Ausgabe 
27.4.1901 Zweites Blatt
 
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wundster stimmt mit der Angabe des Unteroffiziers über­ein, sow-eit sie die irische Brigade betrifft, (befangene werden jedoch nicht gemeldet. Kitchencr schweigt ferner; dieMorning Post" berichtet jedoch, daß die Buren durch die englischen Linien gedrungen seien, Einen Tag später erzählt'Central News", daß 60 Engländer gefangen ge­nommen worden seien, und wieder einen Tag später findet man kein Regierungstelegramm, sondern eine Verlust­liste, und darin sind verzeichnet ^ . . . 71 Vermißte.

Telegramme des Giehener Anzeiger-.

Kapstadt, 25. April. Amtlich wird mitgeteilt: Die Zah^ der in der vergangenen Woche dort vorgekommenen Pest fälle beläuft sich auf 64, wovon 33 einen tätlichen Aus gang hatten. Unter den Erkrankten befinden sich 17, unter den Gestorbenen 4 Europäer. In Port Elisabeth ist seit dem am 16. April gemeldeten Fall keine neue Pest­erkrankung vorgekommen.

Pretoria, 25. April. Es verlautet, daß Baden- Powell nach England zurückkehre, da er das Kommando der Polizeitruppe in Südafrika niederlegte. Beim .Kriegsamt ist hierüber keine Meldung eingegangen; in Beamtenkreisen verlautet jedoch, Baden-Powell werde wahrscheinlich kurzen Urlaub nehmen.

Deutsches Reich.

Berlin, 25. April. Aus Bonn wird gemeldet: Zur Abendtafel bei dem Prinz^npaar von Schaumburg-Lippe war auch der Kronprinz mit den Herren seiner Umgebung geladen. Heute vormittag 10 Uhr begab sich der Kaiser mittelst Sonderzuges über Andernach nach Niedermendig und von da zu Wagen nach M a r i a L a a ch. An der Fahrt nahmen der Kronprinz, die Schaumburgischen Herrschaften und sämtliche Damen und Herren der Umgebung teil. Der Abt Benzler begrüßte den Kaiser mit einer Ansprache. Der Kaiser dankte in seiner Erwiderung für den freundlichen Empfang und versicherte, daß er gern zur Ausschmückung der Kirche beigetragen habe. Er habe vor- ausaesehen, daß der Orden seinen Traditionen treu bleiben weroe; gern habe er deshalb das seinige dazu gethan, auf daß ihm sein früheres Eigentum wiedergegeben werde. Die Abtei werde seiner Huld und seines Schutzes stets sich ver­sichert halten dürfen. Ter Abt habe auf das auf dem Altäre angebrachte Kreuz hingewiesen. Alle Bestreb­ungen, die darauf hinzielen, das Christen- tum im Volke zu befestigen, werde er mit Freuden unterstützen, wie er das auch auf dem gestrigen Studentenkommers in Bonn betont habe. Der Kaiser und sein Gefolge betraten hierauf die Kirche, die', für das Publikum nicht abgesperrt worden war. Als die Gäste die Kirche betraten, erstrahlte das Kreuz ctuf dem vom Kaiser gestifteten Hochaltar in buntem elektrischen Lichte, das die Schönheiten des Meisterwerkes in wirkungs­voller Weise hervortreten ließ. In einem kleinen Saale wurde das Frühstück eingenommen. Ter Kaiser äußerte im Laufe der Unterhaltung, daß er gern auch die Benediktiner- abtei in Monte Cassino (Italien) besuchen würde, daß aber Reisen ins Ausland für ihn mit zu vielen Umständen ver­knüpft seien. Um 1 Uhr sollte die Abfahrt des Kaisers stattfinden. Auf seinen Wunsch jedoch wurde noch ein Rund­gang durch den Garten unternommen. Der Kaiser wünschte nämlich, die Abteikirche in ihrem Aeußeren genau zu be­richtigen. Tie Kirche betrachte er als ein Muster des ro­manischen Stiles. Unverhohlen gab er seiner Vorliebe zür den romanischen Stil Ausdruck; in dieser Stil­art hätten auch die mittelalterlichen Kaiser ihre Bauten, z. B. den Tom zu Speyer, erbaut. Um halb 2 Uhr ver­abschiedete sich der Kaiser von dem Abte und der Kloster- samilie. Auf der Rückfahrt von Niedermendig nach Ander­nach wird das Frühstück eingenommen. Von Anderulach ab wird zur Fahrt nach Bonn der RheindampferKaiserin Friedrichs benutzt.

- Am 70. Geburtstage des Herzogs von Anhalt am 29. April sollte nach dem Beschlüsse des Gemeinderats zu Dessau eine Illumination stattfinden. Auf be­sonderen Wunsch des Herzogs soll jedoch davon Abstand genommen werden, damit der Bürgerschaft die Kosten erspart werden.

Die Stadtverordneten von Berlin wählten den Vtadtrat K a u f f m a u n zum Bürgermeister.

Die katholischeGermania" richtet an den preußischen Kriegs Minister folgende öffentliche Anfrage:

Ist es ihm bekannt, daß die der Freimaurerei »«gehörigen Offiziere durch gewisse maurerische Zeichen (das gr. N. und H. Z.) sich gegenseitig von der militärischen Disziplin entbinden können? Hält er eine solche außer­militärische Einwirkung von freimaurerischen internatio- 1 nalen Grundsätzen auf deutsche Offiziere im Felde für erlaubt? Wird der Herr Kriegsminister geneigt sein, dieser Frage der Einwirkung der Freimaurerei auf die Armee näher zu treten und zur Wahrung der Disziplin im Heere auf dem ihm geeignet erscheinenden Wege festzustellen, welche aktiven Offiziere und Reserveoffiziere einem Frei­maurerorden angehören? Und welche Schritte gedenkt dann der Herr Kriegsminister in dieser Angelegenheit zu thun? Eine baldige Antwort darauf wird wohl nicht ausbleiben können, eventuell bei gegebener Gelegenheit im Reichstage erfolgen müssen."

Tie Kommission f ü r Arb ei te r sta t isti k hat heute ihre diesmalige Tagung begonnen und beendigt. Zu­nächst wurde der Bericht über die Sonntagsruhe in der Binnenschiffahrt mit unwesentlichen Aenderungen festgestellt. Hierauf wurden die ausgearbeiteten Fragebogen über die Arbeitszeit der kaufmännischen Angestellten in solchen Kontoren und Handelsgeschäften, die nicht mit offenen Verkaufsstellen in Verbindung stehen, mit unwesentlichen Aenderungen sestgestellt und sollen dem­nächst herausgegeben werden. Diese Thätigkert der Kom­mission hat ihren Ausgang von der Resolution des Reichs­tages bei der im vorigen Jahre erfolgten Annahme der No­velle zur Gewerbeordnung genommen. Schließlich sollen Er­hebungen über das Verhältnis der Gehilfen und Lehrlinge im Fleischergewerbe und der Angestellten in den pri­vaten gewerblichen Fuhrunternehmungen angestellt werden. Zur Erledigung der hier erforderlichen Vor­arbeiten wurde eine Unterkommission eingesetzt: in diese wurden aus dem Reichstage die Abgg. Jakobskötter und Schmidt (Elberfeld) hineingewählt.

Tie Weingesetzkom Mission des Reict)stages tehnte die im § 2 vorgesehene räumliche und zeitliche Be- Zrenzung der Zuckerung ab, und nahm den § 3 an (Verbot

gewerbsmäßiger Herstellung und Nachahmung von Wein). Auch fügte die Kommission einen neuen Paragraph ein, der die Zuckerung der Traubenmaische verbietet.

TerVorwärts" fordert die Arbeiter und Genossen auf, am ersten Maiin machtvollen Kund­gebungen für die Freiheit der Arbeit, für den Achtstunden­tag, für den Völkerfrieden und die Einheit des Proletariats aller Länder zu demonstrieren und gegen Unterdrückung und Ausbeutung, gegen Militarismus und Weltpolitik, gegen die Vernichtung der Kultur durch das moderne Hunnentum aller Art die Stimmen zu erheben."

Gotha, 25. April. In der Thronrede, mit der der gemeinschaftliche Landtag der Herzogtümer Sachsen- Gotha und Koburg eröffnet wurde, findet sich die Erklärung, daß bei der Entscheidung der handelspoliti­schen Fragen im Bundesrate auf die bundesstaat- liche Freiheit dereigenen Entschließung nicht werde verzichtet werden.

Leipzig, 25. April. Ter Ausgleich zwischen den A e r z t e n und der Ortskrankenkasse geschah auf fol­gender Basis:

1) Tie bisherige Vertrauenskomm ission ist aufgelöst. An deren Stelle tritt eine durch Kassenärzte gewählte und aus Kassenärzten bestehende. 2) Ein Schiedsgericht, bestehend aus drei Aerzten freier Wahl innerhalb der Aerzteorganisation, drei Vorstandsmitgliedern der Orts­krankenkasse und drei Vertretern der Kreishauptmann­schaft entscheidet über die Differenzen in der Vertrauens­kommission. 3) Alle Beschwerden, gerichtliche Klagen wer­den zurückgenommen, neue nicht eingeleitet. 4) Alle vorher für die Kasse praktizierenden Aerzte bleiben in dieser Praxis, die inzwischen eingestellten achtzehn neuen Aerzte ebenfalls.

Ter Vorstand der Ortskrankenkasse hat noch gestern die Friedensbedingungen acceptiert.

Karlsruhe, 25. April. Der Großherzog von Baden begeht bekanntlich morgen die Feier seines 60- jährig en Militärjubiläums. Aus diesem Anlaß und zur Beglückwünschung im Auftrage des Kaisers er­schien der General der Infanterie und Kommandeur des Hauptquartiers v. Plessen, ferner sind erschienen: v. Xy- lander, komm. General des zweiten bayerischen Armeekorps, Graf H ä s e l e r, Kommandeuer des 16. Armeekorps, Her­bert v. Bittenfeld, Kommandeur des 15. Armeekorps.

München, 25. April. Der Prinzregent hat an den Großherzog von Baden folgendes Telegramm gerichtet:

Zu Deinem Jubeltage, an ivetchem Du ans eine sechzigjährige glanzvolle militärische Thätigkeit zurück­blickst, spreche ich Dir meine aufrichtigsten und herzlichsten Glückivünsche mit dem Beifügen aus, wie ich Verfügung getroffen habe, daß Dein Regiment fortan den Namen Großherzog Friedrich von Baden" zu führen habe. Ich darf hierbei wohl zum Ausdruck bringen, wie ich der festesten Ueberzengnng lebe, daß das Regiment, welches eine hervorragend rühmliche Vergangenheit hat, sich auch seines künftigen hohen Namens stets würdig erweisen werde."

Dr. Joh. Bapt. Sigl ist am Montag bei bester Gesundheit aus der Kuranstalt, in die er sich vor einiger Zeit begeben hatte, zurückgekehrt. Das gegen ihn beantragte Entmündigungsverfahren ist nach authentischer Mitteilung eingestellt worden, da nach einem Gutachten des behandelnder: Arztes von einer Beschränkung der Geisbes- kräfte Dr. Sigls keine Rede sein kann.

Ausland.

Loudon, 25. April. Eine große, aus einflußreichen Personen bestehende Abordnung der Kohlengrub en be­sitz er und Rheder von Northumberland und Durham begab sich zum Schatzkanzler und trug demselben ihre Be­denken gegen den neuen Ausfuhrzoll vor. Ter Schatzkanzler erwiderte, daß die Vorstellungen der Abordnung von der Regierung sorgfältig erwogen werden sollten, die Abordnung dürfe aber nicht denken, daß er die beantragte Zollvorlage wieder zurückziehen könne. Er sei ängst- ich bemüht, den bestehenden Verträgen gegenüber ohne jede l Zoreingeuommenheit zu verfahren, und gebe anheim, daß die Vertreter der Kohlenwerke Nordenglands gemeinsam mit den kohlengrubenbesitzern von Süd-WaleS und Schottland ein keines Komitee erwählten, das mit ihm und den Zollbehörden in Verhandlung treten möge.

Ein von Grubenarbeitern des ganzen König­reichs beschickter Kongreß nahm nach zweistündiger Beratung eine Resolution an, durch welche die Regierung aufgefordert wird, die Vorlage betreffend den Kohlenausfuhrzoll zurückzuziehen und die zugleich eine Unterredung mit dem Schatzkanzler verlangt.

Paris, 25. April. Tin Telegramm aus Rom an den Rappel- berichtet, der Königsmörder BreSei sei geisteskrank geworden. Die Ursache dieser Geistesgestört, heil sei in mangelhafter Verabreichung von Nah­rung zu suchen.

Petersburg, 24. April. Nachdem am Montag mit Er laubnis WannowSkyS die Hochschulen wieder eröffnet worden sind, faßten die Studenten, darunter die unter WannowSkyS Kontrolle stehenden Hochschulen, in einer Ver­sammlung eine Resolution, in der sie bitten, der Minister möge die Examina bis zum Herbst verschieben, wo die Kameraden, die jetzt ausgeschlossen, wieder anwesend sein würden. Tags darauf teilte der Rektor der Universität in einer zweiten Versammlung mit, der Minister weigere sich, die Examina zu verschieben, und in dieser Frage weitergehende Zuqeständniffe zu machen, als dies in dem Eirkularschreiben erklärt ist, worin der Minister liberale Bestimmungen ge­troffen für alle Studenten, die ihre Abwesenheit mit annehm­baren Entschuldigungen begründen könnten. Hierauf ei klärten die Studenten der Universität sich mit 684/649 Stimmen gegen eine Anteilnahme an den Examina. Die Studierenden aller übrigen Hochschule« traten der Reso­lution bei.

Aus Stadt und Land.

«ietzm, 26. April 1901

* Detailliste« Verein. Wie aus der gestrigen Ausfor derung des Deiaillisten-BereinS die Ladenbcsitzer zu einer

nochmaligen Besprechung und Verständigung i« der Ladev-- chlußfrage im Safe Ebel am Samstag abend zu vereinigen, »ervorgeht, beabsichtigt her Detaill.sten Verein zwischen den Tadenbesitzern, die Personal beschäftigen und denen, die ohne remde Hilfe ihr Geschäft betreiben, eine Einigung herbeizu-- ühren, die sich für beide Teile auch ohne geschäftliche Nach­teile erweisen dürste. In der im September vorigen Jahres abgehaltenen öffentlichen Versammlung der Ladenbefitzer, wurde unter Berücksichtigung der llftünbigen Ruhezeit für Handlungsgehilfen und Lehrlinge die Beschränkung der Ver- aufSzeit in den Morgenstunden im Sommer vo» 5 7 Uhr zu beantragen, beschlossen und der Vorstand des Detaillisten- VereinS von der Versammlung beauftragt, die vorbereitenden Schritte bei der Behörde einzuleiten. Dieser Beschluß hat nun nachträglich bei mehreren Kolonialwarenhändlern, deren Kundenkreis sich aus Arbeitern zusammensetzt, die in den rühen Morgenstunden ihre Einkäufe besorgen, zu einer Gegenagitation Veranlassung gegeben. ES ist wohl anzu­nehmen, daß der größte Teil der Ladenbesitzer an der Be- chränkung der Verkaufszeit an den Morgenstunden ein gleich- giltigeS Interesse hat, während der Achtuhrladenschluß den Geschäftsleuten, die Personal beschäftigen, der einzige ge­eignete Weg erscheint, die Offenhaltung des Geschäftes mit »er gesetzlichen Ruhezeit für die Angestellten in Einklang zu »ringen. Außerdem bietet er allen Geschäftsleuten und bereit Familie die Wohlthat einer geregelten ArbeitS- und Erholungs eit, ohne geschäftliche Nachteile zu bringen. Wir wollen nicht unterlassen, an dieser Stelle nochmals auf diese öffentliche Versammlung im Cafs Ebel hinzuweisen und empfehlen allen Jntereffenten, ihr anzuwohnen, um durch gegenseitige Ans­prache eine allseitig befriedigende Verständigung der Laden- chlußstage zum Wohle des Geschäfts und der Familie her- »eizuführen.

* Befihwechsel. Bauunternehmer Winu verkaufte sein HauS, SelterSweg 62 an Herrn Müller für 7400 Mk. ! Sie wir hören, will Herr Müller dort eine Brod- und Fein- »äckerei errichten.

-e- UeberuachttmgSlokal. Der im vorigen Jahre be» jonneue Bau des UebernachtungSlokalS für auswärtige Bahn» »eamten, das gegenüber her Lenz'schen Holzhandlung an bei Frankfurterftraße steht, soll bis zum 1. Oktober vollendet werden. Es enthält Badeeinrichtungen, ein Lese- immer, ungefähr 80 bis 90 Schlafstellen, sowie eine ! Löhnung für einen Wärter.

An Wohunngsgebanden f«r Eisenbahubeamte »erben in diesem Jahre in der Nähe der Riemerschen Wirtschaft wieder zwei neue für je 8 Familien gebaut, nachdem im vorigen Jahre dort zwei gleichgroße Gebäude fertiggestellt worden find. Die beiden Gebäude sollen bis zum Herbst im Rohbau errichtet sein.

<,* Einen Vortrag über Natnrheilkunde und Wasserkur sielt am Donnerstag vormittag in der Wageuwerkstatt der Main-Weser-Bahn ein Naturarzt. Ausführlich behandelte er verschiedene Krankheiten, machte die Zuhörer mit denuatür- ichen Heilmitteln" bekannt und gab Belehrungen, wie man ich in Krankheitsfällen selbst behandeln könne. Der Redner ührte ferner eine Anzahl von Zeichnungen und Abbildungen des menschlichen Körpers, sowie einen Dampfbad. Apparat vor und gab hierbei Anleitungen über die Wafferheilkunde.

* Der böse Ochse. ES giebt doch schlimmere Ochsen, als mancher glauben mag. DaS lehrt folgender bedauerlicher Fall: Die Frau eines hiesigen Oekonomen, die gestern auf dem Felde beschäftigt war, erhielt von einem ihrer eigenen Zugochsen einen Stoß in den ^Rücken, sie kam zu Fall und »rach de« Fuß.

b. Sich, 25. April. Am nächsten Sonntag wird i« der großen Stiftskirche Freunden gediegener Musik ein seltener Genuß bargeboten werden. Chöre wechseln mit Sologesängen, Violine und Orgel; vertreten werden fein Bach, Händel, Mendelssohn, Raff u. a. Nur Glieder der Gemeinde Lich werden Mitwirken.

W. Nieder-Florstadt, 25. April. Als man im vorigen Jahr eine neue Straße auf der Westseite unseres Dorfes anlegte, und hier Wohnungen baute, stieß man mehrfach auf Gräber, in denen man außer den Leichenresten noch mancherlei Schmucksachen, Waffen und Gesäßestücke fand. Da das Terrain jetzt, soweit es noch frei liegt, bebaut wird, und es als alte fränkische Begräbnisstätte bekannt ist, so aßt das Museum zu Darmstadt eben das Gräberfeld abfuchen. Die Arbeiten werden unter Leitung und Beauf- ichtigung des Leutnants Giese von Heppenheim ausgeführt, »er seither vom Glück recht begünstigt war und Funde zutage förderte, durch die die alte Annahme, daß man eS hier mit einem fränkischen Friedhof zu thun habe, auf» neue bestätigt wird. Der weitaus größte Teil des etwa 30 Morgen um» fassenden Friedhofs ist leider schon lange durch Straßen- und Häuserbau zerstört, immerhin aber wird eben noch manches von Jntereffe gesunden. Wie überall bei derartige« Anlagen findet man auch hier Gräber mit reicher Bei­gabe und andere ohne solche. Diese Beigaben bestehen auS Waffen, wie Schwerter, Lanzen, Pfeilspitzen und Meffern, sowie auS Gefäßstücken und Schmucksachen von meistens roher Bearbeitung. Einige Stücke davon find verhältnismäßig gut erhalten. Unter den in dieser Woche aufgedeckten Gräbern fiel eines besonders dadurch auf, daß es mit Steinen gefüllt war. In der Nähe mancher Gräber findet man auch Tier» namentlich Pferdeknochen. Die Skelette liegen alle mit dem Schädel nach Osten. Durch die jetzigen und früheren Funde ist festgestellt, daß die Gräber manchmal einzeln, mitunter auch in regelrechten Reihen angelegt waren. Das erklärt sich wohl daraus, das die Begräbnisanlage ein heiliger Hain war, in dem die Bäume beim Anlegen der Gräber geschont wurden. Die Funde werden dem Museum in Darmstadt eiuverleibt, vielleicht wird auch manches Duplikat der Sammlung von Altertümern in Friedberg überwiesen. Eine im vorigen Fahr in einem Grabe gefundene Kette von gefärbten Thon> oerlen befindet sich im Besitz des hiesigen Arztes. In der Nähe der Ausgrabungen fiel heute beim Abladen von Baum­stämmen einem Zimmermann von hier ein solcher auf? Bein nnd zerschmetterte es.

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Majestät," am btm strammen Tage sehen, ob die üeutd Ml)ig der Kaiser. Hangemattte liegest -Ra, schla/en Sie, Saifet bta nett tonte den RchK »W. Will «nb lächelnd ottM ®orb de-Kaiser S . " Paris, 23. Kaufmanns, ijas Auiregung versetzt gewaltiges Aufsehe mor.b- dessen Sch Wen ist. Cora Schiern in der fn seinen R ^derivohlhal jS?' fünl Patrice, Laura ur

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