Ausgabe 
24.9.1901 Drittes Blatt
 
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nicht leid, sie habe ihren Mann so gehaßt, daß sie ihn hätte siebenmal vergiften können.

* W>as königliche Besuche kosten. Ueber die Höhe der Summen, die verausgabt werden, wenn ein Mit­glied eines Königshauses Besuche macht, plaudert eine eng­lische Wochenschrift: Tie Kosten für die Rundreise des Herzogs und der Herzogin von Cornwall und York werden jedenfalls fünf Millionen Mark übersteigen. Trotz der be­trächtlichen Abkürzung des königlichen Besuches werden die verschiedenartigen Zeremonien Australien nicht weniger als drei Millionen Mark kosten, und der Betrag würde noch viel größer gewesen sein, wenn der Tod der Königin nicht alle Festessen und andere festlichen Veranstaltungen ver­hindert hätte. Die ausgedehnten Aenderungen an Bord desOphir" kosten 680 000 Mk., und die übrigen Ausgaben der Reise werden auf 400 000 Mk. geschätzt. Tas Geld, das Privatleute und Gesellschaften für Erleuchtung und Aus­schmückung verbraucht haben, wird gleichfalls eine sehr große Summe betragen. Man übertreibt wohl nicht, wenn man sagte, daß bei den vielen Besuchen, die die Königin Viktoria während chrer langen Regierung machte, viele Millionen ausgegeben worden sind; als bezeichnendes Bei­spiel kann man den letzten wichtigen Besuch den be­kannten Ausflug nach Irland erwähnen, den sie im Anfang des vorigen Jahres machte. Auch nach mäßiger Schätzung muß er mehr als 2 600 000 Mk. gekostet haben. Wie eine solche Summe verbraucht werden kann, begreift man, wenn man hört, daß eine Firma nicht weniger als 200 000 Mk. für die Ausschmückung und Beleuchtung aus­gab. Viele Tausende verbrauchten für denselben Zweck kleine Summen von ein paar Sckftlling bis zu ein paar Pfund. Dazu kam die Ausgabe für prächtige neue Möbel und Kunstgegenstände in der Wohnung des Vize-Königs, im Schloß, im Trinity Kollege und an anderen Orten, die die Königin besuchte, die Kosten für die Kleidung und für Erfrischungen bei dem Empfange, den Bällen und der großen Truppenschau, sowie für die goldenen, mit Edel­steinen geschmückten Schlüssel der Stadt und die vielen mit Malerei geschmückten Adressen, die der Königin überreicht wurden. Jeoer der jährlichen Besuche, der verstorbenen Königin auf dem Kontinent brachte eine Ausgabbe von nicht weniger als 300 000 Mk. mit sich Bei dem letzten Besuche bezahlte sie monatlich ungefähr 40000 Mk. für

Zimmer"', und dazu kamen die Kosten für die Erhaltung eines Gefolges von 60 bis 70 Personen. Ein anderer schwer­wiegender Punkt war der Sonderzug von Cherbourg aus, für den die französischen Eisenbahngesellschaften eine ex­orbitante Rechnung aufstellen. Auf die Höhe derselben kann man aus der Thatsache schließen, daß der niedrigste Preis für einen Sonderzug für eine Privatperson 10 Mark für die Meile beträgt. Die Könige von Frankreich waren einst Meister in der Kunst der Aufnahme königlicher Gäste; die Republik aber zeigt durchaus keine Neigung, in dieser Be­ziehung weit zu gehen, außer natürlich wenn der Besuch von politischer Bedeutung isr. Daß Frankreich, wenn es will, diese Dinge auch in großartigem Maßstabe thun kann, bezeugen die Feierlichkeiten, die bei dem letzten Besuche des Zaren stattfanden. Sie kosteten der Regierung 5 500 000 Franks, und die großen, von Privatleuten ausgegebenen Summen haben nach einer Schätzung den Gesamtbetrag für die fünf Festtage auf 12 bis 15 Millionen erhöht. Als Präsident Faure seine Reise nach Petersburg machte, be­willigte ihm die Budget-Kommission der Kammer die hübsche Summe von 500 000 Franks, um seine Reisekosten zu decken. Die Gastfreundschaft gegen andere Fürsten wird jedoch in viel weniger freigebiger Art geübt. Der kurze Besuch des Königs von Siam kostete der französischen Re­gierung nur 27 760 Mk. Mit dem verglichen, was die Ver­waltung von London allein in den letzten Jahren bei ähn­lichen Festlichkeiten ausgegeben hat, muß man bei diesem Besuche des Königs von Siam sparsam gewesen sein. Der Besuch, des Khedive im vergangenen Jahre kostete der City von London 40 000 Mk. für das Festmahl, der Em­pfang des Königs von Dänemark im Jahre 1893 35 300 Mark, der des deutschen Kaisers im Jahre 1891 75 280 Mk., der des Schahs im Jahre 1889 40 960 Mk. Aber auch! diese Summen können 'als sehr mäßig bezeichnet werden, wenn man sich erinnert, daß vor einigen dreißig Jahren für eine einzige zu Ehren des Sultans gegebene Gesellschaft nicht weniger als 480 000 Mk. ausgegeben wurden. Wohl die kostspieligsten fürstlichen Besuche sind die bei einem Privat­mann, weil dann die Kosten von einer Person getragen werden müssen. So soll des deutschen Kaisers Besuch in Lowther Castle Lord Lonsdale eine ungeheure Summe ge­kostet hcSben. Nicht nur die Ausgabe für Aenderungen und Neueinrichtungen im Schlosse waren sehr groß; sondern es

mußten auch! allerlei provisorische Gebäude errichtet wer­den, um den Stab des Kaisers und die Beamten aufzu­nehmen. Man hat gemeint, daß alles in allem des Kaisers Besuch Lord Lonsdale zwischen 800 000 und einer Million Mark gekostet habe.

Universitäts-Nachrichten.

Man schreibt aus Marburg: An der hiesigen Universität fanden im verflossenen Studienjahre 84 Promotionen statt, und zwar 8 in der juristischen, 31 in der medizinischen und 45 m der philosophischen Fakultät. Tie theologische Fakultät weist keine Pro­motionen aus. Ter bisherige Privatdozent Dr. Ernst Neumann in Halle ist zum außerordentlichen Professor in der philosopischen Fakultät der Universität zu Breslau ernannt worden. In Leipzig starb Professor Winter. Winter wurde 1816 in Jena geboren, habilitierte sich im Jabre 1844 an der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und wurde 1853 zum außerordent­lichen Professor ernannt. Seit 1859 war er 2. Custos an der Uni­versitätsbibliothek Leipzig und wurde 1874 1. Bibliothekar. 1886 gab er diese letztere Stellung wieder auf, um sich voll seinem eigent­lichen medizinisches Berufe $u widmen. Seine Lehrthätigkei't er­streckte sich hier auf Rezeptirkunst und Uebersicht der wichtigsten Arzneimittel.

Julius Cäsar Häntzsche, der sich als nhsischer Gesandt­schaftsarzt in Persien mit den morgenländischen Sprachen so ver­traut gemacht hatte, daß er später vom Orientalischen Seminar zur Abhaltung von Prüfungen alljährlich nach Berlin berufen wurde, ist im Alter von 77 Jahren zu Tresden gestorben. Dr. phil. Frhr. v. Bissing aus Potsdam ist nach derAllgemeinen Zeitung" als Privatdozent für egyptische Altertumskunde in die philosophische Fakultät der Münchener Universität ausgenommen wordeiu Ter bisherige Assistent bei der praktischen Unterrichts­anstalt sür Staatsar^neikunde an der Universität Berlin, Dr. Ernst Ziemke, ist zum a. o. Professor in der medizinischen Fakultät der Universität Halle ernannt worden.

Gerichtssaal.

Maximilian Harden, der Herausgeber derZukunft" wurde, nachdem er die ihm von der Berliner Sttafiammer wegen Majestätsbeleidigung zuerkannte sechsmonatige Festungshast verbüßt hat, am Samstag von der Festung Weichse'lmünde entlassen. Mit chm zualeich hat Justizrat Sello nach Verbüßung der ihm wegen Herausforderung des Staatsanwaltschaftsrates Braut zum Zwei­kampfe auferlegten Festungshaft von vier Wochen Weichselmünde verlassen.

Bekanntmachung

Diejenigen, welche für den bevorstehenden Winter Fichteu- Deckrciser aus den städtischen Waldungen zu beziehen wünschen, wollen ihre Anmeldungen spätestens bis zum 10. k. Mts. auf unserem Bureau Zimmer Nr. 15 erstatten. Die Lieferung erfolgt frei vor das Haus und ist der Preis auf 16 Psg. pro Welle festgesetzt und bei der Anmeldung zu entrichten.

Gießen, den 19. September 1901.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

______________________ Meeum.__________________. 6335

Bekanntmachung.

Am Mittwoch den 25. September l. Js., nach­mittags V24 Nhr, werden durch den unterzeichneten Großh. Notar auf Antrag des Hessifch-Nheinifchen Bergbauvereins in Berlin in Gemäßheit des § 373 des Handelsgesetzbuches auf der

FabrikGrabe Friedrich" bei Traishorloff 14000 Centner Briketts in einem Posten in dem Zustande, wie sie lagern, gegen bare Zahlung, welche sofort nach Schluß des Versteigerungstermins zu erfolgen hat, öffentlich versteigert.

Zum Bieten bei der Versteigerung wird nur zugelassen, wer vor dem Termin eine Kautton von 3000 Mark stellt.

Die übrigen Versteigerungsbedingungen können bis zum Termin in der Schreibstube des unterzeichneten Notars, Gießen, Liebigstraße 15, eingesehen werden.

Gießen, den 17. September 1901.

Metz, Justizrat, Großherzoglicher Notar. 6267 Das Darmstädter Pädagogium Darmstadt, Niederrarnstädterstraße 28, bereitet in Real- und Gymnasialabteilungen zum Einjährigen-, Primaner- und Abi­turienten-Examen, sowie zum Eintritt in mittlere und obere Klassen höherer Lehranstallen vor. Beginn des Wintersemesters: 7. Oktober. 6140 gffl. EliaS.

t Frankfurter Zeitung

und Kandelsölatt.

Wir zeigen hiermit an, daß «wir infolge freundschast- licher Ueberemkunft mit unserem bisherigen dortigen Ver- tretet- Herrn Hch. Wallach, Bismarckstraße 14, die Agentur der LranKfurter Zeitung für Sich« vom 1. Oktober d. Js. ab

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übertragen haben.

Frankfurt a. M., im September 1901.

Die Erpedition der Frankfurter Zeitung. *

Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung beehre ich mich hierdurch mitzuteilen, daß ich die Agentur der Frankfurter Zeitung I X für den hiesigen Platz vom 1. Oktober ab übernehmen J werde.

Abonnements auf das mit 1. Oktober beginnende vierte Quartal zum Preise von

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A werden schon jetzt von mir entgegengenommen.

Die Ausgabe der Zeitung erfolgt für das Wend- blatt gegen 5x/2 Uhr nachmittags, für die Morgenblätter V + gegen ?72 Uhr vormittags.

Neu hinzutretenden Abonnenten werden die X Nummern von letzt bis Ende September gratis ver- abfolgt.

Inserate für dieFrankfurter Zeitung" zum Preise a von 45 Psg. per Colonelzeile nehme ebenfalls jederzeit V entgegen.

Gießen, im September 1901. 5976 A

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Wir zeigen hiermit an, daß wir infolge freundschast- ® ^0 licher Ueberemkunft mit unserem bisherigen dortigen Ver- ® 9 reter, Herrn Hch. Wallach, Bismarckstraße 14, die Ä J Agentur der J

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® für Gießen vom 1. Oktober d. Js. ab ®

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SH Frankfurt a. M., im September 1901.

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