Ausgabe 
27.9.1901 Erstes Blatt
 
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der deutschen Handelspolitik müssen sein: 1) ein mäßiger Schutzzoll, etwa in Höhe von 56 Mk. Die Sätze in dem Entwurf sind daher nicht zu hoch. Laut und deutlich will ich hier erklären, daß der Weg, den die Regierung jetzt einschlägt, im gegenwärtigen Zeitpunkt wohl der richtige ift 2) Bekämpfung parasitischer Exportindustrien durch Fort­führung der Sozialreform. (Lohnregulierung, Fortsetzung eines Lohnminimums für die Hausindustrie rc.) Sozial­reform und Getreidezölle; so paradox es auch klingen mag, beide bedingen sie doch Beide sind Früchte desselben Baumes, die freilich nicht auf dem Boden des Manchester­tums gewachsen sind! (Anhaltender Beifall.)

Nunmehr begann die Diskussion. Sie gestaltete sich wie vorauszusehen, zu einer heißen Redeschlacht, da be­kanntlich die Meinungen über diese Frage außerordentlich /geteilt sind.

Professor Tr. Oldenburg (Marburg) trat für die Zollerhöhung ein. Ich thue das, sagte er, trotz des zu erwartenden Jndianer-Freudengeheuls der agrarischen Presse. Protestieren muß ich auch gegen den malitiösen Vor­schlag des Professor Lotz, die Häuser der notleidenden Land­wirte aufzukaufen. Bei Zöllen handelt es sich aber nicht um Almosen. Der Redner legte dann dar, daß Deutschland nicht Industriestaat werden dürfe. Morgen wird die Besprechung fortgesetzt. Heute findet ein Feswnahl statt.

sS. Sitzung Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

Protokoll-Auszug.

Gießen, 24. September.

Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Heichelheim, stellvertretender Vorsitzender, Hoos, Jhring, Katz, Ramspeck, Rinn, Röhr, Schirmer und Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Kehm. Entschuldigt fehlen die Herren: Kommerzien­rat Koch, Balser, * Dürbeck, Grünewald, Moll, Nowack, Schmall, Steinecke und Wallach.

1. Geschäftsbericht. Aus demselben ist hervor- ' zuheben:

Nachdem bekannt geworden war, daß zum 1. Oktober feine Anzahl der im Kammerbezirk aufliegenden Sonn­tags karten zur Aufhebung kommen und die nicht auf­gehobenen Karten vom gleichen Zeitpunkt ab nur zur Be­nützung bestimmter, noch zu veröffentlichender Personen­züge berechtigen sollen, ist die Kammer bei der Königlichen Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. um Wiederaufhebung dieser Verfügung vorstellig geworden und hat gleichzeitig das Großh. Ministerium oes Innern ersucht, darauf hin­zuwirken, daß die Großh. Regierung sich ebenfalls für -die Beibehaltung der Karten in ihrem ganzen bisherigen Umfange und Geltungsbereich verwende . In derselben Weise 'ist die Kammer gegen die Aufhebung einer Reihe von /Rundreise-? uno Sommerkarten vorstellig ge- ! worden..

Auf dem am Sonntag den 15. ds. abgehaltenen h es fischen Handelskammertag war die Kammer durch ihren Vorsitzenden und ihren Syndikus vertreten. Auf der Tagesordnung stand der Zolltarifgesetz­ten t Wurf und die Frage der Regelung des kauf­männischen Fort bildun ass chulunterrichsts. Beglich des Zolltarifgesetzes schloß sich der Han- .delskammertag voll ständig den Beschlüssen des Ausschusses des deutschen Hanoelstags an, die insbesondere die Aufstellung eines Doppel­tarifs für die wichtigsten Getreidearten, die Angriffe auf die gemischten Transitlager für Getreide, sowie die Beseitigung des Zollkre­dits für Getreide u. s. f. verwerfen. In der Frage der Lebensmittelzölle wurde einstimmig eine Resolution an- gerwmmen, nach der diese Zölle im neuen Generaltarif pichst höher als im bisherigen bemessen werden sollen.

In der Frage des Staatszuschusses zu den kauf­männischen Fortbildungsschulen wurde zur näheren Beratung eine Kommission niedergesetzt, die demnächst zu­sammentreten soll, um dem Großh. Ministerium des Innern Vorschläge bezüglich der Verteilung des Staatszuschlusses pro 1902/03 zu unterbreiten. Pro 1901/02 bleibt den Kam­mern überlassen, selbständig Zuschußanträge zu stellen. Die Kammer setzt deshalb eine Kommission nieder, die die An­gelegenheit alsbald in die Hände nehmen wird.

2. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildet ine Fortsetzung der Beratung über den Zoll­tarifentwurf. Die Kammer nimmt die Referate über die noch! nicht erledigten Abschnitte des Entwurfs entgegen und beschließt, die in den Referaten geäußerten

weih es nicht; der Autor vermutlich ebensowenig. Sie ist die aus dem Nichts erfundene, willkürlich konstruierte Eman­zipierte und teilst mit der ihr wesensverwandten Hella aus Mutter Erde" das Los, daß sie so blutlos wie nur möglich ausgefallen ist- Karl gedenkt seines Eides; aber um die Unstete zu fesseln, beabsichtigt er, ihr ein prächtiges Schloß zu bauen. Justament auf Vossens Wiese soll es zu stehen kommen. Ter isegrimmige Bauer wäre dem Verkauf seines Guts nicht abgeneigt, zumal da ihm das Doppelte des wahren Werts dafür geboten wird. Aber nun greift die Werberkabale in den Apparat ein, und damit wird die ursprünglich aufgeworfene Rechtsfrage nicht nur verschoben, sondern aufgehoben. Karl hat nämlich eine Base, die ihn liebt; sie kann den Gedanken nicht ertragen, daß er einer anderen gehören soll. Aus Eifersucht hetzt sie Voh auf. .Sofort ferwacht dessen Haß gegen den mächtigen Nachjbar wieder; nun ist ihm sein Hof nicht für älles Geld der Welt seil. Doch Karl Egon spielt seinen letzten Trumpf aus: er hat auf Umwegen erfahren, daß Vossens Großvater die strittige Wiese widerrechtlich annektiert hat. So setzt er dem Alten das Messer auf die Brust; der aber lädt [ein Gewehr und schießt den Gegner nieder.

Wie in detJugend!" wird ein Knalleffekt zur Lösung des Knotens benutzt. Das ist das beguemste Mittel, zweifel­los, doch! ist es nicht dazu angethan, tragische Stimmung zu erzeugen. Halbes Menschen fallen nicht ihrem Schicksal zum Opfer, sondern Verlegenheitsausgängen. So gut wie der Schuh konnte den jungen Rosenhagen ein Dachziegel treffen; in beiden Fällen wäre uns der Verfasser noch den Beweis schuldig, daß sein Karl Egon untergehen muß Und doch kann man dem verfehlten Werke nicht so ganz gram sein, weil sich Halbes liebenswürdige Art an einer Episodenfigur aufs neue offenbart: an einer dreiundneunzigjährigen Greisin, der Großmutter Rosenhagen. .Eine Daseinsnot­wendigkeit ist für sie. nicht vorhanden, sie könnte ohne weiteres gestrichen werden, und keine Lücke bliebe zurück; ihre Daseinsberechtigung gewinnt sie aus dem Umstand, daß sie Licht rn dre düstere Familie und das sonst wenig erquickliche Stück bringt.

Den Zeitgenossen magHaus Rosenhagen" einen Theaterabend leidlich vertreiben; Max Halbes Dichterruhm wird schwerlich dadurch gefördert werden. xy.

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Der Giessener Anzeiger, das anerkannt erste, angesehenste und best­bediente Blatt Oberhessens und der umgrenzen­den Gebiete, trägt den Bedürfnissen jedes seiner Leser, welchem Stande er auch angeboren mag, Rechnung, insoweit als ein erstes provinzial- >latt dazu imstande ist

In An betracht seines günstigen erscheinens, sodass er selbst in den entlegensten Orten der provinz am Abend des Ausgabetags aus­getragen werden kann, der fülle gediegenen Stoffes und der Schnelligkeit und Zuverlässig­keit der Berichterstattung, die in der ober- hessischen presse unerreicht ist, ist der

Giessener Anzeiger

Ims MM und Kmd.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.

Gießen, 26. September 1901.

** Die Umbauten auf dem Personeubahuhof schreiten, wie es scheint, langsam vorwärts. Es wird bekarucklich zurzeit eine Unterführung geschaffen, die von einem Bahnsteig zum andern führen soll. Diese Unterführung ist zurzeit mit Brettern überdacht, die eine Ueberbrückung des Bahnsteiges bilden von höchst tadelnswerter Unebenheit. Da sind Planken, die weit hinausragen über die anderen, und die Paffanten alle Augenblicke darüber stolpern lasten. Es ist verwunder­lich, daß noch keine erheblichen Unfälle vorgekommen sind, gefallen aber ist wohl schon mancher über diese Bretter, die onft auf jedem Bahnhose eine Unmöglichkeit wären. Am Dienstagnachmittag ist dort eine Dame zu Falle gekommen und hat, wie wir hören, einige Verletzungen sich zugezogen, die allerdings glücklicherweise nur unbedeutender Natur sein ollen. Sie ist aber zum Teil auf die harten Steine des Bahnsteigpsiasters gefallen und hätte sich zweifellos auch recht schwer verletzen können. Jedenfalls liegt es durchaus im Interesse der Oeffentlichkeit, daß dieser Unwegsamkeit des Bahnsteiges auf irgend welche Weise ein rasches Ende bereitet wird durch eine sofortige Verbesserung dieser Plankenlagen zur Vermeidung jeglichen weiteren beklagenswerten Unfalles.

** Preise für Verbrauchsgegeustände. Die Mitteilungen, der Gr. Heff. Centralstelle für die Landesstatistik enthalten u. a. ein Verzeichnis der Preise für die gewöhn­lichsten Verbrauchsgegenstände an 16 Orten des Großh. Hestens im Juni. Danach waren die Preise für Weizen (höchst und niedrigst) folgende: In Darmstadt Mk. 13.50 (17), Bens­heim 17.50 (17), Dieburg 17 (16), Erbach 17.50 (17.50), Offenbach 17.75 (16), Gießen 19 (17), Alsfeld 17.50 (17.50), Büdingen 18.50 (18.50), Butzbach 18 (17.50), Fried-

nicht nur die beste und unterhaltendste, sondern auch die wohlfeilste Cageslehtüre des ganzen Gebietes zwischen Lahn und JVIain, Vogelsberg und Caunus. Seine pünktliche Zustellung wird durch besondere, neuerdings getroffene Vorkehrungen mit unvergleichlicher Sorgfalt überwacht.

Alle Aufträge beliebe man an unsere Cräger, unsere Zweigstellen, an das nächste Postamt oder die postboten zu richten, oder an den

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des Giessener Anzeigers Giessen, Scbulstrasse 7.

Wün sche dem Großh. Ministerium des Innern

zur Kenntnisnahme und Berücksichtigung zu unter­breiten.

3. Von dem Gvoßh. Ministerium des Innern ist die Kammer zu einer Aeußerung über den Entwurf einer neuen Maß- und- Gewichtsordnung für das deutsche Reich aufgefordert worden. Der Entwurf beabsich­tigt, das heute schon in einigen Bundesstaaten mit Erfolg bestehende System der zwangsweisen periodischen Nachaichung der Maße, Gewichte und Waagen für das ganze deutsche Reich zur Einführung zu bringen. Außerdem will der Entwurf vor allem eine gegenseitige An- erkennug der bayerischen und der Reichsaichfe herbei- ühren, den faßweisen Verkauf von Bier- und Obstwein nur in geaichten Fässern zulassen, Zuwiderhandlungen gegen die Aich>rdnung mit einer Geldstrafe bis zu 150 Mark «oder Haft bis zu 6 Wochen bestrafen und das ganze Aichungs- wesen verstaatlichen.

Tie Kammer ist nach eingehender Erörterung mit dem Entwurf im wesentlichen einverstanden, doch soll dem Großh. Ministerium des Innern gegenüber dem Wunschfe Ausdruck verliehen werden, daß die Nachaichung der Gewichte und Waagen für eine größte zulässige Last bis ausschließlich 3000 Kilogramm, statt, wie im Entwurf vorgesehen- all­jährlich, nur alle 2 Jahre erfolgen solle.

4. Zu der am 30. ds- in Berlin stattfindenden Voll­versammlung des deutschen Handelstags, in der zum Zolltarifgesetz Stellung genommen werden soll, werden der Vorsitzende und der Syndikus delegiert.

5. Tie Kammer beschließt, ihrem geschäftsführenden Beamten an Stelle des bisherigen Titels --Sekretär" den AmtstitelSyndikus" beizulegen.

6. Eingänge. Tie Kammer nimmt Kenntnis von der Regierungsvorlage bett, den Gesetzentwurf über die Handelskammern. Tie Vorlage entspricht im wesentlichen dem Entwürfe, den der hessische Handels­kammertag in seiner Sitzung vom 21. Oktober vor. I- aus­gestellt hatte.

Auf eine Eingabe der Kammer an die Königs. Eisenbahndirektion in Frankfurt betr. Herstellung besserer Zuganschlüsse in Friedrichsdorf von Gießen- Friedberg nach Usingen hat letztere erwidert, daß bei Feststellung "des Fahrplans der neuen Strecke die Her­stellung möglichst guter Anschlüsse in Friedrichsdorf ange trebt worden sei; bei der Erngeleisigkeit der Strecke und oa in erster Linie auf günstige Zuganschlüsse in Friedberg und Homburg Rücksicht genommen werden müsse, lasse es sich jedoch nicht immer ermöglichen, auch gute Anschlüsse in Friedrichsdorf herzustellen. Doch werde die Angelegenheit im Auge behalten und bei eintretenden Zugänderungen die bemängelten Anschlüsse thunlichst verbessert werden. Ein­gegangen sind ferner Mitteilungen über: Fortschritte des Handels der Vereinigten Staaten mit Japan, wirtschaftliche Verhältnisse in den mittelamerikanischen Staaten Nicaragua und Costa-Rica, Krediterteilung an Handelsfirmen in Santo- Domingo, deutsch-persische Handelsbeziehungen, Absatz land­wirtschaftlicher Maschinen und Geräte in Rußland, Pro­jekt einer Ausstellung von Erzeugnissen der Landwirtschaft und Industrie im Staate Minas Geraes und zweifelhafte Firmen in Amsterdam, Barcelona, London, New-York und Rio de Janairo. Interessenten wird hierüber auf dem Bureau der Kammer Näheres mitgeteilt.

berg 17.50 (16.50), Lauterbach 18 (18), Schotten 17 (15.50), Mainz 18.15 (17.35), Alzey 18 (17), Bingen 18.50 (16), Worms 18 (16.50). Der teuerste Ort für Weizen ist also Gießen, die billigsten sind Dieburg und Schotten. Roggep kostete: In Darmstadt Mk. 16.50 (15), Bensheim 15 (15), Dieburg 15 (14), Erbach 14.50 (14.50), Offenbach 15.50 (14.50), Gießen 17 (15), Alsfeld 16.50 (16.50), Büdingen 16.50 (16.50), Butzbach 16.50 (16.50), Friedberg 15 (14), Lauterbach 16.50 (16.50), Schotten 16 (15.50), Mainz 15.30 (14.30), Alzey 14.75 (14.50), Bingen 15.50 (14), Worms 15.50 (15). Am teuer st en ift wiederum Roggen (höchst) in Gießen, am billigsten in Alzey. Für Gerste waren die Preise folgende: In Darmstadt Mk. 18 (14), Bensheim 16 (16), Dieburg 18 (15), Erbach 14 (14), Offenbach 19 (16), Gießen 18 (15), Alsfeld 16 (16), Büdingen 18 (18), Butz­bach 16.50 (16), Friedberg 15 (14), Lauterbach 18 (18), Schotten 15.50 (15), Alzey 17 (16.50), Bingen 17.50 (15), Worms 17 (16). Hier steht an erster Stelle Offenbach (19), während Gießen (18) mit Darmstadt, Dieburg, Büdingen, Lauterbach zu zweit folgt. Den billigsten Preis hat Fried­berg. Für Heu wurde gezahlt: In Darmstadt Mk. 10 (8), Bensheim 9.75 (9.75), Dieburg 9 (5.80), Erbach 10 (10), Offenbach 10 (8), Gießen 9 (8), Alsfeld 7 (7), Büdingen 9 (9), Butzbach 11 (10.50), Friedberg 9 (6), Lauterbach 7.60 (7.50), Schotten 7 (6.50), Mainz 9.60 (8.60), Alzey 9.50 (ß), Bingen 10 (6), Worms 8 (6.80). Der teuerste Ort ist also Butzbach, Gießen kommt erst an fünfter Stelle, das billigste Heu hat Worms. Für Kartoffeln enthält die Statistik olgende Preise: Darmstadt Mk. 6 (5), Bensheim 4.50 (4), Dieburg 4 (3.60), Erbach 5 (5), Offenbach 6 (5), Gießen 6.50 (5.50), Alsfeld 6 (6), Büdingen 6 (6), Butzbach 6.50 (5.50), Friedberg 4.50 (3.25), Lauterbach 8 (8), Schotten 5 (4.50), Mainz 8.50 (4.50), Alzey 7 (6), Bingen 8 (5),

Worms 6.75 (4.50).

Der v-Zug 6 Berlin-Frankfurt a. M., der um 4 Uhr 30 Min. in Frankfurt a. M. eintreffen sollte, mußte gestern über Fulda-Gießen nach Frankfurt fahren, weil die Strecke Fulda-Gelnhausen-Frankfurt a. M. bei Schlüchtern angeblich infolge Dammrutsches gesperrt war. (Vgl.Schlüchtern").

** Ein Neubelag der Bürgersteige wird gegenwärtig in den Neuenbäu en und in der Kirchstraße auSgeführt. Der Belag in den Neuenbäuen, unter dem das Kabel des Elektrizitätswerk liegt, wird in Asphalt, derjenige in der Kirch­straße in Gail'schen Klinkern ausgeführt. Denselben Belag )at bereits der Bürgersteig in der Senkenbergstraße.

**SeebadMainz. ImMainz. Tagebl." lesen wir folgenden sonderbaren Artikel, der M arn z zu einemSee- bade" machen will:

Der Rhein muß für die Fremdenindustrie präpariert werden, und das kann man nur dadurch, daß man hier großartige Bade-Etablissements errichtet, die möglichsten Ersatz für die Seebäder bieten. Bekanntlich bewirken die Seebäder ihre Anziehungskraft durch drei Dinge: das salzhaltige Wasser, die mechanische Wirkung des Wellen­schlages und das gemeinsame Baden in Kostümen. Wäre es nun nicht denkbar, daß hier an irgend einer passenden Stelle des Rheinufers erne nach den Anforder­ungen der modernen Hygiene errichtete Badeanstalt er­baut würde, in der dem Wasser der entsprechende Salz­gehalt beigegeben wird und der Wellenschlag künstlich durch mechanische Kraft erzeugt würde? Ta könnten bann Männlein uno Weiblein sich nach Herzenslust tummeln, unsere herrliche Rheinpvomenade würde dann Kurvvo- menade mit Musiktempeln in entsprechenden Zwischen­räumen, eine Kolonnade und ein Kur-Restaurant waren bald errichtet. Unsere Herren Doktoren würden schon be­weisen, daß die Rheinlust ebenso stärkend wie bas See­klima ist."

Hat sich das genannte Mainzer Blatt einen verfrühten Faschingsscherz gestattet oder ist es ihm ent ftmit diesem kuriosen Vorschläge? In den Rhein ein Paar Pfund Salz zu werfen und so Mainz zur Seestadt zu machen, das ist ein Gedanke von so verblüffender Genialität und so 0JW1 * 3 4 5 6* drohend für das Weiterbestehen der Weltseebäder vom Range Ostendes, Sylts, Norderneys rc., daß der intellektuel e Ur­heber der Idee wohl verdiente, zum Wirkt. Geh. Genialitats- rät mit dem Titel >,Eselenz" befördert zu werden.

ch. Bermutshain, 23. Sept-, Das zu unserem Ort gehörige Tampfsägewerk des Heinrich Puppes II. hie soll dem Vernehmen nach an den Staat verkauft werden. Unterhandlungen sind bereits gepftogen htorben. £6 Unternehmen dürfte von fachmännischen und ausreichend i ftnanziellen Kräften geleitet und gefördert, einen gut tzrfolg haben, wobei besonders m Betracht kommt, daß