Ausgabe 
25.8.1901 Zweites Blatt
 
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«r. 199 Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Sonntag 25. August 1901

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GiehenerAnzeiger

** General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

Amtlicher Feil.

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 17. bis 24. August l. IS. wurden in hiesiger Stadt

gefunden: 1 Herrenjaquet, 1 Strohhut, 1 Filzhut, 1 schwarzer Auzug, 1 Helles Kleid, 1 Damen Hut, 1 Stiefel, 1 Damengürtel, 1 Shlips, 1 Pferdedecke und 1 Kinderleiterwagen;

verloren : 1 silberne Uhr mit Kette, 1 Brosche, 1 Bank uote und 1 Packet Mauufaklurwareu.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 24. August 1901.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

________________Hechler.____________________

Staatsgelder für die Handelsschiffahrt.

Tie staatliche Subventionierung der Handelsschiffahrt litt in deli letzten Jahren allgemein vorgeschritten. Deutsch- lamd macht für diese Zwecke verhältnismäßig nicht erhebliche Aufwendungen. Etwa 8 Mill. Mark mögen jährlich aus der Reichskasse dem Seeverkehr zufließen. Die Subvention kc-mmt ausschließlich den Reichspostdampferlinien nach Ost- ni ien, Australien und Afrika zu gute. Ungefähr die gleiche Summe verausgabt die nordamerikanische Union für Zwecke her Handelsschiffahrt. In Italien belief sich die Subvention noch im Jahre 1895 auf 1 einhalb Mill. Lire, jm Jahre 1900 schon ckuf 9 einhalb Mill. Eine entsprechende Rückwirkung auf die Entwickelung der italienischen Handelsmarine ist bisher nicht erkennbar gewesen. Es fehlt eben an kräf­tigen Impulsen aus dem Jnlande, wie sie in erster Reihe iwt einer blühenden Export-Industrie auszugehen pflegen. Tpe ungünstigen Verhältnisse des italienischen Wirtschafts­lebens machen sich auch nach; dieser Richtung hin bemerkbar. Erfolgreicher sind die Bemühungen Japans um seine Han- bk'lsflotte; das mächtig aufstrebende Kulturland im Osten ift; vor den größten Opfern nicht zurückgeschreckt: 14 ein- halb Millionen zahlte es im vorigen Jahre seinen Reedern und Schiffsbauern an Staatsünterstiützungen. Tas Geld mufcte auf dem Wege einer Inlandsanleihe aufgebracht werden, weil der vorhandene Staatsschatz durch die China- lLpcdition bis aufs äußerste in Anspruch genommen war. England hat für seine gewaltige Kauffahrteiflotte nur wenig Nisehr an Subvention gezahlt als Japan: im vorigen Jahre l.'> einhalb Mill. Mark. Es ist wohl möglich- daß England hiirse Unterstützungen für die Zukunft um ein beträchtliches erlhöht, da in kurzer Zeit nicht weniger als 4 seiner Schiffs- 1 im len durch Verkauf in deutsche und amerikanische Hände üb-ergegangen sind. Tie Konkurrenz unter den seefahren­den Rationen hat sich neuerdings derart verschärft, daß England ungewöhnliche Anstrengungen machen muß, um [ufj seine wirtschaftlichen Einflußsphären zu sichern. Man fd eint geneigt, durch! Gewährung staatlicher Prämien die britischen Rheder mehr als bisher für den Bau von Riesen- Schnelldampfern von denen Deutschland bekanntlich eine stattliche Anzahl besitzt zu interessieren. Nirgends je­doch ist das System der Sch.iffsprämien so entwickelt wie tu Frankreich. Seit 1881 hat die Republik rund 800 Mill. Francs für ihre Handelsflotte ausgegeben, und allein im vorigen Jahre betrug die Subvention 36 Mill. Es ist darin richt nur die außerordentlich hohe Entschädigung für die Beförderung der Post enthalten, sondern auch die Summe der Bau-Prämie.i, der Meilengelder und der Ermäßigungen in den Schiffahrtsabgaben. Wenn trotz alledem die Ent- tvrckelung der französischen Handelsflotte sich nur lang­sam vollzog, zeitweilig sogar ins Stocken geriet, so ist dos wohl hauptsächlich auf den Hang der Franzosen zum Sc'gelschisfsbau zurückzuführen. In allen anderen Ländern hot das Dampfschiff den Segler mehr und mehr verdrängt; nur Frankreich befand für gut, Prämien für den'Segel- ichiiffsbau beizubehalten und sie allgemach sogar höher bemessen, als die für den Bau von Dampfern. Die Wge toar eine Ueberproduktion von Seglern, die in Bezug auf und Tragfähigkeit mit den modernen

Kämpfern >?un einmal nicht konkurrieren können. Jetzt geht die franzv,^^ Regierung mit der Absicht am, die Prämien für Tamp^iffe zu verdoppeln. Der Vorsprung, den die Handelsflotten -^'tschlands und der Vereinigten Staaten gewonnen haben, wtr^ sich auch dadurch nicht srl-ald einholen lassen. ' _

Politische Tagesschau.

Von dem sächsischen Gesandten ist Joeint Reichskanzler airgeregt worden, dieBehandlung Kranker aus der Ferne" durch Reichsgesetz zu verbieten, ife-meint ist unter solcher Behandlung die ausschließlich briefliche Behandlung, die gemeinhin mit Anpreisung be- jomderer Heilverfahren verbunden ift, und die von appro­bierten Aerzten vereinzelt, am häufigsten aber von Nicht- vpprobierten geübt wird. Der Reichskanzler hat das Reichs- gcs undheitsamt um die Erstattung eines Gutachtens ersucht.

diesem Gutachten sprich sich das Amt für das Verbot ler: ausschließlich brieflichen Behandlung Kranker mit dem deiner$en, daß das Verbot in gleicher Weise für approbierte Aexzte wie für Nichtapprobierte gelten soll. Anders aber nnLl das Gesundheitsamt die Frage beurteilt wissen, ob den aoprobierten Aerzten die gelegentliche Behandlung Kranker aus der Ferne gestattet sein soll. Es heiß! in dem Gut- ahlten:

Ter gelegentlichen Behandlung Kranker aus der 1 Derne wird in besonderen Notfällen, sowie in schwach­

bevölkerten und schlecht mit Aerzten versehenen Gegen­den niemals ganz zu entraten sein. Tie Einführung eines allgemeinen Verbotes einer derartigen Behandlung würde namentlich von der minderbemittelten Landbevöl­kerung als eine Härte empfunden werden und geeignet [ein, dieselbe mehr noch als bisher den vrtsangesessenen Kurpfuschern zuzuführen. Für den Fall, daß einer ein­heitlichen Regelung des Gegenstandes näher getreten wird, wäre daher von einem unbedingten Verbot jeg­licher Fernbehandlung ebenso abzusehen, wie dies in der sächsischen Standesordnung geschehen ist, welche gleichfalls nur die ausschließliche (briefliche) Behandlung Kranker aus der Entfernung als unzulässig bezeichnet. Gegen den Erlaß eines allgemeinen Verbots der An­kündigung und Anpreisung der Fembehandlung liegen Bedenken nicht vor. Gin rechtliches Hindernis dürste nicht entgegenstehen. Tenn der im § 1 der Gewerbe­ordnung ausgesprochene Grundsatz der Gewerbefreiheit bezieht sich nur auf die Zulassung zum Gewerbebetriebe, nicht auf die Art der Ausübung desselben, abgesehen davon, daß dieses Gesetz nach § 6 auf die Ausübung der Heilkunde überhaupt nur insoweit Anwendung findet, als es ausdrückliche Bestimmungen darüber enthält. Es ist voraussichtlich in allen Bundesstaaten auch eine ge­setzliche Grundlage vorhanden, um Polizeiverordnungen zum Schutz von Leben und Gesundheit zu erlassen. In denjenigen Staaten, in denen ärztliche Ehrengerichte mit Strafgewalt über alle approbierten Aerzte staatlicher­seits errichtet sind, dürften die angeregten Vorschriften nur auf die nicht approbierten Personen zu erstrecken fein." ________

Die Erwartung gewisser Pariser Ehauvinistenblätter, der Zar werde keinenfalls vor seinem Besuch in Frankreich mit Kaiser Wilhelm eine Begegnung haben, ist getäuscht worden. Nikolaus II. hat in einem eigenhändigen Schreiben die Einladung des deutschen Kaisers zu den etwa am 12. September beginnenden Flottenmanövern in Danzig angenommen. Dadurch giebt der Zar einerseits seiner freundschaftlichen Gesinnung gegenüber Deutschland Ausdruck, andererseits will er wohl die Alliierten eben so zart toie deutlich wissen lassen, daß sie im Irrtum fein und den Wünschen ihres Verbündeten und*demnächstigen Gastes zuwider handeln würden, wenn sie in der Fahrt des Zaren nach Frankreich eine gegen Deutschland gerichtete Spitze" erblickten, oder solche zukonstruieren" sich be­streben wollten. Die französische Regierung scheint in diesem Sinne schon von Petersburg aus informiert zu sein. Denn es ist wohl auf die Initiative des Zaren zurückzuführen, daß die französische Regierung die deutschein besonders höflicher Form" von dem bevorstehenden Zarenbesuch in Frankreich verständigte. Tie Hetzpolitiker jenseits der Vo­gesen können also auf Der ganzen Linie zum Rückzug blasen. Das Zusammentreffen des Zaren mit dem König von England, wird übrigens, wie wir zuverlässig erfahren, nicht auf deutschem Boden, sondern erst in Kopenhagen stattfinden.

Der Reichtum Europas am Ende des 19. Jahr­hunderts wird in einer Arbeit, die in dem neuestenDictio­nary of Statistics" in London erschienen ist, von Mulhall berechnet:

Danach beträgt das Kapital Europas, sein Gesamtreich­tum beweglicher und unbeweglicher Art 1175 Milliarden, das bewegliche Kapital allein etwa 500 Milliarden. Hin­sichtlich des Gesamtreichtums ordnen sich die Hauptstaaten Europas in folgender Reihenfolge: England 295 Milliarden, Frankreich 247, Deutschland 201, Rußland 160, Oesterreich 103, Italien 79, Belgien 25, Holland 22 Milliarden. Die Entwickelung des Reichtums im 19. Jahrhundert ist be­sonders in England eine ungewöhnliche gewesen, während die für Frankreich eine weit geringere ist. Das bewegliche Kapital wird folgendermaßen angegeben: Für England auf 106 Milliarden, Frankreich 65, Deutschland 37, Rußland 14, Oesterreich 10, Italien und Belgien je 7, Holland 6 Milliar­den. Die Reihenfolge ist also dieselbe wie bei dem Gesamt- reidjtum, aber das Verhältnis ist schwankend, am größten ist es bei den Industrieländern, am schwächsten bei denen, deren Industrie nnd Handel erst am Anfang ihrer Entwick­lung stehen. Während das bewegliche Kapital in England 35 v. H. beträgt, in Belgien 28, in Holland 27, in Frank­reich 26, in Deutschland 18, fällt es in Rußland, Oesterreich und Italien auf 9 b. H. Wenn das Gesamtvermögen der einzelnen Länder auf die Kopfzahl der Bevölkerung be­rechnet wird, so gelangt man zu einer anderen Reihenfolge. Jeder Engländer besitzt durchschnittlich etwa 5920 Mk., der Franzose 5290, der Holländer 3680, der Belgier und Deutsche je 3120, der Oesterreicher und Italiener je 2000 und der Russe 1200 Mk. Wenn nur das bewegliche Kapital in Betracht gezogen wird, besitzt der Engländer im Durchschnitt 2120 Mark, der Franzose 1360, Der Holländer 1000, der Belgier 855, der Deutsche und Italiener je 560, der Russe 115 Mk. Die Belastung des Budgets für die verschiedenen Staaten Europas wird in runden Ziffern folgendermaßen ange­geben : Deutschland 4 Milliarden, also 2 y. H. seines Ge­samt-Reichtums, England 3 Milliarden oder 1 v. H., Frank­reich 3 einhalb Milliarden oder 1,4 v. H., Rußland 2 Milliar­den 700 Millionen oder 1,7 v. H., Oesterreich 2 Milliarden oder 1,8 v. H., Italien 1 Milliarde 800 Millionen oder 2,3 v. H., Belgien 375 Millionen oder 1,5 v. H., Holland 300 Millionen oder 1,4 v. H. Danach würde die Belastung des National-Bermögens (nicht der Einkommen) durch die Staats-Ausgaben in Italien am größten fein, und es folgen weiter: Deutschland, Oesterreich, Rußland, Belgien, Frank­reich, Holland und England.

Es braucht kaum ausdrücklich bemerkt zu werden, daß Berechnungen wie die desnationalen Vermögens" sehr unsicher sind.

Engländer und Buren.

DieDaily Mail" berechnet die Verluste Der Buren an Gefallenen, Verwundeten, Gefangenen und Leuten, die sich ergeben haben, seit dem Bericht Kitcheners vom 8. Juli, Der am 21. ds. in London veröffentlicht wurde, und in der Die Gesamtzahl Der noch im FelDc stehenden Buren auf 13 500 Mann angegeben wurde, folgendermaßen: Am 10. Juli wurden gemeldet: 40 Gefallene, 27 Verwundete, 182 Gefangene und 21 Leute, die sich ergaben; am 16. Juli: 32, 34, 307, 140; am 23. Juli: 43, 25, 190, 126; am 31. Juli: 24, 25, 223, 80; am 13. August: 39, 20, 685, 85; am 21. August: 64, 20, 248, 95; zusammen also 242 Gefallene, 151 Verwundete, 1835 Gefangene und 547 Leute, die sich ergaben. Demnach haben Die Buren in der Zeit vom 8. Juli bis zum 21. August 2775 Leute verloren, sodaß heute nur noch 10.725 Buren im Felde stehen Dürften. Man wirD Diesen Angaben nicht ohne weiteres Glauben schenken Dürfen.

TerStandard" meldet ,aus Pretoria vom 21. August: Louis Botha ist, nad)Dem er den Südosten Transvaals besucht hatte, wo er alles that, um die im Felde stehenden Buren zu erneuerten Anstrengungen anzufeuern, wie ver­lautet, nadj der Gegend von Bethel zurückgekehrt. Viljoen soll in der Umgegend von Lijdenburg fein.

Ein Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria vom 23. meldet: Oberstleutnant Williams, der mit einer Ko­lonne das Vaalthal gegen Klerksdorp hinaufzog, fand am 19. August Spuren eines großen Trekks in der Nähe von Kalkoenplats. Williams holte nach scharfem Galopp die trekkenden Buren ein, unD erbeutete nach; heftigem Kampf 9000 Patronen, 80 Wagen und viel Vieh; 18 Buren, Dar­unter der Landdrost von Bloemhof und der Telegraphist Tutvit, wurden gefangen genommen.

Eine Kapstädter Meldung desReuterfchen Bureaus" lautet: Drei von den in Eamdeboo am 22. Juli ver­hafteten dreizehn Aufständischen wurden zum Tode verur­teilt, und in Graaf Steinet erschossen. Die übrigen zehn zu lebenslänglicher Zwangsarbeit auf Der BermuDas - Insel verurteilt. Weiter melDet Reuter: Auf Grund des Kriegs­rechts ist am 20. August ein Befehl ergangen, durch Den die Schließung aller Geschäfte im Bezirk von Queenstown in der Kapkolonie ungeordnet und bestimmt wird, daß alle Güter, die für den Feind möglicherweise von stutzen sein könnten, in gewisse, genau bezeichnete Städte zu schaffen sind. Ein anderer Befehl verbietet Die Annahme von Vorräten, Die Zivilpersonen gehören, bei Den Stationen Der Ostbahnlinie, mit Ausnahme gewisser, besonDers be­zeichneter Stationen. Ten Bewohnern des Landes ist ver­boten, mehr Lebensmittel zu besitzen, als für eine Woche erforderlich ist. Eine Dritte Sieuterfdjie MelDung aus Pretoria besagt: Abgesehen von Der allmonatlich einer Anzahl von Flüchtlingen erteilten Erlaubnis, nach Trans­vaal zurückzukehren, wurde Dies neuerdings 300 Flücht­lingen gestattet.

Letzter Tage hat das britisch^ Kriegsamt einen zusam- fassenden Ueberblick Loro Kitcheners über die Operationen zwischen Dem 8. Mai und dem 8. Juli veröffentlichst, Der manches Interessante enthält. Von Der Zusammensetzung Der südafrikanischen Streitkräfte sagt Kitchener:Während der Monate April, Mai und Juni wurde das gesamte ur­sprüngliche Kontingent Der Reichs-Yeomanry und ver­schiedene Der früheren australischen und neuseelänDischen Kchckingente allmählich von hier (Südafrika) zurückgezogen, und obgleich^ sie durchs neue Reichs-Deomanry in einer Stärke von 16 000 Mann, andere überseeische Kontingente und Die frisch gebildete Südafrikanische Polizeitruppc er­setzt wurden, war es nicht zu erwarten, daß diese unaus­gebildeten Leute trotz gutem Willen imstande sein würden, die Lücke auszufüllen, welche durch! die Abfahrt so vieler alter, erfahrener Soldaten gerissen worden war. Es war zunächst unmöglich, eine große Zahl der Neomanry-Rekru- ten sofort ins Feld zu stellen, von Denen viele weDer reiten noch schießen konnten, unD die Notwendigkeit, sie zum Drill und zur Ausbildung im Schießen bei den Verbind­ungslinien zurückzuhalten, beeinträchtigte unvermeidlick> für eine Weile die Thätigkeit der mobilen Kolonnen. Einige wenige Leute Huben sich alls völlig ungeeignet für die von ihnen erwurtete Thätigkeit erwiesen, über befriedigender Fortschritt ist gemuckst worden, und wird weiter gemacht, und sie erwerben sich allmählich Erfahrungen im Felde. Der Rest der ursprünglichen freiwilligen Train ko mpugnien ist ebenso wieder vollzählig gemacht worden, und die Ent­sendung von neun letzthin ausgestellten Milizbataillonen aus Englund hat Anordnungen zur Rücksendung einer ent­sprechenden Zahl von Einheiten aus Südafrika ermöglicht. Die südafrikanische Polizeitruppe (besser Schutztruppe) wird- allmählich eine leistungsfähige Truppe. Sie hat auck) einen bemerkenswerten Drill erlangt. Indem fie in Der Nähe Der Eisenbahnen operiert, und befestigte Posten besetzt hält, die weite Flächen einschließen und so den Feind an dem Durchzug durch gewisse Bezirke verhindern, hat sie schließ­lich einen ansehnlichen Wert erlangt, und löblichen Geist und Ausdauer gezeigt!" Nach Aufzählung der einzelnen Operationen der Unterführer faßt Kitchener sein Urteil folgendermaßen zusammen:Der Huupterfolg der jüngsten Operationen (vom 8. Mai bis 8. Juli« ist Die allmähliche Schwächung Der feindlichen Ossensivmacht gewesen. Während der Monate Mai und Juni sind die Verluste der Buren zweifellos sehr schwer gewesen, und in den beständigen kleinen Gefechten unD Scharmützeln müssen sie viele Ver­luste gehubr haben, die niemals gemeldet worden sind. Tas häufige Gefangennehmen fährt fort, die Zahl Der Leute, Die noch im Felde stehen, beständig zu verringern. Ter Verlust Der Ochfenwagen hat ernstlich des Feindes Beweg­lichkeit und Verpflegungswefen getroffen, und obgleich die Buren noch im stände sind, im Notfälle eine