shmpathisiere und sich eigens zu dem Zweck habe gefangen nehmen lassen, um durch ein hohes ~ ö ) e = gelb dem Komitee Geld zuzuführen. — Im Widerspruche mit seiner bisherigen Haltung hat nunmehr Rußland dem Pvinzen Georg in Kreta carte btanche gegeben. Ter Prinz wird jedenfalls gleich nach seiner Rückkehr aus Europa die Nationalversammlung einberufen, welche mit seiner Zustimmung die Anexion Kretas an Griechenland proklamieren wird, worauf die Insel offiziell von Griechenland in Besitz genommen wird.
Washington, 19. Okt. Der russische Rechtsgelehrte Professor Martens stattete heute dem Präsidenten Roosevelt einen Besuch ab. Wie verlautet, war der Zweck des Besuchs, auf den baldigen Zusammentritt des ständigen Gerichtshofs (permanent court) des Haager Schiedsgerichts hinzuwirken.
— Einer Depesche aus Willemstad zufolge hat ein Fischerei-Schooner von der Insel Aruba die Meldung überbracht, daß der venezolanische Schooner „Arendo" auf der Fahrt von La Guaira nach Maracaibo, der eine größere Summe Geld für die Grenztruppen an Bord hatte, Sonntag nacht bei der Insel Aruba un ter g e g an g e n ist. Das Geld ist verloren, die Mannschaft landete auf der Insel. Da der Untergang des Schiffes unter verdächtigen Umständen erfolgte, läge die Möglichkeit vor, daß die Schiffsmannschaft mit anderen Personen im Einverständnis gehandelt habe, um sich des Geldes zu bemächtig en.
— General Chaffee meldet, daß bei dem Kampf auf Samar (Philippinen) 80 Insurgenten getötet worden sind.
Vom Burenkriege.
Nach neuesten Meldungen Reuters verlautet, Botha habe den Pongola-Busch verlaßen und sei auf dem Zuge in nördlicher Richtung durch das Swaziland. „Daily Mail" meldet aus Maritzburg vom 18. Oktober, daß das Hauptkorps der Buren von der Natalgrenze den weiteren Vormarsch nach Norden infolge der großen Stärke der britischen Truppen daselbst eingestellt habe und nach Babanango zurückgekehrt sei. Es mangele den Buren sehr an Lebensmitteln, da die britischen Truppen den ganzen Distrikt davon entblößt haben. Demnach scheint also Botha thatsächlich seine wackere Streiterschar in verschiedene Abteilungen aufgelöst zu haben, von denen eine unter seiner Führung nach Norden rückt, während das Hauptkorps eine andere Marschroute eingeschlagen hat. Unter welchem Kommando dieses steht, ist nicht ersichtlich. Von dem kühnen Dewet hat man auffallenderweise schon lange nichts gehört. In Durban waren, nach einem Telegramm des „Reuterschen Bureaus", in der letzten Zeit Gerüchte in Umlauf, daß er tot sei. Die Gerüchte „entbehren aber," wie Reuter hinzufügt, „der Begründung und sind vielfach einander widersprechend, scheinen aber durch die Unthätigkeit Dewets in der jüngsten Zeit an Glaubwürdigkeit zu gewinnen." Aehnliche Gerüchte über die verschiedensten hervorragenden Burenführer sind von englischer Seite schon oft kolportiert worden. Präsident Steijn z. B. ist wohl schon ein halbes Dutzend Mal totgesagt worden. Dewet wird wohl bald Gelegenheit nehmen, sich den Engländern recht sehr bemerkbar zu machen.
Die „Central News" in Kapstadt bringt folgende Mit- tellung: Vor einigen Tagen wurde gemeldet, ein kleines Burenkommando sei zwei Stunden weiter von der Sal- danha-Bai, 65 englische Meilen von Kapstadt, an der Westküste angekommen. Den Dampfern, die vorbeikamen, wurde signalisiert, nahe an die Küste zu kommen, und viele erschreckte Einwohner nahmen auf ihnen Zuflucht. Die Dampfer dampften dann auf See hinaus, und gerade, wie ste um die Landzunge herumgefahren waren, kam eine Anzahl Buren herangaloppiert und feuerte auf sie. Der Dampfer signalisierte dann einem in der Nähe befindlichen Kanonenboote, das unter Volldampf schnell in Schußweite kam und das Feuer eröffnete. Sobald der erste Schuß fiel, zerstreuten fich die Buren und verschwanden.
Das englische Gewaltregiment schreitet indeffen fort. Das Mitglied des Gesetzgebenden Rates, Vandenheever, wurde am 5. September unter der Anschuldigung, Waffen verborgen zu haben, verhaftet. Jetzt ist er seiner Funktionen als Friedensrichter und Felbkornet für verlustig erklärt worden.
Infolge der Proklamierung des Kriegsrechts haben die fremden Konsuln die Angehörigen der von ihnen vertretenen Staaten aufgefordert, fich in die Konsulats-Matrikel ein- fchreiben zu lassen.
Der Versuch, die Peorneh die bereits gedient haben, zur Rückkehr nach Südafrika zu bewegen, ist vollkommen gescheitert. Ein Teil von ihnen hat bereits Beschäftigung erhalten und zieht diese dem Leben in Südafrika vor. Viele haben ihre Zahlung für geleistete Dienste noch immer nich erhalten und wollen erst Geld sehen, bevor sie sich aufs Neue verpflichten. Im Ganzen haben sich nur 200 Mann gefunden, die sich bereit erklärt haben, wieder Dienste zu nehmen. Diese 200 sind durch ihre pekuniäre Lage dazu gezwungen worden. Sie konnten weder Beschäftigung finden, noch konnten sie Bezahlung vom Kriegsministerium erhalten. Sie hätten verhungern müßen, wenn sie sich nicht hätten anwerben lassen. Diese 200 Mann wurden im Shorncliff-Lager unter
gebracht und sollten alsbalb nach Südafrika abgehen. 50 Mann von diesen 200 Peomen sind aber von dort entflohen und die Aufregung im Lager dauert fort. Trotz der Suche nach den Desertierten fehlt noch der vierte Teil der neu rekrutierten Mannschaften. Die im Lager zurückgebliebenen hielten stürmische Versammlungen ab, in denen der Aufnahme ihrer Sache durch die Preße enthusiastisch Beifall gespendet wurde. 20 Peomen gingen darauf ostentativ nach dem Bahnhofe ab und wurden von ihren Vorgesetzten dort nur mit Mühe zur Rückkehr in das Lager bewogen.
Aus Stadt und Sand.
Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.
Gießen, 21. Oktober 1901.
** Ernennungen. Ernannt wurden zu Hilfsgerichtsschreibern die Gerichtsschreiber-Aspiranten Friedrich Keitzer in Michelstadt bei dem Amtsgericht Michelstadt, Adam Noll in Lorsch bei dem Amtsgericht Lorsch, Johann Heinrich Schönell m Mainz bei dein Amtsgericht Mainz, Philipp Riebel in Darmstadt bei dem Amtsgericht Darmstadt I.
** Haushaltungsscbule. Wie in dem Anzeigenteil bereits bekannt gemacht wurde, beginnt am 23. d. M. der Herbstkursus der hiesigen Haushaltungsschule. Die Leitungen der Schule sind von den Damen und Herren, die sich für diese Einrichtung interessieren und dem Unterricht beigewohnt haben, als recht gute bezeichnet worden. Es wird wesentlich zur Hebung eines Haushaltes beitragen, wenn die Hausfrau gut zu wirtschaften und zu kochen ver- teht. Außerdem werden die Mädchen im Bügeln, Flicken, Stopfen, Maschincmlähen, in Behandlung der Wäsche und Anfertigung weiblicher Kleidungsstücke geübt, alles Dinge, )ie für den Haushalt wichtig sind. Wenn die Hausfrau diese Arbeiten, sowie das Kochen nach Maßgabe der Vermögensverhältnisse nicht versteht, dann machen sich die Nachteile für die Familie recht bemerklich, oft wird der Ruin derselben herbeigeführt. Die Haushaltungsschulen sind allseitig als em Bedürfnis erkannt worden, sie wollen die Heranwachsende weibliche Jugend auf ihren künftigen wirt- chaftlichen Beruf besser vorbereiten und dadurch zur Zu- riedenheit und gedeihlichen Entwickelung der Familien beitragen. Eltern, die ihre Töchter in dieser Richtung nicht vorbereiten oder vorbereiten lassen, machen sich einer chweren Vernachlässigung schuldig. Wenn man oft klagen hört, daß in vielen Familien der Sinn für Häuslichkeit nicht mehr wie früher vorhanden sei, so mag der Grund teilweise in den veränderten sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Zeit liegen, aber auch zum größten Teil in der zu geringen Ausbildung der Töchter zu praktischen Hausfrauen, die ihren Haushalt richtig zu führen verstehen, die gern und freudig die Hausarbeiten überne- nehmen und dadurch das eigene Heim zum Lieblingsaufenthalt der Familie machen. Die Haushaltungsschule will, wie schon erwähnt, hierzu mithelfen, die entstehenden Kosten für den Besuch derselben sind gering, ebenso der Aufwand an Zeit, der durch die gewonnenen Kenntnisse und Fertigkeiten reichlich ersetzt wird. Auskunft über den oben angeführten Kursus wird erteilt in der Stadtmädchenschule.
** Die Kaiser!. Ober-Postdirektion in Darmstadt erläßt folgende Bekanntmachung: Neber eine Million unbestellbare Briefsendungen konnten int Reichs- Postgebiet im vorigen Jahre den Absendern nicht zurück- gegeben werden, weil sie ihre Adresse auf der Außenseite nicht angegeben hatten. Derartige Sendungen gelangen zunächst an eine Kommission bei der zuständigen Ober-Post- direktion, wo sie geöffnet und durchgesehen werden. Gelingt es auf diese Weise nicht, den Absender zu ermitteln, so werden die Briefe noch eine Zeit lang aufbewahrt und dann verbrannt. Wie oft wird in solchen Fällen die Post für den vermeintlich „verloren gegangenen" Brief verantwortlich gemacht! Wie oft werden Absender und Empfänger durch den Verlust des Briefes unliebsam betroffen! Es sollte deshalb Niemand versäumen, feinen Namen und seine Wohnung auf dem Briefumschlag oder im Briefe selbst anzugeben. Damit diese Angabe nicht vergessen wird, lassen die bedeutenderen Korrespondenten ihre Briefumschläge und Briefbogen mit einem bezüglichen Vordruck versehen. Wem dies aber zu kostspielig ist, dem werden Gummistempel empfohlen, die den Namen, Wohnort und die Wohnung angeben. Derartige Stempel sind in Graveurgeschäften, Papierhandlungen und anderen Geschäften für einen geringen Betrag erhältlich. Wir können dieser Anregung der Ober-Postdirektion nur zustimmen. Auf der Außenseite der Briefsendungen wird die Angabe des Absenders oftmals aus dem Grunde unterlaßen, weil der Absender sich mit Rücksicht auf den Inhalt des Briefes den Personen, denen der Brief durch die Hände geht (Dienstpersonal u. s. w.) nicht zu erkennen geben will. Um so mehr ist es geraten, wenigstens im Briefe selbst den Absender genau zu bezeichnen. In den Briefen selbst giebt der Briefschreiber seine Adreße besonders dann nicht immer an, wenn es sich um Briefe an Angeh örge oder Freunde u. s. w. handelt. So wird Niemand in der Unterschrift eines Briefes an seine Mutter, Gattin ober Schwester dem Vornamen auch noch seinen Vatersnamen beifügen ober seinen Beruf angeben; ebensowenig wirb er in ben Briefen jedesmal seine Wohnung vermerken. Dagegen wirb Niemanb baran Anstoß nehmen, wenn in solchen Briefen bie Angabe bes Absenbers am Kopfe ber Briefbogen burch Stempel hergestellt ist. Die von ber Ober-Postbirektion empfohlenen Namenstempel sinb mithin ohne Zweifel ein wohlgeeignetes Mittel, um ber Vernichtung von unanbringlichen Briefen unb Postkarten vorzubeugen.
•• Der Kaufmännische Verein unb ber Ortsgewerbe- d er ein veranstalten, wie wir bereits mitteilten, auch in diesem Jahre eine Reihe von Vorträgen. Der erste findet am morgigen Dienstag, abend 8r/2 Uhr in Steins Saalbau statt. Der königl. Hofschauspieler und Regißeur Otto Ewald aus Kassel wird über „Eine Reise zum Ober-Ammergauer Passionsspiel" sprechen.
(n.) Friedberg, 20. Okt. Kreisamtmann Sandmann von hier, bisher Feldbereinigungskommissär, wurde in der gestrigen Stadtverordneten-Sitzung einstimmig zum Bürgermeister Friedbergs gewählt. — Bisher haben sich zum Eintritt in die Gewerbe-Akademie 70 junge Leute gemeldet. Wie man hört, wollen sie einen Paukboden anlegen und auch sonst studentische Sitten einführen.
z Bad-Nauheim, 19. Okt. In der heutigen Sitzung des Gemeinderats teilte ber Vorsitz en be zu bem Plan ber Errichtung einer zweiten Apotheke mit, baß Apotheker Werner bei ber Verhanblung bem Plan nicht zugestimmt habe, bie Apotheke zu verlegen. Nunmehr soll ein Ausschreiben für Lokalitäten in ber Altstabt geschehen, b. h. diesseits ber Ufa. Weiter ist festzustellen, ob in bem vom Apotheker Werner mitgeteilten Umsatz ber Hanbverkauf einbegriffen ist.
Niederrodenbach, 18. Okt. Gestern Nachmittag gegen 11/2 Uhr brach unter bem Dache bes Wohnhauses ber Wittwe Schaaf (Spezereihanblung) Feuer aus, bas bas Wohnhaus mit Anbau, Scheune unb Stall einäscherte. Die Branbstätte lag isolirt. Am heutigen Tage würbe ber zweitälteste Sohn ber Wittwe Schaaf, ber sich bei seiner Vernehmung in Wider- spüchen verwickelte, auf Anorbnung bes Staatsanwalts verhaftet.
Urberach, 19. Okt. Gegen die zu Ende August hier stattgehabte Gemeinderatswahl hatte die hiesige sozialdemokratische Partei, die damals gegenüber der Centrumspartei unterlag, Rekurs erhoben. In der letzten Kreisausschußsitzung zu Dieburg wurde der Beschwerde als begründet stattgegeben, da mehrere Stimmen beanstandet wurden. Es findet daher demnächst hier eine nochmalige Wahl statt.
fc. Worms, 20. Oktober. Am 9. November soll daA städtische Elektrizitätswerk von derFirrna Schuckert u. Co. in feierlicher Weise übernommen werden.
Bingen, 19. Okt. Eine interessante kommunale Streitfrage wird zum Austrag kommen; Fabrikant Karl Gräff, der als Höchstbesteuerter dem Stadttat angehört, sollte bei der Beratung eines Punktes der Stadtratssitzung, der eigene Interessen berührte, nach Auffassung des Vorsitzenden an dieser nicht teilnehmen dürfen; Gräff vertrat jedoch den entgegengesetzten Standpunkt mit der Motivierung, daß es ja gerade der Wille des Gesetzgebers sei, daß er als Höchstbesteuerter seine Interessen wahre, und daß die angezogene Gesetzesbestimmung nur auf gewählte Stadtverordnete Bezug habe. Die Sache kommt nun ministeriell zum Austrag.
Kaffel, 20. Okt. Die hiesigen Bäcker gingen mit bem Brobpreis um 3 Pfennige zurück.
= Frankfurt a. M., 20. Oktober. Der Besuch ber Ausstellung für U fall-Schutz unb -Verhütung, Sanitäts- unb Rettungswesen ist so anhaltenb stark, unb bas Interesse, das aus allen Kreisen, hauptsächlich aus den Fachkreisen, der Ausstellung entgegengebracht wird, so außerordentlich rege, daß das Organisations-Komitee der Ausstellung sich auf vielfach geäußerte Wünsche hin veranlaßt gesehen hat, den für den 21. d. M. abends vorgesehenen Schluß der Ausstellung hinauszuschieben. Die Ausstellung bleibt bis Sonntag den 27. b. M. abenbs 9 Uhr geöffnet — Für Montag Vormittag ist ber Besuch bes Oberpräsibeuten Dr. Graf v. Zedlitz, sowie bes Kultusministers Dr. Studt unb bes Hanbelsministers Möller angesagt. Bis jetzt haben ungefähr 10 000 Arbeiter unter Führung bes hierfür eigens gebildeten Arbeiter-Ausschusses die Ausstellung kostenlos besucht, und es steht ein weiterer Massenbesuch ber Arbeiter in Aussicht.
Wetzlar, 18. Oktober. Auf ben Anttag ber Hanbels- fammer zu Wetzlar, bem sich verschiebene anbere Kannnern angeschlossen haben, betreffend bie Wiebereinführung ber mit bem 1. Oktober in Wegfall gekommenen Sonntag s- unb Sommer-Touren-Karten hat bie Königliche Eisenbahnbirektion zu Frankfurt a. M. nach einer hierher gelangten Mitteilung beschlossen, eine Anzahl von Sonntagskarten roieber beizubehalten. Gegenüber bem früheren Zu- stanbe sinb nunmehr nur noch in Fortfall gekommen bie Sonntagsfahrkarten nach ben großen Plätzen Frankfurt a. M. uub Mannheim unb einige weitere, für die bei ihrer sehr seltenen Verausgabung ein Bedürfnis nicht anerkannt werden konnte. Für die aufgehobenen Rundreisekarten zu kleineren Ausflügen mit zwischenliegenden Fußtouren nach dem Taunu's ist, soweit ein Bedürfnis vorliegt, ein Ersatz dadurch geschaffen worden, daß Rückfahrkarten eingeführt worden sind, die auch von einer anderen Station als die Zielstation und auch auf einem andern Wege als dem Hinwege zur Rückfahrt benutzt werden dürfen. Die Preise dieser Rückfahrkarten entsprechen den Preisen der bisherigen Rundreisekarten. — Für ben O b enwalb, bie Rhön u. s. w. sollen ähnliche Karten noch hergestellt werben. Auf biese Eröffnung hin hat bie hiesige Hanbelskammer ihren Anttag, ben sie in biefer Sache an ben Bezirkseifenbahnrat gerichtet hatte, roieber zurückgezogen.
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Vermischtes.
• Berlin, 20. Okt. Heute Mittag versetzte ber Klempner Maibohr in ber Prenzlauer Allee im Norben Berlins seiner Frau zroei Beilhiebe in ben Kopf. Die Frau ist schwer verletzt. Der Thäter wurde verhaftet.
* Frederikshavm (Jütland), 20. Ott. Der Dampfer „London" aus Stettin ist bei Hirstholmen gestrandet. Ein Bergungsdampfer ist von hier zur Hllfeleistung abgegangen.
* Deutfchbrod, 20. Ott. Der Adjunkt der böhmischen Nordwestbahn stürzte sich aus unbekannter Ursache vom Turm der hiesigen Hauptpfarrttrche unb blieb sofort tot
* Berlin, 19. Oktober. Ein schwerer Bauunfall, bei bem ein Maurer bas Leben einbüßte unb ein zweiter schwer verletzt würbe, ereignete sich heute nachmittag gegen P/2 Uhr auf einem Neubau in Rixdorf.
* Lubwigshafen a. Rh., 19. Oktober. Die Kammgarnspinnerei Oggersheim steht feit abenbs 6y4 Uhr in Flammen. Der Schaben ist bebeutenb. Die Ludwigs- hafener Feuerwehr beteiligte sich an ben Löscharbeiten.
* Czernowitz, 19. Oktober. In ber gesamten Bukowina ist Hochwasser eingetreten, welches großen Schaben anrichtet.
* Brüssel, 19. Oktober. Ein plötzlich irrsinnig geworbener Schriftsteller mißhandelte ben zu seiner Betz anblung herbeigehotten Arzt unb sprang bann aus bem Fenster seiner im britten Stock belegenen Wohnung auf bie Straße. Er verstarb nach kurzer Zeit.
* Konstantinopel, 20. Okt. Der Sanitätsrat orbnete für bie Konstantinopel verlaßenben Schiffe eine ärztliche Untersuchung an, bie im ersten Ankunstshafen wieberholt werben soll. Die Quarantäne für Herkünste aus Neapel ist aufgehoben und durch eine ärztliche Unttrsuchung ersetzt worden. Die Gesundheitspatente werden bie Bemerkung enthalten, baß in einer hiesigen Familie 4 Pestfälle vorgekommen sinb, von benen einer tätlich verlief.
* Der Blitzschlag der Liebe. Die biüchübsche junge Frau eines Hotelwirtes der Rue St. Hvnvre in Paris befand sich gerade in ihrem Toilettenzimmer, mit dem Arrangement ihres reizenden Jchs vor dem Spiegel beschäftigt, als sie plötzlich in ihrem anstoßenden Schilaskabinett ein Geräusch hörte. „Wer ist da?" rief das junge Weibchen erschrocken. „Ich bin es, Madame!" antwortete eine ängstliche Stimme aus dem Heiligtume heraus. „Fürchten Sie sich nicht! Ich habe nichts Böses im Sinne!" — Und damit ging die Thür auf und herein stürzte der jüngste Kellner des Hotels, Leon, und warf sich seiner Herrin zu Füßen. „Ich bete Sie an!" rief er in heftiger Leidenschaft. „Ich kann ohne Ihren Anblick, ohne Ihre Liebe nicht leben!" Dann brach er in Schluchzen aus unb umklammerte die Knie der reizenden Frau. „Ich weiß, ich begehe ein schreckliches Unrecht. Aber ber Blitzstrahl ber Siebe hat mich getroffen . . " Tie junge Wirtin sah ihren fnieenben Kellner einen Augenblick an, dann rief sie, halb lachend, halb unwillig: „Nun machM Sie aber, daß Sie hinauskommen, ober ich rufe meinen Mann!" — Derjüngfte Kellner sprang entsetzt auf. „Nein, nein! Thun Sie bas nicht, geliebtes Wesen! Ich bin fein Elender, ich werde an meiner Leidenschaft zu Grunde gehen, ich werde sterben, aber ich werbe Ihren Worten gehorchen!" Damit stürzte er. ju


