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eine Rede sein, wenn sich auch die Notwendigkeit ergeben dürfte, einen Teil der Offiziere in Regimenter einzustellen, denen sie früher nicht angehörten, aber darin läßt sich mit der Zeit durch Verletzung wieder Wandel schaffen.
führen ano entging mit knapper Not der Aufnahme in die von den Gesandten ausgestellte Liste der zu Enthauptenden. Man zweifelt, ob Japan die Ernennung annimmt.
Peking, 21. Juni. (Reutermeldung.) Seit einiger Zeit laufen hier Gerüchte um, daß in Siankalpan vier belgische Missionare ermordet worden seien. Es wurde denselben kein Glauben geschenkt, da die chinesischen Beamten, welche mit jenem Bezirk in Verbindung stehen, die Richtigkeit der Meldung bestritten. Schließlich lauteten die Nachrichten so bestimmt, daß der belgische Gesandte heute Boten absandte, um das Thatsächliche zu erfahren. Die Mission war stark befestigt und die Priester und eingeborenen Christen hielten dieselbe während des letzten Aufstandes inne, ohne daß sie belästigt wurden. Man erzählt sich, daß Soldaten aus der Armee Tung-fu siangs, die in jene Gegend marschierten, im Laufe des April die Mission überfallen hätten. Während die Thore offen standen, hätten sie die Insassen niedergemacht und des Eigentums beraubt. Die Entfernung und die Verhältnisse des Landes machen eine Entsatzexpedttion unausführbar.
Zied: Home sweet home von Voigt, 3. Veturia! Walzer von Jvanovici, 4. Finale a. d. Op. „Aida" von Verdi.
(!) Leichtsinnig. Auf der Rückfahrt von dem Ausflug des Eisenbahnvereins, der vorigen Mittwoch nach Marburg und Spiegelslust ftattfand, entfiel hinter der Station Marburg einem der Ausflügler der Hut. Kurz entschlossen sprang der Eigentümer vom Wagen herunter und kam zu Fall. Glücklicherweise war der Zug noch nicht in voller Fahrt, odaß der betreffende Herr außer einigen leichten Hautabschürfungen keinen weiteren Schaden nahm. Mit einem päteren Personenzug kehrte er von Marburg nach Gießen zurück, wo er um 12 Uhr eintraf.
** Militärisches. Dem Oberleutnant der Reserve im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116 May (Hersfeld)
** Programm des Promenaden Konzerts. 1. Ouvertüre
i. Op. „Undine" von Lortziug, 2. Paraphrase über daS
Ausland.
London, 21. Juni. Aus Yokohama wird gemeldet: Der rühere Verkehrsminister tm Kabinet des Marquis Ito, Hoschi Toru, wurde heute in der Sitzung der Stadtvertretung durch einen Dolchstich verwundet und starb alsbald. Der Ermordete war früher Präsident des Re- iräsentantenhauses und Gesandter in Washington. Der Beweggrund zu dem Morde scheint ein politischer zu sein.
— Aus einem vom Ministerium des Innern veröffent- ichten Bericht geht hervor, daß 90 v. H. aller im Jahre 1900 naturalisierten Ausländer Juden sind. 542 der grämten 581 stammen aus Europa, und zwar 212 aus Ruß- and, dann folgt Deutschland mit 189.
Petersburg, 21. Juni. Die Großfürstin Maria Geor- giewna, Gemahlin des Großfürsten Georg Michaelowitsch, ist gestern von einer Tochter entbunden worden.
— Heber ein Attentat im Ministerium des Innern wird folgendes berichtet: Auf den Vizedirektor der Medizinalabteilung im Ministerium des Innern, Malinowsky, ist ein Neberfall verübt worden. In seinem Empfangssaale hatte sich ein Bittsteller eingefunden, der ilötzlich gegen Herrn Malinowsky ein Meffer zückte. Dieser rel ihm in den Arm, warf ihn zu Boden und hielt ihn fest, ris die Diener zu Hilfe kamen. Der Verbrecher wurde ver- »aftet, weigerte sich aber, für seine Handlungsweise irgend eine Erklärung abzugeben. Durch die Erhebungen über die Person des Attentäters wurde fefigestellt. daß er ein Medt- iuer namens Zilitinkjevitsch ist, der an Verfolgungswahn eidet.
Washington, 21. Juni. Das Kabinet billigte das Vorgehen des Schatzsekretärs betreffs der Auflegung von AuS- t leichSzöllen auf gewisse rassische Erzeugnisse.
gegenüber von einer hiesigen Korrespondenz auf Grund angeblicher authentischer Informationen versichert wird, hat der Kaiser jenes Wort nickst gesprochen. Tie damalige Unterredung soll siel)' vielmehr in folgender Weise entwickelt haben: Ter Monarch deutete an, daß er Ballin für einen Ministerposten in Aussicht nehme, und der Tirektor hielt es daher'für seine Pflicht, dem Kaiser zu sagen: „Majestät scheinen nicht zu wissen, daß ich Jude bin". Ter Kaiser 3varf ein: „Nun, das läßt sich doch ändern!" „Nein, Majestät", l------
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist rm* unter genauer Quellenangabe: „Gietz. Anr*" gestattet.)
** Prof. Dr. Groos. Unsere Universität hat sich, wie iekannt, Professor Karl Groos, der uns vor einigen Jahren verließ, um einem Ruf nach Basel zu folgen, wieder als ordentlichen Profeffor zurückgeholt. Professor Groos, der 861 geboren ist, habilitierte sich 1889 an der Universität Gießen für Philosophie und erhielt einige Zeit darauf das Prädikat als außerordentlicher Profeffor. Im Jahre 1893 rerief ihn die Universität Basel als Ordinarius an Stelle >eS zurückgetretenen Professors Haus Heusler. Groos hat »ereits eine ganze Anzahl wiffenschaftlicher Werke veröffent- icht, die in Fachkreisen Aufsehen erregten.
** Das Jahresfest bet Universität findet am 1. Juli, vormittags liy4 Uhr pünktlich in der großen Aula statt. Nach musikalischer Einleitung wird der Rektor Profeffor Dr. Schmidt die Festrede halten.
•* Die freischlagende Verbindung „Frankonia" begeht reute und morgen ihr 29jährigeS Stiftungsfest.
Deutsches Keich.
Berlin, 21. Juni. Aus Kiel wird gemeldet: Zur gestrigen Abendtasel bei dem Kaiser und der Kaiserin waren der Großherzog von Sachsen-Weimar und Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg geladen. — Tie Dacht der Kaiserin „Iduna" ist nach Beendigung der Segelwettfahrt heute nachmittag in den Hafen zurückgekehrt. Tas Kaiserpaar begab sich' mit seinen Gästen an Bord der „Hohen-< zollern",- dps Prinzenpaar Heinrich ins Schloß. — Ter Großherzog und die Großherzogin-Mutter von Mecklenburg- Schwerin sind heute abend hier eingetroffen und vom Kaiser sowie dem Kapitän des russischen Kreuzers „Swetlana" empfangen worden.
— In seiner Cuxhavener Rede hat der Kaiser dem Generaldirektor Ballin von der Hamburg-Amerika-Linie eine außerordentliche Ehrung erwiesen, indem er mit Tank anerkannte, daß der Tirektor der Gesellschaft „als kühner Unternehmer der Hansa hinausgegangen sei, um für uns friedliche Eroberungen zu machen, Eroberungen, deren Früchte dereinst unsere Enkel einheimfen werden." Und unter das Bild, das der Herrscher dem Tirektor Ballin verehrte, schrieb er die Widmung: „Dem weitblickenden, unermüdlichen Bahnbrecher für unfern deutschen Handel und unsre Ausfuhr." Tiefe hohe Auszeichnung hat einigen Blättern Veranlassung gegeben, von Ballin als einen „kommenden Mann" zu sprechen und an eine frühere Begegnung des Monarchen mit ihm zu erinnern, bei der der Kaiser auf einen Einwurf Baltins, daß er Jude sei, erwidert haben sollte: „Tas macht mir nichts!" Wie dem-
Errgländer und Bure«.
Ta,s! Londoner Abendblatt „Sun" verbreitet die bisher jeglicher Bestätigung von anderer Seite entbehrende und zweifellos unrichtige Meldung, daß General Botha und seine Unterführer beschlossen hätten, sich zu ergeben und daß man in Downing Street sogar glaube, daß die Ueber- gabe bereits erfolgte.
Ueber den VorfallbeiWr'lrnansrust läßt sich der „Standard" aus Pretoria vom 18. ds. melden: 300 Mann waren detachiert worden, um in der Flanke etwa 40 Kilometer südlich von Middelburg (Transvaal) vorzugehen. Um halb 8 Uhr abends umgaben 150 Buren, hinter denen eine Reserve von weitern 200 Mann stand, das Lager unter dem Kommandanten Müller. Tie Buren krochen ganz dicht an das Lager heran und eröffneten ein mörderisches Feuer, dann stürmten sie in die Stellung hinein. Die ganze Sache war in wenigen Minuten vollendet. Müller ist übrigens derselbe Burenführer, der die Engländer vor kurzer Zeit in der Nähe von Helvetia überraschte, als dieser Platz von Viljoens Kommando angegriffen wurde.
In einer vom Cape Argus veröffentlichten Schilderung des Kampfes bei Vlakfontein heißt es: Die Buren beschossen die Engländer eine Weile mit von ihnen erbeuteten englischen Geschützen; sechs Granaten trafen in Dick- sons linken Flügel. Später wurden diese Geschütze von den britischen Truppen wiedergenommen, und das Derbyshire- Regiment griff den Feind mit dem Bajonett an. Die Buren flohen; ihr Gesamtverlust wird auf 60 Tote und Verwundete geschätzt.
Ter Bericht der englischen Landbesiedelungs-Kom- mission für Südafrika spricht die feste Ueberzeugung aus, daß ein wohlüberlegter Plan zur Besiedelung Südafrikas durch Männer englischer Abkunft von der größten Bedeutung für dass künftige Gedeihen Südafrikas sei und daß, falls nicht die größten Anstrengungen gemacht werden, eine durchaus britische Bevölkerung nad), Südafrika zu bringen, die stark genug sei, die Wiederholung von Unordnungen zu verhindern, dfe ganzen Opfer an Gut und Blut grundlos vergeudet feien. Es fei kein Zweifel, daß -eine gut getextete Politik die „neuen Kolonien" zu einem durchaus englischen Staate machen können, der eine Stärkung, nicht eine Schwächung für das Reichs bedeute. — Aut eine „gut geleitete Molitik" wird man in England wohl noch eine Weile warten müssen.
Ter frühere Minister und Vizekönig von Indien, Marquis of Ripon, veröffentlichte ein Schreiben, in dem er qeäen das System der Flüchtlingslager, wie sie von Miß.Hobhouse geschildert sind (vgl. Nr. 143, Blatt 2) Einspruch erhebt, und erklärt, es erfülle ihn mit Scham, daß solche Tinge unter britischer Verwaltung möglich seien. Es handele sich dabei nicht um eine politische Frage, sondern um das Ansehen des Landes. Ripon fügte hinzu, man könne keine Person dafür verantwortlich machen, aber für das System fei kein Verdammungsurteil zu scharf. Auch der liberale Parteiführer Campbell-Bannermann veröffentlicht einen Brief, in dem es heißt, ein Volk zu ver- tilgen oder durch Gewalt zu unterdrücken, könne niemals die Politik des Landes fein.
würde der Abschied bewilligt.
§* Personal-Näch richten. Ter Großherzog hat die Elisabeth B e i s i n g e r zu Sieburg zur Handarbeits- 1 ehrerin und Aufseherin am Arbeitshaus zu Dieburg er- i na,mt. Durch! Entschließung des Großh. Ministeriums des Innern wurden die Gerichtsaccesfisten Oskar Frölich zu Darmstadt und Ernst Pi stör zu Worms zu Regierungsassessoren ernannt. In den Ruhestand wurde versetzt der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Lauterbach Jo- Hann Adam Weiß auf fein Nachsuchen bis zur Wiederher- tellung seiner Gesundheit und unter Anerkennung seiner reuen Dienste und der Bahnwärter bei der Main-Neckar- Eisenbahn Sebastian Hotz auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Juli l. Js. an-
** Die schönen Sage von Lenzes Gnaden sind nun vorüber. Gestern ist er von uns geschieden unb hat dem Sommer die Herrscyaft abgetreten. Man behauptet wohl kaum zu viel, wenn man sagt, so einen wunderbaren Frühling seit Jahren nicht gehabt zu haben. Tas gute, freundliche Wetter war bis auf eine kurze Zeit vor wenigen Tagen fein Hauptmerkmal, und unsere Sommer-Wirte stimmen gern in dieses Lob mit ein. Am 21. Juni hatte die Sonne ihren höchsten Stand, den Gipfel ihrer Macht für unsere nördliche Erdhälfte erreicht und überall in Feld und Wald ertönen Jubeltöne, überall prangen festliche Farben, überall wehen süße Düfte. Stolz, trägt der Baum fein grünes Blätterdach, majestätstch wogt das Aehrenfeld im Wind, das Kirn blüht. Als letzte Liebesgabe beut uns der Lenz die Rose. Auf dem Feldraine oder an steiler Wand glüht das Heckenröschen, und wenn die finstere Nacht der Blumen Pracht verhüllt, leuchtet das Johanniswürmchen aus Busch und Strauchwerk smaragdgrün. Doch auch der Sommer birgt reiche Gaben für uns in seinem Schooße. Neben den holden Kindern Floras, die sich besonders durch Farbenpracht auszeichnen — man denke dabei nur au die herrlicheii Feldblumen. — deckt er im Wald den Tisch für groß und klein und ladet zum fröhlichen Beerenfchmaufe ein. Auf der Wieie klingt bereits jetzt die Sense des Schnitters und nicht wrt i vieles später fallen schon die ersten Aehren. Möge au$
ändern. Ich bin Jude aus Ueberzeugung. Der Kaiser schwieg einen Augenblick, dann erklärte er: „Nun, wir kommen doch noch mal zusammen!"
— In der Angelegenheit des Konsistorialrats Dr. R e i ck e erfährt die „K. Z.", daß derselbe seinen Wünschen entsprechend in das Reichsversicherungsamt einberufen werden wird. Tas Blatt fährt fort: Wir gehen wohl nicht fehl mit der Annahme, daß bei dieser Maßregel die Hand des Reichskanzlers Grasen Bülow nicht unbeteiligt gewesen ist Uebrigens war die Versetzung des Dr. Reicke vost Berlin uad), Königsberg nicht durch eine Staatsbehörde, sondern durch den evangelischen Oberkirchenrat als oberste Kirchenbehörde veranlaßt worden.
— Tie unfreiwillig ans dem Heer geschiedenen Offiziere meldet bekanntlich das Militärwochenblatt' uvckst, erst nach Erscheinen der neuesten Rangliste lassen sich die Namen feststellen; trotz Mörchingen ist die Zahl der mit schlichtem Abschied entlassenen Offiziere ganz außerordentlich gering; der militärische Ehrenkodex ist bekanntlich außerordentlich streng. Wir zählen in der gesamten Infanteriewaffe nur 21 Offiziere, die sich derartige Verfehlungen zu Schulden kommen ließen, daß sie unfreiwillig des Kaisers Rock ausziehen mußten; darunter befindet sich ein Leutnant bei einem Garde-Regiment in Berlin und ein Hauptmann bei einem Regiment in Brieg; außerdem noch ein Zahlmeister bei einem Regiment in Gumbinnen. Tie Jäger haben keinen mit schlichtem Abschied entlassenen Offizier, ebenso die Garde-Kavallerie. Die ganze Linien- Kavallerie hat nur 3 Offiziere, die unfreiwillig des Kaisers Rock haben ausziehen müssen, darunter ein Rittmeister bei einem Dragoner-Regiment in Mecklenburg; die zwei Leutnants haben sehr bekannte hochQdelige Namen, einer ist Leutnant bei einem Dragoner-Regiment in Ostpreußen, der andere bei dem vornehmsten Husaren-Regiment im Rheinland, hierzu kommt noch ein Roßarzt bei den 5. Husaren. Tie gesamte Feldartillerie hat nur 7 mit schlichtem Abschied entlassene Offiziere, darunter einen Hauptmann bei dem 30. Regiment in Rastatt, die Fußartillerie nut einen einzigen Offizier, bei dem 6. Regiment in Neiße- Glogau (1 Hauptmann); die Ingenieure haben keinen mit schlichtem Abschied entlassenen Kameraden; die Eisenbahnregimenter ebenfalls nicht, die Pioniere einen bei dem 7. Bataillon (Deutz); der Train einen solchen bei dem 4. (Magdeburg). Diese Thatsachen beweisen, wie hoch unser Offizierkorps dasteht, es giebt kein Offizierkorps, bei dem so wenig Verfehlungen zu beklagen find, als beim deutschen.
— Am 21. Juni wurde im Hauptfern sprech amte Berlin eine neue Betriebsform eingeführt. Diese ermöglicht die telephonische Verbindung durch die Ver-, Mittelung Berlins auch zwischen den Orten herzustellen, welche zwar bisher an das Berliner Fernsprechnetz angeschlossen waren, jedoch unter einander nicht in telephonischen Verkehr treten konnten. An den Vorteilen dieser Einrichtung, die nach einem neuen, von der Aktien-Ge- sellschast Mix und Genest herrührendem Apparatsystem gebaut ist, partizipieren nicht weniger als 1700 Orte Deutschlands, welche mittels 130 Leitungen mit Berlin in Verbindung steyen.
— Aus Posen wird der „T. R." geschrieben: Vor drei Tagen wurde hier der katholische Lehrer an der Bürgerschule Gryszczynski beerdigt. Mehrere Klassen der Schule wollten, wie üblich, den Lehrer am Grabe noch durch! ein Lied ehren. Propst Dr. Lewiick hatte jedoch! a priori verboten, ein deutsches Lied zu singen, weil' dem Herkommen nach! auf dem Friedhöfe nurlateinisch! dbe r polnisch gesungen werden dürfe. Weil es sich um eine Anordnung des Er-zbischjofs handle, könne er (der Propst) keine Ausnahme machen. (Ein solcher Fall Don polnischem Fanatismus kann nur dazu beitragen, die Kluft zwischen den Deutschen und den Polen zu vergrößern.)
Ter „Reichsanz." schreibt: Die preußische Staats- forstverwavtung betrachtet es als eine ihrer Aufgaben, im Interesse der Landeskultur auf den Holzanbau in den Waldungen der Gemeinden und öffentlichen An- kalten, Privatgrundbesitzer ufw. anregend und fördernd dadurch einzuwirken, daß sie gutes Pflanzenmaterial zum Selbstkostenpreise an diejenigen Waldbesitzer abgiebt, die nicht Gelegenheit haben, die erforderlichen Pflanzen selbst zu erziehen. So wurden am 1. Juli 1900 bis 31. März» 1901 im ganzen 17 977 300 Laubholz- unb Nadelholzpflanzen abgegeben.
Hamburg, 21. Juni. Die Feier der Grundsteinlegung zur Bismarcksäule auf dem Hammelsberg im Sachsenwalde gestaltete sich bei aller Einfachheit äußerst würdig. In Hammelsberg versammelten sich vormittags um 10 einhalb Uhr die Vertreter der deutschen Hochschulen; tud. meb. Busch^Bonn hielt eine prächtige, dem Gedächtnis Bismarcks geweihte Ansprache. Fürst Herbert ermahnte in seiner Erwiderung, an den Traditionen seines dahin- geschtedenen großen' Vaters unentwegt seskzuhalten. Es folgten die üblichen Hammerschläge, womit die Feier beendigt war.
Bremen, 21. Juni. Wie „B. T. B." erfahrt, hat der Norddeutsche Lloyd die deutschen Werften neuerdings mit dem Bau von sechs großen Dampfern beauftragt und zwar wird der „Vulkan" in Stettin die Dampfer „Gneise- nau" und „Schleswig", die Firma Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde die Dampfer „Roon" und „Scharnhorst", die Firma S. Schichan in Danzig die Dampfer „Zieten" und „Seydlitz" bauen. Tie Dampfer sind sämtlich Doppel- schraubendampfer von 7—8000 Registertonnen.
Dresden, 21. Juni. Sicherem Vernehmen nach ist an Stelle des verstorbenen Justizministers Dr. Schurig der Generalstaatsanwalt, vortragende Rat im Ministerium und stellvertretende Bevollmächtigte zum Bundesrate, Geh. Rat Tr. Rüge r vom König zum Staats- und Justizminister
ernannt worden.
München, 21. Juni. Zu der neuaufgetauchten Frage der dritten Bataillone teilt die „Augsb. Abendz." die Ansicht informierter militärischer Kreise folgendermaßen mit: Hier hat man von allem Anfang an die Ueberzeugung gehabt, daß es sich! bei den Regimentern mit zwei Bataillonen nur um einen vorübergehenden Zustand handeln kann, daß diese Regimenter in der allgemeinen Formation doch! störend wirken müssen. Dagegen hält man auch jetzt noch an der Meinung fest, daß vor Ablauf der jetzigen Gesetzesperiode über die Friebenspräsenz die Schaffung der fehlenden dritten Batillone nicht vorgenommen wird. Was die Unterbringung der aus China zurückkehrenden Offiziere und Mannschaften betrifft, so glaubt man nicht, ___ , .... daß sie auf besondere Schwierigkeiten stoßen wird. In bemerkte Ballin, „das läßt sich nichts der bayerischen Armee wenigstens kann von Schwierigkeiten


