Ausgabe 
21.8.1901 Erstes Blatt
 
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auf den Transportschiffen im Reichsgebiet wieder eintreffeu, können Briefe und Postkarten wie bisher portofrei abgeschlck werden. Solche Sendungen sind vom Absender mit dem VermerkDurch das Martuepostbureau in Berlin- zu ver­sehen. Für den Postverkehr mit den Truppen der ostafiatischen Besatzungsbrigade und der Besatzung des KiautschougebieteS gelten vom 1. September an folgende Bestimmungen: Briefe, Postkarten, Drucksachen, Warenproben, Geschäftspapiere und Postanweisungen unterliegen den inländischen Portosätzen und Gewichtsgrenzen. Dasselbe gilt für die Besatzungen der deutschen Kriegsschiffe in Oftasien. Es treten jedoch folgende Sonderbestimmungen in Kraft: Für Briefe von mehr als 20 bis zu 60 Gramm Gewicht an oder von Angehörigen de- Heeres und der Marine, die nicht im Osfijiersrang stehen, beträgt das Franko nur 10 statt 20 Pfg. Druck fachen und Geschäflspapiere im Gewicht von mehr als 1 Kilogramm bis 2 Kilogramm sind gegen eine Gebühr von 60 Pfennigen zulässig. Postanweisungen an Angehörige des Heeres und der Marine, die nicht im Offijiersrang stehen, werden bis zum Betrage von 15 Mark gegen eine Gebühr von 10 Pfennig befördert. Die Dersendungsbedingungen für Pakete, Wertbriefe, Kästchen mit Wertangabe rc. sind die selben wie bei Sendungen an Privatpersonen in Oftasien, abgesehen von den besonderen Gelegenheiten, die das Kriegs­ministerium vermittelt. Alle an Angehörige der ostasiatischen Besatzungsbrigade und der Besatzung des Kiautschougebiets gerichteten Postsendungen müssen außer der genauen Be­zeichnung des Empfänger- nach Namen, Dienstgrad und Truppenteil von jetzt an auch den Garnisonort in der Auf­schrift enthalten. Die an die Mannschaften der ostasiatischen Besatzungsbrigade gerichteten Briefe von 20 bis 60 Gramm Gewicht und mit 10 Pfennig Frankatur sind von jetzt an ebenso wie alle dienstlichen Briefsendungen an die Besatzungs­brigade oder deren Truppenteile bis auf weiteres mit dem VermerkDurch das Marinepostbureau in Berlin- zu versehen. u

* Die psychiatrische Klinik wurde am Sonntag durch eine Kommission für das Irrenwesen der Stadt Paris einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Die Kommission ist ausgesandt worden, um eine Anzahl neuerer psychiatrischer Anstalten in Deutschland kennen zu lernen und um sich über die Fortschritte, welche die Fürsorge für Geisteskranke bei uns aufzuweisen hat, zu informieren. Mit­glieder derselben sind Dr. Sorieux, Chefarzt des großen Pariser Asyls Ville Evrard; Defrance, Leiter des Departe- mentalwesenS der Seiuepräfektur; Dr. Roussel, General­rat des SeinedeparlementS; Dr. Brousse und Patenue, Munizipalräte und Mitglieder veS Gesundheitsrates; sowie der Gcneralinspekteur des Jrrenwesens Pelletier. Die Entsendung dieser wesentlich aus höheren Beamten zusammen­gesetzten Kommission darf als ein Beweis des großen In­teresses aufgefaßt werden, mit dem von unseren westlichen Nachbarn die Entwicklung des deutschen Jrrenwesens ver­folgt wird.

Ein Zentral-Berband junger Drogisten Deutschlands.ist im Entstehen begriffen. Treue Pflichterfüllung und Ehr­erbietung gegen die rechtlich handelnden Prinzipale, Förde rung der Standesinteressen, Pflege der Fachwissenschaften, Gründung einer Zentral-Stellenvermittlung, sollen der Zweck desselben sein.

Leihgestern, 18. August. Auf der Ganturnfahrt zu Schlitz errang der hiesige Turnverein seinen ersten Erfolg. Wilhelm Menges erhielt mit 26 Punkten den 20. und Georg Althenn mit 25 Punkten den 22. Preis.

e. Bad-Nauheim, 18. August. In den letzten Wochen hat man hier ganz bedeutende Funde gemacht. Die neue Fundstätte ist an Größe und Ausdehnung allen früheren überlegen, sie befindet sich auf dem sogenanntenBörlea-, einem Felde südlich von Bad-Nauheim, das nach der Burg Börlen, die früher dort gestanden haben soll, benannt ist. Gegenwärtig wird dort der neue Friedhof angelegt und bei den Planierungsarbeiten und bei dem Bau der UmzäuuungS« mauern stieß man auf Grundmauern von Gebäuden, die sich viele Meter weit nach allen Richtungen hin erstrecken. Außer zahllosen Scherben, Ziegelsteinen mancherlei Arten und Wand- bekleidungSsteinen, fand man zwei größere Säulen mit Profil, sowie eine sehr gut erhaltene und elegante Schale. Mi­nisterialrat Sold an, der Leiter der Limesforschungen auf hessischem Gebiet, wurde von Bürgermeister Wörner benach­richtigt und erschien am Freitag, um die Fundstücke anzusehen.

Er erklärte dieselben sofort als römischen Ursprungs uud eine Reibschale als ein äußerst seltenes Stück aus einer früh-römischen Periode. Auch die Fundstelle wurde besichtigt, sie liegt auf einer Anhöhe und wird von Süden durch einen alten Gebirgsbach des Wintersteins, den Deutergraben, von Westen durch den Ockstädterweg und von Osten durch eine alte Römerstraße, den Städterweg, begrenzt. Morgen werden weitere Ausgrabungen vorgenommen. Nach der Ansicht SoldanS handelt es sich hier wahrscheinlich um eine sehr große bürgerliche Niederlassung, vielleicht auch um eine Badeanlage auS früh-römischer Zeit. Für daS letztere spricht die Nähe deS DeutergrabenS und der Umstand, daß sich zu Römerzeiten nach derChronik von Bad Nauherm" die ersten heißen Salzquellen in jener Gegend, am Süd-Ostabhange des Johannisbergs, befunden haben sollen. In der Be« völkerung war man früher der Ansicht, an dem geschilderten Platze hätte einst die Burg Börlcn gestanden und man führte auch die jährlich bei der Bebauung des Feldes gemachten Steinfunde rc. auf diese Burg zurück Vielleicht wurde die Burg Börlen seinerzeit an die Stelle der zerstörten römischen Niederlassung erbaut, oder man sah die Reste der Römer« bauten als eine frühere Burg an, wie es ähnlich der Saal­burg im 17. und 18. Jahrhundert ergangen ist.

§ Butzbach, 20. Aug. Am 22. ds. MtS. rückt das hie­sige Bataillon nach dem Truppenübungsplatz bei Darmstadt aus, um an dem Regiments-, refp. Brigade Exerzieren und den Schießübungen teilzunehmen.

§ Münster, 19. Aug. Gestern und heute fand, vom schönsten Wetter begünstigt, unser Kirchweihfest statt. Wie früher, so erfreute sich auch in diesem Jahre unser Dorf eines reichen Zuspruchs von auswärts, sodaß im Lokale des FestwiitS Theis gestern Abend alles bis auf den letzten Platz besetzt war.

te- Stangenrod, 19. Aug. Eine schöne echt patriotische Feier veranstaltete gestern unser hiesiger Kriegerverein. Es galt zur Erinnerung an den Tag der Schlacht bei Gravelotte. Nachdem der Kriegerverein den Bürger« meister Bock nachmittags durch Paradeaufstellung und Dar- bringung eines Ständchens geehrt hatte, ging es mit Sang und Klang hinaus zu dem schön gelegenen Festplatze im Walde. Hier war für Speise und Getränke sowie für Sitz« Plätze genügend gesorgt. Die Festrede hielt der Vorsitzende des Kciegervereins Stangenrod. Er wies in packenden Worten auf die denkwürdige Schlacht bei Gravelotte hin und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unseren Landesfürsten. Das Kaiserhoch wurde von dem Vorsitzenden des Kriegervereins Weickartshain ausgebracht, nachdem Redner der am 18. August gefallenen Kameraden in warmen Worten gedacht und die Kameraden ermahnt hatte, ihre Kinder in echt patriotischem Geiste und in Ge­horsam zu erziehen, denn nur so könnten es dereinst tüchtige Soldaten werden. Die schönen Weisen der Weickartshainer Kriegervereinskapelle trugen viel zur Verschönerung der Feier bei.

-h- Schotten, 18. August. Heute wurde der Lehrer Schäfer in Wingershausen, der etwa zwölf Jahre an der dortigen Schule wirkte, unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe I getragen. Der Verstorbene erkrankte Plötzlich an einer Lungenentzündung, die ihn jäh den Seinen entriß.

KaulstoS, 19. August. Ein hiesiger Bewohner fand

vor einigen Tagen in seinem Garten ein Geldstück mit der Aufschrift: 24 Einen Thaler 1786. Die Rückseite hat als Wappen einen Löwen.

-h- Kaulstos, 18. August. Bei der Ergänzungs- wahlderGemein de rats Mitglieder wurde Schrei- uermeister Herget II. wiedergewählt. Neugewählt wurden die Landwirte Johannes Luft I., Heinrich Usinger XI. und Christian Oberheim. Da der vor einigen Wochen zum! Bürgermeister gewählte Landwirt Heinrich Usinger VIII. seither dem Gemeinderate angehörte, so mußten anstatt drei vier Mitglieder gewählt werden. Die Wahl verlief ziemlich lebhaft; außer den vier Gewählten waren noch fünf weitere Kandidaten aufgestellt. Ein hiesiger Land­wirt verkaufte an die Telegraphenstangen-Jmprägnier An­stalt zu Schotten einen Fichten bestand für 3500 Mark. Der Verkäufer erstand den Wald vor etwa 10 Jahren bei einer Konkursversteigerung für 1200 Mark.

() Breungeshain, 18. August. In letzterer Zeit hat die Oberförsterei Schotten um den Hohenrodskopf ca. 150 Morgen Oedungen von Privaten angekauft. Die Ländereien sollen fast durchweg mit Fichten bepflanzt werden.

erklärt nun aber, das nur vom Hörensagen wertererzahlt zu haben. Präs.: Bon wem hatten Sie denn das gehört. Zeuge: Darauf kann ich mich nicht mehr besinnen. Ge­freiter S t a m p e r und andere Dragoner bestätigen, daß Staguhn nur gesagt habe, er hätte jene Aeußerung von anderen gehört. Präs, (zum Zeugen Staguhn): Lautete die Aeußerung vielleicht: der Hund soll heute noch rot ober Blut sehen? Zeuge: Das kann sein. M ar t en : Letzteres habe ick) nicht gesagt, ich bestreite das entschieden.

Zeuge Boguslawski hörte die gleiche Aeußerung vom Dragoner Knüppel, der erzählte: Als das Pserd^in die Reitbahn geführt wurde, habe Marten gejagt: -rer Hund soll heute noch rot sehen. Dragoner Traft: Ich erzählte im Stalle, Marten solle es gesagt haben. Präs.: Bezieht es sich vielleicht auf eine ähnliche Aeußerung, die Marten auf der Stube betreffsIsidor" that? Träft: Das kann sein. Es lvurde jedenfalls in den Ställen herum­erzählt.

Dragoner Wach erinnert sich nicht, daß Domnrng im dunklen Rekrutenstall mit jemand gesprochen habe. Dom- ning: Auf meine Frage, ob er gehört habe, daß Hickel im Stalle gewesen sei, sagte Wach: Daß der Herr Unter­offizier mit jemand gesprochen hat, habe ich gehört. Zeuge Wach: Davon weiß ich nichts. Präs.: Domning, Sie haben geschworen. Domning: Jawohl, ich halte meine Aussagen aufrecht. Staatsanwalt M e h e r zu Wach : Wenn Hickel und Domning zehn Minuten im Stall mit einander gesprochen hätten, so hätten Sie das doch wohl hören müssen? Zeuge Wach: Jawohl, wenn sie in meiner Nähe gestanden hatten. Präs.: Domning, es ist doch auffallend, der Mann muß es doch gesehen haben. Wach: Mir ist aber nichts ausgefallen. Hickel: Es ist nichts Seltenes, daß Unteroffiziere zusammenstehen und die Leute es nicht beachten. Präs.: Wach, können Sie ganz bestimmt sagen, daß Hickel nicht im Stalle gewesen ist? Wach: Das nicht, es wäre möglich!, aber ich erinnere mich dessen nicht. Nachher habe ich nicht gesehen, daß Rietet im Stall gewesen ist. Verteidiger Horn: In erster Instanz haben das alle aus­drücklich zugegeben.

Dragoner Saturski : Ich weiß, daß Hickel durch die Ställe ging, um das Anzünden der Lampen zu veranlassen.

Dragoner Pallastieß erklärt, daß ihm der Mörder unbekannt sei. Präs.: Haben Sie nicht Ihrer Mutter ge­schrieben, daß Sie selbst den Rittmeister erschossen hätten? Zeugen Nein. Präs.: Und Sie lachen darüber?

(Fortsetzung im 2. Blatt.)

Aus Stadt und Kund.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

Gießen, den 20. August 1901.

Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat den Steuerkornrniffär des StenerkommiffariatS Offenbach, Regie- rnngSrat Hermann Kraus, mit Wirkung vom 1. Oktober 1901, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner lang jährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm auS diesem Anlaß den Charakter als Geh. Finanzrat verliehen. Der Großherzog hat dem Bürgermeister Georg Herbst IV. zu Altenburg, Kreis Alsfeld, bat Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Kaiserin Friedrich - Medaille. Von BeyenbachS Metallwaren-Fabrik in Wiesbaden ist aus Anlaß des Hin scheidens der Kaiserin Friedrich eine Erinnerungsmünze her gestellt worden. Auf der Vorderseite der Medaille sieht man in einer Nische, von Draperien umschloffen, das Porträt der Kaiserin Friedrich, während links aus den Wolken sich das Antlitz Friedrichs HI. hebt. Das Ganze ist von einer Lor beerranke umgeben und endigt unten in einem matten Renaiffauce-Abschluß, auf dem die Kaiserkrone ruht, darunter die Inschrift:Kaiserin Victoria. 21. 11. 1840., 5. 8. 1901.- Die Rückseite ziert eine Dornenkrone, darunter lieft man: Ihr ward daS größte Erdenglück und das größte Leid zu Teil, sie litt und sie schwieg.-

* Aufhebung der Feldpost. Die deutsche Feldpost wird, wie uns mitgeteilt wird, mit dem Ende dieses Monats auf­gehoben, nachdem das ostasiatifche Expeditionskorps aufgelöst und in die Heimat zurückgebracht wird. Feldpostfendungen nach China werden vom 1. September an nicht mehr zur Beförderung angenommen. Auch die Nachsendung der durch die Post bezogenen Zeitungen findet nicht mehr statt. Die für die Truppen in Oftasien bisher gewährten Portofrei- beiten und Portoermäßigungen hören mit dem 1. September auf. An Teile des Expeditionskorps jedoch, die erst später

Feuilleton.

Mteratur, Wissenschaft und Kunst.

Berlin, 19. August. Für die deutsche Südpolar-Expedition ist ein Dampfer des Norddeutschen Lloyd gechartert, der voraussichtlich am 11. Oktober von Sydney abgeht, um der Expedition nach Kerguelen, woselbst sie Ende November mit dem Expeditionsschiff(Stuft* eintrifft, Kohlen und Proviant sowie die nötigen Polarhunde zuzuführen. Dieser Dampfer stellt die letzte Verbindung mit der Südpolar-Expedition her und tft angewiesen, Briefsendungen an die Theilnehmer der Expedition mitzunehmen.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung deS Kom­ponisten EemUe Saint SaonS in Parts zum auswärtigen Ritte, deS OrdenS poar le märite für Wissenschaft und Künste.

Robert Graßmann, der Uebersetzer deS vielberufenen Buches über die Moraltheologie LtguoriS, ist im Alter von 87 Jahren in Stettin gestorben. Dr. Graßmann war Redakteur amStettiner Tageblatt". Er bat außer seinen Streitschriften gegen die römische Kirche eine ganze Reih« von Arbeiten zur Mathematik, Naturwissen­schaft und Philosophie herauSgegeben.

In einem etwas theatralischen Schreiben erbietet sich Dr. Garnault, ehemaliger Leiter der vergleichenden anatomischen Arbeiten an der Fakultät zu Bordeaux, sich von Professor Koch mit Rindtuberkulose impfen zu lassen, obwohl er di« Theorien deS Berliner Gelehrten für irrtümlich halt«, und sicher glaube, krank zu werden.

Notizen undZahlen. Ein statistisches Na'chfchlage- büchlein von Hans Beringer, Deutscher Verlag, Berlin. Ein merkwürdiges Heftchen! Auf 32 Seiten zusammen­gedrängt der Inhalt ganzer Bände, großer Werke. Hübners statistische Tafel ist allmählich ganz unhandlich geworden, hier ist weit mehr als dort gegeben in einem kleinen Heftchen, das man in jeder Brieftasck>e einkleben kann. Dazu wird es vielleicht kommen, denn tver diese Zahlen einmal studiert hat, will sie immer bei sich führen, sich jederzeit darauf berufen zu können. Dieses der Inhalt:

Geographisch-statistische Notizen. Nullmeridiane. Geo­logische Formationen der Erde. Erdteile. Menschen-, rassen. Sprachen. Religionen. Mittlere Lebensdauer. Ausdehnung der größten Kohlenlager. Eisenbahnen der Erde, Anlagekapital der Eisenbahnen. Gold- und Silberproduktion der Erde. Tie größten Brücken spann­weiten. Eisenbahntunnels. Nationalitäten Europas- Flächeninhalt und Bevölkerung aller Länder. Die höchsten Berge der Erde. Zeitungen. Ein erwachsener Mensch braucht zu seiner Ernährung. Nährwertverhältnis einiger Nahrungsmittel. Brennstoffe. Schnelligkeiten- Eine Atmosphäre. Eine Pferde kraft. Ludolphine- Elek­trische Maßeinheiten. Spezifische Gewichte oder Dichtigkeit einiger Körper. Schmelzpunkte von Metallen. Siede­punkte. Änheitszeit. Thermometerskalen. Chemische Elemente. Zollerträge 1899. Japan, Statistik- Sta­tistische Notizen über Deutschland, Frankreich, Großbritan­nien und Irland, Italien, Oesterreich, Ungarn, Rußland, Vereinigte Staaten Amerikas (Bevölkerungsstatistik, Boden­benützung, Produktion, Konsum, Ein- und Ausfuhr, Staats­schulden und Staatsvermögen, direkte und indirekte Staats­einnahmen und deren Verwendung und anderes Wissens­wertes). Deutsche Staaten, Bevölkerungsstatistik. Na­tionalitäten in Deutschland. Deutsche im Ausland. Deutsche Berufsstatistik. Beschäftigungslose Arbeiter. Selbständige Landwirte in Preußen. Landwirtschaft in England. Entwertung der ländlichen Grundstücke in England. Einkommen der Einwohner der Stadt Breslau. Die Großstädte der Erde mit über 300 000 Einwohnern. Deutsche Kriminalstatistik. Verbrechen, Vergehen und Irrsinnige infolge Trunksucht in Deutschland und den übrigen Kulturländern. Kostenaufwand für den Konsum alkoholhaltiger Getränke in Deutschland. Arbeiter-Ver­sicherung im Deutschen Reich: Krankenversicherung, Unfall­versicherung, Jnvaliditäts- und Altersversickerung. To­desursachen. Verunglückte und Selbstmörder. Verun­

glückte auf Eisenbahnen. Selbstmord in den Armeen. Jugendliche'Selbstmörder. Kriegskosten an Mannschaften und Geld. Jagdzeiten. Schon- und Laichzeit- Ergeb­nisse der Reichstagswahlen von 18741898. Reichstags­wahlgesetz. Staatsschulden und rentierendes Staats-Ver­mögen aller Länder. Armeen. Kriegsflotten- Kosten für Armeen und Flotten. Verkehrskarte von Deutschland. Vergleichung der Münzen, Maße und Gewichte. Tele­graphen- und Posftarife. Eisenbahntarifsätze für Per­sonenbeförderung. Alphabetisches Verzeichnis der Orte des Deutschen Reiches mit Einwohnerzahl. Ein Spruch Goethes lautet:Man sagt oft, Zahlen regieren die Welt, das aber ist gewiß, Zählen zeigen, w i e sie regiert wird. Und all das für 30 Pfg.

Björnstjerne Björnson, A b s a l o n s Haar. Geheftet 1 Mk. Verlag Albert Langen in München. IN diesen meisterhaften Erzählungen tritt uns der große nor­wegische Dichter mit aller Weisheit des reifen Denkers, mit aller Wärme des jung gebliebenen Künstlers ent­gegen. Ter klare, warme Sonnenschein verstehender und verzeihender Mensck>enliebe liegt über jeder Seite dieses Buches, trotz des strengen Ernstes, mit dem Björnson die Charaktere seiner Helden analysiert und bis in die ge­heimsten Falten aufdeckt. In merkwürdig knappen energi­schen Strichen giebt er uns in der Geschichte eines Eltern­paares und seines Sohnes ein tief ergreifendes Bild oe» ganzen Menschenlebens. Mit überzeugender Kraft zeM er seine Zusammenhänge, zeigt er uns, wie nach einem Wort Schillers alles im Leben Frucht ist und ^niar, wie jede Schuld schon hier auf Erden ihre Strafe ftnaer, wie keiner gekrönt wird ohne Kampf. Aber er zeigt un auch, wie das Leben eine zwecklose Grausamkeit map kennt, wie uns schließlich alles, auch das Ähwerste, zum besten dienen kann, wenn wir nur danach sind. "Nv i klingt das ernste Buch in einem vollen versöhnenden, Akkord aus.