Ausgabe 
30.11.1901 Drittes Blatt
 
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der

heutigen Bcralhung.

Schluß 57. Uhr.

tem Rechnung trägt, denn es laßt ja eine besondere Vereinbarung rj. Aus der Ost'ce ist es jo auck seit längerer Zeit Sitte, daß die Offiziere Theil nehmen an dem Erlös aus den Ueberstunden.

Kapitän zur See Schmidt bemerkt, daß bei den großen Lmien die Offiziere direkt erklärt haben daß sie in der Streichung der Bestimmung des § 36 b eine Schädigung ihrer Stellung erblicken.

§ 36b wird unter Ablehnung des sozialdemokratischen An­trages 'unverändert angenommen, ebenso §§ 3739, die weitere Bestimmungen über das Vertragsverhaltmß zwischen den Rhedcrn und den Mannschaften enthalten.

Rach § 40 soll die Heuer vom Tage der Anmusterung, falls diese dem Dienstantritt vorangeht, sonst vom Tage des Dienstan­tritts an zu zahlen sein. .

Abg. Herzseld (Soz.) beantragt, auch den Endtermin der Heuerzahlung festzusetzen und zwar als solchen den Tag der Ab- muiterung. oder wenn diese ohne Verzögerung der Diene unaus­fuhrbar sei, den Tag der Beendigung des Dienstverhältnisses zu bestimmen. , ..

Der Antrag wird abgelehnt, § 40 in der Kommisiionsfassung angenommen. ,

Hierauf vertagt sich das Haus.

Nächste Sitzung: Sonnabend, 1 Uhr: Fortsetzung

ES sek also durchaus berechtigt, im Interesse der Schiffsleute das Auslaufen am Sonntag überhaupt zu verbieten.

Abg. Cahcnsly (Ctr.) spricht sich nochmals für den Absatz 2 aus.

Hiermit schließt die Debatte.

Der sozialdemokratische Antrag wird gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Auch die Kömmissrons- s a s s u n g des Absatzes 2 wird gegen die Stimmen der Sozialde­mokraten und des Cenlrums a b g e l e h n t.

Absatz 2 des 8 35 ist also g e st r l ch e n.

Absatz 3 (Einschränkung des Löschens und Ladeiis am Sonn­tag) gelangt zur Annahme in der Kommisslonsfastung unter Ab­lehnung eines vom Abg. Metzger (Soz.) befürworteten, vom Direktor im Auswärtigen Amt Dr. Körner bekämpften sozial­demokratischen Antrags, wonach Ausnahmen von der Vorschrift des Löschens und Ladens nur durch die höhere Verwaltungsbehörde er­folgen können.

Die übrigen Absätze des § 35 werden ohne Debatte ange­nommen.

§ 36 beschränkt die Sonntagsarbeit auf See auf das noth- tvendige Maß und bestimmt in seinem zweiten Absatz, daß auch auf See der Schiffsmannschaft Gelegenheit zur Theilnahme am Got­tesdienst ihrer Konfession zu geben und der hierzu erforderliche Ur­laub zu ertheilen ist.

Abg. Cahenslv (Ctr.) befürwortet einen Zusatzantrag, wonach der Schiffsmannsä^ft auf Wunsch die Theilnahme an gemein- schaftlichen Andachten ihrer Konfession zu gestalten 'st.

Mit diesem Zusatz wird 8 36 angenommen, ebenso dcbatteloS § 36a, welcher bestimmt, welche Tage als Festtage gelten.

Den 8 36b, wonach die Vorschriften über Bezahlung der Ueber- stundeii und über Sonmagsarbei: auf Schnfsoffiziere keine Anwen­dung finden, sofern mchr em Anderes vereinbart ist, beantrag: Abg. Schwartz (Szd.) zu streichen.

Bremischer Bundesratbsbevollmöchtigter Senator Dr. Pauli: Wenn auch die O'n.siere die Ueberstunden bezahlt bekommen, so haben hc ein Interene an möglichst vielen Ueberstunden. wahrend das Intereste der Rhedereien eine möglichst schnelle Erlebigulig des Dienste^ erfordert. Die Offiziere geraden oliv hier in einen Inter- essenkonslik!. Eine Seemannsordnung ba: bereits die Bestimmung der Bezahlung von Ueberstunden an Offiziere, ober auck nur eine, die norwegische, und dort und schlechte Erfahrungen damit gemacht. Der Sck'.iNsverkebr Norwegens hat eine Einbuße erlitten und andere Länder hoben den Verweil. Dazu kommt, daß die Ofw ziere die Dienstordnung atü dem Schiß und die Disziplin aufrecht erhalten und in 'dieser Beziehung dem Kapitän zur Seite stehen sollen. Die Folgen davon, wenn der Ofnzter in die Interessen der Mannschaft hinemgezogen wird, brauche ich nicht weiter auszumalen. Die Offiziere sind ein außerordentlich wichtiges Element des Schilfsdienstes. sie müssen vor Allem das Jntereife des Dienstes wahr nehmen, sonst leidet darunter die gelammte Schifffahrt. Durum ist dieier Paragraph einer der wichtigsten des ganzen Gesetzes. enn ge'agt wird, daß die Offiziere zuweilen bitterett) leiden und daß ihnen die Bezahlung der Ucbcr|i. .;en wohl zu gönnen fei, so mache ich darauf aufmerk,am, daß das Gefetz

int jungst, L>r. pniL m Elfen a. yrtuiv nur

Geborene.

Die kommenden Monate

Entscheidungen, die der

tanks der

9hn 23. Nov

Katharine

Fuhrmann dahier mit

Marburg, 30. Nov- Wie man bestimmt hört, hat Pros. Frhr- v. b. Ropp die ihm angebotene Berufung §um.. Direktor des preußischen historischen Instituts zu Nom angenommen. Ropp richtete bekanntlich in Gemeinschaft mit den Professoren v. Below und Brand: eine Eingabe an den Reichskanzler um Reorganisation des romischeL

sind die Bestimmungen über den geändert worden: § 1. Für den <Bu; ab alle sechs Jahre ein Thema gegeben, das die Bewerber

i preis wie folgt ab- ^cdrg Wühki ~ rpreis wird von jetzt -ttche Prinz bajier.

Berlin, 30. Nov- In parlamentarischen Kreisen vet> daß zu den Einzelbesprechungen mit dew Reichskanzler u. a- die Abgg. Rösicke, Gothein, Archen- Düsseldorf, Sattler, Bassermann und v. Levetzow geladen!

feft.

* Aus der Schule erzählt dieOstpreuß. Ztg.": Der Lehrer in Kl. Wanniglauken bei Szemlauken behandelte mit seinen Kindern den SatzAn Gottes Segen ist alles gelegen". Als er den Kindern alles klargclegt hatte, fragte er:Wenn der Landmann seinen Acker auf das Sorgfältigste bearbeitet, alle Mühe und allen Fleiß angewandt und den Samen zur rechten Zeit hineingelegt hat, was fehlt nun zu einem rechten Gedeihen?" Ein Junge von dreizehn Jahren antwottct mit der größten SicherheitSuperphosphat".

Die wichtigen Beratungen in den Hessischen Stände- Ikümmern werden von keinem anderen Blatte des Großh erzogt u ms soaussührlich wiedergegeben wie vom

versprechen ganz besonders ereignisreich zu werden. Der Reichstag bringt hochbedeutende Verhandlungen und große

Gießener Anzeiger"

Vermischtes.

2er neue Schillerpreis. Wenn wir der dies- twöchentlichen MünchenerJugend" Glauben schenken dürfen,

^^Hranffurt a. M., 30. Nov. Der Staatssekretär des) Roichspostamts Kraetkc ist gestern abend mit dem Kölnep Schnellzug hier eingetroffen und wird heute das hiesigL Post- und Telegraphenamt besichtigen. ..

K ö l n, 29. Nov. Zu dem Eisenbahn-Ungluckbei Horrem erfahren wir, daß einer der schwer Verwundeten! heute vormittag gestorben ist. Der Personenzugverkehr wird noch immer durch Umsteigen bewerkstelligt. Heute mittag hat sich eine Gerichtskommission an Ort und Stelle begeben' weil unbedingt ein Verbrechen angenommen wird Nach einer Meldung derKöln. Ztg." dagegen jinfr bereits fünf Leichen geborgen. Die Zahl derjenigen, welche ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten, soll, über 30 betragen. 'Zur Untersuchung hat sich der vorttagcnde i Rat int Reichs-Eisenbahnamt, v. Mtsani, an Ort und Stelle begeben

Erlangen, 29. Nov. Geheimrat Gen gler, Prv§ fessor der Rechte an der hiesigen Universität, ist gestern!

gestorben. .... .

London, 30. Nov- Der Herzog Vvn Teck stürzte bei einer Parforcejagd mit dem Pferd und erlitt emei Airreiaer". >Gehirnersch.ütterung und einen Rippenbruch.

Madrid, 30. Nov. Der Führer der forderalisttschen

Man bestelle deshalb für den Monat Dezember beiI Republikaner, Piymargall, der 1873 Präsident der Exeku- den Zweigstellen und Zeitungsträgern den Wi-«?30^N°? Di- M-nd-tSniederl egung

Wolfs hübet das politische Tagesgespräch. Wie verlautet, " ~ e besteht eine Spaltung in der Alldeutschen Partei. Nach einer

9teu hinzutretende Abonnenten erhalten vom -tage der ^^^Meldung hat Wolf in intimen Beziehungen zu der Bestellung bis zum 1. Dezember den Anzeiger frei zugestellt. K ^tpr )-cmeS Fraktionsgenossen Dr. Tskhan, der Braut des

gäbe hat folgenden Eingang:

An die "Abgeordneten des Hohen Deutschen Reichstags, diel das deutsche Voll im Vertrauen darauf erwählt hat, das; sie nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl ihrer Wähler sorgen, richten 220 000 deutsche Bauern, geeinigt in den unterzeichneten I christlichen Bauern-Deremen, die Bitte, chnen zu Zollsätzen für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu verhelfen, wie sie in den nach­folgenden Ausführungen bargelegt und begrünbet sind. Sie wissen s

jjDlilifdjr Tagesschau,

mne Eingabe de.stcher christlicher Bauern.

Dte Vereinigung christlicher deutscher Bauernvereine, zu ->er gehören der Badische, Bayerische, Elsaß-Lothringische, Hessische, Nassauische, Ost- und Wcslprcußische, Rheinische, Schlesische, Trierischc und Westfälische Bauern-Verein, richten an den deutschen Reichstag eine Eingabe, in der u. a. ein Mindestzoll von 7,5 0 Mk. bei einem Höchstzoll von 9 M. für die Hauptgetreidearten gesondert wird. Die Ein-

...... . , Kunst und Missenschast.

I anzulegen ist, und in weißwollenen, von dem obersten Rock-1 ° 1 .

kn-pf nach der rechten Schultot gehenden Fangschnüren «teV

I Dichtauszeichnung. § 6. Nach seder Preisverteilung findet I Mgstspiel im Schauspielhaus als Magda in SuderniannsHeimaf leine Feier am Grabe v. Schiller's statt. Am Schlüsse der seine enthusiastische Ausnahme.

Feier wird der Sarg geöffnet und der Dichter wieder auf ~

die richtige Seite umgedreht. UeULste MeldUlMN.

* Berlin, 26. Nov. Eine Schwindlerin tft bon Oriainaldrahtuteldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin. 30. Gestern haben die Nnt.°n°U.b^ des Dorfschmiedes zu Oberlatz bei Meiningen, hatte einmal raten und die freisinnige Verein igung ihre grundsatz» von einer ausgestorbenen Familie der Freiherren v. Nessen liche Haltung gegenüber dem Zolltarif festgestellt. Dte> gehört. Daihr das besser klang, als einfach Ressen, so nannte Konservativen sind fest entschlossen, weck ihre Anttage auf sie sich Margarete Freiin v. Nessen und ging nach Dresden, Erhöhung der Getreidezollposition von der Regie-! um auf Kosten anderer eän gutes Leben zu führen. Dieses! accephert werden, den ganzen Entwurf ab*

.... : Arn 15. Nov. Dem Agenten Johann Baum eine Tochter,

zu dramatisieren haben. § 2. Tie Bewerber haben am 10.1 Ilaria Carolina. 18. Dem Meyger Wieaand Wagener eine sJiOüCinbcr des Konkurrenzjahres früh um 6 Uhr mit rein ge- iTochter, Henriette Marie Elisabeth. Dem Besitzer einer chemischen ihres Dramas auf dem Hofe des Kaper Alexander-Garde- lavfo'itcr Karl Schmidt ein Sohn, Wilhelm Karl. Dem Kreiskaffe- Grenadier-Regiments Nr. 1 in Berlin anzutreten. Auf bem I vec[)ncr Adam Kaus eine Tochter. 24. Pern Küfermeister Justus Titel des Probedramas muß der Name, die Wohnung und l Wellhöfer eine Tochter. 26. Dem Privatdozenten und prakt. Arzte ba» Militärvcrhältnis bc8 Dichters vermerkt fein. § 3. Di« Tr. Mbolfin«'" f M*

Bewerber haben sich am 10. November jeden Jahres früh Tochter, Liar.anne Anmtte Udohme.

6 Uhr m der angegebenen Kaserne zur Kvntrallvena.nml.mg Darina Siauntann, geb. Kr-llchmar, 3»

emzufinden, so lange die Allerhöchste Entscheidung über oen I q-Qtrc a(t Fabrikarbeiterin dahier. 16. Lisette Christiane Lein- Preis noch nicht gefällt ist. Den Erschienenen werden von karger, geb. Franke, 88 Jahre alt, Privatin dahier. 23. Lina dem Offizier du four die Schillerpreis-Attikel vorgelesen, Geyer, geb. Bartels, 54 Jahre all, Ebefrau des Stationsassiftentm woraus sie enllassen werden. Wer nicht erschemh b*,.. p^«.aU,

. . . « bet Liste der Bewerber gestrichen. § 4. Auf dem Kasernen- Diedrich Hattenhauer, 35 Jahre alt, Kellner dahier. 28. Elisa-

Ätofö Stoben Sefc ÜÄ Reiches hoftllt das Dichten streng verboten. § 5 Der Sch.lleryre's stcthe Münch,«! Jahre alt, Prwa.m^a-,ier.------------------|

ui würdigen verstehen, und erwarten von der Einsicht und der! besteht m 6800 Mk. baar, m einer goldenen ^enkmunze, Gerechtigkeitsllebe der Vettretec des Volles eine kräftige Abhilfe »die auf der linken Brust getragen wird und beim Dichten ihrer traurigen Notlage."------1----- k nkorfton

Der Denkschrift ist folgendes Vorwort beigefügt:

/- In den nachfolgenden Darlegungen soll eine eingehende Be­gründung unserer Zollforderungen gegeben werden. In einer all­gemeinen Begründung haben wir uns bestrebt, die hauptsächlichsten, 'üon gegnerischer Seite bisher gemachten Einwendungen zu wider- ,legen, die spezielle Begründung soll die Höhe der einzelnen Zollsätze .rechtfettigen.

A. Die dügemeiue Begründung weist nach:

1. daß die deutsche Landwirtschaft sich in einer wirklichen Not-

Am 24. Nov. Karl Hofmann, Schreiner in Lich mit Maria Katharina Wenzel dahier. 26. Jakob Sandor, Schauspieler dahier mit 2lnna Rehder hierselbst. Gustav Becker, Ober°Lokomotivfuhrer dahier mit Adele Hackemann in Wunstorf. 27. Sans Beck, Zeltungs- erpedient dahier mit Dorothea Henriette Waag hierselbst. 28. ^ned-. rich Büttner, Friseur dahier mit Auguste Elisabeth Henrich ausbrach, in Sob-n. Raub ber

läge befindet;

2. daß diese Notlage nur durch einen Zolltarif in der von uns I vorgeschlagenen Hohe der Sätze und zwar nur durch einen I \ ' Doppeltarif gelindert werden kann;

3.' daß niemand das Recht hat, bei unfern Forderungen von Brotwucher zu reden; I

Wiederaufkommen der Landwirtschaft haben muß; Name dermaßen, daß sie für Dckdung^und^ Schonheiw^

5, daß das (Streben nach Ausbildung eines reinen Jndusttte-1

staates dem Dolkswohl entgegen und gerade den deutschen!

VerhälNiissen gegenüber am wenigsten gerechtfertigt ist;

6. daß alle Maßnahmen, welche geeignet find, die Zollsätze des! . neuen Tarifs in ihrer Wirksamkeit auch nur zu einem ge­

ringen Teile zu bchindern, hintan gehalten werden müffen;! Transitläger undMuhlenkonten müssen aufgehoben, Zollkredite I dürfen nicht mehr gewährt werden;

" 7. daß alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse durch den neuen Zolltarif einen gleichmäßigen Schutz erhalten müssen, damit! alle landwirtschaftlichen Produktionszweige wieder gleich­mäßig rentabel werden; Erzenanisse, welche in unferer Auf-1 stellung nicht speziell aufgeführt sind, müssen daher durch einen den angeführten Zollfätzen ähnlicher Erzeugnisfe entsprechenden I Zoll geschützt werden. I

B) Lln diese allgemeine Begründung schließt sich fobann eine I spezielle Besprechung der Gründe, die uns zur Aufstellung der ein-! zelnen Zollsätze veranlaßt hat. Es ist dabei von, dem Grundsatz ausgegangen roorben, baß der neue Zolltarif bie Aufgabe hat, allen! bäuerlichen Betriebsarten bie Rentabilität rnieber zu verschaffen, bie ihnen zur Zeit burch ben Handel genommen worden ist.

C) Hieraus folgt in Tabellenform eine Zusammenstellung ber von uns geforderten Tattssätze. r , ,

D) EinFührer durch die ßitteratur ber Zollgesetzgebung giebt jene Quellen an, welche bas Material zur Beurteilung unserer 'derzeitigen volkswirtschaftlichen Lage in Bezug auf die Frage der 'Zollgefetzgebung enthalten.

" Gerichtssaal.

Berlin, 29.Nov. Ein bedenkliches Abenteuer hatteI der Oberleutnant v. Sp. aus Spandau zu bestehen, als er am Abend des 9. Oktober b. I. einen Ausflug nach Berlin unter= nommen hatte. Er besuchte mit einem anderen Herrn auch das Apollo-Theater. Dort lernten sie zwei junge Mädchen kennen, welche sich bereit finden ließen, mit den Herren eine kleine!. r v- -s.

Bierreise zu unternehmen. Das eine ber Mäbchen, bie unverehe- sehr ausführlich wiedergebcn wirb, lichte OJtaric Kuhlke, machte ihre Kollegin daraus ausmerksam, daß! deren Begleiter, der Oberleutnant v. Sp., ein wohlgesülltes Porte­monnaie bei sich führe. Nachdem die beiden Paare in einem Lokale verschiedene Glas Pilsener zu sich genommen, bestiegen der Ober­leutnant und seine Begleiterin, die unverchelichte Elise Hentze, eine iDroschke. Der stark angetruntene Offizier schlief gleich ein. Diese ^Gelegenheit benutzte das Mädchen, ihm das Portemonnaie aus der Tasche zu ziehe,i. Sodann verlangte es, daß der Kutscher halte. Hierdurch erwachte der Offizier, der das Mädchen nicht freigeben wollte, sondern dem Kutscher befahl, bis ans Ziel zu fahren. Die Hentze schlug darauf die Thürscheibe mit ber Faust ein unb rief um Hilfe. Um Aufsehen zu vermeiden, unb ba er nicht wußte, daß er bestohlen war, zog der Offizier es vor, das Mädchen aussteigen zu blassen. Er mußte vorher aber dem Kutscher die zertrümmerte Scheibe mit 5 Mk. bezahlen. Am folgenden Tag trafen die Hentze unb bie Kuhlke sich in ber Zimmerstraße. Die erstere erzählte von : i^rem Erlebnis, gab aber bie erbeutete Summe nur auf 200 Mk. anstatt auf 500 All. an unb erbot sich, ber Kuhlke hiervon 100 Mk. . abzugeben. Die Kuhlle nahm bie 100 All., erstattete aber bennoch ^Anzeige, ba sie annahm, baß bie Hentze nicht ehrlich geteilt habe. Im gestrigen Termin vor ber 4. Strafkammer des Landgerichts 1 zeigte sich, daß die Angeklagte Hentze bereits dreimal wegen Dieb-I stähle vorbestraft war, bie unter ähnlichen Verhältnissen begangen I , waren. Der Gerichtshof billigte der Angeklagten mildernde Um-! I stände zu und beließ es bei einer Gefängnisstrafe von einem Jahr. I

-ulehnen. .

Au»», t, i i ----- - . M 'O. , Berlin, 30. Nov. Die vor wenigen Tagen rm R eI ch s->

schler vollständig blind wurden, für das Fraulem in Liebe üäube einem Kassenboten gestohlene Summe,

entbrannten und ahr opferten, soviel iene ihnen ber passender! 3500 ist gestern in einem Nebenraum in einem Gelegenheit abzuknöpfen für gut fand. Sie erzählte i>cn I versteckt auf g efund en worden.

Leichtgläubigen u. a., ihr Geschlecht habe enge Fühlung mit ^nrer ver,recrr ^ L ------------

bem S>ofe, und ihr Vater sei Stadtkommandant von Mem-I - ingen.' Nachdem sie ihre Liebhaber gehörig gerupft hatte, ließ sie diese sitzen. Bon Dresden siedelte sie nach Leipzig über, wo sie sich zur Abwechselung Dolores Frenn v. Lin- singen nannte. Endlich fand das schöne Leben ein Ende- Die Staatsanwaltschaft verfolgte die Schwindlerin, und die hiesige Kriminalpolizei nahm sie auf Grund eines Steck-

--- 7 C1 .. .. c IProf. Seydel, gestanden. ,

Augma SllS den Stündesmntsreglsterll der Arndt ölfßfn. Washington, 30. Nov. Hier ist ein Telegramm des Aufgebote. I amerikanischen Konsuls in Panama Gu-ges eingetroffen, M

mit Matta | dem er meldet, daß die L i b e r a l e n g e s ch l a g e n seien. Die Regierung sei im Besitz von Colon.

* Feuer. Man meldet ausNew-Pork, daß dort am 28. b. M. eine große Feuersbrunst in der 10. Straße Ein großer Komplex von Lagerhäusern wurde ein Flammen. Eine hohe Mauer fiel auf die Oel- Standard Oil Company, wodurch sich ein Naphta-

Eheschließungen. . tanks der Standard Oil Company, wodurch fick) cm vtapyra-

23. Nov. Otto veil), Schlosser dahier mit Christiane K auf die brennenden Gebäude ergoß, der in ungeheuren August- K°r°lu^Schusth°^h.°^^ aufloberte. Set Materialschaden ist beträchtlich.^