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4. Februar stattfindenden privaten Beisetzung im Mausoleum. Nach der Leichenfeier in der Georgskapelle findet ein Frühstück im Schloß statt, an dem Kaiser Wilhelm mit dem britischen König und 60 Hauptleidtragenden teilnehmen wird. Der Zudrang nach London aus der Provinz beginnt jetzt schon in enormem Maße.
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Telegra»»e deS (Birfpuer Anzeigers
Cron b e rg, 20. Jan. Als Vertreter der Kaiserin Friedrich bei den Beisetzungsfererlichkeiten in Windsor ist der Oberhofmeister Graf Seckendorfs ausersehen, der beute aus Schloß Friedrichshof abreiste.
L o n d o n, 30. Januar. König Eduard hat Cowes gestern verlassen und ist zur «Ätzung des geheimen Rats nach London abgereist. Am Morgen vor der Abreise hatten Kaiser Wilhelm und der König gleich nach dem Frühstück bei herrlichstem Wetter im Parke einen Spaziergang gemacht. — Trotz verschiedener offizieller Dementis, die die Meldung erfuhr, daß die Stellung des Lord Sabis- burh durch die Thronbesteigung König Eduards getroffen sei, lausen Gerüchte um und treten täglich bestimnrter auf, daß der Premierminister nicht mehr lange im Amte bleiben wird. Thatsache ist, daß Salisburys Beziehungen zum öffentlichen Leben, jedenfalls aber zur Premierschaft ausschließlich auf seine Beziehungen zur verstorbenen Königin zurückzuführen sind. Es herrscht die Ansicht, daß das unionistische Kabinett in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung nicht mehr lange bestehen wird. — Der Verbrauch an Blumen für das Begräbnis ist ganz unerhört. Kränze, die über 2000Mk. kosten, sind in Arbeit.
London, 30. Jan. „Daily Mail" schreibt, der Besuch des deutschen Kaisers habe keinen politischen Zweck, er habe aber doch indirekt ein politisches Ergebnis von größter Wichtigkeit gehabt. Der schlechte Eindruck, den das Telegramm des Kaisers anläßlich des Jameson-Einfalles gemacht habe, sei jetzt durch die sympathische Haltung des Kaisers vollständig verwischt.
New-Aork, 30. Januar. Der in der gestrigen Gemeinderatssitzung eingebrachte Antrag, anläßlich des Todes der Königin Viktoria die Flagge auf dem Rathause auf halbmast zu setzen, wurde abgelehnt.
Engländer und Buren.
Ein Londoner Militärkritiker erklärt, Kitchener müsse 14 Tage nach Zerstörung der Nataleisenbahn, welche die letzte Verbindungslinie zur Zufuhr von Lebensmitteln und Munition ist, den Rückzug mit dem Gros seines Heeres antreten.
Wie sich aus den Londoner Zeitungen ergiebt, hat Kitchener in seinem amtlichen Berichte vom 26. thatsächlich den Vorfall be i B a l m o r a l, wo er am 23. in der geplanten Expedition gegen Carolina durch Zerstörung einer voraufgeschickten Panzerlokomo- tive gehemmt wurde, totgeschwiegen. Ob das Gefecht Smith-Dorriens zwischen Wonderfontein und Carolina am 26. die Fortsetzung jener Expedition war, ist noch nicht klar; Kitchener war jedenfalls — das bestätigt nun auch der Berichterstatter der „Morning Post" — sofort nach Pretoria zurückgekehrt, ob mit oder ohne Truppen, bleibt zweifelhaft.
Die Vorgänge an der Bahn Pretoria-Delagoabai zeigen im Zusammenhang mit Ereignissen an anderen Linien — so an der Natallinie, wo bei Greylingstad am 23. eine Ueberführung zerstört wurde, und auf der Strecke Kimberley- Mafeking, wo bei S l y p k l i p in der Mitte zwischen Kimberley und Fourteen Streams ein Posten überrumpelt, eine Bahnüberführung zerstört und ein Proviantzug genommen wurde, und wo ähnliche Manöver bei Dryharts und Devon d a l e südlich und nördlich von Vrijburg ausgeführt wurden — diese Vorgänge zeigen, wie wenig die Engländer selb st Herren der notwendig st en Verbindungslinien sind, auch nachdem die Bewachungsposten durch Heranziehen der kleinen Besatzungen verstärkt worden sind. Das ist eine Thatsache, die Kitchener durch seine optimistischen Berichte nicht verschleiern kann.
Abseits von den Bahnlinien geht der englische Einfluß immer weiter zurück. Nach dem Berichterstatter der „Morning Post" hat Generalkommandant Louis Botha sein Hauptquartier zur Zeit in Roossenkal 100 Kilometer nordöstlich von Middelburg (Transvaal); den Oberbefehl nördlich von der Eisenbahn führt der energische Ben Viljoen, südlich Tobias Smuts. Er scheint demnach, daß die Kommandos, die bei Carolina ^usammengezogen sind, nicht von Louis, sondern von Christian Botha befehligt werden, der mit den Kommandos von Ermelo uno Carolina in diesem südöstlichen Teile Transvaals seit dem Kampfe bei Dalmanutha beständig operiert hat. Westlich von Pretoria kommandiert nach wie vor Delarey, den der Berichterstatter der „Morning Post" nach Rustenburg versetzt; wenn das richtig ist, so müßte inzwischen oie lange blockierte Besatzung von Rustenburg entweder abgezogen sein oder kapituliert haben. Das Gefecht Cunninghams bei Middelfon- tein und Koppesfon kein, südlich von Olifantsnek, stellt sich in diesem Zusammenhänge als ein neuer Versuch dar, Rustenburg zu entsetzen oder wiederzunehmen. Tas Gefecht bei Lichtenburg weiter westlich, das am 17. statt- fand, erweist sich als sehr bedeutungsvoll, da sich unter den Gefangenen auch der MajorPaget befindet, der noch in der; .Händen der Buren ist.
Im Oranjefrei st aate hat Bruce Hamilton eine Operation begonnen, deren Zweck völlig unklar ist.
t?c, ie^ er Kroonstad und vereinigte sich bei der "ordnch gelegenen Station America mit seiner voraufge- schickten Kolonne. Am Nachmittag brach er in nordwestlicher Richtung aus, kehrte aber am nächsten Nachmittage wieder m Kroonstad wo auch White, Mahon und Makwell mit ihren Kolonnen sich befanden. Auch die Bagage rvurde nach Kroonstad zuruckgenommen. Am 26. aber wurde Bruce Hamiltons Brigade schon wieder eingeschifft; wohin, bleibt dunkel Lindley schemt von den Briten endgiltiq ae- räumt worden zu sein. Am Mittwoch, dem 16., wurden die Einwohner von dort nach Kroonstad in das Burenlaaer gebracht. Ueber den Ausenthalt De Wets herrscht noch immer Unklarheit. Neuerdings wird wieder behauptet, er lväre im südöstlichen Transvaal bei Standerton. Aus der Kapkolonie liegen keine Nachrichten vor.
Reuter meldet aus Pretoria: In einer hier öffentlich verlesenen Proklamation bctr. die Thronbesteigung des Königs Edward VII. von England wird neben den anderen Titeln des Königs der Titel „O b e r st e r H e r r
von und über Transvaal" aufgeführt. Nach Verlesung der Proklamation brachte Lord Kitchener drei Hochs auf den König aus.
Telegramm des Gießener Anzeigers.
London, 30. Jan. Aus Pietermaritzburg wird gemeldet: Ein mit Vieh beladener Eisenbahnzug kollidierte mit einem Güterzuge. Zwei Eingeborene wurden getötet, ein englischer Soldat verwundet; 16 Maulesel gelötet. — Nach einer Meldung aus Kapstadt dringt De Wet nach Süden vor und wirbt zahlreiche Anhänger an. Er »cheint eine endgiltige Aktion vorzubereiten. Ein bedeutendes Kommando hat Transvaal verlassen und ist in den Freistaat eingedrungen. — Die Verluftliste der englischen Armee in Südafrika enthält für gestern folgende Angaben: 4 Tote, 25 an Krankheit Verstorbene, 28 Verwundete, 1 Gefangener, 15 Vermißte.
China.
Nach einer Meldung aus Peking vom 27. ds. Mts. herrscht in der Provinz Schansi in Folge Hungersnot großes Elend. Tausende von Eingeborenen starben.
Prinz Tschun und seine Brüder sind im Kaiserpalast vom Grafen Waldersee empfangen worden.
Einem Telegramm der „North China Daily News" aus Peking leidet Lihungtschang an hochgradigem Fieber. An seinem Wiederaufkommen wird gezweifelt. — Am 27. Iw nuar wurden Tschwang und Autsin hingerichtet.
Nach der „Polit. Corresp." erklärten die chinesischen Unterhändler, Prinz Tsching und Lihungtschang, China könne Entschädigung nicht anders leisten, als durch eine Anleihe, wofür gewisse Staatseinnahmen, darunter das Salzmonopol, zu bürgen hätten. Eine internationale Kontrolle der betr. Staatseinnahmen sei ausgeschlosien. Der Hof werde nach Peking nicht vor der Räumung der Stadt heimkehren. Die Kaiserin-Witwe sei durch andauerndes Leiden verhindert, auf die Staatsangelegenheiten Einfluß zu nehmen.
Deutsches Reich.
Berlin, 29. Jan. Die Kaiserin verließ heute abend Berlin und trifft morgen vormittag in Homburg ein. Der Kaiser trifft in Homburg jedenfalls Sonntagabend ein.
— Die Kronprinzessin Sophie von Griechenland ist heute auf Schloß Friedrichshof eingetroffen.
— Nachdem die sogenannte Abschlußprüfung bei den ;öheren Lehranstalten in Preußen abgeschafft worden ist, wird die unveränderte Aufrechterhaltung der entsprechenden Reifeprüfung an den Nichtvoll Anstalten unbequem em- ifunden, da man befürchtet, daß dadurch der Besuch der Vollanstalten noch mehr steigen wird zum Nachteil der Nichtvollanfialten. Wie die „Nat.-Ztg." erfährt, besteht bei der Unterrichts-Verwaltung die Absicht, die Reifeprüfung an den Nicht-Vollanstalten einer wesentlichen Umgestaltung zu unterziehen.
— Der General der Infanterie z. D. Albert v. Rauch, bis zum Jahre 1897 Chef der Land-Gendarmerie, ist heute gestorben.
— Der dritte allgemeine preußische Städtetag nahm einstimmig die vom Referenten vorgeschlagenen Leitsätze betreffend Stellung der Gemeinden zu dem K lein bahn - gesetz mit dem Amendement des Oberbürgermeisters Adickes- Frankfurt a. M. an, sowie den Antrag der Oberbürgermeister Bender Breslau und Fuß-Kiel auf Kodifizierung aller bezüglich des Kleinbahngesetzes in den einzelnen Gemeinden gemachten Erfahrungen unter Beifügung von Gesetzesbestimmungen und ergangenen Entscheidungen.
Straßburg i. E., 29. Jan. In ihren Leitartikeln vom 28. und 29. o. M. über „Politische Zustände und Aufgaben in Elsaß-Lothringen" bespricht die „Straßb. Ztg." den Tiefstand der öffentlichen Moral im Reichsland, den die Regierung durch ihr Bündnis mit den )en Landesausschuß beherrschenden Notabilitäten geflissentlich gefördert habe, indem sie die politische Gleichgiltigkeit und Unmündigkeit der Masse thunlichst zu erhalten versuche uno dank einem in reinem Polizeidiktatur gipfelnden Vereins und Vfrsamm- lungsrecht jede ihr nicht zusagende politische und soziale Volksbewegung zurückgehalten habe. In den ersten dreißig Jahren deutscher Verwaltung habe ein System des bureau- kratischen Absolutismus geherrscht, das eines politisch mündigen Volkes unwürdig sei. Der vom Klerikalis- mus und der Sozialdemokratie begonnenen Reaktion gegen dieses System müsse sich das liberale Bürgertum, insbesondere die politisch sehr rückständige protestantische Minderheit anschließen und eine Volkspartei ins Leben rufen, die den Kampf gegen jene beiden Richtungen wie gegen den Verwaltungsabsolutismus und die Notabeln- herrschaft aufnimmt, der Bevölkerung das Recht freier Bewegung und der Mitbestimmungen an den politischen Geschicken ihrer Heimat erstreitet. Das müsse die Parole für die elfäsfische Politik im 20. Jahrhundert sein.
Ausland.
Innsbruck, 29. Jan. Hier traten neuerdings 14 Professoren zum Protestantismns über, darunter ein Neffe des Budweiser Bischofs Rziha.
Petersburg, 29. Jan. Der Zar verlieh dem bisherigen deutschen Botschafter Fürsten Radolin, der für den Botschafterposten in Paris bestimmt ist, die Brillanten zum Alexander-Newski Orden. In der feierlichen Abschiedsaudienz, in der Fürst Radolin dem Kaiser sein Abberufungsschreiben überreichte, drückte der Kaiser unter der Versicherung seines Wohlwollens dem Botschafter sein Bedauern über dessen Scheiden aus, und dankte für seine Bemühungen zur Auf rechterhaltung der alten guten Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern. — Feldmarschall Gurko Tn ®C^etn auf ^i"em Gute Sacharow bei Twer gestorben. Mtt Gurko ist einer der beliebtesten und tüchtigsten russischer veerführer aus dem Leben geschieden. Der Krieg gegen die Ortet 1877 brachte ihm den Posten als Kommandeur des großen Retterkorps, das die Vorhut des russischen Heeres
auf dem Marsche über den Balkan bildete. Der Vorstoß bis an die rumelische Eisenbahn hatte zwar keinen Erfolg, da die Türken unter Reuf Pascha und Suleiman Pascha die russischen Reiter bald aufhielten und unter Gefechten, die bei Eski Saghra und Kasanlyk recht verlustreich für die Russen waren, auch die der Vorhut gefolgten Fußtruppen wieder bis in den Schipkapaß zurückwarfen. Der einzige Erfolg des Vorstoßes war die Besetzung des SchipkapafseS. Die spätem Operationen Gurkos waren glücklicher. Im Oktober 1877 unterbrach er mit der russischen Garde und starker Reiterei OSman Paschas rückwärtige Verbindungen und beendete den Krieg durch den Vormarsch auf Sofia und Philippopel. In Bulgarien und Ostrumelien feiert man Gurko persönlich als Befreier. Nach dem Kriege ernannte ihn der Kaiser zum General der Kavallerie und Geueraladjutanten, später zum Generalgouverneur von Petersburg. 1883 wurde er mit dem Generalgouvernement von Polen beauftragt. Ein Sohn des Feldmarschalls begleitete als Oberst und russischer Militärattachee die Buren in ihrem Feldzug.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 30. Januar 1901.
Gedenket der hungernden Vögel!
** Der nächtliche Unfug nimmt kein Ende. Im Gegenteil, es wird immer ärger. In vergangener Nacht wurde am Wetterhäuschen in der Südanlage, deffen Jnstru» mente schon wiederholt Beschädigungen erfahren haben, da« große Thermometer von roher Hand zerschlagen. ES ist unbegreiflich, daß eS in einer Universitätsstadt Leute giebt, die ein Vergnügen daran finden, öffentliche, gemeinnützige Einrichtungen in flegelhaftester Weise zu beschädigen. Der Herr Einsender dieser Nachricht meint, „für solche Delikte wäre wahrhaftig die Einführung der Prügelstrafe am Platze". Wir sind zwar sonst entschiedene Gegner dieser Strafweise, wie sie entehrender nicht denkbar ist; aber hier scheint sie auch uns nicht unangebracht zu sein. Dieses schamlose Betragen überschreitet nachgerade alle Grenzen, darum müßten auch die Strafen über die Grenzen des Gewöhnlichen hinauS- gehen. Wir müssen auf neue auf sehr entschiedene Maßregeln von Seiten der Staatsgewalt bringen. Die herüber des Unfuges aber sollten doch wenigstens daran denken, daß eine ganze Gesellschaftsklasse unter den Roheiten Einzelner zu leiden hat, ein ganzes Gremium in Mißkredit bei der Bürgerschaft gelangt, ein Gremium, von dem wir glücklicherweise wissen, daß es mit nur wenigen Ausnahmen das volle Recht darauf hat, dereinst die Stützen unserer Gesellschaft zu bilden. — Wir find heute in der Lage, eine annähernde Zusammenstellung der seit November v. IS. in unserer Stadt verübten Sachbeschädigungen und Ruhestörungen zu veröffentlichen, die ein bedauerliches Bild des Gießener nächtlichen Straßenlebens entwerfen. Wegen Erregung ruhefiöreuden Lärms, worüber wir an dieser Stelle wiederholt unser schärfstes Mißfallen au«» gesprochen haben, wurde eine große Zahl von Personen zur Anzeige und Bestrafung gebracht. In besonders krassen und Wiederholungsfällen wurden Strafen bis zu 35 Mk. festgesetzt. Diese immerhin milden Strafen scheinen doch das Eine mindestens bewirkt zu haben, daß in letzter Zeit die Bevölkerung weniger über das nächtliche, oft geradezu tierische Gebrüll mehr oder minder angetrunkener Menschen zu klagen hat. Dagegen nimmt die Zahl der Sachbeschädigungen i» erschreckender Weise zu. Im November und Dezember wurden allein 16 städtische Laternen zertrümmert, aber nur in drei Fällen wurden Thäter ermittelt und zur Bestrafung gebracht. Der eine erhielt eine Geldstrafe von 50 Mk., ein anderer eine solche von 150 Mk. Der Schaden der Stadt ist recht bedeutend, einschließlich der durch unbefugtes Auslöschen von Laternen entstandenen Beschädigungen der Glühkörper, welche sich allein auf über 100 Mk. belaufen. Außerdem wurden zirka 25 bis 30 Fälle von Sachbeschädigungen zur Anzeige gebracht, begangen durch Einschlagen oder Einwerfen von Fensterscheiben. Wenn wir nicht irren, konnten in allen diesen Fällen der oder die Uebelthäter nicht ausfindig gemacht werden. I« der Löberstraße find in einem Hause innerhalb 14 Tagen etwa 16 Kellerfensterscheiben zertrümmert worden. In der Süd an läge ist zwischen Bleich» und Goethestraße fast kein Haus von Sachbeschädig. ungen verschont worden, nachdem in der Nacht von Freitag auf SamStag an drei Wohnungen Fensterscheiben, offenbar mit der Krücke eines Spazierstockes, eingeschlagen worden find. Hoffentlich gelingt es endlich, einen oder den anderen dieser rohen Gesellen zu ermitteln, damit eine an» gemessene Freiheitsstrafe gleichzeitig auch für andere ein warnendes Beispiel bildet. Wir find überzeugt, daß die Polizeibeamten jetzt ganz besonders ihr Augenmerk darauf richten werden, solche Uebelthäter zu fassen, doch möchten wir an dieser Stelle auf einen Paragraphen der Strafprozeß- ordnung Hinweisen, der wenig bekannt sein dürfte. § 127 bestimmt:
„Wird Jemand auf frischer Thai betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Persönlichkeit nicht sofort festgestellt werden kann, Jedermann befugt, ihn auch ohne richterlichen Befehl vorläufig festzunehmen. Bei strafbaren Handlungen, deren Verfolgung nur auf Antrag eintritt, ist die vorläufige Festnahme von der Stellung eines solchen Antrags nicht abhängig."
Das Vergehen der Sachbeschädigung wird zwar nur dann verfolgt, wenn der Beschädigte Strafantrag stellt, mit Ausnahme der Beschädigungen von Gegenständen, die dem öffentlichen Nutzen dienen usw., wo es eines solchen Strafantrags nicht bedarf; aber trotzdem ist, wie das Gesetz ausdrücklich bestimmt, Jedermann unter den angeführten Voraussetzungen befugt, einen Thäter vorläufig festzunehmen. Der Festgenommene ist unverzüglich einem Polizeibeamten zuzu- führen, der alsdann das Weitere veranlaffen wird. Trifft also Jemand eine Person, die etwa gerade eine Fensterscheibe eingeschlagen hat, so ist er berechtigt, den Thäter, falls er diesen nicht kennt und dieser ihm die Angabe seines Namens
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