das TamPfsägewerk in unmittelbarer Nähe der projektierten Nebenbahn-Linie Grebenhain-Gedern liegt. Auch beabsichtigt der Staat, das Wohngebäude des hiesigen Forsttvatts Dillemuth zu erwerben; jedoch, ist» noch kein Abschluß zu stände gekommen.
Usenborn, 22. Sept. Die Dreschmaschine des I. Gerlach zu Stockheim befand sich gestern auf dem Heimweg. Als der Weg abschüssig wurde, mu&te die Bremse der Lokomobile tüchtig angezogen werden. An einer sehr jähen Stelle brach aber die eiserne Welle der Bremse und mit rasender Geschwindigkeit sauste die Dampfmaschine die Chaussee hinab. Ter Führer drückte die Zugtiere nach dem Böschungsgraben, die Maschine stürzte um. Glücklicherweise sind weder Menschen noch Zugtiere bei dem Unfall zu Schaden gekommen. Tie Maschine wurde arg zugerichtet.
Worms, 24. Sept. Tie Eröffnung des Wormser städtischen Elektrizitätswerkes ist auch dem hiesigen Krankeuhausc In vielfacher Hinsicht zu gute gekommen. Vor allem sind die Operationssäle mit elektrischer Beleuchtung und zwar mit Glühlampen versehen worden. Auch ein besonderes Roent gen-Kabinett ist eröffnet worden.
Worms, 23. Sept. Ueber die unter den Trümmern verschütteten sieben Leute der Firma Hartenbach, Karl Hartenbach uno 6 Arbeiter (Maurer und Taglöhner) liegen folgende Mittellungen vor: Fünf davon, Hattenbachs Friedr. Setzer, Karl Junker, Heinrich Hartenbach nnd Wilhelm Hartenbach, konnten nach anstrengenden Rettungsarbeiten alsbald, bezw. nach kurzer Zeit, teils schwer, teils leicht verletzt, jedoch lebend aus den Trümmern hervorgezogen, werden. Setzer, Junker und Wllh. Hartenbach wurden in das städtische Krankenhaus verbracht, während die beiden änderet: in ihre Wohnungen geleitet wurden. Zwei der Arbeiter und zwar Thomas Biondino und Johann Jung konnten nicht sofort aufgefunden werden, es mußten vielmehr unter Leitung der Polizei und des Städtbauamtes von sachverständigen Handwerksleuten (Maurern, Zimmerleuten) und einem Piquet der freiwilligen Feuerwehr ganz erhebliche Räumungsarbeiten vorgenommen werden. Mit Rücksicht auf den Umstand, daß das gesamte Mauer- und Hvlzwerk des Baues innerhalb der Umfassungswände lag, waren diese Aufräumungsarbeiten äußerst schwierig, langwierig und mitunter recht gefahrvoll. Nach unermüdlicher Arbeit gelang es, zunächst gegen halb fünf Uhr morgens die Leiche des Arbeiters Jung aufzufinden und zu bergen. Jung, der im 4. Stock des Hauses beschäftigt gewesen, war bis auf das Kellergewölbe abgestürzt und lag mit dem Gesicht nach unten auf einer Schuttschicht, überdeckt mit einer solchen von einem bis anderthalben Meter Höhe und einer großen Anzahl schwerer Balken. Jung hatte außer einigen anderen Verletzungen einen Arm- und Schädelbruch erlitten und war sofort tot. Erst gegen 8.15 Uhr vormittags wurde die Leiche des Arbeiters Biondiiro aufgefunden und geborgen. Tiefe war in aufrechter Stellung von Balken und Schutt gegen den hinterer: Tell des Kellermauerwerks gedrückt. Dem Biondrno war der Brustkasten eingedrückt und anscheinend das Genick, außerdem auch vier Rippen gebrochen, so daß der Tod unzweifelhaft ebenfalls sofort eingetreten ist. Die beiden Leute sind verheiratet. Jung ist kinderlos, während Biondino drei Kinder besitzt. Peter Hartenbach wurde, wie gemeldet, gestern nachmittag verhaftet, die Verhaftung dessen Bruders konnte bis jetzt aber noch picht erfolgen, weil dieser selbst erheblich! verletzt und noch nicht tranportfähig ist. Von den übrigen Verletzter: befindet sich nur Setzer in direkter Lebensgefahr, er hat einen doppelten Schädelbruch davongetragen. An verschiedenen gefahrdrohenden Stellen des Mauerwerks wurden gestern nachmittag auf Anordnung der Polizei noch besondere Ab- sprießungen vorgenommen. Im Laufe des' heutigen Tages wurden unter polizeilicher Leitung weitere Ausräumungsarbeiten vorgenommen, zur Ermöglichung der Besichtigung der Fundamente und oer Begutachtung durch Sachverständige bezüglich der eigentlichen Ursache des Zusammensturzes. Vor wenigen Tagen war von der Firma Gebr. Hartenbach der eingestürzte Ban ^ur Rohbauabnahme bei dem Stadtbauamte angemeldet worden, die Abnahme konnte jedoch nicht stattfinden, weil der betreffende Kontrollbeamte sofort beim Betreten des Baues in der Thordurchfahrt einige Verstöße gegen die Baubestimmungen konstatierte und ben übrigen Teil des Baues nicht besichtigen konnte, weil der Eingang zum Keller versperrt und das Gebälk nicht vollständig abgedeckt war. Der Bauunternehmer soll fiüher Fabrikarbeiter und sein Bruder, der als Bauleiter thätig war, früher Maurergeselle gewesen fein. Tie Schuld an dem Unglückssalle dürfte darin zu suchen sein, daß der erteilte Bauplan nicht eingehalten worden :st, indem von den Bauherren die vor geschriebene tragfähige Mauer durch eigenmächtiges Einfügen einer großen Thürösfnung so geschwächt wurde, daß der Einsturz erfolgen mußte. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß die Mittelwand um zirka zwei Meter abweichend vom Bauplan aufgeführt worden sei, infolgedessen das für die Mauern verwendete mangelhafte Stein- und Mörtelmaterial die auf ihm ruhende Dach?- lcrst nicht habe tragen können. Seitens des städtischen chemischen Untersuchungsamtes wurden verschiedene Mörtelproben entnommen. Auf das Resultat dieser Untersuchung darf man gespannt sein.
Rudesheim, 25. Sept. Auf der Reise von Koblenz nach Saarbrücken begriffen, hat Prinz Chun von Bingerbrück aus mit seinem Gefolge einen Abstecher nach Rüdesheim gemacht, um sich das National-Denkmal auf dem Niederwald anzusehen. Hieran schloß sich ein Besuch der Kellereien von Joh. Bapt. Sturm an. Die Besichtigung und Durchwanderung der Kelleranlagen schien den Söhnen des Reiches der Mitte großes Interesse abzugewinnen. Auch die Proben, die ihnen von den Riesenfässern vorgesetzt wurden, wurden mit unverkennbarem Wissensdrang und Befriedigung verkostet. Unter dem Gefolge des Prinzen Chun, das aus etwa 20 Personen bestand, befanden sich Tschang-Pin-Mou, ein Neffe Li-Hung-Changs, ferner Chentung Liang Cheng und mehrere andere chinesische Würdenträger. Begleitet waren die Gäste u. a. von Generalleutnant von Hoepfner, Generalmajor Richter und Leutnant von Teichmann, Attaches im Auswärtigen Amte zu Berlin.
Cassel, 23. Sept. Auf das von der hier tagenden 6. National-Konferenz der evang. Jünglingsbünd- nisse Deutschlands an den Kaiser ^gesandte Begrüßungstelegramm ist heute folgende Antwort eingelaufen: „Potsdam, 23. Sept. Se. Majestät der Kaiser und König lassen der National-Konferenz der evangelischen Jüng- lingsbündnisse für den Huldigungsgruß bestens danken. Auf Allerhöchsten Befehl: Ter Geh. Kabinettsrat v. Lukanus." — Aus Den zahlreichen Vorträgen sei der des Stadtpfarrers Dr. Wurst er-Heilbrunn über „Gaben und Ausgaben unserer deutschen Vereine" hervorgehoben. Jede^Polk, so etwa führte Redner aus, habe seine eigenen Gaben und daher auch seine eigenen richtigen Aufgaben im Reiche
Gottes. Auch wir Deutschen hätten besondere Gaben und besondere Aufgaben. Wir haben unfern Individualismus, daher könnten wir englisches und amerikanisches Christentum nicht kritiklos annehmen, das sei sogar ein Unrecht gegen uns selbst, bedeute Settentum. Tas fei nicht phari- särischer Hochmut und Selbstüberschätzung, wenn wir uns englischem Christentum gegenüber ablehnend verhielten. Die Geschichte zeige uns die Eigenart und die besonderen Gaben der deutschen Jünglinasvereine. Ta seien vor allem zwei Geistesmächte, erstens der deutsche Piettsmus, und zweitens die deutsch-evangelisck)e Volkskirche. Es gäbe auch einen englischen Piettsmus, der aber Methodismus bedeute. Wenn dieser Pietismus auch den Namen des Methodismus nicht habe, so sei er doch dazu bestimmt, das erkläre sich aus der spezifisch englischen Geschickste und Volkseigentümlichkeit. Das englische und amerikan:sche Christentum sei ein praktisches, energisches, aggressives. Es werde leicht geschäftsmäßig. Der deutsche Pietismus zeichne sich aus durch Brüderlichkeit, Gemeinschaftlichkeit, Gemütstiefe, darum fei er weltscheu und beflissen, das Leben in Christo in: Verborgenen zu leben. Wir könnten es nicht billigen, daß man das innere Leben bei verschiedenen Naturen über einen Leisten flicke. In den Jünglingsvereinen dürfe man keinen Unterschied zwischen thätigen und nicht thätigen, zwischen belehrten und unbelehrten Christen machen. Die Vereine seien mit unserer Volkskirche eng vettmnden> die Vereine brauchten die Kirche, weil die Kirche ihnen einen Rücken gebe. Redner tadelte die Uebertreibungen in der evangelischen Gemeinschaft. Die Aufgaben der Vereine seien folgende: Im Mlltelpuntt des Vereinslebens müsse die Bibelstunde, die Bibelbesprechung stehen. Die Vereine müßten ferner das Gebet mit allen: Emst pflegen, damit fei aber nicht gesagt, daß sie solche sogen. Weihestunden einrichten sollten, wie sie der Jugendbund für entschiedenes Christentum kenne. Kirchlich müßten wir bleiben, verkirchlichen lassen dürften wir uns jedoch nicht. Eine neue Aufgabe des Vereins sei die Agitation und Propaganda. Kein weltscheuer Pietismus dürfe großgezogen werden. Schließlich solle man suchen, die Vereine auch auf die ob er en Schichten, die akademisch Gebildeten, auszudehnen. Eine weitere Frage sei die Organisation; dazu brauchten wir vor allem mehr Berufsarbeiter, mehr eigene Häuser, mehr Geld, mehr Wohlfahrtspflege und soziale Fürsorge, mehr Gesellen- heime und Jugendheime.
Landwirtschaft.
B e r l i n, 24. Sept. Der „Reichsanzeiger" meldet: Stand der Kartoffeln, des Klees, Luzerne und Wiesen um Mitte September 1901 im Deutschen Reiche: Kartoffeln 2,5 (August 2,5, Septenrber 1900 1900 2,6); Klee 2,9 (3,2, 32); Luzerne 2,7 (3,0, 2,8); Wiesen 2,9 (2,9, 2,9). Die erste trockene Zeit der Berichtsperiode war der Einerntung der Sommerfrucht sehr förderlich und begünstigte das Einbringen von Klee und der Wiesennachmahd. Für die späten Gewächse mangelte es in der darauf folgenden regnerischen Zeit an Sonnenschein und Wärme, für Futter kamen die Niederschläge nicht zu spät. In Württemberg und Baden verzögerte sich die Ärnte oer Sommerfrüchte sehr, so daß in vielen Teilen des Landes der Hafer,'zum Tell auch die Gerste noch auf bem Felde liegt. Auch in: Westen der preußischen Monarchie, • besonders in der Rheinprovinz und Hohen- zollern, harren noch ein großer Teil Hafer-, hier und da auch einige, Weizen- und dioggenjelber ihrer Räumung. Der Stand der-Kartoffeln ist ungleichmäßig. In einigen Gegenden begann bereits die Ernte. Durch das trockene Wetter in der Berichtsperiode war das Einbringen des zweiten Schnittes des Klees sehr begünstigt, doch melden nur wenige Gegenden befriedigende Erträge. Die im Gange befindliche Grummeternte wurde durch das Regenwetter unterbrochen. Notiz: Nr. 2 bedeutet gut, Nr. 3 mittel (Durchschnitt), Nr. 4 gering.
Rheinhessen, 22. Sept. Das durch die anhaltenden Regengüsse hervorgerufene anhaltende Faulen der Trauben hat viele Gemeinden veranlaßt, früher als beabsichtigt war, die Lese der Frühburgunder cmzuordnen und einige Tage für das Auslesen der faulen weißen Trauben festtzusetzen. Soweit sich' die Ernte der roten Trauben übersehen läßt, wird sie in Quantität wie Güte nur mäßig ausfallen. Nicht viel besser wird das Resultat sein, wenn die Weißen Trauben jetzt bald gelesen werden müssen, ohne das nunmehr ein- getretene gute Wetter genießen zu können. Und ein rascher Anfang der Weinlese ist nicht ausgeschlossen, wenn die Traubenfäule weiter um sich greift. In Bechtheim hatten weiße Trauben ein Gewicht von 60 bis 70 Grad nach Oechsle- scher Wage. Portugiesertrauben wurden daselbst nur mäßig um gesetzt, zu dem Heinen Preis von 80 Pfg. per Viertel (8 Liter). In Abenheim wurde ein Mostgewicht von 60 bis 70 Gr. festgestellt. In Büdesheim wurden für Portugieser bei schwacher Nachfrage 1,80 Mark per Viertel bezahlt. Was schon feit einer Anzahl Jahre bezüglich der Portugiesertrauben beobachtet wird, daß diese dem Handel nicht mehr angenehm sind, wird in diesem Jahre besonders her- vortreteno beobachtet. Vor 10. Jahren war unter 3 Mk. per Viertel nicht. zu kaufen, heute wird durchschnittlich " Der! dritte Teil gegeben. ______
Vermischtes.
* Gelsenkirchen, 25. Sept. In einer längeren Sitzung der Gesundheits-Kommission wurden Maßnahmen gegen die hier herrschende Typhus-Epidemie festgelegt. In verschiedenen Otten sind neue schwere Krankheitsfälle vorgekommen. In den hiesigen Krankenhäusern sind 338 Kranke untergebracht, deren Zustand zum Teil hoffnungslos ist. Hunderte von ©rfranften befinden sich in der Umgebung in Pttvat- pflege. Da durch die Straßenbahn eine Verschleppung der Krankheit befürchtet wird, werden die Wagen täglich desinfiziert.
* Würzburg, 25. Sept. Leutnant Stadel- mayr von der 2. Kompagnie des 9. Infanterie-Regiments hat sich erschossen. Die Ursache des Selbstmordes ist noch unbekannt.
• Swinemünde, 25. Sept. Der Kunstmann'sche Dampfer ^Bornssio", der gestern auf Grund geraten war, ist wieder flott geworden und ohne Schaden im Swinemünder Hafen angekommen.
• Mailand, 25. Sept. Seit drei Tagen gehen unaufhörlich in ganz Ober- und Mittel-Italien heftige Regengüsse nieder. Zahlreiche Hlüsse und Gebirgsbäche find aus den Ufern getreten. Die Eisenbahnverbindungen sind zun: Teil ganz unterbrochen.
* Prag, 25. Sept. In der Nähe von Nachod wurde ein 12; dge§ Schulmädchen aus dem Otte Lippi im Walde überfallen, getötet und die Leiche verbrannt.
Eingesandt.
0
3
t in der Gegend von ungen Stärke-
Summa: 3
3er einzig vMininene Wtz für Bohnenkaffee
und auch der beste Kaffee ° Zusatz ist Kathreiners Malzkaffee! Er schmeckt in beide» Fällen ausgezeichnet und das ist der Grund, warum er sich bei Hoch und Nieder
so beliebt gemacht hat!! 6260
♦ Budapest, 25. Sept. Der Ges«mtschaden an Materialien und Watten bei Der Eisenbahn rata st rovhe bei Palo ta Beträgt über zwei Millionen Franks, darunter die türttsche Post allein mit einer halben Million. Für den Unglückszug wurden in Bukarest 40 und in Craiova 24 Karten ausgegeben. Bisher sind 18 Leichen agnosziert. Ein großer Teil der verkohllen Leichenreste lag noch gestern auf dem Bahndamm.
Gcrichtssmü.
e. Gießen, 24. Sept Die am 1. Sept, wegen eines Gelddiebstahls bei einem hiesigen Professor verhaftete Emilie Wipper aus Langensalza ist durch das Schöffengericht zu 14 Tagen (Sefa n g n i § verurteilt worden.
Mainz, 25. Sept. In zweitägiger Verhandlung und unter Aufgebot eines großen Zeuqenapparales wurde vor der Strafkammer gegen den Weinhändler Jakob Josef Petry von Nieder- Ingelheim wegen W e i n f ä l s ch u n g verhandelt. Der Angeklagte haue durch Weinkommissionäre in der Gegend von Sauer-Schwabe,^- Heun, Bubenheim und Engelstadt in deu letzten 8 Jahren große Cuantitäten sogen, kleiner Weine -um Preise von Mk. 150 bis 170 pro Stück aufkaufen laßen und diese Weine, die in vielen Fällen -trefter vermischt mit unreinem Stärkezucker enhielten, mit seinen selbstgekelterten Weinen verschnitten und in den Handel gebracht. Der Angeklagte konnte nachweisen, daß erjden Weinkommissionären stets Auftrag gegeben hat, keinen Tresterwein zu kaufen, er sei der Meinung gcioeien, day die aufgekauften kleinen Weine keinen ^rester- und Stärkezuckerinhalt gehabt haben. Durch einen Zeugen wurde erklärt, daß die Wemproduzenten in der Gegend von Engelstadt im Herbste ganze Wagenladungen Stärke- 3 u cf e r beziehen. Durch den Sachverständigen vom chemischen Untersuchungsamt Pros. Dr. Mayrhofer ronrbe festgeslellt, daß die Weinproben des Angeklagten außerordenllich viel Stärkezucker enthielten. Einzelne Weine waren bedeutend „gestreckt". In der gallzen Provinz werden aber wenig Weine gefunden, die keinen unreinen Stärkezucker enthielten. Der Sachverstäiü)ige zog hieraus den Schluß, daß es bei den Produzenten in der Provinz, üblich fei, Stättezucker zu verwenden. Der Staatsanwalt beantragte 1500 Mk^ Geldstrafe. Das Gettcht sprach den Angeklagten von bet vorsätzlichen Fälschung frei. Das Delikt der Fahrlässigkeit konnte nicht in Betracht kommen, da inzwischen Verjährung eingetreten ist. Die entstandenen bedeutenden Kosten wurden, emschüeßlich des Entlastungsbeweises, der Staatskasse auferleat.
Frankfurt a. O., 25. Sept. Vor oer hiesigen Strafkammer fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeü die Verhandlung gegen den Sozialdemokraten Fischbach aus Ketschendorf bei Fürstenwalde wegen Majestätsbeleidlgung statt. Er wurde zu zwei Jähren Gefängnis verurteilt und wegen Fluchtverdachts sofort in Haft genommen.
Würzburg, 24. Sept. Das Schwurgericht verurteilte den 20jährigen Arbeiter Andreas Novicki aus Neudemantschewo, der die Affefforwittwe Heßler in Aschaffenburg ermordete und zu berauben versuchte zum Tode.
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Bezugnehmend auf das ,-Eingesandt" in der Nr. 224 Bl. 1 des „Gieß. Anz.", in dem auf den Rotwildschaden in der Nodheimer Gemarkung hingewiesen wird, sehen auch wir Landwirte von Krofdorf, Wißmar, Salzböden, Odenhausen uns veranlaßt, die wir mit unseren Feldern im Herz der Rotwildreviere liegen, auf den diesjährigen Wildschaden hinzuweisen. Nicht hauptsächlich suchen roir1 die Schuld an der ungeheuren Vermehrung des Wildes in dem fiskalischen Revier, da, wie wir hören, int vorigen Winter durch die Forstbeamten öfters Treibjagden, wenn auch teilweise mit negativem Erfolg, abgehalten wurden, als vielmehr in der Verpachtung der anstoßenden Gemeindejagden. Diese sind sämtlich an dieselbe Jagdgesellschaft verpachtet und übertreffen an Fläche die königlichen Forsten um das doppelte. Der Abschuß des Wildes liegt hier in einer Hand und kann so verhindert werden. —Sache der Gemeindevertretungen ist es nun, bei den zukünftigen Verpachtungen dafür zu sorgen, daß dieses Revier etwas zerrissen wird, was bei den Waldjagden einfach dadurch zu erreichet: ist, daß der Abschuß der Jagd für Rechnung der Gemeindekasse durch ihre Forstbeamten gegen Schußgeld re. erfolgt. — Bei dem Futtermangel in diesem Jahre macht sich der Wildschaden, der in Den Gemüsefeldern, auf die der Bauer noch fo stark gerechnet hatte, stellenweise ungeheuer ist, recht fühlbar, und ist durch Geld kaum zu ersetzen; auch erhält der Betroffene meist nur den Wert des angeridjteten Schadens ersetzt, während Düngung, Mühe und Arbeit unbezahlt bleibt. — Auch der Herr Landrat m Wetzlar, zu dem mir Ämd- wirte dasselbe Vertrauen haben, wie die Einwohner des Kreises Biedenkopf zu dem ihrigen, wird Mittel und Wege finden, beit, Wildstand in unseren Waldungen wieder auf eine geringere Stückzahl zu bringen, allerdings wäre es hier mit Aufhebung der Schonzeit nicht gethan.
Wöchentliche Meeßcht brr TobcsMe in Gießen.
38. Woche. Vom 15. bis 21. September 1901. Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (inkl. 1600 Mann Militär).
Sterblichkeitsziffer: 6,02°/,,.
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr Schlundkrebs I 1 — —
Tuberkulose d. Lungen 1 1 -- —
Nierenentzündung 1 1 — —


