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Zweites Blatt.
151. Jahrgang.
Mittwoch 21. August 1901
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger ■**’
Mtz-undAnzeigeblatt für den Kreis Gietzen
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Cine zweischneidige Waffe.
Die Vorschläge, mittelst „Obstruktion", durch überlange Reden, zahllose Anträge und Abstimmungen, den Reichstag dauernd beschlußunfähig zu machen und dadurch den Zolltarifentwurf zu Fall zu bringen, sind vor ungefähr Jahr und Tag mit derselben Gründlichkeit und mit demselben Eifer diskutiert morden, wie gegenwärtig. Aber wenn man die damaligen Aeußerungen der Parteiorgane in die Erinnerung- zurückruft, so fand dies schärfste parlamentarische Kampfmittel Volte Zustimmung fast nur in der Presse der äußersten Linken. Die Soziakoemo- kratie hatte ja auch die Obstruktion gegen die Lex Heinze im Reichstag geführt. Dagegen erblickten die Blätter anderer linksstiehcnden Parteien in der Obstruktion eine zweischneidige Waffe. Zudem Jei der Erfolg zweifelhaft. Selbst, die ^Franks. Ztg." glaubte nicht, daß eine Minderheit auf die Dauer eine solche Vorlage verhindern könne, und die „Nat.- Ztg " sagte von der Obstruktion, diese lege die Axt an die Wurzel der parlamentarischen Einrichtungen.
Heute wird unverkennbar, unter dem Eindruck des Zolltarifeiuwurfs, der Obstruktionsgedanke auch in liberalen Kreisen günstiger aufgenoinmen. Die Gegendrohung mit einer Abänderung der Geschäftsordnung des Reichstags taucht zwar auch wieder auf, aber sie wird vorsichtiger, mehr andeutungsioeise zur Sprache gebracht. Ein weites Feld hätte allerdings die Obstruktion; es könnten im Anschluß an die Positionen das Zolltarifs mehrere hundert namentliche Abstimmungen durchgesetzt werden. Die „Kreuz- ztg."richtet schon jetzt an die Konservativen die Aufforderung, Mann für Mann auf dem Posten zu sein im. kommenden Winter. Auch im Zentrum hofft man durch dies „einfache Mittel" der Obstruktion die Spitze abbrechen zu können. Das Mittel ist gewiß an sich einfach — aber es ist zur Genüge bekannt, wie außerordentlich schwer es in der Praxis sich handhaben läßt. Die Fraktions-Disziplin versagt da fast vollständig; briefliche und sogar dringende telegraphische Aufforderungen an die Mitglieder, zu erscheinen, der Appell, daß es Ehrensache jedes einzelnen sei, richt ohne triftigsten Grund auszublciben, ja die Ankündigung, unbarmherzig die Fehlenden in der Parteipresse „festtzunageln" — alles das wirkt im besten Falle für zwei oder drei Sitzungen, aber dann verlieren die Bitten und Schrecknisse ihre Macht. Die Beratungen über den Zolltarifentwurf werden viele Wochen in Anspruch nehmen. Keine einzige Fraktion des Reichstags wird sich dafür stark machen können, so lange ihre Leute zusammenzuhalten. Also Chancen hat die Obstruktions-Taktik auf den ersten Blick
Dennoch wäre es nicht wünschenswert, daß diese Taktik zur Anwendung gelangte. Bloße Demonstrationen haben reinen Zweck; schon jetzt findet das Demonstrationsbedürfnis in Bezug auf den Zolltarif Bethätigung genug, im Jn- laitbe wie im Auslande. Bei einer Vorlage wie die Lex Heinze konnte die Obstruktion aus dem Grunde mit der Möglichkeit eines Sieges rechnen, weil dieser Gesetzentwurf mannigfache Bedenken gegen sich hatte auch in denjenigen Parteien, die ihn grundsätzlich empfahlen. Aber beim Zolllar ifentwurf kommen die allergrößten Interessen, Punkt für Punkt, in Betracht. Setzt hier die Obstruktion ein, so stiebt es gewissermaßen einen „Kampf auf Leben und Tod". So energisch wie das Mittel der Obstruktion, werden sicherlich die Mittel der Abwehr sein. Das Zentrum hat schon an bete Schwenkungen gemacht, als es diejenige sein würde, ine Abänderung der Geschäftsordnung geradezu als eine „Pflicht" gegen die Verschleppungstaktik zu bezeichnen und darnach zu handeln. „Tas Zentrum macht nicht mit", so schreibt die „Voss. Ztg.", „und ohne die regierende Partei ist die Rechte ohnmächtig". Warten wir ab, ob das Zentrum dies „felsenfeste Vertrauen" rechtfertigt, falls es mit der Obstruktion Ernst werden sollte. Ueber solche „Zwirns^ fabelt" stolpert das Zentrum gewiß nicht. Ist aber die Geschäftsordnung abgeändert — und mit Hilfe des Zentrums hält die Herbeiführung dieses Resultats durchaus nicht schwer —, so würde die Opposition gegen Teile des Aolltarifentwurfs vollständig und dauernd matt- gesetzt sein. Was immer sie einzuwenden hätte, wäre leerci- Schall, denn daß dje Abänderung der Geschäftsordnung des Reichstags, einmal vom Zentrum und der Sichten ins Werk gesetzt, derart radikal ausfallen würde. Las Hindernis hinwegzuräumen, sondern auch den Gegner Vermöchte, das liegt auf vbcr Hand. Und dann könnte leicht »Oil) eine andere Folge entstehen: Die ihrer Stärke ge- nissen Mehrheitsparteien hätten es nicht nur in der Hand, das Hindernis hinpegzuräumen, sondern auch den Gegner bir Ueberlegenheit dadurch fühlen zu lassen, daß „nun erst recht" Beschlüsse gefaßt werden, die der anderen Seite unliebsam sind. Auch die Politiker sind Menschen und Man glich dem „Hochgefühl des Triumphes". Die Kosten dieses Kampfes um das parlamentarische Hausrecht hätte schließlich gar mancher „Draußenstehende" zu tragen, der jetzt noch zur frischen, resoluten Obstruktion rät. Tie Obstruktion wird erfolglos bleiben, das ist das äußerst Wahrscheinliche, und darum sollte sie gar nicht erst begonnen werden.
DolMfche Tagesschau.
Die Landeszeitung für das Fürstentum Reuß i.2., das Organ Heinrichs des Unartigen — in unserer Mgen Nummer machte der Druckfehlerteufel aas dem Fürsten Heinrich einen „Hermil" — besttzt die Gabe, auch dem ernst Mleüen Gedanken, selbst wenn sie ihn einen Augenblick ernst ;cst behandelt hat, eine derartige Wendung zu geben, daß er »Lächerlichen versinkt. So tadelt das genannte Blatt mit Wem Rechte eine ungemein rohe Auslastung der Wiener Ost-
deutscken Rundschau über die Heimgegangene Kaiserin Friedrich Es geschieht dies aber überwiegend um der Unterstellung willen, oaß es „unter den Verehrern des vor den himmlischen Richter nunmehr gestellten Herrn Fürsten Otto v. Bismarck thatsächlich eine Kategorie von Menschen giebt, die es für ein nationales Werk halten, jede noch so hochgestellte Person, die es einmal gewagt hat, diesem Manne zu opponieren, in der niedrigsten, gemeinten Weise anzupöbeln". Wohin dlese Verdächtigung zielt, macht die Landeezeitung noch deutlicher durch die Hinzu sügung: „2Bie haben die Glieder und Anhänger der 1866 dcpostedierten deutschen Fü stmfamilien, wie unser Landesherr, wie hat ferner ein v. Arnim, ein Liebknecht, überhaupt jeder, der sich dem Säbelschleifer entgeg'nstellte, bei dieser Preßmeute Spießruten laufen wüsten!" Den Greizer S.renstsimus Hand in Hand mit dem „Genosten" Liebknecht bei der „Bismarck meute" Spießruten laufen sehen — dieses Bild ist so bezaubernd schön, daß es dem Fürsten von Reuß ä. L. den Schmerzensruf entlocken wird: Gott bewahre mich vor meinen Freunden!
König Alexander von Serbien entwickelt gegenwärtig eine geradezu erstaunliche Geschäftigkeit. Kürckich erst ist die Verabredung mit dem Zaren über den Herbstbesuch des serbischen Königspaares in Petersburg getroffen und die sich anschließende Visite beim Sultan angemeldet und acceptien worden. Jetzt wird aus Rom gemeldet, daß auch ein Besuch de» Königspaares im Quirinal als gesichert gilt. Es soll dort eine Begegnung mit dem Fürsten von Montenegro, dem Schwiegervater des Königs von Italien, herbeigeführt und ein Garantievertrag bezüglich der Thronfolge in Serbien abgeschlossen werden. In dem Regenten Montenegros, dem „Herrn der schwarzen Berge", sieht man allgemein die Per« sünlichkeit beruß n, das Erbe b:r Obrenowitsch in Serbien anzutreten, falls die Ehe König Alexanders kinderlos bleibt. Der Sohn Milans scheint hiermit zu rechnen und diplomatisch genug zu sein, noch bei Lebzeiten unter Zustimmung der an der Orientpolitik interessierten Mächte die Erbfrage zu regeln. Daß er nach allen Richtungen hin Anschluß sucht, giebt zudem eine gewisse Gewähr für die Neigung des Serbenkönigs, seinerseits alles zu vermeiden, was zu einer Komplizierung der Verhältnisse auf dem Balkan führen könnte.
China.
Die „Times" melden aus Peking vom 18. August: Gestern wurde der Text des Protokolls amtlich den chinesischen Bevollmächtigten übermittelt. Lihungtschang sandte hierauf den Gesandten zugleich mit der Empfangsbestätigung eine Note, worin er noch einige Einwände erhob. Die Ge sandten erwiderten heute, daß sie es ablehnen, die Angelegenheit wieder zu eröffnen, da der Text als endgiltif anzusehen sei. Die chinesischen Bevollmächtigten hoffen, daß sie von Singansu zur Unterzeichnung des Protokolls ermächtigt werden und daß diese dann am Samstag erfolgen kann. — Ein soeben erschienenes kaiserliches Edikt setzt als Tag der Abreise des chinesischen Hofes von Hsiansu den 6. Oktober fest. Nach den bisherigen Bestimmungen sollte der Ausbruch bereits am 1. September erfolgen. Die 93er schiebung der Reise wird mit dem durch die Regenzeit hervorgerufenen schlechten Zustand der Wege begründet.
Mitteilungen des preußischen Kriegsministeriums über die Fahrt der TruppentranSportschiffe: Dampfer „Bayern" 19. August Port Said an und ab. Dampfer „König Blvert" 17. August von Schanghai ab mit Kommando des ExpeditionS- korps, Stab, 1. und 4. Eskadron Reiter Regiments und 2. Pionier-Kompagnie. Auf Dampfer „Alesia" befindet sich 2. und 3. Eskadron Reiter Regiments. Dampfer „Pisa" mit 2. Seebataillon, Marine-Feldbatterie am 15. August ab Tsingtau, Transportführer Hauptmann von Bsottnitz. Dampfer „Tucuman" mit 1. Seebataillon, Pioniere, Marine Lazareth am 18. August ab Tsingtau, voraussichtlich 16. September in Aden, Transportführer Oberstleutnant von Madai. Die mit dem Dampfer „Straßburg" in Bremerhaven eingetroffenen ofiasiatischen Truppenteile werden zur Auflösung nach dem Uebungsplatz Münster überführt.
^n^änber und Bnrerr.
Lord Kitchener meldet vom 19. aus Pretoria: Kapitän Wood unternahm gestern früh mit einem Teil der Polizei- truppc und einer anderen unter dem Befehl des Kapitäns Morley stehenden Abteilung in Stärke von etwa 150 Mann von seiner Stellung südlich vom Elands River aus eine Rekognoszierung gegen Bronkhorst Spruit und überraschte in der Nähe von Middelburg ein starkes Burenlager; 23 Buren wurden getötet. Da der Feind bedeutend stärker war — man schätzte ihn auf 600 bis 800 Manu — war Kapitän Wood nicht in der Lage, seinen Erfolg auszunutzen. Beim Rückgang hatte er einen Toten und sechs Verwundete, darunter Kapitän Morley schwer verwundet; 14 Mann werden vermißt. Dre Haltung aller war ausgezeichnet; der Feind muß mehr als 23 Tote gehabt haben.
Danach also ist es mit dem angeblichen „Erfolge" des Herrn Kapitän Morley nicht weit her, wenn er selber und andere von seiner Truppe auf dem Rückzüge schwer verwundet worden sind. Der Rückzug wird sich wohl von einer sehr eiligen Flucht kaum unterscheiden.
Ueber die englische Armee-Einteilung wird folgendes bekannt: An der Spitze bestimmter Bezirke stehen: Generalleutnant Frvnch, Oberbefehlshaber sämtlicher Truppen in
^er Kapkolonie; Generalleutnant Hildyard, desgleichen in Vcatal nut dem Unterbezirk Newcastle (Nordspitze der Kolonie), den der Brigadegeneral I. F. Burn-Murdach befehligt. In Transvaal finden sich die Bezirke Barberton (T. E. Stepheusou), Lydenburg (F. W. Kitchener), Machado- dorp (H. Reeves), Middelburg (I. C. Barker), Pretoria (C. Barton), westlich Pretoria (Inigo Jones», Standerton (R. A. P. Clements), Heidelberg (C. D. Cooper), Rand (E. O. T. Hamilton), im Westen von Johannesburg (M. W. Willson), Ventersdorp (H. C. Hamilton); schließlich int Freistaat Harrismith (Gen.Lt. Leslie Rundle», Kroonstad (W. G. Knox), Bloemfontein (Gen.-Lt. Charles Tucker), Kimberley (G. Pretyman); Eisenbahn nördlich von svroouftab (G. G. Cunningham) und südlich von Bloemfontein (A. F. Hart). Man sieht, daß die festeingeteilten Bezirke in den beiden Republiken vorzugsweise die Bahnlinien umfassen und daß weite Flächen — namentlich im Norden und im Westen — keinen Bezirk aufweisen. Hier bat die Thätigkeit der fliegenden Kolonnen einzusetzen. Solche fliegende Kolonnen befehligen Gen.-Lt. Lord Methuen im Westen und Gen.-Lt. Bindon Blood im Nordosten Transvaals (unter letzterem als Kavallerieführer Gen.-M. Babittgton); Gen.- Major Barrington Campbell; Charles Knox im ganzen Osten des Freistaates; Bruce-Hamilton zwischen Petrus- berg und der Eisenbahn; E. L. Elliot im nördlichen Freistaat; dann befehligen noch selbständige Kolonnen die Generäle (immer mit dem örtlichen Rang für Südafrika) R. S. R. Festerstonhaugh, H. C. O. Plumer, G. G. Dixon, S. B. Beatson, R. G. Broadwood, G. M. Bullock und I. Spens. Die meisten der Genannten sind neue Leute. Wo gelegentlich andere Führer fliegender Kolonnen genannt wurden, handelt es sich um Unterbefehlshaber der Ausgeführten oder auch der Distriktskommandeure.
Aus Kapstadt werden dem Reuterschen Bureau weitere Einzelheiten über die Einnahme von Van Rhyns- dorpdurch die Buren berichtet. Eine kleine Abteilung der Buren unter Maritz wechselte am 5. August mit einem britischen Vorposten am Van Rhyns-Paß Schüsse. Die Buren kehrten am 6. früh Morgens zurück und erreichten den Fuß des Passes. Sie nahmen einen berittenen Polizisten und einen Eingeborenen, der Depeschen beförderte, gefangen. Während des Tages hielten sich die Buren zwischen den Felsen am Fuße des Passes verborgen. Am frühen Morgen des 7. schlossen sie die Stadt ein, deren Garnison unter Leutnant Greenshields 7 Stunden lang kämpfte und sich dann ergab. Die Buren nahmen aus dem Depot elf Gewehre und einige Munition, sowie 21 Pferde. Sie plünderten die Läden im Ort, und nahmen alle Kleidungsstücke mit. Sie machten einige politische Gefangene, denen sie die Freilassung anboten. Die Gefangenen weigerten s'.ch jedoch, das Anerbieten anzunehmen.
Eine Depesche des Bureau Dalziel aus Trouville vom 19. d. M. meldet, ein dort von Haag angekommener Pariser Finanzier, der das Vertrauen der Burensfihrer genieße, behaupte, daß diese Woche ernste Entwickel-, ungen im Zusammenhänge mit dem Ende des Krieges erwartet werden. Die Kasse der Burenführer in Europa sei erschöpft. Ihre Verpflichtungen würden mit niederländischen Bahnaktien gedeckt. Das Befinden Krügers sei bedenkl ich, trotz amtlicher Dementis. Krügers Rat-' gebet sähen endlich ein, daß das Ende nahe sei. — Die ganze Nachricht scheint müßiges Geschwätz zu sein. — „Free- mans Journal" veröffentlicht Einzelheiten der bereits gestern erwähnten Unterredung, die der irische Abgeordnetei William Redmond mit Krüger in Holland hatte. Ueber die Proklamation Kitcheners äußerte Krüger: „Mein Volk läßt sich durch solche Proklamationen und Reden nicht einschüchtern, diese Dinge können jene, die kämpfen, nur ermuntern, den Kampf fortzusetzen." Redmond fragte, ob es wahr sei, daß eine große Verschwörung bestanden habe, zu dem Zwecke, die (ntglänber aus Südafrika zu vertreiben. „Niemals", rief der Präsident entrüstet aus und schlug mit der Faust auf den Tisch; „eine solche Verschwörung existierte nicht; wir wollten nur in unserem Lande zufrieden gelassen werden. Wir machten Zugeständnisse, um den Krieg zu vermeiden". Hinsichtlich der Zukunft erklärte Krüger: „Wenn wir unsere Unabhängigkeit wieder erlangen, mürben wir unser Land wieder aufrichten, aber dazu bedürfen wir unsere volle Unabhängigkeit^. Svrüger legte besonderen Nachdruck auf das Wort „volle . — Diese Unterredung widerlegt deutlich die Meldung von dem schlechten Befinden Krügers.___
Die Ermordurrg^es Rittmeisters v. Krosigk vor dem Oberkriegsgericht.
(Fortsetzung aus dem 1. Blatt.)
Es werden nunmehr die gesamten Mannschaften der Schwadron v. Krosigks aufgerufen, dis bereits im Juli eidlich vernommen worden sind. Die Leute werden befragt, ob sie erfahren hätten, wer der Thäter ist oder ob sie Martens Aeußerung gehört hätten: Der Hund soll heute noch rot seben. Das Ergebnis dieser Vernehmung ist vollständig negativ. Dragoner Mocken berg : Skopeck hat noch am Mordabend erzählt, daß er zwei Leute an der Bandenthür im Korridor zur Reitbahn gesehen hätte. Die beiden hätten Unteroffiziermützen aufgehabt. Präs.: Früher haben Sie ausgesagt, Skopeck habe das erst am anderen Tage erzählt. Zeuge: Ja, ich sagte: Des Abends oder den anderen Morgen. Zeuge Dragoner Edel er : Ich habe nicht gehört, daß Hickel im Stall mit Domning gesprochen hat. Staatsanwalt Meyer: Wenn die Beiden zehn Minuten miteinander gesprochen haben, hätten Sie das dann nicht hören müssen? Zeuge: Ich glaube, ja. Präs.: Haben Sie nicht genau Acht gegeben oder ist es möglich, daß Sie das überhört haben? Edeler : Das letztere ist auch möglich D<ie Pferde


