Nr. 205
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Erstes Blatt.
154. Jahrgang Donnerstag 1. September 1904
Giehener Anzeiger
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Amts- und Anzeigeblatt für den weis Gießen
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verantwortlich für den pout und allgem. Deilr P. Wittko: für .Stadt und Land^ -Gerichtesaal": August Goetz; für den An- zeigentell: HanS Beck.
Die heutige Wummer umfaßt 8 Seiten.
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'-äte und viele Wagen.
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Volttische Tagesschau.
Schlechte Zeiten für die rechnenden Hausfrauen sind inr Anzüge. Ans dem Lebensmittelmarkt drängen die Preise aufwärts. Der Mangel an frischem Gemüse zwingt grvsie Teile der Bevölkerung, den Gemüseverbrauch einzuschränken und dafür mehr Kartoffeln und Mehl zu konsumieren. Küchen, die zu einem bestimmten Sähe eine Anzahl Personen zu beköstigen haben, sind ohne Vermehrung her Mittel nicht iit bet Lage, beut Gemüse die Rolle im Speisezettel anzuweiscn, die cs im Sommer einzunehmen gewohnt ist. Cr§ hält auch smwer, Konservengemüse für beit Winterdebarf zu erstehen. Viel- fach lehnen es btt- Konservenfabriken überhaupt ab, setzt schon Mchlüssc für Lieferungen im Winter zu machen. 'Die Preiserhöhungen auf dem Gemüsemarkt sind besonders schwer zu verfolgen, weil oft bei gleichbleibendeui Preis Qualität und Quantität erheblich zurii.kgehen. Immerhin sei für eine Sieihe mitteldeutscher Städte festgestellt, das, wahrend des «ionnts August im Kleinhandel der Preis für das Pfund grüne Bohnen von 15 auf 25, für den Kopf Blattsalat von 7 auf 10, bei ims iu Giefien sogar auf
Deutsches Deich.
Berlin, 31. Aug. Heute unternahmen der Kaiser unb die Kaiserin einen Spazierritt. Der Kaiser hörte später den Vvr- tmg bcS ChefS hes ZiVilkabinettS Tr. v. Lucanus und begab sich bann nach Berlin, um einer Probe von „Copclia" im kgl. Opernhaus beizuwohncn unb das Frühstück beim GeneraliMen- dcrnten v. Hülsen einzrmehmen.
— Lord LonSdale reiste heute von London nach Berlin, um als Gast deS Kaisers an den Manövern teilen* nehmen.
— Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: In Serbien, wo bisher Paßzwang bestand, ist kürzlich die Patz frei h eit ein geführt worden. Diese Berstlnserleirbierung bleibt indessen, für Reisende, die ans dem Wege von und nach Ungarn die scrckusmc Grenze überschreiten, biS auf weiteres praktisch wertlos, ^.enn narb dem am 1. August in Kraft getretenen Otesetz, über das Patzwesvn und den AuSftthrungSbesrimwnMen zu demsewen blecht der PaßzNNNg mit Serbien und Rumänien bestehen. CS sind insolaeddssen in der letzten Zeit ntcbtfad* Reisende, du» mau mit Pässen versehen waren oder deren Pässe nicht auSdrücnim auf Serbien anSgestcllt hxrrcn, auf ber inttTtinnd^it Grenzstation Semlin angehalten und an der Wefterreise verbmdett worden, selbst iv-enn sie durchgehende Fahrkarten nach Softa. Konstantinopel nsw. hatten. Umyrkebrt sMn süb R/ts>mde, die von und durst» Serbien kommend olMe Pan ungarisches Gebiet betreten w-ollen, her Gefahr anS, nickst nach Unstarn berewae tchen zu werden. CS ist also nack, wie vor zu empfehlen, zur Reise nach Serbien sich mit einem ordnungsummücn P ässe zu
per Krieg zwischen Japan und Außland.
Die Schlacht bei Liaujang.
Um die russischen Stellungen vor Liaujang tobt noch! ftrtmer der Kampf. Kuropatkin ist es nicht eingefallen, die seit längerer Zeit mit allen Mitteln der Feldbefestigung hergerichteten Positionen ohne Widerstand zu räumen, wie ihm schon mehrfach nach-gesagt wurde. Ebensowenig lag es wohl in seiner Absicht, hier sich zur Entscheidung desl Feldzuges für die nächH Zeit zwingen zu lassen. Die erstrebt er nach Ankunft der drei noch unterwegs be- ftndlichen Armeekorps. Er wollte wahrscheinlich die Schlacht abbrechen und nach Norden abmarschieren, sobald er glaubte, durch den Widerstand bei Liaujang die Japaner derartig aufgehalten zu haben, daß sie zu einem weiteren Vormarsch erhebliche Zett gebrauchen. Jetzt aber scheint es, als wenn die Tage von Liaujang die Pläne K'uropat- kins vielleicht boch durchkreuzen werden. Japanischerseits werden atterbingg keinerlei Kunstbewegungen gemacht, sondern die gegen diesen Punkt vereinten Armeen greifen die russischen Stellungen mit allen ihren Kräften an, wie bisher Menschenopfer nicht scheuend, und suchen sie mit Sturm zu nehmen. Ohne große, sehr große Verluste wird sich das jedenfalls nicht durchführen lassen, ja es ist immerhin fraglich, ob überhaupt ihre Angriffsbewegungen sie zum Ziele sichren. Mas die Zahl der Streiter anbelangt, die auf beiden Seiten eingesetzt werden, so können die Ruffen, von deren acht Apmeewrps der Mandschurischen Armee drei noch nW eingetroffen sind, vor Liaujang raunt mehr als 150 000 Mann versammelt haben, da die Sollstärke der fünf Korps kaum 200 000 Mann erreicht. Die Japaner können wohl erheblich starker au [treten, denn von den Kräften ihrer Gesamtarmee geht nur das Belagerungskorps vor Port Arthur ab, dessen Stärke verschieden angegeben wird, immerhin 60 000 bis 70 000 Mann betragen dürfte, und bann — die Verluste, die trotz aller Beschönigungen sich, doch so um die 25 — 30000 belaufen. Dennoch könnten gegen Liaujang immerhin weit über 300 000 Mann eingesetzt werden, sodaß dort der Angreifer um sehr viel mehr als die Hälfte stärker aufzutreten in der Lage ist wie dar in der Defensive sich schlagende Gegner.
Wenn es den Japanern nicht gelingt, bte Russen zur Räumung der Stellungen und zum Abmarsch auf Mukden zu zwingen, dann ist der japanische VorMcrsch zum Stehen gekommen, und an Rußland ist es, vorzugehen. Gelingt es den Japanern, Liaujang zu nehmen, sp bedeutet das für sie lediglich — weiteren Vormarsch in das Innere nach Norden und neue Schlachten mit der immer stärker werdenden feindlichen Armee. Nach den bisherigen Ereignissen, auch nach einer Räumung Liaujangs, denkt Rußland an keinen Frieden, sondern erst recht an den Krieg.
Es liegen heute folgende einander wieder sehr widersprechende Meldungen vor, je nachdem ob sie russisch oder japanisch-offiziös sind!
Liaujang, 31. Aug. (Reuter.) Die Schlacht nimmt chren Fortgang. Das Geschützfeuer war heute nicht so heftig wie gestern. Die Iapa n er;machten eine Be we gun g um die russische linke Flanke. Auf beiden Seiten sind zusammen über eine halbe Million Mchnn un b 1300 Geschütze beteiligt. Es befinbet sich so gut wie die gesamte Macht beider Heere in der Feuer- linie.
Mukden, 31. Aug., 4 Uhr 15 Min. nachts. (Ruff. Tel.-Ag.) Während der letzten Nacht kam hier ein Zug mit über 200 gestern bei Liaujang gefangenen Japanern Uurch ntnb fuhr nach Norden weiter. Wieitete Transporte werden heute erwartet. Es heißt, die Javaner hatten mehrere Bajonettkämpfe auszuhalten, alle ihre Angriffe auf der ganzen Front wurden zurückg esch la gen. Der Feind hatte g r oße Verluste unb ließ über 40 Kanonen zurück. Die
15 Pfg., für 10 Stück Gurken von 4k> auf 50, für den Kopf Mrsing- und Weißkohl je um 5 Pfg. stieg.
Im Getreidegeschäft haben zunächst die Groß- handelpreise scharf angezogen. An den deutschen Frucht- märkten betrug der Durchschnittspreis für den Doppelzentner Weizen im Juli 17.20 Mk. In Schlesien, Bayern und Württemberg ging der niedrigste Preis noch bis' zu 10 Mk. herab. Ende August war auch die geringste Qualität nicht Mter 15.50 Mk. zu haben, und für gute Qualität wurde bis zu 20.50 Mk. bezahlt. Noch fräftiger war die Preissteigerung bei Roggen. Hier schwankte für den Juli der JBretä zwischen 10 und 16.10 Mk. pro Doppelzentner. Ende August war die niedrigste Notierung 1L20 Mark. Im allgemeinen standen die Brotgetreidepreise wahrend des August höher als' im Vorjahre, aber bei Roggen doch noch niedriger als im August 1902.
Die Karto ff elpreise sind im Laufe des August etwas zurückgegangen, allerdings' viel weniger, als es sonst von Juli auf August der Fall zu fein pflegt. Namentlich sind die Preise für die geringsten Sorten relativ ziemlich hoch. Butter, Milch und Eier haben durchweg im Preise angezogen; am stärksten in Rheinland-Westfalen unb in Schlesien, wo namentlich die Erhöhung des Milchpretses stark ins Gewicht fällt. Weit günstiger bewegten ich für den Konsum die Viehppeise. Ter Futtermangel drängt schon gegenwärtig zu stärkerem Verkauf, was aus dem erhöhten Angebot von Schweinen und Kälbern auf den Märkten hervorgeht. Die Kälberpreise sind weiter gesunken, während die seit Mai beobachtete Preissteigerung ür Schweine einer Preisermäßigung Platz gemalt bat. Für die Konsumenten kommt allerdings die Verbilligung des Schlachtviehs in den Detailpreisen für Fleisch noch Nicht zum Ausdruck.
Mit bemerkeuÄoerter Entschiedenheit wird neuerdings von offiziösen Organen — und solchen, die sich den Anschein geben, Sprachrohr der Regierung zu sein, — der Gedanke einer Vermittlung zurückgewtestn. Rußland will danach unter allen Umständen fest bleiben und seinem Gegner in einem zweiten Feldzug. der in Vorbereitung ist, die errungenen Erfolge wieder abnehmen. Unter diesen Umständen könne der Eifer für baldige ssiüedensstiftung nur der geheimen Llbsicht entspringen, eine über kurz oder lang mögliche Wendung des Schlachtenglücks zu verhüten und rasch ein Siegel auf Japans Sieg wie auf Rußlands Niederlagen zu drücken. Interessant ist, wie zu verstehen gegeben wird, daß nicht einmal in dem mit Japan verbündeten England der Vermittlungseifer, mit den gekennzeichneten Zielen, so lebhaft sei, wie in Frankreich. Deleassö, der französische Minister deS Auswärtigen, lasse in London und in St. Petersburg seine Botschafter auf. dem Sprunge stehen, um die leffeste russische Friedensanwandlung im Sinne der französisch- englischen Ännöherungspolitik auszunützen. Mit anderen Worten, Herrn Delcassä ist ein FriedenSschlutz auf Kosten Rußlands gar nicht unwillkommen. Noch mehr, /r arbeitet darauf hin., Del- eassö wird dabei wohl noch mehr int Auge haben, als die Absicht, nach Beendigung des Krieges Rußland mit, England friedlich zusammen zubringen. .Delcass^, der nickst leicht eine ihtn angetane Kränkung vergessen soll, ist während der Valkanwirren von Petersburg aus wiederholl scharf zur Ordnung gerufen worden, wenn seine Politik der russisckien zuwiderlief und fast wie eine Ermunterung der Aufständischen-Bewegung aussah. DelcassS mutzte den Tadel einstecken. Es läßt sich also denken, daß er, olMhm mehr Freund Englands wie Rußlands, die Demüttgung Ruß- lands mit einiger Genugtuung empfinden tvürde. ____
versetzen.
BreSlau tumS in der
St. LouiS.
Der Fehlbetrag im Reichshaushalt f£r 1903, den wir gestern schon rnitgetellt hüben, ist nicht jb groß, als man hrer und da erwartet hatte. ÄerhältnrA- mäßig bescheiden erscheint z. B. die Etatsüberfchreitmrg von unaefähr 500000 Mk bei der Marin ev er wakt- un g, insofern, well gerade hier das Unvorhergesehene efote Rolle zu spielen pflegt. Daß aber für, die Wel tau s stelL- un g in St. Louis, für bte offizielle deutsche BedelliA- ung, 743 000 Mk. über den Anschlag und die Reichstags- bewllligung hinaus erforderlich gewesen sind, wird die Zahl' der Ausstellungsgegner verrnichren helfen. Der po litt s ch e Wert solcher Beteiligungen des Reiches ist kaum! beträchtlich, obschon et hauptsächlich geltend gernkcht wird. Die deutsche Abteilung stellt sich ja nach den Schll- demmgen verläßlicher Beurteiler als höchst gelungen unb glanzvoll bar; aber in Zeiten wie den jetzigen, wo das Reich allenthalben Geld braucht und allenthalben Sparsamkeit gepredigt wird, muß man sich eben nach der Decke strecken und die Repräsentation mehr den privaten Ausstellern überlassen. Daß diese Letzteren im allgemejnKn sehr hoffnunasfreudig in Bezug auf Bestellungen zurückkehren, ist leider nicht anzunehmen. Der Besuch der Ausstellung hat die Erwartungen nicht erfüllt, und das Publtz- kum drängt sich mehr und mehr um die Stätten, die beim Nnterhaltungsbedürfnis entgegenkomtnen. In diesem Jahre sind die Vergnügungen zum Dell noch besondets grobkörniger Art, entsprechend dem Geschwack der amerikanischen Bevölkerung. Sensation mit Roheit gemischt. Wir haben' Bilder gesehen aus dem häuslichen Leben der „malarischen" Bolksstämme, deren Vertreter die AuSstelltmg mit ihrer Anwesenheit beglücken, daß einem die Haut schaudern konnte. Es fehlt schließlich nur noch daS naturgetreue Schauspiel eines Lynchjustizakt e s, um die Vielseitigkeit der „Landeseigentümlichketten" vollständig zu illustrieren. — Die Schaustelümgen mögen ein notwendiges liebet fein, um den Massenbesuch anzulocken; andererseits ist unverkennbar, wie sie mit jeder neuen Ausstellung mehr dazu beitrvgen, daß die Säle mit den Erzeugnissen der Industrie und des Gewerbes, den Schöpfungen der Kunst veröden. Der Reichstag wird jedenfalls die Etatsüberschreitung von St. Louis nich^ ohne weiteres hinnehmen.
L i au j an g, 81. Aug., abends. (Reutet.) Die Russen Nückten längs der Eisenbahn nach Süden vor.
Liaujang, 31. Aug. (Reuter.) Die Japaner ntachten gestern einen letzten Angriff gegen 7 Uhr abends auf dem Wege von Fonghwangtscheng. Ein un- reaelntäßiges Gewehrseuer dauerte bie ganze Nacht. Heute bei Tagesanbruch begann die Schlacht wieder.
London, 31. Aug. Die Abendblätter veröffentlichen eine Liaujanger Dpahtung, naich zvelcher die Japaner bereits im Besitz einer Vorstadt von Liaujan g sind. Die Schlacht dauert fort. Es kommen beständig "rische japanische Truppen an.
Rom, 31. Aug. Am 16. TagederKämpfe^umLiau- jaug sind die Japaner in 13 Kämpfen Sieger geblieben. Zwei Angriffe der Japaner wurden zurückgeschlagen. Die ganze russische Armee ist ca. 20 Kilometer zurückgeschlagen worden. Die Japaner strengen alle Kräfte an, um Liaujang einzuschließen. — In der Südftont erlitten die Russen furchtbare Verluste. Pie Stellungen für die Artillerie suchte Kuropatkin selbst , aus. Der Rückzug der Russen am 26. erfolgte anfangs in guter Ordnung. Als aber schließlich heftiger Regen eintrat, lösten sich die russischen Kolonnen in wilder Flucht auf. Um eine russische Fahne erfolgte ein luftiger Kampf, wobei die Russen in furchtbarer Weise von den Japanern niedergemetzelt wurden, biS die Fahne schließlich zerfetzt in iapanifche Hände fiej. .(Derartige Privatmeldungen sind mit größer Vorsicht aurzunehwen. Daß man in Rom besonders gut vom Krstgsschauplatze orientiert werde, hat man bisher jedenfalls noch nicht betnerft.)
Liaujana, 31. Aug. Tje Japaner drangen unaushaltiam gegen die russischen Stellungen vor, und zwar besonders gegen die Ostfront. In großen Mengen setzten die Japaner über den Bensokvff-Fluß, baitd) ihre Artillerie gedeckt. — Bei dem gestrigen Artilleriekampf schossen die Japaner ganz methodisch auf bestimmt abgegrenzte Quadrate, die sie mit allen Geschützen auf einmal beschossen. ,Trotzdem waren die russischen Verluste verhältnismäßig gering. Nach vierstündigem Artilleriefeuer erfolgte eine Attacke fettens der Japaner in der ganzen Ausdehnung der russifckwn Front. Allmählich ließ däS Artilleriefeuer der Japaner nach, ohne daß diese ihr Vorrücken aufgaben. Heute sind bte Japaner in einer Stellung, die einen allgemeinen Infanterie augriff ermöglicht. Tie Ruffen hielten bis jetzt den japanischen Angriffen stand.
Port Arthur.
Petersburg 31. Aug. Aus Dschifu wird gemeldet, daß die Iapaner an der Westfront von Port Arthur bie Quar an- täne-Baracken und das Do rfDajangou besetzt haben. BiS zum 29. b. M. sind alle japanischen Stürme erfolgreich abgeschlagen. Kein Fort von Bedeutung fet in-japanischem Besitz.
Eia hetzender „Prophet".
Petersburg, 81. Aug. Aus Bijsk (Gouv. Tomsk) wird gemeldet, daß der vor einigen Wochen im Mtaigebiet aufgctauchte „Prophet" Airot verhaftet und die unter den Kalmücken eingetretene Gärung unterdrückt morben ist. _ Der Prophet, dessen Anhängerschaft mehrere tausend Mann erreichte, soll kal- mücsischer Herkunft sein und lange in der Mongolei gelebt haben. Er behauptet, daß sich die Bewegung um eine Agitation gegen die Russen handle, bie von Anhängern der Japaner oder direft von den Japanern auSging.
Zurückweisung der Vermittlung.
russischen Verluste sind unbefamtt
Tokio, 31. Aug. (Amtlich.) Heber die Kümpfe am 25., 26. und 27. August in der Richtung auf Liaujang wird berichtet: Die erste Armee begann am 25. August den Angriff auf den Frind, der eine starke Stellung auf einem der steilen Bergzüge 23 Meilen südöstlich von Lrauzang inne hatte. Am Spätabend des 25. August gelang es dem japanischen Zentrum1 nach einem Baj onettangrtf seiner Infanterie, die Stellung der Russen an dieser Stelle zu nehmen. Aber der rechte unb der linkeAlügel setzten den hartnäckigen Widerstand fort. AM 26. August wurde der erbitterte Kampf wieder aufgenommen, aber der Widersta nb der Russen blieb ungeschwächt. AM Spätabend warf der rechte Flügel der Japaner natch blutigem Kampfe die linke Flanke der Russen und erbeutete acht Geschütze. Am 27. August nahmen alle japanischen Kolonnen den Kamp wieder auf, und bei Sonnenuntergang war die ganze Linie der feindlichen Stellungen in dre Hand der Japaner gefallen^ Diese hatten ungefähr 200 Mann verloren. Zur gleichen Zeit marschrerten die anderen japanischen Armeen auf MnsckMntschang »l öün wo sich bet Feind ohne «r d er sta nt> zU tu ck z o g. Die Japaner verfolIten bett Urb, wähtend anbete japanische OTMtutigett ihm bett West aMmtien. Det darauf in «ußerstet Äetwirtnnst in her Nwliunst auf Liaujang, wobei et anscheinend be- t r a di 11 i cl) c Net lüfte durch das Feuer bet Japauet , liitt Tiefe erbeuteten acht Feldgeschütze, Munitionsvot.


