Ausgabe 
28.11.1901 Erstes Blatt
 
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Nr. 280 Erstes Blatt.

151. Jahrgang.

Donnerstag 28. November 1901

Erscheint täglich Ausnahme des Montags.

Me Giehener Familien, blätter werden dem An- föer im Wechsel mit t »Hess. Landwirt" und den ^Blättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei- gelegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulstratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

FkrusprechanschlußNr.51.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Annahme von Anzeige« zu der sür den folgenden Tag erscheinenden Nr. dis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In- und Auslandes nehmen An« zeigen entgegen.

ZeilenpreiS: lokal 13Pf^ auswättS 20 Pfg.

Rotationsdruck u. Vev- lag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben).

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; sür den An­zeigenteil: Hans Beck.

Die kommenden Monate

versprechen ganz besonders ereignisreich zu werden. Der Reichstag bringt hochbedeutende Verhandlungen und große Entscheidungen, die der

Gießener Anzeiger"

feljr ausführlich wiedergeben wird.

Die wichtigen Beratungen in den Hesstschen Stände­kammern werden von keinem anderen Blatte des GroßherzogtumSso ausführlich wiedergegeben wie vom

Gießener Anzeiger".

Man bestelle deshalb für den Monat Dezember bei :den Zweigstellen und Zeitungsträgern den

Gießener Anzeiger".

Neu hinzutretende Abonnenten erhalten vom Tage der

Bestellung bis zum 1. Dezember den Anzeiger frei zugestellt.

Die Wissenschaft in Nöten.

D-ie Ernennung des Herrn Martin Spahn zum Pro­fessor für katholische Geschichte an der reichsländischen Uni­versität in Straßburg scheint das Signal zu einer gründ­lichen Auseinandersetzung der seit einiger Zeit schon in ihren Rechten und Ueberlieferungen ge­fährdeten Universitäten und Professoren mit der Verwalt­ung der Kultusangelegenheiten rm Staate Preußen ge­worden zu sein. Auf Mommsen, der kürzlich die Ver­quickung der Konfession mit der Wissenschaft einer herz­erfrischenden Kritik unterzog, ist der Nestor der Straß­burger Professoren, Dr. Michaelis, gefolgt, und seine, ihrem hauptsächlichsten Inhalt nach gestern imGieß. Anz." wieder- gegebenen Auslassungen beweisen, daß sich in den Kreisen der deutschen Hochschullehrer eine ganz außerordentliche Mißstimmung, um nicht zu sagen Erbitterung über die Praxis angehäuft hat, die gegenwärtig hinsichtlich der Ver­waltung der Angelegenheiten vieler Universitäten befolgt wird. Wir feigen; der deutschen Hochschullehrer, denn bezeichnenderweise haben es die Professoren der preußi­schen Universitäten, mit einziger Ausnahme der Kieler Uni­versität, bisher unterlassen, zu dem Artikel Mommsens offizielle Stellung zu nehmen, obgleich die Zahl der außer­preußischen Hochschulen resp. Lehrkörper, die dem greifen Gelehrten ihre Zustimmung zum Ausdruck bringen, ständig im Zunehmen begriffen ist. Wir geben heute in unserem lokalen Teile die Zustimmungsadresse von 42 ordentlichen Professoren unserer hessischen Landesuniversität im Wortlaut wieder. Bemerkenswert ist dabei, daß unsere Universität 45 ordentliche Professoren zählt, daß also nur 3 von ihnen sich dieser Erklärung nicht angeschlossen haben, und zwar zwei Professoren der theologischen und einer der medizinischen Fakultät. Die ordentlichen Professoren der juristischen und der philosophischen Fakultät sind sämt­lich Unterzeichner der bemerkenswerten Kundgebung.

Wenn wir auch nicht so weit gehen wie andere Blätter, die aus der Zurückhaltung der preußischen Universitäts- Professoren schließen möchten, daß der Einfluß des preußi­schen Kultusministeriums auf die preußischen Universitäten bereits derart groß geworden ist, daß er einen Druck au die Entschließungen der Professoren auszuüben beginnt, muß das Schweigen der letzteren doch immerhin auffällig be­rühren, zumal Adommsen einer der Berufensten zur Ver­teidigung der Wahrhaftigkeit der Wissenschaft ist. Vielleicht ohne daß sie es wollen, liefern die preußischen Universi­täten zu der schweren Anklage, die der Straßburger Pro­fessor gegen die Berliner Unterrrchtsverwaltung erhoben hat, das beste Beweismaterial.

Und doch gilt es jetzt, wo es den Anschein gewinnt, Sein oder Nichtsein der Freiheiten der preußischen und, wie man sieht, auch der reichsländischen Universitäten. Die Pfeile, die Professor Michaelis gegen das preuß. Kultus­ministerium abschoß, haben ihr Ziel nicht verfehlt und in der offiziösenNvrdd. Allg. Ztg." ist bereits die Fanfare erklungen, mit der die Verwaltung der Universitätsanget- legenheiten, die sich in der Person des Ministerialdirek­tors Dr. Althoff verkörpert, den Fehdehandschuh aufnimmt. Es scheint eine recht umfangreiche Zurückweisung der Straß­burger Angriffe vorbereitet zu werden, denn das halbamt­liche Organ benötigt, obgleich die betreffende Kundgebung schon seit Samstag bekannt ist, immer noch einige Tage Zeit, um das Material zu verarbeiten und den Michaelis- scheu Artikeleiner so eingehenden Beleuchtung zu unter- ziehen, wie er es verdient." Man wird also noch etwas Geduld haben müssen, ehe man die offiziöse Antwort lesen kann, und inzwischen ist es wohl angebracht, ganz kurz einmal die gegensätzlichen Anschauungen zu gliedern, die zwischen der wissenschaftlichen Welt und der preußischen Unterrichtsverwaltung stehen und durch die Ernennung Spahns, die ja den Ausgangspunkt für die nach gleichen Zielen strebenden Mommsen'schen sowohl wie Michaelis- scheu Auslassungen bildet, ganz unverhüllt in die Erschein­ung getreten sind.

Unser Lebensnerv", so sagt Mommsen in seinem beachtenswerten Schreiben,ist die vor aus - setzungslose Forschung, die nicht das findet, was sie nach Zweckerwägungen und Rücksichtnahme finden soll und finden möchte, was anderen außerhalb der Wissen­schaft liegenden praktischen Zielen dient, sondern was logisch und historisch dem gewissenhaften Forscher als das richtige erscheint, in ein Wort zusemmengefaßt: die Wahrhaftigkeit. Auf ihr ruht die deutsche

Wissenschaft, die das Ihrige beigetragen hat zu der Größe und der Macht des deutschen Volkes."

Mit dieser Auffassung von dem Charakter der Wissen- chaft, so einleuchtend sie auch ist, scheint die preußische Regierung, die sich ja auch in der Unterrichtsverwaltung ver­körpert, aber nicht einverstanden zu sein. Sie möchte die Wissenschaft am liebsten in Bahnen lenken, die ihren poltti- chen und wirtschaftlichen Absichten dereinst nützlich sein önnen, sie will, wie die höchsten Stellen, jetzt schon der Geschichte vorgreifen und das Urteil Über bestimmte Persön­lichkeiten zu präjudizieren suchen, wie man der bildenden Kunst die Formen, der darstellenden die Wege anweist, die sie benutzen und wandeln sollen, so auch der Wissen- chaft das Ziel stecken, dem sie entgegenzustreben hat. Im Interesse der künftigen Politik soll auch die Wissenschaft auf ihre Jünger wirken, damit sie zu ruhigen und folg- ameu Staatsbürgern erzogen werden, denen die Weisheit >er Regierung das vornehmste Evangelium ist Daß dabei jedem Forschungstrieb der Weg verlegt, die Wissenschaft zum Erstarren gebracht, der Geist, der, wie Mommsen treffend sagt, unser Vaterland groß und in aller Welt an­gesehen gemacht hat, ertötet wird, kümmert die leitenden Kreise in Berlin nicht. Man möchte sich in Preußen nun auch die Stätten unterthan machen, die den Geist befruchteten und seiner Bethätigung in Staat und Gesellschaft das Feld be­reiten helfen. Daß derartige Pläne nicht im Interesse des deutschen Volkes liegen können, das sich von jeher und mit berechtigtem Stolze das Volk der Denker und Dichter nennen horte, muß selbst dem einleuchten, der seine Interessen in täglicher materiell produzierender Arbeit sieht.

Aus Stadt und Land.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist.nnr unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.)

Gießen, den 27. November 1901.

LU. Von der Universität. Nachstehendes Schriftstück ist heute an Professor Mommsen abgegangen:

Herrn Prof. Theodor Mommsen, Eharlottenburg. Den Dankes/- worten, die Ihnen 84 Münchener Kollegen für Ihre That dar­gebracht haben, schließen fich die unterzeichneten 42 ordentlichen Professoren der Gießener Universität vollinhaltlich uh. gez. Albert. Ehr. Bartholomae. Behaghel. D. Behrens. E. Beling. Biermann. M. Biermcr. Bostroem. R. Brauns. Albrecht Dieterich. Drews- Drude. L. Eckhard. Elbs. Gaffky. Gross. Gundermann. A. Hansen. Heimburger. Heß. Höhlbaum. KaUenbusch. Krüger. A. Leist Löhlein. (Inzwischen verstorben.) Paul Martin. Alex Naumann. Netto. Olt. Wilh. Orteten. Pasch. W. Pfeiffer. Poppert. Riegell Sauer. Arthur Schmidt. Siebeck. Sommer. Spenojel. Strahl. A. Vossius. Wimmenauer.

* Religiousgeschichtliche Vorträge. Nächsten Freitag, abends 8 Uhr, findet im Konfirmandensaale der Johannes- kirche der zweite dieser Vorträge zum Besten der deutschen Heilstätte in Davos statt. Professor Holtzmann wird über das mosaische Gesetz, seine Entstehung und seine Bedeutung reden. Es ist vielleicht nicht genügend bekannt, daß Karten zu allen Vorträgen für zwei Mitglieder derselben Familie zusammen Mk. 5, für Studenten und Schüler Mk. 2 kosten und in der I. Ricker'schen Universitäts-Buchhandlung zu haben find.

** Hessische Handwerkskammer. Vor wenigen Tagen fand im Archüektenhause zu Berlin eine Sitzung behufs Beratung des Gesetzentwurfs über die Sicherung der Bau­forderungen statt, die von Handwerkskammern sehr stark besucht war. Auch die hessische Kammer hatte ihre Vertteter entsandt. Nach dem Entwurf A des genannten Gesetzent­wurfes gelten nur die als Baugläubiger, die an der Her­stellung des Bauwerkes oder eines einzelnen Teiles desselben auf Grund eines Werk- oder Dienstvertrags beteiligt sind, hinsichtlich ihrer Ansprüche auf die in Geld vereinbarte Ver­gütung, sofern diese Verttäge von dem Eigentümer der Bau­stelle oder für dessen Rechnung geschlossen worden sind. Da in der Begründung zu dem Entwurf A gesagt ist, daß im Allgemeinen die Maurernteisler, Zimmermeister, Dachdecker, Tapezierer, Steinsetzer usw. geschützt seien, die Schreiner aber beispielsweise nur dann, wenn sie die von Ihnen hergestellten Thüren usw. selbst i n das Gebäude einfügen, während sie die Rechtsstellung eines Lieferanten haben, wenn sie die Thüren lediglich abzuliefern haben, ist die hessische Handwerkskammer m entschiedener Weise dafür eingetreten, daß auch die Lieferanten (Entwurf B) geschützt werden, da in häufigen Fällen der Handwerker auch gleichzeitig als Lieferant wird bezeichnet werden müßen.

♦♦ Der landwirtschaftliche Verein Gießen hielt gestern abend im Lenz'schen Felsenkeller unter dem Vorsitze des Oekonomierats Schien ke seine erste Sitzung in diesem Wintersemester ab. Ter Präsident sah von den geschäftlichen Angelegenheiten ab und verschob den Rückblick über das vergangene Halbjahr auf die nächste Sitzung. Er erteilte darauf der Ärndwirtschaftslehrerm Frau Ho sch das Wort zur Erklärung eines Apparates für Verwertung der Milch. Dieser ist hergestellt von Fabrikant I. Walter aus Dutenhofen in der Rheinpfalz und bezweckt vor allem eine sorgfältige Entrahmung der Vollmilch und Ausnutzung der auf die denkbar einfachste Art gewonnenen süßen Milch. Der Apparat leistet bei solider Konstruktion und verhältnis­mäßig billigem Preise das denkbar Möglichste und ist wegen seiner einfachen Handhabung den vielfach in Gebrauch be­findlichen Zentrifugen vorzuziehen, um wieviel mehr erst jenem Verfahren, wie es in einem großen Teil unserer

Dörfer besteht, wo man die Milch in Tövsen zur Abrahmung aufbewahrt, oft an Orten, die den schädlichsten Einfluß auf riefe so sehr empfindliche Substanz ausüben. Dazu ist die Ausbeute an Butter eine viel geringere, die Mühe aber eine größere. Man denke nur au die langwierige Reinigung der benutzten Gefäße. Ganz abgesehen davon bietet der Apparat, wie die Rednerin ausführte, noch den Vorteil, daß er der entrahmten Milch den Zuckergehalt nicht ent­zieht, wie das bei dem früheren Verfahren der Fall war, ein Vorzug, der um so weniger zu unterschätzen ist, als da­durch eine weitere Verwendung der Milch zu dtährzwecken bei Schweinen und namentlich bei Kälbern ermöglicht wird. Die ganze Ausführung war durch einen Versuch, der das gewünschte Resultat hatte, begründet. Auch eine Zentrifuge aus der Fabrik v. Heinrich Lanz-Mannheim war ausgestellt, an der der Versuch wiederholt wurde. Die Rednerin schloß mit dem Anerbieten, die einzelnen Ortschaften zu besuchen und dort unentgeltliche Lehrkurse abzuhalten. Oekonomie- rat Schlenke widmete dem von Frau Hosch Msgeführten noch einige empfehlende Worte, an die sich eine lebhafte Dis­kussion anschloß. Zu der Versammlung mar Prof. Dr. Al­brecht erschienen, der verhieß, ein ebenso rühriges und eifriges Mitglied des Vereins werden zu wollen ivie~ fein Vorgänger Pvof. Dr. Thaer. Der Vorsitzende hieß ihn herzlich willwmmen und sprach die Hoffnung aus, daß auch er eine Stütze für ihre Bestrebungen auf landwirtschaftst Gebiet werden möge. Tie nächste Sitzung soll Anfang De­zember stattfinden.

- Bufs.Strauß Konzert (am 4. Dezember). Ein sehr günstiges Urteil über Frl. Hedwig Strache entnehmen wir einem Konzettbericht aus Frankfurt a. O., das, sowett es die junge Künstlettn betrifft, lautet:

Frl. Hedwig Strache hat sich hier bereits recht vorteilhaft eingeführt. In Hinsicht auf Noblesse des Tons, sauberste JiUona- tion, vorzüglichen Strcch und unfehlbare Technik erinnert sie sehr an die unvergeßliche Arma Senkrah. Klassisch war ihr Vortrag der beiden letzten Sätze aus Mendelssohns einzigem Violinkonzert zu nennen; mit feinem Verständnis und in sauberster Ausführung wußte sie uns die reichen Schönheiten dieser unvergänglichen Ton- fchöpfung nahe zu bringen. Die Eantilene des Spohr'schen E-mol- Adagios klang auf ihrem Instrument überaus reizvoll; in der charakteristischen Humoreske von Palashko bewies sie ihre Meister­schaft im Staccatospiel. Große Tonfülle. namentlich auf der O-Scüte entwickelte die Künstlerin in dem von Wilhelm: für Violine transskribietten Albumblatt von Wagner. Für seine Ber­ceuse konnte Godard kaum eine beffere Interpretin finden; das con sordino gespielte Stück atmete ungemein viel Innigkeit. Eine, musckalisch weniger gehaltvolle Mazurka von Miersch wurde unter Frl. Straches Händen immerhin recht annehmbar. Tas Publikum war entzückt von diesen Leistungen und gab seiner Empfindung entsprechenden Ausdruck. Becde Damen, durch Hervorrufe geehrt, spendeten bereitwilligst Zugaben.

** Militärisches. Wie uns von dem Tele^ graphen-Bataillon Nr. 3 mitgeteilt wird, mußten wiederum viele Gesuche zum freimütigen Eintritt in das! Bataillon wegen verspäteten Eingangs der Anträge,abschläg- lich beschieden werden. Ein Teil der jungen Leute hatte sich andrerseits darauf verlassen, bei der Musterung Be­rücksichtigung eines Gesuchs zur Einstellung in das Ba­taillon zu finden. Das war jedoch unmöglich, weil der Ersatz des Bataillons sich fast ausschließlich aus Freiwilligen! ergänzt und zur Deckung des geringen Bedarfs an Ersatz- reiruten der gesamte Westen des Reiches herangezogen wird.' Es empfiehlt sich deshalb, daß diejenigen jungen Leute, die beabsichtigen, im Oktober 1902 als Zweijährig-Frei­willige bei dem Telegraphen-Bataillon Nr. 3 in EoblenK einzutreten, möglichst bis zum 15. Februar 1902 einen Lebenslauf unter Beifügung eines Meldescheins zum frei­willigen Eintritt an dasGeschäftszimmer des Telearaphen- Bataillons Nr. 3 in Eoblenz" einsenden. Der Lebenslaufi muß persönlich geschrieben fein und Angaben über Schul­bildung und Profession enthalten. Ten Meldeschein stellt der Zivilvorsitzende der Ersatzkommission des Aufenthalts­ortes aus. Wie man uns weiter mitteilt, ist der Andrang von Freiwilligen bei dem Bataillon sehr groß, sodaß aufi eine Einstellung als Ersatzrekrut dort kaum zu rechnen ist.

* Eine Verjährung alter Forderungen tritt mit Ablauf des Jahres 1901 in bedeutendem Umfange ein. Die alten Ansprüche, die jetzt einer zweijährigen Ver­jährungsfrist unterliegen, werden Ende 1901 verjähren und nicht mehr eingenagt werden können, soweit sie nicht nach' altem Recht schon früher verjähren. Zu solchen Forderungen gehören u. a- die Ansprüche: 1. der Handwerker, für Liefer­ung von Waren, Ausführung von Arbeiten: 2. der Gast- und Speisewirte für Wohnung und Beköstigung; 3. der Vermieter von beweglichen Sachen wegen des Mietzinses; 4. derjenigen, die die Besorgung fremder Geschäfte oder Dienstleistungen gewerbsmäßig betreiben, also der Haus- und Geschäfts-Makler usw.- 5. der Privalangestellien wegen Gehalts; 6. der Arbeiter wegen des Lohnes- Die Ver­jährung läuft nicht, solange die Forderung gestundet ist. Sie wird unterbrochen und muß neu beginnen, wenn der Schuldner dem Gläubiger gegenüber seine Verpflichtung durch Zins-a oonto-Zahlung, Sicherstellung oder sonstwie anertennt. Außerdem aber kann die Verjährung gehindert werden durch Erhebung und Zustellung der Klage oder eines Zahlungsbefehls.

)( Grimberg, 26. Nov. Heute abend nach 6 Uhr erschoß fich hier auf einer vomVerkehrsverein" am Brunnenthal aufgestellten Bank ein Fremder, anscheinend ein Reisender aus Heidelberg. Außer verschiedenen Papieren und Briefen fand man einen größeren Geldbetrag bei der Leiche des Lebens­müden.

ng. Bad-Nauheim, 26. Ncov. Am vergangenen Sonntag wurde im Ortsgewerbeverein der erste Wintervortrag gehalten. Als Redner war 5?andwerks- kammersekretär E n g e l d a ch von Darmstadt gei nnen wor-