ortet bezw. Gasthöfen und Pensionen. Im ganzen sind in ca. 30) Orten wohl 1000 Gasthöfe nachgewiesen. Auch sind bei jeden Orte die Einwohnerzahl, Höhenlagen, Eisenbahnstation, Sehen-'« Würdigkeiten, Ausflüge, Aerzte und Apotheken und in Kurortct die Heilmittel und die Heilerfolge bei gewissen Krankheiten ar* gegeben. — Im ersten Teile des Buches plaudert P. Saget über die Geschichte, über Land und Leute am Rhein. Der Arzt Di. Schmid gibt in seinem Aufsätze „Bäderwirkungen" Fingerzeige über die Wahl der Kurorte bei den einzelnen Krankheiten, ubr Anwendung der Kurmittel usw.: ferner finden wir einen Artikel: lieber die Bedeutung des Wassers in der heutigen Heilkunde vor Dr. med. Meffert in Bonn. Das Buch, welches geschmackvoll urQ solid in Leinwand gebunden ist, kostet 1.50 Mk. Jeder, der E* holung oder Heilung in den rheinischen Kurorten und Sommer» frischen sucht, sollte den „Wegweiser" vor Antritt seiner Rede lesen.
Nordseebäder und Städte der Nordseeküst- Zweite Auflage. 1904. Mit 25 Karten, 19 Plänen und 1 Abbildung. (Meyers Reisebücher.) In Leinwand gebunden 4.50 Mk- Verlag des Bibliographffchen Instituts in Leipzig. — Tas Buv faßt das ganze Nordseegebiet von Belgien bis zur dänischen Küsst zusammen und schenkt auch den kleinsten Bädern, die nur den ein« fachsten Ansprüchen genügen, Würdigung. Als Ratgeber für bit Wahl eines Badeortes und als Führer an Ort und Stelle, der nicht nur geographisch gute Dienste leistet, sondern auch die wirt schaftlichen Verhältnisse objektiv beurteilt, ist dieses Buch für die Freunde der Nordsee unentbehrlich geworden. In großen Zügci- sind die Zugangsrouten mit den Hauvteingangsstädten Praktik und übersichtlich behandelt. Daß bei der Reichhaltigkeit des zu behandelnden Stoffes dabei die Städte der deutschen Nordseekü't- vor denen der belgisch-holländischen in der eingehenden Behandlung einen Vorzug erhielten, darf nicht wundernehmen. Eine Ter legung der geographischen und meteorologischen Sonderheiten H Meeres, eine Erklärung der täglich den Reisenden begegnender nautischen Einrichtungen, der Signale, Schiffstypen, Flaggen trieftet das Werk ein und ist dem Binnenländer, der sich an dec See in eine ihm fremde Welt versetzt sieht, willkommen. Tae reichhaltige Kartenmaterial imuß als muftergi!tig bezeichnet werden.
— Der Verband deutscher Ostsee-Bäder zu Berlin NW., Nm- städtische Kirchsttaße 15, versendet seinen Führer durch btt Ostseebäder 1904, welcher zum Preise von 20 Pfg. mit Pock>
A-K abstE Lohnen
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Diese Tatsache sch richt des,/tÖerL Wahrheit? Man des Zustizmunste Kenntnis erhalte Mordsache sei sch- worden, daß eine amtlicher Seite u die behördlichen Gelegenheit nicht
' Köln, 1.x vor dem Untersuch sei in dem Haus« Mansarde empöre eines anderen M mädchens Margar im Zimmer üben gerungen haben, so daß sie betäul die Schürze in de gefesselt und an Geräusches im Ha sei er wieder zur Mädchen tot vor Nachdem er das Wohnung der 2>iei bieb/taljl verübt i dann nach Frankfur wo ihn fern Schicks reumütig und unter
’ Was der erzählt eine Leser Geschichte: Die kle Ipielin unserer kai ins Palais besohl vertrauten sich bi mal," klagt das Wäsche anziehen, .Nein/ sagt die n'cht." - t ftinöec trennen sic Hause und ihr Vi intime Frage vi H^zchen, nach so
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