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1.9.1904 Zweites Blatt
 
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deutsche Jnnungs- und Handwerkettag spricht Reichsregiwung in Sachen einer vbli- Invalidenversicherung den dringend aus- *** solbitändigen Handwerker ein größeres (n S empfiehlt den Handwerkerverbänden,

erm2d^?ft rerchsgesetzllche Regelung dieser Materie nicht zu Meliert auf privatem Wege die so notwendige zu^erchrn^sn^^"' Lnvalrbttät- und HinteMiebenenversorgung die ^^^^T?Ee^erg.(Schles.) Es ist eine Tatsache, daß Ar ban Posadowsky in der Frage

1 (11 8 im Widerspruch steht mit SfSffi,? k liex ^lhelms L und mit den Ansichten standen $etöln aIte Staatsbürger gleich nahe

ElMetzt baben (9^^eüt unvergängliches Denk- D/DejDarllm rufe er: Fort mit der jetzt toftdT mtohnh sm? J?e*^.,e,Fue< -i>ie uns Millionen

S ^lL^|Cn^Kütlonen könnten menschliche Denk- E« geschahen weü>en m Form von F e i e r a b e n d h -t n s e r n UXrYxa.ye ^0 andwer ker. (Lebhafter Beifall'»

, , (S u 1 er - ®en3bng: Wir vandwerker wollen

selbfiandige «tnatsbürger bleiben, unb desA müssen ^u.a$Äl(Äbc ?1le s°lHe VmiHernn« E von S au* bie t »fe 5?? um deswillen abweisen, well I) r Beamten, die Prrvatbeamten, die Kaufleute die

2U^?ttfä&üTtota6 fCine B-Kchernng gegen Alter' und ÄHta^tUnfPfiS^T,tÖnn' ?umit kommen mir in den

ans Nm MÄrt unb es fefitt dann nur noch,

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aufgestellt rmrd, aus dem ieder seine täalicbe Rate

rmse.) Nachdem rch seit langen

e^en eingetreteu bin, Mill ich nicht in meinem Mttt ans dir

Obermeister ME er-Dortmund bittet, folgender Entschließ- aS^: deutsche Jnnungs- und Handwettettag

beschlreßt. I. erne Zwangsv erlicherung für das selb- ftändtge Handwerk fettens des Staates lehnen wir a an7 eLt-^ici>ennb '^brfall und Widerspruch.) 2. Ettre Selbst^ Versicherung.wollen wir eventuell vollkommen selbständig in tüe M^ -leiten, wenn die von uns geforderten Vorbedingungen er­füllt sind." Wenn em Redner vorher gegen die Denkmalsepidemie gesprochen habe, so wolle er doch um eine Ausnahme bitten. Ein Grab nuilfe emlt ein ganz besonders schönes Denkmal erhalten das nämlich, auf dem erngemeißelt stehen sollte: Hier liegt die unMchelme Gewerbefreiheit begraben! (Stürmischer Beifall.)

Die Versammlung .nahm darauf den Antrag Möller unter Ablehnung ^der von dem Referenten vorgelegten Resolution einstimmig an.

Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf

die Gründung des Mittelstandsbundes.

Der erste Referent hierzu war der Obermeister der Berliner Tischleriunung-Ru Hardt-Berlin. Das deutsche Handwerk, so führte er aus, befinde sich in dieser Stunde in der Lage eines Kaufmanns, der seine Bücher abschließt und durch einen Revisor stststellen lasse, weshalb sein Geschäft fortwährend zurückgehe. Man befinde sich im allseitigen Einverständnis darüber, daß in erster Linie die Regierung, dann die Volksvertretung und schließ­lich die Handwerker selbst für den Rückgang des Gewerbes ver- antwvrllich zu machen seien. Wir haben in den letzten Jahr­zehnten eine Krankenversicherung erhalten, zu der wir ein Drittel der Kosten beitragen, trotzdem aber ruhig zusehen müssen, daß die Krankenkassen einen Unterschlupf für sozialdemokratische Agita­toren bilden. Wir haben ferner die Jnvalidengesetze erhallen, zu denen wir die HÄfte der Kosten beitragen. Von welchen Ge- sinnumgen die Verwaltung dieser Versicherung beseelt ist, will ich lieber gar nicht sagen. T<llsache ist jedenfalls, daß sie ausschließlich die Interessen der Arbeiter wahrnimmt, wenn sie ihre Gelder zum Bau der Gewerkschaftshäuser hergrbt. Wir sollten einmal diese Gelder zur Schaffung von Innungshäusern fordern, da würden wir ja sehen. ^Heiterkeit.) Wir haben drlltens das Unfallgesetz mit seinem famosen § 34 erhallen, per bestimmt, daß innerhalb 20 Jahren 650 Millionen Mark festzulegen sind zur Bezahlung der Uufalllenteu. Paß solche Summen der In­dustrie und dem Handwerk entzogen werden, bedeutet ge­radezu die Vernichtung derselben. Wo waren damals die VoMvettreter? Wo waren sie ferner, .als das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb zustande kam? Wahrlich, ein unvollkom­meneres, unbrauchbareres Gesetz hat nod) niemals den Reichstag verlassen. Wir haben andererseits vergeblich den Schutz der Bau- Handwerker, dje Regelung des Submissionswesens, eine Abwehr oeS Wavenhausunweseus und eine Einschränkung der Konsum- ünd Beamtenvereine verlangt. ,Wir leiden täglich unter der zu­nehmenden Frechhell der sozialdemokratischen Arbettervettreter in politischer wie in gewerkschaftlicher Hinsick)t. .Die eigene Schuld der Handwerker sei jedoch am größten. Mit einem in zehn Rich- tuiMn zersplitterten Stand könne niemand verhandeln, und des- halb sei ein Zusammenschluß nicht nur des HandwerW, sondern des ganzen deutschen Mittelstandes dringend nötig. Pas deutsche Handwmck müsse von heute ab neue Bahnen beschreiten und mit feEt 620000 Angehörigen sei es auch durchaus imstande, seine Geschicke selbst äu bestimmen. Da man sich auch fernerhin air wirtschaftlicher Grundlage bewegen wolle, so könnten die Inn­ungen wohl die Führung übernehmen. .Für die Mittel- -^schwffung.sollte man sich den Opfermut der' Sozialdemokratie -um Vorbild nehmen. .Vor allem aber sollte man sich hüten, auf Marteineubildungen zu verfallen und vielmehr alle bürgerlichen Kandidaten bei den Wahlen unter­stützen, die sich'verpflichtetem die Forderungen des neuen deut­schen Mlltelstandsbundes im Reichs- und Landtage zu vertreten. Auch sollte man darauf dringen, daß die .einzelnen Parteien einige ihrer Kandidaten aus Handwerkerkreisen entnahmen und diese nicht nur in.Durchfallloahlkreisen aufstellen. (Hellerkell und Bei­fall.) Wir können einig fein, weil wir wollen, und wir wollen einig sein, weil wir müssen! Im Zeichen der Einigkeit deS Mittel­standes werden wir eine neue Blütezeit des Handwerks erleben.

Inzwischen war folgende Resolution eingegangen:

1. . Ter Allgemeine deuksthe Jnnungs- und Handwerkertag begrüßt mit Genugtuung die auf allgemeinen Zusammenschluß des Mittelstandes zu einer Teutscl-en Mittelstandsvereinigung ge­richteten Besttebungen und empfiehlt den deutschen Jnuungsver- bänden, überall im Reiche in Verbindung mit den weiteren An- gdjtörigen d»es Mittelstandes Ortsvereinigungen, wo solche noch nicht bestehen, inS Leben zu rufen, eventuell bestehende Bereinig- nngen warm zu unterstützen u:id diese Vereinigungen der gemein- jfamen zu gründenden Zentrale zuzuführen. 2. Ferner ermächtigt der Allgemeine deutsche Zchnungs- und Handwerkertag die unter­zeichneten Mitglieder der Kommission zur Gründung einer Mittel­st andSveveinigung unter Hinzuziehung sämtlicher einschläg:gen Verbände im deutschen Reiche unverzüglich alle Vorbereitungen zu treffen, um eine wirtschaftliche Mlltelstandsvereinigung über das ganze deutsche Reich in die Wegs zu leiten. 3. Spätestens' im flwvemebr d. I. ist ein ÄerbandStag von der eingesetzten Kommission einzuberufen, auf welchem die gesamten mittelstmid- lichen Existenzen int deutschen Reiche zu einer großen Ver- cinigung znsammengesd>lossen werden sollen, die die Forderungen des gesamten deutschen MttelstandeS naä-drücklichst zur Verwirk­lichung zu bringen haben." m

Ter zweite Referent war der Düraervorsteher Baumeister Küster- Hannover. Er stellt folgende Forderungen auf: Regelung des SubmiffionsWest'nS, Sicherung der Forderungen der Bauhand- h ;r!er, ^Beseitigung der durch die Gefängnis- und ZudsthauS- arbeiten ben ftlbständvgest Handioerkern b reiteten Konkurs Ävfchasfung der Institution der Oekonvmiehandwerker, Heran- hung der Großbetriebe zu den Kosten für die Fachschulen und die sonstige Ausbildung der Lehrlinge, sowie für die Arbetttz- nadyiurife bet Innungen, Lehren darj nur derjenige, der ordnungö- gemäß gelernt und den Meistertitel ertvorben hat, gercdjtcre Ver- lejlung der burdj- die Zkranken-, ItwalidllätS- und Unfnllversidier uugsgesetzgebung entstehendeil Lasten. .Abschluß guter Ham vertrüge für den deutschen Mittelstand mrd Sdmtz der nationalen Arbeit. 0 lliischränkmrg der übermäßigen Koalitionsfreiheit unb

Desetttgmkg Mi zum groben Unfug ausgearteten Streikposten- stehens, sowie der Verrufserklärung von Werkstätten und Betrieben, Aenderung .des § 34 des Unfallversicherungsgesetzes (Ansamm­lung eines Reservefonds von 650 Millionen), Beseitigung der Auswüchse der Konsum- und Rabatt-Sparvereine, (Anführung einer wirksamen Wareuhanssteuer.

An der Debatte über die vorgelegte Resolution und die beiden Referate beteiligten sich 17 Redner in .zustimmendem Sinne. Bvbbe - Köln meint, daß alle Parteien bei dem Gedanken an die neue Gründung zitterten unb sie hatten auch allen Anlaß dazu. Ebenso sollte die Brest e erkennen lernen, daß sich etwas Neues, Großes anbahne, das vielleicht noch einmal die Sozial­demokratie ablösen werde. Tenn es sei doch keine Frage, daß.von den brrei Millionen sozialdemokratischer Stimmen über die Hälf te nur mit den heutigen Verhältnissen unzufriedene Mittelstands stimmen seien. .Hierauf nnwbe die Resolution mit allen gegen eine Stimme angenommen.

Es folgt dann eine Besprechung der

Arbeitslosenversicherung.

Ter Referent, Obermeister Heinrich von der Berliner Schlosser-Innung, bittet, folgendem Anträge zuzustimmen:

Die zum Jnnnngs- und Handwerkertag vevsammelten deut­schen Handwerker sind von der Notwendigkeit einer ausreichenden Fürsorge für .die Arbeiter durchdrungen. Tie Anwesenden sind jedoch der übereinstimmenden Ansicht, daß das deutsche Gewerbe bereits so große Opfer für das Wohl seiner Arbetter bringt, daß es an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angekommen ist, und gegen wettere chm zugemutete Opfer im Interesse seiner Selbft- erhattung und Konkurrenzsähigkett auf das allerentschiedenste Stellung nchmen muß. .Sollte die Königliche Staatsregierung trotz einer Arbettslosenversicherung entgegenstehenden gewichtigen Grün­den an eine Verwirklichung dieser Versicherung. herantreten, so müßten die Kosten dieser Versicherung der Gesamthett der Staats­bürger und nicht nur den Gewerbetreibenden auferlegt werden."

In der Debatte Mvde u. xa. geltend gemacht, haß die Ar- beitslosenv erficherung eine Prämie aus die Faul­heit gewisser .Arbeiterkate gor ien daistelle. Abg. Pauli führte aus, daß bei einer weiteren Belastung von In­dustrie unb Handwerk mit solchen Versicherungen die Leistungs- unb die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auslande gefährdet werde. . Hierauf wurde die Resolution, durch einen Zusatz des Abg. Pcmli mch erheblich verschärft, .einstimmig angenommen.

Gegen

die Konkurrenz des Militärs unb der Gefängnis­insassen

wandte sich Obermeister Pfeffer-Berlin, .indem er folgende Resolution in Vorschlag brachte:

Bei bem freunblidjen Entgegenkommen, .welches der Kriegs- Minister ben Verhältnissen be> Handwerks gezeigt hat, ersucht der Allgemeine deutsche Innung^- und Handwerkertag die Inn­ungen und handwerNichen Verbände, etwaigen Mißständen bei den Militärarbeiten ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und etwaige Mängel und Beschwerden zur Kenntnis des hohen Kriegsmini­steriums gelangen -u lassen."

Sowohl dep Referent als auch Obermeister Möller- Dort­mund und Malermeister Kruse-Berlin brachten eine Anzahl Fälle zur Sprache, in denen speziell dem Barbier-, Maler- und dem Schneidergewerbe arge Schädigungen durch diese Konkurrenz,zn- gefügt worden sind. Besonderv der letztere Redner betonte, daß in dieser Sache mit Bitten bisher absolut nichts erreicht sei. Man habe eben heute keine Zeit für das Handwerk, nicht einmal für seine Kongresse. .(Beifall.) Wenn es sich um Automobil- veranstaltungen handeft, sind gleich fünf Minister da! (Stürmischer Beifall.) Für uns hat mau nicht einen einzigen Regierungsrat übrig. Tas Handwerk wird eben auch erst einmal mit dem Automobil kommen müssen, dann wird es vielleicht besser. ^Lebhafter Beifalls Er stehe aus dem StandMnkte, daß jetzt die Zeit der hochachtungsvollen Ergebenheit vorüber sei. Er empfehle folgenden Anttag:Ter Allgenreine deutsche jnnnngs- und Handwerkettag nimmt mit Bedauern davon Kennt­nis, daß trotz der vielen Petttionen und Bttten der Handwerks­meister bis zur Zett die Konkurrenz der aktiven Mllitärpersonen und Gefängnisinsassen nicht aufgehört hat und erwartet vom Kgl. Kriegsministerium und dem Justizminister, daß diese daS Hand­werk so sdMer sd)ädigende Tätigkett den Soldaten unb Gefangenen verboten wird." (Stürm. Beifall.) Die Resolution wird .ein­stimmig angenommen.

Danach begründete Baugewerksmeister Burkhardt-Gotha noch folgenden, den Befähigungsnachweis im Bauge­werbe forbernbeu Anttag:

Der Allgemeine deutsche Jnnungs- und Handwerkertag er­achtet die gesetzliche Einführung des obligatorischen Befiähigungs- nad-weises für die Baugewerbe als eine Notwendigkeit, welche keinen längeren Aufschub mehr duldet, denn die Zahl derjenigen Personen, welche ein Bauhaudüverk felbständig betreiben und das­selbe niclst ober doch nur ungenügend erlernt haben, mefjrt sich von Jahr zu Jahr. .Es werben die Gefahren für Leben und Gesmüchett ber an Bauten beschäftigten Arbeiter unb der Bewohner ber Bauwerke 'durch die waästende Zahl der ungenügend vorge­bildeten selbständigen Bauhandwerker neuerdings auch in Klein­städten unb auf dem flachen Lande stark vermehrt und von ben in Bauwerken angelegten Kapitalvermögen gehen immer größere Summen durch Leute verloren, welck-e ein Baugewerbe betreiben, ohne sich die nötigen Vorkenntnisse ungeeignet zu haben.

Auch dieser Antrag gelangte in der Form zur Annahme, daß der BefähigungänadMeis für das ganze Hanbwerk verlangt toirb. SchließlÄ gelangen noch folgende Anträge zur Annahme:

Der Allgemeine deutsche Jnnungs- und Handwerkertag spricht sein "Bedauern aus, daß in der Gewerbeordnungsnovelle vom 26 Juli 1897 die obligatorische Gehttsenpruftmg. beseitigt ist und ernpftehll aus erziehlichen Gründen unb ün Interesse einer sozialen Besserstellung des Handwerks dringend die Wiedereinführ­ung per oMigatorÄn Gehilfeiiprufung unmittelbar nach er­folgter Beendigung per Kehrzeit."

In der Erwägung: 1. Daß durch die bisher gemachten Er- fabrunacn die Mitverwaltung ber Arbeitgeber bei ben Orts­krankenkassen dadurch vielfach illusornsch gemacht worbet ist, daß die sozialdemottatische Pattei es verstanden hat, als Arbertnehmer nur Angehörige ihrer polift chen Uche^eugung m ine Verwaltung tottimÄara, lixldje gnintifäytd) di° Stemungen der Arbeit- mbö 5 infolge ihrer Uebcrmricht im SttmmenverhLÜnis^nieder- stimmen und infolgedessen erwiesenermaßen durch viele Kranken- kasseilvettvaltungen ber Iozialbemottatisd)en durteiagitation Vor- fdiib aeleiftet wird. 2. Durd) ine Jnnungs-Kvankentassen vielfach ein verhältnismäßig -Ocdeihliches ^or)^^ ^^^,^eiftcr unb fest«® jmä sssre Allgemeine deutsche Jnnungs- unb Handwerckettag allen Innungen, soiveit sie eine genügende ÄnzaW versid)enlngspflid)ttger Personen besduäftigen, .Jnnmigskrankenkassen der im § 73 des Kranken- versidiernngsgesetzes bezeichneten Lltt zu errichten. Der Jnnungs- und Handtverkettag, erwartet, daß alle vorgesetzten Behörden den Besttebungen der Innungen, WJW von ihrem, ihnen burd) die Gesetzgebung gegebenen Rechte, ^nnungsttankenkassen zu gründen, Gebrauch mackx'N wolleii, eifrigste Förderung unb Unterstützung angobeiben lassen werben ^Der Jnnungs- und Handwerkertag ersudst ferner bcu Vorstand des Zentralausschusses vereinigter Jnnungsverbände TeutMands, Sdi-ritte zu tun, daß eine Gesetzes­änderung erwirkt wirb, dal)ingehend, daß auch den Jnnungs- beschlässen das Recht gegeben werbe, geeignetenfalls gemeinsame htranlenMen im Sinne des 8 73 des Zlrankeiiversidierungsgesetzes Är die den Aussdstissen angehörenden Jnnmigeii errichten zu

Der Mgenleine deutsche Jnnnngs- unb Handwerkettag er­klärt eine anderweitige Regelung deS § lOQqu ber Getoerbeord- nung für eine unumgänglid'C Notwendigkeit für bas Barbier- uitb Friseurgewerbe, weil die gegenwärtige Form des Gesetzes eine weitere Entwicklung der Zwangsinnnngen erheblich gefährdet. Der Handiverkertag Mt leben Aeißbranch dieser Abänderung für

auSgeschlolsen, wenn bet PretSsestsetzungen Zweidrittekmehrhett mrd Zustimmung der oberen Verwaltungsbehörde vorgeschrieben würde,"

Damtt erreichten die Berhanblungen ihr Ende.

6. Internationaler Tabakarbeiterkougretz.

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. Amsterdam, 31. August

Spater wurde die Debatte 'über den Anttag der deutschen Delegation auf Revision der Statuten fortgesetzt. Cooper-Eng­land spricht ben deutschen Tabakarbettern das Recht ab, die von ihnen geleisteten Unterstützungen an ausländische Verbände so stark hervorzuheben. Auch für sie habe vor nrcht allzu langer Zett v. Kim in England Hilfe erbeten unb erhallen. Zudem^ setze der englische Verband die sehr zahlreich zureisenden deutschen Kollegen sofort in das volle Anrecht auf die hohen Unterstützungen ein. Ter deutsche Vertrauensmann Junge versichert bemgegenüber, baß er unb seine Freunde nie daran gedacht hätten, einer anderen Nation einen Vorwurf zu machen. Der Sitz bes internationalen Sekretärs könne durckMus Antwerpen blechen, nur müsse der Sekretär ber Kontrolle des internationalen Verbandes und nicht der der Organisatchn in Antwerpen unterstehen, und er müsse eine kräftigere Jnitiatche entfallen. Nach weiteren Protesten gegen die Ausführungen der deutschen Delegation fettens Hollands und Schwedeiis, puf die Deichmann antwortet, wirb der deutsche Antrag auf Einsetzung einer Statutenkommission einftimmig angenommen. Sie soll die in der Diskussion geäußerten Wünsche berücksichtigen. Die Kommisswn legte ben neuen Statutenentwurf

vor. Danach soll der wesentlichste Zweck des Internationalen Verbandes der Tabakarbetter" das Sammeln unb Veröffentlichen von Material über die soziale unb ökonomische Lage der Tabak­arbeiter sein; Stteikunterstützung soll gewährt werben, wenn zwei Drittel der Vertrauensmänner zustimmen.

Nachdem so ber Bericht des Sekretariats erledigt war, folgten die Berichte der einzelnen Natiorren.

Die deutsche Tabakinduftrie.

Deichmann-Deutschland verwies darauf, daß nach der Berufs­zählung von 1895 die deutsche Tabakindustrie 104 470organi* sationsfähige" Arbetter, darunter 61686 Frauen, zähll. Davon find im deutschen Labakarbeiterverband in 343 Filialen 18 271. darunter 6855 Frauen, organisiert. Mit den Sortierern zusammen sind das 19 Prozent der Fachgenossen. Tie Lohne für Hand­arbeit schwanken zwischen 5,80 Mk. .unb 40 Mk. pro Tausend, die für Formarbeit zwischen 2,70 Mk. und 21 Mk. Ter vom Verbände geforberte Minimallohn von 8 Mk. Joirb bereits in 531 Fabriken gezahlt. Die Arbettszett beträgt in den Fabriken 8 bis 12 Stunden täglich, in der Hausindustrie nach Stichtwcben in Bremen oft 16 Stunden unb darüber. Alle diese Zahlen bat die Organisation durch eine Enquete erhallen, deren Resultate sie in einer aufsehenerregenden Broschüre veröffentlicht bat.

Ter Kassenbestand des Verbandes beträgt 120 000 Mk. ,Die politische Aktion hat der deutschen Arbetterllasse große Vottette gebracht. Tie Heimarbett und die große Ausbrettung der Zigarren­industrie auch über das flache Land sind Hindernisse für die Aus­brettung der Organisation, die deshalb ihre polttische Tätigkeit in erster Linie auf die Besettigung der Heimarbett richtet.

Nach Erledigung der Berichte faßte der Kongreß über die eingelaufenen Anträge Beschluß.

Zur internationalen Krankenversicherung wurde eine Resolution angenommen, die in ben Ländern, in denen die Krankendersicherung nicht staatlich 'ist, .internationale Konventionen ber Gewerkschaften verlangt.

In ber Lehrlingsfrage konnte trotz längerer Debatte eine Einigung nicht erzielt werden; besonders die Trntschen wider­sprachen einer Beschlußfassung, da die Organisationen noch zu schwach feien, um auf diesem Gebiete etwas M erreichen. Nach ihrem Wunsche wurde von der Annahme einer Resolution ab­gesehen unb der Sekretär beauftragt, dem nächsten Kongreß Material zur Beurteilung dieser Frage zu unterbreiten. Gegen die Heimarbeit faßte ber Kongreß nach einem Referat von Heising-Deutschland einstimmig eine Resolution, die ihr allge­meines unbedingtes Verbot in allen Ländern fordert Auf Antrag ber Belgier präzisiert ber Kongreß seine Stellung zur politischen Aktion:

Ter 6. .internationale Zrgarrenarbetterkongreß kann nicht ver­langen, daß" die Zigarren- und Tabakarbeiter sich einer bestimmten politischen Partei anschließen sollen, .aber der Kongreß ist über­zeugt, daß neben der gewerkschaftlichen auch die polttische Aktion unb zwar die bewährte sozialdemottatische Polttik notwendig ist Er fordert darum alle Fachgenossen auf, an ber politischen Be­wegung teilzunehmen, unb stellt fest, baß nur die gewerkschaft­liche unb polttische Aktion die Mittel zur Verbesserung ber Lwens- lage der Arbeiter wie zur enbgiltigen Befreiung des Proletariats seien. .Nachdem diese von Teichmann-Bremen mrd Börner-Berlin formulierte Resolutton einstimmig angenommen war, wurde be­stimmt, daß ber nächste Tabakcubetterkongreß zurzeit und am Ott des nächsten internationalen Soziallstenkoimresses abgehalten werden solle. Nach ben Üblichen Dank- unb Abschiedsreden wurden dann die Verhandlungen geschlossen.

vermischte».

* Berlin, 31. Aug. Heute vopmittag wurde in dem unbenutzten Keller eines Hauses in der FrnnsocLMaße die Leiche eines elfjährigen Mädchens in einem Sandhaufen versteckt Vorigefunden, die von Angehörigen als die am 23. Februar 1893 in Schwedt a. O. geborene Margarethe Koschoreek rekognosziert wurde, die seit vier­zehn Tagen vermißt wurde. Die Mutter wohnt in Weißen­see. Einer Lokalkorxespondenz zufolge ist der 18 jährige Kutscher Kohn f e st g e n o m m e n und verhört worden. Die Polizei setzte 1000 Mark Belohnung für die Unter­stützung bei der Ermittelung des Mörders aus.

* Montreal, 31. Aug. Unweit Richmond in der Provinz Quebec stießen zwei Passagierzüge der Grand Trunk-Bahn zusammen. 11 Reisende stnd umgekommen, 25 wurden verletzt.

* Wer ist stärker, Kuropatkin oder Ku­roki? In Warschau zirkuliert folgende Scherzfrage:Wer ist stärker, der Generalissimus Kuropatkin oder der Chef des ersten japanischen Korps, General Kuroki?"Nun selbst­verständlich Kuropatkin, der doch mrnbeftenS noch einmal soviel Truppen unter feinem1 Kommando vereint als Ku­roki", lautet gewöhnlich die Antwort.Falsch!" entgegnete man,natürlich sind die Hühnerhähne stärker als die Rebhühner, michin ist Kuroki der Stärkere und vorcntssichtlich auch der Sieger". In der polnischenS prache heißt nämlich: ten Kurok der Hühnerhahn mtb te Mroki die Hühnerhühne, während: ta Kuropatka das Rebhuhn und te Kuropatki die Rebhühner benannt werben. Also ist te Kuroki die Hühnerhähne unb gleichzeitiger General des ersten japctnischen Armeekorps tatsächlich erheblich stärker als te Kuropatki die Rebhühner und gleich- genannter Generalissimus des rusiischcn Heeres, und da der Sieg nach bem Naturgesetz dem Stärkeren zufallen muß, so kamt das Errde des blutigen Ringens nach dieser Erkläruirg nicht mehr fraglich erschettren. (Dieser nirb» liche Scherz hat nur den einen Fehler, daßte Kru-oki" 'alsch übersetzt ist; dieses bedeutet int Polnischen nicht Hühnerhähne, fonbern H ähne non Gewehren. Doch auch so hat der Scherz seine Berech-ttgung, denn ein Gewehrhahrt bunt durch einen Drink eineni Rrütt^ihn den Tod bringen, ein Druckfehler dieser Art kann aber auch denr Schrillt geft'^ittich werden! In Warstt^rn zir­kuliert diese nicht, denn, ui Polen

ist ein solchem iprachUcher Irrtum mruchglich. .D. Md. pes ^Gtt'ß. Aätz.")