154. Jahrgang
Mittwoch S. März 1904
Erstes Blatt
C2
Megr.-Al
ent.
iagi die Lage keinen wetteren Aufschub zulasse, war es
^Mingen, bie Verhandlungen abzubrechfn. Die Berant- Dlltlichkeit für die Herausforderung zum Kriege falle dcs-
! M lediglich Rußland zu.
toni statt.
— Prinz wird sich noch
|nn bt habe. Dies sei ein Beweis dafür, daß Rußland durch? piK nicht das Verlangen nach freundschaftlichen ^Verhand
le ;en hatte, sondern Japan zu einer Unterwerfung durch [eit* militärisches Uebergewicht zwingen wollte. In der jlpceiten Januarhälfte sei Rußlands Kriegstätigkeit noch Immier intensioelr geworden. Da J^pan einges.chen habe,
pedoboot sah, welches im Hafen gesunken war..
Aus Tschisu wird gemeldet, im Laufe der Nacht seien km japanisches Schiff und ein Torpedoboot ohne Lichter ein getroffen. Das Torpedoboot sei in den Hafen eingelaufen und habe nach kurzer Zeit Lichter gezeigt, dann den Hafen
Friedrich Leopold von Preußen vor Ablauf dieser Woche nach Peters- um von dem dort garnisonierenden 6. Li
derlassen und die Lichter ausgelöschü Es wird angenommen, die Schiife seien gekommen, um die gerettete Mannschaft
Aer Krieg zwi'saen Japan unb Außtand.
Ein neuer russischer Verlust?
Neber ein neues Seegefecht vor Port Arthur
(langen. Tie Japaner vertuschen nach wie vor ihre Verluste. Bei den japanischen Brandern ergab die Untersuchung das Vorhandensein von Kohle, Petroleum und Kalzium. Letzteres sollte das ausgeschüttete Petroleum entzünden, damit das Feuer in den Hafen getragen werde.
Nach einer Privatmeldung aus Tschifu verhindert schwerer Seesturm seit 48 Stunden jede Verbindung mit Port Arthur; aus Soeul wird gemeldet, die Japaner senden auch von der Seeseite beträchtliche Truppenmassen nach Phoengjang.
Enn aus Port Arthur eingegangener amtlicher Bericht .-tnelbct, daß man bei der Ebbe ein japanisches Tor
bezüglich der Eisenbahntarife ein entsprechendes Ueber- einfommen finden lasse. Die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft werde durch die Fortsetzung deS Kanals bis Aschaffenburg jährlich 41/? Millionen Mark an Cisenbahncinnahnren verlieren; Preußen und Hessen wollten diese Einnahmeminderung hin nehmen, aber sie möchten fitfii einer weiteren Schädigung durch die Fortführung des Kanals erwehren. In dieser Beziehung seien der bayerischen Regierung bestimmte Vorschläge gemacht worden, zu denen auf dem Wege von Regierungsverhandlungen Stellung genommen werden müsse. Fraglich sei, ob sich ein tarifarisch ganz unabhängiger Anschluß des bayrischen Eisenbahnnetzes an den großen Rhein- und Main-Schiffahrtsverkehr werde erreichen lassen, wie seinerzeit von bayrischer Seite angenommen wurde. Tie bayrische Regierung habe reiflich zu prüfen, ob die Vorteile, die man von der Fortführung! der Mainkanalisation erwarte, nicht andernteils durch allzugroße Opfer erkauft werden müßten. Ter Minister spricht schließlich die Hoffnung aus, bei der freundlichen Haltung der preußischen und der hessischen Regierung, sowie bei deren En t g e g e n k o m m e n werde es schließlich doch zu einer befriedigenden Verein b a r u n g kommen: ob aber dem gegenwärtigen Landtage noch eine bezügliche Kreditvorlage gemacht werden könne, sei zweifelhaft. — Im Laufe der Tiskussion bemerkt Pichler, die Opfer, die Bayern bringen müsse, dürsten nicht zu groß sein, dürften insbesondere nicht auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens zu weiteren Konsequenzen führen. Tie Tarifhoheit dürfe nicht preisgegeben werden, v. Vollmar (Soz.) spricht sich in ähnlichem Sinne aus und bemerkt, Preußen dürfe bei der Festsetzung der Gebühren das entscheidende Wort nicht allein haben; denn sonst würde das bedeuten, daß sich Bayern vollständig die Hände binde. Hierzu würde der Landtag niemals seine Zustimmung geben.
Aus Stadl und Land.
Gießen, den 2. März 1904, "EinneuerRoman in den „Familienblättern* wird in den nächsten Tagen erscheinen. Mit dem Roman „Villa Faleonieri" von Rich. Voß sind wir, waS auS zahlreichen Mitteilungen unserer Leser hervorgeht, dem Lesebedürfnis des litterarisch gebildeten Publikums entgegengekommen, indem wir die größeren Kosten nicht gescheut haben, daS interessante Werk eines unserer hervorragendsten und beliebtesten neueren Romanschriftsteller, dessen Name bekanntlich in der deutschen Litteraturgeschichte bereits einen guten Klang hat, zum Abdruck zu bringen. — Der neue Roman, der demnächst beginnen wird: „Im Palast des Raj ah" von C r o k e r, ist bisher nur in einer der größten und angesehensten deutschen Tageszeitungen, die ebenfalls jeder Sensationsmache abhold ist, abgedruckt worden. Die Handlung dieses Romans spielt sich in Indien ab.
•* Besitzwechsel. Frau Karl Berger Witwe verkaufte ihre Kunst- und Handelsgärtnerei Marburgerstraße 100 mit Ladengeschäft am Kirchenplatz 9 für den Preis von 34.000 Mark an den Kunstgärtner Gustav Witt mann auS Halle a. Saale. Die Uebernahme erfolgt am 21. März.
** Ein Spiegel, den ein hiesiger Pelzwarenhändler besaß, hat nach einem Besitzwechsel, den er durchmachte, sich als eine ko st bare Antiquität herausgestellt. Eines Tages gefiel einer Tame der hohen Aristokratie beim Besuch des Pelzwarenlagers der dort aufgestellte Spiegel, und sie bat den Besitzer, er möge ihn ihr verkaufen und einen Preis dafür Vorschlägen. Ter Mann der Pelze ließ sich das nicht zweimal sagen. Für 100 Mark ließ die Käuferin durch einen Tienstmann den Spiegel sortschaffen. Nach einiger Zeit erhielt die Tame den Besuch eines Kunstkenners, der zu seiner Ueberraschung an dem Rahmen des Spiegels Anzeichen dafür entdeckte, daß dies Möbel ein wertvolles, altertümliches Kunstprodukt repräsentiere Sogleich bot er der Besitzerein im Namen eines Kunst- Vereins 600 Mk. dafür an. Obwohl nun alle Rätsel gelöst und der Taxwert festgestellt waren, war die Tame nicht so handelslustig als ihr Vorgänger int Besitz des Spiegels. Sie erklärte, den Spiegel, der ihr von vornherein gefallen habe, nicht verkaufen zu wollen. Wer aber ein sehr langes Gesicht zu diesen Begebenheiten machte, als er sie erfuhr, das war der Pelzhändler. Hätte er sein Eigentum besser angeschaut, wäre ihm nun die Aufregung erspart geblieben. 9tun bleibt ihm nur ein ganz gewöhnlicher Spiegel, um darin $u sehen, was er war, als er den ärgerlichen Handel ein ging und den Zauberspiegel, den ihm ein guter Geist zur Hebung seines Glückes in die Hände gegeben hatte, nicht genug zu würdigen gewußt hat. . .
a. Garbenteich, 1. März. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt am Samstag abend ihre ordentliche Generalversammlung im Becker'schen Saale ab. Aus der Verlesung der Jahresrechnung ging hervor, daß die Kaste im verflossenen Geschäftsjahre recht gut gewirtschaftet hat. Der Gesamtkassenumsatz belief sich auf annähernd 150.000 Mk., und demzufolge war auch das Geschätzserträgnis durchaus günstig. Es konnte eine Dividende von 5° 0 zur Verteilung kommen. Das statutengemäß ausscheidende Vorstandsmitglied Gilbert Schmied, sowie der Präsident des Aufsichtsrates Jakob Briegel II, wurden wiedergewählt.
§ Lollar, 1. März. Am Bahnübergang bei Kestelbach ereignete sich dieser Tage ein Unfall, der sehr verhängnisvoll hätte werden können. Eine Hochzeitsgesellschaft wollte
itS.
c e hat auf die Reiche Pva-Marienbcra ver- PhotographPinkau s hat heute zunächst Bewilligung weiterer er Dohnungsver- staatlichen Betrieben, i. an die Budget-Koni- te Beratung des Etats lesetzt.
ler. Zu Art 14 des 'es wurde der erste t (Hb.), nach dem im Mehrheit erforder- bagegen wurde der
t jmeiten Wahl- ert wird, gegen bie Vereinigung abge- :aq tzea tz (W MM vir ttUh'oe fctyWB yit Gesamter GesMtaMmmung m 156 Abgeordnete ab, d e Sozialdemokraten, Vgg.) unb WM, , die Liberalen und die s Gesetz ist somit, Mehrheit fehlte, gt-
Nr. 52
Erscheint täglich außer SonniagS.
Tem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- biütler viermal in der
Woche beiflelegL Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unwertz-Buch-u. Stein» bruderet, öt Lange. Redaktion, Ervedrtton und Druckerei:
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Kriegsschiffen — darunter doch zweifellos eine größere Anzahl Panzer — bestehenden Geschwader könnten drei ver- hc ltnismäßig leichte russische Kreuzer entgegengesandt werden, „um die Japaner anzugreifen". Die „Kreuzztg." führt ein ähnliches Moment ins Feld. Es sei für Rußland viel- lei cht nützlich, das vorhandene Schis's material möglichst zu scbonen, als es Kämpfen auszusetzen, die, wie die Verhält- nssse einmal liegen, vorläufig schwerlich die russische Herr- febüft zur See schaffen könnten. Diese Schonung der Sieestreitkräfte scheint in der Tat im Programm der russischen Kriegsführung zu liegen. Auch andere Anzeichen bauten darauf hin, daß Rußland in seiner Passivität dem Ve-gner gegenüber möglichst so lange verharren will, bis es gemügend stark ist, entscheidende Vorstöße zu wagen. Die lltbermacht der japanischen Marine verweist von selbst auf bie Verteidigungsstellung. Es wäre doch eine Torheit, einen so ungleichen Kamps von 3 Schiffen gegen 15 Schiffe aufzunehmen, wie der Berichterstatter des „Daily Telegraph" behauptet. Der Beurteiler des „Berl. Tagebl." hält zwar bc*? neue Gefecht vor Port Arthur an sich nicht für unwahrscheinlich, denn es würde nur eine konsequente Fortsetzung
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des bisher so erfolgreichen japanischen Programms bedeuten. Liber vom militärischen Gesichtspunkt betrachtet erscheine das Verhalten auf russischer Seite unbegreiflich. Die geschilderte Verwendung von ungeschützten Kreuzern könne als denkbar unrationell betrachtet werden.
Tie nächste Zeit wird Aufklärung bringen. Möglicherweise schrumpft d-aä' große Seegefecht auf ein unbedeutendes Geplänkel zusammen, das die Japaner vor Port Arthur gern in Szene setzen, um den Blick des Gegners von anderen rri!’ geTifdxen Operationen abzulenken, die sie inzwischen, mit größeren Zielen, vornehmen.
Weiteres zur Kriegslage.
bürg begeben, banischen Infanterie-Regiment, dessen Chef der Prinz ist, Abschied zu nehmen. Tas Regiment geht demnächst nach dem Kriegsschauplatz in Ostasien ab.
— Prinz Heinrich beabsichtigt, nach der Fertigstellung des Sommerschlosses auf Hemmelmark ein Mausoleum, das für die Angehörigen der prmzlichen Familie bestimmt werden wird, zu erbauen. Mit kaiser-
Ein Schreiben Kaiser Wilhelms ist bekanntlich dem Zaren durch den Obersten des Garde-Alexander- Regiments in Berlin überbracht worden. Wie der „Schles. Ztg." aus Petersburg geschrieben wird, soll der Zar, wie in Petersburger Hofkreisen übereinstimmend erzählt wird, nach der Lektüre dieses Handschreibens in tiefer Rührung über die ihm widerfahrene Freundlich,keib geweint haben.
Aus Tokio meldet Reuter vom 1. März: Die allgemeinen □ f) I e n wurden vollkommen ruhig vol'zog-n. Morgen erscheint ein kaiserlicher Erlaß, wodurch der Landtag auf beir 18. März zu einer außerordentlichen Session zusammcn- jinifcn wird. Während dieser Session, die zehn Tage iuueTn wird, werden als hauptsächlichste Gesetzvorlage die tlhöhung der Grundsteuer um ly2 Prozent und die 23er- Koppelung der Einkommensteuer zur Verhandlung kommen
Gegenüber russischen Kommunikees wird von Japan eine Mitteilung veröffentlicht, in der es heißt, Japan halte frei ter aufrecht, daß Rußland feit April 1903 beträchtliche L'erftärTungen an Land- und Seetruppen nach Ostasien ge-
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Deutsches Kelch.
Berlin, 1. März. Ter Kaiser traf heute vormittag in Wilhelmshaven ein. Zum Empfange waren anwesend der Generalinspekteur der Marine von Koester, der Admiral Bendemaun, der Vizeadmiral Tiedrichsen und der Kavitän z. S. Guelich. Nach kurzer Begrüßung, fuhr der Kaiser im Wagen nach dem im Hafen liegenden Linienschiff Kaiser Wilhelm II. Kurz vor 12 Uhr fuhr der Kaiser vom Hafen zum Exerziersckmvpen der Matrosendivis'ou. Hier begann in Gegenwart der Admirale und des Seeoffizierkorps die Vereidigung von etwa tausend Refru ten. Nach dem Eintreffen int Exerzierhaus schritt der Kaiser die Front der Rekruten ab. Tann hielten die Geistlichen eine Ansprache, worauf die Vereidigung durch den Oberleutnant z. S. Bremer erfolgte. Anschließend daran hielt der Kaiser eine längere Ansprache, in der er die Rekruten zur treuesten Pflichterfüllung ermähnte. Kontreadrniral Scbeder brachte ein dreifaches Hoch aus. Nach Schluß der Vereidigung besichtigte der Kaiser das Seemannshaus und sprach sich sehr befriedigt aus. Von dort fuhr der Monarch zum Kasino.
— Aus Anlaß des Abschlusses des neuen Handelsvertrages fand ein herzlicher Telegrammwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und König Viktor Emanuel sowie zwischen dem Grasen Bütow und Minister Tit-
rfrit einem für die russische Flotte unglücklichen Verlauf erHärt man in den Kreisen der russischen Botschaft keine beglaubigten Mitteilungen empfangen zu haben. Auch an deutschen amtlichen Stellen wird der betreffenden Meldung des „Dailp Telegraph" mit Zweifeln begegnet. Die „Nationalztg." macht auf die inneren Unwahrscheinlichkeiten des Berichts aufmerksam. Es setze eine sehr geringe Meinung von der russischen Flottenführung voraus, wollte man im Ernste annehmen, einem aus 15 ch zweifellos eine größere An-
Jn den letzten Tagen, so meldet die offiziöse russ. c-Aa. aus Port Arthur, trat völlige Ruhe Wahrscheinlich ist die japanische Flotte wegen bee Sturmes ober um Kohlen z»u nehmen, zurückge-
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aufzunehmen.
In Saseho sind am 29. Febr. sieben verwundete Maschinisten eingetroffen, die sich von den bei Port Arthur her senkten Schiffen gerettet haben. Sie sagen, daß die kchiffe infolge von Explosionen versenkt wurden, die von hn begleitenden Torpedobootzerstörern auf elektrischem 53ege veranlaßt wurden.
Gemäß den 23estimmungen des japanisckv'korean'scheu k.ebereinkommens teilte der japanischie Gesanote in Soeul ter koreanischen Regierung mit, daß der Bau der milila rischen Bahnlinie von Soeul nach Widschu h’ßonncn werde. Ingenieure und Vermessungsbeamte verletzen bereits Soeul.
Japanisches.
licher Zustimmung bleiben die Neberreste des verstorbenen jungen Prinzen vorläufig in der Dirmkapelle der Kieler Nikolaikirche. (Im Anschluß hieran sei erwähnt, daß vor fast genau einem Vierteljahrhundert dem Prinzen Heinrich auch eine Trauerbotschaft 511 ging. Er weilte damals aus seiner Welttimsegelung an Bord der Kreuzer- fregatte „Prinz Adalbert" in Honolulu, wo er dem König Kalakaua einen 23esuch abstattete. Tort erhielt er die schmerzliche Kunde aus Berlin, daß sein Bruder Waldemar, der jüngste Sohn des Kaiserpaares Friedrich, am 27. März 1879 an Tiphtherie gestorben sei. Kurz vorher waren seiner Mutter Schwester, deren Schwiegersohn er neun Jahre später werden sollte, die Großherzogin Alice von Hessen, und deren jüngste Tochter, die Schwester unseres Großherzogs, derselben Krankheit erlegen. T. Red. des „Gieß. Anz.")
Schmalkalden, 1. März. Bei der Neichstags- st i ch w a h l in Eschwege-Schmalkalden erhielt Raab (Ant.) 9793 Stimmen, Hugo (Soz.) 7479 St.
Rudolstadt, 29. Febr Ter Minister Frhr. v. d. Recke hatte kürzlich im Landtage erklärt, daß er einer Partei, die sich, wie die sozialdemokratische, gegen die bestehenden Gesetze auslehne, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln entgegentreten werde. Trotzdem waren zu einem parlamentarischen Abend, den der Minister kürzlich veranstaltete, auch die sozialdemokratischen Abgeordneten vollzählig erschienen.
T anzig, 1. Mär^. Tie Stadtverordnetenversammlung bewilligte 3000 Mark für Südwestafrika.
Leipzig, 1. März. Angesichts der schroff ablehnenden Haltung der Ortskranleukassen verzichteten die Aerzte auf weitere Einigungsverhandlungen.
Die Wainlranalist runfl und die preuß.-6ess Kisenöukngcmeinschasl.
München, 1. März. Kammer der Abgeordneten. Bei der Beratung des Ludwig-(Donau-Main-^ Kanals drückte in der Generaldebatte Gerstenberger (Ztr.) den Wunsch ans, daß Preußen selbst ein großes Interesse an der Fortführung des Kanals bis Aschaffenburg habe und Bayern ein etwas größeres Entgegenkommen beweisen möchte. Ter Verkehrsminister Frauendorffer giebt zunächst Aufschluß über die Verhandlungen im Herbst 1903, die von den Vertretern der Mainuferstaaten in Nürnberg gepflogen wurden. Bei dieser Konferenz sei bezüglich der Kostenbeteiligung eine Einigung erzielt worden. Preußen werde die Kosten 0on Offenbach bis Hanau mit 31/2 Millionen Mark übernehmen, während Bayern die 30 Km. lange Strecke bis Aschaffenburg mit Millionen Mark übernehmen würde, außerdem die Herstellung oon Umladestellen in Aschaffenburg mit rund 141/2 Millionen Mark. Der Minister erklärt, bei der Fortsetzung der Llanalisation werde das Streben Bayerns darauf gerichtet sein, daß die Schiffahrtsabgaben keine wesentliche Erhöhung erfahren, da sonst die Rentabilität des ganzen Unternehmens in Frage stehe. Die preußische Regierung werde sich bereit erklären, nach dieser Richtung den Wünschen Bayerns entgegenzukommen. Diese Bereitwilligkeit werde aber an die Voraussetzung geknüpft sein, daß sich auch
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MD
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