Erstes Blatt.
1151. Jahrgang.
Mitttvoch 21. August 1901
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Redaktion, Expedition und
Druckerei: Schulstrahe 7.
Meiner Ansicht nach ist
er der Thäter oder Marten.
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2taatsanwa.lt Meyer: Ich lege^kein Gewicht auf solche allgemeinen Reden der Leute.
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Nussbaum, eintb? prima Cryetallgta l höher.
glatte Faym, Mk 42 und mit Muschel-Auk . 48 und höher.
i Preislage:
Zeuge Dragoner Tuszyk: Hickel kam in den Stall und sprach eine Weile mit dem Unteroffizier Bunkus und dem Sergeanten Schielat. Tann ging Hickel weg. Nachher kam Unteroffizier Marten in den Stall und fragte, ob> seine Abteilung schon in der Reitbahn sei. Bunkus und Schielat sagten, daß die Abteilung bald herauskäme. Marten fragte nach seinem Säbel, schnallte ihn um, und ging eiligst fort. Präs.: Sah Murten dabqi, erregt aus? Zeuge: Tas kann ich nicht sagen. Präs.: War schon die Nach^ richt vom Tode des Rittmeisters im Stall verbreitet? Zeuge: Nein. Präs.: Ter Unteroffizier Tomning soll die Nachricht in den Stall hineingerufen haben. Zeuge: Nein. Er sagte an der Thür etwas zu den Unteroffizieren, was wir nicht hörten. Präs.: Früher haben Sie ausgesagt, Marten hätte bei seinem Eintritt in den Stall ganz wild ausgesehen. Bert. Horn: In der Hauptverhandlung hat Tuszyk stets betont, daß ihm nichts Besonderes an Marren ausgefallen sei.
Zeuge Dragoner M i n u t h ist der Meinung, daß Hickel etwa um 4 einhalb Uhr in den Stall kam; Hickel sprach dann etwa 10 Minuten mit Bunkus und Schielat. Sodann ging er fort. Etwa um 4 dreivertel Uhr kam Marten sehr eilig in den Stall hinein. Er schien sehr erregt.
Do Mining wird aufgerufen. Präs.: Sie sollen jetzt aussagen, Domning. Bedenken Sie, damals saßen Sie auf der Anklagebank und konnten aussagen, was Sie wollten. Heute geht das nicht mehr. Heute niüssen Sie als Zeuge die reine Wahrheit sagen, und dürfen auch nicht etwa denken: Es sind meine Kameraden; ich will sehen, daß ich ihnen helfen kann. Erzählen Die also die Vorgänge im Stalle. Tomning: Jäh war im a-b-Stalle.
Erscheint täglich mit Ausnahme deg Montags.
Oie Gießener Zamilien- »lStter werden dem An- »nger im Wechsel mit „Hess. Uandwirt" und „Blätier Mr Hess. Volkskunde" vier» »ick wöchentlich beigelegt.
■ unetjme von Dnzrtgen I* »er nachmittag» für den retgenben Tag erscheinenden MPmmer biS eorm. 10 Uhr. «ddestellungen spätesten» abend» vorher.
aBirJicßn bann alle hin und sahen durch da-Guckloch in die Reitbahn. Marten trat, als der Befehl gegeben wurde, es mögen die diensthabenden und die dienst- sreren Unteroffiziere besonders antreten, zu den diensthabenden Unteroffizieren, Kriminalkommissar von Bäck- maun ichnauzte mich an, und sagte zu mir: Niemand hat Hiclel im Rekrutenftall gesehen, nur Sie! Sehen Sie sich vor, ich lasse Sie einsperren! Sie stehen mit einem Fug rm Arrest, Präs.: Damals konnten Sie als Mitangeklagter sagen, was Sie wollten. Jetzt müssen Sie sich vvr- sehen. Bedenken Sie, daß Sie beschwören müssen, was Sie hier diesmal aussagen: Downing (sehr fest und bestimmt : Jawohl, das kann ich beschwören. Marten ritt am Morgen das Pferd „Isidor". Dragoner Krause sagte: da liegt das Aas! Nach der ersten Vernehmung sägte Hickel zu mir: Es ist gut, daß ich zur kritischen'Zeit im Stall gewesen bin. ^ann fragte Hickel mich: Was haben Sie denn darüber angegeben, wie lange ich mich im Stall aufgehalten habe? Ich glaube, ich erwiderte ihm darauf, zehn Minuten! Hickel: Kriminalkom. v. Bäckmann ging umher und sprach davon, er suche jemand mit schwarzen! Schnurrbart. Darauf sagte ich zu Domning: Es ist ein wahres Glück, daß ich im Stall war. Ich fragte Tomning, was er über die Zeitdauer meines Aufenthaltes im Stall denn angegeben hätte? Er antwortete zehn Minuten ! Marten: Tomning wird bezeugen können, daß, wenn ich erregt war, dies auf den Schnaps zurückzuführen ist. Ich verkehrte viel yrit Tomning, und er wird bekunden können, daß ich nur wenig vertrug. Domniug: Marten trank wenig. Hickel: Erinnert sich Tomning, wie wir im Stall mit einander von Kaisers Geburtstag sprachen? Ich habe ihn auch gefragt, wie die Marie Simoneit. die Braut Martens, aussehe. Tomning: Jawohl, darüber! haben wir uns unterhalten.
Zeuge Sergeant Schielat schätzt die Zeit des Eintretens von Hickel in den Stall auf 4 Uhr 40 bis 4 Uhr 45 Min. Do innig: Ich bin der Meinung, daß es früher gewesen ist. Präs.: Kann vielleicht Hickel nach der That schnell in den Stall gelaufen sein und sich dort im Dunkeln versteckt haben? Tomning : Nein, er sprach sehr ruhig. Schielat: Ja, er war ganz kaltblütig und ruhig. Krause machte eine unziemliche Bemerkung. Darauf sagte ich zu ihm: „Halten Sie die Fresse" (Heiterkeit). — Nach kurzer Beratung beschließt der Gerichtshof, Domnin g zu vereidigen.
Dragoner Witt und Eisenblätter bekunden, daß Hickel in den Rekrutenstall kam und anordnete, daß die Lampen angezündet würden. Es war zwischen halb und dreiviertel 5 Uhr. Dragoner Madlick hatte die Aufgabe, die Lampen zu besorgen. Hickel hatte in seiner Eigenschaft als Quartiermeister die Aufsicht hierüber. Er gab auch die Putzlappen aus. Hickel: Ich bitte, den Zeugen zu fragen, ob ich ihn nicht mehrmals „angehaucht" habe wegen schlechten Brennens der Lampen. Madlick: Das weiß ich nicht mehr. Dragoner Staguhn hat zwei Tage nach dem Morde im Stalle erzählt, daß Marten gesagt haben soll: Der Hund muß heute noch Farbe bekennen.
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Die Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk vor dem Oberkriegsgericht.
(Vierter Verhandlungslag.)
G u m b i n n e n , 19. August
Präsident: Es ist ein Bericht eingegangen an die zweite Division betr. Ermittelungen, die über die Aeußerung eines Unteroffiziers des Gardekorps gegenüber dem Ge- fckstiftsagenten Tolstnann angestellt wurden. Diesem Unter- rfsizier gegenüber soll der Wachtmeister geäußert haben, daß Hickel der Mörder sei. Tas Gespräch zwischen dem Unteroffizier und Tolstmann hat in dem iiellnerinnenlokal von Fohr in Potsdam stattgefunden.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger **
Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung,
betr.: Gesuch der Garnison Verwaltung von Gießen um Genehmigung zur Aufstellung eines neuen Dampfkessels zum Betriebe der Garnisonwaschanstalt.
Die Garnison-Verwaltung beabsichtigt, für die Garnison- Waschanstalt in der Gemarkung Gießea einen feststehenden Dampfkessel zu errichten.
Wz LPläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, oom Erscheinen dieses in dem „Gießener Anzeiger" an ge rechnet, auf dem Büreau der Großh. Bürgermeisterei Gießen zur Einsicht der Interesienteu offen.
Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei -Ulcibung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Gießen vorzubrivgen.
Gießen, den 16. August 1901.
Großherzogliches Kreiscunt Gießen. _________v Be chtold.
Bekanntmachung.
öetr.: Die Besetzung der Bauschätzerstellen im Kreise Gießen.
Der Bauschätzer Herr Andreas Otto zu Gießen hat um Enthebung von dem Amte eines Bauschätzers im I. Be- ifc! unseres Kreises nachgesucht. ES ist diesem Antrag NUN' «ehr entsprochen und zu seinem Nachfoloer der seitherige Stellvertreter des I. Bezirks und Bauschätzer dcS II. Bezirks, Architekt Ludwig Seuling zu Gießen, ernannt Warden. Zugleich find dem Bauunternehmer Herrn August Scheppelmann dortselbst die Funktionen eines stell' vertretenden Bauschätzers im I. Bezirk und dem Architekten Herrn Heinrich Kockerbeck dortselbst die Bauschätzerstelle des II. Bezirks übertragen worden.
Gießen, den 16. August 1901.
Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold.
Präs.: Des besseren Verständnisses halber wollen wir folgendes feststellen: Zuerst kommt die Reitbahn 1, der That- ort, dann nach einander der Krümperstall, der eine Wand ohne Thür hat, dann der Remontestall, der a-b-Stall, der c-d-Stall, zuletzt der Rekrutenstall, endlich die Reitbahn. Tomning: Um 4 einviertel Uhr ging ich durch den a-b-Stall nach dein Rekrutenstall, um die Lampen -y/ Prüfen. In meinem Beritte im a-b-Stalle hatte ich sie anzünden lassen. Als ich zurückkam, sah ich, daß sie erloschen waren. Es war kein Petroleum darauf. Im Dunkeln sah ich Hickel. Als ich zu ihm hingekommen war, fragte ich, weshalb es finster wäre. Wenn 'der Rittmeister in den Stall komme, so mache er Krach. Präs.: Wie lange war Hickel bei Ihnen? Tomning: Ich glaube, es war vor halb fünf. Hickel ging in der Richtung nach dem c-d- Stall, von wo er gekommen war. Vielleicht nach zehn Minuten kam der Gefreite Bandilla mir seinem Pferde herein und erzählte, der Rittmeister hätte sich mit seinem Revolver erschossen. Ich lief hin nach dem Guckloch der Reitbahn. Dort sah ich, wie der Rittmeister blutig am Erdboden lag. Schnell lief ich in den Rekrutenstall und meldete dort den Vorfall. Im Stall traf ich Schielat, Bunkus und Hickel. Hickel sagte: Das ist doch aber
Ond alles hot
m'r recht gä'.
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„Ha", hot d'r Hannesle g'sagt, machet Sie doch emol's Signäle nuf, wenn Se 's Loiterle net hent!" —
„D'r Hannesle hot 's Loiterle net", hot also d'r Zug- moischter zum Kondeteer g'sagt ond der hot's em freie Burger g'sagt ond der Hot die Nachricht wieder onterin Publikum verbreitet. Aber desmol Hot sich d'r gwaltig schwäbisch Volksgeischf nenune bändige lasse.
„Morom Hot d'r Hannesle 's Loiterle net?" Hot älles durchenander g'schriee.
„Hannesle, moram de 's Loiterle net hübscht?" Hot d'r Zugmoischter de Hannesle g'frogt, ond der Hot ganz ruhig g'sagt: „Spa weil i 's net send."
Er fend 's net, Hot d'r Zugmoischter wieder zom Kondeteer g'sagt, und der ond d'r frei' Bürger hent's wieder weiter g'meldet. Dodrufna ischt en Haine Auge-- blick e Stillschweige ei’trete. Denn Korner Hot g'wißt, was jetzt en dem schwierige Fall wohl am beschte z'mache wär. Endlich Hot d'r freie Bürger, der überhaupt d'r g'scheitescht von alle g'wä ischt, 's Maul ufg'macht ond Hot g'sagt: „Ha", Hot ’r g'sagt, „na soll d'r Hannesle doch sei Loiterle sueche!" — „Jawohl, so ischt's", Hot älles mitg'schriee, der Hannesle soll uo sei' Loiterle sueche!"
„Guet d'r Hannesle ist also furtgange and hat 's Loiterle g'sucht, and d'r Zugmoischter ond d'r Kondeteer und d'r freie Bürger send mitgange und hent ehm sucha helfe ond 's Publikum ischt wieder beruhigt cn d' Wägete
en
's Loiterle.
In der Halbmonatschrift „Schwabenland" veröffentlicht !'■ Diehl „E schwäbisch's Eisenbahn-G'schkichtle von Anno 2»zumol", ein köstliches Jdpll, das selbst Herrn Eisen- bahnmüiiftcr Thielen herzliche Freude bereiten könnte. 6c erzählt:
ei'g'schtiege.
Endlich noch eine Weile ischt d'r freie Bürger wieder komme ond Hot g'sagt: „Jetzt ischt älles en Ordnung", Hot er g'sagt, ,,d' Frau ^tationsmoischtere Hot 's Loiterle 'braucht zom wege Vorhäng' en ehrer Schlafstube nuf- z'macha, and Hot vergesse, 's Loiterle wieder herz'gebe. Also e Dienschlvergehe liegt kois vor; vom Dienschtpersonal trifft koin d'Schuld."
„Ha, des Han i jo glei' denkt", Han i mi na zom erschtemol v.'ruehme lasse. Tenn i geh emmer. erscht d'r Lach' uf de Grond, eh'n i was schwatz.
M
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O-nterdessa hot's drauße au' scho' g'schriee: fertig! — Mitte fertig! - Furt!" — Und 's Zügle ischt
lt. 24000
„Moram 's Signäle net nufkäm?" Hot d'r Kondeteer weiter g'frogt ond d'r Zugmoischter, der onterdesse' au' heuterekomme ischt, Hot e psiffig's G'sicht g'macht ond Hot e Weile nochdenkt; rro Hot er sich romdreht ond hat zu eme jonge Kerle g'sagt en ere blaue Kapp', der d' ganz' Zeit mit de .Händ en de Tasche dog'schtande ischt ond pfiffe Hot: „Freund ich ben's zufrieden, geh' es wie es will", also zu dem Hot er g'sagt: „Hannesle, Hot er g'sagt, „worum machscht d' denn 's Signöle net nuf?"
saumäßig o’guet worde ond hent mordsmäßig g'schempft onter enander, ond oiner Hot wieder sein Kopf zom Felnsch- terle naus'schtreckt ond hat g'schriee: „Aber jetzt rnöcht' i als freier Bürger, der fei’ Schteuer uf d'Sekond na’ zahlt, wisse, morom 's Zügle so lang do hält."
„Ha, i han's Ehne doch scho' g'sagt", Hot der Kondeteer g’nwint, „i woiß 's au net."
Doderbei Hot sich aber der Bürger, der sei' Schteure so pünktlich zahlt Hot, net beruhigt. Kotz Heidegugug, Hot ber$ 'schempst! „Te'scht koi' Auskonft net für en solide Bürgersma'", Hot er g'sagt, „wenn Sie jetzt net glei’ de Zugmoischter frogel, morom 's Zügle net weiterfahrt, no beeng i die G'schicht vor de Landtag; denn mir scüd freie Bürger en onserm Wirteberg", Hot er g’sagt.
Ha, do hättet Se emol des verschrocke G'sicht von den Kondeteer sehe solle, meine Herra. Glei' hot er vorg'rufe an d'Lokometiv: „Herr Zugmoischter, moram goht denn 's Zügle net weiter? d'Herra d ahente schernpset scho ."
Dodrufna Hot m'r e Schtemm' von vorne g'hört, die hohgs 'sagt: „Ha, weil's Signale no' uet nufg'macht ischt." — „Ha, weil's Signäle no’ net nufg'macht ischt", hot d'r Kondeteer 'em freie Bürger weiter g'meldet, ond d'r freie Bürger hot wieder fein Kopf zom Fenschterle rei'zoge ond Hot zu ons g'sagt: „Ha, weil's Signale no' net nufg'macht ischt."
No, no send in er natürlich wieder beruhigt g'wä. Denn's Signäle Hot natürlich z'erscht drobe sei müsse, des ischt jo selbschtverschtändlich; ohne Signale derf koi Zügle weiterfahre.
Wie aber 's Zügle ällsg'rnach a halbe Schtond do g'schtande ischt, auschtatt oiner Minut, do Hot älles a'g'fange z'tobet wie d'Wilde; älle Fenschter hent se uf- g'risse ond ausg'schtiege send sogar a Baar, ond älle hent g'schriee, so thätet's em „Beobachter" brenge, ond em Polizeideaner a'zoige ond en's B'sch-verdebuch ei’tragc. Kurz, de ärgschte Trohunge hent se ausg'schtoße, and zom Schluß Hot d'r freie Bürger von vorher wieder de Onter- handler g'macht ond Hot de Kondeteer g'frogt: „Ha, morom kommt denn 's Signäle net nuf?"
I woiß gar nit, was die Herra emmer an anserm dähnle ausz'setze hent; em oine fahrt's z'schuell, em andre z'laugsam; em oine send d'Eisebahner z'schueidig ond z'grob, sascht wie en Preiße, ein andre senk se z'gmietlich, zsckwäbisch; aber schempfe thuet e jed's über se, z'friede ischl^kois. Ond wie o'recht hent se! Ma' mueß ebbe emmer Sache uf de Grond gehe, no klärt sich emmer älles uf. To will i Ehne, meine Herra, emol e G'schicht verzählei, iie emol uf unserrn Sekondorbähnle passiert ischt, ond wo i ou dabei g'we ben, ond wo älles au saumäßig g'schempft jot uf's Zugpersonal ond d' Bommelei, ond wo sich zom Schluß älles ganz natirlich ufKärt Hot.
Also, m’r send mit em Zügle von Gschtüdlinga weg- jsahre ond älles ischt gangn wie am Schnür le. Bärig ■irnf Minute Verschpäteng hent m’r g'het bei d'r Abfahrt; ld'r Zugmoischter ischt selber gang schtolz gwä deswege, Md uf d'r Fahrt ischfs gange wie d’r Blitz. Erst en Äifhnge hot's langer g'halte. Oi Minut hätt' solle Ausent- t sei'. No', daß fenf Minute draus worde send, doderbei tyt ncamer ebbes g fonde. M’r hent jo erscht fenf Mi- mutc Verschpätung g'het, des Han i scho' verzählt. Also 2i'r wartet ruhig fenf Minute. Wo's 7 ond 8 Minute worde ftnb*, Hot oiner von ons Baddaschör g'moint: „Ha, do ward «äe-iil-a Zugkreuzeng sei'; doderbei geit’s emmer Verschpät- W-" — „Ha jo, so wurd's fei’", hent d'andre g'sagt ond tynt ruhig weiter g'wartet. Wo's aber a Viertelschteudle Mden ischt, ond 's Zügle ischt no net weiter g'sahre, jifiib d'Leut so o'ruhig worde, ond am End ischt oinär uisg schtande ond hot's Fenschterle ufg'macht ond Hot cn Moukelheit, die enzwische ’rei'broche ischt, nausg'schriee: ,Lie-, Herr Kondeteer, ischt hie a Zugkreuzung?" — „Noi, Herr le!" hot der Kondeteer g'sagt, ond dodurshe' Hot sich Me-- wieder beruhigt ond Hot weiter g'wartet.
^ber d’r Goischt d'r O’ruh ischt doch^ scho' en's Publi- m nei’g'fahre gwä. Denn kaum hent m'r fenf Minute taijjsr g'halte, do Hot scho' wieder oiner von de Baddaschör I«n ilopf zom Fenschterle uausg'schtreckt ond Hot g'schriee: «-eie,. Herr Kondeteer, morom hält denn ’s Zügle so lang E.' ~ i.woiß au net", Hot d'r Kondeteer g'sagt, ond «dnufhe' Hot sich älles wieder beruhigt.
Aber, wo's no' länger dauert Hot, send älle Reisende
v : „Heute — Vorne fertig! — Aelles fertig! ischt mit drei Viertelschtednle 23er- chpäteng wieder weiter g’saust wie e siediger Blitz.
's Publikum aber Hot sich aus dera G'schicht wieder emol die alt Lehr ziehe könne, daß m’r z’erscht d'r Sach' uf de Grond gehe soll, eh m’r z schempfe a'fängt. Denn älles Hot g'wehnlich sei ganz natürliche Ursach!


