waren im Stall sehr unruhig und die Ketten rasselten. Ich war beim Putzen beschäftigt. Beisitzer Major Zier mann: Ich möchte die Bemerkung machen, daß Kettengeräusch nicht zehn Minuten andauert. Verteidiger: Ich stelle die Unfrage an den Zeugen, ob die Pferde, wenn sie von der Reitbahn kommen, nicht besonders unruhig sind. Zeuge E d e l e r: Jawohl.
Dragoner Krau se 2, dem die unziemliche Aeutzerung am Guckloch der Reitbahn zur Last gelegt wird, bekundet: Iw war unter denen, die zum Guckloch hinliefen. Ich fragte: Wen hat der Deibel geholt? Präs.: Wollten Sie diese Redensart aus den Rittmeister anwenden? Zeuge: Nein. Bandilla kam in den Stall und rief: Der Rittmeister ist mit dem Revolver geschossen worden, es ist unbekannt, von wem. Sergeant Schielat drehte sich um und sagte. Halten Sie die Fresse! Präs.: Na, da hatte er jedenfalls auch ganz Recht! (Heiterkeit.) Haben Sie gehört, daß Hickel im Stalle mit Tomning sprach? Zeuge: Nein. Präs.: Nun, Domning, wir haben alle Zeugen, die im Srall waren, befragt. Niemand will aber bemerkt haben, daß Sie mit Hickel gesprochen haben. Domning: Ich habe aber mit Hickel gesprochen. Zeuge Krause 2: Ich habe nichts gehört. Beisitzer Major Ziermann: Hickel behauptet, Krause habe gesagt: Da liegt das Aas. Hickel: Jawohl, ich erkannte Krause's Stimme. Krause 2: Ich habe das nicht gesagt.
Unteroffizier Kohlmeyer saß am Tage nach dem Morde in der Kantine und beobachtete die Unteroffiziere. Ihm fiel bei Griegat sein scheuer Blick und sein unsick)>eres Auftreten auf. Er konnte niemand in die Augen sehen. Präs.: Glaubten Sie, daß Griegat der Thäter sei? Kohlmeyer: Mir kam es so vor. Präs.: Haben Sie gehört, wer es gewesen ist? Zeuge: Nein. Präs.: Glauben Sie, daß Griegat der Thäter ist? Zeuge: Nein, das kann ich nicht sagen. Staatsanwalt Meyer: Bei der ersten Ver- handlung ist festgestellt worden, daß Griegat zur-Mordzeit auf der Handwerkerstube war.
Leutnant v. Wedel: Rittmeister v. Krosigk lobte einmal mir gegenüber Marten und sagte, der junge Mann mache seine Sache sehr gut. Einmal hat Herr v. Krosigk das auch vor allen Unteroffizieren gesagt. Präs.: Hat Rittmeister v. Krosigk vielleicht bet anderen Gelegenheiten geäußert, daß er ein persönliches Mißtrauen gegen Marten hege? Lt. v. Wedel: Nein, im GegenteU, er sagte immer: Das ist meine beste Llbteilung.
Frau v. Krosigk, die Witwe des Ermordeten, gibt ihre Aussagen in sehr erregtem Tone ab. Mein Mann hielt den Unteroffizier Marten für einen im Dienste tüchtigen und brauchbaren Soldaten. Persönlich hegte er aber.ein Mißtrauen und eine Antipathie gegen Marten, die von Jahr zu Jahr zunahm. Mein Mann hätte deshalb Marten sehr gern von seiner Schwadron entfernt. Im Herbst 1899 sagte mein Mann einmal zu mir, er werde jede Gelegenheit wahrnehmen, um Marten auch auf Kommandos zu schicken. Marten wäre ihm in hohem Grade unsympathisch. Aus diesem Grutrde schickte ihn mein Mann auch im Jahre 1900 nach Berlin zur Telegraphenschule. Präs.: In welcher Hinsicht war denn Marten dem Herrn Rittmeister unsympathisch? Frau v. Krosigk: Darüber hat er sich mir gegenüber nicht ausgelassen, er hielt ihn eben für (sich besinnend) für einen minderwertigen Eharakter. Er hielt ihn für unaufrichtig. Er meinte, daß er vom Wachtmeister Marten aufgehetzt würde. Präs.: Wann kam der Rittmeister nach Stallupönen? Zeugin: Im April 1897. Sehr bald schon liefet: anonyme Briefe ein. Ich zog im Herbst nach. Im Winter wurden uns die Fenster mit Steinen eingeworfen, dreimal. Präs.: Dann soll auch auf den Rittmeister geschossen worden sein? Zeugin: Ja, zweimal, in der Dunkelheit durch die Fettsterscheiben, das zweite Mal waren wir gerade von einem Ausgang heimgekommen. Die Kugel schlug in der Kinderstube ein. Beide Male ist das Geschoß unauffindbar gewesen. Später passierte nichts Derartiges mehr. Nur einen Drohbrief erhielt mein Mann des Inhalts, er solle sich aus Gumbinnen entfernen. Andernfalls würde ihm mit dem Tode gedroht. Die Briefe sind sämtlich in Stallupönen aufgegeben worden. Sie waren mit der verstellten Handschrift eines anscheinend gebildeten Mannes geschrieben. Präs.: Hat Ihr Mann sich in letzter Zeit über Marten geäußert? Frau v. Krosigk: Nein.
Unteroffizier Kahl, Bursche des Rittmeisters v. Krosigk in Stallupönen: Eines Tages waren Herrn v. Krosigk die Wagenpolster zerschinitten worden. Ein Soldat hatte den damaligen Dragoner, späteren Unteroffizier Marten in der Nähe des Stalles gesehen. Es bestand der Verdacht, daß Marten an den Ehikanet: gegen Rittmeister v. Krosigk beteiligt sei.
Zeuge Sattler Kuhnert aus Eharlottenburg diente 1897 in Stallupönen: Ich kann mich aber nicht daran erinnern, daß ich gesagt habe: Marten ist in der Nähe des Wagens gesehen worden. Wenn ich das gethan hätte, so könnte ich nur Scherz gemachst haben. Gegen Marten konnte ich nichts Schlechtes aussagen. Als Marten auf der Telegraphenschule in Berlin war, besuchte er mich und sagte bei dieser Gelegenheit, er sei dem Rittmeister dankbar für dies Kommando.
Unterroßarzt Kant: Ich ging am Mordabend um 4 einhalb Uhr vom Marktplatz in Gumbinnen nach der Kaserne zur Schmiede. Auf dem Wege dorthin kam ich auch durch den Bprraum zur Reithalle. Ich blickte durch das Guckloch, sah aber noch durchaus nichts Auffälliges! Der Rittmeister unterhielt sich mit Oberleutnant v. Hoffmann. Ich schritt dann weiter zur Schmiede. Dort hielt ich mich kurze Zeit auf und ging dann zur Llpotheke und durch die Stallungen. Es war noch keine Unruhe in den Ställen bemerkbar. In einem Stall brannte Licht; es wurde geputzt. Ich sah den Sergeanten Bunkus mit einem anderen Unteroffizier stehen, den ich aber nicht erkennen konnte. Präs.: Wie lange gehen Sie vom Markt zur Kaserne? Zeuge Kant: Sieben bis acht Minuten, etwa acht Minuten, nachdem ich den Kasernenhof betreten hatte. Präs.: Vom Schuß selbst haben Sie nichts gehört? Zeuge: Nein. Präs.: Mit der Uhr muß das nicht stimmen, das muß früher gewesen sein. Zeuge Kant: Ich will die Mög- lichkeit zugeben.
Kantinengehilfe Reck hat den Schnaps in der Packkammer verabfolgt. Präs, (ermahnt den Zeugens: Wann war das? So reden Sie doch selber, lassen Sie sich nicht alles aus dem Munde herausziehen, ich bin doch kein Zahnarzt (Heiterkeit).
Oberleutnant v. Pöllnitz sagt aus, daß v. Krosigk, als er nach Stallupönen kam, den Marten sehr gelobt habe. Später, in Gumbinnen, sprach sich v. Krosigk dahin aus, daß sich Marten auf der Telegraphenschule in Berlin sehr gut ausgemacht habe. Um Weihnachten Lobte ihn der Rittmeister und sagte, er sei sehr zufrieden mit dieser Rekrutenausbildung.
Deutsches Reich-
Berlin, 19. Aug. Aus Wilhelms höhe wird gemeldet: Heute früh unternahm das Kaiserpaar einen Ausritt. Ter Kaiser hörte hierauf die Vorträge des Kriegsministers, des Chefs des Generalstabes und des Chefs des Militärkabinetts.
— Ein eigenartiges Rangverhältnis ist durch die Er- nennung der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen zum Chef des Füsiliervegiments v. Gersdorff (Hessisches> Nr. 80 zwischen dieser und ihrem Gemahl, den: Prinzen Friedrich Karl von Hessen, geschaffen worden. Wie alle weiblichen Regimentschefs hat die Prinzessin dem Her- kommen gemäß den militärischen Rang eines Obersten und steht über dem betreffenden Regimentstommandeur. Ihr Gemahl, Prinz Friedrich Karl von Hessen, ist jedoch noch lange nicht in einer gleich hohen militärischen Stellung; er ist zur Zeit Hauptmann und Kompagniechef im 1. Hess Jnf.-Regt. Nr- 81, dem Brigade-Regiment des Regiments einer Gemahlin.
— Landgerichtsdirektor Floretts Wiarda in Hannover und dessen Bruder Landgerichtsrat Tilemann Wiarda in Hildesheim wurden in den Adel stand erhoben.
— Tie „Dtsch. Tagesztg" veröffentlicht eine Erklärung des bekannten Majors a. T. Endell in Posen, Mitgliedes des deutschen Landwirtschaftsrates, ü: der es u. a. heißt:
„Ich kann den ständigen Ausschuß des deutschen Landwirtschaftsrates nicht für berechtigt halten, in Sachen des Zollschutzes einen Beschluß zu fassen. Dieser Beschluß (vgl. unsere Nr. 194, 2. Bl. D. Red.) steht in direktem Gegensätze zu einem früheren Beschlüsse des gesamten Landwirtschaftsrates, welcher andere Grundsätze feststellte, die auch heute noch von dem ständigen Ausschüsse gutgeheißen werden. Ich bedaure deshalb gegen den erwähnten Beschluß des ständigen Ausschusses Protest erheben zu müssen. Angesichts der kritischen Lage, in welcher sich die deutsche Landwirtschaft befindet, halte ich es aber für meine Pflicht, öffentlich zu konstatieren, daß nicht alle Mitglieder des deutschen Landwirtschaftsrates bereit sind, so schnell einer hohlen haltlosen gegnerischen Agitation gegenüber und wegen einer solchen, die berechtigten Forderungen der Landwirtschaft aufzugeben und die solange für richtig gehaltenen und wissenschaftlich begründeten Zollsätze ohne zwingenden Grund selbst herabzudrücken."
— Nachdem festgestellt ist, daß innerhalb der S t a a t s- eifenbahn Verwaltung viele Beamte seit Jahren beträchtliche Geldgeschenke von Frachtinteressenten, insbesondere von industriellen Werken, verbotswidrig angenommen haben, so haben die Eisenbahndirektionen die Beamten vor solchen Verfehlungen unter Hinweis auf ihre disziplinarische und gerichtliche Strafbarkeit nachdrücklichst gewarnt. Das Strafgesetzbuch bedroht auch den Beamten mit empfindlicher Strafe, der für eine in sein Amt einschlagende, an sich nicht pflichtwidrige Handlung Geschenke oder andere Vorteile annimmt, fordert oder ich versprechen läßt.
— Tie mit dem Dampfer „Straßburg" am 18. August in Bremerhaven eingetroffenen o st a s i a t i s ch e n Truppenteile werden, da in Töberitz bei der zweiten Garde- Jnfanteriebrigade mehrere R u h r f ä l l e vorgekommen sind, nach dem Uebungsplatz bei Münster behufs Auflösung über- fiihrt. Ta Töberitz mit Chinatruppen noch nicht belegt gewesen ist, so ist eine Uebertragung durch diese ansge- chlossen.
— Tern Vernehmen nach hat sich das Bedürfnis heraus- geshellt, für die Marine eine alsbaldige Vermehrung der Kriegsgericht sräte ein treten zu lassen und inzwischen wieder junge Richter, die zum Uebertritt in den Justizdienst der Marine Neigung haben, zunächst als Hilfsrichter zu. beschäftige::. Nach einer Probedienstzeit von höck)- stens sechs Monaten erfolgt in der Regel feste Anstellung mit einen: Anfangsgehalt von 2400 Mk. und Wohnungsgeldzuschuß. Bewerber, die Offiziere des Beurlaubtenstandes sind, dürften auch diesmal auf Bevorzugung rechnen können. Während der Probezeit werden monatlich die üblichen 200 Mk. als Entschädigung gewährt. Tas Dienstalter rechnet vom Tage der Ernennung zum Kriegsgerichtsrat ab. Für Gerichtsassessoren, die diese Laufbahn einzuschlagen ich entschließen, eröffnet sich also hier aufs neue die Aussicht auf baldige Berücksichtigung; sie mögen daher nicht zögern, ihre Bewerbung unmittelbar an den Staatsekretär des Reichsmarineamts zu richten.
Wilhelmshaven, 19. Aug. Der Stapellaufdes Linienschiffes „G" fand unter dem Hurra einer nach Tausenden zählenden Menge glücklich statt. Ter König von Württemberg hielt die Taufrede, die etwa folgendermaßen lautete:
„Ich sage lebhaften Tank dem Kaiser, daß er uns mit der ehrenvollen Aufgabe betraut hat, am heut:gen Tage die «Taufe des neuen Linienschiffes „G" zu vollziehen. Wir sind gern der allerhöchsten Auflorderung gefolgt. Möge das neue deutsche Schiff seinem und dem deutschen Namen in allen fernen Meeren und Welten Ehre machen! Wir, die wir im innersten Binnenlande leben und scheinbar mit dem Handel, Wandel und dem Verkehr mit seinen entlegenen Zielen nicht vertraut sind, nehmen dennoch innigsten Anteil an allem, was unsere Marine betrifft. Mit höchstem Interesse sind wir der Entwickelung und der Marine unter Kaiser Wilhelm dem Großen gefolgt, ebenso wie unter der Regierung Kaiser Wilhelms II. Schwabenland hat schon manchen seiner Söhne der deutschen Marine zum Dienste seines Kaisers geliefert und damit bekundet, daß es nicht hintenan stehen wolle hinter anderen deutschen Stämmen, welche ihre Kräfte einsetzen zum Blühen und Gedeihen der deutschen Marine. Die Schifte, die in jüngster Zett aus dem fernsten Osten zurückgekehrt sind, haben dort dem deutschen Namen Nachdruck verliehen _ und Ruhm und Ehre gebracht. Unser innigster Wunsch ist, daß auch dieses Schiff sich glorreich deniSchwestzerschiffen anschließen möge. Daß dies auch die Gesinnungen in Schwabens Gauen sind, soll unsere Anwesenheit beweisen. Eine besondere Bedeutung gewinnt der Name, welchen der Kaiser für das neue Linienschiff gewählt hat, dadurch, daß einst in grauer Vorzeit die Wiege der Hohenzollern auf schwäbischem Boden gestanden hat, und ich erkläre im Namen des ganzen Stammes, daß wir allezeit treu und fest stehen wollen zu Kaiser und Reich. So rufe ich denn in dieser weihevollen Stunde: Seine Majestät der Kaiser Hurra!
Die Königin sprech hierauf die Worte: „Im Namen der Majestät des Deutschen Kaisers taufe ich dich „Schwaben"." Tas Königspaar reifte am ?lbend wieder ab.
Bremerhaven, 19. Aug. Der Hamburger Dampfers „Kiautschou" hat 28 Df fixiere und 664 Mann des 4. osb-> asiatischen Infanterie-Regiments gelandet.
Dessau, 19. Aug. Ter gestern und heute tagende Kongreß deutscher Kriegsveteranen (Präsidium und Sitz: Leipzig) beschloß, eine Petition an den Reichstag ic, einzureichen, daß bei Verteilung von Beihilfe anderweitige Bezüge von Unfall- und Pensionskassen bis zur Höhe von 30 Mark kein Hindernis bilden sollen, ferner daß bei) Ausdruck „gänzlich erwerbsunfähig" a::S den: Gesetz entfernt werden soll. Zum Ort des nächstjährigen Kongresses 1902 wurde Tuisburg gewühlt.
Fulda, 19. Aug. Zur B i s ch o f s ko n f e r e n z sind hier eingetroffen: Kardinalfürstbischof Kopp-Breslau, Erzbischof Simar-Köln, Nörber-Freiburg, Armeebischof Aßmann- Berlin, die Bischöfe Korun: Trier, Tingelstad-Münster, Willi- Limburg, Keppeler Rottenburg, Voß-Osnabrück, Brück-Mainz, Rosentreter-Kulm,. Jaeobi Hildesheim, Thiel-Ermland, Schneider-Paderborn. Tie Sitzungen der Konferenz be- ginnen morgen vormittag.
Ausland.
London, 19. August. Eine Depesche des „Globe" aus New-York von heute besagt: Der Ideenaustausch zwischen Hay und den anderen Ministern und Me Kinley hatte das Ergebnis, daß vorläufig keine militärische Einmischung in die Zustände der Meerenge von Panama oder in den Streit zwischen K o l u m b i a und Venezuela stattfinden solle. Der amerikanische Gesclsäftsträger in Caracas meldet, er glaube, daß der Einfall in das venezuelische Gebiet von der kollimbischen Regierung nicht angestiftet oder unterstützt worden sei, und daß Eardiras, der die venezuelische:: Insurgenten führte, zurückgetrieben worden fei. In Washingtoner amtlichen Kreisen werAe keineswegs be- ürchtet, daß gefährliche internationale Entwickelungen aus bei: Wirren der mittelamerikanischen Staaten entstehen dürften. „..
Brüssel, 19. August. Die belgischen Eisenbahn- 'ch alter sind amtlich angewiesen, deutschesPapier- gelb zum Kurse von 120 fr. für 100 Mk. anzunehmen, einem Kurse, der um über 3 fr. niedriger ist, als der tändige Kurs der Börsen in Brüssel und Antwerpen!
Paris, 19. August. Z a r N i k o l a u s hat mit liebenswürdigem Dank die Einladung des Präsidenten Loubet zur Teilnahme an den großen H e r b st m a n ö v e r n in £ st- Frankreich angenommen. Die Manöver enden mit einer großen Parade bei Reims, welcher der Zar nut Loubet beiwohnt. Der Zar landet aber schon vorher in Dünkirchen, in: Augenblick, in dem die See-Manöver des Nordgeschwa- ders zp Ende gehe::. Loubet sährt dem Zaren nach Dun- kirchen entgegen, wo das Geschwader vor beide:: R?vue passiert. Die Revue bei Reims ist am 19. September. Der Zar trifft wahrscheinlich mit der Kaiserin gegen den 10. September ein, um zwei Wochen in Compiegne zu verweilen, wo die Regierung eine Villa bereithält. Zarenpaar wird sicher Paris einen oder mehrere Besuche abstatten. , _ „ „ .
Hemberg, 19. August. Tie „Gazeta Lwowska" meldet aus Tlumacz: Die Bevölkerung der Ortschaft Ottynia bedrohte die Kommission, die wegen Ausbruchs der Schweineseuche bie. notwendigen Anordnungen traf, nut Stöcken und bewarf sie mit Koth. Zwei Tierärzte wurden chwer, und mehrere andere Beamte leicht verletzt. Eip Verhaftungen wurden vorgenommen. Tags darauf rottete sich eine Menschenmenge vor dem GerickstSgebände Xuf<wr men und verlangte die Freilassung der Verhafteten, hervei- gerufenes Militär zerstreute die Menge.
Bern, 19. August. Wie nun bestimmt bekannt w:ro, wurde von de» internationalen römischen Konferenz von 1898 betr. Bekämpfu ng des Anarchismus zwischen den beteiligten Regierungen die Vereinbarung getroffen, i>aü die ausgewiesenen Anarchisten stets dem Heimatsstaar zugeführt werden sollen. Demgemäß wurden seither alle aus der Schweiz ausgewiesenen italienischen Anarchisten an Italien ausgeliefert. .
Wien, 19. August. Der frühere Fiiianzminttter Tr. Joseph Kaizl ist heute in Miskowic in Böhmen gestorben. Dr. Kaizl gehörte der gemäßigten Gruppe des Jun«nklubs^n. am 1? gemeldete «v
sammenstoß zwischen bulgarische n und t ü rk i scheu Grenzposten- ereignete sich im Dorfe Esauack (Bezirk Philippopel.i. Eine drei Mann starke Bulgarenpatrouille wurde von einer 80 Mann starken türkischen Abteilung angehalten. Es wurden Schüsse gewechselt wobei angeblich fünf Türken getötet fein sollen. Die Bulgaren flohen, und wurden von den Türken drei Kilometer weit über d:e bulgarische Grenze verfolgt. Zwei bulgarische Kompagnien sowie' der Stabschef von Philippopel sind an Ort und stelle
hbl; pp § pel, 19. Aug. Die Ta. bakr e gie verlangt eine Konzessionsverlängerung von fünf zehn Jahren al. Gegenleistung für die von der Pforte gewünschte Anleihe. Tas türkische Finanzministerium, das laut ^rabe be* Sultans ein Monatsgehalt allen Beamten auszahlen soll, sucht vergeblich Vorschüsse bis zur Höhe von 200 000 Pfund Ri ben hiesigen Banken und industriellen Unternehmungen. Die Geldnot nimmt einen bedenklichen Charakter an.
Petersburg, 19. Aug. Hier soll es anläßlich der HochzeGsfeier der Großfürstin Olga Alexandrow na mit dem Prinzen von Oldenburg zu einem Et i tetteftreit zwischen der englischen Botschaft uno dem Vertreter der Transvaalrepublik Mr. Jonkheer van der Hoeven gekommen sein. Letzterer, der sich kurzua vom Haag nach Petersburg begeben hatte, war auf ausdrücklichen Befehl des Zaren zu der Feier erngeloben n>or- ben Kaum erfuhr dies der britische Botschafter, so ve aab er sich zu dem Grafen Lamsdorff und erklärte ihm, daß die englische Botschaft bei der Hochzeitsfeier nicht erscheinen werde, wenn man den Vertreter Transvaals z lasse. Ter russische Minister der auswärtigen Angelegenheiten übermittelte dies dem Zaren, letzterer solle nun dieses Verlangen sehr übel aufgenommen und befohlen haben, den Burenvertreter nicht mehr als private Persönlichkeit, sondern als diplomatischen Agenten der Sudafti- kanischen Republik einzuladen. Tie englische Botschaft, ei schien nicht bei der Feier. Ter Burenvertreter jebodi touroc freundlich vom diplomatischen Korps empfangen und vom Kaiser durch ein langes, auffallend herzlick-es gezeichnet. Die englische Botschaft entschuldigte offiziell Y Abwefenheit durch den Tod der Königin Viktoria.
Yokohama, 19. Aug. Der deutsche Kaiser a: die an ben Kaiser von Japan ein Telegramm, worin er fern Dank für den dem Grafen Waldersee bereiteten Empfang ausfpricht. Der Kaiser von Japan dankte für die gut:^ Worte und fügte hinzu, der Besuch Waldersees habe ifr Freude bereitet.


