einem Beamten haben, der sich von jedem SBinbftoß der sogenannten „öffentlichen Meinung- fortreißen laffe, und nicht den Mut finde, seine Ueberzeugung bis zum äußersten zu verteidigen. Roch habe Dem deutschen Volk weder Dunkelheit Den Kops verwirrt, noch Lüderlichkeit das Mark aus den Knochen gezogen. Mit Dem Wunsche, Daß die akademische Jugend auch fernerhin Freiheit der Wissenschaft als daS foft* -barste Erbe der Väter verteidigen und den kouuncnden (Sorte* 'ationen sichern wirD, schloß der Redner seine Ansprache.
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Ein neues Attentat auf der Polizei in Bjelostok.
Der deutschen ,Petersb. Ztg." iuivt> aus Bjelostok in Rußland geschrieben:
Am 19. Oktober ist hier ein neues Attentat auf die Polizei oeriibt worden. Gegen 7 Uhr abends erschienen in der Kanzlei des 1. Polizetdistrikts zwei junge Hebräer. Die amvesenden Beamten halten kamn nacb ihrein Begehren gefragt, als der eilte von ihnen eine B o in b e in die Alitte des Zunmers warf, worauf eine ohrbelaubende Explosion erfolgte. Fast alle Möbel wurden zertrümmert, alle Fensterscheiben sprangen, die Lampen erlöschtcn und von den Wänden wid der Decke sprang die Snitkalnr. Als Licht gemacht imtvDe, erwies es sich, daß üoh den in diesem Zinnner befindlichen d r e i K a ri z le i b e a ni l e n zwei leicht v e r iv u n d e t waren, dem dritten jedoch der linke Oberarm gebrochen war. Drei Schutzleute und ein R e v i e ra u i s e h e r halten leichte Verletzungen erhalten. Von drei in eigener Angelegenheit in der Kanzlei befindlichen Hebräern waren eine Frau und ein Al a n n leicht verletzt worden, während em z iv e i t c r M a n n, wie es scheint, recht erheblich verwundet worden ist, da er bis tctzl noch nicht sprechen kann. Den Attentäter selbst fand man mit schwachen Lebenszeichen auf dem Fliw vor dciii Eingang zur Kanzlei liegen. Er verschied ui einigen Minuten, ohne zur Besimiung zu fonnnen. Die Obduktion seiner Leiche ergab, daß ein Stück der Bonibe direkt in sein Herz gedrungen ^var und somit fast momentan den Tod hervorgermen Halle. Sein Helfershelfer wurde in dem Augenblick festgenonimeu, als er dnrcl; die Hauslür auf Die Straße laufen wollte. Von höheren Polizei- beaniten befaiid sich niemand während des Allenlals weder m der Kanzlei noch in den benachbarten Zumnern.
Deutsches Reich.
Berlin, 31. Okt. Gegenüber ausländischen Blätter- Meldungen erklärt die Post, daß über eine Reise des Kaisers ins Ausland keineDispositionen getroffen worden sind.
— Der „Staatsanz." meldet: Kammerherr von Behr- Pinnow wurde unter Verleihung des Charakters als Kabinettsrat zum Kabinettssekretär und Schatullen- verwalter der Kaiserin ernannt. (Bekanntlich hatte bisher der Frhr. v. Mirbach diese Funktlonen inne. D. Red.).
— Ter Bundesrat sprach sich dahin aus, daß 1. die Regentschaft des Grafen Leopold zur Lippe- Biesterfeld zu Recht besteht, 2. daß die übrigen Streitigkeiten durch ein unter dem Vorst tze eines Herrschers aus Mitgliedern des Reichsgerichtes zu bildendes Schiedsgericht zu entscheiden ist.
Damit würde also derselbe Weg beschritten werden, der im Jahre 1897 gegangen wurde, als es sich um den verstorbenen Grafregenten Ernst handelte. Wie bestimmt verlautet, hat dte schaumburg-lippische Regierung bereits thr Einverständnis zu den Beschlüffen schriftlich niedergelegt, dagegen soll der Fürst von Schaumburg-Lippe seine persönliche Zustimmung noch nicht gegeben haben. Te§ ferneren verlautet, daß Prinzregent Luitpold dem Schiedsgericht präsidieren solle.
— Das Jubelfest der „Vossischen Zeitung" hat einen Verlauf genommen, der von der hervorragenden Stellung Zeugnis ablegt, die die älteste Zeitung BerlmS noch heule in dem öffentlichen Leben der Hauptstadt und des Reiches einnimmt. Unter den Glückwunschtelegrammen sei dasjenige des Reichskanzlers Grafen Bülow vermerkt, der an seine Gratulation den Satz anfügt: „Ich wünsche der „Vossischen Zeitung", daß sie stets wirken möge in Treue gegen Kaiser uud Reich und seslhalten an den Grundlagen deS preußischen Staates, mit dessen Aufsteigen ihre eigene Geschichte verbunden ist." Zu dem Glückwünsche des Reichs- kanzlerS gesellte sich derjenige des Ministers deS Innern Frhr. von Hamm er st ein.
Essen, 31. Okt. Der Abg. Brust (Zentr.) legte sein Mandat als Vorsitzender des Gewerk Vereins christlicher Arbeiter nieder.
Ausland.
Rotterdam, 31. Okt. Heute früh wurde in aller Stille der Sarg mit der Leiche Krügers aus dem Haager- Friedhof in den Tolenwaaen gebracht. Rach langsamer Fahrt kam der einsame Totenwagen in Rotterdam an. Zwölf Matrosen trugen den mit der Transvaalflagge verhüllten Sarg an Bord. Der Großmeister des Hauses der Königin- Mutter de Ramtz schmückte den Sarg mit einem silbernen Palmzweig. Eloff dankte dem Volk und dem Fürstenhaus Hollands. Nur Dr. Leyds und drei weitere Herren begleiten die Leiche auf ihrer vierwöchigen Fahrt. Dr. Leyds, der noch nicht die Erlaubnis hat, in Südafrika zu bleiben, ivird sofort wieder zurückreisen.
Haag, 31. Okt. Bezüglich der auf Roosevelts Initiative einzuberufenden zweiten Friedenskonferenz scheint Rußland nicht sehr geneigt zu sein, die Konferenz zu beschicken. An anderer maßgebender Stelle wurde die Ansicht geäußert, daß die Konferenz wohl kaum vor Ende des Krieges zusammentreten dürfte. Japan dürfte nicht abgeneigt sein, an ihr teilzunehmen. Es kommt hierfür lediglich nur auf die Auswahl der zur Beratung zugelassenen Gegenstände an.
Madrid, 31. Okt. Ter Skandal nu Kongreß war heute früh um 1 Uhr besonders stark. Die Deputierten hatten sich scharenweise abgelöst, mu die Dauersitzung nicht zu unterbrechen. Dte Opposition machte fortgesetzt Obstruktion, indem sie burschikose Anträge stellte. Ein Abgeordneter erörterte die Wahrscheinlichkeit des Ausfalles der heutigen Staarskotterie, ein anderer protestierte, weil die Absicht bestehen solle, Stachelschweine als Nähmaschinen zu verzollen und dergleichen Unsinn mehr. Gegen Morgen kam es zu einer neuen Rauferei, wobei mehrere Pulte zertrümmert wurden. Die Sitzung wurde schließlich nach ZHsttindiger Dauer bis heute nachmittag 4 Uhr unterbrochen, um den Führern der NlindcrheltS-Parlcicn eine Besprechung zu ermöglichen.
Petersburg, 31. Ott. In der letzten Zeit veranstalteten VolkShaufen unter Vorantragung von roten
Fahnen Demonstrationen. Die Demonstranten wurden jedoch von der Polizei, zuweilen auch vom Militär stets bald auseinandergetrieben. Unter dem Eindruck des Befehls deS Generalgouverneurs, des Generals Tschertkow, daß die Truppen, wenn sie mit Steinen beworfen würden, nicht in die Luft, sondern auf daS Volk schießen sollen, fand am 28. Oktober bei Wola wiederum eine Kundgebung statt. Die Polizei und die Kosaken traten den Demonstranten unter An- iveudung der blanken Waffe entgegen. Es gab beiderseits viele Verwundete.
Aus Siudt und Klv'd.
Gießen, den 1. November 1904.
* * Lehrerbesoldung in Gießen. Da Gießen, so lesen wir im „Schulboten für Hessen" bezügl. der Besoldungsverhältnisse seiner Volksschullehrer hinter den anderen größeren Städten Hessens noch zurücksteht, so haben die hiesigen Lehrer an die Stadtverwaltung ein Gesuch gerichtet, in dem sie um gehaltliche Gleichstellung mit den Lehrern genannter Städte bitten.
* * Die Schlachthausbesichtigungen in Marburg und Offenbach wurden gestern von Herren des hies gen Stadtvorstandes und der Schlachthofsdcputation in der geplanten Weise vorgenommen.
* • Stadtverordneter Keller, welcher die Absicht hatte, sein Stadtverordnetenmandat niederzulegcn, hat sich, wie wir soeben vernehmen, bereit finden lassen, davon Abstand zu nehmen.
* * Eisenbahnpersonal fache. Der Stationsassistent Schellhorn von Gießen ist zum Stationsassistenten von Lollar ernannt worden.
• * Kunst g ewerbe. Ein nach Plänen des Bau- inspeklors Jost von Schlossermeister C. Wicgandt hergestelltes Tor mit kunstvollen Ornamenten in Hammerschmiedearbeit ist einige Tage auf dem Wiegandtschen Hof, Lüberstraße 5, zur Besichtigung ausgestellt.
* • Das Ende derVieh markt sperre steht, so wird uns mitgeteilt, schon für den nächsten Markt bevor. Der Viehhändler Taniel-TieSdorf, Mitglied des Vorstandes des Deutschen Viehhändler-VerbandeS, hat in der vergangenen Woche mit dem Dezernenten im Großh. Ministerium wegen Milderung der Abmelkverordnung verhandelt und hierbei ein die Marktbesucher befriedigendes Entgegenkommen gefunden. Herr Daniel, welcher in Viehhändlerkrcisen sich großen Ansehens zu erfreuen hat, wird veranlassen, daß in nächster Zeit eine Versammlung einbcrusen wird, um darin über das Ergebnis seiner Bemühungen im Jntereffe des Viehhandels auf dem Gießener Markt berichten zu können. Er hofft, daß das bewiesene Entgegenkommen des Ministeriums nun auch die Händlerkreije bewegen wird, den Gießener Markt wieder wie früher zu besuchen.
* * Einen Selb st Mordversuch verübte gestern vormittag auf dem Seltersberg ein Arbeiter aus dem Hinterlande, der sich in leidendem Zustande befand. Der Mann wollte sich nut einem Messer die Kehle Durchschneiden, verletzte sich indeß nur unerheblich und wurde alsbald nach der chirurgischen Klinik gebracht, wo er seiner vollen Wiederherstellung entgegensehen darf.
• • Der Gesangverein Lie derkranz hielt vorgestern abend im Neuen Saalbau seine erste Unterhaltung für diesen Winter ab, die sich eines guten Besuches erfreute. Der Abend verlief in sehr hübscher Weise. Die Chorgesänge unter Leitung ihres bewährten Dirigenten Fr. Bauer wurden gut vorgetragen nud ernteten großen Beifall, aber auch die Solovorträge der Sopranistin Frl. Z. von hier und deS Tenoristen H. Sch. von Darmstadt, ernteten großen Beifall.
* * Am vorgestrigen Vortragsabend des ev. Arbeitervereins sprach Stadtv. Petri über Submissionswesen. Er legte dar, wie das Verfahren früher gehandhabt wurde, ivelche Veränderungen in den letzten Jahrzehnten bei staatlichen und städtischen Behörden zur Einführung kamen und ivelche Reformen jetzt noch erstrebt werden. Handels- und Handwerkerkammern, der preußische Landtag, der Reichstag, namentlich der Zentrumsabg. Groeber bezeichnen eine allge- meine Reform des SubmissionSwesenS als dringend erforderlich im sittlichen, sozialen und wirtschaftlichen Interesse, diese Reformen sind in Hessen bei den Staatsbehörden schon zur Einführung gekommen. Die Vertreter des Ministeriums haben mit den Vertretern der Handwerkerkorporationen für dreijährige Tauer Einheitspreise vereinbart, nach Denen Arbeiten bis zum Höchstbetrag von M. 300 freihändig vergeben werden. Alle Meister sollen berücksichtigt, werden. Für die Reihenfolge entscheidet das LoS. Bei Arbeiten von Mk. 300 bis Mk. 5000 ist das Mittelpreisversahren zur Einführung gekommen. 91 ad) diesem werden Angebote, welche den nicht bekannt gegebenen Anschlag der Baubehörde um mehr als 10% übersteigen, oder um mehr als 20% unterbieten, nicht berücksichtigt. Den Zuschlag erhält derjenige Reflektant, dessen Gebot dem Satz von 20 Proz. am nächsten kommt. Bei Arbeiten über Mk. 5000 findet das Mittelpreisverfahren keine Anwendung, sondern der Mindestfordernde erhält den Zuschlag. Es wird angenommen, wer an so umfangreiche Arbeiten herantrete, der müsse im Kalkulieren Bescheid wissen und über genügende Hilfsmittel verfügen, um die Arbeiten nach allen Erfordernissen ausführen zu können. General- Unternehmer bleiben unberücksichtigt; im übrigen sollen in der Regel diejenigen Handwerker den Vorzug erhalten, welche sich den Meistertitel erworben haben; dieser ist gebunden an genügende Schulung in der Kalkulation. Während dec hessische Staat mit Reformen dem Reiche und den andern deutschen Staaten vorangegangen ist, hat von den hessischen Städten Worms zuerst ein ähnliches, verbessertes Verfahren eingeführt. Gießen steht noch zurück, während eine Reihe anderer deutscher Städte mit Reformen noch weiter gegangen ist als der hessische Staat. In der Dem Vortrag nachfolgenden Besprechung bemerkte Dr. Heuser, daß die Finanzkommission Der zweiten hessischen Kammer solche Verbesserungen sozialpolitischer Art vorgeschlagen hat. Finden dieselben die Zustimmung des Hauses, so werden bei den Staat« bauten, welche demnächst in 91 a u b e t m auSgeführt werden sollen, tunlid)st fold)c Unternehmer bevorzugt, welche mit ihren Arbeitern Lohntarife nad) Dem Vorbild der Buchdrucker eingeführt haben. Einige Städte, ivie Dresden, Mannheim, Straßburg re., haben schon Reformen in diesem Sinne eingeführt. — Mehrere Der An
wesenden hielten eS ersprießlich für Arbeiter wie für Arbeit-' geber, wenn im Baugewerbe baldigst Tarifvereinbarungen für längeren Zeitraum zustande kommen würden, so wie sie bei Auchdruckern re. bestehen. Bei solchen beide Teile bindenden Tarife würden die Unternehmer geschützt sein vor dem Risiko, daß eine Gruppe von Arbeitern sich verleiten läßt zu Streik/ um z. B. bei lebhafter Beschäftigung in Der Hochsaison eine Zwangslage des Unternehmers auszunutzen. — Sodann wurden Wünsche geäußert für möglichst baldige Schaffung von organisch miteinander verbundenen Stellen für Arbeite nachweis über das ganze Reick), da alsdann mehr als bisher beschäftigungslose inländische Arbeiter nach Arbeit«, stätten herangezogen werden könnten. In England, Holland, Belgien, Frankreich dürfen bei öffentlichen Arbeiten nur mit gewissen Beschränkungen ausländische Arbeiter beschäftigt iverden.
* * Ein Schwindler. In einem Goldwarengeschäft in der Bahnhofstraße erschien gestern abend ein Italiener und ließ sich Uhrketten vorlegcn. Er kaufte zunächst keine und verließ das Geschäft, um nach kurzer Zeit zurückzukehren, um sich Ringe zur Auswahl vorlegen zu lassen. Da er kein Geld hatte, wurden ihm die ausgesuchten Sachen nicht überlasten, er hatte es aber verstanden, zwei Uhrketten und einen Ring in seinen Kleidern verschwinden zu lasten. Der Schwindler wurde verhaftet; die Ketten und der Ring fanden sich bei ihm vor.
4- Klein-Linden, 1. Noo. Lehrer V olk wird nächsten Samstag im Kriegerverein einen Vortrag halten über den Feldzug 1870/71, wozu auch der Kriegerverein Allendorf eingcladen ist.
x. Vonhausen, 30. Okt. Bei der gestrigen Treibjagd in unserer Gemarkung wurde ein Treiber von einem Schützen aus Büdingen angeschosten und erheblich verletzt.
Hungen, 31. Okt. Die am Samstag stattgehabte Bürgermeisterwahl hatte folgendes Ergebnis: Julius Fendt 120 Stimmen, Christian Jokel 109 Stimmen, Karl Schmalz II. 31 Stimmen. Es hat somit eine Stich wa h l zwischen Herrn Fendt und Herrn Jokel stattzufinden, die auf den 8. November festgesetzt worden ist. H. L. P.
fc. Ziegenberg, 31. Okt. Kommerzienrat Pastavant aus Frankfurt a. M., der Besitzer des hiesigen Schlaffes, schenkte zum Andenken an seinen in diesem Jahr verstorbenen Sohn Alexander der hiesigen KleHikinderschule einen herrlichen Platz im Waldparke, ganz in der Nähe des Dorfes. Der Platz wurde von dem Stifter mit Tischen und Bänken versehen. Er soll den Namen Alexanderplatz führen.
Mainz, 31. Okt. In der heutigen Sitzung der Stadt- vrrordneten wurde betr. Festsetzung der Ausnahmen von den gesetzlichen Bestimmungen über die Mindestruhezeit beschlossen, daß Die Tage DeS 25. Juli, DeS 18. unD 24. Nov. aus Der Zahl Der MinDestruhezeiten gestrichen werDen sollen. Ein Antrag auf Schließung aller Geschäfte um 8 Uhr rourDe abgelehnt. Nach einer Mitteilung Des StaDtv. Jean Walz hat Das Ministerium DaS Statut über Die Marktordnung für die Pferdemärkte nicht genehmigt, sodaß das Statut ab- geändert werden muß.
Mainz, 30. Okt. Eine Deputation deS Vorstandes DeS Rheinischen Weinhändlerverbandes begab sich heute zur Audienz beim Staatsminister Rothe nach Darmstadt, um die hessische Regierung zu veranlasten, gegen die Repressalien der Vereinigten Staaten bezüglich deS Imports deutscher Weine Die Intervention DeS Auswärtigen Amtes in Berlin anzurusen. Der Staatsminister erklärte Die Bereitwilligkeit Der hessischen Regierung, Durch Den hessischen GesanDten in Berlin Dr. v. NeiDharDt in Diesem Sinne zu wirken.
r. Mainz, 31. Okt. In verschieDenen Blättern war jüngst die Mitteilung enthalten, daß der Preis der Rückfahrkarten 3. Klaste in allen kurzen Verbindungen des Staatsbahnbezirkes bis einschließlich 2% Kilometer von 15 auf 20 Pfg. erhöht werden solle. Von zuständiger Seite wird jetzt bekannt gegeben, Daß Diese Mitteilung auf den Direktionsbezirk Mainz nicht zutreffend sei.
[] Marburg, 31. Okt. Der Plan der Erbauung eines Marburger Stadttheaters ist wieder in die Ferne gerückt, da die Stadt wegen dringender Ausgaben, z. B. Einrichtung des Elektrizitätswerkes usw. vorläufig nicht Die notwenDige finanzielle Beihülfe gewähren kann.
Hanau, 29. Okt. Der gestern zu einer Sitzung zusammengetretene Kreistag des Landkreises Hanau beschloß, eine von Dem KreisDeputierten Fabrikdirektor- Dr. M. Hoffmann (Direktor Der chemischen Fabrik Leop. Cassella u. Co, G. m. b. H. in Mainkur-Frankfurt a. M.) Dem Kreise angebotene Schenkung unter DankeSausDruck anzunehmen. Die aus, einem Kapital von 60 000 Mk. bestehenDe Schenkung soll> unter Dem Namen ^Auguste Hoffmann - Rekonvaleszenten- Stiftung" besonDers verwaltet werben und unbemittelten Rekonvaleszenten, Wöchnerinnen, sowie gesunDheitlich Geschwächten Mittel zur Unterkunft in Krankenhäusern, Kliniken, Rekonvaleszenten-Anstalten, sowie zum Gebrauch von BäDern unD Kurorten gewähren.
~Vcrmifctytes»”
* Der Sah ar a k ai s e r. Das „Giorrrale d'Atalia"- llertchtet, Lebaudy sei in einer reich auSgeftatteten tunesischen Uniform ausgetreten und hat sich in? Begleitung von drei Sekretären beftrnden. Unter dem Namen eines Prinzen von Teherahr telegraphierte er an den Fürsten von Montenegro und bat um eine Unterredung. Der Fürst teilte ihmi rn.it, daß es jedem fteistehe, in sein Reich zu kommen. Darauf ging Lebaudy in dem kleinen Hafen Dulcigno an Land. Er wollte den ganzen Hafen auffaufen urch hat tatsächlich einige der best eingerichteten Häuser erworben. Da er glaubt, man wolle ihn vergiften, kaufte er von ankommenden Schissen alle Konserven, Fruchte und Champagner auf.
* Kleine Tage schronik. Bei einem Automobilunfall in der Nähe von Schwabücg (Oberbayern) verunglückten der Bildhauer Langenecker und Die Gattin des Bildhauers Wagner. — In Metz hat sich Hauptmann Hellriegel vom 17. Jnf.-Regt. in seiner Wohnung erschossen. Das Motiv ist unbekannt. — In Mailand wurde anscheinend von Anarchisten versucht, den Iu stiz pa l a st in Brand zu stecken mittelst einer mit Brennstoff gefüllten Bleclchüchsc. Ter Brand wurde jedoch entdeckt und gelöM. Von den Tätern fehlt jede Spur. — In Venedig erkrankten bei einem Hochzeitsmahl die Brautleute und zahlreick)e Gaste unter Vergif- t n n o <3 e i' । d) e i n u n g c n. Vier liegen bereits im Sterben. An- Qcbtia) soll Arsenik unter die Getränke gemischt worden 1‘eiiL Eine strenge Unteciuchung wurde eingeleilet. — Hn Wien er* schoß aus Verzweiflung über die lluHeilbarkeit feiner Krankheit


