Ausgabe 
1.9.1904 Erstes Blatt
 
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ermittln >n rattum. ist leiten« her Regierr , in Oppeln eine ^errüquna -TltT^nt worden. bufc jede-inal »' n ersten Juli die SvincbvernSltnifse der Schulanfänger ob b ntsch, polnisch oder zweisprachig .anzugeben sind.

Münzen 31. v?lu<i. Bon kom^ente.r Seite wird fest- nrsteNt. bdb sicb btt Meldung von dem erschütterten Ge- snndheitsznstand de- Prrnzregenten nicht bc- stütigt. Derselbe war etwa» übermüdet und nur diesem Umstände ist qnzirschreiben. das; einige Jagden abgesagt wurden. Es Tiwrt absolut keine Veranlassung zu irgend twlrber Befürchtung vor.

Der beute veröffentlichte Rechenschaftsbericht der baverjschen Zentrnmsfraktion schließt mit den Worten: . Wenn wir M Vertrauen des Volkes in treuer Arbeit aerecbt- ferhtrtherben so dürfen wir auchhoffen,daß beiden "gchften Wablen das Vertrauen des Volkes uun Zentrum für N,v Zukunft nicht feNen wird Wir boffen, daß die n n ch st e n W ablen imfcrv Ndersge Majorität noch stärken und nntr, besonders die frfeunbf des direkten Wahlrechts so vermehren werden, daß wir im nächsten Llmdtage in die Lage verseht werden, dem bäuerisch en Volke da- beste Wahlrecht unter allen deutschen Staaten neben zu können."

Ausland.

London, 31. Ang. Mehrere Hiesige Blätter berichten, hast da» Befinden bc5 KSnig S Eduard viel zu wünschen übrig liebe. Äe Kur in Marienbad habe keine Besserung hervor gerufen.

Wien. 31. Ang. In Proßnitzin Mähren fatrden gestern rbend ÄuSschreitungendeStschechischenVöbelS (regen die horten Deutschen statt. AlS die Vromenade durch Kurz- ichlnß der elektrischen B^üeuchttmg sich plötzlich verfinsterte, be- nutzten dieS tschechische Burschen, um deutsche Studenten mit Stockhieben zu überfallen.^ TaS gab da» Signal tn einem allgemeinen Exzeß de» tscheclnschen Pöbels gegen die Deutschen. Es entstawd eine Schlägerei, toobft auch deutsche Prrcuen und Kinder mißhandelt wurden. Die städti­sche Polizei weigerte sich, einzuschreiten. Erst Herbei gerufene Gen­darmerie stellte die Ordnung wieder Her.

Lemberg 31. Ang. Die jun gruthe nische Partei hielt heute einen DolkSt ag ab. bei dem gegen die AuSrottungS- politik der volmichen Verwaltung gegenüber den Nutlnmen. sowie (regen die Politik deS Ministeriums protestiert wurde. Nach der Versammlung versuchten die Teilnehmer Strastenkundgeb- ungen zu verunstalten, wurden aber von der Polizei daran verhindert. Sech» Personen wurden verhaftet.

Ans Stadt mrd Fand.

Gießen, den 1. September 1904.

* Personalnachrichten. S. K. H. der Großherzog Haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 31. August geruht, zu verleihen: dem Obersten a. D. v. Jabl onowSki, seither Kommandeur deS 5. Großh. Infanterie-Regiments Nr. 168, da8 Komturkreuz 2. Klaffe, und dem Hauptmann v. Kessel im Generalstabe der 2. Garde-Division, seither Kompagniechef im 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115, daS Ritterkreuz 1. Klasie des Verdienstorden? Philipps deß Großmütigen. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. August den Oberlehrer cm dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen Dr. Franz Bender zum Oberlehrer an der höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar zu Mainz mit Wirkung vom 12. September zu ernennen. Ernannt wurde am 27. August der Gefangenwarter am LandeSzucht- haus Marienschloß, Heinrich Walther, zum Gefangenauf­seher an dieser Anstalt mit Wirkung vom 12. September 1904. In den Ruhestand verseht wurde am 24. August die Gefangenaufseherin am Provinzialarresthaus in Gießen, Amalie Kreyer, auf ihr Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1904. S. K. H. dec Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 31. August den Steuerkommissär deZ Steuerkommissariats Ober-Ingelheim, Regierungsrar Adam Hübner, in gleicher Diensteigenschaft an das Steuer- kommisiariat Dieburg mit Wirkung vom 1. Oktober zu ver­ätzen.

* DaS Amts bl att de8 Großh. Ministerium? der Justiz Nr. 17 vom 25. August dsS. IS. enthält ein Ausschreiben an sämtliche Justizbehörden, betreffend den Nechtshilfeverkehr mit Bosnien und der Herzegowina. Nr. 18 desselben BlatteS vom gleichen Tage enthält ein Ausschreiben an sämtliche Justizbehörden, betreffend die im Strafvollstreckungsverfahren entstehenden Schreibgebühren.

* * Lebensmüde. Bor ein paar Tagen erhängte sich in der Scheune feines Dienstherrn der Kutscher Karl Haas an einer schrägstebendeu Leiter. Haas stammte aus Battenberg, Kreis Biedenkopf, war verheiratet und Vater dreier Kinder. Er soll in den letzten Monaten tiefsinnig gewesen sein. Sein Vater soll sich auf ähnliche Weise das Leben genommen haben. Gleichfalls vor einigen Tagen vergiftete sich hier eine ältere, vom Geschick schwer heim- gesuchte alleinstehende Dame. Nur mühsam konnte sie sich aus Krücken fortbewegen, und das Leben bot ihr so wenig Angenehmes, dagegen an Leid und Mühsal so viel, daß sie den freiwilligen Tod suchte. Ihr Name stand in selt­samer Ironie zu der bemitleidenswerten Hilflosigkeit ihres siechen Körpers.

Militärisches. Gestern nachmittag vassierten mehrere Ertrazüge unsere Station und brachten das 8 7. und 8 8. In- ' anterie-Regiment von ihrer Garnison Mainz nach Lberhefsen in die Gegend von Alsfeld in das Manöver­gelände. Brigadekommandeur Generalmajor Graf v. Kanitz trifft heute hier ein, um morgen die Garnison zu inspizieren l116er und 168er). Der Brigadestab wird übermorgen hier Quartier beziehen und 600 Mann von dem in WormS garnisonierenden 118. Infanterieregiment werden morgen hier einquartiert. Unsere Einquartierung beträgt dann annähernd 2000 Mann fremder Truppen.

♦♦ Von der Jagd. Aegrdi, der 1. September, Hal es seit Jahren den Jagern angetan. Nun beginnt fröhliches Gejaid auf fast alle Wildarten. Die Hirschbrunft fängt an und mächtig dröhnt bald das gewaltige Orgeln des' Königs der Wälder, des stol^n Rothirsches, durch die nebel­schweren Wende und taufrischen Morgen der Waldungen. Gar mancher harte Kampf wird von diesem Reckenum der Minne Sold" ausgetragen. Auch für die armen Häslein trirb nun ihr Todesurteil vollstreckbar; freilich sollten die Jäger zunächst noch wenigstens gegen die Hasen-Mamas galant sein, denn gar mancheswerden moKenbe" Häslein möchte fein Lebenslicht erst angesteckt, statt ousgeblasen haben. T<r Rehbock wird jetzt wieder etwasgewichtiges, beim nun hat er Ruhe vor Familien- - ~ Herbst?,ug der Raubvögel beginnt ebenfalls,

s oda st ein Besuch der Krähen Hütte bald lohnend sein rrvrz) Neben den Fe tdhü hn ern, die vielfach schon t&dyttfl freamriert sind, kann der scyüwEkhafte Fasan auf

her Speisen karte paradieren, denn auch er ist jetzt fürvogel­frei" erklärt. ^Tb aber werden ihn die TcrFcrcn K ram - metSV ögel, bereit Fang in Kürze beginnt, in Schatten stellen, sodaß also Aegidi auch für die Herren Feinschmecker ein fr ob erwarteter Tag ist.

Verbrauchsabgaben. Nach dem Jahresbericht 1908/04 der Oktroiverwaltung stellen sich die erhobenen Ab­gaben wie folgt, wobei wir die Zahlen des Vorjahres in ( ) angeben: 1. Schlachtvieh 36 704.49 Mk. (85 738.62), 2. Fleisch, Fleischwaren und Wildbret 6 673.55 Mk. (6 390.45), 3. Brennmaterial 38 182.73 Mk. (37 896.58), 4. Mühlen­fabrikate und Hafer 5 093.93 Mk. (6 014.57), 5. Getränke 32 365.84 Mk. (32 716.71). Im Ganzen kamen brutto ein: 119 020.54 Mk. (117 757.53), ein Mehr üön 1263.01 gegen daö Vorjahr. Von der Bruttoeinnahme kommen in Abzug die Oktroi-Rückvergütungen im Betrage von 13 564.78 Mk., so daß für daS Jahr 1903/04 ein Reinergebnis aus Oktroi in Höhe von 105 455.76 Mk. (gegen 104144.93 Mark im Vorjahre) verbleibt, was ein Mehr von 1310.8 3 Mark ergibt. Von diesem Ueberschuß sind noch in Abzug zu bringen die Kosten der Erhebung als Gehalte der Beamten :e., welche nach dem Verwaltungsbericht in 1902/03 8212.87 Mk. im Vorjahr betrugen, so daß, wenn diese Kosten sich nicht verändert haben, die für die ordentlichen Ausgaben der Stadt verfügbar gebliebene Summe aus dieser indirekten ©teuer 9 7 242.8 9 Mk. beträgt. Interessant ist jedenfalls, wie sich der Verkehr für daS Oktroi an den in Frage kommenden 4 Stellen verteilt, worüber die Zahl der Verzettelungen der Oktroierheber ein Bild gibt. Verzettelungen wurden im ab­gelaufenen Jahr ausgestellt: Walltor 3818, Neuenwegertor 4081, SelterStor 12 543 und Neustädtertor 12 218 Stück, im Ganzen 32 660 (82 159) Stück im letzten Jahre, also 501 Stück mehr als im Vorjahr.

* Dem Jahresbericht des Großh. Hessischen WohnungSinspektorS für daS Jahr 1903, daö vielen Zeitungen im Lande seltsamerweise nicht zugegangen ist, ent­nimmt der Darmst. ,Tägl. Anz." noch folgendes: Ami. Dez. 1900 kamen im Großherzogtum auf 1 Quadratkilometer 145,80 Einwohner und 20,18 bewohnte Wohnhäuser re. (im ganzen Reiche 104,24 resp. 11,69); auf 1 bewohntes Ge­bäude 20. kamen 7,22 Einwohner (8,92); damit steht Hessen an 16. Stelle. WaS die einzelnen Provinzen deS Groß- Herzogtums betrifft, so kommen auf ein bewohntes Gebäude in Starkenburg 8 Einwohner, 1,7 Haushaltungen (im Kreise Darmstadt 10,8 resp. 2,4), in Oberhessen 6 resp. 1,3, in Rheinhessen 7,5 resp. 1,7, in ganz Hoffen 7,8 resp. 1,6. Die jährliche Zunahme der Bevölkerung beträgt in Darmstadt durchschnittlich 2,7 Proz., die Zunahme der Kleinwohnungen daselbst belief sich 1903 auf 4,8 Proz. (dieses Verhältnis be­trug in Offenbach 5,6 resp. 2,8, in Friedberg 3,1, resp. 42, in Alzey 1,2 resp. 51, dagegen betrug bei Zunahme der Be­völkerung die Abnahme der Kleinwohnungen in Mainz 1,9 resp. 1,5, WormS 4,5 resp. 8, Gießen 2,2 resp. 4, Bingen 8,5 resp. 23 Proz.

-i- Oppenrod, 31. Aug. Der Kaufmann W. au8- Gießen verunglückte hier gestern dadurch, daß sich der Nagel, der daS Vorder- und Hinterteil seiner Chaise zu- ammenhielt, loSlöste und die Chaise auSeinanderfiel. Die Insaffen, Herr W. nebst Frau und Kind, wurden herauS- geschleudert. Außer einigen Hautabschürfungen haben sie Schaden nicht erlitten.

Darmstadt, 31. Aug. S. K. H. der Großherzog empfing heute den UniversitätSproseffor Dr. Weber von Gießen, die Vorsitzenden deS Radfahrervereins Darmstadt, Rudolf Lyncker und Georg Merz, den Haupttehrer Teichmann von Michelstadt; zum Vortrag den Staatsminister Rothe, den Finanzminister Gnauth, den Archivdirektor Dr. Frhrn. Schenk zu SchweinSberg, den Geh. KabinettSrat Römheld, den Generaldirektor deS tzoftheaterS und der Hofmusik, Werner.

R. B. Darmstadt, 1. Sept. (Drahtbcricht.') S. K. H. >er Groß Herzog ist heute früh rur Teilnahme an der Parade des GaiLc du Corps auf dLm Tempethofcr Felde nach Berlin abgereist und trifft dort heute nachmittag um 4.56 Uhr ein. In feiner Begleitung befinden sich Oberftall- nreister Frhr. Riedesel zu Eisenbach, Generaladjutant Gene­ralmajor v. Wachter und Flügeladjutant Rittmeister Krä­mer. Staatsminister Rothe ist, wie dieDarmst. Ztg." meldet, von feinem Urlaub zuÄckgekehrt und hat die StaatS- geschäfte wieder übernommen.

Mainz, 31. Aug. Oberbürgermeister Dr. Gaßner, Bürgermeister Dr. Göttelmann und Obersekretär Schäfer be­sichtigten dasjenige Gelände auf der GustavSburg, das zur Gemarkung GinSheim gehört, auch wurden die Hafen­anlagen besichtigt. Auch in GinSheim selbst sanden Besich- tigungen statt. Die Differenzen sind soweit ausgeglichen, daß eS nur noch einer gemeinsamen Aussprache der Vertreter der interessierten Gemeinden bedarf, um dann die ganze Ein­gemeindungsangelegenheit der Stadtverordneten- Versammlung von Mainz und dem Gemeinderat in GinSheim zur Annahme zu unterbreiten. Vor Kurzem wurde hier ein Mann beim Betteln festgenommen. DaS Verhör er­gab, daß der Bettler vor kaum zehn Jahren über ein Vermögen von annähernd 100000 Mark verfügte und in einer benachbarten Großstadt noch wohlhabende Ver­wandte besitzt. Nachdem er aber fein Geld durchgebracht hatte und von seinen Verwandten fallen gelaßen worden war, ging es mit ihm immer mehr bergab, so daß er jetzt mit Betteln fein Leben fristet. (Mz. Tgbl.)

Kleine Mitteilungen au5 Hessen und den Nachbarstaaten. Zu dem Au t o m o b i l u n al ü ck .das sich am Tage vor dem Gv rbon Bon n e t t-Rennen bei Dorn­holzhausen ereignete und nwvei der Besitzer deSHotel be Rome" in Berlin, Mühling, bekanntlich so schköer verlebt nnirbe, daß er zwei Tage darauf im Homburger Krmikenhaus starb, erfahren wir, daß die Witwe des Verunglückten gegen den Besitzer des Automobils, den Hotelbesitzer Uhl aus Berlin, eine Entschädigungsklage im Betrage von 1 Mi Ilion Mark angestrengt hüt. Ant Sonntag sand auf dem Weiler Zipfen eine gut besuchte Zusammenkunft älterer und jüngerer Angehöriger des KorpsH aff i a" von Gießen statt. Es spracl^en Regierungsakzessist Scriba-Langstadt, stud. jur. Daudt-Metz, stud. meb. ct rer. uat. Houy-Hanau, stud. jur. Sesier-Offenbach. In Alsfeld starb am 29. v. M. der kgl. Postmeister a. D. Ludn^'iceb im ^pensjahre. _

vermischter.

* Prinzessin Lu isc von Sl ob n r9 verschwunden. Tie Prinzessin, die seit zwei Jahren in der Heilanstalt Linden­hof in Coswig untergebracht und i-it zwei Wochen sich in

Bad Elster zur Kur aufhielt, ist von dort in her vergangenen Nacht spurlos verschwlmden. Die Prinzessin soll nachts mit zwei Herren und einer Begleiterin durch ein nach einer stillen Landstraße hin belegeneS Fenster ihrer Wohnung mittels Leitern hinabgestiegen sein. Unten auf der Straße wartete bereits ein einem im Bade ansässigen Herrn gehöriges Automobil. ES wird vermutet, daß die Flüchtlinge über die österreichische Grenze ge­fahren sind. Bis jetzt waren die angestellten Nach­forschungen ohne Erfolg. Wie bekannt, hat Prin­zessin Luise von Koburg vor längerer Zeit mit dem ehe­maligen österreichischen Ulanen-Oberleutnant Grafen Gäza Nlatta chich-Keglevich in Beziehungen gestanden. Graf Mattachich ist bann wegen Wechselfälschungen mit Zuchthaus bestraft, die Prinzessin für geistig nicht normal erklärt und in der Heilanstalt untergebracht worden. Schon im Sommer deS vorigen Jahres weilte sie für einige Wochen zur Kur in Bad Elster. Weitere Nachrichten über baß Verschwinben der unglücklichen Frau werben abzuwarten sein, ehe man ben in Dresden umlaufenden Gerüchten von einer Entführung der Prinzessin Glauben schenken darf. Prinzessin Luise ist bie Gemahlin deö Prinzen Philipp von Sachsen-Koburg und Gotha, eine Tochter beß Königs der Belgier und steht im 47. Lebensjahr. Die einzige Tochter, Prinzessin Dorothea, ist seit sechs Jahren mit dem Herzog Ernst Günther w Schleswig-Holstein, einem Schwager des deutschen Kaisers, verheiratet.

* Essen, 31. Aug. Bei einem wegen Geschäftsdifferenzen ausgebrochenen Streit erschoß der Zigarrenhändler Schäfer den Friseur Kutsch. Der Mörder wurde ver­haftet. In Hüsten in Westfalen nahm der Handlanger Schtotmann in einem Deliriumanfalle nachts ein Dolchmeffer und zerfleischte drei sch la f en d e Kollegen in entsetzlicher Weise; einer von ihnen ist bereits tot.

* Remagen, 31. Aug. 9liif einer oberrheinischen Tour begriffen, fuhr ein reicher Holländer mit einem Automobil in schnellstem Tempo durch Remagen. Hierbei wurde eine Frau überfahren und tätlich verletzt. Der Auto­mobilist wurde verhaftet.

JoachimSthal (Nm.), 31. Aug. Ein Familien­leben in beschleunigtem Verfahren schildern die standeSanttlichen Nachrichten in der hiesigen Zeitung. Das Standesamt veröffentlicht bie Anmeldungen in der Zeitung nur immer monatlich. AuS dem Juli wird diesmal u. a. folgendes bekannt gemacht: Aufgeboten am 2. Juli: der Malermeister W. Stegemann mit Karoline Kaffube, beide in JoachimSthal. Eheschließungen am 16. Juli: der Maler­meister W. Stegcnmnn mit der Schneiderin Karoline Kaffube, beide in JoachimSthal. Geboren am 18. Juli: dem Maler­meister W. Stegemann in JoachimSthal ein Zwillingspaar, Lina und Meta. Gestorben am 18. Juli: Lina Stege­mann, 4 Stunden alt. Dieta Stegemann, 15 Stunden alt, beide in JoachimSthal.

Göttingen, 31. Aug. Bei den Manöver­übungen in der Umgegend von Moringen wurden heute zwei Artilleristen überfahren und getötet, ein dritter lebensgefährlich verletzt.

* Straßburg i. Els., 31. Aug. In Kneuttingen wurde durch eine Dynamitzündkapsel ein Knabe tätlich verletzt. Der Geflügelhändler PrenterSheim in Hagenau erstach im Streite seinen 22jährigen Sohn.

K openhagen, 31. Aug. Bei der Großsirma Holger & Petersen wurde heute ein Diebstahl von 15000 Kronen entdeckt. Daß entwendete Geld bestand in neuen Zehnkronenscheinen. Alß der Kassierer heute die Gehälter auSzahlen wollte, wurde baß Fehlen der Summe festgestellt. Die Polizei visitierte sofort baß gesamte Personal, aber ohne Erfolg. wird angenommen, daß der Dieb, da der Diebstahl ohne Anwendung von Gewalt verübt wurde, mit den Lokalitäten vertraut gewesen ist und einen Nachschlüssel besessen hat.

Paris, 81. Aug. In Sermatze zerstörte gestern eine Feuersbrunst 14 Wohnhäuser. Der angerichtete Schaden beziffert stch auf mehrere hunderttausende Francs.

* Wien, 31. Aug. Wie tschechische Blätter melden, sollen bei den Hebungen an der sächsischen Grenze vom 21. Infanterie-Bataillon 16 Mann infolge der er­littenen Strapazen gestorben und zirka 160 schwer erkrankt sein.

Kiew, 31. Aug. In der letzten Nacht ereignete sich in dem Gepäckwagen eineß von hier nach Odessa abgegangenen gemischten Zugeß nicht weit von hier eine Explosion, bei der ein Schaffner verwundet und der Wagen zerstört wurde. Unter den Trümmern wurde ein Korb aufgefunden, der anscheinend Pulver enthalten hatte. Der Korb war Eigen- htm deß verletzten Schaffners.

* St. Louiß, 31. Aug. Sieger bei den Versuchen mit lenkbaren Luftschiffen blieb Tom Linson. Er landete 320 Kilometer von Washington.

Ein Haftbefehl gegen die Frau Major von Sydow, die, wie wir seinerzeit ausführlich berichteten, wegen mehrfacher Mißhandlung ihrer eigenen Tochter von der Strafkammer in Braunschweig zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde, war von der dortigen ersten Ferienstrafkammer erlassen worden. Der Verteidiger der Ver­urteilten ethob jedoch hiergegen Einspruch bei dem Ober- landeßgericht, baß baraUshin jetzt bie Aufhebung beß Haftbefehls gegen Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 15 000 Mk. verfügt hat. Frau von Sybow befinbet sich, dem Vernehmen nach, zur Zeit in einer thüringischen Nerven-Heilanstalt, ein Fluchtversuch ihrerseits wurde daher als nicht vorfiegenb erachtet. Im übrigen hat be­kanntlich Frau von Sydow gegen baß Urteil bie Revision beim Reichsgericht in Leipzig einlegen lassen; bie Verhand­lung vor dem höchsten Gerichtshof wird schon in nächster Zeit ftattfinben.

Ein wahrer Rattenkönig vonProzessen wird dem Antwerpener Petroleumbrand folgen. Die Firma Eiffe u. Co. verklagt die American Petroleum Com­pany und diese wieberum die Hollanda Beige (Rothschild). Die letztere wird gegen die Gesellschaft Metallurgiquc klagens bie die Felbschmiede hat aufstellen lassen, in der sich daß Petroleum entzündet hat, und die Metallurgique wiederum macht den Unternehmer Markhienne vor Gericht verantwort­lich, dem die Arbeiten anvertraut wären. ist wahrsche«