Ausgabe 
31.5.1901 Zweites Blatt
 
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sationsformen zu treffen. Ausschuß des Gesmntverba

Abg. Franken wird aus dem

ein der

Reifsinger - Mainz, Prof. Dr. H. Freund-Straßburg, Dr. Wehmer-WieSbaden und Dr. Scherer-LudwigShafen. In einem Nebenraume halten die Firmen B. B. Caffel, medi­zinische- Spezialhaus (Frankfurt), praktische Neuheiten und B. Teubner (Frankfurt) Mufflers sterilisierte Kindernahrung ausgestellt. Um 41/, Uhr begann im Hotel Viktoria das , emeinschaftliche Mittagessen. Als nächstjähriger Kougreßork wurde Soden im Taunus gewählt.

fc. Bingen, 29. Mai. Das 2*/, Jahre alte Söhnchen des Direktors der Baugewerkschule Tölg fiel in eine im. Garten steheade Bütte mit Wasser und ertrank.

fc Frankfurt a. M., 29. Mai. Im vorigen Jahre, un­gefähr zu derselben Zeit, als König Humbert von Italien ermordet wurde, wurde an einem Sonntagabend in der ^aiserstraße hier von zwei Zivilisten ein Mann dingfest ge­macht, der einen Unbekannten durch Mefferstiche schwer ver- etzt hatte. Der Festgenommene, ein gewisier Theinhardt aus Berlin, wurde in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert, der Verwundete in das städtische Krankenhaus verbracht. Aus diesem verschwand er nach 24 Stunden spurlos und i war in der Anstaltskleidung, mit Binden und Bandagen am köpf usw. Den Aerzten war es ein Rätsel, daß der Mann »er seinen schweren Verwundungen hatte entweichen können. Er ist nun trotz eifriger Nachforschungen in ganz Deutschland nicht aufzufinden gewesen, und Theinhardt hat vor einigen Wochen nach neunmonatlicher Untersuchungshaft entlasse» werden müsien, da seine Behauptung, er sei der angegriffene Teil gewesen, bei der Unauffindbarkeit des Hauptzeugen nicht u entkräften war. Am selben abend war in der Alten Mainzer Gasse ein Mensch in schwer verletztem Zustande aufgefunden worden. Auch dieser verschwand nach zwei Tagen aus dem städtischen Krankenhause und konnte nicht mehr aufgefunden werden. Man nimmt an, daß eS sich um Anarchisten handelt.

Frankfurt, 29. Mai. Heute vormittag erschoß sich in seiner Wohnung der etwa 35 Jahre alte GerichtSaffeffor bei dem Kriegsgericht der 21. Division Gustav Hoertsch. Er war erst vor drei Tagen von Mainz hierher verzogen. Der Lebensmüde hat Briefe hinterlaffen, aus denen hervorgeht, daß er wegen eines Nervenleidens freiwillig in den Tod ge­gangen ist. Am ersten Feiertag stürzte der Kalkbrenner Schnell auf der Festeburg bei einer Reparatur an dem Brunnenschacht in die Tiefe und ertrank. DaS Seil, an dem der Unglückliche Herabgelaffen wurde, riß und er stürzte in den 34 Meter tiefen Brunnen, in dem das Waffer etwa 4 bis 5 Meter hoch stand.

Soden, 29. Mai. Der Fremdenverkehr war an den Pfingstfeiertagen kolossal, daß an beiden Tagen nach 3 Uhr nachmittags 9 Züge mit je 20 bis 25 Wagen von hier abgelaffen werden mußten. Die KurhauSterraffe und die WirtSgärten waren den ganzen Nachmittag über total besetzt. Unsere Wirte machten ein sehr gutes Geschäft.

» Kleine Mitteilungen anS Hessen und den RachbarstanteN. Wir haben erst kürzlich erwähnt, daß auf dem Wege zwischen Eltville und Walluf ein Unbekannter die Straße mit Schuhnägelu bestreut hatte, wodurch die Räder der dort verkehrenden Radfahrer für einige Zeit un- brauchbar wurden. Neuerdings, am 2. Pfingstfeiertage, war wiederum die von Bingen rheinabwäris führende Chaussee nach Koblenz vielfach mit Schuhnägeln bestreut und dies hatte eine große Anzahl Radbeschädigungen zur Folge.

Nürnberg, 29. Mai. Ter Berbandstag des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes beauftragte den Vor­stand, eine Einigung mit dem Zentralverein der Former herbeizuführen. Tie Sitzungen werden, entgegen der sonstigen Gepflogenheit, polizeilich überwacht, anscheinend wegen der Teilnahme des Anarchisten Parlowitsch-Berlin.

Missionsfest begangen. Als Festplatz diente der bei kirche gelegene freie Grasgarten, der ehemalige Friedhof. Pfarrer Weber aus Lang-Göns und Misfionsdirektor HacciuS aus Hermannsburg predigten. Herr HacciuS predigte über die Missionsverhältnisse in Süd-Afrika und betonte Haupt-

Aus Stadt und Zand.

Gießen, den 30. Mai 1901.

d. Oppenrod, 29. Mai. Gestern wurde hier

sächlich die Schädigung der Mission durch den Krieg, die erwachte und teilweise von England unterstützte Wildheit der Eingeborenen, die Grausamkeiten und Roheiten den englischen Soldaten, sowie die Entbehrungen der von England ge­fangenen Hermannsburger Missionare, deren Zahl sich auf 16 belaufe, von denen mehrere schon über ein Jahr in Ge­fangenschaft lebten. Einige von dem Redner vorgelesene Briefe dieser Missionare schildern deren große Not. Wesent- lich verschönert wurde das Fest durch die Mitwirkung des Kleinlindener PosaunenchorS und Kirchengesangvereins, der mehrere Volkslieder vortrug. Die Gastfreundlichkeit der hiesigen Bewohner zeigte sich bei dem Missionsfeste wieder, indem diese die Gäste in ihren Häusern bewirteten.

A. Kloster Arnsburg, 29. Mai. DaS JahreSfest des Rettungshauses wurde wieder, wie alljährlich, am dritten Pfingsttage gefeiert. Dieses JahreSfest steht in der ganzen Umgegend in großem Ansehen und wird sehr zahlreich be­sucht, ganz besonders sind eS die Pfarrer, die mit ihren Konfirmanden erscheinen. Festprediger waren Pfarrer Kaiser aus Frankfurt a. M. und Hofkaplan Palmer aus I Schönberg.

Mathematiker - Kongreß.

ui.

P. Gießen, 30. Mai.

Gestern nachmittag 2V2 Uhr versammelten sich über 50 Herren an der Universität, um die Gail'sch en Thonwerkc zu besichtigen. Ingenieur Wagenschein empfing die Tew

Ausland.

London, 29. Mai. DaS Amtsblatt veröffentlicht die Verleihung deS Titels eines Freiherrn von London und Kapstadt an Sir Alfred Milner.

Brüssel, 29. Mai. Die für das allgemeine, gleiche Wahl­recht mit proportionaler Vertretung eintretenden liberalen Gruppen des Senats und der Kammer beschloffen heute, in der Kammer den Antrag zu stellen, die Regierung möge eine Volksabstimmung herbeiführen, in der das Land be­

kunden soll, ob eS für oder gegen die Einführung des all- emeinen gleichen Wahlrechts mit proportionaler Der tretung ist.

Der Generalrat der Arbeiterpartei beauftragte bie ozialistischen Deputierten, gegen die Vorlage betreffend den Abschluß eines neuen Vertrages mit dem Kongostaat und { egen jede Vorlage zu stimmen, die die Annexion deS Kongo- :aaleS bezweckt.

Paris, 29. Mai. ES heißt, daß Delcasss, der gestern nach Paris zurückgekehrt ist, feine Zustimmung zum Empfange einer außerordentlichen marokkanischen Gesandtschaft von der vollständigen Erfüllung deS laufenden französischen Ultimatums abhängig macht. DerFigaro" erklärt, der jüngste Zwischenfall habe die französische Politik Marokko gegenüber dahin gekennzeichnet: Frankreich wünscht keine nlitärische Operation in Marokko und es würde sich zu einer olchen nur in zwei Fällen entschließen: wenn der Sultan von Marokko sich als schlechter Nachbar zeigen oder wenn irgend eine europäische Macht beanspruchen würde, Frankreich )aS Uebergewicht in diesen Gebieten streitig zu machen. Man werde diese einfache Frage in Tanger und anderswo verstehen.

Madrid, 25. Mai. Kriegsminister General Weyler erklärte, daß er ohne besondere Ausgaben drei neue Armeekorps organisieren könne, die jeden Angriff auf die .Halbinseln zurückzuschlagen im Stande sein würden. Die Korpsmanöver werden fortan zweimal im Jahre stattfinden.

Wien, 29. Mai. Der HeeresauSschuß der ungar­ischen Delegation nahm das Heeres-Ordinarium als Grundlage für die Sozialdebtte an. Bezüglich der Einführ­ung der zweijährigen Dienstzeit erklärte der Kriegs­minister, dieselbe werde große Opfer fordern. Mit erhöhtem Rekrutenkontingente würden auch bei dreijähriger Dienstzeit )ie gewünschten Vorteile erreicht werden.

Abgeordnetenhaus. Bei der Beratung der Wasserstraßenvorlage erklärte Abg. Wolf, die All eutschen könnten nicht für die Vorlage in ihrer Gesamtheit timmen, sie begrüßten jedoch die Regulierung der Flüsse ympathisch, ebenso den Umstand, daß der Bau der böhm­ischen Kanäle die natürlichste Vorbereitung für ein zoll- politisches Bündnis mit dem Deutschen Reiche sei. Redner reantragt, die Beratung deS Gesetzentwurfes zu vertagen und denselben den Landtagen vorzulegen, deren Meinung »dann dem Parlament mitgeteilt werden soll. Der Pole kapoport Edler v. Porada sowie daS Mitglied des ver- affungstreuen Großgrundbesitz Frhr. von Kübeck hoben ne volkswirtschaftliche Bedeutung der Vorlage hervor, während der Tscheche Prasek sich gegen den Bau der Kanäle erklärte und hervorhob, daß die Vorlage eines FinanzplaneS entbehre.

Belgrad, 29. Mai. Es verlautet, der König und die Königin würden Ende Juni den Zarenhof besuchen und Königin Draga darauf in einem KaukasuSbade einen ein­monatlichen Aufenthalt nehmen.

Konstantinopel, 29. Mai. Die Pforte richtete an die Botschafter Oesterreich-Ungarns, Englands und Frankreich- Noten, in denen sie den Empfang der Noten vom 20. Mai estätigt, durch welche die drei Botschafter von den befrie­digenden offiziellen Erklärungen deS Minister- deS Aeußeren, Tewfik Pascha, in Betreff des Postkonflikts Kenntnis ehmen. Die Pforte erklärt, daß die Note der Botschafter vom 20. Mai nicht so gedeutet werden dürste, als ob die Türkei auf ihr Regal verzichtet habe, und daß in dieser Be­ziehung die Lage auf beiden Seiten dieselbe bleibe, wie vor Ausbruch des Konfliktes. Da die Pforte iudeffen keine An- pielung macht, die den Wert der erwähnten Erklärungen ülewsik Paschas herabzumindern vermöchte, bleibt der Post- Konflikt erledigt.

Yokohama, 29. Mai. Nachrichten aus Soeul zufolge brach auf der Insel Brelvart eine gegen die Ehr isten gerichtete Bewegung aus, ein französischer katholischer Missionar wurde ermordet.

Havana, 29. Mai. Der Konvent zur Beratung der kubanischen Verfassung nahm mit 15 gegen 14 Stimmen den von der Mehrheit des auswärtigen Ausschusses festgestellten Bericht an; derselbe befürwortet den vom Kongreß in Washington angenommenen Platt'schen Antrag, welcher die Aufrechthaltung der amerikanischen Kontrolle in Kuba empfiehlt.

'Donnerstagabend vor dem Neuen Palars großer Zapfenstreich ftnttfinbcn. Auf Wunsch des Kaisers wird am Freitag die Königin Wilhelrnina beim Besuch der Reichshauptstadt am Brandenburger Thor vom Oberbürger­meister Kirschner begrüßt werden. An der Begrüßung wer­den Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordneten­versammlung mit ihren Tarnen teilnehmen. Das Branden­burger Thor und der Pariser Platz werden, soweit noch die Kürze der Zeit erlaubt, geschmückt werden.

In der heutigen Sitzung des Zentralaus- schusses derReichsbank bemerkte Präsident Dr. Koch im Anschlüsse an die letzte Wochenübersicht, daß die Lage der Bank seit Ende April allmählich wieder mehr ge­kräftigt sei, die Ansprüche aber noch immer bedeutend seien. Tie Anlage von 845 Millionen Mark überschreite die gleichzeitige des Vorjahres um 33 Millionen, die von 1899 um 48 und die von 1898 um 76 Millionen. Allerdings befänden sich darunter etwa 61 Millionen Mark Schatz­anweisungen des Reichs, wovon die Reichsbank zu der gleichen Zeit im Vorjahre nichts besessen habe. Ter Metall- wert sei um 125 Millionen größer als im Vorjahre, ebenso insbesondere der Goldbestand: er sei seit 1895 noch nicht so groß gewesen. Entsprechend besserte sich die Notendeck­ung. Angesichts der Höhe der fremden Wechselkurse und mancher bevorstehenden Geld Operationen sei indessen, zumal bei der Nähe des Ultimo, eine weitere Ermäßigung des in diesem Jahre zweimal um je einhalb Prozent herab­gesetzten Diskonts nicht ratsam. Die Versammlung war mit den Ausführungen ohne Widerspruch einverstanden und er­teilte ihre Zustimmung zur Zahlung der Abschlagsdivi- dende von eindreiviertel Prozent ab 15. Juni 1901.

Zu der Vorenthaltung der den aus Militär- anwärtern hervorgegangenen Postassistenten, Postverwaltern und Postsekretären aus ihrer Probedienst­zeit zustehenden Gehaltsbezüge verlautet jetzt, daß die Postverwaltung sich zur Zahlung entschlossen und die nötigen Schritte bereits eing^leitet hat. Anspruch auf Zahlling haben alle vom 1. Oktober 1882 bis Ende Juni 1894 in den Post- und Telegraphendienst einberufenen Militäranwärter, für die es fortan besonderer Gesuche und Prozesse also nicht mehr bedürfen wird. Krätke hat sich sonach in die Reichspostverwaltung mit einer erfreulichen Maßnahme eingeführt.

Ter Parteitag der polnischen Sozialisten hat sich mit der Stellung zur Polenfrage beschäftigt. In einer einstimmig gefaßten Resolution erklärte der Partei­tag es für Pflicht der polnisch sozialistischen Partei, die germanisatorischen Bestrebungen der preußischen Regier­ung zu bekämpfen und fordert für das polnische Volk in Preußen völlige Autonomie nach dem Muster Galiziens mit obligatorischer polnischer Amtssprache. Ten Genossen in Rußland,den bewundernswerten Opfern des zarischen Despotismus" widmete der Parteitag eine Sympathieerklär­ung. Ueber das Verhältnis der polnischen zur deutschen Sozialdemokratie gab es stundenlange Debatten, in denen namentlich derVorwärts" und der sozialdemokratische Parteivorstand heftig angegriffen wurde. Es wurde be­schlossen, die bisherige selbständige Organisation beizube­halten, aber in allen allgemein politischen Fragen mit der deutschen Sozialdemokratie rusammenzugehen. Ter Parteitag protestiert ferner gegen die Entsenoung deutscher, der polnischen Sprache unkundiger Agitatoren in die pol­nischen Provinzen und bedauert die unrichtigen Darstell­ungen desVorwärts" und anderer sozialdemokratischer Blätter über die polnische sozialdemokratische Bewegung in Rußland und Preußen.

Greifswald, 29. Mai. Reichs tags st ich Wahl. Nach den bisher vorliegenden Feststellungen erhielt Behr (kons.) 6109, Gothein (freis. Ver.) 8973 Stimmen, ans 70 Landbezirkcn stehen die Ergebnisse noch aus.

Braunschweig, 29. Mai. Tie erste Hauptversamm­lung des 12. evang.-sozialen Kongresses wurde durch den Landesökonomierat Nobbe aus Berlin eröffnet. Minister Hartwig begrüßte die Teilnehmer namens der Re­gierung. Tie Verhandlungen begannen mit einem Vor­trage des Pfarrers Toerries-Hannover über die Erziehungs­pflicht der Kirchengemeinden gegenüber den sozialen Miß­ständen.

Coblenz, 29. Mai. Tas Silberjubiläum der G ö rr e s g e s e kl s ch a f t, verbunden mit der Generalver­sammlung für 1901 begann heute abend mit einer Fest­versammlung. Bischof Korum Trier und die Koryphäen der Zentrumspartei waren anwesend. Ter Vorsitzende des Orts­ausschusses, Justizrat Müller, begrüßte die Versammlung. Bischof Komm fordert für die katholische Wissenschaft freie Bahn, nach Tantes Wort,zu den Sternen". Justizrat Bachem-Köln verspricht weiteren Ausbau der Görresgesell- fchaft. Professor Freiherr v. Hertliug, Vorsitzender der Görresgesellschaft, fordert weitere Ausbildung des Laien­elementes an den Hochschulen und Gymnasien, um mit Lern ungläubigen Philosophentnm zu wetteifern.

Speyer, 29. Mai. Ter Delegiertentag der evan­gelischen Arbeitervereine erkennt die Notwendig­keit der beruflichen Organisation der Arbeiter an, hält es nicht für die Aufgabe der Vereine, berufliche Organisa­tionen ins Leben zu rufen und empfiehlt dringend, sich den Gewerkschaften anzuschließen, unter Ausschluß statu­tarischer oder prinzipiell parteipolitischer Bemssvereine. Er überläßt es den einzelnen Vereinen, die Organisations­pflicht einzuschärfen und die Entscheidung über die Organi-

r , , esamtverbandes herausgewählt und schlägt

die angebotene Ehrenmitgliedschaft aus. Ter Austritt aller Arbeitervereine von Rheinlano-Westfalen ist sehr wahr­scheinlich.

!! Gedern, 29. Mai. Heute ereignete sich dahier ein- chwerer Unglücksfall. Ein Junge von 14 Jahren, der rei dem hiesigen Kirchendiener Ostertag in Dienst steht, war mit demselben in den Wald gefahren, um Holz zu holen. Auf dem Heimwege stürzte der Knabe über eine Vorhecke, geriet unter den Wagen und wurde überfahren. Der Wagen ! ing über den rechten Unterschenkel. Der schnell zugezogene Arzt mußte eine Wunde, die handtief war, vernähen.

Wenings, 29. Mai. Gestern nachmittag entlud sich bet unserem Orte ein außergewöhnlich schweres Gewitter. Fast gleichzeitig schlug der Blitz in das neuerbaute Wohn- aus des Herrn Kehm und in die Scheuer des Pachters ,)ahn hier ein. In ersterem waren ungefähr 12 Personen versammelt, die ohne Schaden mit dem Schreck davonkamen; edoch richtete der Blitz am Mobiliar bedeutenden Schaden n. Auf dem Dache der Scheuer stand seit langen Jahrein ein Storchnest. Leider wurden von dem Blitz die Störchin nebst ihren 3 oder 4 Jungen getötet. In beiden Fällen zündete der Blitz nicht. Ein wolkenbruchartiger Regen, ver­mischt mit Hagel, waren Folgeerscheinungen des schweren Wetters. In Allenroth schlug der Blitz ebenfalls ein und tötete ein Pferd.

Sch. Darmstadt, 29. Mai. Die Großherzogliche Hofhaltung wird vom 1. Juni nach Jagdschloß Wolfs- ( arten verlegt werden.

Mainz, 29. Mai. Die neuen Pläne für die Erbau­ung einer Eisenbahnbrücke über den Rhein nach Wiesbaden sind nunmehr soweit fertiggestellt, daß sie ins Juni offengelegt werden können. Die früheren Pläne wurden rekanntlich von der Stadt Mainz beanstandet, da die Lage der Brücke für die Stadt ungünstig gewesen wäre, auch die Militärbehörde hatte gegen die früheren Pläne Einspruch erhoben.

Bingen, 29. Mai. Die Versammlung mittel­rheinischer Aerzte fand gestern hier statt. Bon nach­mittags 10 Uhr ab war Begrüßung der auswärtigen Gäste im Teraffensaale der BahuhofSrestauration, woselbst auch der Frühschoppen eingenommen wurde. Anwesend waren über 100 Aerzte. In der städtischen Turnhalle begannen pünktlich um 1 Uhr die angemeldeten belehrenden Vorträge und zwar -rachen: Prof. Dr. Rumpf-Bonn, Dr. R. Schütz-WieSbaden, SanitätSrat Dr. Cramer-WieSbaden, Medizinalrat Dr.