an Beschäftigung mangelt. Wohl nimmermehr geht über diesem Lande, in dem einstmals die Sonne nicht unterging, die Sonne des Glückes auf.
Auf dem südafrikanischen Kriegsschauplätze ist es, wie zu erwarten war, den britischen Generalen, die Lord Kitchener an der Spitze von 20.000 Mann entsendet Ijaiie, um Bothas Streitmacht in Zululand zu umzingeln und zu vernichten, nicht geglückt, ihre Absicht auszuführen. Es ist vielmehr dem schneidigen Burenführer gelungen, die englischen Linien zu durchbrechen und nach Norden zu entkommen, nachdem er den feindlichen Trrcppen in mehreren Gefechten erhebliche Verluste, über welche Kitch<eners Höf- lichkeit schweigt, beigebracht hat. Botha hat den Bevaan- fluß nordöstlich von Luneberg überschritten und sich vorläufig in den Pongolawald zurückgezogen, in dem er wieder einmal unauffindbar ist. Die Streitmacht Bothas, die Ende vorigen Monats im Zululande bei Fort Jtala und Fort Prospect den britischen Truppen so verlustreiche Niederlagen beibrachte, hatte sich, um einer Umklammerung durch den weit überlegenen Feind zu entgehen, zur rechten Zeit nach Norden gewendet und, an der Grenze des Zulu Landes entlang ziehend, Vryheid bereits passiert, als die Kolonne Walter Kitcheners sie am weiteren Vorrücken verhindern wollte. Bei Gontihoek, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Vryheid, kam es am 6. Oktober zum Gefecht, in dem die Verluste der Engländer sich auf 15 Tote und 34 Verwundete beliefen. Botha selbst rückte dann, während seine Nachhut den Feinfd weiter festhielt, mit dem Gros ab und überschritt den Bevaanfluß. Wahrscheinlich toirjb das kleine Burenheer versuchen, an Piet Retief vorbeizukommen und sich dann weiter nach Amsterdam begeben, um sich dort mit anderen Burenabteilungen zu vereinigen. Die große Beweglichkeit der sämtlich berittenen Buren und der Mangel an strategischem Verständnis auf Seite der britischen Heerführer gestattet es nicht, irgend einen Schluß auf die Oert- lichkeit der nächsten Kämpfe aus den beioerseitigen augenblicklichen Truppenstellungen zu ziehens Erst wenn die betreffende Meldung von dem erfolgten Treffen in englischer Schönfärberei eingetroffen ist, kann man sich ein Bild: der voran gegangen en Operationen machen.______________
Politische Tagesschau.
Ter „starke Mann".
Man schreibt uns aus Berlin, 18. Oktober:
Lord Salisbury's Name wurde in den letzten Monaten fo selten genannt, daß man in Zweifel sein tonnte, ob er überhaupt noch die Regierungsgeschäfte persönlich leite. Das
ist thatsächlich seit geraumer Zeit nicht der Fall gewesen, wie aus den neuesten Londoner Telegrammen hervorgeht. Darnach drücken die englischen Zeitungen ernste Befriedigung aus über L. sbury's bevorstehende Rückkehr vonr Kontinent, da st". Eingreifen in die schrecklich verfahrene Situation dringend erforderlich sei. Vom Kontinent kommt der englische Premier aber als Rcconoalesccnt, denn cs ist nicht bekannt geworden, daß andere als Gesundheitsrücksichten ihn: eine Fahrt über den Kanal, einen Aufenthalt auf seiner Besitzung m der Normandie, nahe legten. Die Nallosigkeit muß einen außerordentlich hohen Grad erreicht haben, wenn die Londoner Presse in Salisbury, diesem von Alter und Krankheit gebeugten Diplomaten, den „starken Mann" erblickt, der allein zu helfen vermag. In demselben Lord Salisbury, dem sogar engere Freunde den Rücktritt vom Amte anricten, als er in seiner letzten politischen Rede die verwunderliche Behauptung aufstellte, der Burcnkrieg zeige aller Welt die Schlagfertigkeit des gefürchteten England! Wie die Dinge jetzt in Südafrika liegen, ist kein Premierminister im Stande, eine Aenderung herbeizuführen; cs müßte denn sein, daß er einem die Forderungen der Buren berücksichtigendenFried ens- schlusse geneigt ist, was auf Salisbury schwerlich zutrifft.
Hande! und Verkehr. Volkswirtschaft.
Märkte.
Grüubcrg, 19. Oktober. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.00 bis 16.50 Mk., Korn 14.00 bis 00.00 Mk., Gerste 12.24 bis 00.00 Mk., Hafer 13.16 bis 00,00 All., Erbsen 16.00 bis 00.00 Alk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mk., Samen 00.00 Mk., Kartoffeln 3.20 bis 3.50 Alk.
Budapest, 18. Okt. lieber die Oedenburger Bau- und Bode nkredrtbanki st heute der Konkurs eröffnet worden. In der Kasse ist kein Geld vorgefunden worden. Ter D i r e k t o r Alfred Schladerer ist flüchtig. Seine Verhaftung ist angeordnet. Es wird befürchtet, daß in Oedenburg viele Personen in Mitleidenschaft gezogen werden.
Gerichlssaat.
Wiesbaden, 18. Okt. Die Revision des am 7. Juni d. I. vom Landgericht Wiesbaden zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilten R e- dakteurs des „Lahnsteiner Tagbl." Schickel wegen Beleidigung des jetzigen Stadtrats Arnsbach in einem von dem Kaufmann Leper verfaßten Artikel kam heute vor dem Reichsgericht zur Verhandlung. In der Revision wurde insbesondere Verkennung des § 193 des St.-G.-B. gerügt. Zwar vertrat der Reichsanwalt die Ansicht, daß durchaus kein Widerspruch darin liege, wenn dem Einsender, der
mit angeklagt und bei der ersten Verhandlung freigesprochen routb der Schutz des § 193 zugebilligt werde, dem Redakteur aber nicht, uni) daß genügend aus dem Urteil hervorgehe, daß Schickel fein' Interesse an dem Einsender hatte, aber das Reichsgericht hob doch das Urteil in dem angefochtenen Umfange auf und verwies Sie- Sache an das Landgericht zurück. Tas Landgericht habe, so wurde ausgeführt, nicht berücksichtigt, daß der Redakteur die Interessen eines anderen, die er a l s berechtigte Interessen anerkannt habe, in seinem Blatte auch zu vertreten berechtigt sein müsse.
Mjüg eu5 dru ZtallöessnusrrMttll ötr Atsdt Gießen.
Aufgebote.
Oktober 11. Philipp Karl Christian Gotz, Bergnrann in Philippstein, mit Ottilie Warnte dahier. 15. Georg Lantelme, Fußgendarm dahier, mit Katharine Magold in Elpenrod. 16. KaU Albert Wilke,_ Schutzmann in Worms, mit Christina Maria Guldan dahier. 17. Heinrich ©immer, Friseur dahier, mit Anna Katharina Äühlensiepen in Frankfurt a. M. Wilhelm Matthias Riedinger, Schriftsetzer in Fechenheim, mit Katharine Berger dahier.
Eheschließungen.
Oktober 12. Friedrich Wilhelm Gottfried Hofmann, Schutzmann in Bielefeld, mit Margarethe Jung dahier. Christian Franz, Schutzmann in Darmstadt, mit El-.sabethe Katharina Belloff dahier. KouradPeterKarl Bellersheim, Kaufmann in Siegen, mit Antonie Marie Schad dahier. 15. Wilhelm Dietrich Karl Julius Georg, Großh. Bezirkstässe-Assistent in Mainz, mit Luise Christiane Kinzenbach dahier. 18. Philipp Franz Eisenhuth, Hausbursche dahier, mitMargarethe Artzt Hierselbst/
Geborene.
Oktober 9. Dem der. Gendarm Theodor Geißler ein Sohn, Hans. Dem Postschaffner Heinrich Rühl ein Sohn. 12. Dem Fabrikant Eduard Silbereisen ein Sohn, Karl Ludwig Heinrich. Dem Rechtsanwalt August Wagner Zwillinge, MargarecheKatharine 1 Franziska und Viktoria Emma Wilhelme. Dem Taglöhner Johann Georg Gebhardt eine Tochter, Marie Juliane. 13. Dem Zigarren- I macher Heinrich Grebe eine Tochter. 14. Dem Gefangenwärter ' Heinrich Goßmann eine Tochter, Margarethe Auguste. 15. Dem prakt. Arzt Dr. Georg Kipper eine Tochter, Lilly Edith Martha Adelheid.
Gestorbene.
Oktober 11. Elise Merz, geb. Schmidt, 35 Jahre alt, Ehefrau von Flaschenbierhändler Heinrich Merz dahier. 12. Hermine Böhling, geb. Koruschewitz, 49 Jahre alt, Ehefrau von Tapezier Wilhelm ; Böhling dahier. Adam Ritzel, 47 Jahre alt, Oberpostassistent dahier. 15. Katharine Größer, geb. Fischer, 60 Jahre alt, Ehefrau von Aussetzer Johannes Größer dahier. 16. Henriette Friederike ! Pfannkuchen, geb. Flügel, 80 Jahre alt, Witwe dahier. 18. Anna Elifabcth Kutscher, geb. Scheibler, 68 Jahre alt, Witwe dahier.
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Bekanntmachung.
Am Dienstag den 22. Oktober l. I., nachmittags ^4 Uhr, werden durch den unterzeichneten Großh. Notar auf Antrag des Hessisch-Rheinischen Bergbauvereins in Gemäßheit des § 373 des Handelsgesetzbuchs
auf irr Fabrik „Grabe Friedrich" bei Traisharlajs 34000 Centner Briquettes in einem Posten in dem Zustande wie sie lagern, gegen bare Zahlung, welche sofort nach Schluß des Versteigerungstermins zu erfolgen hat, öffentlich versteigert.
Zum Bieten bei der Versteigerung wird nur zugelassen, wer vor dem Termin eine Kaution von 5000 Mark stellt.
Die übrigen Versteigerungsbedingungen können bis zum Termin in der Schreibstube des unterzeichneten Notars, Gießen, Liebigstraße 15, eingesehen werden.
Gießen, den 18. Oktober 1901. 6934
Metz, Justizrat,
__________________Großherzoglicher Notar.__________________
Bekanntmachung.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Verwaltungsrat beschlossen hat, künftig für neue Einlagen bis-zu 3000 Mk. 4%, für solche im höheren Betrage aber nur 3^0/0 Zinsen zu vergüten.
Gießen, am 14. Oktober 1901.
Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen.
Wiener. 6896
Submission.
Für unsere Klinik soll die Lieferung von 1800 Centner gebrochenen Hüttencoaks für das Kalenderjahr 1902 auf dem Wege deröffentlichenSubmission vergeben werden. Die Bedingungen liegen nachmittags von 3—5 Uhr auf dem Ver- waltungsburcau offen. Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 4. November d. I. vormittags 12 Uhr, auf dem er- wäl)nten Bureau abzugeben.
Die Zuschlagsfrist "beträgt 14 Tage. 6847
Gießen, 12. Okt. 1901.
Großh. Verwaltungs-Direktion der chirurg. und ophthalm.
Universitäts-Klinik.
Poppert. Bojstus.
Submission
Für unterere Klinik soll die Lieferung von Weißzeug und Kleidungsstücken auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden.
Die Bedingungen liegen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen.
Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 10. November d. Js., vormittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben.
Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage.
Gießen, den 16. Okt. 1901.
Großh. Direktion der Universitäts-Augenklinik.
Vossius. 6920
Submission.
Für unsere Klinik soll die Lieferung von Weißzeug und Kleidungsstücken auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden.
Die Bedingungen liegen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen.
Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 16. November d. Js., vormittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben.
Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage.
Gießen, den 16. Okt. 1901.
Großh. Direktion der chirurgischen Univ.-Klinik.
Poppert. 6919
Mittwoch den 30. Ott. 1901, nachmittags 2’/2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die dem Wilh. Schmall Hi. und Kinder vor Namen stehenden Grundstücke:
Flur 36/2062/lo — 503 qm Hos- raite aus die Eichgärten und die Wiesen,
Flur 36 206710 — 159 qm Grabgarten daselbst,
Flur 36'2067,0 — 129 qm Grabgarten daselbst,
Flur 36/2067,o — 306 qm Grasgarten daselbst,
Flur 36/206,7/100 — 45 qm Wiese daselbst
öffentlich meistbietend versteigert werden.
Die Versteigerung wird auch dann genehmigt, wenn bei derselben der Schätzungspreis nicht erzielt wird.
Gießen, den 11. Oktober 1901.
Großh. Ortsgericht Gießen.
Gros. 6855
[S:
he; WM
2. PiertiM
empfiehlt in guter Qualität zu billigen Preisen 6671
August Kllblnger, Seltersweg.
Oscar Winter, Hannover gegr. 1796.
Versteigerung.
Dienstag, den 22. ds. Mts. versteigere ich dahier gegen Barzahlung:
1. Schlotzgaste Nr. 15. vormittags 10 Uhr: 1 vollständiges Bert, 1 Verticow, 1 Sopha, 1 ov. Tisch, 3 Nohrstühle, 1 Kleiderschrank, 1 Ladenschrank, Theke, Blumentisch und 5 Hühner.
2. Neustadt 55, uachm. 2 Uhr: Diverse silberneRemontoir-Uhren.
3. daselbst, nachmitt. 3 Uhr: Im Auftrag der Konkursverwaltung des Dachdeckers Heinrich Schmall IV. in Gießen, ca. 4 Ko. verzinnten Draht, ca. 500 Rollen Dachpappe verschiedenerQualität, 10 Rollen Unterlagepapier, Vr Ctr. Nägel, Schieferbretter und div. Dachdecker-Handwerkszeug, 1 Verticow, 1 Sopha, Rohrsessel, Linoleumteppich, Regulator, Waschkommode u. s. w.
Sämtliche Versteigerungen finden bestimmt statt.
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