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26/07/1901 Erstes Blatt
 
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Nachrichten von allgemeinem Jnteresie sind uns stets willkommen und werden angemeste« honoriert.

** Kriegergrabstatteu bei Metz. Am 15. August werden wie alljährlich in Verbindung mit einer allgemeinen Gedenk-

Politische Tagesschau.

Die Räumlichkeiten für die praktischen Arbeiten an den deutschen Technischen Hochschulen genügen bekanntlich vielfach unter dem gesteigerten Andrange der Studierenden nicht mehr. In Darmstadt giebt's in jedem Jahre Neu­bauten für die Technische Hochschule. Wie wir seinerzeit mitteilten, war, und ganz mit Recht, von der Leitung der Technischen Hochschule in München angeregt worden, den Ausländern den Zugang zu diesen Akademien zu erschweren. Darüber hat sich der Berliner Berichterstatter der Peters­burgerRossija" sehr erbost, denn er schreibt seinem Blatte:

Die russische Gesellschaft, Presse und auch Regierung können mcht teilnahmlose Zuschauer dieses w i l d e n V a n- dalismus der Deutschen bleiben. Die Abschließ­ung der deutschen höheren technischen Schulen für die russische Jugend kann und darf uns Russen in keinem Fall gleichgültig sein. Sie fügt uns einen ungeheuren und wesentlichen Schaden zu. Mit einmal einiger hundert ge- biweter Techniker, Chemiker, Ingenieure beraubt zu wer-

feier alle Gräber und Denkmäler der bei Metz gefallene« Krieger 709 Offiziere und 11 857 Unteroffiziere und Mannschaften, in Summa 12 566 Deutsche unh fast ebenso- viele Franzosen - durch die Vereinigung zur Schmückung und fortdauernden Erhaltung der Kriegergräber und Denk, mäler in Metz geschmückt werden. Spenden für diesen vater- ändischen Zweck werden an die Adresse des Schatzmeisters der Bereinigung, Rendant JonaS in Metz, Aufträge wegen Niederlegung von Kräuzen an den Vorstand der genannten Vereinigung erbeten. Derartige Aufträge sür Anverwandte, Vereine u. s. w. werden gern übernommen, nur wird um rechtzeitige Zusendung und um genaue Bezeichnung der Grab- tätte oder des Denkmals ersucht.

(!) Verhaftungen. Ein Handwerksbursche, der fernem Schlafgenosseu in der Herberge zu Friedberg das Porte­monnaie mit Inhalt entwendet hat, und ein Bettler, der bet der Ausübung seines Handwerks abgefaßt wurde, obwohl er einen Aufpasser aufgestellt hatte, wurden verhaftet.

** Juvalideupenstoneu. Die Penfionszuschüsse, die den noch lebenden Invaliden aus dem Kriege 1870/71 auf Grund >eS Jnvalidengesetzes vom 31. Mai gezahlt werden, machen ür einzelne der Kriegsinvaliden ganz nette Summen aus. Mitgeteilt sei, daß die Ermittelung der htlsSbedürftigeu Kriegsinvaliden bezw. die Regelung von deren PensionS- uschuß auf Grund des erwähnten Gesetzes den Jnfantene- »rigadekommandoS übertragen worden ist. Für manchen der Invaliden bedeutet die Wohlthal des neuen JnvalidengesetzeS eine Erhöhung der bis jetzt erhaltenen Pension um ca. 50 brS 75 Prozent.

** Die Sterbekasie deutscher Lehrer erzielte im RechnungS- ahre 1900 einen überaus günstigen Abschluß. Denn sie atm einen Zugang von 1539 Mitgliedern mit einer Ver- icherungSsnmme von 1024 400 Mark verzeichnen. DaS Institut umfaßte am 31. Dezember 1900 im ganzen 9877 Versicherungen mit einem versicherten Kapital von 5895300 Mark. Dem Zugänge von Mitgliedern entspricht auch daS RechnungSergebviS des JahrcS 1900; denn daS Vermögen der Kasse stieg um 163949 Mark bis zur Höhe von 949135 Mark, und die Generalversammlung vom 24. Mai konnte an die Mitglieder die Dividende aus 27 Prozent festsetzen. Am 1. Juli 1901 betrug die Mitgliederzahl 11510, die Versicherungssumme 7040000 Mark, daS Vermögen l1/* Million Mark. Die Drucksachen der Sterbekasse deutscher Lehrer versendet die Geschäftsstelle zu Berlin, N. 37, Lottnm- traße 10, auf Wunsch kostenfrei.

den, ist kein Scherz. Den Deutschen muß ernst­hafter Widerstand geleistet werden. Sonst warfen sie sans fa$on unsere Jugend aus ^jen Cdjulcn heraus und werden unter Ausnutzung unseres Mangels an technisch gebildeten Kräften zu uns den Ueberschutz ihrer Schulze, Lehmann und Müller importieren und» diese werden sich in dem Innersten unseres Vater^ndes M - setzen, sich behagliche Nester bauen und bei Gelegenhe t ihren Nationalheldcn, den Bismarck und den Bulow, Denk- ^Eine unglaubliche Anmaßung! DieVoss. Ztg." bemerkt treffend^aubt bieRossija" vielleicht, wir Mtenunsere

Schulen für das Ausland erbaut und eingerichtet? Dre technischen Hochschulen sind d e u t s ch e Unterrichtsanstal­ten, und nur so viele Gäste dürfen sie deswegert zulassen, wie die Ausbildung unserer Jugend e» gestaltet. Dre russischen Drohungen lassen uns kalt; wir sind Herren innerhalb unserer Mauern, und wir wissen, was wir zu thun haben." ______

Die Gesamtausgaben für die im Jahre 1900 in die Er scheinung getretenen Streiks verursachten nach der von den gewerkschaftlichen Zentralverbänden geführten Streckstattsttk einen Kosten aufw and von 2,936,030 Mk. 5 Streiks'von Bäckern kosteten 9547 Mk., 1 von Barbleren 430 25 von Bauarbeitern 77,129, 8 von Bergarbeitern 31,150, 7 von Bildhauern 13,926, 16 von Böttchern 20,857, 22 von Brauern 3525, 10 von Buchbindern 97,070, 5 von Buchdruckern 4740, 3 von Dachdeckern 8377, 27 von Fabrikarbeitern 79,990, 11 von Formern 43,277, 7 von Glasarbeitern 74,955, 6 von Glasern 4599, 1 von Graveuren (Ziseleuren) 764, 3 von Hafenarbeitern 11,290, 34 von Handels-, Transport- und BerkehrSarbeitern, 22,760, 17 von Handschuhmachern 15,378, 111 von Holzarbeitern 844,649, 3 von Hutmachern 3010, 3 von Kupferschmieden 5505, 6 von Lithographen und Stein­druckern 21,722, 23 von Malern 60,391, 1 von Maschinisten und Heizern 707, 157 von Maurern 419,130, 100 von Metallarbeitern 306,148, 4 von Müllern 567, 10 von Porzellanarbeitern 34,121, 6 von Sattlern 32,539, 7 von Schiffszimmerern 19,704, 3 von Schmieden 29,539, 20 von Schneidern 45.425, 20 von Schuhmachern 114.593, 1 von Seeleuten 300, 37 von Steinarbeitern 51,075, 14 von Stein­setzern 24,859, 9 von Stuckateuren 8300, 8 von Tabak- arbeitern 62,594, 8 von Tapezierern 11624, 18 von Textil­arbeitern 120,582, 14 von Töpfern 46,113, von Werft arbeitern (die Zahl ist nicht angegeben) 2612, 2 von Zigarreuarbeitern 1869, 57 von Zimmerern 58,585 Mk. Die Kosten wurden aufgebracht aus der Verbandskasse in Höhe von 2,487,853, durch freiwillige Beiträge der Mitglieder in Höhe von 232,932 Mk., durch Sammlungen in Höhe von 150,036, durch Beiträge anderer Gewerkschaften in Höhe von 56,607, aus dem Auslande in Höhe von 5800 Mk. DaS Korrespondenzblatt der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands schreibt (und es ist nicht unrichtig, daß von dieser Ansicht und diesen Direktiven auch außerhalb der Gewerkschaften Notiz genommen werde) wörtlich:Im All­gemeinen ist daS Ergebnis des wirthschaftlichen Kampfes im letzten Jahre als noch günstig für die Arbeiter zu bezeichnen. Der um fast 10 pCt. geringere Erfolg der Streiks, welcher für das verfloffene Jahr gegenüber dem Jahre 1899 aus der Statistik nachgewiesen ist, bestätigt aber, daß wir zu der Mahnung berechtigt waren, die wir am Schluffe des vor­jährigen Bericht aussprachen. Wir erinnerten die Gewerk­schaften daran, daß unter der eingetretenen wirtschaftlichen Depression mit doppelter Energie die Rüstung sür den Kamps betrieben werden muß. Diese Mahnung sei hier wiederholt. Dann wird eS gelingen, die Unternehmer daran zu hindern, in der Zeit des wirtschaftlichen Niederganges den Arbeiter um die in den letzten Jahren errungenen Vorteile zu bringen."

Kolonialpost.

Samoa. Die Erhöhung des Eingangszolls von 2 auf 10 Prozent des Wertes der Waren macht natürlich der Han­delswelt dort viel zu sck-afsen. Als Wert der Ware wird der Preis berechnet, den sie bei der Verzollung hat. Ein Faß Petroleum in Apia ist natürlich um so viel mehr wert, als die Transportkosten von Amerika dahin betragen. Andere Waren, wie Kohlen, werden durch den See- und namentlich den Land-Transport um das Vielfache teurer. Wenn die Ansiedler auf Samoa Korallen, die als fast wertloses Gut daliegen, von der Bai nach dem Innern chaffen lassen, so steigen sie je nach der Entfernung brs zu einem 1000fachen Werte. Darüber stehen sich aber dre Meinungen entgegen, ob auch Landungssp^sen, namentlich Provisionen für Einkaufs-Kommissionäre mitzuberechnen ind. Bisher sind diese in Apia nicht in Rechnung gekom­men. Bei dem früheren niederen Zoll haben die Beteiligten wenig auf diese Dinge geachtet; jetzt aber beschäftigen sie 'ich viel mit ihnen und Abänderungen werden vorgeschlagen. Mit Bezug darauf ist es beachtenswert, daß dieSamoa­nische Zeitung" vom 8. Juni einen längeren Artikel der Einführung neuer Zollsätze widmet. Da die Zeitung zu der Verwaltung in nahen Beziehungen steht, sind diese fast wie etwas Thatsäckstiches zu betrauten. Darin werden die Weinzölle berührt, die Lizenzen für Händler, weiße Ar­beiter und weiße Diener, die Abgaben von Attorneys, Barristers und Solicitors, von Aerzten und Zahnärzten, von Baumeistern u. s. f. Am Schlüsse wird die Erhöhung der Kopfsteuer von den Eingeborenen vorgeschlagen; sie beträgt 1 Dollar, hat voriges Jahr 10000 Dollars ein­gebracht und ging ohne Schwierigkeiten ein. Es heißt, die Steuer ist wohl nur deshalb so niedrig angesetzt tvor- den, weil man glaubte, die Samoaner könnten nicht mehr aufbringen. Diese Annahme kann nicht als begründet an­gesehen werden. Die Eingeborenen auf den benachbarten Tonga-Inseln, die mit Bezug auf ihre heimischen Erzeug­nisse unzweifelhaft viel ärmer sind, zahlen 8 Dollars jähr­lich, und die Bewohner der Fidschi-Inseln 5 Dollars. End­lich wird wohl ein angemessenes Zoll- und Steuersystem gefunden werden, durch welches die von jeher in schlechtem Zustande befindlichen Finanzen Samoas endlich, dauernd geordnet werden können.

sechs Monate nach unserer Verheiratung". Tanni betete der alte Mann lange Zeit, und zergte stch spate H - gefaßter, ging zur gewöhnlichen Zeit zur Ruh ! ) -

die Bibel neben sich, ein. Der Gesandte TrmrsvamsLeyw und Legationssekretär Jonkheer van der Hoeven jinb versum eingetroffen.

Gesina Susanna Frederica Wrlhelmma ^u Ple,s^, di im Jahre 1853 dem damaligen Feldkornet ^ul Kruger, nachdem dessen erste Frau gestorben war, dre^Hand reichte, war eine durch und durch ßPJfaniÄ J L e

fälschten! Schrot und Korn. Als Wl lie AN yre SSnnb fronte soll sie ihm erwidert haben.Ich habe nichts, aber'ich kann backen, nähen schenern und Putzes Diesem Grundsatz ist fir während ihres Lebens uner­schütterlich treu geblieben, und selbst, als sre die erste Frau der Republik geworden war, wrch sre von rhrer einfachen Lebensweise nicht <rb; sie trug kerne anderen Kleider, als die sie selbst verfertigt hatte, und sie besaß zu gleicher Zeit niemals mehr als drer Anzuge und zwei Hüte Sie ließ es sich nicht nehmen, auch als Frau des Staatsoberhauptes selbst den Morgenkaffee zu bereiten und Krüger selbst sagte, daß in der ganzen Republik keine einzige Frau sei, die mit so wenig Kaffeebohnen einen so herrlichen Kaffee brauen könne. Sie schenkte ihrem Manne 16 Kinder, die normale Ziffer für eine Buren- frau, und am Ende ihres Lebens konnte sie auf eine über 100 Köpfe zählende Nachkommenschaft blicken. In ihren jungen Tagen soll sie ein hübsches, rundliches Mäd­chen gewesen sein, und zahlreiche Freier gehabt haben. Man erzählt, daß damals Paul Krüger einmal mit einem seiner Mitbewerber, einem elegantem jungen Kapholländer, unter der Vorhalle ihres Vaterhauses einen schlimmen Wortwechsel hatte. Das junge Mädchen geriet in Angst, es möchte zu Blutvergießen kommen, und nahm Klüger, der damals wegen seiner gewaltigen Körperkraft bekannt war, das Versprechen ab, daß er nicht Hand an seinen Nebenbuhler legen wolle. Krüger versprach es widerstrebend, und der andere wurde nun noch ausfallender und be- leidigendkr als zuvor. Krüger ließ seine Beschimpfungen ruhig über sich ergehen, bis der andere zu Pferde ge­stiegen war. Tann versetzte er dem Tier mit seiner mäch­tigen Faust einen Schlag hinter das Ohr, daß es wie vom Blitz erschlagen, tot zu Boden stürzte. Der Reiter stürzte mit ihm nieder und brach ein Bein. Als Susanna Du Plessis ihm bittere Vorwürfe machte, erwiderte Krüger in aller Ruhe, er habe das Pferd und nicht den Mann geschlagen. Das heutige Geschlecht hat Frau Krüger nur als eine dicke alte Burenfrau gekannt, die auch, als ihr Gatte das Staatsoberhaupt von Transvaal und ein reicher Mann geworden war, in der früheren einfachen Weise im Hause schaltete, im schwarzen Kleide und schwarzen Sonnenhut mit aufgeftreiften Aermeln sich der Wäsche und anderer Hausarbeit annahm, sich um Politik und Ge­sellschaft nicht kümmerte, und allenfalls nur darauf be­dacht war, den selbstbezogenen Tabak vom Magaliesberg günstig zu verkaufen. Kam ein Fremder mit Empfehlungen, so fand er wohl die einfache Frau mit dem Präsidenten auf der Veranda, Krüger stellte ihn vor, und sagte mit feiner tiefen krächzenden Stimme: Mevrouw Krüger. Dann machte bte kleine dicke Frau ein Mittelding zwischen Knix und Verbeugung, und verschwand gleich darauf im Hause, von wo man ihre Stimme vernahm, wie sie mit den Kaffern schalt, und die Bereitung des Kaffees, besorgte. Sie war im ganzen Freistaat und weit über seine Grenzen hinaus als Tante Sanna bekannt, und ihre wenigen nähern Bekannten, die Frauen der Mitglieder des Volksrats von der Dopperpartei, behaupteten, sie habe mehr als im all­gemeinen ersichtlich war, Krüger in mäßigender, beruhigen­der Weise praktisch beeinflußt. Krüger war selten bei öffent­lichen oder festlichen Gelegenheiten zu sehen, und feine Frau ging gar njcht unter die Leute. Ihre Bekannten besuchten sie, und ihre Söhne fuhren die Mutter bis­weilen spazieren. Ihr "ganzes Dasein spielte sich über­haupt im Hause ab. Kochen, Ausbessern, Kaffee bereiten waren die Hauptzweige ihrer Thätigkeit, und ihre Leist­ungen im engen Bereiche häuslicher Arbeit waren in der That hervorragend. Ihr Mann hatte nie andere Socken getragen, als solche, die sie selbst gestrickt hatte. Sie lebte noch in den Anschauungen der alten Bortrekker, die Ent­deckung her Goldfelder und das Einströmen so vieler Frem­der, betrachtete sie als eine große Gefahr für die Republik. Aäs der Krieg mit England ausgebrochen, und der Be­richt eingetroffen war, daß beim ersten Zusammenstoß zehn Buren gefallen seien, wollte sie dies für gar nicht möglich halten, denn sie glaubte, daß es jetzt noch ebenso zugehen werde, wie bei den Expeditionen gegen die Kaffern, wo es eine außerordentliche Seltenheit war, wenn ein Kommando einige Tote und Verwundete verlor, und als ihr Krüger bedeutete, daß man sich glücklich schätzen müsse, wenn die Verluste in dem Kriege mit England die Ziffer von 10 000 Mann nicht überschritten, schüttelte sie un­gläubig den Kopf, aber sie lernte bald begreifen, welche entsetzlichen Folgen der Krieg mit England haben sollte. Bei dem Einfall in Derdepoort wurden 17 Mitglieder ihrer Familie von den Linchwekaffern ermordet, und verschiedene ihrer Söhne und Enkel fielen auf den südafrikanischen Schlachtfeldern. Die Trostesworte ihres Mannes richteten sie wieder auf, aber als zwei ihrer Enkel gefangen und nach St. Helena gebracht wurden, hielt man diese Nach­richt lange Zeit vor ihr geheim, weil sie, ebenso wie die meisten Burenfrauen, die Kriegsgefangenschaft noch für viel schlimmer hielt, als den Tod auf dem Schlachtfeld. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß ihre Ehe äußerst glücklich .war, mit unendlicher Verehrung blickte sie zu ihrem Manne empor, mit dem sie in früheren Jahren manche Gefahr geteilt hatte.

** Erwerbsfähigkeit von Geisteskranken, lieber die bei der Prüfung der Erwerbsfähigkeit von Ge^ teskranken in Betracht zu ziehenden Gesichtspunkte hat sich ms Reichs-Versicherungsamt in einer neuerdings er­gangenen Revisionsentscheidung ausgesprochen. Der Vor- tand einer Versicherungsanstalt hatte den Kläger abge-- wiesen, indem er sich auf ein ärztliches Gutachten stützte, wonach jener, wenn auch geisteskrank, doch zu allen eichteren Arbeiten, in ungefährdeten Betrieben, noch fähig ei. Das Schiedsgericht hatte sich dieser Begründung an- geschlossen, und gleichfalls einen ablehnenden Bescheid er­teilt. Das Versicherungsamt dagegen hielt diese Begründ­ung nicht für ausreichend, indem es Folgendes ausführte: Es ist in der Natur der Sache begründet, und lyirb durch die tägliche Erfahrung bestätigt, daß im allgemeinen jeder­mann den Verkehr mit einer als geistig nicht gesund bekannten Person vermeidet, nicht nur wegen der Be- orgnis, der Kranke könne infolge eines plötzlichen Anfalles einer Umgebung gefährlich werden, oder sonst durch sinn­loses Handeln Schaden anrichten, sondern vor allem auch wegen des Gefühls der Scheu und Abneigung, das durch den Zustand eines unter vernunftwidrigen und weniger oder wehr unerklärlichen inneren Einflüssen stehenden Menschen notwendig hervorgerufen wird. Diese Rücksichten werden ich zwar je nach der Art und dem Grade der geistigen Erkrankung in den einzelnen Fällen mit verschiedener Stärke geltend machen, immerhin aber bedarf es, soweit Geisteskrankheit als Erwerbsunfähigkeitsursache in Frage kommt, stets auch der Erwägung des erwähnten Gesichts- mnktes, und daher waren im vorliegenden Falle weitere Erhebungen darüber erforderlich, ob nicht der Kläger wegen eines Krankheitchustandes in einem zur Feststellung der Zrwerbsunfähigkeit berechtigenden Maße allgemein vom Arbeitsmarkt ausgeschlosfen warf"

* Schutz vor Tollwut. Die Hunde find im heißen Sommer besonders der Tollwut ausgesetzt. Um sie nach Möglichkeit davor zu schützen, ist es nötig, daß fie mehrmals am Tage frisches Waffer erhalten, namentlich brauchen das Zug- und Kettenhunde, die sich selbst nicht Helsen können, sondern ganz auf die Menschen angewiesen sind. Bei Ketten­hunden aber wird daS öftere Verabreichen von frischem Waffer häufig versäumt. Bei ihnen ist auch Reinhaltung der Hütte sehr nötig! ?

"* Fliegen. Wie sich doch die Zeiten ändern! Als wir noch auf der Schulbank saßen, welche Freude machte uns da zuweilen eine Fliege! Wir ersahen eS da oftmals als eine besondere Gunst des Schicksals, wenn an schwülen Sommertagen während einer langweiligen Mathematikstunde, in der uns klar gemacht wurde, daß der Radius des Kreises r 3-jc ist, eine einsame Fliege an der Wand sich zeigte, denn gar lustig und zeitkürzend war die Jagd, das sich im Sonnen­glanz putzende Tierchen mit raschem Ruck der gehöhlten Hand zu fangen und mit allerlei eitel Aufputz ausstaffiert, wieder zu entlasten. Oft brachte so ein dekoriertes Ge- schöpfchen einem Mitschüler in anderen Bänken einen Gruß, oft aber brachte es uns des Lehrers fühlbare Verstimmung. Und nun, da wir älter geworden, ach soviel älter, verfolgen wir das Tierchen mit einem entsetzlichen Cynismus! Wir betrachten es als unseren größten Feind, und im Kampfe gegen die Stubenfliege scheint uns jede noch so teufliche List erlaubt. Und mit vollem Recht! Ein deutscher Gelehrter hat die Untersuchungen ftanzösischer Forscher über die Auf­nahme von Tuberkelbazillen durch Fliegen aus dem Auswurf tuberkulöser Menschen weiter verfolgt und gesunden, daß die Stubenfliege die Bazillen aufnimmt und weiter ver­breitet und daß diese Tuberkelbazillen ihre AnsteckungSsähig- keit behalten, trotz Kochs neuer Entdeckung. Er fing z. B. sechs Fliegen aus einem Zimmer, in dem ein hochgradig Schwindsüchtiger gestorben war. In dem Darminhalte von vier dieser Fliegen ließen sich Bazillen nachweisen, ebenso in den Fliegenflecken au den Wänden. In gesunden Wohn­ungen war dies nie der Fall. Er gab ferner Fliegen unter einer Glasglocke nur Zuckerwasser, bei welcher Nahrung der