Ausgabe 
22.10.1901 Zweites Blatt
 
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tober. Die Kamm, feit abends 6yt Uhr end. Die Ludwigs- LÜscharbeiten.

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Tendenz: echwach.

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. 99.00

42.30 . 25.60 . 25.45 . 84.10

Reicheanleihe do.

Konsole do. . .

3'/r°/o

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Kreditaktien . . . Diskonto-Kom m andit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . .

. 193.60' . 171.20 . 106.10 . 117.60 . 129.40 . 131.50 . 154.50 . 178.25

. 159.50 . 154410

mit einer vor einigen Tugen stattgefundenen Gerichtsvechand- (ung gegen den Polizeisergeanten Backowski in Verbindung gebracht wird. (Er wurde wegen Erpresirmg eines Gestand« nisses zu einem Jahre Zuchthaus verurteilt Er hatte einen unter dem Verdacht des Diebstahls stehenden Ortsarmen durch Rohrstockhiebe zum Geständnis bringen wollen, doch war der Mann unschuldig.)

Chemnitz, 21. Okt. Irr einer von neun evangelischen Arbeiter-Vereinen von Chemnitz und Umgegend em» berufenen öffentlichen Versammlung referierte Dr. Scheven- Dresden und Dr. dUmtze, der Sekretär des sächsischen Handels- Vertrags-Vereins über den Zolltarif und Handelsvortrag. Eine Resolution, die energisch Widerspruch gegen eine Zollerhebung auf Lebensrnittel erhebt, den Toppellaris verwirft und langfristige Tarif-Verträge fordert, gelangte zur Annahme.

sehr gut bezeichnet.

Brussel, 21. Oktober. Im hiesigen Buren-Hilfskomitee erzählt man sich, es sei dem Präsidenten Krüger vor etwa acht Tagen von gänzlich unbekannter Seite eine Summe von 2 Millionen Franks in englischen Banknoten üver­wiesen worden mit der Widmung:Ein Beitrag zur Er­gänzung des Waffen- und Munitions-Vorrats der tapferen1 Buren." Im Anschluß hieran wird versichert, daß Agenten der Buren seit langem in allen südafrikanischen Hafenplätzen. mit großem Erfolge thätig seien, um aus den Händen eng­lischer Kaufleute Kriegsbedarf für die Buren aufzukaufen.

Paris, 21. Okt. Dem Journal wird aus Rom berich- tet: Der Privat-Sekretär Krügers wird wahrscheirllich- demnächst nach Pretoria zurückkehren. Er ist von Krüger mit einer Spezialmission beauftragt

Konstantinopel, 20. Oktober. Die Einnahmen der türkischen Tab ak-Re gie-Ges ells ch ast befugen September 17 500 000 Pes, gegen 17 200 000 in der gleichen Periode des Vorjahres.

Kingston, 21. Okt Ein bedeutender Erdrutsch hat auf Barbados stattgefunden. 200 Hektar bebauten Landes mit 85 Häusern glitten in dem Distrikte bei Boschaver ins Meer. 400 Personen sind obdachlos.

Pretoria, 21. Okt. Kanadische Truppen überraschten m. der Freitagnacht 16 Mellen nordwestlich von Balmoral ein Burenlager. Nach kurzem Gefecht floh der Feind und ließ 3 Tote zurück. 4 Mann wurden gefangen und eine ÄRenge Vieh, Lebensmittel und Munition erbeutet. Die Kanadier verloren 5 Mann.

Johannesburg, 21. Okt Ein Mann vom 1. Lewis wurde heute in Potchefsllomm wegen Beteiligung an der Ermordur^g zweier Soldaten zum Tode verurteilt Wie es in der Anklage hieß, waren die beiden Soldaten im Juli 1900 zu Frederikstad, nachdem sie sich ergeben hatten, ermordet worden.

Ludwigshafen, 2L Okt Der Schaden bei der Brand-Katastrophe der Kammgarnspinnerei und Sammet-Fabrik in Oggersheim beläuft sich auf ca. eine Million Mark. Beteiligt sind dabei acht Ver- sicherungs-Gesellschasten mit 780 000 Mk.: die Leipziger, Badische, Süddeutsche, Helvetia, Baseler, Westdeutsche in Essen, München-Gladbacher und eine schlesische Versichere ungs-Gesellschast. Außerdem ist die Fabrik mit 150 000 ML bei der Konigl. Braub-Vers.-Karnrner für die Pfalz ver­sichert. In der Spinnerei waren beschäftigt 125 weibliche und 65 männliche Personen, welche in den anderen Betrieben beschäftigt werden können. Der Betrieb der Spinnerei wird auf zwei bis drei Jahre ausgesetzt werden müssen.

London, 21. Okt. Aus Kronstadt wird gemeldet: 20 ge­fangene Buren wurden hier eingebracht Unter denselben befindet sich der Kommandant Maras. Wie aus Jo­hannesburg depeschiert wird, herrscht im dortigen Bezirk völlige Ruhe. Kommandant Kemp ist nach der Gegend von. Elandsriver abgegangen, um dort die Ernte vorzunehmen. _ König Eduard beabsichtigt, wie die hiesigen Blätter' melden, dem General Buller den Pairs-Titel zu ver­leihen und chm außerdem eine bedeutende Dotation zu gewähren.Daily Mall" meldet aus Brüssel: Krüger empfing einen Bericht von Schalk Burger vom 23. September, worin mitgeteilt, daß ein großer Teil der Kap- Kolonie in offenem Ansruhre steht. Die Buren

haben während der letzten drei Monate über 15000 Kap-> Holländer bewaffnet. Die Lage der Buren wird als1

3*/2°/o Hessen . . .

5% Italien. Rente . .

4 /o Grieoh. Monopol-Anl.

3% Portugiesen . . .

3% Mexikaner . . .

4*/2Va Chinesen . . .

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Brüssel, 21. Okt. Gestern Nachmittag fand hier der von den Sozialdemokraten angeküudigte Straßenumzug statt, ver- Kunden mit einer antimilitärischeu Kundgebung. Mehrere tausend Personen nahmen daran teil. An der Spitze des Zuges, der durch die Hauptstraßen sich bewegte, befanden sich die bekannten Sozialistenführer. Mehrere Musikkapellen spielten revolutionäre Lieder. Zuschriften zu Gunsten der allgemeinen Wahlpflicht wurden dem Zuge vorangelrageu.

St. Etienne, 21. Okt. Wie zuverlässig verlautet, ist die Mehrzahl der Arbeiterdelegierteu, die über die Frage eines Generalausstaudes abgestimmt haben, für die Erklärung eines solchen.

London, 21. Oktober. Wie derTimes" berichtet, ist es wahrscheinlich, daß der Rückkauf des Panama-Kanals durch die Vereinigten Staaten zum Abschluß kommt.

Riva, 21. Okt. Der von dem angeblichen irrsinnigen Konditor Müller aus Insterburg überfallene Dr. Laden- bürg er ist heute Nacht seinen Verletzungen erlegen.

Wien, 21. Oktober. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, hat sich Ministerpräsident v. Koerber mit der ungarischen Regierung verständigt und wird dem Abgeordnetenhaus die Be­stimmungen des neuen Zoll- und Handelsvertrags mit Ungarn vorlegeu. Dieser Verttag soll namhafte Vortelle für die österreichische Jndnstrie in dem Handelsverkehr mit Ungarn gewähren.

Berlin, 21 Okt. Zwei Typhus-Erkrankungen sind in Karolinenhöhe bei Charlottenburg festgestellt worden. Auf die von den Aerzten erstattete Anzeige begab sich eine Sanitäts-Kommission an Ort und Stelle, um die notwendigen gesundheitlichen Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Wie amtlich festgestellt wurde, sind die Erkrankungen auf den Genuß von Trinkwasser zurückzufuhren, das einem Brunnen entnommen war, in dessen Nähe sich zwei Dunggruben befinden.

Stallupöueu, 21. Okt. Erhebliches Aufsehen erregt hier bte Verhaftung des Stadtw acht meistert Knrep, bte

Telephonischer Kursbericht-

Frankfurt a< JDLM 21. Oktober.

Universitäts-Nachrichten.

Professor Dr. Saum, Anatom an der tierärztlichen Hoch- chule zu Dresden, erhielt einen Ruf als 0. Professor an die Universität Gießen, lehnte jedoch ab.

kredit-Bank übersteigt bereits zwei Millionen. Die Zahl 1 der Geschädigten wächst zusehends. Der Oberbuchhalter der fallitcn Bank Arthur Prochasta sowie deren Kassierer , Julius Wrchowski wurden verhaftet. Der feit Freitag . verschwundene Direktor der fallierten Bank, Alfred ©d)la* derer, ist im nahe gelegenen Walde tot aufgefunden worden. Es liegt Selbstmord vor. . .

Hannover, 20. Okt. Auch Hannover hat nun se-me K r i s e n v e r s a m m l u n g; die Aktionäre der Straßen­bahn waren auf Samstag in das eleganteste Hotel der Stadt geladen, um über die verzweifelte Lage des. Unter­nehmens zu beraten. Die Voranmeldungen hatten ergeben, daß über 1000 Aktionäre sich einfinden wurden. Der Hotel- firma Kasten wurde vor dem Andrang ebenso Angst, iuie dem Aussichlsrat. So mußten sich die Aktionäre gefallen lassen, sich stundenlang auf einer elenden Hintertreppe zu drangen und bann zu erfahren, daß die Versammlung erst nach mehrstündigen Vorarbeiten in einem anderen Saale stattfinden könne. Die Polizei drohte mit Sperrung. Und cs drohte in der That ein Gedränge. Die Ankündigung steigerte die Erregung. Man witterte einen Kunstgriff der Verwaltung, der man zutraute, daß sie die Attionäre nur nach dem Tivoli abschieben wollte, um schtteflttch mit einigen Kreaturen ganz so unter sich zu tagen. Bantdirektor Basse, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Straßenbahn, Direktor der großen Braunschweig-Hannoverschen Hypo­thekenbank, einflußreiches Mitglied der HannoverichenStadt- vertretung, verlor gänzlich die Direktion. Nach längeren Reden und lauten Szenen erst bequemten sich die kleinen Aktionäre, den Saal zu verlassen. Die Versammlung wurde nach dem Tivoli auf den Nachmittag vertagt. Diese Ver­sammlung beschließt zunächst die Wahl einer aus sieben Mtt- gbiebern bestehenben Revisionskommission mit ber Befugtns, Sachverständige zur Abgabe von Gutachten zuzuztehen. Bet ber Abstimmung über die Frage, ob überhaupt neue Geld­mittel zu gewäl)ren sind, werben 8547 für, 4468 Stimmen gegen die Bewilligung abgegeben. 161 Stimmen sind un- giltig. Hierauf erfolgt die Abstimmung über nachfolgenden Antrag des Aufsichtsrats: Den Aktien, deren Inhaber eilte Zuzahlung von 25 Prozent auf jede Aktte lotsten, soll die Eigenschaft von Vorzugsaktien gegeben werden; der etn- qehende Betrag soll zu außerordentlichen Abschreibungen oder zur Deckung außerordentlicher Verluste verwendet wer­den und zwar nicht ohne Genehmigung der Revisions­kommission; 1400000 Mark sind für die Einführung der Oberleitung zurückzustellen. Der Antrag wird, weil keine Dreiviertelmehrheit erzielt ist, abgelefynt Desgleichen wird auch ein Antrag Wiegandt, jetzt zwöf emhalb Prozent und später weitere zwölf einhalb Prozent zuzuzahlen, abgelehnt. Ein Vertreter von 2300 Stimmen erklärt, er wolle feine Opposition gegen die Geldbewilligung aufgeben, wenn die Statuten dahin abgeändert würden, daß dem Aufsichtsrat das Recht zur Ausgabe weiterer Obligationen entzogen und die 36 000 Mark betragende feste Tantieme für den Auf­sichtsrat beseitigt werde. Justizrat Wolff erklärt Naniens des Aufsichtsrats sein Einverständnis hiermit, ^er Vor­sitzende empfiehlt infolgedessen die Einberufung einer neuen Generalversammlung. Die Versammlung ftimmt dem zu. Nachdem die neue Generalversammlung auf den 11. No­vember anberaumt ist, wird die Versammlung geschlossen.

Kandel und UerKetzr. Volkswirtschaft

ko. Frankfurt a. M., 21. Oktbr. (Orig.-Telegr. desGießen.

Amtliche Notierungen ber heutigen Fruchtmarktpreii e. gßenten Mk. 16.0016.25, Kurhessischer Mk. 00.0000.00, La Plata Mk800.00-00.00, Kansas Alk. 16.25-00.00, Roggen (hiesiger) Mk 13 5000.00, Gerste (Wetterauer) All. 16.2500.00, Kleie ffltt OOÖ^OOOO, Hafer Alk. 14.50-00.00, Mais Mk. 12.50 bis Mk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 24-5000.00, 2. Ouahtat Mk. 2-.50 bis' Nll 00.00, 3. Qualität Alk. 20.5000.00, Roggenmehl 0 Vst 2150-00,00,1. Qualität Mk. 00.00-00.00, Weizenkleie Mk. 8.7o bis'Mk. 00.00, Roggenkleie Mk. 9.750.00, Maiskerme Mk. 9./o bis Mk. 10.00, Frankenpsälzer Rieb Alk. 00.0000.00. Alles per 100 hc'. Frankfurt a. M., 21. Oktober. (Telegr. Oria.-Bericht des Giek. AnO'). Amtliche Notierungen der heutigen Brehmarkt- vreise. Rum Verkaufe standen 447 Ochsen, darunter 124 aus Oesterreich, 46 Bullen, darunter 0 aus Oesterreich, 934 Kühe, perien, Stiere und Rinder, 396 Kälber, 667 Schafe und Hammel, 463 Schweine, 2 Ziegen, 0 Ziegen-, S Schailamm-r. Bez-chU wurde vir 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 6162 Mk. 2 Qual. 6466 Mk., 3. Qual. 5655 Mk.; Bullen l.Qual. 54 bis 55 Mk. *2. Qual. 5053 Mk.; Kühe 1. Qual. 5961 Mk., 2. Qua . c-7__59'9)lf. 3. Qual. 4245 Alk, 4. Qual. 32 34 Mk., o. Qual.

3032 Mk. Kälber: 1. Qualität7779 Pfg., Lebendgewicht 4648 Pf., 9 Qual 6870 Psg., Lebendgewicht 4042 Pfg., 3. Qual. Lebend- a'ewicht 0000 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgeimcht 5860^Pfg., 2 Qüal. 48-50 Pm., 3. Qual. 44-46 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68 Pfg., Lebendgeivicht 54 Pfg., 2. Qual. 67 Plg-, 52 Ptz., 3. Qual. 58 bis 60 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Psg. Uebe^land^bedeutend. ^kt. Auf bie hiesigen Geldinstitute

sand heute ein Sturm ber Einleger statt. Alle ^yorberungen würben bisher glatt befriebigt, trotzbem stehen wettere Falli­mente bevor. Das Defizit bei der Bau- und Boden--

Arbeiterbewegung.

Parts, 20. Okt. Aus Montceau les Mines wird be­richtet, daß die Alehrzaht der Grubenarbeiter bewaffnet und entschlossen ist, sich der Waffen zu bedienen, falls man versuchen sollte, dieselben zu beschlagnahmem Die Aufregung ist so groß, daff Der Direktor der Gruben nur noch in Begleitung von Gendarnien in seinem Wagen auszufal-ren wagt. Seit einigen Togen werden alle Gepäckstücke, deren Inhalt mau nicht ganz genau kennt, einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Ter Sekretär des Natwnal- Komitees drückte die Ueberzeugung aus, daß der Auspand am 1 ylovember ein allgemeiner fern wird. Aus Lens (Dep. Pav de Calais) wird gemeldet: Der Präfekt hat eine Untesiuchung über die Verkäufe der Gewehre in den Minengebieten des ^-epartemeMs anstellen lassen, wobei der mit den Ermittelungen betraute Kom­missar feslstellte, daß die verkau'ten Gewehre unbrauchbar sind da sie nicht geladen werden können. Sie stammen von ehe­maligen Schillerbataillonen. Die Nationalisten wollen die Ur­sache der Gleichglltigtett der Regierung gegenüber dem geplanten Ausstande der Grubenarbeiter ausfindig gemacht haben. Sie be- baupten nämlich, die Regierung hoffe, daß der Ausstand eine große Einfuhr von Kohlen nach Frankreich veranlaßen werde, wo­durch bann bedeutende Summen in Form von Einfuhrzöllen m bie Staatskasse fließen würden, die zur Deckimg des Defizits des dies- iäbrigen Budgets verweiidet werden könnten. _

1 J Loudon, 19. Okt. In Northhampton sanden Straffenkrawalle statt, verursacht durch zahlreiche Arbeitslose, welche durch die wirtschaftliche Krisis brotlos geworden find. Beionders die -vuch- industrie leidet sehr infolge der amerikanischen Konkurrenz, lieber 200 Arbeitslose, welche allen Entbehrungen ausgesetzt snw, beaaben sich nach einer tumultuösen Versannnlung vor die -chore des Gefängnisses unb baten um Unterkunft. Es kam mit Bolttei und Gefängniswärtern zu einem blutigen Zu,ammen- stoß wobei auf beiden Setten mehrere Personen verwundet wurden.

Gerichtssaal.

Berlin, 19. Ott. In dem Prozeß gegen den Redakteur der StaaW. Ztg.", Böckler, wegen Beleidigung des Justizrats (Gaffel, welchem Böckler unregelmäßige Verweiidung von Atundel- geldern vorgeworfen hatte, rourbe Böckler zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. _ . .

' Paris, 19. Okt. Ein Mo n str e--Pro z, der demnächst rur Verhandlung kommen wird, bildet augenblicklich das Gesprächs­thema der Pariser. Der Direktor der Straßenbabn- Gesellschaft hat gegen den Sein e-P räf ekten auf Schaden­ersatz geklagt, weil die Stadt Paris entgegen dem Vertrag mtt der Straßenbahn-Gesellschaft die Erlaubnis z u m B a u der Untergrundbahn erteilt hat. Infolge der der Straßenbahn hierdurch erwachse,iden Konkurrenz beabsichttgt die Direktion der Straßenbahn 720 Wagen aus dem Verkehr zurück^uziehen, rooburd) 3200 Straßenbahn-Angestellte brotlos werden wurden. Sämtliche Angestellten haben sich bereits solidarisch erklärt u,id sind ent­schlössen, in den Aus st and zu treten, falls die ©^6^0^= Direktion diese Entlassuugeii vornehmen sollre.

Ausschutzsitzung des landw. Provinzialvereius. Im -Hotel zum Prinzen Carl" in Gießen fand am 17. ds. Mts. eine Httrsschußsitzung des landw. Provinzialvereius statt, zu der, obwohl wir eure Einladurrg erhalten hatten, unser Vertreter seltsamerweise nicht zugelassen wurde. Hertte geht uns darüber nachstehender Be­richt zu, den wir im Interesse unserer Leserschaft veröffentlichen wollerr. Ter Sitzung wohnten auch Mmisterialrat Braun und der Generalskretär des Hessischen Landwirtschaftsrats, Oekonomrerat Dr. Müller aus Darmstadt bei. Nachdem wieder über 30 neue Mitglieder ausgenommen worden waren, genehmigte der Ausschuß die vom Präsidium vorgelegten Normalsatzungen für Ziegenzucht­vereine. Hiernach sollen in der Provinz Oberhessen nur die ein­heimische Ziege, die Saaner Ziege und Kreuzungen der beiden als vom Provüizialverein anerkannte Zuchtziele gezüchtigt werden. Be­züglich der vom Präsidium angeregten Frage betr. die Versicherung der Stationsbullen und des Jungviehs aus den Weiden wurde be- schlossen, dies demnächst in Eigenverficherung des Vereins zu thun und zu diesem Zweck einen eigenen Versicherungsfonds zu gründen. Der Entwurs zu den fragt. Versicherungsbedingungen soll dem Aus­schuß in der nächsten Sitzung vorgelegt werden. Für die vom 1. bis 3. November stattsindende G e f l ü g e l aus )t e 11 u n g m Gießen wurden 13 0 M k. zu Eh r e np r e is en bewilligt. Von den dem Verein zur Verfügmig stehenden Mitteln für Hebung der Geflügelzucht sollen im nächsten Jahre drei Zuchtstattonen für Jtalittier, Minorka-Hühner und Peking-Enten errichtet werden. Der Schweinezuchwerem Windhausen wurde als Organ des Provin^alvereins^anettanntt^^^^^^^^^^^^E^»»»

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Thür hinaus unb ließ feine schöne Madame bei ihrer Früh­stücks boilette allein zurück. Nachmittags mürbe ber junge Leon allüberall vergeblich gesucht. Er war verschwunben. ,sihat er sich ein Leib angethan?" buchte Mabanie bei sich im Stillen. Ach nein! Denn mit ihm war, wie sich bald herausstellte, eine Summe vion lb00 Franlen unb eine Anzolil Juwelen verschwunben, bie bie Hotclwirtin in einem Schranke in ihrem Schlafzimmer verwahrt butte. Nun wußte sie, was es mit bemBlitzstrahl ber inebe", der ihren jüngsten Kellner getroffen hatte, aus sich hatte und was er in ihrem Kabinett zu juck)-en gehabt. Bei seinem Raube Überrascht, hatte er sich mit bewuubernswerter Geistes- ^genwart aus einem Diebe in ihren verzweifelnden An­beter zu verwanbeln gewußt!

Pasteur alszerstreuter Professor' Eine hübsche Pasteur-Anekbote erzählt anläßlich ber Einweihung seines Denkmals in Arbois berFigaro": Pasteur war zerstreut, wie so viele anbere große Männer. Es ist auch bekannt, wie hartnäckig unb heftig er feine Meinungen zu verteidigen pflegte. Nach bem Kriege war er zu ber Fa­milie seines Lieblingsschülers nach Clermont gekommen, um sicy einige Tage auszuruhen. Am ersten Abeub ent- spinnt sich bei der Mahlzeit eine Diskussion über bie religiöse Frage. Pasteur war gläubig, sein Schüler war mehr als skeptisch. Ter Streit wird sofort sehr lebhaft, bei ber Suppe ist ber große Gelehrte schon außer sich. Unb alsbalb hat er völlig vergessen, bei wem er sich auf­hält, und als ob er noch auf seinem Katheber säße, schreit er plötzlich seinen jungen Gegner, der sich gerabe erlaubt hat, ihm ein kräftiges Argument entgegen zu hatten, an: Mein Herr, Sie sind unverschämt... * Machen Sie, daß, Sie httiauskommen!" Unb bamit wies er ihm bie Thür. Der junge Mann respektterte seinen zerstteuten Lehrer und ging ans seinem eigenen Hause davon, um in bem benackp- barten Hotel zu speisen.. ., mo aber einige Augenblicke -später Pasteur bei ihm erschien, unb lächelnb sich bei ihm entschuldigte._______________

Kandwirtschast.