der „Times"-Korrespondent in Pretoria an, indem er die Engländer davor warnt, sich übertriebenen Hoffnungen hinzugeben, und darauf hinweist, daß die Truppennot Kitcheners in dem Maße, wie die Linie der Blockhäuser sich ausdehne, immer größer werde, und daß die Regierung Fußtruppen hinaussenden müsse, koste es, was es wolle.
Zu der Gefangennahme Kruitzingers meldet heute das „Reutersche Bureau" aus Middelburg in der Kapkolonie: Kruitzinger überschritt am 15. d- M. mit 150 Mann, in der Hauptsache Aufständischen, in der Nähe von Lolesberg den Oranje-Fluß, marschierte in die Kap- Kolonie ein, und versuchte, die Eisenbahn zwischen Hannover und Tailbosch zu überschreiten. Die Blockhäuser eröffneten ein heftiges Feuer; Kruitzinger und 5 Mann wurden verwundet und gefangen genommen. — Ob der Rest der Burenabteilung die Blockhauskette durchbrach, ist aus dieser Meldung nicht ersichtlich. — Uebrigens beabsichtigt die englische Regierung „mit Rücksicht auf die Entwickelung der Lage in Südafrika mehr als tausend Mann der Gardebrigade Mitte Januar dorthin zu schicken, um das Blockhaussystem auszudehnen und wirkungsvoller zu gestalten".
Doch auch eine freudige, allerdings bisher unbeglaubigte Botschaft kommt heute vom Kriegsschauplcche. Eine in Amsterdam eingetroffene, aus angeblich bester Quelle stammende Meldung besagt, daß Tewct die Engländer bei Klippriver angegriffen und ihnen eine ernste Niederlage beigebracht habe. Einzelheiten fehlen noch, nur so viel will man wissen, daß der Kampf von langer Dauer gewesen ist.
Wir wollen hoffen, daß oiese Nachricht sich bestätigt, und daß auch Kruitzingers Nachfolger es so gut wie dieser und wie Dewet es versteht, mit den Engländern fertig zu werden, und mehr vom Glücke begünstigt wird wie dieser, dessen militärischer Thätigkeit nun wohl für immer ein Ziel gesetzt worden ist.
Aus Lissabon ist Nachricht eingegangen, Reisende, die aus Lourenco Marques eintrafen, erzählten, daß die Buren kürzlich bei Mefsangiri eine englische Abteilung überraschten, welche auf portugiesisches Gebier flüchtete. Der Kommandant des portugiesischen Grenz- vostens befahl den Engländern die Waffen niederzulegen; oiese weigerten sich, und setzten den Kampf fort. Ein Offizier, ein Sergeant und drei Soldaten der Portugiesen wurden getötet. Man wisse nicht, ob sie von englischen oder von Kugeln der Buren getroffen worden sind. l
„Daily Telegraph" meldet aus Johannesburg vom 16. d. M.: Eine bemerkenswerte Besserung ist im Laufe des letzten Monats bezüglich der Verhältnisse in Johannesburg eingetreten. Die Geschäfte sind geöffnet und mit Waren gefüllt. 2tuf den Straßen bewegen sich gut gekleidete Frauen und Kinder. Geschäft und Verkehr beleben sich täglich mehr.
Aus Philadelphia wird telegraphiert: Die kiesige Vereinigung der Burenfreunde hat dem holländischen Konsul in Kapstadt 1000 Dollars für die in den Konzentrationslagern Untergebrachten telegraphisch überwiesen. Die Vereinigung beabsichtigt, auch Liebesgaben für dieselben per Schiff zu senden, wird jedoch zuvor an den Präsidenten Roosevelt die Anfrage richten, ob das Schiss unter amerikanischer Flagge fahren, und ob es auf oen Schuß der amerikanischen Regierung rechnen könne.
Aus Stadt und Zand.
('S)er Abdruck der unter dieser Rubrik besindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet)
Gießen, den 19. Dezember 1901.
• * Pensionierung. In den Ruhestand wurde versetzt der Monteur bei der Main-Neckar-Eisenbahn Behrmann zu Darmstadt wegen geschwächter Gesundheit mit Wirkung vom 1. Januar 1902 an und ihm das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen.
• * Patentamtliches. Dem prcrkt Zahnarzt Robert Schwalm hier ist unter Nr. 165 342 ein Musterschutz er- tellt worden unter der Modellbezeichnung „für an zahnärztlichen Bormaschinen zu befestigende Schleisapparate und andere als Betriebsvorrichtungen anzubringende aus einem in der Höhenlage verschieb- und feststellbaren gelenksam angeordneten Rollenhebel bestehende Spannvorrichtungen." — Durch diese neue Vorrichtung wird es ermöglicht, mit derselben Schnur auch Schleifapparate an der Bohrmaschine in Benutzung zu ziehen.
* * Die strenge Kalte der letzten Tage hat es den Brauern und Eishändlern ermöglicht, früher wie sonst mit dem Einfahren des Eises für den Sommerbedarf zu beginnen. Das Eis hat gegenwärtig eine Stärcke bis zu 8 Zentimeter.
* * Eissport. An Stelle des aus dem Vorstande geschiedenen Herrn Geh. Hoftats Prof. Dr. LaspeyreS wurde Herr Kaufmann Ernst Balser zum ersten Eiswart gewählt.
• * Elektrische Beleuchtung der Eisbahn. Die gestern abend durch den nahezu vollzählig erschienenen Vorstand des hiesigen Eisvereins erfolgte Abnahme der elektrischen Beleuchtungsanlage der Eisbahn fand unter zahlreicher Beteiligung des Publikum gegen 6 Uhr statt und ist zur allgemeinen Befriedigung ausgefallen. Die Eisbahn und der Anschnallplatz werden durch an hohen Holzmasten angebrachte neun Bogenlampen, die je nach Bedürfnis zur Hälfte ausgeschaltet werden können, taghell erleuchtet; ebenso sind die Kasse, die Garderobe, Wirtschaftsräume, Aborte u. s. w. durch Glühlampen elektrisch beleuchtet. Die Anlage ist von der Firma Elektrizitätswerk A.-G. vorm. Schuckert u. Co. Die Anlagekosten betragen nahezu 1600 Mk. — Wie aus der im heutigen Inseratenteil befindlichen Bekanntmachung ersichtlich ist, wird bei andauerndem Frostwetter die Eisbahn auch abends geöffnet und beleuchtet sein. Es wird alsdann von jedermann ein Zuschlag von 10 Pfg. für die elektrische Beleuchtung erhoben. In anerkennenswertester Weise hat der Vorstand beschlossen, an Sonn- und Feiertagen die Eisbahn ständig offen zu halten und an diesen Tagen den Zuschlag wegfallen zu laßen. Es soll damit allen Denen, deren Beruf oder Stellung es nicht zuläßt, an Wochentagen dem gesunden, körperstärkenden Schlittschuhlauf zu huldigen, an Sonn- und Feiertagen und zwar den ganzen Tag über, für ein geringes Entgelt die Gelegenheit geboten werden, diesen schönen Sport auSzuüben. — Konzert und Nachtfeste sind für die nächste Zeit in Aussicht genommen.
— Weihllachtsbescherung. Wir möchten nicht unterlassen, unsere Peser auf die Weihnachtsfeier noch««U« aufmerksam -u
machen, die der „Gesangverein Enthusiasmus" heute Donnerstag abend halb 8 Uhr im „Hotel Schütz" veranstaltet. , Es werden etwa 60 arme Kinder unserer Stadt beschenkt. Gäste sind herzlich willkommen.
•• Die Christbäume, die wie in früheren Jahren, auch diesmal zu wesentlich billigeren Preisen, als sie die Händler fordern, auf dem Hofe der Bürgermeisterei am gestrigen Mittwoch abgegeben wurden, gingen so reißend ab, daß der erste Transport schon nach einer halben Stunde verkauft war. Um den zweiten, gegen Mittag eintreffenden riß man sich förmlich. Leider soll, wie wir hören, der Verkauf mit der Zeit eingeschränkt werden und zwar aus forsttechnischen Gründen.
** Wichtig für Händler. Nach einer kürzlich getroffenen Entscheidung des ObcrlandeSgerichts in Darmstadt bedürfen nichthessische Hausierer für den Straßcnverkaus von Ansichtspostkarten bei in Heffen gefeierten Festen des krcisamt- lichcn Gewcrbspatentes und eines ortspolizeilichen Legitimationsscheines.
** Bevölkerungsrückgang im Großh. Heffen. Im Anschluß an unsere kürzliche Mitteilung über den Bevölkerungsrückgang in den rein länd lichen Gemeinden des Großherzog- tumZ sei noch bemerkt, daß die Bevölkerung des Großherzogtums an sich von 1 039 020 am 2. Dezember 1895 auf 1 119 823 am 1. Dezember 1900, also um 7,78 Proz. gestiegen ist. An dieser Zunahme haben die Kreise Alsfeld und Schotten, welche eine Abnahme von 0,67 bezw. 0,33 Proz. aufweisen, überhaupt keinen Anteil. Die anderen Kreise nehmen an der Zunahme wie folgt teil: Erbach mit 0,14, Alzey mit 0,84, Dieburg mit 1,16, Büdingen mit 1,70, Oppenheim mit 1,77, Lauterbach mit 1,94, Heppenheim mit 4,83, Bingen mit 5,63, Gießen mit 5,85, Bensheim mit 7,56, Friedberg mit 7,93, Mainz mit 10,26, Darmstadt mit 12,33. Worms mit 12,45, Groß-Gerau mit 14,59 und Offenbach mit 18,99 Proz.
-- Dem Lehrermangel will auch die Zufuhr aus Bayern nicht abhelfen, obgleich von dorther eine ganze Anzahl herübergekommen ist. So ist die dritte Lehrerstelle zu Nieder-Ohmen mit einem bayerischen Lehrer besetzt worden, der einem anderen gleichfalls aus Bayern stammenden Berufsgenossen gefolgt ist. Nach Ulrichstein kam dieser Tage auf die dort erledigte Schulklasse ein junger Lehrer aus Nürnberg. Die zweiten Schulklassen zu Ober- Qhmen, zu Sellnrod u. n. a. sind zur Zeit unbesetzt, da die Lehrkräfte fehlen.
() Vom Lande, 18. Dez. Während des letzten Jahrzehntes haben die Preise für die fetten Sch weine nicht auf einer solchen Höhe gestanden wie zur jetzigen Zeit. Der Preis von 50 Pf. für das Pfund Lebendgewicht, wie et jetzt bezahlt wird, war nicht selten für das Pfund Schlachtgewicht. Nach der seitherigen Erfahrung gab es bei hohen Preisstufen für die Schweine vor Weihnachten nach denselben einen Preisrückgang. Ob er wohl auch nach den diesjährigen Weihnachten eintreten wird! Auffallend bleibt es, daß die Preise für das Wildpret im Verhältnis zu den sonstigen hohen Fleischpreisen recht niedrig sind. Die Jäger erhalten von den Händlern für einen feisten Hasen 2.50 Mark.
§ Ruppertenrod, 18. Dez. Einen schweren Unfall erlitt ein hiesiger Holzmacher im Walde. Mit einem Kameraden war er beschäftigt, einen gefällten Holzstamm zu zersägen. Schon war der Stamm fast durchsägt, da sprang er auseinander. Der eine Teil schlug dem Holzhauer wider das linke Bein mit einer solchen Wucht, daß Schien- und Wadenbein brachen. Da der Verletzte weder stehen, noch gehen konnte, brachten ihn seine Kameraden auf einer iinprovisierten Bahre nach Hause.
? Grünberg, 18. Dez Hier und in mehreren Ortschaften der Umgegend herrschen schon feit Wochen unter den Kindern die M a s e r n. In Nieder-Ohmen,. sowie in Lauter mußten deshalb die Schulen geschlossen werden. Glücklicherweise verläuft die Krankheit im allgemeinen gutartig. — Wie in früheren Jahren, so wird auch diesmal wieder zu Weihnachten hier für bedürftige Kinder eine Christbescherung veranstaltet. Die Mittel werden durch freiwillige Gaben aufgebracht.
k- Grimberg, 18. Dez. Die hiesigen Bäckermeister geben bekannt, daß sie künftighin nur noch das bei ihnen gekaufte Weizenmehl verbacken.
— Grimberg, 18. Dezbr. Die Zahl der sogenannten reisenden Handwerksburschen wird mit jedem Tage größer. Allenthalben begnet man auf den Landstraßen den Aermsten, die, oft nur dürftig gekleidet, in Scharen der nächsten Verpflegungsstation zueilen. In Grünberg wurden fest Beginn dieses Jahres bis jetzt schon 2100 Mann verpflegt, während im vorigen Jahre, das seit Errichtung der Station den höchsten Stand aufwies, nur 899 Mann beherbergt wurden. Und dabei haben wir erst Wintersanfang !
(-) Kaulstos, 18. Dez. Dor einigen Tagen kaufte der Forstfiskus von hiesigen Bürgern für über 13000 Mk. Gelände (teils Oedungen und Wiesen) an. Durchschnittlich erhielten die Leute pro Quadratmeter 6 Pfg. Das Land ist durchweg gut bezahlt, weit besser als bei einer Güterversteigerung in der Gemeinde. So erhielt z. B. ein Mann für eine Wiese, die er vor mehreren Jahren für 10 Mk. erstand, 150 Mk.! i
' () Vom oberen Vogelsberge, 18. Dez. Nunmehr hat sich der Winter in vollem Maße eingestellt; der 8nee liegt etwa 10 Ctm. hoch; ansehnliche Schneewehen en sich! schon an manchen Stellen aufgetürmt. Tie litten fahrt und der „Skisport", der sich feit einem Jahrzehnt hier oben eingebürgert, werden eifrig betrieben; für die Forstbearnten sind die „Ski" ein gutes Beförderungsmittel und auch Touristen erscheinen mit solchen ausgerüstet. i
Darmstadt, 18. Dez. Der Groß Herzog empfing am 18. Dezember u. a. den Kreisrat Geh. Regierungsrat Schönfeld von Schotten, den cand. ing. Emil Völsing und den Sind. rer. electr. Gustav Schmidt vom Bismarck- Ausschuß, den Landwirt Gg. Phil. Feuerbach von Ockstadt, den Ingenieur Schiele von Gießen, den Forstmeister Au gst von Heldenbergen.
b. Mainz, 17. Dez. In der in Anwesenheit des Oberbaudirektors Prof. Dr. Durm-Karlsruhe und des Vertreters der hessischen Regierung, Oberbaurats K ling e l h ö f e r-Darm - stadt, vor einigen Tagen stattgehabten Sitzung der Kommission zur Restaurierung des Kurfürstlichen Schlaffes kam auch ein Projekt für ein neues natur geschichtliches Museum und eine neue Bibliothek mit Gutenberg-Museum zur Sprache. Beide Gebäude sollen auf dem Terrain in un- mtiklbaier Nähe dsS Kurfürstlichen Schlaffes erbaut iDerben,
das die Stadt vor einiger Zeit von dem Milttarfistus käuflich erworben hat. Die Kosten für das erstere Gebäude sind ohne die innere Einrichtung auf 287 842 Mk. geschätzt, die für die Bibliothek auf 330 090 Mk.
§ Frankfurt a. M., 18. Dez. Die Amtsgerichtsdiener aus den Landorten unseres Großherzogtums hielten am Sonntag hier eine Versammlung ab, deren Zweck war, zur Förderung der Kollegialität und der Standesinteressen einen näheren Zusammenschluß zu schaffen.
Frankfurt, 17. Dez. Hier verlautet, Polizeipräsident Frhr. v. Müffling sei in eine höhere Stellung berufen worden und an seine Stelle komme Herr Landrat v. Meister in Homburg.
" (i) Frankfurt a. M., 18. Dez. Am zweiten Wechnachts. feiertage wird in der ehrwürdigen Paulskwche eine Gedenk, feier an Ernst Moritz Arndt, das „deutsche Gewissen" stattfinden, der am 26. Dezember feinen 132. Geburtstag (geb. 1769) hat. An dem Platze, den er in der Parlaments, session der Paulskirche innehatte, wird eine entsprechend« Tafel angebracht. Zu der Feier wird. ein Enkel des Dcchtnj erscheinen und sein noch lebender Freund, der 82 jährig« Wilhelm Jordan (geb. 1819 — man beobachtet hi« wieder einmal die auffällige Thatsache, daß die Geburtsjahr« großer deutscher Männer eine Neun am Ende haben. D. Red.^ hat ebenfalls sein Erscheinen zugesagt. — Gestern ist dei erste Postsonderzug von hier abgegangen. Er ging nach Cöln und hatte neun Wagen, in welchen zusammen 900C Pakete versandt wurden.
•* Kleine Mitteilungen au8 Heffen und den Nachbarstaaten -Der Mühlenbesitzer Wiederhold in Klr nkenmühle be? Kassel geriet zwischen die Mühlenräder und wurde ge, tobtet
Vermischtes.
* Greifswald, 18. Dez. Bei Eldena entgleist« und stürzte eine Lokomotive mit zwei Wagen eines Kleinbahnzuges um. Der Heizer und der Lokomotivführer sowie mehrere Fahrgäste wurden schwer, eine größere Au, zahl der letzteren leicht verletzt.
Hamburg, 18. Dez. An Bord des Fischdampfert „Lysander" fani) eine Kesfelexplofion statt. Der Steward wurde getötet, Kapitän und Steuermann verletzt. —
* Paris, 18. Dez. Ein Straßenverkäufer, der vor seinem Hauswirt wegen rückständiger Miete exmittiert wurde, erschoß diesen. Der Thäter wurde verhaftet.
* Brudermord. Ein Glasschleifer aus Golbach bei Reinerz ermordete seine drei Brüder. Der Thäter wurde sofort verhaftet; es stellte sich heraus, daß a irrsinnig ist
Gerichtssaal.
e. Gießen, 18. Dez. (Gewerbegericht) Den Dorsii führt Beigeordneter Wolff. Als Beisitzer fungieren Metzgermeistei Ludwig Pirr hier und Zigarrenmacher Johannes Rudolph vor Wieseck, Letzterer an Stelle des verhinderten Bierbrauers Guiiar Holtberg hier. — Es kommt nur die Klagsache des Kellners Heinrich Keil von Heckersdorf gegen Wilhelm Am end hier wegen Enb schädigung zur Verhandlung. Durch die Zeugenvernehmung tyn das Gericht für feststehend angenommen, daß der Kläger nicht entlassen worden ist, daß dieser vielmehr bte Arbeit verlassen hat Es wird deshalb die Klage kostenfällig abgewiesen.
Darmstadt, 18. Dez. Die heutige Schwurgerichts-Verhandlung gegen den Hauptsteueramtsvorsteher Dietert hier roegei Notzucht ging um halb 4 Uhr zu Ende. Der Angeklagte wurd« des Notzuchtversuchs unter Annahme mildernder Umstände schuld!« erkannt und zu JO Monaten Gefängnis verurteilt Die Rechtskrafi des Urteils wurde anerkannt
Daudet und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Gewerkschaft Gießener Braunsteinberawcrke vorm Fernie. Die am Mittwochnachmittag 3 Uhr in Eöln a. Rh. in Dom-Hotel stattaehabte Gewerken-Versammlung war beschlußfähig Es waren 508 Kuxe vertreten. Als Vorsitzender fungierte Rechtsanwalt Grünewald -Gießen, als Protokollführer Rechtsanwab Reh- Alsfeld. Die Vertreter der Dr. Pfahl'schen Konkursmasse Rechtsanwall Abs und Wassermeyer-Bonn, beanspruchten Stimmrecht, das vom Vorsitzenden bestritten und von der Verfammlunx einstimmig abgelehnt wurde. Sie verließen hierauf die Versammlung. Der Antrag des Grubenvorstandes, betr. die zwischen der Rechtsanwälten Dr. Gutfleisch und Grünewald mit Fernie uni Paskoe vereinbarten Vergleiche wurde von der Versammlung einst i m m i g genehmigt. Wegen der Oppenheim'schen Forderung wurde der Grubenvorstand ermächtigt, falls nicht eine Vereinbar' ung mit Oppenheim oder einem anderen Vankhause möglich fei eine Zubuße auszuschreiben. Der Vorstand beantwortete sodanr eine Reihe von Anfragen aus der Versammlung, welche sich au' Betrieb, Verwaltung, Geschäfts-Ergebnisse, Tarif- und Zollfraaei' erstreckten. Hauptmann Del in s-Düsseldorf dankte uamens der Gewerkschaft dem Vorsitzenden für die unter großen Schwierigkeiten durchgeführte Ordnung aller Verhältniffe.
Märkte.
w. Friedberg. 18. Dez. Der heutige Schweinemarkt, der letzte in diesem Jahre, zeigte einen etwas schwächeren Austrieb als der letzte Markt. Dagegen waren wieder sehr viele Käufer am Platze. Tie Nachfrage war darum groß und die Preise hielten sich auf der seitherigen Höhe. Es wurde alles verkauft. Das Paar Primaferkel galt 40 bis 45 Mk., Einleaeschweine 80 bis 100 Mk Die Schweinezucht ist eben bei den hohen Fleischpreisen und den niedrigen Kartoffel- und Fruchtpreffen recht rentabel. — Der gleichzeitig abgehaltene Krämermarkt, der Weihnachtsmarkt, war ebenfalls sehr stark besucht Die Meßbuden waren stets stack umlagert und die Geschäfte mitunter stundenlang überfüllt
Limburg a. d. L., 18. Dez. Frachtmarkt Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 14.07—00.00 2JIL, Weißet Weizen 00.00—00.00 Mk., Korn 10.23—00.00 Mk., Gerste 9.00 biS 0.00 Mk., Hafer 7.54—0.009)«., Erbsen 00.00—00.00 Mk., Kartoffeln 0.00—0.00 Mk.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Höchste Temperatur am 17. bis 18. Dez. — 2,4* C.
Ätcdckgfiv , > 17. * 18. , -1M0 &
Dezember
-
— 6,81 2,7
AR AR
3,7
SSE.
Wetter
18.
18.
19.
236
y6
7«
NW.
.S «
"97“
98
AR
5? * 734,5 735,9
7 RS R


