Ausgabe 
20.12.1901 Zweites Blatt
 
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ITank fort a. LR., 19. Dezember.

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Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst m der Synagoge, Südanlage. Israelitische Veligionsgemeinde.

Samstag, den 21. Dezember 1901.

Vorabend: 4 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmtttags: Ahr. Lchrifterkläruug. Sabbathausgang: 5 Uhr.

Kunstverein.

Die Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand ist morgen Freitag, den 20. d. Mts., wegen teil­weisem Wechsel der Gemälde geschlossen.8277

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Sabbathfeier am 21. Dezember 1901.

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Wochcngottcsbienst: morgens 7'° Uhr, abends 4 Uhr.______

Neueste Meloungen.

vriginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger».

Darmstadt, 19. Dez. Eine von gut unterrichteter Sette terTarmst. Ztg." zugeg.ngene Mitteilung stellt gtgenüber den Mlatteruachrichtea fest, daß in keinem Stadium der Verhond- bmgea über den am 14. Dezember zwischen den beteiligte» Claate« abgeschlossenen Vertrag betr. die Vereinfachung der Verwaltung der Main-Reckarbahn von einem Verkauf der Naha oder eines Teils derselben die Rede gewesen sei. Gleich- x-itig mit dem Vertragsabschluß wurde ein festes Abkommen

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er aus Golbach: der. Ter Lyäs h heraus, daß o

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tanaiöijriae Mitarbeiter desFigaroder eine große Unzahl Theaterstücke geschrieben hat, ist infolge eines Gehirnschlags ges^St.^Etienne, 19- Dez. Die ausständigen Band­web er veranstalteten gestern abend neuerdings lärmende Straßenkundgebungen und zertrümmerten in verschiedenen Fabrücn die Fensterscheiben. Mehrere Fabrikanten er­klärten nunmehr dem Polizeikommissar, daß sie derartige Ausschreitungen mit der Waffe in der Hand verhindern ^Sien, 1. Dez- Die Herzogin Clementine von Koburg ist gestern abend nach Sofia zum Besuch ihres Sohnes, des Fürsten Ferdinand, abgereist. Tie Reise der hochbetagten Herzogin zu dieser Jahreszeit hangt mit der bulgarischen Minister- und Finanzkrise zusammen. Es scheint, daß in Sofia große Aufregung herrscht und die

Lösung der Krise Schwierigkeiten bereitet, wobei der Fürst den Rat seiner Mutter hören will.

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Kunst und Wissenschaft.

Dalel. 18. Dez. Die kürzlich verstorbene Frau Adele Merian- Mlin hat testamentarisch 1,025,000 Frc s. s ür He »ne in - Mitzige Zwecke bestimmt, von welcher Summe 700,MO Frcs. für de Crrichtnng e. »es homöopathischen Spitals verwmdet werden musjem Außerdem erhält das Museum aus denrRacklaß n erlvolle Bilder, darunter BöckliasPetraica" und einen ^00^ bepj" und Stückeisbergs ^lln'd^mi^der^EideMe^^^^^^^

an eiltet Stelle für die deutschen unv

erst kür die Ausländer da. Dem ,Lok- Anz. ^toige wirt man annehmen, bafe der Reichstag noch der gegew, wärtigen Session mit der Abänderung des Börsen 9 e geuät tVaTt W Die Steuerlommission M»

Landtages hat den dcmorratischxn Antrag Dortige.

führuna der progressiven Vermögens, teuer- neben der Einkommensteuer nach dem en-tfchtedenm Widaq spruch des Finanzministers md großer Mehrheit ab g

über den alsbaldigen Umbau der Darmstadter Bahnhofe und die Vergrößerung der Hauptwerkflatte getroffen.

Berlin, 19. Tez. Eine Extra-Ausgabe desMll.- Wochenbl." meldet: Generalleutnant v. Alten, Komman­deur der 2. Division, ist in Genehmigung seines Abschieds­gesuches mit der gesetzlichen Pension zur ^ispoinion ge­stellt, GeneraL-Major v. Brietzke, Kommandeur der 14. Fnfanteriebrigade, ist unter Beförderung zum General­leutnant zum Kommandeur der 2. Division uno Frhr. v. G a y l, Generalmajor von der Armee, zum Kommandeur der 14. Jnsanteriebrigade ernannt worden.

Kopenhagen, 19. Dez. Ter internationale Kongreß für Augenärzte findet un Juli nächsten Jahres hier statt. .

Paris, 19. Dez. Zu der Meldnn', daß Koni g Eduard zu Beginn des nächsten Jahres nach Südfraukrcich gehen und dort e.mge Wochen zubringen werde, wild von offizieller Se.te aus London ber.chtet, daß der König noch keinerlei hierauf be-

Ronnefeldtslhee

KL vom 1.24. Dost:- In künoUerioon augoiutteten

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Berlin, 19. Dez- Bei der gestern anläßlich der Enthüllung der letzten Nische in der Sieges-Allee stattgehabten Tafel im königlichen Schloß, zu der alle Künst­ler geladen waren, hielt der Kaiser eine halbstündige Rede, in der er auf die Geschichte bec bildenden Knust bis auf das Altertum zurückgriff. Er wies sodann auf die große Idee hin, die durch die Versinnbildlichung der Geschichte in der Sieges-Allee verwirklicht worden sei, und betonte, indem er auf die Werke der einzelnen Künstler näher einging, daß jedem vollkommen freie Hand bei seiner Schöpfung gelassen worden sei. Im weiteren Verlaus sprach sich der Kaisergegen die krasse moderne^ Richtung" aus. Man sollte in dieser Beziehung die Füael ein wenig mehr anspannen, undsich in den lenzen der schönen Formen bewegen." Jeder Lehrer der Kunst solle bei seinen Schülern dahin wirken, daß die edle Kunst mehr zum Vorschein komme. Auf der Protest- Versammlung gegen die Polen-Demonstra­tion an der Berliner Universität führte Dr. Adolf Wagner ungefähr folgendes aus: Mit Stolz könne er sagen, daß der achte Teil aller Studierenden i ^Deutschland Ausländer seren. Hort so em Aus­länder in irgend einer Disziplin eine Auffassung, du-ihm nicht ansteht, so dürfe er sich nicht dagegen auslehnen. Das Vorgehen gegen seinen Kollegen Schiemann sei un­erhört. Die Ausländer genössen in unseren Universitäten so viele Freiheiten, daß sie dankbar sein mußten (Sehr richtig! D. Red-) und nicht auf so rüde Weise protestieren dürsten. Diese Versammlung hacke er daher für ganz gerechtfertigt. Die deutschen Professoren seren

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Unterzeichneter hat auch in diesem Jahre wieder eine Christ- Bescherung (53.) für bedürftige Kinder veranstaltet, und mit großer Freude bekennt er hiermit öffentlich, daß es m seinem lieben Gieyen mach recht viele edle Menschen giebt die ein warmes Herz für die Notleidenden im Busen tragen, die daher gerne bereit sind, ihre Milde Haiid auszuthun, wenn es giÜ, Durfttae zu unterstützen. Die Gaben sind in diesem Jahre in so reichemMaße gespendet worden daß ich in die Lage verletzt wurde, 184 Ludern eme recht schöne Weihnachtsfreude bereiten zu können, und spreche hiermit allen edlen (Seherinnen und Gebern meinen wärmsten Dank aiA. Es rodre mir jedoch nicht möglich gewesen, eine solcke Anzahl von Kindern zu beschenken, wenn ich nicht dabei auch bie Zinsen aus meiner Stiftung und der der verstorbenen Elfiabethe Schniidt mit pufammen 196 Mk. hätte verwenden können. Daher spreche ich auch Den edlen Bürgern, die meine Stiftung ins Leben gerufen habm, Iber hochoerehrlichen Stadtverordnetenversammlung, die das Sttf- mngskapital in so hochherziger Weise erhobt hat, unb ine die Gute Latte, mir die Schmidt'sche StifMng zur Anschaffung von Schuhen «u üöerweisen, meinen wärmsten Dank aus. Ich danke auch noch Ler verehrlichen Redaktion dieses geschätzten Blattes, die wie all­jährlich, so auch diesesmal dieser Einladung uneittgelttiche Ausnahme i-jema^rle. $e^erung, ber ^ch zugleich eine Christseier ver- ibunben ist, und die in der Turnhalle der «tadtmadcheuschule iWestanlage) am kommenden Sonntag den 22. Dezember, nach- aiittagS 4 Uhr, stattfinden wird, lade ich hiermtt freundlichst em. Die Gaben für die Kiiider können schon von vormittags 10 uyr an in Augenschein genommen werden, und bm ich mit Vergnügen bereit, über deren Verteilung nähere Auskunft zu geben.

3280 H- Curschmann, Lehrer i. P.

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Universitäts-Nachrichten.

Berlin, 18. Tez. Heute abend fand in der Tonhalle eine >cti den Alten Herren des Vereins deutscher Studenten ein« t erufene große «tudentenversammlung ftatt als Protest gegen bie neulichen Kundgebungen der polnischen Studenten rn cer berliner Universität. Tr. Wendland erftaltete das «efciat,, gmg iunächst auf den Wreschener Fall ein, unb beleuchtete die Zustande ui Galizien, wo sogar bei Prozessen die Folter angeroenbet roerbe. Lest sollten die Polen dorr Abhilfe schaffen. Nachdem em Student tsprochen hatte, sprach Professor samassa, Redakteur der Ulldeulscheii Blätter", als Oesterreicher über das Vordringen der Polen in Oesterreich und führte aus, die Vorkommmlie m letzter 3?-ü seien der Anfang eines Kampfes mit grogter Entfcheldungs- idilad)t zwischen den Deutschen unb Slaven. In ^t9're.lc^ Deutschen in ber Minderheit und mußten manches einstecken. OLN Deutschen im Reiche, wo sie eine Vormachtstellung hatten, ici en zwei und eine halbe Millionen, Polen aegemiber m .lcselben Lage. Es liege an der Degenswstellung der deutschen unb es müsse aggressiv vorgegaiigen werden. Jii Galizien hatten bue Polen die verlangte Freiheit und hatten daraus em tanb »on Imalvljabeten gemacht. Als bekannte Defraudanten m Galizren iwigesprochen ivurbeu, jubelte das ganze polnische Bolt. Dies sei iia keiinzeichen des Unlersänedes -wischen der Moral der Polen und ^utscheii. Tas deutsche Volk müsse die Abwehr gegen die Polen se.bsl ui die Hand nehmen. (Bravo.) Pros. Aböls W agn e r. der crnzig ainvejende Umversstätslehrer fuhrt aus, die akadeinlschen Lehrer säheil nicht gern, daß sich die Studenten mit der Politik de- icjaftiglem Er bitte bie Bersainnielten, sich nicht ber Polen- iinflc zu befassen unb nur Protest gegen bie Unverschämtheit von biyi Heuten einzulegen, bie bas Gastrecht mißbrauchten. (Lebhafter Beifall.) Schließlich würben einstimmig zwei R e | o l u 11 o n e n guiaßt. In ber ersten werben bie polnischen ^ludenten ersucht, von bem Versuche abzustehen, ihre beutschsembliche Gestn- n. uifl auf akademifchem Boben zur Geltung zu bringen. In der Zellen wird der Kultusininister gebeten, Vorkehrungen gegen ö;.e Beeinträchtigung des Studiunis durch die Ausländer zu tuefferu Die Annahme war mit stürmischen Beifallskundgebungen jrglcitet.

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^^London,19. Tez. In Regierungskreisen bereitet mrm die Kolonisierung des Oraniefreistaates durchi englische Ansiedler vor. 50 junge Leute werden morgen fuQ diesen Zweck eingeschifft werden. ~

erklärt sich berechtigt mitzuteilen, daß Lord Kitchener sich weigere Verstärkungen anzunehmen. Er nur immer Ersatztruppen. Dieselben werden fern Bedürf­nis gemäß nach Südafrika abgehen.

Birmin gh am, 19. Tez. ^os bur e n fr eutt blrch« Parlamentsmitglied Lloyd George v^suchte^ gestern hi« m einer liberalen Versammlung zu sprechen, ^e chm fein>- li ct gesinnten Zuhörer suchten das Podium zu stürmens wurden aber von der Polizei daran gehindert. Eine großL Volksmenge, welche sich augerhalb des Ver,ammlungsloüileÄ befand, warf alle Fensterscheiben em unb nahm eine Res», luti-on zu Gunsten der Regierung cm. Lloyd George als Polizist verkleidet und an einen sicheren Ort gebrachü Tie Polizei ging mit Stöcken gegen die Menge vor. Eme Person wurde getötet, und mehrere verlebt. 30 Vev» Haftungen wurden vorgenommen.

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