au uw cm 3uTunit nid* üuffomnttn lassen füllte Unser Kaiser Vut babcv büxs innerste Öebenßbebürfnia unseres Botrcs klar er- tdmtt, nx.ut er, unbekümmert um Missdeutungen, sich offen auS- <?Ün\\tKn bkU, ivtnn bei hfl ernstes Anliegen es ihm ist, daß die deutschen treu zu ihrem Gott halten. An unS allen, die wir unser Vaterland liebe» und die nnr ün Bilde unseres grasten Geistesheldcn erkennen dürfen, wv^u nnr alß Nation befähigt uiib Iwvufeit sind, enwbt der Rus, dieses edle Streben des Herrschers ratkrästig zu unterftüpen. Die Zukunft beß D^'ulsäüuuis, dessen bin ich gvivin, hangt btivim ad, mit ivddjein Maste unser Volk zu ben ' <Mten Fragen der Religion und SiMichkeü Stellung nimmt. Zm 2 eben ieder Stationen wiederl>olen sich Zeiten, wo -.V^enschen die Redensarten nicht mehr draucheri, sondern die Stimme twB Etingen im furd tbdivn Eni st zu.edler Lat ruft. Wenn Mir in solchem enlsäwidenden Augenblicke unsere Pflicht treu erfüllen, neu gegen und selbst und unseren CtoU, dann wird er uns würdigen, zum Segen für die Menschheit die höchsten zkulturaufgaben zu lösen, und nnr »»erden unverzagt das herrliche Wort sprechen hülfen: Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und ©affe. (Lang anhaltender Beifall.)
Darauf gab der Erbprinz v o n R e u st j. L. seiner grosten Freude übet den Verlauf des Protcstationsftstes Ausdruck. Er bekenne ftdi voll zu der E^esinnung seiner Väter, die unter den ersten deutschen Fürsten in ihrem Landesgebiete die Reformation zur Durchführung gebracht hätten.
ES nmitw »»eiter noch eine große Zahl Reden, besonders von herDorrageudcn Vertretern der Theowgie. gehalten und mehrere GlÜckwunfidtelegr^nnnre verlesen. .Aus d^is Lelegremm der Festversammlung tarn von dem Kaiser folgende A n l w o r t:
S. M. der Kuscr und König haben allergnädigst sich über treue Gcdeiiken der am Vorabend des Weihelages der dortigen GedächtniÄirche der Prvtestation vereint genesenen Festvcrsamm- Timg sehr gefreut und lassen allen Beteiligten für die freundliche Kundgebung bestens danken. Seine Maiestät nehmen an der glücklichen Vollendung des hehren Werkes lebhaften ÄMeil und ivün- nfen, daß die heutige Feier einen guten Verlauf nehme und das neue Gotteshaus als Stätte treuen evangelisckren Bekennt- -iffeS ber evangelischen Kirche zu in Seaen gereichen möge.
Auf allerhöchsten Befehl v. Lucanus. ♦
Aus Stadt und Land.
Ätest en, den 1. September 1904. Sprechstunden der Redaktion:
mittags von 12—1 Uhr, abends von »/,7—i/2e Uhr.
— Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Grostherzog VrxV/n All^nädigst geruht, am 26. August den Pfandmeister
- i ic:r. ’Jiü -suchen unter Anerkennung semec langjährigen ler kn Dienste nut Wirkung vom 27. Augml IN den > ij zu versetzen uno ihm ine Krone zum Silbernen
Ferst fünfzig Jahre lang ist, in großer Stille, an der ßorfceqevnutg und der Ausführung d<s hehren Werkes in Speier gearbeitet worden; vierzehn Jahre hat, bei einem Kostenanstvand von mehr alö zwei Millionen, der Bau er* fordert, zu. dem am 19. September 1890 der erste Spatenstich getan wurde. Bei dem damaligen Festakt im Beisein des gerade in Tiaannbcim tagenden Gustav-Ädolf-B^reinA richtete Geh Kirrherrror Prof grufc an die Versammlung dver Fragen:
^Legen Sie Protest ein gegen iebe Beeinträchtig- der Gewissensfreiheit und gegen die Berunglivipf- ungai nuferes großen Reformators Luther, itttß rein und muftcr* chckt in Her), txmS nnb Leben bis an fein Ende? Wollen Sie erklären, daß wir vorbehaltlich — voll und ganz — unserer evangelischen Glaubensüberzcugung den Frieden wollen mit unseren katholischen Brüdern und den gemeinsamen Kamps in Christo gegen den Unglauben, gegen Zuchtlosigkeit und Gesetz. Idffgfcit? Wollen Sie auch hier sich bekennen zu unserem guten evangelischen Glauben: JesuS ChnstuS, Gottes Sohn, allein unser Trost im Leben nnb Sterben und sein Wort allein unseres Nutzes Leuchte?"
Don tausenden Lippen kam der brausende Zuruf: Ja, Ja! — Zeiten und Menschen haben sich seit 1890 sehr ge- andcrt, noch mehr seit den Jahren, in denen der Plan der ProtrTratfmErche Gestalt gewann, und wo noch 1876 der Lubolische König Ludwig H von Bayern dieselbe Sunune, 5000 Ml, zu dem Bau spendete wie der Begründer des protestantischen Kaisertums. Heule gilt es ebengelifdien Fürsten, und selbst dem direkten ernestrnischen Nachkommen und Nachfolger Friedrichs des Weifen und Johanns des Beständigen nicht für opportun, das Gedächtnis jener Tage zu feiern, wo deutsche Fürsten ihr Land und ihr Leben davon setzten, der deutschen Kirche die Lebensnormen deutschen Geistes zu sichern. Rücksichten der EttLette wurden, vornehmlich in Weimar, vorgeschützt, um in einer Zeit, wo höfischer Prunk alle möglichen Nichtigkeiten umgibt, der Neide der ProtestrationSkirche eine allgemeine hohe offizielle Beglaubigung vopzuenthalten. Das Fest von Speyer vollzog sich fast in der Stille; unwillkürlich erinnert man sich an den Glan.;, den das offizielle Preußen bei der Einweihung des Kölner Doms und ähnlichen Akten vornehmer Toleranz entfaltete.
' Und noch eine andere Erinnerung drängt sich auf.
Lllö im Jahre 1868 in Worms das Lutherdenkmal enthüllt wurde, da nahmen an dieser Feier persönlich König Wilhelm L von Preußen, Württembergs König, Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen, die Großherzöge von Hessen und Sachsen-Weimar teil, und es erregte in WormS einen Sturm der Begeisterung, als von dem einige Stunden vorher ab» gereisten König Wilhelm von Preußen folgendes Telegramm
den Vorstand des Fesckomitees in Worms King William of Pros na Wörme on the Rhine. Ich bitte, dem Vorstand des Luther-Denkmal-Vereins meinen herzlichsten Glückwunsch auSzu- iprechea zur glücklichen Vollendung feiner großen Aufgabe. Im vroteMntijchen England gedenkt man mit aufrichtiger äeilnabme oe2 Wormser Festes, welches die vrotestantischen Fürsten und Völker ^.eatschlanos beute in Eintracht zusammensührte. Königin Vretona. Aus Windsor-Cchloß/
a, Flößer r^ude entledige ich mich des so ehrenvollen Auftrages der Komgm von England.
.. . , , _ _ t Wilhelm, Komg von Preußen/
Und heut? Der deutsche Kaiser, der persönlich am Den Katholikentag telegraphierte, sandte durch ..^ercn v.Lucanus ein kühles Telegramm, und von deut» schen ^rst-^waven in Speier nur zwei persönlich anwesend. 'Ä? ter jeüfcn aibt cs kaum einen äugen*
rariigemi Beweis als den Vergleich von Worms und Speier, von lobo uno 1904.
. ter Protestationskirche wird übrigens in
ter 3tg. unter anderem wie folgt geschildert:
_ Kaifferck«ns grüßt uns das Bild
kaulbad>' ^hn umgeben He ^obannes und Paulus, sonne in den äußeren Fenstern Reiorrnm-renpa-re Luchei,Mel-mchth°n und ^tngIi.Ga titm ÄnS j«n Rnndtenstern in den Pässen über den koh^n 3.«^
,k, r (■# t J .Sie tragen die
36181 Sfinber ün 4 Lebens-
imrre. .Zwar wehrte der Kauer dem Borschlaae Wräe 'eine (inget ", doch die Katsrrm fand be: r^ntm rrtwrnb * uS ■ lieb Mütterck/.n stcgte auch im Kaiserhause/' nzeno, uno
Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.
** Von der Internationalen Postwertzeichen- AuSsteNung in Berlin tvird uns geschrieben: Die Preisrichter erteilten u. a. die große goldene Medaille Herrn Georg Koch, Gießen (Madaille des Internationalen Post- tvertzeichen-HändlervereinS), die goldene Medaille der Frau SanltätSrat Dr. Herxheimer, Frankfurt a. M. (Medaille deö Briefmarkensammler-Klub ^PreußenSilberne QJlebaiÜcn wurden zuerkannt: Herrn Geh. SanitätSrat Dr. Emil Pfeiffer, Wiesbaden (Medaille des Germania-RingeS, Berlin und Medaille des Berliner Ganzsachensammler-VereiuS), die bronzene Medaille Herrn D. Schneider-Darmstadt.
— O b e r l) e s s e n unter a ru e r i k a n i s ch e m G e s i ch t S- wi nkel. „From Broom to Heather, aSummei’ in a German Castle6 ist der Titel eineß stattlichen, reich mit Illustrationen versehenen GoldschnittbandeS, der kürzlich in der amerikanischen Stadt Cincinnati erschienen ist und str uns in Oberhefsen besonderes Interesse hat, da Schloß und Städtchen Staufenberg bei Lollar in erster Linie den Stoff zu dem Bliche geliefert haben. Verdeutscht bieße der Titel des Buches /Boni Ginster zur Erica, ein Sommer in einem deutschen Schlöffe^. Der Verfaffer, James Taft Hatfield, bat den Sommer 1903 in Staufenberg zu feiner Erholung zugebracht. 9llS er dort eintraf, blühte der Ginster, als er Abschied nahm, war die Haide mit blühender Erica übersäet, daher der etwas seltsame Titel des Buches, das wohl daß erste in englischer Sprache ist, baß sich mit unserem Oberhessen beschäftigt. ES ist geschmückt mit einer sehr großen Anzahl von Illustrationen. Wir sehen da zunächst eine reiche Fülle von Abbildungen auS Staufenberg und Umgegend, baß Stadttor, die Hauptstraße von Staufenberg, einzelne Teile deß Schloffeß, ferner charakteristische Bildchen von der Tätigkeit der Bevölkerung deß LandstädtchenS, dann ein Bildnis des Großherzogs ic. Hatfield besuchte auch fleißig die Nachbarschaft und bereicherte sein Buch durch Beschreibungen und Abbildungen des Inneren der alten malerischen Kirche zu Kirchberg bei Lollar, der Orte Mainzlar, Salzböden, Salzschlirf, Grünberg, Wermertshausen und RüddingShausen. Er machte auch einen Abstecher nach Berlin und einen solchen nach der alten, architektonisch so merkwürdigen und schönen Stadt Rothenburg a. T. Eins der 10 Kapitel des amüsanten Buches behandelt Leben und Sitten in Heffen, unb hier macht er dem hessischen Novellisten Alfred Boek in Gießen ein Kompliment. Er schildert hier ferner die fleißigen Erntearbeiten, die ansehnliche Vieh- und Geflügelzucht, die handwerkliche Tätigkeit der ländlichen Bevölkerung, entwirft ein Bild von dem Unterricht in den Dorfschulen rc. Man sieht, daß Buch beschäftigt sich sehr eingehend mit unserem Ober- heffen und legt ein sehr bemerkenswertes Zeugnis ab von dem Jntereffe, daß man in Amerika den einzelnen Gauen unseres deutschen Vaterlandes entgegenbringt und von der Achtung der Amerikaner vor deutscher Arbeit und deutscher LebenSgewohnheit im Kleinen.
** Für eifrige Zeitungsleser von Jntereffe ist daß Erscheinen eines SammelbucheS von Zeitungsausschnitten. Der stattliche, hübsch gebundene Band in Cuartfonnal enthält 288 Seiten zum Einkleben von Zeitungsnotizen. Mittellungen in Zeitungen von speziellem bleibendem Werte, also z. B. solche auS den Gebieten der Gesundheitspflege, deß Handels und Verkehrs, der Industrie und Technik, der Kunst und Wiffenschaft, des Theaters oder der Musik rc. rc., sowie Biographien und Porträts finden in diesem Sammelbuche die geeignetste Stätte als nie versagende Orientierungsquelle in allen Lebenslagen. Daß Sammelbuch ermöglicht eß jedermann, sich einen Schatz von dauerndem Werte zu schaffen. EL ist dazu bestimmt, ein Nachschlagebuch für den täglichen praktischen Gebrauch zu werden. Der Preis des im Evidentia- Derlage zu Groß-Lichterselde bei Berlin erschienenen BucheS ist nur 50 Psg.
** ötne quälende Frage. Im Mainzer Anzeiger hat der Duchdruckerkobold dieser Tage einen hübschen Salat angerichtet. Ta berichtet eine „vermischte Notiz" über Juwelen-Diebstähle in der NewyorLer Gesellschaft, und zuvr Schluß heißt eß: „Eine furchtbare Unruhe lief durch die festlich und heiter gekleidete Menge, die eben doch so lustig gelacht, geistreich geplaudert. All die Vergnüglitt)- keit hörte auf, jeder sah mißtrauisch auf den andern, und in all den angstvollen Blicken las man die quälende Frage: „Weshalb essen wir keine Insekten'?" — So gehts, wenn der Schluß einer Notiz fortfüllt und die Ueberschrist des nächsten Artikels sich dicht an die verstümmelte Stelle anreiht.
am. Salzbö den, 31. Aug. Nachdem die Vereinöfeste nun so ziemlich ihren Abschluß gefunden haben, ist die Zeit der Kirchweihfeste herangekommen. Ailch unser Dörfchen rüstet sich, nächsten Sonntag nach altem Brauch und Sitte seine Kirmes zu feiern. Unb ein Fest ist eß auch fürs Dorf, wenn bie sonstige Stille unseres Dörfchens schon früh morgens burch bie lustigen Weisen bet Musikanten abgelöst wirb. Es ist eben nur einmal Kirmes im Jahr unb barum freut sich jung und alt an diesem Tage.
R. B. Darmstadt, 31. Aug. Auf Wunsch der Kaiserin von Rußland war bekanntlich der Reinertrag von rd. 30 000 Mk. aus dem Anfang Juni d. I. zum Besten der russischen Verwundeten veranstalteten Bazar im alten Palais für die Schaffung eines vollständig ausgerüsteten Lazarettzuges bestimmt worden. Dieser ist inzwischen, wie wir schon meldeten, von der Wagensabrik Gebt. Hofmann in Offenbach angefertigt und ün Alten Palais ausgestellt worden, wo er heute vormittag von Sr. Kgl. 8)oheit dem Großherzog in ein- gehendster Weise vesichtigt wurde. Der Lazarettzug besteht im Ganzen aus 22 Wagen, 10 Zweirädrigen^ die mit Federn versehen sind unb Je zwei praktisch konstruierte Tragbahren zum Einschieben enthalten, 4 Jnstrumenten- Wagen, die auch in solidester Weise eingerichtete Apotheken, Veribandsmaterial usw. enthaltkn und acht Wagen Mr beii Transport des Lchzarettaepacks. Zu dem Lazarettzug gehören ferner zwei große Zelte aus döppeltem, imprägnierten Segeltuch mit ca. 280 Quadratmeter Bodcnslächk, welche Raum für 22 Krankenbetten bieten, und mit Koch- und Heizöfin vevsehen sind. Ein ettvas kleineres ZeÜ und zwei offene Verbands- rosp. -Operafionszelte vervollständigen die Lazaretteinrichtung. Die Zelle (bie von der ,',inna Fröhlich und Wolf m Kassel geliefert wurden) und bie Wagen nagen in russischen Lettern die Aufschrift: „l^roßherzoglich hissi' hes Feldlaz<irett" und wurden genau naß den Borjll-irijKn bet. LchpttrLtA Herrn Dr.
Happel und des lais. russischen Gesandten, Fürsten Koudaschesf ausgesührt. Zur weiteren Vervollständigung der Einrichtung dienen rwch 20 Tragbahren, zwei Operationstische und eine sehr reichhalttgc Auswahl von Wäsche, Untertteidern, Decken, Verbandsstoffen usw. usw. Die ganze Einrichtung des La^arettzugeS wird voraussichtlich nächsten Sonntag unb Montag zur unentgeltlichen Besichtigung für das Publikum offen stehen. Tann geht die Senduiig über Berlin nach Petersburg, um nach näherer Bestimmung der Zar.in zum Kriegsschauplatz gesandt zu werden. — Neuerer Bestimmung zufolge soll bie Eröffnung der Spielzeit iinseres HoftheaterS am 14. ober 15. September stattfinden; der Erössnungsvorstellung dürfte auch der Großherzog beiwohnen. Als erste Vorstellung ist Mozarts „Entführung aus beut Seratt" in Aussicht genommen. Später folgen „Ter Mberspänsti- gen Zähmung", Tannhäuser, Lohengrin, Meistersinger usw. unb im Schauspiel Gotz von Berlichingen, Emilie Galotti., Die beiden Lconoren u. a. m.
BenSheim, 31. Aug. Vor etwa drei Wochen wurde, ivie seinerzeit gcmclbd, Stabtrechner Hook verhaftet, weil man in besten Kassen ein ganz bebcutenbeß Desizit gefunben haben wollte. Man spricht von weit über 100000 Mk. Die Blätter knüpften baran bie Bemerkung, Hook habe boch 8000—9000 Mk. jährlich verbient, also in guten Verhältnisten gelebt. Hierauf veröffentlichte Hook bie Behauptung: ES sei bem nicht so, er habe nach Abzug seiner Belastungen nur 2700 Mk. Einkommen gehabt. Nun aber kommt baß Bensheimer Kreisblatt unb zählt baß Einkommen Hookß wie folgt auf: 1. Einkommen als Stabtrechner pro Jahr 4200 Mk., 2. bie Verwaltung ber katholischen Kirche 800 Mk., 5. für bie Verwaltung ber Gymnasialkaste 400 Mk., 4. für bie Verwaltung ber israelitischen Gemeinbe- kaste 100 Mk., 5. für bie Verwaltung ber v. Robenstein'schen Güter 600 Mk., 6. für bie Verwaltung beß Benefiziat- unb Schulfonbß 900 Mk., 7. an Pension alß KriegSinvalibe 540 Mk., 8. für bie Verwaltung ber Güter ber katholischen Pfarrei 200 Mk., 9. an Hebegebühren 275 Mk., 10. alß Rechner ber höheren Bürgerschule 150 Mk. Ferner behauptet baß Bensheimer Krcisblatt, baß Hook auch früher Rechner ber katholischen Kirche in Viernheim ivar unb bafür 1200 Mk. bezog, baß er früher als Direktor ber Volksbank angeblich mit 9000 Mk. honoriert war, daß früher seine Mllitärpension 1080 Mk. betragen habe u. s. w. Wer hat nun Recht?
Eschweae, 31. Äug. Jur hohen Atter von 85 Jahren ist der kurl-essische Major und Flügeladjutant a. D. Freiherr LouiS von Eschwege in seinem Schlosse zu Jestädt bei Eschwege gestorben. Ter Tod dieser in kur hessischer Zett sehr populären Persönlichkeit ruft ine Erinnerung an die Gefangennahme des letzten Kurfürsten von Hessen und seine Inhaftierung in Stettin ins Gedächtnis zurück. Don Stettin auS hatte der Kurfürst Herrn v. Eschwege mit einem eigenhändigen Schreiben an König Wilhelm von Preußen, (einen Vetter, gesandt, und das Ersuchen an ihn gestellt, die Selbständigkeit Kurhessens nicht anzutasten. Herr von Eschwege überreichte in Berlin persörrlich das Handschreiben des Kürffürstrn. ^iach Kenntnisnahme des Schriftstücks erteilte ihm der König die Anttvort, daß er die für KUrhessen entstandene Lage bedauere, inäeffen leider nichts anderes verfügen tonnte, da der Krieg Preußen zu große Opfer gekostet hätte. Diesen Bescheid schrieb er auch persönlich nieder und übergab Herrn von Eschwege das Schriftstück. Auf der Heimreise nach Stettin erwog Herr von Eschwege mit Furcht und Zagen schon die Szenen, die jid) abspielen würden, wenn der sehr jähzornige und aufbrausende Kurfürst die Botschaft des Königs zu Gesicht bekäme. Indessen, so erzählte Herr von Esll)wege oft seinen Vertrauten, er hatte sich umsonst geängstigt. Mit zitternder Hand, die seine innere, lcmg untcrdttlckte Unruhe erkennen ließ, nahm der Kurfürst den Brief zur Hand, der ihm die letzte schwache Hoffnung aus Wiedererlangung seines Thrones raubte. Während er las, sank er in seinem Sessel in sich zusammen, stöhnte mehrmals laut, und dann versank er in ein sttindenlangeS Britten, dabei fortwährend den Kopf in die Hände gestützt, auf baß Schreiben des Königs starrend.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bauschheim bei Groß-Genm wurde der 45 Jahre alte Lehrer Eckert wegen Ver- aehcns aus 8 174 Abs. 1 des Strafgesetzbuches vev-' haftet. Eckert ist verheiratet. — IN Vilbel wurden bei der Gcmeinderätswahl die vier Kandidaten der sozialdemokratischen Partei gewählt. Hierdurch haben die Sozialdemokraten im Gcrneinderat die absolute Mehrheit. — In Frankfurt spir-te sich die 71 Jahre alte Pfründnerin Iettchen Levi aus einem Fenster des ersten Stocks des israelittschen Siechenhauses in den Hof und war sofort eine Leiche. — Zn Alsbach im Odenwald brachte vor kurzem ein junger Landwirt einem DreschmaschinenarLeiter aus der Gegend von Hanau bei Späßereien mit einer Gabel eine Verletzung am Kopse bei, an der der Arbeiter jetzt im hiesigen Hospital gestorben ist. — Die Eheleute Hrch. unb Elise Sellheim zu Effolderbach begehen am 18. September das seltene Fest der goldenen Hochzctt. — Die „Womrser BolkSztg." meldet: Der Exjesuit Graf Hoensbroech wollte in nächster Zeit int 'Theatersaale des Festhauses zu Worms einen öffentlichen Vortrag halten. Der städttsche FestyauSausschutz hat jeboef) eine dahinzielende Eingabe ab gelehnt.
Allgemeiner Deutscher JnnungS- und Haudwerkertag.
III.
.Nachdruck verboten.)
S. u. H. Magdeburg, 30. Aug.
Tie -welle unb letzte Hauptversammlung war wiederum außerordentlich stark besucht. T o n a t h-Berlin wünschte eine Besprechung beß Konsumvereinswesen s. Diese gehörten allerdings zu den Erwerbsgenossensckxisten; da aber die Sozialdemokratie sich ihrer bemächtigt habe, um durch sie das Reich zu erobern unb bie Handwerker zu ruinieren, da außerdem in ihrer Verwaltung vielfach Sozialdemokraten, die durch Streiks ihre Arbeit verloren hätten, untergebradü würden und dann als Agitatoren nxiter im Interesse der Sozialdeiuokratie ivirften, so fei eß nolivenbia, daß von Reichs und Staats wegen dagegen vorgegangeii wüvoc. Klange hieß nicht geschehe, müsse man Selbsthilfe übfcn unb gegen bie Konsumvereine au (klärend wirken. Dasselbe müsse aber auch inbezug auf die Offizier- unb Beit m t e n konsu m vereine geschehen
Die Versammlung beschloß, angesichts der umfangreichen Tagesordnung dieses Thema dem nächsten Jnnnngs- unb Hand' tverkertayc zu überweisen Es folgte dann eine Erörterung über die Forbermig nad) Einführung ber obligatorischen Alters- unb Jnvaliditätsver-
Sicherung selbständiger Handwerker
die bcr Borfttzenbe beS Vstt>andcs bcutfdKr Barbicr-ZnnnugeN, Pfeffer-Berlin, unter Vorübung folgender Rciolution WflrflnbcU; — *’


