Ausgabe 
31.5.1901 Zweites Blatt
 
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Mr. 135 Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Freitag 31. Mai 1901

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Kriegsflagge und Handel.

In den nächsten Tagen lichtet das deutschePanzer- Ig e schwader in den ostasiatischen Gewässern die Anker zur Heimfahrt Da diese nicht so besckKeunigt zu werden braucht Ivie seinerzeit die Ausreise, könnten die Linien­schiffe recht wohl einen kurzen Umweg machen und damit einem wirtschaftspolitischen Ztveck von Bedeutung dienen. Wir meinen den Besuch Bangkoks, des siamesischen Haupthafens. Kein Gebiet des großen Asien erweist sich für deutsche Unternehmungen kaufmännischer und indu­strieller Natur so geeignet, wie Siam, dasLand des Weißen Elefanten". Das fast möchte man sagen herz­liche Verhältnis zwischen Deutschen und Siamesen kam -r a. bei dem Besuch zum Ausdruck, den Prinz Heinrich von ^eußeu zu Beginn vorigen Jahres am Hose zu Bangkok «vstattete. Und eine bekannte, namentlich von den Eng­ländern beklagte Thatsache ist es, daß der tperrfdjer jenes hrnterrndischien Reiches eine Vorliebe für deutsches Wesen nnd deutsche Arbeit hegt. Gelviß, es mögen auch politische Momente hierbei eine Rolle spielen, in dem Sinne, daß Siam von Deutschlands Seite niemals zu besorgen hat, wessen es sich vom nordwestlichen Nachbar, England, und vom östlichen, Frankreich, vorsehen zu müssen glaubt: Der Ge-

- e auf Aneignung siamesischen Gebietes, mindestens solcher auf Vorherrschaft, die gleichbedeutend ist mit zwangsweiser Geltendmachung der eigenen Interessen auf Kosten der Selbständigkeit Siams. Möglich also, daß solche Erwäg- ungen am Hofe zu Bangkok die Wagschale zu Gunsten der Deutschen beschweren. Doch entscheidend ist wohl immer ge­wesen und wird immer sein die Thatsache, daß die deut­schen Kaufleute und Industriellen die in ihre Leistungs­fähigkeit gesetzten Erwartungen erfüllen.

Seitdem die einzige, den Verkehr zwischen Bangkok- Singapore-Britisch-Borneo vermittelnde Dampferlinie aus englischen in deutsche Hände übergegangen ist, hat die schSvarz-weiß^-rote Flagge im Gesamthandel jener Gegenden frie Führung. Und das will etwas heißen, denn der hinter- indische Markt ist lebhaft umstritten. Selbst Amerika be­imüht sich um ihn. Politische Zwecke verfolgt Deutschland dort nicht, so sehr auch das aus dem Feld geschlagene Eng­land beflissen ist, ihm solche unterzulegen. Auch, der Besuch des Prinzen Heinrich in Bangkok entbehrte des politischen Charakters. Allenfalls könnte man diplomatische Motive galten lassen, diplomatisch, insofern, als durch den Besuch der Tank für das den Deutschen bewiesene Vertrauen und die Bitte um Wahrung desselben ausgedrückt werden sollte. Mcht anders könnte das Erscheinen des Panzergeschwaders auf der Rede von Bangkok gedeutet werden. Tie Siamesen würden sich ungemein geehrt fühlen, der Austausch von Höflichkeiten trüge dazu bei, die deutschfreundliche Ge­sinnung zu befestigen und zu vertiefen zu Nutz und Frommen -er in Siam lebenden oder dort interessierten Landsleute. Die Kriegsflagge folge dem Handel!

Kolttische Tagesschau.

Höchst wunderlich ist die Art, wie die Börse Politische Begebenheiten beurteilt. Damit ist freilich nichts neues gesagt, doch ein Hinweis auf diese berechtigte Eigentümlichkeit" dürfte immer wieder Inter­esse erregen. Als diegelbe Gefahr drohend heraufzog und jedermann sorgenvoll die Entwickelung der Dinge in China beobachtete, trug die Börse eine zuversichtliche Haltung zur Schau. Jetzt, wo das KapitelChina" bald vollends der ^Vergangenheit angehört, wirkt dieStandard"- Meldung, daß in der entlegenen Provinz S z e t s ch u m neue Unruhen ausgebrochen sind, verstimmend auf die Börse. Daß chinesisches Gesindel immer wieder revoltieren wird, steht ebenso fest, wie die Thatsache, daß die Zurück­ziehung der deutschen Truppen dadurch nicht im mindesten beeinflußt wird, lieber die Provinz Tschili hinaus hat sich Deutschlands Aktionssphäre niemals erstreckt. Ebenso über­rascht und verstimmt zeigt sich die Börse ob der Meldung von der empfindlichen Niederlage der Engländer in Südafrika. Man bedauert, daß der Friedensschluß dadurch aufs neue verzögert wird. Der Nichtbörseaner dürfte -en gegenteiligen Schluß ziehen. Je mehr Kämpfe größeren Styles, desto schneller Erschöpfung und Sehnsucht nach Frieden.

Der französisch« e Generalmajor Bonn al ist vom Kaiser Wilhelm eingeladen worden, der Frühjahrsparade über das Gardekorps beizuwohnen nnd hat am H o f e zu P o t s d a m den freundlichsten Em­pfang gefunden. Dem Bericht des BerlinerFigaro-Ver­treters zufolge deutete Kaiser Wilhelm in bekannter Liebens­würdigkeit auf die inChinabewährte Waffenbrüder­schaft zwischen Deutschen und Franzosen hin. Mit Bezug ruf die deutschen Truppen äußerte der General später zu dem Journalisten, sie seien zwar prächtig, aber nicht den französischen überlegen. Ueberdies gewinne man nicht mit Parademärschen ein Austerlitz. Alles andere als der vielgerühmte französische Takt spricht aus diesen Worten eines Gastes des Kaisers, und mit treffendem Stott bemerkt dieBoss. Ztg.", daß es ja wohl auch bei .Sedan auf den Parademarsch nicht angekommen fei. In &er Wirkung ist die Austerliß-Wendung natürlich auf Frank- -reich berechnet, wo der Kriegsminister gegenwärtig in Lob­reden auf diegroße" Armee das Mögliche leistet, ebenfalls

ohne Rücksicht auf den Umstand, daß französische Offiziere beim deutschen Kaiser zu Gaste sind. Ein ebenso unerfreu­liches wie befremdendes Verhalten.

Die Lage in China.

Die Vorbereitungen zur Verminderung des ostasiatischen Expeditionskorps sind seit einiger Zeit im Gange, und der Kaiser hat bereits am 11. Mai die Bestimmungen für das Ausscheiden von Angehörigen des Expe­dit ionskorps genehmigt. Dabei handelt es sich zunächst um Auflösung ganzer Truppenteile und Entlassung größerer geschlossener Transporte ausgedienter Mannschaften, wofür die mit dem Ausscheiden befaßte Dienststelle sowie der Ent­lassungsort im Einzelfalle besonders bestimmt werden. Alle einzeln oder in kleineren Abteilungen Heimkehrenden wer­den an Truppenteile des Gardekorps überwiesen, welche die Obliegenheiten eines Ersatztruppenteiles zu übernehmen haben. Es sind dies für die ostasiatischen Infanterie-Re­gimenter 1 bis 6 das 2., 3. und 4. Garde-Regiment zu Fuß, die Garde-Füsiliere, sonne die Regimenter Alexander und Franz, für das Armee-Oberkommando für Ostasien und das Kommando des Expeditionskorps nebst Fel-venvaltungs- behörden, Stab der 1., 2. und 3. ostasiatischen Infanterie- Brigade und für die ostasiatische Jägerkompagnie das Regi­ment Königin Augusta; ferner für das Reiter-Regiment die 2. Garde-Ulanen, für Feldartillerie und schchere Feld­haubitzen (Fußartillerie) das 1. Garde-Feldartillerie-Regi- ment, für Pioniere und Telegraphentruppen bie betreffenden Gardeformationen, für Eisenbahner das Regiment Nr. 1, endlich für Sanitätskompagnie, Munitionskolonnen-Abt^i- lung, Train und Etappenformationen das Garde-Train- bataillon. Diesen Truppenteilen bleiben die Zurückgevehrten bis zu ihrem endgiltigen Ausscheiden überwiesen. Für der­artig überwiesene Offiziere, Sanitätsoffiziere, Beamten und Unterbeamten ist die Entscheidung über ihre weitere dienst­liche Bestimmung oder Pensionierung durch das General- kommandv des Gardekorps und zwar für Offiziere und Sanitätsoffiziere beim Kaiser, für Beamte beim Kriegs­ministerium unter Vorlegung ärztlicher Zeugnisse zu be­antragen, wobei die Wünsche der obersten ostasiatischen Kommandobehörden in den Anträgen zum Ausdruck zu bringen sind. Bis zur Einreihung in etatsmäßige Stellen des Heeres sind die Beteiligten über den Etat auf Rechnung des Etats des Expeditionskorps zu verpflegen. Fähnriche sind wie die Offiziere zu behandeln, über etwaige Fahnen­junker bleibt die Entscheidung Vorbehalten. Bei den Mann­schaften, ohne die beiden soeben erwähnten Klassen, werden Dienstunbrauchbare, Tropendienstunfäbige sowie Tropen- dienstfähige unterschieden, wobei aus oen allgemeinen Be­stimmungen hervorzuheben ist, daß alle zur Entlassung kommenden dienstfähigen und dienstpflichtigen Mannschaf­ten in das Beurlaubtenverhältnis überzuführen sind, dem sie ohne Rücksicht auf ihre vorübergehende Zugehörig­keit zum ^peditionskorps angehören würden. Hinsichtlich der Besoldung und Verpflegung ist für alle geschlossen zurück- kehrenoen Abteilungen die Rückkehr nach Deutschland als Demobilmachung zu behandeln; bei allen anderen greifen die Bestimmungen über Versetzung von mobilen zu immo­bilen Formationen Platz, wobei das Eintreffen bei dem den Ersatztruppenteil vertretenden Truppenteil des Garde­korps die Zeitgrenze für den Uebergang zu dem Bezüge der Gebührnisse für immobile Formationen bildet. Aus den Bestimmungen sei schließlich hervorgehoben, daß für Ver­setzungsreisen von Berlin nach dem neuen Bestimmungs­orte für Offiziere, Sanitätsoffiziere, Beamte und Unter­beamte Reisegebührnisse zuständig sind, daneben Umzugs­kosten aber nur insoweit, als es sich um Einreihung in einen Truppenteil u. f. w. eines anderen Standortes als denjenigen, welchem der Offizier u. s. w. vor seinem lieber» tritt in das ostasiatische Expeditionskorps angehört hat, und zwar nach den Sätzen seiner Dienststelle in diesem und nach der Entfernung vom letzten Standorte berechnet. In­soweit indes verheiratete Offiziere, Sanitätsoffiziere und Militärbeamte Umzugskosten beim Ausrücken nach Ostasien erhalten haben, werden ihnen neben etwaiger Mietsent­schädigung solche von dem nunmehrigen Wohnorte ihrer Familien nach dem Standorte desjenigen Truppenteils ge­währt, bei welchem sie eingereiht werden, auch wenn dieser Standort derselbe ist, wie vor dem Uebertritt in das ost- asiatische Expeditionskorps. Nach denselben Grundsätzen werden Reisegebührnisse und Umzugskosten auch den Mann­schaften gewährt, soweit sie nach der Reiseordnung hieraus Anspruch haben. Tie zur Entlassung kommenden sonstigen Mannschaften erhalten die vorschriftsmäßigen Marschgebühr - niffe. Wie hieraus erhellt, wird den aus Ostasien zurück­kehrenden Angehörigen des Expeditionskorps in weitestem Maße durch Bewilligung von Gebührnissen entgegen­gekommen.

Von deutscher Seite werden alle materiellen Vorbereit­ungen getroffen, um das Oberkommando aufzu­lösen und den weitaus größten Teil unserer Truppen teils durch Schiffe, die zur Zeit in den chinesischen Meeren stationiert sind, teils durch solche, die eigens zu diesem Zwecke nach China $eljen sollen, in die Heimat zurück- zuführen. Es ist bei alledem aber festzustellen, daß es sich hierbei vorerst nur um Vorbereitungen handelt und daß vor der wirklichen Räumung Chinas die Vorbe­dingungen auch wirklich und in Mer Form erfüllt sein müssen. Von amerikanischer Seite wird gemeldet, daß China endgiltig den Vorschlag auf Zahlung von 450

Millionen Taels acceptiert habe. Einem Pekinger Telegramm zufolge haben 2500 deutsche Marinesoldaten den Befehl erhalten, in Abteilungen nach Kiautschou abzugehen. 1400 gingen bereits am 28. d. M. ab. 800 marschieren, über Land. Eine deutsche Schwadron kehrte aus Kalgan am Sonntag nach Peking zurück. 5000 deutsche Truppen sollen innerhalb zweier Wochen ab getreu; sie werden nach Deutsch­land in zwei Transportschiffen eingesckfisft werden.

Ter Newyork Herald hat aus Peking das folgende vom 23. Mai datierte Telegramm erhalten : Die letzte Versamm­lung des diplomatischen Korps beschäftigte sich eingehend mit der Frage der Plünderungen nach dem Ein­züge der Verbündeten in Peking. Infolge einer Bemerkung in einem der Briefe General Chaffees über das Benehmen der Gemahlin des britischen Gesandten, die einige Wertsachen mitgenommen haben sollte, stellten zwei dieser Dame freundlich gesinnte Diplomaten die Frage, was über die Angelegenheit bekannt sei. Darauf erklärten die Gesandten zweier europäischer Staaten, daß sie den ganzen Tag über, als das diplomatische Korps die verbotene Stadt besuchte, in der 9kähe dieser Dame ge­wesen seien und sich dafür verbürgen könnten, das einzige, was sie genommen habe, sei eine gelbe Rose aus dem Garten der Kaiserin-Witwe gewesen. Dagegen erklärten die beiden Gesandten, daß sie es vergeblich zu verhindern gesucht hätten, daß die Gattin eines Mitgliedes der amerikanischen Gesandtschaft alles plün­derte, was sie vorfand, Lady MacDonald habe sich an diesen leider fruchtlosen Versucheu beteiligt. Die Ameri­kanerin hatte sogar einen Antiquitätenhändler mitgebracht. Sie wurde darauf aufmerksam gemacht, daß das nicht gehe, sie bestand aber darauf, worauf sich die Gesandten entfernten, damit ihnen nicht später vorgeworfen loeröen könne, daß die Plünderungen unter ihren Augen statt­gefunden hätten. Ter Antiquitätenhändler habe sich vorher ganz genau über den Aufbewahrungsort des kostbarsten Porzellans orientiert, und als es nicht gleich gelang, die Schränke zu öffnen, die die Schätze enthielten, hätte die betreffende Dame einen amerikanischen Soldaten dieselben, mit dem Bajonet öffnen lassen. Der amerikanische Ge­sandte habe auf diese Vorwürfe nichts erwidert.

TerTimes" wird aus Peking gemeldet: Der russische Gesandte v. Giers erklärte, daß Rußland der Bildung der in dem englischen Vorschläge vorgesehenen gemischten Kom­mission zustimme. Man glaubt, daß Rußland auch dem englischen Vorschläge über die Bezahlung der EntsckKdigung zustimmen wird.

Engländer und Buren.

Heber den gestern nach einem belgischen Blatte kurz gemeldeten großen Waftenerfölg der Biken liegen z. Z. noch keine näheren Nachrichten vor. Tie englische Kriegs- berichterstattung versagt in solchen Fallen regelmäßig mit tätlicher Sicherheit. Auf englischer Seite fährt man vielmehr fort, Meldungen von kleinen Erfolgen auszustreuen. So sollen, denMidland News" zufolge, in Palanye 200 Buren sich ergeben haben. .

Interessant ist der Brief eines englischen Kavallerie- Offiziers, der manches erklärt.- Ter Offizier schreibt: Frenchs große Bewegung im Osten war wirkt ick) ein völliger Mißerfolg und er bringt jetzt mühsam alle seine Truppen zurück. Ich glaube, daß sie die Sache noch einmal von vorne anfangen werden. Tie Hauptidee der Führer der einzelnen Detachements scheint zu sein, daß sie von einer Stelle zur anderen eilen müssen. Wir verbringen Sttinden bamit,. Schafe zusammenzutreiben, und lassen am nächsten Morgen alles zurück. Die Arrieregarde hat gewöhnlich das Ver­gnügen, zu sehen, wie die Buren ihr Vieh wieder fort­treiben, sobald wir einige Meilen fort sind. Es steht außen Zweifel, daß die Buren leicht durch den nächsten Winter kommen werden, und bestenfalls können wir hoffen, bafi, wir etwa im Juli nächsten Jahres ein Ende mit ihnen, gemacht haben. Ehe wir unser jetziges System zedoch nicht, gänzlich ändern, werden wir so lange weitermachen, wie es ihnen gefällt. Ss, wie der Krieg geführt wird, verdienen wir nicht, zu gewinnen." Erklärt wird durch diesen Brief z. B. auch, wie es sich mit den selbst von englischer Seite bespöttelten Berichten Lord Kitcheners über erbeutete Vieh­herden, Wagen rc. verhält.

Deutsches Reich.

Berlin, 29. Mai. Ter Kaiser, umgeben von den Herren des Hauptquartiers und den fremdherrlichen Offi­zieren, worunter sich der französische General Bonnal be­fand, besichtigte und exerzierte heute, wie alljährlich am 29. Mai, die zweite Garde-Jnfanteriebrigabe auf dem Tempelhofer Felde. Ter Kaiser kehrte an der Spitze der Fahnenkompagnie mit zahlreicher Suite, darunter franzö­sische Offiziere, zurück in die Stadt und nahm das Früh­stück bei dem Offizierkorps des Garderegiments ein.

Königin WilhelminavonHolland wird auf Einladung des Kaisers mit dem Prinzgemahl Heinrich und dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin am Donnerstag nachmittag auf Station Wildpark bei Potsdam ein treffen. Am Freitagvormittag kommt Königin Wilhelmina dann mit ihrem Gatten nach Berlin. Während sie mit der Malierin im Wagen der großen Frühjahrsparade des Gardekorps auf dem Tempelhofer Felde beiwohnen wird, begleitet ihr Ge­mahl den Kaiser zu Pferde. Zu Ehren der Ga,ti. wird