Ausgabe 
25.8.1901 Zweites Blatt
 
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ansehnliche Zahl von Leuten z -u verein igen, so sind sie meiner Ansicht nach jetzt doch unfähig, einen umfassenden Operationsplan auszuführen. Geteilt in kleine Abteilungen von 300 oder 400 Mann, sind fie über das ganze Land planlos und hoffnungslos versprengt, und bei der Annäherung unserer Truppen zerstreuen sie sich, um sich in der Nähe wieder zu vereinigen, wenn unsere Leute vorüber sind. In dieser Weise setzen sie einen hartnäckigen Widerstand fort, ohne irgend etwas festzuhalten oder den kleinsten Teil dieses verwüsteten Landes zu verteidigen. Der scheinbar unerschöpfliche Vorrat von Mehl und Mais liefert ihnen Nahrung, aber sie haben knappe Mu­nition, mit der sie sparsam umgehen, wenn ihnen nicht ein llcberfall oder Hinterhalt aus einige detachierte Ab­teilungen unserer Truppen gelingt, die an Zahl viel schwächer sind als sie selbst. Ich halte dafür, daß in Transvaal, der Oranjeflußkolonie und der Kapkolonie im ganzen jetzt nicht mehr als 13 500 Buren im Felde stehen, aber bei der Länge der Eisenbahnlinien, von denen jedes Meter verteidigt werden muß, um unsere Zufuhr für Mi­litär- und Zivilbehörden zu sichern, und was noch wichtiger ist, den Feind daran zu hindern, seinen Bedarf durch Weg­nahme unserer Züge zu decken, ist die Haltung einer großen Zähl Truppen fortgesetzt eine Notwendigkeit. Ebenso sind mobile Kolonnen erforderlich um gegen die zer­sprengten feindlichen Banden zu operieren und die Erschöpf­ung ihrer Hilfsquellen zu vervollständigen. Wie bei jeder Guerillakriegführung ist das ein s ch w i e r i g e r P r o z e ß , und große Geduld ist erforderlich bis das unvermeid­liche Ende eines sinnlosen Widerstandes erreicht ist, den einige als patriotisch ansehen mögen, der aber meines Er­achtens schon lange eine solche Bezeichnung verwirkt hat, und midji eine nicht zu rechtfertigende Verlängerung der Kriegsleiden der Frauen und Kinder wird. Eine solche Fortsetzung der Feindseligkeiten, die so viele Verwüstungen des Landes und Unglück den eigenen Familien verursachen, ist der unwissenden Anmaßung von Führern zu verdanken, die, obgleich ur­sprünglich Gegner des Krieges, jetzt nicht willens sind, sich zu unterwerfen, was, wie fie voraussehen, seine unver­meidliche Folge sein wird. Die Burenpartei, die den Krieg erklärt hat, hat das Feld geräumt und drängt jetzt die­jenigen, welche sie verlassen hat, um einen unnützen Krieg fortzusetzen, indem.sie den unwissenden Bürgern lügnerische Versprechungen über auswärtige Hilfe macht und indem sie abgeschmackt trügerische Hoffnungen weckt, daß Groß­britannien nicht genügend Ausdauer hätte, um seine Sache durchzuführen."

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Aug. Aus Wilhelmshöhe wird ge­meldet: König iE d u a r d traf um 12.50 Uhr auf der Station Wilhelmshöhe ein. Zum Einpfange waren der Kaiser in der Unifornr eines englischen Admirals, die hier anwesenden Herren des Hauptquartiers und der Ge­sandte von Tschirschky und Bögendorff erschienen. In der Begleitung des Königs befanden sich der Botschafter Las­celles und zwei Herren seines Gefolges. Der König trug die Uniform der Gardedragoner. Nach herzlicher Begrünung begaben die Monarchen sich im offenen Vierspänner in das Schloß, wo eine Tafel stattfand. Die Tafel war mit dem großen Tafelaufsatz geschmückt, die der Kaiser dem König ^slm Geschenk macht. Im Laufe des Vormittags hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts. König Eduard ist gegen 4 Uhr wieder abgereist. Der Kaiser begleitete ihn bis zur Station.

Der preußische Kr ie g s m i n i ste r hat verfügt, daß den Land le u t en zur Aushilfe des in verschiedenen Landesteilen eingetretenen Notstandes eine Unterstützung dadurch gewährt werden soll, daß ihnen Gelegenheit ge­boten wird, Kleie, Abfälle u. s. w. bei den Proviantämtern nach Bedarf freihändig zu kaufen. Damit soll dem viel­fach vorhandenen Futtermangel abgeholfen werden. Der Preisberechnung sollen die in der zuletzt erfolgten Ver­steigerung von Kleie und Abfällen erzielten Turchschnitts- gebote zu Grunde gelegt werden.

Zu Baden-Baden ist der Major a la suite des Ge­neralstabes der Armee Graf Hans Bogislav v. Hacke im 43. Lebensjahre gestorben. Im Jahre 1895 wurde er als Hauptmann zur deutschen Gesandtschaft in Brüssel kom­mandiert, 1897 zum Major befördert, 1899 von Brüssel ab berufen und als Generalstabsofsizier zur Großh. Hessischen (25.) Division kommandiert. Krankheitshalber von dieser Stellung enthoben, wurde er a la suite des Generalstabes gestellt.

Ter Führer der Freisinnigen Volkspartei, Eugen Richter, der am 30. Juli sein 63. Lebensjahr vollendete, hat, wie bereits mitgeteilt, den gescheiten Gedanken gehabt, auf seine alten Tage dem Junggesellentum zu entsagen und ftch mit der Witwe seines vor anderthalb Jahren ver­storbenen Parteigenossen Ludolf Parisius zu verloben Frau Parisius ist die Tochter des gerichtlichen Bücher­revisors Bierstedt. Im Jahre 1843 zu Berlin geboren ülso fünf Jahre jünger als Eugen Richter heiratete sie 1862 den Landtagsabgeordneten und Kreisrichter Ludolf Parisius. Aus dieser Ehe sind drei Söhne entsprossen. Der älteste ist Vorstandsmitglied der Volksbank in Kreuz­nach, der zweite ist gestorben, der dritte ist in der Deutschen Genossenschaftsbank angestellt. Der Abg. Eugen Richter ist mit der Familie seit mehr als dreißig Jahren eng be­freundet.

Ein^ Anzahl in Berlin lebender Korrespondenten italienischer Blätter hat an den italienischen Minister des Auswärtigen, Prinetti, eine Denkschrift gesendet, in der sie über die mangelhafte Vertretung der Interessen der verletzten Partei im Prozesse gegen den Baron Stieten- cron Beschwerde führen. Zugleich wird der italienische Minister des Auswärtigen ersucht, veranlassen zu wollen, daß diese Interessen in der höheren Jnshanz wirksamer vertreten werden.

S; a m 6 u r g, 23. Aug. Am 2. ds. Mts. findet auf der Werft Blohm & Boß der Stapellauf des ersten der beiden großen Reichspostdampfer statt, die für die Hamburg- Amerika-Linie erbaut wurden. Der Dampfer soll den NamenMoltke" tragen. Die Taufe vollzieht General Moltke.

Ausland.

Paris, 23. August. DerRappel" erfährt, der französische Botschafter in Rom, Barröre, habe den Präsidenten Loubet davon verständigt, daß der König von Italien be­absichtige, in diesem Herbst oder im kommenden Frühjahr Frankreich zu besuchen.

Marseille, 23. August. Ein festlicher Empfang wird den helmkehrenden China-Kriegern am 24. September hier

beim Betreten des heimatlichen Bodens bereitet werden. Der Präsident der Republik wird sie begrüßen und eine größere Zahl von Orden und Ehrenzeichen an fie verteilen.La France militaire" bemerkt zu dieser Mitteilung, daß die Haltung der Truppen, die durch jene Auszeichnung gewürdigt werden solle, erst neulich durch den Feldmarschall Grafen Waldersee be­sonders rühmend hervorgehoben sei.

Barcelona, 23. August. Sechs mit einer Zündschnur versehene Bomben wurden im Keller einer Drahtgewehr fabrik gefunden und von Artilleristen zur Untersuchung fort' geschafft. *

New-York, 23. August. Einem aus Willemstad (Cura^ao) eingegangenen Telegramm zufolge sind 800 Mann aus Maracaibo und Caro, die auf venezolanischen Dampfern befördert wurden, in Columbien, nahe beim Rio Hacha, eingerückt, um Uribe Hilfe zu leistet.. Die Venezolaner haben auch Munition gesandt. Der Führer der Aufständi­schen Pietrie, der kürzlich verhaftet worden war, ist vom Präsidenten Castro freigelaffen worden. Neuen Meldungen aus Colon zufolge handhabt die Regierung von Columbien in scharfer Weise die Zensur.

Aus Stadt und Land.

Nachrichten von allgemeinem Jntereffe sind uns stets willkommen und werden angenreffe« honoriert.

Gießen, den 24. August 1901.

** Das Programm des Promeuaden-Kouzertes in der Süd­anlage am Sonntag ist das folgende: Ouvertüre z. Op. Undine von Lortziug, Neue Walzer von E. Ludwig (K. H.), Melodie celdbre von Rubinstein, Ludwigs-Marsch von E. v. Buri.

* Das neue Adreßbuch wird Anfang Dezember d. I. erscheinen. Im Interesse des Unternehmens erscheint es ge gebvten, die z. Zt. zur Verteilung gelangenden Fragezettel möglichst sorgfältig auSzufülleu. Der Subskriptionspreis wird 2,60 Mk. betragen.

* Epileptischer Anfall. In der Nähe desKaiserhofs" bekam gestern abend gegen 9 Uhr ein Weißbindergeselle epi­leptische Krämpfe. Er fiel hin und begann, mit Händen und Füßen um sich zu schlagen. Nur dem sofortigen Hinzu­springen einiger Männer, die ihn nur mit größter Mühe fest­halten konnten, hat er eS zu verdanken, daß er vor größeren Verletzungen bewahrt blieb.

* Ueberführung der Leichedes Prof. Dr. Steinbrugge. Gestern nachmittag kurz nach 3 Uhr wurde die Leiche des Prof. Dr. Steinbrügge nach dem Bahnhof übergeführt. Nachdem Pfarrer Dr. Naumann im Trauerhause im Beisein der Familie und anderer Verwandten des Verstorbenen eine kurze Trauerandacht abgehalten hatte, setzte sich der reich mit Kränzen geschmückte Leichenwagen mit dem ebenfalls ge­schmückten Sarge, der die sterblichen Ueberreste des Ver­blichenen enthielt, nach dem Bahnhof in Bewegung. Vor dem Sarg schritt Pfarrer Dr. Naumann, hinter dem Sarge die Verwandten des Hingeschiedenen und einige Kranz trägerinnen; dann folgten die übrigen Trauernden, Dozenten »er Universität, frühere Hörer und andere Bekannte des Der torbeuen. Auch eine Anzahl von Studenten hatte sich ein gefunden, um ihm das letzt Geleit zu geben. Auf dem Güter bahnhof wurde der Sarg in den Wagen gehoben, mit dem er dann gegen 5 Uhr nach Hamburg abging, wo die Bei setzung stattfinden wird.

** Entlassung der Reserve. Als spätester Entlaffungstag ür die diesjährigen Reservisten ist der 30. September fest­gesetzt. Bei denjenigen Truppenteilen, die an den Herbst­übungen teilnehmen, findet die Entlassung der zur Reserve zu beurlaubenden Mannschaften in der Regel am zweiten, ausnahmsweise am ersten oder dritten Tage nach deren Be­endigung oder nach dem Eintreffen in den Standorten statt. Die Train-Mannschaften, die Oekonomie-Handwerker und >te Krankenwärter werden am 30. September entlassen. Die Einstellung der Rekruten erfolgt in diesem Jabre bei allen Armeekorps bis zum 19. Oktober. Die Einjährig- Freiwilligen treten am 1. Oktober ein, die Mehrjährig- Freiwilligen in den Tagen vom 17. bis 19. September. Im vorigen Jahre war ein Versuch gemacht worden, daß Rekruten und Mehrjährig-Freiwillige, wenn sie im Bezirke eines Armeekorps für Truppenteile desselben gezogen waren, ohne Sammlung bei den Bezirkskommandos sich zu ihren Truppenteilen zu begeben hatten. Diese Neuerung ist jetzt allgemein eingeführt worden.

* Gefaßter Ausbrecher. Der am Freitag, den 16. August, aus dem Provtnzial-Arresthaus in Gemeinschaft mit einem anderen, inzwischen wieder eingefangenen Häftling Ent- prungeue ist in Offenbach am 22. ds. unter dem Verdacht, einen Fahrraddiebstahl begangen zu haben, verhaftet worden. Bei dem mit ihm angestellten Verhör stellte sich heraus, daß er zwar an dem Fahrraddiebstahl unschuldig, daß man aber n ihm des Entsprungenen wieder habhaft geworden ist. Er wird am Montag nach Gießen zurücktransportiert werden.

fc. Butzbach, 23. Aug. Aus der hiesigen Strafanstalt wurde heute der Redakteur ZielowSki von derFrankfurter Volksstimme" entlaffen, nachdem er seit dem 2. Mai tu der Anstalt zur Verbüßung von Gefängnisstrafen wegen Belei- digung des Stationsvorstehers Bachler in Neu-Isenburg und des KrankenkaffenkasfiererS in Vilbel hat zubringen müssen.

):( Friedberg, 23. August. Gestern gerieten zwei in Dorheim bei Landwirt Breidenbach beschäftigte Arbeiter in Streit, in deffen Verlauf der eine namens Karl Rühr ich seinen Gegner Theiß mit einem Meffer in der Nähe der linken Schläfe in den Kopf stach, sodaß sein Opfer bewußtlos zusammenstürzte. Der Thäter ergriff sofort die Flucht. Der Verletzte mußte ins Hospital nach Friedberg gebracht werden.

b. Friedberg, 23. August. Nach dem gestrigen Gemeinde­ratsbeschluß werden am 2. September hier die Wahlen der 15 Stadtverordneten für die vereinigten Gemeinden von Friedberg und Fauerbach fiattfinden, und zwar wählt Fried­berg 11 und Fauerbach 4 Stadtverordnete. Bekanntlich tritt die Bereinigung und die Städteordnung für die beiden Ge­meinden am 1. Oktober in Kraft. Da der projektierte Bau einer Straßenunterführung unter dem Bahnkörper in Kürze zur Ausführung kommt, wird der Verkehr zwischen den Gemeinden immer inniger werden. Die Einwohnerzahl be­trägt nach der Bereinigung nahezu 9000 Seelen. Man plant jetzt, um die Stadtkirche Anlagen Herzufiellen und

ein Kriegerdenkmal, wahrscheinlich auf dem Platz vor dem neuen Gymnasium zu errichten. In einer Beziehung fehlt unserer Stadt noch etwas: es fehlen ausgedehnte Prome­naden und schattige Anlagen; der schöne Burggarten aber ist leider nur wöchentlich zweimal, am Montag und Donners­tag, geöffnet.

ü. Muscheuheim, 22 August. Schon seit einigen Jahren bestand in der hiesigen Gemeinde eine Schülerbibliothek, die aber durch die geringe Anzahl der Bände das Lesebedürf. niS der Schüler nicht befriedigle. Es wurde nun durch Pfarrer Köhler und Lehrer Günther im Herbst vorigen Jahres zur Gründung einer Volksbibliothek geschritten. Unter« stützt wurde das Unternehmen durch Bürgermeister Roth und Herrn Eifer, von denen der erstere 30 Mk. aus der Ge­meindekaffe und letzterer aus der Kaffe des Bauernvereins ebensoviel dem Verein überwies. (Eine stattliche Anzahl von Bänden spendete in dankenswerter Weise auch der Verein für Bolksbildung in Berlin. Obwohl anfangs hier und da eine gegnerische Stimme auftauchte, wurde die Bibliothek a« 1. November v. I. doch eröffnet, und eS wurden bis zum Mai nicht weniger als 953 Bände ausgegeben. Heute ist denn auch wohl niemand mehr da, der diese Einrichlung miffen möchte. Die Anzahl der Bände, über die die Biblio­thek verfügt, beträgt jetzt 106. Auch für dieses Jahr sind einige Bücher zur Anschaffung in Aussicht genommen, nicht allein unterhaltende, sondern auch belehrende, so daß wohl angenommen werden darf, daß daS junge so erfolgreich be­gonnene Unternehmen sich zum Segen unserer Gemeinde weiter entwickeln wird.

Orlenberg, 23. Aug. Sonst wurde die General­versammlung der Sparkasse stets amLudwigstage* abgehalten. In diesem Jahre fand sie eingetretener Hinder- niffe halber schon heute statt. Zirka 30 Gemeinden find an dem Sparkaffenbezirk Ortenberg beteiligt. Die Verhand- luugen, die von dem Präsidenten der Stiftung, Oberförster Dr. Weber-ConradSdorf, geleitet wurden, ergaben ein recht erfreuliches Bild von der Umsicht, mit der das Institut ge­führt wird, das vielen gemeinnützigen Anstalten schon seit Jahren bedeutende Unterstützungen zufließen läßt. Da­eigene Vermögen ist auf 115,286 Mk. 17 Pfg. angewachsen. Gegenwärtig beläuft sich der Kapitalausstand auf 1,112.851 M. 89 Pf., die Kapitalschulden auf 1,036,573 Mk. 01 Pfg. RegierungSaffeffor Dr. Neid Hardt-Büdingen wohnte den Verhandlungen bei. Nach der Generalversammlung fand ein gemeinsames Festessen tat Gasthauszur Post" statt.

§ Oppershofen, 23. August. Gestern feierte Dekan Appel hier sein 50jähriges Priesterjubiläum. Dem Jubilar zu Ehren hatte unser Ort Festschmuck angelegt. Schon am Vorabend veranstaltete man einen imposanten Fackelzug. Am DonnerStagmorgen fand feierlicher Gottes­dienst statt, dann Gratulationscour und Ueberreichuug der Geschenke; mittags war Festtafel. An der Feier nahmen auch auswärtige Geistliche und Bekannte des Jubilars, sowie ein Vertreter der Behörde teil. Herr Appel ist der älteste Zögling des vor 50 Jahren eröffneten PriesterseminarS zu Mainz. 1899 beging er daS 25 jährige Jubiläum als Pfarrer von Oppershofen. Durch sein segensreiches Wirken und humanes Wesen hat er sich die Herzen aller Gemeinde- Mitglieder erobert.

Frankfurt a. M, 23. Aug. Wir berichteten bereits vor mehreren Tagen über die Affaire von BandrowSky, die, nachdem Intendant Jensen seinen seitherigen Heldentenor that- sächlich als kontraktbrüchig erklärt hat, in der Kunstwelt großes Aufsehen verursacht. Herr v. BandrowSky hat hier noch etwa 6000 Mk. Gage liegen, auf welche höchstwahr­scheinlich von feinen Gläubigern Beschlag gelegt wird. Der Hauptgläubiger dürfte aber unter Umständen die neue Theater Aktien-Gesellschaft sein, die von dem Kontraktbrüchigen eine Jahresgage, gleich 25,000 Mark, zu fordern hätte. Der Künstler gab vor Jahresfrist seine eigene Häus­lichkeit auf angeblich weil ihm die Manichäer die Freude daran verdarben, und wohnte intFrankfurter Hof". Er war ein eifriger Automobilist, sein teurer Panharce Wagen steht ebenfalls noch hier. Auf die Sympathien des Frank­furter KunftPublikumS darf Herr von BandrowSky nicht mehr rechnen, obgleich er dieselben wie kaum ein zweiter Künstler besaß; diese hat er sich durch sein fragwürdiges Benehmen völlig verscherzt.

Kleine Mitteilungen an»?Hessen nn> den RaäBcrflootf«. In Gründ erg hat man beschlossen, dafi auch diesmal wieder der Gedenktag der Schlacht bei Sedan als Jugend- und Volksfest gefeiert werden soll. Die Feier wird am 1. September in der hergebrachten Weise stattfinden. Fest­redner ist Rektor Dr. Busch. In dem Steinbruch bei Ehringshausen verunglückte am Donnerstag der Be­sitzer Dauster, indem er von beträchtlicher Höhe absckirzte und schwere Verletzungen davon trug.- Der 32 jährige ledige Dachdeckergehilfe Johannes Hahn aus Arheilgeu, der am Neubau der Artilleriekaserne in Darmstadt beschäf­tigt war, ist am Donnerstag nachmittag vom vierten Stock­werk aus durch den noch nicht ausgestickten Bau hindurch bis in den Keller gestsürzt und Hai sich anscheinend schwere innere Verletzungen zugezogen, so dafi seine Aufnahme in das städtische Krankenhaus erfolgen mußte. 3n Bingen haben bei der Stadtverordnetenwahl die Kan­didaten der Bürgerpartei über die der Volkspartei gesiegt Auf der Bahnstation Eppertshausen ereignete sich am Donnerstag ein schwerer Unfall. Der von Ober-Roden kommende Frühzug Nr. 662> war noch nicht ganz zum Stehen gekommen, als der 34 jährige Pflasterer Martin Müller von Eppertshausen auffprang, um in einem Wagen 4. Klasse noch einen Sitzplatz zu erlangen. Müller glitt hierbei ab und kam vor die Räder des noch in Bewegung befindlickien Zuges. Hierbei wurde er eine kleine Strecke geschleift und kam zuletzt üioch *mit dem ganzen Körper zwischen die Schienen zu liegen. Schwerverletzt wurde der Bedauernswerte unter dem Zuge hervorgezogen. Die beiden sofort telegraphisch herbeigerufenen Äerzte konstatierten schwere innere Ver­letzungen der unteren Rückenwirbel und der unteren Rippen, und ordneten die sofortige Ueberführung des Schwerverletzten in das Landkrankenhaus zu Darmstadt an. Im Hofe des Bäckermeisters Stoll in Marbu r 9 wuroe ein Topf mit ccl 50 alten Münzen, die wahrscheinlich im dreißigjährigen Kriege an der Stelle vergraben wurden, gefunden. ImReichs- und Staatsanzeiger" findet folgende auffällige Bekanntmachung:Seine 9)2ajeftat Df König haben allergnädigst zu bestimmen geruht, daß oa- durch allerhöchste Ordre vom 10. April 1899 dem praktischen Arzt Dr. med. Philipp Jakob Steffan, früher in Franc

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