darin habe, daß es an Fachlehrern fehlt. Ein Hauptmißstand des Schulwesens ist die ungenaue Befolgung der Lehr Pläne, die öftere Aufnahme neuer Schüler und der Ueber tritt der Schüler aus einer in die andere Schule. Notwendig ist, daß neue Schüler höchstens zweimal im Jahre ausgenommen werden und daß der Schüler beim Uebertritt in eine andere Schule ein Zeugnis mitbringt.
Darauf wurde die Schulgeldfrage erörtert. Verschiedene Mißstände bezüglich der Höhe des Schulgeldes und der Ver günst'gung an Söhne und Lehrlinge von Mitgliedern werden gmiqt. Nach lebhafter Debatte einigt man sich, daß das jährliche Mindeftschulgeld 3 Mark betragen soll, der er wähnt.' Unterschied nicht mehr als 1 Mark. Sin Beschluß wird hierüber nicht gefaßt; weitere Maßnahmen werden der Zentralstelle überlassen.
Ueber das Reichsgesetz vom 12. Mai betr. die privaten Bersicherungcunternehmungen und seinen Einfluß auf die Sterbekasse des Hess. Landesgewerbevereins sprach Handwerkskammer-Sekretär Engelbach. In der Sterbekasie ist bishrr das Umlageverfahren gehandhabt worden, doch soll das Kapitaldeckungsverfahren eingeführt werden. Direktor Meißel-Darmstadt führt in leicht verständlicher Weise die Grundzüge des KapitaldeckungsoerfahrcnS vor, während Dickor6-Gießen das Umlageverfahren zu verteidigen sucht.
Sodann kommt die Umgestaltung des Vergebungswesens in Hessen zur Sprache. Rundfrage bei den Bauämtern der Städte Hessens haben einen klaren lleberblick und Aussich auf Umgestaltung noch nicht ergeben. Auch das von Mann heim aus gerühmte Mittelpreis-Verfahren hat sich in Hessen keinen Eingang verschaffen können.
E n Antrag des O. G.-D. Grünberg, daß jedes Jahr mit der Ausstellung von Zeichnungen auch eine solche der Gesellenstücke zu verbinden sei, soll dem Landesausschuß zur Beschlußfassung überwiesen werden.
Ein Begrüßungstelegramm des Fürsten Karl zu Solms HohensolmS-Ltch wird durch Absendung eines Danktelegramms erwidert.
An die Versammlung schloß sich ein gemeinschaftliches Mittagsmahl in der Heiland'schen Wirtschaft an.
Vermischtes.
* Berlin, 19, Aug. Der Tischler DongeS wurde bei einer Schlägerei vor dem Schanklokale von Hoppe in der Seestraße getötet. Im Lokale waren zwei Gesell, schäften, die unter einander in Streit gerieten. Als sich dieser Streit auf der Straße fortsetzte, fiel plötzlich ein Schuß. Ob DongeS infolge deS Schusses oder durch einen Stich umS Leben gekommen ist, wird wohl die Untersuchung ergeben. Die Teilnehmer an der Schlägerei, auch dei> jenige, der geschoffen hat, und die das Meffer gezogen haben, sind ermittelt und, soweit als nötig, festgenommen worden.
Theater, Kunst und Wissenschaft.
— Otto Julius Biermann, dessen Familienglück vor einiger Zeit eine Trübung erlitten hat, heiratet wieder. Er hat sich mit einer jungen Florentinerin in Zürich verlobt.
8. Von der Darmstädter AuSstellnng wird uns geschrieben: Der Besuch war am Sonntag ausgezeichnet. Es rouröen über 300u Tageskarten verkauft Auch die Tombola erfreute sich großen Zuspruchs, ca. 2500 Lose ä 50 Pfg. wurden abgesetzt. Der Besuch der Häuser hat in der letzten Zeit außerordentlich zugenommen.— Für die am 30. d. Mts. beginnende, 4 Tage dauernde Ueber Ausstellung sind Vorbereitungen im Ganze, die auf größartige U-berraschungen schließen lassen. Für den ersten Tag ist ein g oßer Emweihungsakt in Darmstädter Mundart vorgesehen, zu dem von einer künstlerischen Kraft die Musik komponiert wird. Gleichzeitig findet an diesem Tag feierliche Denkmalsenthüllung rc. statt. Dieser erste Tag ist zudem in Form eines Kostümfestes gedacht, wobei jeder Besucher entweder in Kostüm oder mit Abzeichen rc. versehen, erscheinen soll. Während der ganzen Dauer des Festes ist außerdem ein Ucherbrettl Theater eingerichtet, in dem erste Kräfte mitwirken werden, auch sind originelle Schießbuden, Scktbuden, Postkartenfächer stände und Blumenkiovke errichtet. Täglich werden Luftballonausstiege veranstaltet, Feuerwerke abgebrannt und sollen bengalische Beleuchtungen stattfinden. Jeden Nachmittag und Abend findet Konzert und Tanzvergnügen statt Die Restauration ist in modernstem Stile eingerichtet. Die Ausstellung selbst, d. h die Häuser und deren Einrichtungen werden besondere Sehens- Würdigkeit n eigner A-t bilden. Das ganze Fest wird in einer illustrierten Parsdie-Ueber-Ausstellungsfestze.tung beschrieben und erläutert werden. Als Eintrittspreise sind (außer dem Eintritt in die Kolonie) festgesetzt: für den 1. Tag 2 Mk, für den 2. und 3. Tag je 1 Mk., für den 4. und l-tzten Tag, an dem kein Theater stattfindet, 50 Pfg. Familienkarten werden am 1. Tag bis 12 Uhr vormittags zu ermäßigtem Preise abgegeben Wer nach Verlassen der Ausstellung erneut eintreten will, hat eine Gebühr von 10 Pfg. zu entrichten.
Unioersitäts Nachrichten.
— Der Berliner Rechtslehrer Geh. Rat Profeffor Dr. L. Aegidi feierte am 18. d. Mts. sein LOjährigeS Doktorjubiläum. Prof. Aegidi, der 1825 m Tilsit geboren ist, bekleidet sein Lehramt als o. Honorar- Professor seit 1877, vorher war er 7 Jahre lang Leiter der Proßab- teilung im Reichskanzleiamt.
Krirskasten der Redaktion.
Anonymus. Wir wiederholen zum 101. Male, daß wir Zusendungen ohne Namensunterschrift unberücksichtigt laffen müffen. Sie nennen uns eine ganze Anzahl von Namen, die Sie in Ihrer Angelegenheit zu sehen wünschen, verschweigen aber Ihren eigenen Namen. Ihre Zuschrift wird dadurch natürlich gänzlich wertlos.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Gietzen, 20. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JC 1.10—1.25, Hühnereier per St. 0 <$, 2 St. 11-15 «z, Enteneier 1 St. 7—8 Gänse eier per St. 11 — ’2 Käse 1 St. 5—8 Käsematte 2 St. 5—8 4, Erbsen per Liter 22 , Linsen per Liter 34 , Tauben per Paar
JC 0.75—0 90, Hühner per St. JC 1.00—1.50, Hahnen per Stück M 0.70—1.20, Enten per St. JC 2.00—2.20, Gänse per Pfd. jfC 0.00 bi< 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 66—76 , Kuh. und Rindfleisch per Pfund
60—64 L Schweinefleisch per Pfd. 64—80 , Schweinefleisch, gesalzen,
per Pfd. 84 , Kalbfleisch per Pfo, 60—66 , Hammelfleisch per Pfd
50—70 4, Kartoffeln per 100 Kilo 6 00 —8.00 JfC, Weißkraut per Sb 00—00 4, Zwiebeln per Ctr. JC 7.00—8 00, Mich per Liter 18 4.
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags.
Neueste Meldungen.
(Telephou-Melduugeu des „Gießener Anzeiger»-.)
W. Gumbinnen, 20. Aug. Im Prozeß wegen der Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk wurde heute Vormittag die Beweisaufnahme geschloffen.
W. Interlaken, 20 Aug. Am Abensberge stürzte infolge AuSgleitens der 67jährige Fabrikant Matter auS- Mannheim 50 Meter tief ab. Ec wurde al» Leiche auf- gefunden.
Pofe», 20. Aug. In Schroda starben infolge Gr- uuffc» giftiger Pilze 5 Personen.
Sagau, 20. Bug. Rittergutsbesitzer Frahne-Dttter»- bach, Sohn des Kommerzienrats Frahne in Landshut, wurde durch einen Unglücksfall bei der Rehbockjagd erschossen.
Jamburg (Gouvernement Petersburg), 19. August. Da» Kaiserpaar traf in der Nacht zum Montag hier ein, um den großen Manöver» beizuwohnen. Gestern früh reisten dec Kaiser und die Kaiserin nach Narwa und wohnten am Denkmal der Schlacht von Narwa der Kirchenparade de» PreobraschenSky'schen Regiments bei. Darauf erfolgte die Rückkehr nach Jamburg.
Kursko, 20. Aug. Ja der Nähe der Stadt verschütlete ein Bergsturz drei Häuser. Vierzehn Personen wurden getötet.
Saint LoniS Marie Galante, 19. Aug. Eine Feuers- grünst zerstörte beinahe die ganze Stadt Grand Bourg.
Telephowscher Kirr »bericht.
Frankfurt, dw 18 August
3*-3 0/s Roioh^mlei^e . . 101 25
3 a o ao . . 91 00
31/l Vo KodboIs . . . . 100 95
8»/t do .... 91 30
ü/c HesBeie .... 98 40
5 % Ital'en. Rente . . . 98.00
1 j/q GFriech. Mnuop.-Anl. 43.50
3 0/0 Portugiesen • 25.70
3 0/p Mexikaner , . . . 26 00
®/o Chinesen . 83.00
Kreditaktien . 198 80
Diskonto-Kommanait . . 174.80
Darmstädter Bank . . 120 60
Dresdener Bank . , . . 130 60
Berliner Hondelages. .137 70
Oesterr. Staatsbahv . . 186.00
Qotthardbabn .... 153.00
Laurahütte ..... 185 00
Bochum...... 168 00
Harpener . 165 50
; ruhig.
srereorotogtfche Beobachtungen
der Station Giefteu.
Höchste Temperatur «m 18. bis 19. August 29 4° C.
Niedrigste „ , 18. „ 19. „ 12 6° C.
August
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
IPJDHpn?!* Muepiß
Windrichtung
Windstärke
Wetter
19 9-°
751,9
194
12,6
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Still
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sternb. Himmel
20. 7«
7530
158
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N.
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1
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21,2
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Zuschlagsfrist 3 Wochen.
Gießen, 19. August 1901. Das Stadtbauamt.
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Areitag den 30. August, vormittags präzis 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nieder-Bessmgen, im Ganzen 130 Morgen. Zu« fammenkunst in Mühlsachsen.
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Lich, den 19. August 1901.
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