wahrt haben, aber hierbei sollen die Buren größere Tapferkeit gezeigt haben als je. Die Peomanry wurde gleichzeitig von mehreren Seiten unter scharfes Feuer genommen Sie sollen über hundert Tote und Verwundete gehabt haben, darunter den Obersten Simons. De w et so 11200 Gefangene gemacht haben, wahrend der Rest des englischen Lagers flüchten konnte.
Die V e r l u st e der Abteilung der berittenen Infanterie unter dem britischen General Sperr-, die im Bezirk Ermelo von Buren überrascht worden war (vgl. unsere Weihnachtsnummer, 2. Bl.), betrugen 10 Tote uitb 15 Verwundete.
Das neue Londoner Arnreekorps wird aus 1500 Offizieren und 35 304 Mann mit 1183 Pferden und 90 Kanonen, bestehen.
Das Reutersche Bureau meldet uns von Bloemfontein, 26. Dezember: Gestern überraschte General Hamiltyn das Lager Praetorius', nordwestlich von Orangia. Ein Bur wurde getötet, fünfzehn Duren gefangen. — Oberst du Moulins nahm südwestlich von Orangia den Feldkornet Jacobus Dutoit mit 28 Mann gefangen.
Unter dem Weihuachtsbaurn.
Gießen, den 28. Dezember.
Uebcr die feierliche Begehung des Wcihnachtsfestes liegen uns auch heute eine größere Anzahl von Berichten vor. Wir erwähnen davon'folgende:
Der Turnverein Gießen (gegr. 1846) beging am 2. Feiertag unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder seine Weihnachtsfeier. Das Programm war außerordentlich geeignet, bei den Teilnehmern die rechte Weihnachtsstimmung hervorzurufen. Ernstes wechselte mit Heiterem. Bald hatte auch die rechte Gemütlichkeit ihren Einzug gehalten. Dank der guten Akustik der Turnhalle kamen die von unserer Regimentskapelle vorgetragenen Weisen zur vollsten Geltung. Ebenso fanden alle an der Aufführung des Theaterstückes „Unterm Weihnachtsbaum" Mitwirkenden für ihr vortreffliches Spiel vielen Beifall. Besonders aber ist eine neue Einrichtung des Turnvereins zu erwähnen: Seit einiger Zeit besteht nämlich ein aus Mitgliedern des Vereins gebildeter Sängerchor. Die Leistungen des jungen Chores sind schon jetzt sehr gute. Was er zur Aufführung brachte, war Dank der Energie und Umsicht des Dirigenten, Mustklehrers Kasten, vortrefflich. Einem Weihnachtsstück, verbunden mit einem Chor und Solo für Tenor, Violine und Klavier, reihten sich die übrigen Gesänge in würdiger Weise an. Der Beifall und die Begeisterung stieg von Nummer zu Nummer. Ein Weihnachtsmärchen, da§ in einem lebenden Bilde dargestellt wurde, bildete den Schluß des Programms. Alsdann vergnügten sich die Anwesenden an einem Tänzchen bis zur frühesten Morgenstunde.
r. Buhbach, 27. Dez. In unserer Stadt wurden Verschiedene schöne öffentliche Weihnachtsfeiern begangen. Den Anfang machte die Kleinkinderschule. Die Zöglinge trugen unter einem prächtig geschmückten Christbaume hübsche Liedchen und Gedichtchen vor, um dann ihre Gaben, bestehend au§ nützlichem Dingen und Spielsachen, in Empfang zu nehmen. Am Spätnachmittag des 24. Dez. fand in der ehrwürdigen St. Markuskirche ein liturgischer Militär- gottesdienst statt. Die alten Hallen des Gotteshauses waren durch die Lichter zweier mächtiger Tannenbäume taghell erleuchtet. Besonders schön wirkten die weihevollen Lieder des Schülerkirchenchors. — In der Hospitalkirche feierte in der Frühe des ersten Festtages eine andächtige Gemeinde die hier übliche Christmette. — Unser rühriger Gesangverein „Orpheus" veranstaltete in dem großen Saale des „Hess. Hofes" eine schöne Abendunterhaltung. Besonders wirkungsvoll waren die drei lebenden Bilder: „Weihnachten eines Junggesellen", „Weihnachten im Verein" und '„Weihnachten in der Familie". Der Vorsitzende, Lehrer Storch, sprach vor jedem einzelnen Bilde einen Prolog. Die Bilder selbst fanden durch Gesangsbegleitung eine ebenso ergreifende als sinnige Erklärung. Rein vorgetragene Chorlieder, muntere Kouplets, Konzertstücke und der übliche Tanz vervollständigten das geschickt zusanimengcstellte Programm und hielten die vielen Teilnehmer bis zu früher Morgenstunde zusammen.
= Grünberg, 27. Dez. Auch in diesem Jahre fand hier am ersten Christtage im Saale der Kleinkinderschule eine Christbescherung für die Zöglinge dieser Anstalt statt, und am zweiten Feiertage, nachmittags halb 5 Uhr, versammelten sich die bedürftigen Schüler der Volksschule in demselben Lokale um den prächtig geschmückten, hellstrahlenden Lichtcrbaum, um nach dem Gesang des Weihnachtsliedes „Vom Himmel hoch da komm ich her" und einer erbaulichen Ansprache des Pfarrvikars Schmidt die für sie bestimmten Gaben dankbaren Herzens entgegenzunehmen. Die Geschenke bestanden in Stoff zu Kleidungsstücken, Weihnachtsgebäck u. s. w. Da auch diesmal wieder ein recht ansehnlicher Betrag zur Verfügung stand, konnten etwa 60 Kinder reichlich bedacht werden. — Gestern abend veranstaltete der hiesige Musikvcrcin in der Turnhalle eine Weihnachtsunterhaltung, deren zahlreicher Besuch bewies, daß die Bewohner der Stadt dem Verein größte Sympathie cntgegenbringen. Mit gewohnter Fertigkeit wurden die einzelnen Musikstücke unter der bewährten Leitung des Dirigenten Stendal zu Gehör gebracht. Sie wurden mit großem Beifall ausgenommen. Auch das Weihnachtsfestspiel „Heilig-Abend" und das komische Duett für zwei Damen, „Die Leutnantsbraut", wurden rech flott gespielt. Die Mitwirkenden fanden volle Anerkennung. Mit einem Tanzvergnügen endigte die schöne Festlichkeit.
G Ober-Widdersheirn, 27. Dezember. Am Sonntag den 22. d. M. veranstaltete im Saale des Bürgermeisters Weiß
hier das Basaltwcrk I. Nickel eine Christfeier ft'ir seine Arbeiter. Eingelcitet wurde die Feier durch eine Ansprache des Pfarrers Brill, der den großen Reichtum der hiesigen Basaltlager hervorhob. Es sei das Verdienst des Herrn Nickel aus Gießen, den Steinbruch auf seine jetzige Höhe gebracht zu haben, der gegenwärtig einer großen Anzahl von Leuten von hier und aus der Umgegend reichlichen Verdienst verschaffe. Ec ermahnte Arbeitgeber wie Arbeiter, wie seither auch in Zukunft einträchtig zu sein und schloß mit einem Hoch auf den "Arbeitgeber. Sodann sangen die Kinder der Arbeiter unter Leitung des Lehrers Koch das Lied: Srille Nacht, heilige Nacht. Es folgten komische Vorträge uuo Musikstücke. Alles wurde mit großem Beifall aus- genommen. Am Schluffe der Abcndunterhaltung trug Kasscn- rechncr Grünbcin noch ein Gedicht vor, worin betont wurde, rote dankbar ,die Arbeiter Ober-Widdersbeims . sein, müßten,
dafür, daß sie in nächster Nähe so reichlichen Verdienst hätten, ivährend draußen mancher gerne arbeiten wollte, wenn er nur Arbeit fände. Diese Gelegenheit benutzte Pfarrer Brill dazu, eine Sammlung für die Arbeitslosen zu veranstalten, die 11 Mk. ergab. Gleichzeitig erwähnte er die von Pastor Bodelschwingh-Bielefeld ausgegangene Idee durch Umrodung eines Moorlandes den Arbeitslosen Arbeitsgelegenheit zu verschaffen. Sodann wurde der Weihnachtsbaum angezündet und die Verteilung der Christgeschenkc vorgenommen. Der ich anschließende Ball hielt die Teilnehmer bis zum stützen Morgen zusammen.
Ans Stadt und Land.
Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichenOriginal-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Arrz." gestattet.)
Gießen, 27. Dezember 1901.
* * Ernennung. Ernannt wurde am 21. Dezember der Kanzleigehilfe bei dem Oberlandesgericht Kleber zum Kanzlisten bei diesem Gericht.
* • Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Forstwart der Gemeindeforstwartei Langenhain, Lorenz Schneider zu Langenhain, aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgem. Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen.
• * Weihnachtsgabeu. Von den Herren Pfarrern der Gemeinden Leihgestern, Großen-Linden, Lützellinden, Watzenborn- Steinberg, Garbenteich und Grüningen gehen uns mit der Bitte um Veröffentlichung Dankesschreiben für Weihnachtsgaben zu, die ihnen zur Verteilung an Wohlthätigkeits- anstallen oder hilfsbedürftige Glieder ihrer Gemeinden von dem früheren Besitzer der Gießener Braunsteinwerke, Fe rnie, durch dessen Generalbevollmächtigten, Herrn Direktor Pascoe, überwiesen wurden. Wegen Raummangels ist es uns unmöglich, sämtliche Schreiben im Wortlaut hier wiederzugeben.
* * Aus dem Theaterbureau. Sonntag den 29. ds. Mts. gelangt die fünfaktige Poffe „Ihr Korporal" von Carl Losta zur Aufführung. — Montag den 30. ds. Mts. wird Björnsons „Ueber unsere Kraft" zum 3. Mal gegeben. Am Neujahrstag sind zwei Vorstellungen: Nachmittags 4 Uhr: „Die Dame von Maxim", abends 8 Uhr: „Der Trompeter von Säkkingen".
• • Konzert. Morgen findet in der Südanlage die übliche Promenadenmusik mit folgendem Programm statt: 1) Ouvertüre z. Op. „Don Juan" von Mozart, 2) Spinnlied a. d. Op. „Die Hexe" von Enna, 3) „Du und Du", Walzer von Strauß, 4) Phatasie a. d. Op. „Aida" von Verdi.
* * Milttärdienstpflicht. Laut Mitteilung des königl. Niederländischen Generalkonsulats zu Frankfurt a. M. tritt am 1. Januar 1902 im Königreich der Niederlande ein neues Gesetz in Kraft, wonach auch die in Deutschland wohnenden Niederländer in ihrer Heimat militärdienstpflichtig sind und sich zur Ziehung stellen müssen. Die näheren Bestimmungen sind beim Generalkonsulat zu erfahren.
** Preußisch - hessische Eisenbahn-Einnahmen. Die Monats-Einnahmen pro November der Vereinigten Preußischen und Hessischen Staatseisenbahnen haben sich ein wenig besser als im vorhergegangenen Monat Oktober gestellt, indem das Minus pro November nur Mk. 1843 000 beträgt gegen Mk. 3971000 Minderertrag pro Oktober. Der Personenverkehr ergab gegenüber dem vorjährigen Parallelmonat diesmal pro November einen Ausfall von nur Mk. 396 000 (Mk. 790000 Minus im Oktober), der Gütertransport Mk. 1626 000 Minderung (Mk. 2 568000 Minus im Oktober) und die Extraordinarien zeigen im November sogar ein Mehr von Mk. 179 000, während darin im Oktober noch Mk. 613 000 weniger vereinnahmt wurden. Immerhin ist der Rückgang auch im November noch ein recht beträchtlicher gewesen, namentlich in Anbetracht des Umstandes, daß die Gesamtlänge des Bahnnetzes im Zeitraum des verflossenen Jahres sich um 694 Kilometer vergrößert hat. Die Totaleinnahmen vom 1. April bis Ende November a. c. beziffern sich nunmehr auf Mk. 944 514 000 oder Mk. 22 246 000 weniger als in in der gleichen Periode des Vorjahres.
** Hochwasser. DieRheinhöhe beträgt gegenwärtig in Köln 3.79 Meter. Die Mosel ist bei Trier um 2.15 Meter gestiegen. Die Kinzig führt Hochwasser. Bei der Haltestelle Wertheim bei Gelnhausen (Frankfurt-Bebraer Bahn) ist infolge dessen der Personen- und Gepäckverkehr eingestellt worden. — Die Warthe steigt nach Meldungen aus Posen. Dort ist der Berdychowerdamm bereits überschwemmt. Po- gorzelice und Schrimm melden weiteres Steigen. — Die in den letzten Tagen niedergegangenen Regengüsse haben auch in Lüttich und Umgebung großen Schaden angerichtet. Die Meuse ist aus den Ufern getreten und überschwemmt große Flächen Landes. Zahlreiche Häuser stehen unter Wasser. — Die Lahn hat ebenfalls ihren gewöhnlichen Wasserstand schon bedeutend überschritten und ist stellenweise bereits über die Ufer getreten. Auch bei Gießen hat sie ebenso wie die Wieseck teilweise schon die angrenzenden Wiesen überschwemmt.
” Ein Lebensmüder. Unter dieser Spitzmarke brachten wir im 1. Blatt unserer gestrigen Nummer eine Lokalnotiz, zu der uns Herr Louis Euler, dessen Vater sie betrifft, folgendes mttteilt: Der alte Mann, der im 82. Lebensjahre stand, war durch überstandene schwere Krankheiten geistig geschwächt. Nie aber hat mein Vater Aeußerungen gethan, die auch nur entfernt darauf schließen ließen, daß er lebensüberdrüssig sei oder sich ein Leid^ anihrm wolle. Daß man heute trotzdem meinen Vater unbewacht — aber man hörte ihn wohl, denn es ging geräuschvoll wie immer zu — aus der Wohnung ließ, hatte seinen Grund darin, daß er öfters gerade um diese Tageszeit — gegen 6 Uhr früh — den Abort aufzusuchen pflegte, von wo er bisher stets in sein Schlafzimmer zurückkehrte. Auch heute nahm man an, er verweile an diesem Orte, und erst als er länger ausblieb, stellte man Ermittelungen an, die zu dem Ergebnis führten, daß mein bedauernswerter Vater nicht an diesem Orte weilte, sondern das zufälliger Weise unverschlossene Haus verlaßen hatte, und zwar fast unbekleidet. Herbei kann aber von einem Vorsatz, seinem Leben ein Ende zu machen, bei meinem Vater nicht die Rede sein, dem jede Sorge ferngehalten wurde. Sollte dem alten unzurechnungsfähigen Manne ein Leid widerfahren sein, so hat er den Tod nicht aus Lebensüberdruß gesucht.
W. Daubringen, 27. Dez. Gestern wurde hier eine Familie von einem schiveren Schicksalsschlage betroffen. §)er
Sohn des Hüttenarbeiters Kraushar zu Lollar, ber bei be? 7. Kompagnie des Jnf.-Regiments Nr. 168 in Offenbach dient, hatte die Feiertage im Elternhause verlebt. Gestern nachmittag mußte er nach Offenbach zurückkehren. Seine zwei Geschwister begleiteten ihn nach dem Bahnhof in Lollar. Hier wurde die ältere Schwester von einem Herzschlage getroffen. Sie war sofort tot. Den unglücklichen Bruder aber rief die Pflicht. Er konnte sich nicht um seine so plötzlich verstorbene Schwester kümmern, sondern mußte die Rückreise antreten. Die Eltern brachten später die Verstorbene nach Hause. Heute wird der Bruder zurückkommen, um der Schwester das letzte Geleit zu geben.
W. Von der mittleren Nidda, 27. Dez. Heute ist „Bündels Geburtstag". Diese hier und da übliche Bezeichnung führt der dritte Weihnachtstag deshalb, weil an ihm die Dienstboten aus dem alten Dienst aus- und in den neuen Dienst eintreten und dadurch alljährlich auf diesen Tag die Bündel geschnürt werden. Der Dienstbotenwechsel tritt in neuerer Zeit auch vielfach mit dem 1. Januar ein. In manchen Gegenden der Wetterau erfolgt er auch erst am Petritag. Die Dienstbotenlöhne sind in den letzten Jahren bei uns stetig gestiegen. Die Löhne der Dienstmädchen sind jetzt auf dem Lande so hoch wie in der Städte Ein erwachsenes Dienstmädchen bekommt mitunter 230 Mk. jährlich und, wie üblich, noch ein paar Schuhe. Ein Knecht erhält einen Jahreslohn von 340—350 Mk. und noch einen Viertelmorgen Kartoffeln. Man fängt jetzt auch an, Knechte ohne Beköstigung in Dienst zu nehmen. Solche sind mit einem Jahreslohn von 800 Mk. gedingt worden. Bedenkt man, daß die verheirateten Dienstboten ein billiges Logis haben, oder sich ein Häuschen und ein Stück Land leicht erwerben können, so sieht man wohl ein, daß sie sich im Durchschnitt mindestens so gut stehen wie die städtischen Arbeiter, zumal sie nie eine Arbeitseinstellung befürchten müßen.
Vermischtes.
* Hamburg, 27. Dez. Heute morgen gegen 3 Uhr wurde die 22 jährige Arbeiterin Friederike Wibber in ihrer Wohnung, Gärtnerstraße, in Altona ermordet aufge* sunden. Die Art des Mordes läßt die hiesigen Behörden darauf schließen, der flüchtige Thäter sei mit dem unentdeckten Mörder der Prostituierten Ahlert identisch.
* Zwickau, 27.Dez. Als heute vormittag sich mehrere Knaben auf dem Eise eines Teiches tummelten, brach die dünne Eisdecke. Vier Knaben von 10 bis 12 Jahren ertranken.
* Rom, 27. Dez. Während der Erzbischof Giani von Livorno, ein bekannter Intransigent, die Weihnachtsmesse zelebrierte, sprang aus der Menge plötzlich ein Mann an den Altar, packte den Erzbischof und würgte^ihn. Ehe größeres Unheil entstand, wurde der Attentäter übermannt. Trotzdem brach in der Kirche eine Panik aus, die indessen ohne ernstere Folgen gedämmt wurde.
* Wien, 27. Dez. Der Kassenbeamte der Alpinen- Montan-Gesellschaft Johann Petritsch hat sich heute früh wegen privaten Angelegenheiten im Bureau der Gesellschaft erschossen. Die Gesellschaft erklärt ausdrücklich, daß Petritsch mit Geldsachen nichts zu thun hatte.
* Innsbruck, 27. Dez. Während des Hochamtes in der Kirche zu Ambaß stürzte in dem Moment als die Glocken geläutet wurden, der Glockenstuhl ein. Die Glocken fielen in die Tiefe, töteten ein mit dem Läuten beschäftigten Mann, und verwundeten einen zweiten aufs schwerste.
* Moskau, 28. Dez. Im Gebäude der Petersburger Versicherungsgesellschaft am Theaterplatz, in dem sich auch das Gasthaus Metropol befindet, brach gestern nachmittag 3 Uhr Feuer aus, das nach angestrengter Arbeit von der Feuerwehr bewältigt wurde. 30 Feuerwehrleute, welche sich in Hängekörben vom Dach des fünfstöckigen Gebäudes auf das Gesims des vierten Stockes herabließen, lagen daselbst längere Zeit bewußtlos. Später wurden sie durch Leitern gerettet und ins Spital geschafft.
* Ritualmordgerüchte. Strehlener Lokalblätter enthalten folgende Noti-: „Angeblich soll am 14. d. M. in der Dunkelstunde ein Kind unter Versprechungen in das Synagogengrundstück gelockt worden sein. Wer uns hierüber Aufklärung bringt und den Anstifter hierzu so bezeichnet, daß er zur Verantwortung gezogen werden kann, erhält 300 Mark Belohnung. Strehlen, den 20. Dezember 1901. Die Polizeiverwaltung. Naumann." Ein 5 jähriges Kind soll einen Abend im Schlachtraum an der Synagoge eingesperrt gewesen fein. Die „Strehl- Ztg." weiß zu berichten, daß die Sache an die Staatsanwaltschaft gegangen ist. — Nach Meldung des „S. Anz." wurde Sonntag zwischen Rothkirschdorf und Würben ein Mann erstochen und ein anderer verletzt. Der Thäter, ein Mann aus Teichenau, ist seitdem spurlos verschwunden.
* Ein ungeheurer Spielver4ust im Wiener Jockeyklub. Im Wiener Jockeyklub, in dem übrigens Hazardspiele offiziell verboten sind, hat ein polnischer Aristokrat, Graf Josef Potocki, 34 Mill. 200,000 Kronen an einem Abend im Baccarat verloren. Ein ungarischer Abgeordneter und Sportsman, Herr v. Szemere, hat den größten Teil davon, zirka 1 Million Kronen, gewonnen. Ueber das Spiel wird mitgeteift, daß der Verlierer beständig doubliert habe, doch läßt sich vorläufig über den Vorgang noch keine rechte Klarheit gewinnen, da die zunächst beteiligten Kreise strenges Schweigen beobachten. Szemere wird 300 000 Kronen zu Gunsten der Arbeitslosen in Budapest spenden. Er hat erst vor wenigen Monaten im Budapester Parkklub 700 000 Kronen gewonnen. — Nach einer Meldung aus Wien leitete die Wiener Polizeidirektion auf Befehl des Kaisers eine Untersuchung ein. Sie stellte die Namen der beteiligten Spieler fest und übergab diese Angelegenheit dem städtischen Bezirksgericht, das die Anklage wegen verbotenen Spiels erheben wird. Alle hochadeligen Spieler, unter denen sich auch der junge Prinz Franz Josef von Braganza befand, werden als Angeklagte vor dem Bezirksgericht erscheinen müssen. Ferner wird sich auch die Verwaltung des Jockey- Klubs wegen Duldung von Hazardspielen in den Klubräumen zu verantworten haben.
UmverMs Nachrichten.
Berlin, 27. Dez. Der Vorsitzende des deutschen Fröbel- verbandes, Prof. Eugen P a p p e n h e i ni, ist hier g c ft o r b c n. — Wegen Teilnahme an dem Skandal in der Vorlesung Schiern a n n hat, wie eine hiesige Korrespondenz erfahrt, der akademische Senat der Universität in der heutigen.Sitzung zwei Studierende polnischer Zunge mit Entfernung o o n de r Ä.e-r 11 n c r U-u in er fr tat bestraft und gc^en rwej.


