gefahren. (Gelächter im Publikum.) — Präs.: Das ist keine Antwort auf meine Frage. Was veranlaßte Sie, sich gerade in Osnabrück zu stellen? — Zeuge: Ich wollte bei der Artillerie dienen. — Präs.: Es gab doch aber noch näher gelegene Artillerie-Regimenter? — Zeuge: Ich fuhr auf Anraten meines Vaters nach Osnabrück, da mein Vater sagte, in Osnabrück ist es ganz gut. — Präs. : Was mag Ihren Vater veranlaßt haben, Sie gerade nach Osnabrück zu schicken? — Zeuge: Das weiß ich nicht. Ter Zeuge bekundet noch auf Befragen: Er habe in einem Adreßbuch in Osnabrück nach der Wohnung des Militärarztes Tr. Schimmel gesucht; er wisse aber nicht mehr, ob ihn Tr. Schimmel in der Kaserne oder in seiner Privatwohnung untersucht habe.
Es wird darauf beschlossen, den Generalarzt a. D. Tr. Lindemann (Münster), sowie die Militärärzte Dr. Bunge- roth, Tr. Hecker und Dr. Weber als Zeugen zu laden. Alsdann wird die Verhandlung auf Montag 9 Uhr vertagt.
Aus Stadt uni» Kmö.
Gießen, den 22. Avril 1901
** Militär ischerBefuch. In unserer Stadt weilen zurzeit der Korpskommandeur Exzellenz v. Lindequist nebst seinem Adjutanten Major v. Moser, der Ttvisions- kommandeur Generalleutnant v. Perbandt nebst Adjutant und der Brigadekommandeur Generalmajor v. Plötz nebst seinem Adjutanten, Hauptmann Graf von der Schulenburg. — Heute abend wird auch der Präsident des Finanzministeriums Gnauth mit einigen Herren vom Ministerium unsere Stadt besuchen, und morgen wird der Generalstab des 18. Armeekorps: Oberst Scholz, Oberstleutnant v. Lochow, Major Moser, Geh. Kriegsrat Selle und Intendant Schindler hier eintreffen. Sämtliche Herren steigen im Hotel „Großherzog von Hessen" ab.
Sch. Personaluachrichten. Der Bezirkskassierer der Bezirkskaffe Altenstadt Heinrich Becker ist in gleicher Eigenschaft nach Nidda und der Bezirkskasfierer der Bezirkskaffe Grebenhain Heinrich Schlehenbecker in gleicher Eigenschaft nach Wald-Michelbach versetzt. Der Assistent bei der Bezirkskasse Mainz Heinrich Haas ist zum Betriebskassierer der Betriebskaffe Grebenhain, der Assistent bei der Bezirks kaffe Darmstadt I Christian Göbel zum Bezirkskasfierer der Bezirkskaffe Altenstadt und der Finanzaspirant Wilhelm Georg aus Gießen ist zum Assistenten der Bezirkskaffe Mainz I ernannt worden. — Der Großherzog hat den Oberlehrer an der Volksschule zu Offenbach Dr. Michael Joseph Zang zum KreiSschulinspektor bei der Kreisschulkommission Mainz ernannt.
•* Ernannt wurden: Pfarramtskandidat Herrmann zu Mainz, seither Repetent an der Theologischen Fakultät der Landes-Univerfität, zum Pfarrverwalter in Alsfeld, Dekanat Alsfeld; Pfarrvikar Herrmann zu Beienheim zum Pfarrassistenten in Nidda, Dekanat Nidda; Pfarramtskandidat Grünewald zu Mainz, zuletzt Pfarrvikar in Hopfgarten, zum Pfarrassistenten in Langen, Dekanat Offenbach; Pfarramtskandidat Bogt zu Lich zum Pfarrassistenten in Michel, stadt, Dekanat Erbach; Pfarramtskandidat Vogel zu Wöll- stein zum Pfarrvikar in Dieburg, Dekanat Groß Umstadt. — Zur Wiederbesetzung wird ausgeschrieben: die evan- gelische Pfarrstelle an der FriedrichSgemeinde zu Worms, Dekanat WormS.
% Das Großh. Hess. Regierungsblatt Beilage Nr. 4 vom 19. April enthält: 1. Bekanntmachung, die Bestellung eines beeidigten UebersetzerS und Dolmetschers betreffend. — 2. Bekanntmachung, das Gesetz über die Dienstbezüge der staatlich bestätigten Forstwarte betreffend. — 3. Bekanntmachung, die Erhebung der allgemeinen Kirchensteuer betreffend. — 4 Bekanntmachung, die Bestätigung von Schenkungen betreffend (unter anderm Annahme der Schenkung der Wwe. des Friedr. Textor Johanna, geb. Frey zu Wiesbaden an die Provin zial-Hauptstadt Gießen im Betrage von 6000 Mk. und Schenkung eines Ungenannten an die katholische Kirche zu Gießen, im Betrage von 15000 Mk. und Schenkung de« Stadtkirchenbauvereius zu Friedberg an die evangelische Kirche dort, im Betrage von Mk. 5076. — 5. Bekanntmachung, die Organisation der Verwaltung der Staatsschuld betreffend. — 6. Bekanntmachung, die Ergebnisse der Verwaltung der Großh. BrandverficherungSkaffe vom Jahre 1898 betreffend. — 7. Bekanntmachung, die Umlage der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaft für das Großherzogtum Heffen betreffend. — 8. Bekanntmachung, den StenerauSschlag für den RabbinatSgehalt zu Offenbach für 1901/02 betreffend. — 9. Ordensverleihungen. 10. Konkurrenzeröffnungen.
*' Ein Toteugruß aus der Stadt des Unheils. Bei Herrn Postsekretär a. D. Mayer, der bekanntlich Mitglied des VerbaudspräsidiumS oer Kriegskameradschaft «Hasfia- ist, ist dieser Tage eine Feldpostkarte eingetroffen, abgestempelt am 6. März von der K. D. Feldpoststation Nr. 2. Man sieht auf der Rückseite die Abbildung einer Anzahl sehr stattlicher, arseualartiger Gebäude und die gedruckte Vorschrift: „Gree- tings from Hongkong“ (zu Deutsch: Grüße auS Hongkong). Darunter liest man:
Herzlichen Gruß Euch vom Schoppen am Morgen! Trinket Euch frei von allen Sorgen, Wie wir eS thun auf dem wetten Meere.
Wenn blos der W<tn etwas besser wäre!
Der ist thatsSchlich m'serabel. Viele herzliche Grüße Bartsch. Herzlichen Gruß Fischer.
Es ist nicht ersichtlich, ob die Herren gerade eine kleine Vergnügungsmeerfahrt unternommen halten, und ob die Karte
t.ln P^ing zur Post gegeben worden ist. Das letztere - V« wohl anzunehmen. Jedenfalls kann man sich emes Gefühls der Wehmut nicht erwehren, wenn man diese offenbar rn köstlichster Stimmung niedergeschriebenen Worte ließt. Mehrere Tage erst nach dem grauenhaften Eade des Hauptmanns Bartsch langten hier diese feuchtfröhlichen Grüße an. Sie geben uns gleichzeitig ein kleines Bild von dem nicht unfidelen ostasiatischen Garnisonleben. Mancher stiller Schoppen treuen und herzlichen Gedenkens wird jetzt in schmerzvoller Erinnerung auf deutschem Boden dem Toten geweiht werden, zumal in unserer Stadt.
Hofmauu. Wir erhalten von geschätzter Seite, von der wir mit Jutereffe Notiz genommen habcusolgende Zuschrift
„Gestatten Sie, daß ich Ihnen mal widersprechen muß. In dem Artikel: die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft Nr. 90, 2. Blatt sagen Sie: die Zusammenstellung von Hofmann und Wallot fei nicht angängig. Sie ists aber sehr. Hofmann ist einer der bedeutendsten Architekten, die wir haben und giebt Wallot nichts nach, die Wormser Rheinbrücke, die Hofmann baute, und voriges Jahr eingewtcht wurde, ist ein8 der bedeutendsten Kunstwerke im Brückenbau Das von Hofmann erbaute Wormser Lagerhaus hat einen hohen Klang
Die Versammlung des tierärztlichen Proviuzialvereins von Oberheffen tagte hier am Sonntag. Der Vorsitzende des Vereins, Kreisoeterinärarzt May in Friedberg, eröffnete die Versammlung morgens 10 Uhr im Cafä Ebel. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten teilte Prof. Dr. Winkler seine günstigen Erfolge über Immunisierung (Giftfestmachung) bei Maul- und Klauenseuche durch Verab reichung von Milch seuchekranker Tiere an bis dahin gesunde Individuen mit. Daran schloß sich eine Diskussion. Gegen 12 Uhr begaben sich dann die Theilnehmer in die Veterinär- Anstalt, wo der Vorstand deS Tierspitals einige moderne Operationen vor den Herren ausführte. Im Anschluß darau fand im Cafe Ebel ein gemeinsames Essen statt.
Lt. Hessischer Athleten Verband. Sonntag tagte im 23er- einSlokal des ersten Gießener Stemm» und Ringklubs, Asterweg Nr. 7, der 4. Delegiertentag des Hessischen Athleten- VerbandeS. Vertreten waren alle Vereine des Verbandes. Bei der VorstaudSwahl wurde der Wurstfabrikant und Meister- schaftsstemmer von Hessen Seidel vom Kasseler Kraftsport- Veretn einstimmig zum 1. Vorsitzenden wieder gewählt, zum 2. Vorsitzenden Joseph Stein vom ersten Gießener Stemm- und Ringklub, zum Kassierer Michel vom Athletenklub Einigkeit in HerSfeld, zum 1. Schriftführer Kampmaun vom Athletenklub Roland in Kassel, zum 2. Schriftführer ManS vom Athletenklub Einigkeit in HerSfeld, zum 1. Revisor Huberthal vom Athletenklub Roland in Kassel, zum 2. Revisor Seipel vom Athletenklub Roland in Hersfeld, zn Beisitzenden Merlich vom Athletenklub Roland in Kassel und Schade vom Athleten- lub Roland in Hersfeld. Stemmwarte wurden Joseph Stein vom ersten Gießener Stemm- und Ringklub und Höhmann vom Kasseler Kraftsport-Verein. Der 1. Vorsitzende Seidel schloß nach einer kurzen Rede mit einem dreifachen „Kraft Heil" auf das Blühen und Gedeihen des Verbandes )ie Versammlung. Der nächste Delegiertentag findet im Herbst in HerSfeld statt.
** Die orden tliche Generalversammlung >es kaufmännischen Vereins am Samstag war ehr stark besucht und nahm einen teilweise stürmischen Verlauf. Nach Eröffnung durch Herrn E. Horst, komlnt der Geschäftsbericht durch Herrn Meyer zur Verlesung, der Bericht über Fachschule und Lehrlingsheim durch Herrn Knauß, der geprüfte Rechnungsabschluß durch Herrn Böhm. Aus diesem sei mitgeteilt, daß die Mitgliederzahl 398 (6 Ehren-, 200 ordentliche und 192 unterstützende) beträgt ; das Vereinsvermögen steht mit Mk. 35 370.53 §u, Buch die Bbliothek umfaßt H67 Bände; ausgeliehen wurden 1110 Bände; es wurden acht Vorträge gehalten. Der Bericht beschwert sich über die laue Beteiligung sowohl der ordentlichen wie insbesondere auch der unterstützenden Mitglieder. Die Schülerzahl der Fachschule betrug im Sommer 48, im Winter 152; es wurde in 3 bezw. 17 Klassen unterrichtet; ein Teil dieses Unterrichts mit 42 Schülern und 6 Tagesstunden konnte am Tage stattfinden; es fand je ein Schireibmaschinenkursus für Herren, und Damen statt, owie ferner noch ein Damenkursus im Winter mit sechs Stunden Tagesunterricht. Auf Antrag des Herrn W. Kö ser erfolgte die Entlastung des Vorstandes. Man ging sodann zu den Wahlen. Mit großer Majorität wurde in geheimer Abstimmung der Vorstand bis auf einen Herrn, der kein Amt weiter übernehmen konnte, wiedergewählt. Er »esteht aus den Herren E. Horst, 1. Vorsitzender; Herrn. Ei chenauvr, 2. Vorsitzender; O. Meyer, 1. Schjrift- ührer; W. Best, 2. Schriftführer; Gg. Böhm, Rechner; Hch Koch', 1. Bibliothekar neugewählt; Aug. Waag, 2. Bibliothekar. Durch Zuruf wurden gewählt als Revi- oren die Herren Jullmann und Mootz, als Mitglieder des Aufnahmeausschusses die Herren Bender, Fr. Roth, A. Höchner, C. Re'ith, I. Rau, C. Bramm, Gg. Mootz; in den Schulausschuß die Herren Köser, Röhr und Vaubel; in den Vergnügungsausschuß die Herren Rosenthal, Weidig und Wilcker. Der omv Vorland beantragte Voranschlag wird angenommen. Die Ver- ammlung stimmt dem Antrag, die Bierabgabe des Hausverwalters auf 2 Mark pro Hektoliter zu belassen, zu und beschließt, daß dem deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verband das Abhalten seiner Sitzungen im Vereinshause nicht mehr gestattet ist. Die Versammlung fand erst um 2 Uhr ihr Ende.
-a- Sterbekasse für die Mitglieder des Landes-Gewerbevereins. Zur zweiten Versamm- 'ung der Sterbekasse für die Mitglieder des Hess. Landes- gen-erbevereins hatten sich am Sonntag in Steins Garten hier die Delegierten der Kasse, sowie eine größere Anzahl Mitglieder und Gäste, darunter Provinzialdirektor Geh. Rat v. Bechtold, Beigeordneter Wolff u. a. eingefunden. Tie Versammlung wurde von Kommerzienrat Heyligenstaedt im Auftrage des Gießener Lokalvereins, und Beigeordneten Wolff im Auftrage der Stadt bewillkommnet. Nach dem von dem erstell Vorsitzenden, Stadtverordneten C. Rockel aus Darmstadt, vorgetragenen Verwaltungsberichte kann die Kasse mit Befriedigung auch auf das zweite Jahr ihres Bestehens zurückblicken. Ter Zuwachs von 140 Mitgliedern zeigt, daß der Wert der Kasse immer mehr gewürdigt wird. Tie Kasse bietet den Hinterbliebenen ihrer Mitglieder ein Sterbegeld von 500 Mk., wofür im letzten Jahre, das sich durch eine verhältnismäßig niedrige Sterblichkeitsziffer auszeichnete, etwa 10 Mark pro Mitglied in Raten von Mk. 1.60 durch Umlage erhoben wurden. Am 31. Dezember 1900 hatte die Kasse einen Barvorrat von 336.94 Mk., eine Gesamteinnahme von 16 868 Mk. (14 398 Mk. Mitgliederbeiträge); nach Abzug der Ausgaben (u. a. 6500 Mark Sterbegeld, 629 Mk. Erhebgebühren und Verwaltungskosten usw.) konnten 7500 Mk. dem Reservefond überwiesen werden. Dieser beträgt zurzeit etwa 12000 Mk. Nach Beschluß der ersten Telegierten-Versammlung wurde die Altersgrenze für Neuaufzunehmende vom 55. auf das 50. Lebensjahr herabgesetzt. Die Revision der Kasse- und Geschäftsführung gab keine Anstände. Tie Kasse zählte am 31. Dezember 1900 1410 Mitglieder (in Gießen 114). Das Mter der Verstorbenen bewegte sich zwischen 38 und 57 Jahren. — lieber die Einführung fester Beitrüge gab Oberrcchnungsrevisor Erb
ein ausführliches Gutachten. Nach seinen in Bezug auf das Alter der Kassemitglieder, die Sterbemöglichkeit (etwa. 26 Sterbefälle pro Jahr) und eine Reihe anderer Umstände angestellten Berechnungen bezeichnet er eine Jahreseinnahme von etwa 28 000 Mk. für nötig, wenn der Bestand der Kasse gesichert werden soll. Für die Jahresbeiträge der Mitglieder legte Herr Erb eine Skala vor, nach der das jüngste, im Alter von 21 Jahren beitretende Mitglied etwa 8 Mk., das älteste, im Alter von 50 Jahren bei tretende Mitglied etwa 24.50 Mk. zu entrichten haben würde. Ein auf Einführung fester Beiträge lautender, übrigens durch einen Antrag des Bezirksvereins Homberg a. d. O. unterstützter Beschluß konnte nicht gefaßt werden; es wurde den Telegierten empfohlen, das demnächst im Druck erscheinende Gutachten in ihren Vereinen zu besprechen. Nachdem der Verein Homberg seinen Eventualantrag, das Sterbegeld bei gleicher Beitragshöhe von 500 auf 700 Mk. zu erhöhen, zurückgezogen, wurde betr. des vom Gießener Verein gestellten Antrages: die Mitgliederbeiträge unter Beibehaltung des bisherigen Sterbegeldes in der Weise zu ermäßigen, daß entweder der bisher für zwei Sterbefälle erhobene Beitrag von 1.60 Mk. für drei Sterbefälle erhoben, oder schon für zwei FäNe entsprechend zu ermäßigen, wurde dem Vorstand mit dem Auftrage überwiesen, im Sinne des Antrages Berechnungen anzuswUen und der nächsten Versammlung darüber Vorlage zu machen. Von den vom Vorstände gestellten Anträgen: 1) den Ortsrechnern für ihre Mühewaltung 2 Prozent der abgelieferten Mitgliederbeiträge zu vergüten; 2) den Ortsrechnern für1 jedes von ihnen der Kasse zugeführte Mitglied 1 Mk. zu bewilligen, wurde nur der erstbezeichnete angenommen. Ter Vorstand (Spenglermeister und Stadtverordneter C. Rockel, 1. Vorsitzender, Regierungsrat A. Noack, 2. Vorsitzender, Maurermeister Sarnes, 1. Kontroleur, Zimmer meister und Stadtverordneter Schaub, 2. Kontroleur, sowie die Beisitzer: Gewerbeschuldirektor Tr. Meisel, Lithograph Markus, Handwerkskammer-Sekretär Engelbach, Geschäftsführer der Sterbekasse, sämtlich in Darmstadt) wurde einstimmig wiedergewählt, und darauf die Versammlung von Herrn Rockel mit dem Dank für das durch die Wiederwahl in den Vorstand gesetzte Vertrauen und die Aufforderung an die Anwesenden, nach besten Kräften für die Kasse weiter zu arbeiten, um einhalb 3 Uhr geschlossen. An die Versammlung schloß sich ein gemeinschaftliches Mahl an.
— Wieseck, 22. April. Der hiesige Turnverein feiert am 30. Juni sein 39jährigeS Stiftungsfest verbunden mit Preis- und Schauturnen. — Durch Beschluß des Gemeinderats wurde der seitherige Schuhmachermeifier Friedrich Bogel zum Flurschützen ernannt.
A Ettingshausen, 20. April. Die am 20. April vorigen Jahres stattgehabte Bürgermeisterwahl, aus welcher Herr Johannes Keil XVI. als Bürgermeister hervorging, wurde heute vom Kreisausschuß für ungiltig erklärt.
Sch. Darmstadt, 21. April. Der vierte (PetitionS> Ausschuß der Zweiten Kammer der Landstände war am Freitag und Samstag zur Beratung zusammengetreten, um eine Anzahl dringlicher Angelegeuheiten zu erledigen. Eine ganze Reihe Vorstellungen so von pensionierten Beamten im Pensionserhöhung, der pensionierten VolkSschul- ! ehrer in Gießen um Pensionsaufbesserung, der Bürgermeister-Konferenz in Gießen betr. die Unterrichtszeit in der Fortbildungsschule, die Vorstellung der Brückenwärter zu Oppenheim und Gernsheim,Gleichstellung mit denselben in WormS wurde für erledigt erklärt. Die Vorstellung der Eisenbahntelegraphisten, Versetzung in die Klasse der Subalternbeamten, sowie der Antrag Backes ietr. die Haltestellenaufseher wurde empfohlen. Bei der Vorstellung der Hochbauaufseher und KreiSstraßen- meister ihre GehaltSregulierung betr. wurde auf den unhaltbaren Zustand hingewiesen, der durch die widerrufliche Anstellung der Letzteren immer noch vorhanden ist. Die Vorstellung deS Vereins Mainzer Kaufleute betr. die Errichtung einer Handelshochschule, sowie ein Antrag Molthan und der Antrag Köhler-Darmstadt und Schmeel in gleichem Betreff sand keine definitive Erledigung, da auch die Stellungnahme der Regierung in dieser Frage noch nicht abgeschlossen ist. Der Antrag Ulrich betr. Errichtung eiuer technischen Mittelschule wurde angenommen. Der Antrag Korrell und Genossen betr. die Fleischbeschaugesetz-Vorlage wurde dem Abg. Brauer zum Referat übertragen. Die Vorstellung des K. Walter und verschiedener Einwohner von Friedberg betr. die Verunreinigung der Usa brachte eine Anzahl Mißstände zur Kenntnis der Versammlung, die ergaben, wie notwendig hier Abhilfe geboten ist. Die Vorstellung Groß-Umstadt betr. die Errichtung eines Amtsgerichts in Dieburg wurde für erledigt erklärt. Der Antrag Seelinger auf Errichtung eines Amtsgerichts in Lampertheim wurde angenommen. Die Vorstellungen des Ortsvorstandes und Bürgerausschuffes zu Sprendlingen und der OrtSvorstänke von 13 rheinheffischer Gemeinde» betr1 die Errichtung eines Amtsgerichts in Sprendlingen, owie die Vorstellung des OrtSvorstandeS und Bürgerausschuffes zu Wöllstein betr. die Verkleinerung deS Amtsgerichtsbezirks Wöllstein wurden dahin erledigt, daß man oen Antrag Pitthan unterstützte. Die Vorstellung der Bürgermeister-Konferenz in Gießen, das Ber- messungSverfahren bei Bau- und Nutzholz betr., verursachte eine scharfe Debatte, in der der durch dieses Verfahren entstehende Schaden ausführlich begründet wurde. Eine Reihe weiterer Gegenstände soll am kommenden Freitag erledigt werden.
Soh. Darmstadt, 21. April. Die grenznachbarliche Zusammenkunft der Kriegervereine von Baden, Pfalz und Hessen fand heute im Kaisersaale hier statt. Vertreten waren die verbände und Bezirke Heidelberg, Schwetzingen, Worms, Osthofen, Reinheim i. O., Mainz, Bensheim, Gr.-Gerau, Frankenthal, Ludwigshafen und Darmstadt. Die nächste grenznachbarliche Zusammenkunft soll in Frankenthal stattfindev.
k. Mainz, 21. April. Der dem BundeSrat zugegangene Gesetzeutwurs, die Regelung der Arbeiisverhältuiffe im Gastwirtsgewerbe betreffend, bildete am Samstag den BeratuugS- gegenstand einer Versammlung der hiesigen Angestellten im Gastwirtsgewerbe. Die Versammlung


