Ausgabe 
24.3.1901 Zweites Blatt
 
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Wien, 22 März. Abgeordnetenhaus. Tie Alldeutschen ließen erklären, daß sie beim geringsten Versuche, die Jnterpellationsfreiheit einzuschränken, wieder mit der Obstruktion einsetzen werden. Abg. Wolf sandte seine Zeugen zum Vizepräsidenten Prade, weil dieser ihn in der gestrigen geheimen Sitzung einen L ü g n e r hieß. Eine längere stürmische Debatte entspann sich über die Suspendierun g dessozialdemokratischen Ab­geordneten Seitz vom Lehramte durch den Wiener Bezirksschulrat. Hierbei kam es zu gegenseitigen Beschimpf­ungen zwischen Christlich-Sozialen, Sozialdemokraten und Alldeutschen. Strobach rief dem Abg. EllenbogenGauner" undBänkeljud", dem Abg. EisenkolbAusgewachsener Germane" zu. Die Alldeutschen unterbrachen Lueger mit den Rufen:Unverschämter Lügner!" Schließlich wurde der Antrag angenommen, daß der Verfassungsausschuß noch vor Ostern über die Einstellung des Disziplinarverfahrens gegen Seitz Bericht erstatten solle.

Gestern sind hier zwei Ehrhardtgeschütze aus Düsseldorf eingetroffen, die in nächster Zeit erprobt werden dürften.

Budapest, 22. März. Im Verlaufe der Budget-De­batte drückte Graf Ferdinand Zichy der U n i v e r s i t ä t s - jugend seine Sympathie aus, weil diese, wenn auch mit Außerachtlassung der Formen, für Anbringung des Kreuzes in den Hörsülen begeistert sei. Kultusminister Wlassitsch erklärt, er habe das Vorgehen der Studenten mißbilligt, er halte überhaupt konfessiouelle Reibereien auf den Uni­versitäten für besonders verderblich, weil dadurch die nationale Konzentration und die Einheitlichkeit des natio­nalen Lebens gefährdet werde. Die wahre Religiosität werde sich hüten, das heilige Symbol des Kreuzes Nebenzwecken dienstbar zu machen und es auf diese Art zu profanieren. Auch könne im Magnatenhause das Prinzip der Autorität nicht in der Weise verletzt werden, daß die Auflehnung der Universitätshörer gegen den Beschluß des akademischen Senats bezüglich der Kruzifixe, in Schutz genommen werde.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 23. März 1901.

** Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat zum 22. März verliehen: dem Generalleutnant v. Perbandt, Kommandeur der Großh. (25) Division, das Großkreuz, dem Oberstleutnant z. D. D e tring, Kommandeur des Landwehr- Bezirks Gießen, das Ehrenkreuz, dem Major Geppert. Bataillonskommandeur im 4. Großh. Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Nr. 118, dem Major v. Wolff, AbteilungS kommandeur im 2. Großh. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 61, dem Major v. Schlemmer im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, dem Major z. D. P e y t s ch, Bezirksoffizier beim Landwehr-Bezirk Friedberg, und dem Hauptmann und Kompagniechef v. Grundherr-Alten thann im 5. Großh. Ins.-Regt. Nr. 168 das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Dem Stationsverwalter in der Hessisch-Preußischen Eisen bahngemeinschaft, Stationsvorsteher Armin Lotz I. zu Lauter bach aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen. Mit Ermächtigung des Großherzogs wurde der ständige juristische Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Finanzen, Oberfinanzassessor Frhr. Schenck zu Schweins berg zum Mitglied der 3. Abteilung der Prüfungskommission für das Finanz- und technische Fach, mit Wirkung vom 1. April d. Js. an, ernannt.

P. Höhere und erweiterte Mädchenschule. Der Jahres bericht für das Schuljahr 1900 liegt uns vor. Die höhere Mädchenschule wurde von 324 Mädchen besucht. Die er­weiterte Mädchenschule hatte in ihren acht Klaffen 226 Schülerinnen. Von den Schülerinnen beider Anstalten waren 481 evangelischer, 45 katholischer, 50 israelitischer Konfession und 3 konfessionslos. An den Anstalten sind 12 ordentliche Lehrer und 8 ordentliche Lehrerinnen, sowie 3 außerordent­lich- Lehrer und 2 Hilfslehrerinnen thätig. Dem Bericht ist ein Aufsatz überUrsprung, Entwickelung und Wesen des deutschen Volksgesanges bis zur Blütezeit des Volksliedes" von Gesanglehrer L. Geller beigegeben.

* * PromeuadeuKouzert Sonntag 121 Uhr. Spiel­plan: 1. Ouvertüre z. O.Martha", Flotow. 2. Mimosa- Walzer, JoneS. 3. Paraphrase über das Lied:Home sweet home, Voigt. 4. Potpourri a. d. Optte.Der Ober­steiger", Zeller.

* Silberne Hochzeit. Gastwirt Franz Bahlert und Frau, Ktinlkstraße hier, feierten gestern in bester Gesundheit das Fest der silbernen Hochzeit.

* Lahukanalisatiou. Die Kommission zur Förderung der Lahnkanalisation hielt, denWetzl. Nachr." zufolge, am Mittwoch eine Sitzung in Limburg ab. Der bisherige Vor­sitzende der Kommission, Justizrat Velde-Diez, hatte aus Ge­sundheitsrücksichten seinen Vorsitz niedergelegt. An seiner Stelle wurde von den Anwesenden einstimmig General-Direktor Kaiser-Wetzlar gewählt, als stellvertretender Vorsitzende Ren dank Frohwein-Diez. In der Sache selbst wurde beschlossen, zunächst und mit möglichster Beschleunigung alle statistischen Unterlagen zu beschaffen, sowie eine Rentabilitätsberechnung aufzumachen, um sie in Form einer Denkschrift den maß­gebenden Behörden eiuzureichen. Die Handelskammer Wetzlar übernimmt diese Arbeit.

Aus dem Theaterbureau schreibt man unS: Die längst mit Spannung erwartete NovitätRosenmontag", Offi« zierstragödie in 5 Akten von Otto Erich Hartleben, wird am Dienstag den 26. d. Mts. hier erstmalig aufgeführt, und zwar mit Herrn Willy Loehr vom Hoftheater in Darm­stadt als Gast. Herr Lochr spielt denHans Rudorfs", eine Rolle, mit der der Künstler jüngst in Darmstadt, wo Rosenmontag" auf besonderen Wunsch des Großherzogs zur Aufführung kam, einen außerordentlichen Erfolg erzielte. Die Direktion des Stadttheaters in St. Gallen ist seitens des Komitees der dortigen Stadttheater-Aktiengesellschaft unter einer großen Anzahl Bewerbern den langjährigen Leitern unserer hiesigen Bühne, den Herren Kruse und Helm unter ven günstigsten Bedingungen übertragen worden. Unsere Theaterdirektion hat also für die nächste Winterspielzeit zwo, Theater inne, und zwar wird Direktor Helm das hiesige

Unternehmen leiten, während Direktor Kruse der Bühne in St. Gallen auf Wunsch des dortigen Komitees, vor stehen wird.

*Vier Jahreszeiten.^ Man schreibt uns : Am Sonntag finden in denvier Jahreszeiten" 2 große Spezialitäten- Vorstellungen statt. Herr Busch hat sein Restaurant wieder selbst übernommen, und nur gute Kräfte engagiert, sodaß der Besuch des genannten Lokals empfohlen sei. (Vergl. Inserat in heutiger Nr.)

** Die Geschäftsstelle des landwirtschaft­lichen Vereins für die Provinz Oberhessen schreibt uns: In der gestrigen Sitzung des.Ausschuss es des landwirtschaftlichen Provinzial-Ver- e i n s im HotelPrinz Carl" kamen unter anderm audj, die Angriffe des Abg. Weidner, die er in der Sitzung der 2. Kammer der Landstände vom 13. d. M., gegen den Provinzialverein erhoben hatte, zur Sprache. Die Angriffe gingen bekanntlich dahin, daß bei Errichtung der Jungviehweide Wernings Unregel­mäßigkeiten vorgekommen und staatliche Gelder verpulvert" worden seien. Das Präsidium des Pro­vinzialvereins hatte eine Kommission, bestehend aus den Herren: Kreisrat Tr. Wallau, den Landtagsabgg. Korell und Brauer und Kulturtechniker Kunz in Lauterbach, einge­setzt, die unter Zugrundelegung der Rechnungen und Belege die Insinuationen Weidners prüfen sollten. Diese Kom­mission stellte nun, nach vorhergegangener, eingehender Prüfung, in der Sitzung folgende Thatsachen fest:

L Ter Ausschuß des Vereins hat am 23. Oktober 1899 den zur Errichtung dieser Weide vorgelegten Vor­anschlag in Höhe von 10 000 Mark-gLzwhmigt. Ter Vor­anschlag ist von einem sachverständigen Techniker auf­gestellt worden und das Projekt wurde von ihm aus­geführt. Die entgegengesetzten Behauptungen Weidners sind daher falsch.

2. Die Richtigkeit sämtlicher Rechnungen, bezw. die Ausführungen der Arbeiten, ist von dem ausführenden Techniker bescheinigt. Nur bei einer Rechnung über 2000 Mark für geliefertes Holz von der Gräflich-Laubachschen Kammerverwaltung fehlt diese Bescheinigung ein. Ver­sehen der Rechnungsführung. Die Richtigkeit der Rech­nung steht aber außer Zweifel und die eingesetzten Ein­heitspreise wurden von dem Ausschußmitglied, Ober­förster Diefenbach, als außerordentlich niedrig bezeichnet. Alle entgegengesetzten Behauptungen Weidners sind dem­nach falsch.

3. Die Rechnungen des Gutspächters Hahn wurden auf ihre Einheitsansätze geprüft und von der Kommission als durchaus normal, teilweise sogar niedrig bezeichnet. Sämtliche Rechnungen Hahns sind bezügliche ihrer Rich­tigkeit von dem autzführenden Techniker bescheinigt. Die entgegengesetzten Behauptungen Weidners sind daher falsch.

4. Bei dem vom Konsumverein Wenings gelieferten Thomasmehl fehlt eine Angabe über den Gehalt an Phos­phorsäure. Die Kommission war daher nicht in der Lage, festzustellen, ob der Preis pro Zentner außergewöhnlich hoch sei. In der gleichen Lage befand sich aber auch der Abgeordnete Weidner, und wenn er daher die Behauptung aufstellt, daß er den Zentner um 6 Pfa. billiger in Herchen- hain habe kaufen können, so entbehrt diese Be­hauptung jeder Begründung.

5. Die in einer Rechnung Hahns für geleistete Ar­beiten und geliefertes Heu gestrichenen drei Posten wurdeyr in der Rechnung gestrichen, weil diese Beträge nicht zu den Einrichtungskosten, sondern zu den Unterhaltungs­kosten gehören und dementsprechend in einer anderem Rechnung Aufnahme finden mußten. Diebezüglichen Unterstellungen des Abg. Weidner in dieser Richtung sind daher falsch.

6. Der Voranschlag ist allerdings um 4000 Mark über­schritten worden. Der Grund hierfür lag in einer Er­weiterung des ursprünglich projektierten Planes. Man konnte verschiedenes, da die Werningser Weide die erste derartige Einrichtung war, nicht voraussehen und die Ueberschreitung des Voranschlags ist daher entschuldbar. Die Kritik Weidners in dieser Richtung ist daher unberechtigt.

7. Tie Vergebung der Arbeiten nach vorhergegangenem Ausschreiben in öffentlicher Submission war nicht möglich, weil erst am 10. März die Arbeiten beginnen konnten und schon am 1. Juni die Weide betrieben werden sollte. Zum Teil haben sich,für einzelne Arbeiten, trotz öffentlichen Ausgebots, gar keine Unternehmer gefunden. Auch die Behauptungen Weidners in dieser Richtung sind daher unbegründet.

Nachdem auch von anderen Ausschußmitgliedern das Vorgehen Weidners scharf kritisiert und die Angriffe als jeder Begründung entbehrend bezeichnet worden waren, be- chloß der Ausschuß, die Insinuationen Weidners auf das energischste zurückzuweisen, dem Gutspächter Hahn sein Ver­trauen auszusprechen und ihm insbesondere dafür zu danken, daß er in uneigennützigster Weise mitgewirkt habe, die Aus- ührung des Jungviehweidenprojektes Wernings in so kurzer Zeit und zweckentsprechender Weise zur Durchführung zu bringen.

- o- Lollar, 22. März. Die dem Gastwirt H. Geißler gehörige Wirtschaft genanntZur Germania" ging durch Kauf in den Besitz des Herrn Fritz Krämer zu Limburg a. d. Lahn für Mk. 46 500 über. Geißler erwarb zur Weiterführung und Vergrößerung seines Warengeschäftes durch Kauf das Haus, in dem früher Wirtschaft betrieben wurde, genannt daS Deutsche HauS zu Lollar für Mk. 29000. Das HauS war erst vor 14 Tagen zu 24 000 Mk. gekauft worden. Herr Ludwig Hofmann auS Münzenberg erwarb heute durch Tausch gegen sein bisheriges und von ihm 6e wohnteS Besitztum zu Münzenberg die dem verstorbenen Reinhard Buderus gehörige Villa zu Lollar.

- n. Hartmannshain, 22. März. Nachdem die Gemeinden Ober-Seemen, Gedern und Hartmannshain das zum Bahn bau erforderliche Gelände bewilligt haben, dürste dem Beginn der Arbeiten nichts mehr eutgegenstehen, Zeit wäre es wenigstens dazu.

h Kaulftos, 21. März. Heute sta r b nach kurzem Krankenlager unser langjähriger Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher Heinrich Luft IV. im Alter von nahezu 72 Jahren. Nicht ganz 27 Jahre stand der Ver­storbene mit Treue und Gewissenhaftigkeit, zur steten Zu­friedenheit seiner vorgesetzten Behörde, seinem Amte vor.

Am Geburtstage Ihrer König!. Hoheiten erhielt er das Allgemeine Ehrenzeichen".

(:) Schotten, 21. März. Ein orkanartiger Nord- st u r m herrscht seit Dienstagabend. In hiesiger Gemark­ung, besonders in den Wäldern, hat er vielfach Bäume aus der Erde gerissen. In den höheren Gebirgsdörfern war der Sturm gegen Mitternacht so heftig, daß viele Bewohner Lichter anzündeten und sich genötigt sahen, die durch den Sturm verursachten Löcher auf den Dächern auszubessern. Es stellte sich auch ein bedeutender Schnee- fall ein. Durch den hiesigen Kreistierarzt werden auch in diesem Frühjahre wieder Schutzimpfungen au Jungvieh gegen Rauschbrand vorgenommen. Die Maß­nahme hat sich bisher vorzüglich bewährt.

i. Laubach, 22. März. Am Donnerstag hielt der christlich-soziale Verein eine Versammlung im Gasthaus zurTraube" ab. Pfarrer R ö s ch e n von Freien­seen hielt einen Vortrag überdie freiwillige Ver- Sicherung von Handwerkern und Landwirten auf Grund der Abänderungen des Jnvaliditäts- und Alters- versicherungsgesetzes vom Jahre 1899". Er legte klar aus­einander, wer sich freiwillig versichern kann, welche Pflichten und Rechte diese Selbstversicherung gewährt und verglich die hohen Vorteile, die das Gesetz dem Versicherten giebt, vor dem, was die Privatversicherrmgen bieten. Sehr in die Augen fallend war der Vergleich mit den Volks­versicherungen. Wenn einer 25 Jahre bei der Volks-Ver- icherung wöchentlich 20 Pf. gezahlt hat, empfängt er eine einmalige Zahlung von 190 Mark, bei der Invaliditäts- Versicherung aber, wenn er nach derselben Zeit invalid wird, eine jährliche Rente von 200 Mark. Dringend mahnte der Redner, daß Mädchen, die gedient haben, ja nicht bei ihrer Verheiratung sich die Hälfte der geleisteten Einzahl­ungen zurückerstatten lassen, sondern sich freiwillig weiter versichern sollten, weil sie bei Krankheit oder eintret'ender Invalidität eine schöne jährliche Rente empfangen. In der lebhaften Tiskussion wurde noch auf die große Wohlthat, die das abgeänderte Gesetz bietet, nach verschiedenen Richt­ungen hingewiesen und an die Versammelten die dringende Mahnung gerichtet, von der freiwilligen Versicherung, wenrr ie noch nicht 40 Jahre alt sind, Gebrauch zu machen und in ihren Kreisen aufklarend zu wirken. Nach dem Pro­gramm des hiesigen Gymnasiums besteht das Lehrer­kollegium aus dem Direktor, acht Oberlehrern, den beiden Stadtpfarrern, zwei Accessisten, einepi Lehrer und einem Schreiblehrer. Der Bestand weist 99 Schüler auf, wenn man die letzten Abiturienten abrechnet. Am 22. März wurde das Gräfliche Haus mit einem dritten Kinde, der ersten Tochter, beschenkt.

Homberg a. d. Ohm, 22. März. Das Programm für die Eröffnungs-Feier der N eb e n b a h n N i e d e r * Gemü den-Homberg-Landesgrenze am 30. März liegt uns jetzt vor: 1. Abgang des geschmückten Extrazugs von Bahnhof Burg- und Nieder-Gemünden um 10 einhalb Uhr vormittags. 2. Aufnahme der Festgäste und Schulen von Maulbach und Bleidenrod in Wäldershausen (Halte­telle). 3. Aufnahme der Festigäste und Schulen von Büß- eld, Schadenbach und Deckenbach in Neuhaus (Haltestelle). 4. Bei der Ankunft auf Station Homberg Böllerschüsse. Nach Aufnahme der Schulen von Homberg, Ober-Ofleiden und Haarhausen Abholen der Festgäste und Schulen in Nieder-Of leiden. 5. Inzwischen Aufstellung des Festzuges an der Oberförsterei zu Homberg um 10 Uhr 45 Min.; Ab­marsch nach den Bahnhof durch die Neustadt und Ober­gasse. 6. Empfang des zurückkehrenden Eisenbahnzuges und Festakt auf Bahnhof Homberg um 11 einhalb Uhr. a) Böller- chüsse, b) Musik, c) Begrüßungsansprache durchs Herrn Zsarrer Port, d) Gesang der SchulenDeutschland, Deutschs- land über alles". 7. Abmarsch des Festzuges mit Musik durch Homberg (Untergasse) nach demFrankfurter Hof"; Auflösung des Festzuges, Verteilung von Bretzeln an die Schulkinder und Abzug der auswärtigen Schulen in die verschiedenen Gasthäuser. 8. Festessen um 12 einhalb Uhr mittags imFrankfurter Hof". 9. Festkonzert dort um 6 Uhr nachmittags. 10. Beleuchtung des Ohmviadukts um 7 einhalb Uhr abends. Der Präsident der Königlichen Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. Thome hat sein Er- cheinen zugesagt. Auch das Großherzogliche Ministerium wird erwartet, wie auch die Eisenbahnbehörde von Gießen eine Vertretung zu der Feier senden wird.

Gerichtssaal.

D. Gießen, 22. März. Strafkammer fitzung Die heutige Straf- kamrnerfitzung halte sich nur mit Berufungssachen zu beschäftigen. Die von Johannes Mähler von Klein-Linden gegen ein Urtext des hiesigen Schöffengerichts vom 8. Februar 1901, das ihn wegen Beleidigung der Ehefrau des Privatklägers Johann Pfeiffer, gleichfalls in Klein Linden wohnhaft, in eine Geldstrafe von 15 Mk. verurteilt hatte, eingelegte Be« rufung wird in gleicher Weise wie das von Großh. Staatsanwaltschaft eingelegte Rechtsmittel unter Verurteilung des Angeklagten in die Kosten der zweiten Instanz, verworfen Wegen brutaler Körperverletzung seiner mit ihm im Ehescheidungsprozeß lebenden Ehefrau mittels hinterlistigen Uebrrfalles und lebensgefährdender Behandlung war Georg Karle von Stockhausen in eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten und 14 Tagen ver­urteilt worden. Die seinerseits eingelegte Berufung halte kein für ihn günstigeres Ergebnis; denn die Kammer kam auf Grund der wiederholten Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung, daß das erstinstanzliche Gericht in völlig entsprechender Weise sowohl in Beziehung auf die Schuldfrage als die Frage der StrafausMessung den inkriminierten Vorfall gewürdigt habe und verwarf das eingelegte Rechtsmittel. Gegen eine vom Schöffen­gericht Lauterbach erlaffene Entscheidung hatte der Hotelbesitzer Wüst- hofer und der Förster Kurth, beide von Salzschlirf, Berufung eingelegt. Es galt festzustellen, ob eine den Angeklagten zur Last gelegte Grenzver­letzung, deren sie sich bei Ausübung der Jagd schuldig gemacht haben sollen, als feststehend anzusehen sei oder nicht. Auf Grund der erfolgten Be. weisaufnahme ist das Gericht der ersteren Ansicht, nimmt aber zu gunfien des Angeklagten Kurth, als des Jagdgastes, an, daß er unbewußt die Grenze überschritten habe, während es zu dieser Annahme bei Beurteilung des dem Angeklagten Wüsthofer zur Last gelegten Jagdvergehens der ganzen Sachlage entsprechend und unter Berücksichtigung des Umstande«, daß dieser als Pächter sein Jagdgebiet genau kennen mußte, nicht zu ge- langen vermochte. Das Urteil lautet demgemäß auf Freisprechung be« Angeklagten Kurth, dagegen Verwerfung der Berufung des Angeklagten Wüsthofer unter Verurteilung in sämtliche Kosten des Rechtsstreites. Zn bemerken ist, daß die Strafkammer dieses Urteil, wie der Tenor hervor­hebt, als Gericht erster Instanz fällt. Die Privatklagesache des hiesigen Rechtsanwalt Dr, Spohr gegen den Redakteur derFranfurter Ztg.", Paul Listow sky roegen Beleidigung fand heute vor der Strafkammer ihren vorläufigen Abschluß. Nach längeren Ausführungen bc8 Prioatkläger« sowie bes Berteibigers beS Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Herz in Frank­furt a. M., beren Referterunz nicht notwenbig erscheint, weil der .Gieß. Anz." eine ausführliche Besprechung brr Berhanblung vor bem Schöffengericht tu Gießen gebracht hatte, verwirft bas Gericht bie von bem Angeklagten Listowsky eingelegte Berufung unb beläßt es bei bem Urt-il erfter Instanz, bas gegen biefen wegen Beleibigung bes Dr. Spohr eine Gelb-

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