gramm abgesandt:
geschlossen.
**, Bei der Ober-Postdirektion in Darmstadt sind kürzlich, wie uns mitgeteilt wird, wieder einmal unbestellbare, aus Orten des Großherzogtums Hessen herrührende Briefsendungen durch Feuer vernichtet worden, weil die Absender sich weder auf noch in den Sendungen genannt halten und die Rückgabe an sie unmöglich war. Ihre Zahl betrug diesmal nicht weniger als 13 970. Es kann aus diesem Anlaß nur immer wieder empfohlen werden, auf den Postsendungen stets den Namen des Absenders, sei es handschriftlich, sei es durch den Abdruck eines Gummistempels, wie sie in Graveurgeschäften und Papierhandlungen billig zu haben sind, anzugeben oder die Briofkouverts usw. mit einem bezüglichen Vordruck versehen zu lassen.
** Ein frecher Bubenstreich. In der vergangenen Nacht haben Rowdies 5 Fenster unserer Verlags- und Expeditionsräume vollständig zertrümmert. Von den stechen Burschen hat man bis jetzt keine Spur. Hoffentlich gelingt es der Rührigkeit unserer Polizei, die Leute, denen, eine solche erbärmliche Dumnrejungenthat Vergnügen macht, dingfest zu machen und einer exemplarischen Bestrafung zuzuführen.
** In großen Aengsten schwebte einer unserer Musensöhne letzthin, der eine Polizeistreife von 65 Mk. zahlen sollte, * die im Fall des Unvermögens durch eine entsprechende Haftstrafe auszugleichen war. Da der Student die Strafe nicht bezahlte, bemächtigte man sich seiner Person. Guter Rat war teuer. Doch ein richtiger Student kommt nicht in Verlegenheit. Er sandte einen Boten ins Kolleg, appellierte an den Edelmut seiner Kommilitonen, und bat, ihm aus der Klemme zu helfen. Durch einen Zufall erfuhr auch der Herr Prof. | Don der eigenartigen Situation des Musensohnes, und wenn
Der Student soll seitdem aus reiner Dankbarkeit, nicht ein einziges Kolleg des betreffenden Professors geschwänzt haben. Die Affaire ist allerdings noch keine 8 Tage alt.
** Vier Jahreszeiten. Am morgigen Freitag findet in den vier Jahreszeiten großes Abschicdskonzert des Croat. Damen-Ensembles „Lika" statt, worauf auch an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht sei. Vom nächsten Sonntag ab tritt das Possen-Ensemble „Brabant" in dem Lokal auf.
Am folgenden Vormittag traf folgende Antwort ein:
„Seine Königliche Hoheit der Großherzog lassen der gestrigen Festoersammlung für aufmerksamenGeburtstags-Gluckwunsch bestens dankem Römheld, Geh. Kabinetsrat."
einverstanden erklärt haben.
* Ein Fr au en-Attentäter. Seit Freitag abend befindet sich besonders der weibliche Teil der Bevölkerung von Kiel in großer und berechtigter Aufregung. Am Freitag abend wurden von einem Unholde in den nördlichen Gegenden der Stadt, aber in den verschiedenften Straßen dieser Gegend, nacheinander zehn Mädchen und Frauen mit einer stiletartigen Waff e st plötzlich verletzt, daß die Verwundung erst durch. das rieselnde Blut angezeigt wurde. Der Thäter, der als eut aut gekleideter Mensch mit Schnurrbart geschildert wird, ist überall st schnell verschwunden, daß ein bestimmter Eindruck von der Persönlichkeit bei den zum Teil auch, rücklings Ueberfallenen wohl nicht zurückgeblieben ist. Der I Verbrecher hat in den letzten Tagen eine Reihe von Unthaten verüben können, st daß deren Gesamtzahl auf neunzehn I angewachsen ist. Als mutmaßlicher Thäter wurde em aus
Alsfeld hatte an die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. am 18. Oktober ein Schreiben betr. Behebung des an einzelnen Tagen bei Personenzug 531 zwischen Gießen und! Großen-Buseck eintretenden Platzmangels gerichtet. Er erhielt nunmehr den Bescheid, daß die Bereithaltung der erforderlichen Verstärkungsw agen angeordnet worden fei. Bei dem 7.53 Uhr in Gießen cintreffenden Personenzug :522 sei nach den angestellten Ermittelungen ein Platzmangä
59 280000 Lstr. betragen, die Kosten des Rücktransports der Truppen nach England sind dabei nicht mit einbegriffen!! Wird's dabei dem lieben John Bull nicht unbehaglich zu Mute?
Ein Pariser Blatt berichtet aus dem Haag, Präsident Krüger habe thatsächlich von der englischen Regierung die Offerte erhalten, daß die Unabhängigkeit der Buren re publik en zu gestanden werden solle, falls dm Goldminen an England abgetreten würden. Präsident fttüger habe jedoch energisch abgelehnt. Wir glauben, die ganze Nachricht ist eine fette Ente.
Wie aus Agram berichtet wird, besteht dort seit geraumer Zeit eine englische Kommission zum Pferde- ankauf für Südafrika. Gegenwärtig wird ein Stall für 2000 Pferde gekauft.
noch nicht beobachtet worden, weil dieser Zug in Grünberg ausreichend verstärkt würde.
•* Der Verein hessischer Forstwarte (Lokal-Verein Gießen) beging am Sonntag die Feier des Gcburtsfeltes seines allerhöchsten Jagdherrn des Großherzogs m dem neuen Lokale der Restauration zum Schipkapaß. Der Vorsitzende hielt eine kernige Ansprache, die mit einem Hoch auf den Großhcrzog schloß, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. — Im Anschluß an die Feier erstattete der dorthin entsandte Vertreter Bericht über die 6. Hauptversammlung in Bockcnheim und gab Erläuterungen über die Stendal'schc Rodemaschine. Die Versammlung wurde mit einem Hoch auf die Vorgesetzten
*» Homberg a d. O., 27. Nov. Groß Herzogs Ge- burtstag wurde hier durch ein Festessen gefeiert, das am Montag Abend stattfand. Die Festrede hielt Pfarrer Port, während Lehrer Müller den Kaiscrtoast ausbrachte. Im Laufe des Abends wurde an den Großherzog folgendes Tele-
Aus Stadt und Sand.
Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.
Gießen, 28. November 1901.
LM. Das Ministerium des Innern hat anläßlich des plötzlichen Ablebens Prof. Löh le ins nachstehendes Telegramm an die Landesuniversität gerichtet: „Landesunivcrsität Gießen. Der Landesunivcrsität übersenden wir den Ausdruck aufrichtiger Teilnahme an dem schweren Verluste, welcher ste in dem unerwarteten Hinscheiden Geheimrat Löhleins schmerzlichst betroffen hat. Ministerium des Innern."
*• Eine Gehaltserhöhung für unseren Bürgermeister 1 ist von den Stadtverordneten kürzlich erwogen wnrden. Man ! beabsichtigt, Herrn Mecum die ihm bei seinem Diensteintritt I nach zweijähriger Dienstzeit in Aussicht gestellte Gehalts- \ zulage von 1000 Mk. schon jetzt zu gewähren. Maßgebend hierfür ist die Erwägung, daß Herr Mecum in Solingen als! Beigeordneter das gleiche Gehalt bezog, mit dem er als Bürgermeister von Gießen angestellt wurde. Nicht verkannt darf werden, daß das jetzige Gehalt des Bürgermeisters ohne Frage im Mißverhältnis steht zu den sonstigen Gehältern, die unsere höheren städtischen Beamten beziehen, wobei zu berücksichtigen ist, daß der erste Beamte unserer Stadt als solcher auch gewisse Verpflichtungen hat, die Ausgaben erheischen, die sich nicht von der Hand weisen lassen.
*• Vereinigung für hessische Volkskunde. Dienstag den 26. d. M. fand im oberen Saale tzses Cafe Ebel der neulich angekündigte erste Mitgliederabend der Vereinigung für hessische Volkskunde statt. Nach einigen Begrüßungsworten des ersten Vorsitzenden und kurzen geschäftlichen Mitteilungen berichtete Herr Professor Strack über hessische Vierzeiler. Daran knüpfte sich eine lebhafte Erörterung, in welcher eine Reihe hiesiger Mitglieder aus ihren eigenen Erinnerungen wertvolle Ergänzungen zu dem besprochenen Thema beisteuerten. Später machte Herr Professor Lucius Mitteilungen über einen in Hungen früher gepflegten, leider nun aber außer Hebung gekommenen Brauch (Wettlauf der Burschen am zweiten Pfingsttage), der offenbar auf ganz alten Ueberlieferungen beruhte. Der stattliche Besuch und die rege Beteiligung der anwesenden | Mitglieder haben den Beweis erbracht, daß der Gedanke/ derartige Abende zu veranstalten, außerodentlich glücklich war. Sie werden sich deshalb auch künftig zweifellos einer stets wachsenden Beliebtheit erfreuen dürfen. Für die nächste Versammlung, die des Weihnachtsfestes und Jahreswechsels wegen erst in etwa sechs Wochen stattfinden kann, sind Mitteilungen über Hochzeitsgebräuche in Aussicht genommen.
” Von der Eisenbahn. Der Kaufmännische Verein in
Vermischtes.
* Tilsit, 27. Nov. Der jugendliche Tapeziergehilfe Firmer (auch Former genannt), der vom Schwurgericht im Juli wegen der am 20. April erfolgten Ermordung des alten Tilsiter Arztes Dr. Heidenreich zum Tode verurteilt war, wurde am Samstag hingerichtet. Mit den Worten: „Mit Gott für König und Vaterland legte er sich selbst auf den Richtblock.
* Wien, 27. Nov. Das heute Morgen zwischen dem Reichsratsabg. Wolff und dem Professor Dr. Steidl ausgefochtene Duell auf Pistolen verlief unblutig. Die Gegner schieden unversöhnt.
* Eine romantische Eheschließung. Stadtgespräch bildet in Köln die Entführung der 18jährigen Tochter eines Millionärs durch einen Assessor jüdischer Konfession, der deshalb nicht hoffen konnte, von den katholischen Eltern seiner I heimlichen Braut die Einwilligung zur Ehe zu erlangen. Beide reisten nach London und ließen sich dort trauen, nachdem der Assessor zur katholischen Religion übergetrcten war. Nun soll sich der Vater der jungen Frau mit der Heirat
aufzubewahrcn. Um seine Vorräte auch für die Notfälle der Friedcnszeit nutzbar zu umchen, hat der Vorstand mit dem Polizciamt ein Abkommen getroffen, wonach er diesem für den Fall eines größeren, namentlich Eisenbahnunglücks, leihweise die erforderlichen Trag- und Räderbahren, sowie Verbandzeug zur Verfügung stellt.
Sprendlingen, 26. Nov. Eine interessante Streitfrage unterliegt gegenwärtig der Entscheidung der höheren Instanz. Die Entscheidung dürfte für die hessischen Volksschullehrer von prinzipieller Bedeutung sein. In dm Orten, in denen noch Schulgeld erhoben wird, muß ein sog. | Schulgeldregistcr aufgestellt werden, worüber die Ministerien des Innern und der Justiz unter dem 24. Januar 1877 Folgendes verfügt haben,: „Tie Schulgeldregister sind, wo nur ein Lehrer ist, von diesem aufzustellen :c., wo mehrere Lehrer beteiligt sind, vom Schulvorstande nach von den Lehrern vorgelegtcn Verzeichnissen". Der Vorsitzende des hiesigen Schulvorstandes hat von den Lehrern die Aufstellung der Schulgeldregister verlangt; diese jedoch haben sich auf Grund des obigen Erlasses geweigert. Die Beschwerde des Vorsitzenden des Schulvorstandes wurde von der Kreisschulkommission in Offenbach als begründet angesehen, obwohl der Vorsitzende des Schulvorstandes selbst zugegeben hatte, daß eine gesetzliche Verpflichtung seitens dex Lehrer nicht vorliege. Die Lehrer haben sich trotzdem geweigert, das Register auf- I zustellen. Man sieht mit Spannung dem Ausgang dieser I Angelegenheit entgegen.
b. Mainz, 27. Nov. Der Vater des jungen Kaufmanns, welch' letzterer, wie wir berichteten, als angeblicher Complice des in Brüssel verhafteten Gauners Harm, der den Wert- papicren-Diebstahl bei dem Hofrat Börkel verübt hat, verhaftet worden war, ist mündlich bei dem Justizministerium in Darmstadt deswegen vorstellig geworden.
•* Kleine Mitteilungen aus Hesien und den Nachbarstaaten. In Lauterbach wurde bei der Wahl eines Beigeordneten Uhrmacher Georg Habicht wiedergewählt. — Der früher lange Jahre am Gymnasium in Worms thätige Gymnasiallehrer Prof. Sold an, der sich auch um das Paulusmuseum sehr verdient gemacht hat, ist im Alter von 60 Jahren nach längerem Leiden gestorben. Nach seiner Pensionierung war er nach Darmstadt verzogen. — In Kassel wurde ein 18jähriges Dienstmädchen wegen versuchten Giftmordes verhaftet. Sie hatte das einjährige Kmd ihrer Dienstherrschaft durch eine Phosphorlösung von Streichhölzern vergiften wollen.
zu sorgen.
4- Grebenhain, 27. Nov. Von dem Verkehr auf der neu eröffneten Nebenbahnstrecke Lauterbach — Greben-1 Hain versprach man sich anfangs nicht viel, da man glaubte, daß der Weiterbau der Strecke Grebenhain—Gedern mit dem Anschluß an letztere Station noch nicht genehmigt sei. Nunmehr aber dürfte die Sache anders werden. Es ist bereits! der erste Güterzug auf unserer Station angekommen, da der! Personenzug die Güterwagen nicht alle mitbringen konnte.! Es kommen ganze Waggonladungen Baumaterial, künstlicher I ! Dünger u. s. w. an. Auch ist schon amtlich bestimmt, daß verschiedene Bahnhöfe mit Güterhallen an dieser Bahn so bald I als möglich vergrößert werden. — Gestern besichtigten mehrere! Herren von der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. mittelst I Sonderzuges die Stationen, um wo nötig Abhilfe zu I schaffen. I
Darmstadt, 28. Nov. Die „Darmst. Ztg," veröffentlicht !folgenden Dank des Großherzogs: „Seine Königliche I Hoheit der Großhcrzog sind von den zahlreichen zum 25. No- lvember dargebrachten Gratulationen in hohem Maße erfreut I und lassen auf diesem Wege allen Glückwünschenden Seinen Iherzlichen Dank übermitteln. — Prinz und Prinzessin IFriedrich Karl von Hessen trafen gestern mittag nach 112 Uhr hier ein, wurden von dem Großherzog und der lPrinzessin Heinrich von Preußen am Bahnhofe crn- I pfangen und nahmen an der Frühstückstafel teil. Die hohen Gäste reisten im Laufe des Nachmittags zurück. — Der Hess. .LandeSverein vom Roten Kreuz hat in seinem An- I wesen, Blcichstraße 38, seit Jahresfrist ein Magazin erbaut, um darin seine für den Kriegsfall bercitzuhaltenden Vorräte, 4 namentlich Trag- und Räderbahren, Verbandzeug, Aus- : | rüitung§gegei*rtxnb< §ür -zu errichtende tzazantte u. s. w.,
ch. Gedern, 27. Nov. Ein heiteres Geschichtchen berichtet unser ob-Korrespondent: Ein Handelsmann von hier hatte unlängst ein Stück Vieh, das er gekauft hatte, zum Mästen bestimmt. Er kam mit einem anderen Einwohner überein, daß er den Kaufpreis trage, während der andere! das Stück Vieh füttern, resp. fettmachen solle. Jedem solle dann die Hälfte des Fleisches gehören. Nach 14 Tagen kam der Betreffende zu dem Handelsmann und erklärte ihm: „Morgen wird das fette Stück Vieh geschlachtet." Trotzdem der letztere einwandte, das Vieh sei noch nicht fett, beharrte der Fütterer auf seinem Vorsatz mit der Begründung, seine Hälfte sei ihm fett genug; der andere könne seine Hälfte l weitermästen. Das Stück Vieh wurde geschlachtet. Der Fütterer des Tieres hat einen bedeutenden Gewinn erzielt, da zum Ausmästen eines Stückes Vieh 3-4 Monate ge- __ .... „ ------------- t ,
hören. — Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht Dänemark gebürtiger Maler verhaftet. Derselbe bestreitet 1 - ' die ihm zur Last gelegten Vergehen, doch paßt das
Signalement auf ihn; auch ist er bereits von einigen Verletzten erkannt worden.
* Die eherechtliche Bedeutung des Schnurrbarts. In einem'Wirtshause in Marienburg hatte sich kürzlich ein Herr, der sich eines ungewöhnlichen itatt- liehen Schnurrbarts erfreut, verpflichtet, düsen für 100 Mark zu opfern und sich am nächsten Abende ohne Schnurrbart einzufinden. Tie Gesellschaft war bereits er- warwngsvoll versammelt, aber der Besitzer des verwetteten Schnurrbartes blieb aus. Nachdem die Stammgaste eure halbe Stunde vergeblich auf ihn gewartet hatten, brachte endlich ein Bote einen Brief, dessen Aufschrift eine -tarnen* hand verriet. Der Inhalt lautete: „Meine Herren, ^n einer Anwandlung unerklärlichen Leichtsinns hat mein Gatte sich gestern abend Ihnen gegenüber verpflichtet, gegen Zahlung von 100 Mark für einen wohlthatigen Zweck seinen schönen Schnurrbart zu opfern, und L-re waren grausam genug, diesen Vorschlag anz^m^rmw ich nun aber nicht Luft habe, unter den wohlthatigen Anwandlungen meines Gatten zu leiden, so sehe ich mich zu der Erklärung veranlaßt, daß mein Mann und ich bet unserer Verheiratung die Gütergemeinschaft nicht aus- I geschlossen haben. Infolgedessen ist sein Schnurrbart ntern I Schnurrbart; er hatte kein freies Verfügungsrecht darüber, und Ihre mit nur einem berechtigten Teile eingegangene Wette ist daher null und nichtig! Sollten ^bte Berechtigung meines Einspruches anzweifeln, so steht .jljnen das Beschreiten des Klageweges frei. Hochachtend. . . ; ! _ P. S- „Mein Mann kann heute nicht bet >)hnen erscheinen, da ich einstweilen den Hausschilüssel tn Verwahr- !ung genommen habe. D. O." Die Mitglteder der Tafel- I runde sollen nun grausam genug [ein, gegen x. klagbar I borgten -ru wollen.
*♦ Löh lein. Unsere gestrigen turzen Angaben über das Leben und die Werke des zu früh verstorbenen Geheimrats Prof. Dr- Löhlein, seien durch folgende Mitteilungen wesentlich ergänzt: Christian Adolf Hermann Löhlcin war am 26. Mai 1847 zu Coburg geboren- Er promovierte am 15. Juli 1870 in Berlin als Dr- med. Den Feldzug 1870/71 machte er als Feldassistenzarzt mit. Vom Oktober 1870 dis Oktober 1873 war er Assistenzarzt, von da an bis 1. Aprrl 1875 Sekundärarzt an der Frauenklinik zu Berlin- Am 1. Dezember 1875 habilitierte er sich ebenda für Geburtshilfe und Gynäkologie. Im Oktober 1888 wurde er zum ordentlichen Professor der Gynäkologie und Direktor der Entbindungsanstalt in Gießen ernannt. Einen Ruf nach Königsberg, den er im Jahre 1897 erhielt, lehnte er ab. In demselben Jahre wurde chm vom Landesherrn der Titel „Geheimer Medizinalrat" verliehen. Vom 1- Oktober 1898 bis 30. September 1899 führte er das Rektorat- Die Zahl seiner litterarischen Arbeiten, die er zum größten, ~ - ... ,, - ■
Teile tn medizinischen Zeitschriften veröffentlicht hat, ist I dieser auch nicht gerade zu den eifrigstey Besuchern seiner sehr bedeutend. Da diese Arbeiten nur fachwissenschast-l Vorlesungen gehört, griff er doch m die Tasche und löste, die liches Interesse haben, können wir es uns hier ersparen,»Strafe und die Kosten bezahlend, den jungen Mann aus. näher auf sie einzugehen. Besondere Erwähnung verdient - . . - ~ *' * ''
die Durchführung der „Wiederholungslehrgänge für die Hebammen der Provinz Oberhessen". Unter den von ihm | gehaltenen Festreden fanden besonderen Anklang: „Zur Erinnerung an Karl Schröder", (Rede gehalten bei der Gedächtnisfeier in Berlin, 17. Llpril 1887), und „Leistungen und Aufgaben der geburtshilflichen Institute im Dienste der Humanität" (Rektoratsrede, 1. Juli 1899 in Gießen). Die große Bedeutung Löhleins wurzelt in zwei Dingen, in seiner eminenten Thäti.gkeit als Forscher, Kritiker unb Schriftsteller, dann als Lehrer durch die außerordentlich anregende Wirkung seines lebendigen und geistreichen Vortrags. Mit getreuer und genauer, ins Einzelne gehender Darstellung verband er die geistvollste, den Stoff völlig beherrschende und ordnende Auffassung. Reiche, wohlverdiente Ehren und Anerkennungen seitens der Regierung, der Universitäten und gelehrten Körperschaften, sowie „Sie zur Feier des Geburtstages Em. Königlichen Hoheit tm seitens der Studierenden wurden ihm zu teil. Seine un- „Frankfurter Hof" zu Homberg a. d.O. verenngte Teswerfammlung ablässiae Teilnahme an den Fortschritten der Wissenschaft, entbietet Ew. Königlichen Hoheit begeisterten und ehrerbleNgsten
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machten ihn zu einem der gesuchtesten und beschafttgsten Aerzte. Unser Land verliert in ihm einen der tuchttgsten und gewissenhaftesten Aerzte, die hiesige Universität eine Zierde der medizinischen Fakultät, die Studierenden einen tüchtigen Lehrer und einen väterlichen Freund. Geh. Med. Rat Löhlein war zweimal verheiratet. Es überleben ihn eine Witwe und 4 Kinder.


