habet schiedsgerichtlich die Finger zu verbrennen. Wahrscheinlicher als jene „Times"-Meldung klingt baß in London umlaufende Gerücht, daß die Russen, nachdem die Engländer die von ihnen innegehabten Positionen in Tientsin verlassen hatten, dort wieder russische Flaggen gehißt hätten.
Daß vor der Hand noch keineswegs volle Ruhe in Tientsin eingetreten ist, beweist folgende Meldung des R. B. aus Tientsin vom 25. d. M.: Bei einer Schlägerei unter Soldaten verschiedener Nationalität wurden am Sonnta; abend zwei Leute der WaleS-Füsiliere und ein Mann des Viktoria-Kontingents, die in der Ausübung von Polizei- Liensten begriffen waren, mit der blanken Waffe angegriffen und niedergemacht. Also drei englische Soldaten sind von Soldaten anderer europäischer Nationen ermordet worden.
Im englischen Unterhaus fragte Bartlett an, ob die russische Regierung der chinesischen Regierung das zwischen dem russischen und chinesischen Vertreter in Porth Arthur abgeschlossene Abkommen in etwas abgeänderter Form unterbreitet habe und ob Rußland sich von dem sogenannten euro päischen Konzert zurückgezogen habe. Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Granborne erwidert, soviel die Regierung wisse, werde über die Einzelbestimmungen des Abkommens noch weiterberaten. Die russische Regierung habe der eng Üschen Regierung mitgeteilt, daß sie nicht beabsichtige, auf daß Zusammengehen mit den übrigen Mächten zu verzichten.
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Telegramme des Gießener Anzeiger-.
London, 26. März. „Daily Chronicle" meldet auß Hongkong von gestern: Der zur Zeit in Amoy ankernde Kreuzer „Terrible" erhielt telegraphisch die Anweisung sofort nach Taku zu gehen.
Loudon, 26. März. Edward Grey hielt gestern bei einem Diner der liberalen Imperialisten eine Rede, worin er hervorhob, der Konflikt in China zwischen Rußland und England sei nicht so viel wert, daß man sich schlage. England müsse aber Rußland darauf aufmerksam machen, daß dieseß seine Bestrebungen auf eigene Kosien, nicht aber auf die Englands verwirkliche. DaS wahre Interesse Englands in China liege in der Politik der „offenen Thür". Wenn die Mächte versuchen sollten, besondere Privilegien zu erlangen und ihre ehrgeizigen Pläne auf Kosten anderer zu verwirklichen, so würde daraus sicher ein Konflikt entstehen.
Deutsches Reich.
Berlin, 25. März. Der Kaiser empfing am Sonn- lag den Statthalter von Elsaß-Lothringen, den Fürsten £ Hohenlohe-Langenburg. Heute hatte der Statthalter eine Besprechung mit dem Reichskanzler Grafen v. Bülow. Es - soll sich um wichtige politische Fragen für die Reichslande handeln. Der Besprechung wohnte auch der Unterstaatssekretär von Elsaß-Lothringen, Herr v. Puttkamer bei.
— Der Kaiser und die Kaiserin werden, gutem' Vernehmen nach, anfangs'Mas d. I. in T o n au e schi n g e n eintreffen, um den Fürstlich Fürstender gschen Herrschaften einen kurzen Besuch abzustatten.
— An den letzten Abenden soll der Kaiser wiederholt iS tat gespielt haben, den er liebt, aber nicht höher, als nm ein Viertel Pfennig zu spielen pflegt. Sehr häufig wird dazu Exellenz v. Podbielskr geladen, der ein vorzüglicher Spieler ist. Mit diesem zusammen waren, wie der Hof- dericht meldet, Mitchvoch abend Admiral Hollmann und Generalleutnant v. Kessel eingeladen.
—,/®ie Kaiserin empfing am Samstag im Schlosse nie Präsidenten des Zentralkomitees für Lungenheilstätten, Ine Geheimräte Fränkel-Berlin, Ziemssen-München, den Generalsekretär Oberstabsarzt v. Pannwitz, sowie elf Hauptvertreter der deutschen Heilstättenbewegung in einstündiger Audienz, und gab in eingehendsten Gesprächen, namentlich auch mit Professor Ziemssen-München ihrer lebhaftesten Teilnahme für die Heilstätten-Bestrebungen Ausdruck.
— Die.Besserung in dem Befinden der Kaiserin Friedrich hat, wie aus Cronberg gemeldet wird, auch in den letzten Tagen angehalten, obwohl die Ausfahrten der hohen Frau, der rauhen und stürmischen Witterung wegen, auf Anraten des Leibarztes Dr. Spielhagen zeitweilig eine Einschränkung erfahren mußten. Bei dem gegenwärtig sehr befriedigenden Zustande der Kaiserin Friedrich darf eine erneute Konsultation resp. Berufung des Professors Dr. Renvers an das Krankenlager der hohen Frau auf absehbare Zeit als völlig ausgeschlossen gelten. In diesen Tagen werden Prinz und Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe von Bonn zurückerwärtet.
— Der Kronprinz wird, wie aus Bonn berichtet ivird, am 24. April zur Ausnahme seiner Universitäts- shudien dort eintreffen und zunächst mehrere Wochen im Hotel Royal wohnen. Der Kronprinz wird sich in Bonn nicht auf «juristische Studien besch-ränken, sondern auch historische, litterarhistorische, naturwissenschaftliche und sprachliche Vorlesungen hören. Auch wird er nicht nur „Privatissima" hören, sondern wie jeder andere Student an privaten und öffentlichen Vorlesungen teilnehmen.
— Wie in Neiße in militärischen Kreisen verlautet, wird der frühere Gouverneur von Ostafrika, Generalmajo v. Lieb er t, an Stelle des Generalleutnants v. Massow, der in den Ruhestand tritt, zum Kommandeur der zwölften Division ernannt werden.
schreiben^^ $$$ Stöcker veröffentlicht folgendes Dank-
„Mir sind infolge meiner zweitägigen Kämpfe mit oer Sozialdemokratie im Reichstage so viele Aeußerungen von Teilnahme und Entrüstung, Glückwünsche, Zustimmungen, Freudenbezeugungen und Ermunterungen zugegangen, daß ich unmöglich jedem einzelnen, der mich begrüßt hat, antworten kann Ich spreche hiermit allen Freunden meinen ausrichtigen Dank aus und grüße fte in der Gemeinschaft des Geistes und der Ueberzeugung. Berlin, 25. März 1901. Adolf Stöcker" — In der heutigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank bemerkte Präsident Dr. Koch im An- Muh an die letzte Wochenübersickst, daß die Lage seit Er- -mäßigung des Diskonts um ein halbes Prozent nicht erheblich verändert ist. Die Anlage sei noch etwa ebenso «groß wie in der gleichen Zeit des Vorjahres bei einem
Rückgang der diskontierten Schatzanweisungen um etwa 30 Millionen, nämlich 808 Millionen, und höher als in den beiden Vorjahren, das Metall ist um 65 Millionen besser, und die fremden Gelder sind nicht unwesentlich höher als in den vergangenen drei Jahren. D-er Privatdiskont sei gestiegen, der Kurs der ftemden Wechsel sei bei sehr unbedeutenden Goldbewegungen stetig gefallen. Eine Diskontveränderung empfehle sich jetzt um so weniger, als gegen Schluß des Vierteljahres sicherlich eine bedeutende Inanspruchnahme der Reichsbank bevorstehe. Gegen diese Ausführungen wurde von keiner Seite Widerspruch erhoben. Hierauf wurden die Deputierten des Zentralausschusses und deren Stellvertreter sämtlich auf ein Jahr wiedergewählt.
— Eine Deputation der Synode II hat bei dem Generat- superintendenten gegen das „große Aergernis", wie das Stöckersche „Volk" sich ausdrückt, protestiert, „das der Kv n- sistorialrat Reike als Mitglied des Goethebundes zum Schuß der Unsittlichkeit in Kunst und Litteratur gegeben bat." Das „Volk" meldet jetzt, daß jetzt die Ans^ trittserklärung des Konsistorialrats Reike aus dem Vorstand des Goethebundes wirklich erfolgt sei und fügt hieran die Bemerkung: „Das Aergernis ist freilich damit nicht ans der Welt geschafft und die nächste Generalsynode hätte alle Ursache, den wunderbaren Konsistorialrat einmal gründlich bei Licht zu Pesehen!" (Der arme Sünder kann von Glück sagen, daß die Zeit der „gesegneten Scheiterhaufen" vorüber ist. D. Red.)
Aus Stadt Md Aand.
«iefcen, 26. März 1901.
* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag dem 28. März, nach mittags 4 Uhr: 1. Gesuch des L. Huhn und W. Engel. Hardt um Anlage eines Kanals nach dem Schoorgraben zwecks Entwässerung ihrer Häuser in der Blockstraße. 2. Gesuch der Witwe Leierzapf um Erlaubnis zur Anlage einer Ueber- brückung nach ihrem Hause in der Schützenstraße. 3. Auffüllung der verlängerten Aliceftraße; hier: Zahlung von Vergütung für Grundauffüllung. 4. Verkauf eines Bauplatzes an der Moltkestraße an A. K. E. Noll. 5. DiSPensatiouSgesuch Zurbuch. 6. Unterhaltung des Erbbegräbnisses der Familie des Professors Dr. Bix von Gießen. 7. Gesuch der städti- scheu Straßenkehrer 3. Lohnklasse um Lohnerhöhung. 8. Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen für 1898/99; hier: Bemerkung 22 und 47, 9. Beschädigung eineß Baumeß in der Löberstraße durch Wilhelm Hilgärtner; hier: Gesuch desselben um Erlaß deß Schadensersatzes. 10. Gesuch der Unterstützungßkaffe für hilfsbedürftige Deutsche in Budapest um Gewährung einer Beihilfe. 11. Neubesetzung der Stelle deß Stadtkaffedienerß. 12. Gehalte der Forstwarte. 13. Voranschlag der Realschule zu Gießen für 1902/03. 14. Er- richtung eineß Bezirkßschulhauseß. 15. Gesuch deß Jakob Noll zu Gießen um Erlaubnis zum Wirtschaftßbetrieb im Hause Selterßweg Nr. 13.
* * Winternnterhaltung. Am Samstag veranstaltete die Bürgergesellschaft ihre letzte Winterunterhaltung in der Turnhalle deß Turnvereins. Die gemischten Chöre: „Frühlingspolka" von Zedtler, „Braun Maidelein" von Jüngst und „Ueberß Jahr, mein Schatz," von v. d. Stacken, sind unter der umsichtigen und bewährten Leitung deß Dirigenten Lehrer Mulch flott und exakt zur Ausführung gekommen. Außer diesen Gesängen wollen wir noch der drei Theater tücke gedenken, die recht gut gespielt wurden und zur Er« Weiterung der zahlreich erschienenen Mitglieder mit ihren Familien viel beigetragen haben. Ein flotter Tanz hielt die Anwesenden biß zum frühen Morgen in gemütlicher Stimmung zusammen. — Am Sonntagnachmittag vereinigten sich die Familien auf Textorß Terrasse und auch dort wurde noch mancheß schöne Lied zum Besien gegeben.
P. Mit dem Frühling sieht es noch ziemlich faul auß. Gestern abend trat bei unß starker Schneefall ein. Heute haben wir einen schönen sonnigen Wintertag. Aus Berlin meldet man Tauwetter mit Schneefall, vom Niederrhein Frost und Schneefälle. Vielleicht werden wir noch zu Ostern die Eisbahn bevölkert sehen, 5 biß 6 Grad Kälte wie heute morgen fabrizieren in 2 bis 3 Tagen die schönste Eisbahn. Falb, der unfteiwillige Wetter-Witzbold, prophezeit zwar vom 23. biß 27. März: „die Regen setzen sich mit etwaß geringer Stärke und Außbreitung fort, die Temperatur hält sich aufbedentenderHöhe. Stellenweise treten Gewitter ein."
8 Butzbach, 25. März. Auch die hiesige Gegend wurde in letzter Zeit von Zigeuner,r heimgesucht. Eine Bande )ieses fahrenden Volkes, das Ende verflossener Woche in dem Nachbardorf Hoch-Weisel übernachten wollte, mußte ob ihrer Zudringlichkeit zum Weiterziehen aufgeordert werden; diesem Verlangen kam die braune Gesell- chaft aber erst nach, als die Bürger mit der Feuerspritze gegen sie losrückten und ihrer Aufforderung den entsprechenden Nachdruck verliehen. — In Münzenberg hat sich kürzlich ebenfalls eine Ortsgruppe des hessischen Bauernbundes gebildet.
§ Butzbach, 26. März. Heute früh um 4 Uhr erscholl hier Feuerlärm. Ein Seitenbau des Fabrikanwesens der im Dezember auf tragische Weise geendeten Eheleute Hermann Küchel stand plötzlich in Flammen, die sich rasch auf die übrigen Gebäude der Farbenfabrik verbreiteten, sodaß um 7 Uhr baß ganze Anwesen mit Ausnahme beß Wohnhauses eingeäschert war. Mit großer Mühe würben ein in ber Fabrik schlafender Knecht, sowie die Pferde aus dem anstoßenden Stalle durch bas Eingreifen einiger Herren gerettet. Der Branbschaben ist enorm, er wirb je« boch teilweise durch Versicherung gebeckt.
() Grebenhain, 25. März. Bei der Fischerei-Verpachtung in Bermuthshain waren diesmal Pächter die Herren Karl Strauch, Gastwirt, Postverwalter Breittvieser und Dr. Bruchhäuser, alle von Grebenhain auf weitere zwölf Jahre.
Darmstadt, 25. März. Das Großh. Ministerium des Innern hat den nackfftehend genannten Kriegerve r e i n e n die Erlaubnis erteilt, Fahnen mit dem Landes- wappen tu führen: Aspisheim, Dirlamm, Engelstadt, Feld- krücken, Gabsheim, Hühnlein, Jugenheim, Kelsterbach, Maulbach, Merlau, Ober-Breidenbach, Raibach, Rockenberg,
Ruttershausen, Schwalheim, Steinau, Trösel, Wahlen, Wem- bach-Hahn. — Die Gewinne der Hassia-Ge sell schäft s- lotterie müssen bis zum 1. April d. I. abgeholt sein, andernfalls verfallen sie zu Gunsten ber allgemeinen Unterstützungskasse des Landesverbandes. — Nach Erfiillung der satzungsmäßigen Pflichten sind folgende Vereine in die „Hassi a" ausgenommen worden: Veteranenverein Feuerbach, Bezirk Nidda, mit 41 Mitgliedern, Kriegerverein Lehnheim, Bezirk Grünberg, mit 15 Mitgliedern.
Sch. Darmstadt, 26. März, 1 Uhr 15 Min. (Tel.. Meld. b. „Gieß. Anz.") Die 6. evangelische Landeß- syu obe würbe heute vormittag vom Vorfitzenbea Geh. Justizrat Dr. Weber aus Offenbach unb durch ein baran an* schließenbeS Gebet des Pfarrers Fink aus Zwingenberg eröffnet. Es erfolgte bie Vereibigung ber neu einge- tretenen Synobalmitglieber, Mebizinalrat Dr. Vogt aus Butzbach, Pfarrer SchönhanS aus Großen-Linben unb Pfarrer Vogt auß Lauterbach. Oberkonsistorialpräfibent Buchner stellt hierauf ben neuen Oberkonfiftorialvertreter Dr. Flöring vor. Gewählt würbe zum welUichen Abgeordneten im Dekanat Friebberg Mebizinalrat Dr. Vogt auß Butzbach, zu dessen Stellvertreter Bürgermeister Steinhäuser aus Friedberg, als Stellvertreter beß weltlichen Abgeorbneten beß Dekanatß Friebberg Rechnungsrat Hermann auß Zwingenberg. Alsdann wurde in bie Besprechung ber dringlichen Interpellation ber Abgeorbneten Bernbeck unb Genossen eingetreten, betreffend baß Ausschreiben beß Großh. Oberkonfistoriumß vom 21. Oktober 1900. Oberkonsistorialpräfibent Buchner verliest eine auß« führliche Erklärung, in ber ber Stanbpunkt beß Ober-Kon- fistoriumß festgelegt unb alle ihm gemachten Vorwürfe zurückgewiesen werben. Bei ben sich hieran anschließenden Erklärungen unb wegen Zursprachekommen ber internen Der- Handlung mit dem Großherzog unb seinen Beratern wirb bie Oeffentlichkeit für kurze Zeit ausgeschlossen.
fc. Wixhausen, 25. März. Am Samstag Abend betrat der Fabrikarbeiter Georg Jung mit einem brepnendenLicht ben Abort seines an ber Lubwigsstraße gelegenen Hauses. Plötzlich erfolgte eine heftige Explosion, burch bie Jung gegen eine Mauer geschleudert wurde. Er erlitt furchtbare Brandwunden, und wurde derart zugerichtet, baß er kaum wieber zu erkennen ist unb in baß Hospital nach Darmstabt gebracht werben mußte. Die Explosion, bie wohl auf auSgeströmte Gase zurückzuführen ist, war so stark, baß bie ganze Straße erzitterte.
fc. Bingen, 25. März. Ein baß hiesige Technikum be- suchenber junger Mann vom Nieberrhein stammend, verübte heute nacht einen Selbstmordversuch. Trotzdem er sich eine Kugel in den Kops und zwei in den Unterleib jagte, befindet sich der Schwerverletzte im hiesigen Hospital, wohin er noch in ber Nacht gebracht würbe, noch am Leben, aller- bings mit bem Tobe ringenb. Leichtsinnige Streiche machten bem jungen Manne Sorge, unb biese trieben ihn zum Selbstmord.
Frankfurt a. M., 25. März. Der Verein zur Hebung der Fluß- und Kanalschiffahrt für Süd- und Westdeutschland hielt hier am Sonntag eine Versammlung ab. Es waren Handelskammern und andere Korporationen vertreten aus den Städten Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Wiesbaden, Koblenz, Metz, Würzburg, Gießen, Weülar, Limburg und Niederlahnstein. Nach einem Referat oes Herrn Schloßmacher, Syndikus der Handelskammer in Offenbach, über die Bedeutung der M i t t e l - landkanal-Vorlage wurde die von ihm vorgeschlagene Resolution angenommen. Die Resolution sagt, die Vorlage sei ein dankbar zu begrüßender Ausfluß weiser Staatsfürsorge. Ihre Annahme sei eine im dringenden Interesse aller Erwerbskreise der beteiligten Landstriche und der gesamten Nationalwohlfahrt gelegene wirtschaftlich-politische Notwendigkeit. Der zweite Referent, Dr. Gertz-Koblenz, vertrat die Interessen der Mosel. Die Versammlung beschloß, der vreuß. Staatsregierung zu empfehlen, im Interesse des Hanoels, der Industrie, des Klein geiverbes und nicht zum mindesten der Landwirtschaft die Kanalisierung der Mosel baldmöglichst in die Wege zu leiten, und zwar ohne Rücksicht auf andere Kanalprojekte, da die Kanalisierung der Mosel ihre Bedeutung für sich habe. — Auch die Interessen der Lahn fanden ihre warme Vertretung durch Generaldirektor Kaiser-Wetzlar. An die von ihm vor geschlagene Resolution knüpfte sich noch (wie auch bei den anderen Resolutionen) eine Diskussion, in der R.-A. Dr. Tahlen-Oberstein betonte, daß durch das Zurückgehen der Lahnschifffahrt die Existenz des Mittel st andes so ziemlich ganz vernichtet fei. Das sei auch in der Resolution zu betonen. Diele besagt, daß die geplante Kanalisierung (Rhein-Elbe) und Mosel den Wettbewerb der Jahrhunderte alten Erz- und Eisen-Industrie des Lahn- und Dillgebietes schwer schädigen lverde, und hält die längst geforderte Kanalisierung der Lahn im wirtschaftlichen Interesse für dringend geboten, fc. WachterSbach, 25. März. Prinzessin Elisabeth zu Isenburg unb Bübingen in Wächtersbach, geboren am 12. November 1883, eine Urenkelin beß letzten Kurfürsten von Hessen, hat sich in Lugano mit bem Grafen Edward Dißroussiaux verlobt.
** Kleine Mitteilungen tu8 Hessen und ben Nachbarstaaten. Ein irrsinnig gewordener Reisender, namenß Nowotny auß Kastel, machte in Mainz einen Mordversuch gegen feine Frau. Er verletzte sie durch einen Stich in den Halß lebensgefährlich. — Daß Domkapitel in Mainz hat den Professor Dr. Ludwig Benedix zum Domkapitular gewählt. — In gemeinschaftlicher Sitzung beß Magistrats unb ber Stadtverordneten zu Marburg wurde zum besoldeten Beigeord- neten ber Stabtbaumeister Emil Schimpfs aus Rastenburg in Ostpreußen gewählt. ' Schimpfs ist Darmstäbter von Geburt.
Vermischtes.
* Dreßben, 25. März. Zu ber Ermordung beß DreSbener Kammermusikers Gunkel, über bie wir bereits berichteten, werben noch folgenbe nähere Einzelheiten berichtet: AbenbS nach Schluß des Theaterß, fuhr Gunkel wie gewöhnlich mit bem sogen. „Theaterwagen" ber elektrischen Straßenbahn nach Hause. Auf betreiben Seite wie er


