Ausgabe 
29.11.1901 Zweites Blatt
 
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Ostern diesmal auf einen frühen Zeitpunkt fällt. Die Kanalvorlage soll fertig im Kabinett liegen. Neber, die Eindringung derselben ist aber noch nichts beschlossen.

Wildpark, 28. Nov. Ter Kaiser und die Kaiserin sind früh 8 Uhr hier wieder ein getroffen und haben fid) nach dem Neuen Palais begeben.

M ü n st e r, 28. Nov- Der Kultusminister ordnete dre Errichtung von bakteriologischen Instituten in elf Regierungsbezirken an.

Kiel, 28. Nov. Gestern abend wurden abermals zwei Personen von einem Unbekannten durch Dolchsttche ver^ letzt. Ter verhaftete Täne Nielse n wurde, weil die Verdachtsgründe gegen ihn ungenügend waren, aus der Hast entlassen.

Insterburg, 28. Nov. Das Verfahren gegen Leutnant Rasmussen, den 2. Gegner des Leutnant Blaskowitz. wegen Herausforderung zum Zweikampf wurde auf Grund des § 204 des Str.-G.-B. eingestellt, da er sich mit Blaskowitz nach dessen Verwundung durch Oberleutnant Hildebrand auf dem Kampfplatz aussöhnte.

London, 28. 9toD. lieber die von Kitchener erricht teten Blockhäuser wird berichtet: Ter Generalissimus! müsse, um das besetzte Land wirksam zu schützen, 30 000 kleine Forts errichten, und da man für jedes Blockhaus 20 Mann Besatzung vorgesehen hat, so erfordert die Durch­führung dieses Systems G00000 Mann, die England niemals ohne Zuflucht zur persönlichen Wehrpflicht auf- bringen kann. Kitchener wisse das sehr wohl unb habe, um seinen Zweck denno chzu erreichen, Kasfern und Hottens totten mit der Verteidigung dieser Blockhäuser beauftragt.

London, 28. Nov. Weiteren Nachrichten aus Manila zufolge bestätigt sich der Untergang des Dampfers. Alerta". Dur Zahl der untcrgegaiigcncn Passagiere unb> Truppen beträgt nicht 100, sondern 200.

Southampton, 28. Nov- Der Dampfer Canadq ist gestern mit Truppenverstärkungen nach Südafrika abgeaangen. Er hatte auch die erste Sendung Pfeifen für Die Truppen als Weihnachtsgeschenk an Bord.

Darlington, 28. Nov- Lord Lau d s do w ne hielt gestern in einer unionistisehen Versammlung eine Rede, in der er erklärte, der Krieg have niemals die gutem Beziehungen Englands zum Auslande bedroht. Der Mi- nifter sagte, sollte der Krieg auch noch Monate, ja selbst Jahre dauern, so würde den Buren eine llnabi hängigkeit nicht zugestanden werden. Der- nifter behandelte darauf die auswärtigen Beziehungen! und gestand, daß die England gegenüber an den Tag ge­legten Feindseligkeiten während der letzt n Jahre das Vor­gehen der Regierung in Südafrika und ihm seine Pflicht als Minister erschtvert habe. Redner fügte hinzu, er glaube sagen zu können, daß der König bei der Wiedereröffnung! des Parlaments mitteilen könne, daß England freundschaft­liche Beziehungen zu den anderen Regierungen unterhalte.

Paris, 28. Nov- Auf einem Bankett des Komitees für Handel und Jndusttie, dem auch Wäldeck-Rousseau bei­wohnte, erklärte der Kabinetts-Chef, die Regierung habe an den Imperialismus niemals gedacht, weder im Innern noch im Aeußern. Ich habe manchmal, so sagte Waldeck-Rousseau, den mir nahe gelegenen Versuchen wider­stehen müssen, aber ich mußte mir auch sagen, daß es sich nicht darum handelt, unser Kolonialreich zu ver­größern, sondern es zu erhalten und zu organisieren.

Paris, 28. Nov- Der Generalprokurator der Lazat« risten Bettemborg erklärte einem Berichterstatter des Figaro", die Lazaristen leugneten keineswegs, den Offi­zieren und Soldaten des französischen Expeditionskorps in China CHeks gegeben zu haben, die einen Anteil an der Kriegsbeute darstellten. Die Lazaristen hätten da­mit keineswegs gegen Gerechtigkeit und Gesetz verstoßen^ sondern in Heb er einstimmun g mit dem ehemaligen Gesandten Pichon und General Frey den französischen Sol­daten zweifellos einen Dienst erwiesen.

Cler rnont Ferrand, 28. Nov- Der Direktor einer Versicherungsgesellschaft, Rocher, ist wegen Unter­schlagung einer bedeutenden Summe verhaftet worden.

Rom, 26. Nov. Blättermeldungen zufolge ist in Pch lermo vom deutschen Konsul die dortige Villa Amato auf vier Monate für die deutsche Kaiserin gemietet worden.

Nizza, 28. Nov. Hier zirkuliert das Gerücht, daß das Zarenpaar im Frühjahr nach Cor sic a kommen! und das Palais Tatono-Vizzavone bewohnen werde.

Belgrad, 28. Nov. Die von englischen und franzSfi- scheu Blättern verbreiteten Gerüchte, daß Köni g Alex an< der beabsichttge, sich» von der Königin Dragck scheiden zu lassen, werden im Konak als jeder Be­gründung entbehrend bezeichnet. Weiter wird ver-- sichert, daß der in den nächsten Tagen eintreffenbe russische Gesandte die Einladung für das Königspaar, nach Peters­burg zu fionmten, mitbringen werde.

Colon, 28. Nov. Ein Amerikaner, der Augenzeuge war, erklärt, bas KanonenbootGeneral Pinzon" gab 50 Schüsse auf Bello P orto ab. Einige der größten Häuser wurden zerstört. Die Stabt war vorher von den Einwohnern ver­lassen worden.

Universitäts-Nachrichten.

Nach einer Meldung aus Breslau geht heute eine Adresse an Professor Mommsen, unterzeichnet von 36 Ordi­narien aller Fakultäten der Uitiversilät Breslau, nach Berlin ab. In Königsberg soll ein Versuch, in gleicher Weise zu Mommsens Kundgebung Stellung zu nehmen, gescheitert sein.

München, 27. Nov. An !rh. Mommsen hat der bayerische Landesausschuß der deutschen Dolkspartei für sich und die bayerischen Parteigenossen ein Schreiben gerichtet, um ihmTank uiiö Huldigung" für dieunvergänglichen Worte" auszusprechen, mit denen erals Nestor der deutschen Universitätslehrer für die unbedingte Freiheit der wissenschaftlichen Forschung und Lehre ein­getreten ist."

95 Professoren der Wiener Universität sandten an Mommsen eine Zustimmungskundgebung.

Kunst und Wissenschaft.

Rudolf Boffelt's Crnst-Ludwig-Mcdaillc, deren Modell die Aufmerksamkeit der Besucher des Bosselt'schen Ateliers in Darmstadt erregt hat, ist von einer Berliner Gravieranstalt reduziert und geprägt erschienen. Sie zeigt auf der Vorderseite das rechtsgewandte Brustbild des Großherzogs im Gescllschaftsanzuge. Tic ctnsachen Linien und sympathischen Züge des Profils sind dem Künstler vorzüglich geglückt. Aus der Rückseite hat er dieheilige Schutzpatronin" der Künstlerkolonic, die Kunst selbst, in einer nach vorn gekehrten, ruhig und ernst dastehenden weiblichen Gestalt dar- gestellt. Sie trägt ihre junge Stiftung, das Arbcits- (Ernst Oldwigs-) vaus der siebeir Darmstädter, in Händen. Tie Medaille ist in dem strengen Stil Bosselts gehalten und giebt ein neues Zeugnis seines ernsten Strebens nach Abklärung und Ruhe in Fornr und Symbol. In dem soeben erschlenenen 3. Heft des 5. Jahrgangs der aus­gezeichneten Darmstädter ZeitschriftDeutsche Kunst und Dekoration" (Verlag von Alex.Koch, pro Heft 2.50Mk.) findet man eine vorzügliche Reproduktion der Medaille. Das ganze Heft ist übrigens in erster Reihe Bosselt gewidmet und enthält eine ganze Reihe von sehr subtil ausgesuhnen Abbildungen von Bossclt- schen Medaillen, Plaketten, Bronzen re.

Hermann Sudermann weilt zur Zeit in Paris, wo er auch der Enthüllung des Heine-Denkmals beiwohnte. Der eigentliche Zweck feiner Reise aber waren Verhandlungen betreffs der Aufführung feines neuesten WerkesEs lebe das Leben" in französischer Sprache. Der Dichter plante eine eventuelle gleich­zeitige Berliner und Pariser Premiöre, und es ist iwd) nicht ent­schieden, ob buje zu stände kommt.

Berlin, 27. Nov. Hauptmanns TragikomödieDer rote Hahn" fand im Deutsche. Theater eine sehr geteilte Ausnahme. Tas Problem desBiberpelz" ist wiederholt. Zum Teil tauchen die bekannten Gestalten wieder auf. Die Eharakter- zeichnuna ist vortrefflich, aber der Mangel an Handlung und die unstete Entwicklung beeinträchtigen die Bühnenwirkung. Die Auf­führung war angemessen.

Stuttgart, 27. Nov. Der Vorstand des wütttembergischen Goethebundes hat auf die von Berlin ausgesprochene An­regung geäußert, daß er dem Gedanken einer Preisstiftung sym­pathisch gegenüberstehe. Er schlägt aber vor, einen deutschen G o e t h e p r e i s zu stiften, helfen Vergebung ganz unabhängig oon den früheren Satzungen des Schillerpreises gestaltet werden soll und der nicht allein für dramatische, sondern überhaupt für dichterische Werke zu »ergeben ist. Zur Duellfrage bemerkt der Aus­schuß, daß, so sehr er die bekannten Vorgänge verurteile, doch glaube, der Goethebund fei in erster Linie dazu da, litterarische, künst­lerische und wissenschaftliche Interessen zu vertreten; es fei daher auch zu bedauern, daß fettens des deutschen Goethebundes kein Schritt in der Angelegenheit Spahn-Mommsen erfolgt sei.

Arbeiterbewegung.

Kairo, 27. Nov. Sämtliche europäische und nichteuropäische Schneider haben die Arbeit eingestellt. Sie verlangen Lohnaufbesserung und haben bereits eine Kundgebung organisiert. Ter Streik verdient um so größere Aufmerksamkeit, ass er der erste in Egypten ist.

Gerichtssaal.

Leipzig, 26. Nov. Zum zweitenmale beschäftigte das Reichs­gericht der Prozeß gegen den Rechtsanwalt Dr. Ohlen- schläger in Frankfurt a. M., der die dortige Eisenbahn- direktion durch einen Artikel beleidigt haben soll. Nachdem das erste Urteil vom Reichsgericht aufgehoben worden war, hat das Landgericht Frankfurt Dr. O. am 3. Juni wiederum zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. Tie von Dr. O. eingelegte Revision gegen das neue Urteil wurde vor dem Reichsgericht durch Rechtsanwalt Dr. Stulz aus Frankfurt begründet. Ter Reichsanwalt enthielt sich diesmal jeglicher Ausführung und beantragte einfach Aushebung des Urteiles und Verweisung der Sache an das Landgericht Wies­baden. Das Reichsgericht entsprach diesem Anträge.

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Märkte.

Biehmarttbericht. Auf dem gestrigen Ochsenmarkt waren im Ganzen 30 Paar Ochsen aufgetrieben. Fremde Käufer waren nur vereinzelt erschienen, die ganz schwere Gangochsen ver­geblich suchten, diese waren gleid) bei Ankunft verkauft. In Gang­vieh konnte ein Geschäft nur für den Bedarf unserer Provinz ge­macht werden. Beste Ware ging pr. Paar mit 750800 Mk. fort, leichtere Ware für 600650 Mk. Der Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 900 Stück. An Reflektanten, besonders ür Mittelware, war kein Mangel, dock hielten fie sich bis zur Mitte des Marktes zurück, weil die geforderten Durchschnittspreise sehr hoch waren. Diese waren infolge des starken Begehrs und des Heinen Auftriebes nicht zu drücken und fo entwickelte sich schließlich der Handel doch noch überaus flott. Die Preise waren pr. Paar für Springer, 810 Wochen alt, 4050 Mk., 1214 Wochen alt, 6070 Mk., 1820 Wochen alt, 100120 Mk., 6 Mo­nate alte Einlegschweine wurden mit 170180 Mk. bezahlt. Der Markt blieb nur zu einem kleinen Teil überständig.

Limburg a. d. L., 27. Nov. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.8500.00 Mk., Weißer Weizen 00.0000.00 Mk., Koni 10.2300.00 Mk., Gerste 9.15 bis 0.00 Mk., Hafer 7.390.00 Mk., Erbsen 00.0000.00 M., Kartoffeln 0.000.00 Mk.

Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde.

Samstag, den 30. November 190L

Vorabend: 430 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr. Schrifterklärung. Sabbathausgang: 5,s Uhr.

Hottrskienst der israelitischen Deligionsgeseüschast.

Sabbathfeier am 30. November 1901.

Freitag abend 400. Samstag vormittag 830. Nachmittag 339.

Sabbathausgang 510.

Wochengottesdienst: morgens 7 Uhr, abends 4^ Uhr.

Schiffsnachrichten.

Red Star Linie" Antwerpen.

Der PostdampferZeeland" derRed Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 26. November wohlbehatten in New-Pork angekommen.

Kriefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

Herrn Dr. med. F. C. In Ihrem freundlichen Briefchen schieben Sie »ms ja eine recht spitzfindige Absicht unter, geoen iüe

wir doch gelinde protestieren muffen, so fern wir uns auch zweifellos mit dem allergrößten Teile unserer Leserschaft von den An- schauungen fühlen, die Herr Oberst a. T. Spohr in feinem Artikel überd a ä R e i ck s s e u ch e n g e f e h in der deutschen Arme c" zum Ausdruck gebracht hat. Selbstverständlich würden wir eine Entgegnung aus ärztlichen Kreisen sofort veröffentlichen, aber, fo wünschenswert sie uns im Interesse der Allgenieinheit scheint, die meisten Aerzte denken darüber doch wohl wie sie. Verbindlichste Grüße!

1 (1)

2 (1)

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.,

Mchcntlichc liebtr|id)t btt TobtsMt in btt stabt Sietzkn.

47. Woche. Vom 17. November bis 23. November 1901.

Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (inkl. 1600 Mann Militär).

Sterblichkeitsziffer: 24,09, nach Abzug von 4 Lrtsstemden 14,057a».

Kinder im vom Lebensjahr: 2.15. Jahr

Es starben an: Zusammen: Erwachsene:

1

Keuchhustens 1

Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (1)

im Wochenbett 1 1

Gehirnschlagfluß 1 1

Magendarmkatarrh 1 1

Gehirnerkrankung 2 (2) 2 (2)

Brand der vaul 1 1

Vernnglückung 1 1

Knochenmarkentzündg. 1 (1)

Altersschwäche 1 1

Hinrichtung 1 (1) 1 (1)

Summa: 12 (5) 10 (4)

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Höchste Temperatur am 26. bis 27. Nov. + 2,2° C.

Niedrigste 26. 27. 1,9° C.

November

Wetter

27.

27.

28.

755,0

754,0

748,5

3,9

3,7

4,1

81

82

89

N. SSE. SSW.

55 KD

o O

- u- o

2 O

2I&

92i

725

's *8'

[beb. Himmel bew. Himmel [beb. Himmel

4- 1,5

- 0,5

0,5

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Offenbach, 28. Nov. Gestern wurde hier der Stations­vorsteher Seitz wegen Urkundenfälschung und Unter- schlaguug verhaftet. Er ist ein älterer Beamter und Familienvater.

Berlin, 28. Nov. Die Kritik bezeichnet Gerhard Haupt­manns neue TragikomödieDer rote Hahn" als feine mühevollste und verfehlteste Arbeit.

Leipzig, 28. Nov. 48 Professoren der hiesigen Uni- versität sandten eine Zustimmungs-Adresse an Prof. Mommsen.

Kopenhagen, 28. Nov. Das Kultusministerium hat vor­geschlagen, dem Schriftsteller Georg Brandes als Ehren­gabe 600 Kronen jährlich zu bewilligen.

London, 28. Nov. DieTimes" melden aus Pretoria vom 26. Nov.: Es befinden sich noch 70 Burentrupps, Kommandos von 20 bis 400 Mann, im Felde, von denen 26 in Transvaal, 31 im Oranjefreistaat und 13 in der Kapkolonie stehen. Zn Transvaal befinden sich nördlich der Delagoalinie noch 7 Kommandos mit ungefähr 1100 Manu, südlich der Delagoalinie 11 Kommandos mit 1600 Mann, 8 andere Trans­vaalkommandos find im Westen zerstreut. In der Kapkolonie stehen 10 Kommandos im Westen der Hauptbahnlinie und 3 im Nordostbezirk. Kitchener verfügt nur über 25 000 Mann.

London, 28. Nov. Der deutsche Botschafter Graf Metternich wird künftigen Montag vom König empfangen werden, um fein Beglaubigungsschreiben zu überreichen.

Berlin, 28. Nov. Der Reichst an zier hatte Dienstag nachmittag eine längere Besprechung mit dem Grafen Ballestr em.

Berlin, 28. Nov- Gestern abenb fand bei Graf Bülow ein parlamentarischer Abend statt, auf dem, der Deutsch. Tagesztg." zufolge, Abg. Dr. Oertel mit dem Reichskanzler sich längere Zeit unterhielt. Bezüglich des Zolltarifgesetzes gab man im allgemeinen der Mein­ung Ausdruck, daß es wohl gelingen würde, zu einem be­friedigenden Ergebnis zu gelangen. Bis jetzt hofft man in Negierungskreisen, daß das Zolltarifgesetz im nächsten Sommer Erledigung finden werde. Sollte dies nicht ge­lingen, so halte man eine nochmalige Vertagung für ge­boten.

Berlin, 28. Nov. Wie dasTagebl." aus politisch gut informierten Kreisen erfährt, haben sich die Ajns- schüsse des Bundesrats in diesem Jahre so sehr wie in keinem früheren bemüht, durch kräftige Ab striche an den Forderungen der einzelnen Ressorts das Reichs­defizit herabzumindern. Man darf hoffen, daß der Fehl­betrag auf etwa 60 Millionen herabgedrückt weroen kann. Aber auch diese Summe sollen die Einzelstaaten nicht in ihrem ganzen Umfange durch Matrikularbeiträge auf­bringen, vielmehr wird etwa die Hälfte durch Anleihen gedeckt werden.

Berlin, 28. Nov. Der Verein Berliner Presse hat in seiner gestrigen Monatsversammlung einstimmig eine scharfe und entschiedene Protest-Resolution angenommen dagegen, daß der Redakteur Bredenbeck von der Rhein.-Westf. Arbeiter-Ztg.", der wegen eines Preßver­gehens Derurteilt worden war, gefesselt über die Straße geführt und in diesem Zustande auf der Eisen­bahn weiter transporttert worden ist. Die soziali­stische Reichstags-tFraktion hat gestern abend in einer Fraktionssitzung das Zolltarifgesetz durchbe- raten. Der Vorsitzende, Abg. Singer, konnte ohne Diskussion feststellen, daß die Fraktion den Tarifentwurf in allen seinen Teilen ab lehn en und ihre ganze Kraft einsetzen wird, damtt diese Vorlage niemals Gesetz werde. Für die erste Lesung des Gesetzentwurfs bestimmte die Frattion Bebel, Molkenbuhr und Singer als Redner. Ferner beschloß die Fraktion, für Verweisung der gesamten Vorlage an eine Kommission einzutreten.

Berlin, 28. Nov. Der preußischeLandtag soll zum 8. Januar einberufen werden mit Rücksicht darauf, daß

Telephonischer Kursbericht

Frankfurt a. 21

372% Reichsanleihe . . 100.70 30/, do. ... 89.80 3'/,% Konsols .... 100.45 3% do 89.70

3*/2% Hessen .... 98.20 80/,, Italien. Rente . . . 99.65 4 /o Griech. Monopol-Anl. 42.50 5°/_- Portugiesen .... 26.80 3% Mexikaner .... 25.70 4%7o Chinesen .... 86.75

28. November.

Kreditaktien 200.60

Diskonto-Kommandit . . 181.10

Darmstädter Bank . . , 123.90 Dresdener Bank .... 128.10 Berliner Handelsges. . . 138 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 137.00

Gotthard bahn 163.80

Laurahütte 184.00

Bochum . ..... 168.50

Harpener ..... 00.00

Tendenz: sehr fest.

Nicht Jedem ist ein schönes Antlitz, interessante Zime, schöne Hände von Natur aus gegeben, aber ste weiss, zart, klar und sorgfältig gepfleg mlssehend zu machen, das steht in eines Jeden Macht. Man verwende zu seiner Toilette nur Toermg's Eulen-Seife, die beste Seife der Gegen» ivan unb der gewünschte Erfolg wird nicht aus- ol eiben: das Aussehen wird frisch sein und flehte iiuuere Unschönhetten oder Harmonieslörunqem wie rauhe Haut, Pusteln, rote Hände werden nch verlieren. Mtt teureren Seifen ist der Seifen-'

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