Ausgabe 
20.12.1901 Zweites Blatt
 
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Freitag SO. Dezember 1901

Nr. 299

Zweites Blatt.

151. Jahrgang

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Politische Tagesschau.

Dänisch-Westiudieu verkauft.

Unter unseren gestrigen, nach Schluß der Redaktion ein- flefroffcnen Telegrammen befindet sich auch die Nachricht, daß der Kaufvertrag zwischen den Vereinigten Staaten imb Dänemark über die dänischen Antillen nunmehr in Washington unterzeichnet worden sei. Man hat sich, wie o?§ heißl, auf den Preis von vier MMonen Dollars geeimgt. Da ähnliche Meldungen sich bisher stets als unzutreffend er-; wiesen haben, wird auch diesmal eine Kopenhagener Bestätigung cibgeroartct werden müssen. Die jetzt von den Londoner Central News" verbreitete Nachricht ist allerdings aus zwei Gründen glaubwürdiger als die früheren. Einmal ist die Inangriffnahme des Nicarag ua-Kanalbaues durch Ab- i chluß des Kanaloertrags zwischen der Union und England näher gerückt, wodurch den Amerikanern die beschleunigte Regelung der Besitzftage bezüglich Dänisch - Westindiens wünschenswert erscheinen muß. Und dann führt in Dänemark gegenwärtig ein liberales Ministerium die Ntegierungsgeschäfte. Dessen Präsident ist kein Freund einer Kolonialpolitik, die bexxx Lande ziemlich beträchtliche Opfer sinanzieller Art auf- rdegt. Er wird also bestrebt sein, sich solchen Besitzes zu g edem annehmbaren Preise zu entledigen. Das frühere kon- i croative Ministerium wollte unter den Satz von 6 Millionen - Dollars nicht heruntergehen. Unter der Herrschaft des Sternenbanners dürste vor allem der arg vernachlässigte Schiffsverkehr un Hafen von St. Thomas einen Auffchwung nehmen.

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Ausland.

London, 18. T ez. In der Gulldhall wurde heute nach- mittag von dem Zentralmarkt-Ausschuß zu Ehren der russischen Ackerbaudelegierten ein Mahl ver­anstaltet, bei dem der Vorsitzende des Ausschusses, Msojen, Trinksprüche auf den König, den Kaiser von Rußland und die russischen Gäste ausbrachte. Redner dankte besonders dem russischen Finanzminister für die freundlichen Aeußer- ungen über England und hob die Wichtigkeit der freund­schaftlichen Beziehungen zu Rußland hervor und sagte, die Engländer wünschten, die Einfuhr vonLeben smitteln aus allen Teilen der Welt, nament­lich aus Rußland zu förd ern. Ter Vertreter des russischen Ackerbauamtes, Krukoff, sprach sich für die gegen­seitigen Besuche der Engländer und Russen aus, damit sie sich einander besser kennen lernten und leichter direkte Verbi nd ungen her st eilen könnten. Ter Redner alaubt, daß die Augenblicke nahe seien, wo die russischen Produzenten den eiiglischen Konsumentendie Hände reichen würden.

Nach einer Tepesche aus Washington hat Deutsch­land der Union seine Absicht notifiziert, Venezuela zur Zahlung seiner gerechten Forderungen zu zwingen. Tabei habe es versichert, es habe keine Absicht, irgend einen Hafen, den es zu besetzen für nötig finde, dauernd zu halten. Tie Union habe erklärt, nicht -zu intervenieren, so lange nur Maßregeln zur Erzwingung der Zahlung getroffen würden. Eine Intervention würde nur tzattfinden, falls eine europäische Nation amerikanisches Gebiet dauernd besetze. Ter Kreuzer ,-Topeka" in 9Lorfvlk (Virginien) ist zur Abfahrt bereit, um dem dÄttschM Kreuzer Vineta" nach Venezuela zu folgen. (Man wird allen der­artigen amerikanischen Nachrichten Mißtrauen entgegenzu-- brin gen haben. D Red.)

Wien, 18. Dez. In hiesigen politischen Kreisen nimmt man an, daß infolge der Opposition, die im deutschen Reichstage gegen den neuen Zolltarif herrscht und in­folge. der 2ang»pierigicit der Verhandlungen, die betreffs des Tarifs sowohl in der Kommission als im Plenum des Reichs­tages. in Aussicht steht, die deutsche Regierung kaum in

Deutsches Reich.

Berlin, 18, Dez. Heute vormittag um 10 Uhr wurde als letztes der Denkmäler in der Siegesallee das !x>es Knrfürsten Johann Georg von Martin Wolff 'Büsten: Graf Rochus v. Lynar und Kanzler Lampert Diestel- mayer, enthüllt. Zu der Feier hatten sich außer dem Künstler und l. h ' tts zu den Enthüllungsfeierlichkeiten geladenen Herren eingefunden: der Reichskanzler Graf v. Bulow, die Minister Frhr. v. Rheinbaben, Dr. Studt, Frhr. v. Hammer- ftein, die .xabinettschess, Fürst Lynar, Standesherr Graf Lynar Vübbbemni mit zwei Söhnen re. Dem Denkmal gegen» über hatten die Schüler des Gymnasiums zum grauen Kloster Mit ihren Lehrern und dem Schulbanner Aufftellung ge­kommen. Ter Kaiser, in Gardes du Corps-Uniform, er­schien mit der Kaiserin im geschlossenen Wagen. Se. Majestät begrüßte zunächst den Direktor des grauen Klosters, Wvos. Lellerinann, und rief den Schstlern einen guten Morgen j'.iL Nack dem Fallen der Hülle besichtigte das Kaiserpaar t ingehend das Denkmal und zeichnete demnächst viele der An­wesenden durch Ansprachen aus. Bildhauer Wolff erhielt den Kronenvrden 4. Klasse. Dem Oberbürgermeister Kirsch- mer schüttelte der Kaiser kräftig die Hand. Schüler und Lehrer des grauen Klosters legten einen Kranz am Denkmal mieder. Tiergartendirektor Seltner überreichte der Kaiserin c inen Strauß Maiblümchen. Nach der Enthüllungsfeier und einigen Ateliersbesucheu fuhr das Kaiserpaar zu dem neuen Pergamon-Museum, auf dessen Attika die preußische Mhne wehte. Am Eingang wurde das Kaiserpaar vom Mi- mister Tr. Studt, Generaldirektor der Museen Dr. Schöne, vom Abteilungsdirektor Geh.-Rüst IKekule v. Stradonitz, dem gütigen Rektor der Universität, empfangen. Anwesend waren ferner Professor Tr. Alexander Conze, Frau Humann, die Witwe des Ingenieurs, dessen genialer Thatkast wir die omtiken Kunstschätze in erster Reche verdanken. Ihnen hatten sch Prof. Dr. Winnefeld hinzugesellt, auf dessen Schultern i*ie Hauptvürde der Ausstellungsarbeiten ruhte, sodann Bau- iat Prof. Fritz Wolff, von dessen Hand der Entwurf des Museums stammt, und Regierungs- und Baurat Hasak, der frie Ausführung geleitet hat. Der Kaiser äußerte seine Freude über die Vollendung des großen Werkes, das für alle Zeit eine der vornehmsten Sehenswürdigkeiten der Retchshaupt- fiabt bilden wird. Tas Kaiserpaar schritt alsdann die Treppe hinauf zu dem Altarraum, dessen Architektur mit dem grandiosen Relieffries des Gigantenkampfes einen über- naschenden und ganz außerordentlichen Eindruck machte. Ten Gasten wurden zwei Schriften überreicht, die Beschreibung d er Gigantomachie und der Führer von Pergamon. Bei der heutigen Ab end täfel im Schlosse, zu der u. a. fämt- Uiche Künstler geladen waren, die die Tenkmalsgruppen der Siegesallee geschaffen haben, hielt der Kaiser eine An- s.p rache. Die Kaiserin saß zwischen dem Grafen Goertz im Schlitz und dem Kultusminister Studt, der Kaiser zwischen bien Professoren Reinhold Begas und Schaper.

Ter Kaiser hat heute nachmittag den Architekten Woda E b h a r d t in Gegenwart des Herrn v. Lukanus em- pj sangen.

Zu Gunsten der Kaiser Wilhelm-Stift­ung für deutsche Invaliden soll am 11. Januar eum großes Fest mit Liedervorträgen und einer Operetten- Mfführung im Theater des Westens ftattfinben. Bei der Mmahlin des Reichskanzlers erschienen heute die Komitee- mritglieber zu einer eingehenden Besprechung.

Das Befinden des zur Zeit als Jagdgasv des Fürsten hyenckel v. Donnersmarck in Ober-Schlesien weilenden Grafen Salbet fee ist zur Zeit durchaus befriedigend. Man nimmt an, daß der Feldmarschall in Gemeinschaft mit bötn kommandierenden Generalen am bevorstehenden Neu- jachrstage dem Kaiser die. Glückwünsche der Armee dar- bmingen wird.

Tie zweite Division in Insterburg, deren bisheriger Kommandeur, Gener illeutnant v. Alten, bekanntlich vor dmrzem den Abschied genommen hat, soll Generalmajor

der Lage sein dürfte, den jetzigen Handelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn rechtzeitig zu kündigen. Ta andererseits in Oesterreich-Ungarn vor Eintritt in die Verhandlungen mit den Ausland-Staaten nicht nur der neue autonome Taris, sondern auch das Zoll- und Handels-Bünd­nis zwischen beiden Staaten der R^narchie parlamentarisch erledigt sein müssen, was aleichsalls vor 1902 nicht in sicherer Aussicht steht, so dürste auch seitens Oesterreich- Ungarns von dem Kundigungsteckste kaum Gebrauch gemacht werden. Für den Fall nun, daß sowohl Deutschland wie Oesterreich-Ungarn von ihrem Ende Tezember 1902 auszu» übenden Kündigungsrecht feinen Gebrauch machen, würde gemäß den Bestimmungen deö Handelsvertrages dieser auf ein Jahr, d. h. bis 1904 stillschweigend als verlängert gelten, eine Eventualität, die man in hiesigen wohl informierten Kreisen für absolut wahrscheinlich hält.

Iw der heutigen Sitzung des Abgeordneten- Hauses beantwortete der Finanzminister eine Interpella­tion, wonach Baron Albert v. Rothschild sein Ein- kommen zu niedrig angegeben hätte, dahin, daß die Untersuchung auch n ich t den leisesten Anhaltspunkt dafür au Tage gefördert hätte, daß Bavon Rotschlld sich den nach den Steuergesetzen chm obliegenden Verpflickftungen in irgend welcher Beziehung zu entziehen versucht hätte.

Eine Protest-Versammlung gegen die Be­leidigungen der österreichischen Armee durch Chamber­lain nahm folgende Resolution an: Die vom Brigitten- auer Wahlklub einberufene Versammlung verurteilt auf das entschiedenste die Grausamkeiten und entmenschte Kriegführung der Engländer in Südafrika, die in der Geschichte der Zivilisation ohne Beispiel, und ein Hohn und Spott auf die von den Engländern stets im Munde geführte Phrase von Kultur und Christentum sei. Die Ver­sammlung weift den Vergleich Chamberlains über die Art der Kriegführung in Südafrika mit jener in Bosnien als unerhörte Rohheit und Beleidigung der braven Soldaten mit Entrüstung zurück und bedauert, daß bisher von berufener Seite noch keine Zurückweisung der schweren Beleidigung erfolgt ist. Die Versammlung bringt ferner ihren tief empfundenen Abscheu zum Ausdruck über die barbarische Behandlung der wehrlosen Buren-Frauen und Kinder in den berüchtigten Kon­zentrationslagern, die febe§ menschlich fühlende Herz mit Entsetze n erfüllen müssen.

Lemberg, 18. Dez. Der Obmann des Wiener Polen­klubs, v. Jaworski, richtete an den Führer der Polen- Fraktion im deutschen Reichstage, Fürsten Radziwill, eine Zuschrift, worin er für die Fortsetzung der T te über die Polen-Interpellation i m Reichstage den vorgemerkten polnischen Rednern zahlreiche Daten mit­teilt, um die Angaben des Reichstagsabgeordneten Sattler über die Verwaltungs- und Schulvcrhättnisse in Galizien richtig zu stellen. Jaworski drückte zugleich den Wunsch aus, die Aktion des Berliner Polenklubs zur Verteidigung der Rechte der polnischen Bevölkerung möge zur Veränder­ung der bestehenden Verhältnisse in Preußen beitragen.

Budapest, 18. Dez. Der Gerneinderat beschloß heute, die Regierung dringlich zu ersuchen, durch eine novellarische Verfügung das Du eit als ein besonderes Delikt aus dem Strafgesetz zu eliminieren und es unter die gewöhnlichen strafbaren Handlungen einzureihen. Tie persönliche Ehre solle durchs strengere Bestrafungen geschützt werden.

B.e l g r a d, 18. Dez. In einer der lebhaftesten Straßen überfiel meuchlings ein Sohn des früheren Ministerprä­sidenten Dr. Wladau G-jo r g e v i t sch, ein Beamter im Finanzministerium, den früheren Kultusminister Abg. Paul Marinkovitsch und versetzte ihm einige Hiebe. Dieser zog einen Revolver und schoß zweimal auf den An­greifer und verwundete ihn leicht sowie einen vorbei­gehenden Lehrbuben. Unter Begleitung einer großen Volks­menge wurden beide der Polizei vorgeführt, wo Gforgevitsch beim Verhör als Anlaß seines Attentats eine Erklärung Marinkovitschs bezeichnete, in der er Tr. Wladan Gjorgevitsch abfällig beurteilte.

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v. Brietzke, bisher Kommandeur der 14. Infanterie- Brigade in Halberstadt erhalten. Generalleutnant von Lessel, der Kommandeur des ehemaligen ostasiatischen Expeditionskorps, soll beabsichtigen, in den Ruhestand zu treten.

Ta der Chefredakteur derPotsdamer Zeitung", Berger, Reserveoffizier ist, so hat das Bezirkskommando eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob Herr Berger thatsächlich, wie er erklärt bat, von der in sein Blatt gelangten Mitteilung über die angebliche Dsuellrede des Kaisers nichts ge­wußt hat.

Wie dieStaatsb. Ztg." von angeblich gut unter­richteter Seite erfahrt, soll der Staatssekretär des Reichs- schatzamtes, Frhr. v. Thielmann, amtsmüde sein. Seine Villa am Tegernsee sei zu feinem Empfange ziemlich fertiggeftetlt Der Rücktritt dürfte erst erfolgen, nach­dem der Zolltarif unter Dach und Fach ge­bracht ift

In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde der Antrag Preußens wegen Abänderung des Bör­sen gefetzes, ferner die Vorlagen betreffend a) den Entwurf von Bestimmungen Über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in den Cichorienfabriken, die zur Herstellung von Cichorie dienenden Werkstätten mit Aiotorbetrieb; b) den Entwurf eines Sonderabkommens zwischen der deutschen und öster­reichischen Regierung zum internationalen Abkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr für die deutfch- österreichischen Verkehre; c) die Ausprägung von Kronen; d) die Ausprägung von Reichssilbermünzen den zuständigen Ausschüffen überwiesen. Bon der Uever- sickst über Bauusführungen und Beschaffungen der Reichs­eisenbahnverwaltung nach dem Stande vom 30. September 1901 wurde Kenntnis genommen. Hinsichtlich der Vor­lage, betr. die Vereinbarung mit den Niederlanden über den sogen, grenzüberspringenden Fracht­verkehr wurde dem Ausschußauttage Zustimmung erteilt.

Der litterarische und der musikalische Sachverftändigen-Verein, die auf Grund des Ge­setzes vom 11. Juni 1870, betreffend das Urheberrecht ge- bilbet find, um auf Erfordern der Gerichte uno der Staats­anwaltschaften Gutachten in Fragen des Urheberrechts ab­zugeben, bleiben in ihrer bisherigen Zusammensetzung und Thätigkeit auch nach dem am 1. Januar 1902 erfolgenden Inkrafttreten des Reichsgesetzes vom 19. Juni 1901 be­stehen, erhalten aber die Bezeichnung: Litterarische Sacbverftändigenkammer und Vinsikaliiche Sachverständigenkammer.

Breslau, 18. Dez. In oberschlesischen industriellen Kreisen ist bekannt geworden, daß die Regierung eine Anfrage der Werften betreffs Beschleunigung des Bantempös für die bewilligten Kriegsschiffe, ver­neinend beantwortet hat. Die Werften, denen gegen­wärtig Ordres von Privat-Rhedereien gänzlich fehlen, hätten an solcher Beschleunigung und Arbeitsvermehrung ein gleich großes Interesse gehabt, wie die Eisenindustrie. Man ist infolge der Arbeitsnot dem Bautempo inner­halb der Grenzen eines Jahres bereits bei den Werften etwas vorausgeeilt, fodaß die nun eintretende Pause noch schwerer empfunden wird. Die Vulkauwerft hatArbeiter- enHaf[ungen angeordnet. Anleilquoten in Grob­blechen für fällige Staatslieferungen sind unlängst nach Oberschlesien überschrieben worden. Die Gesamttendenz bleibt unbefriedigend.

Annahme von Anzekae» iu der für den folgenden erscheinenden Nr. dis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Dermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen An­zeigen entgegen.

Zeilenpreis: lokal 12Pt» auswärts 20 Psg.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'sche« UniversitätS - Druckerei (Pietsch Erben).

Verantwortlich für ben allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Vom Burenkriege.

Ein Wechsel des Kriegsglücks ist wieder einmal einaetreten. Es läßt sich nicht leugnen, daß die letzten 14 Tage für die Buren ungünstig verlaufen find. Zwar ift der Bericht von der Verwundung Louis Bothas offen­bar ein Märchen; dagegen wird die Nachricht von der ernstlichen Verwundung des Kommandanten M a r i tz durch Kitchener bestätigt, und einen besonders schmerzlichen Ver­lust haben die Buren durch die thatsächlich erfolgte Ge- fangennahme des schwer verwundeten wackeren Kruitzinger erlitten, der bisher die Seele aller Opera­tionen in der Kapkolonie war. Es fragt sich nun, wer an seine Stelle treten wird. Wir glauben, daß unter den gegenwärtigen Kommandanten in der ttaplolonie sich noch verschiedene tüchtige Leute befinden, die Kruitzingers Thätigkeit förtsetzen können. Die Burenkommandanten int allgemeinen aber werden aus den Vorgängen der letzten Wochen die Lehre ziehen, fortan größere Vorsicht an­zuwenden. Sie waren offenbar durch die Schwerfälligkeit, mit der sich bis in. die letzte Zeit hinein die brivifchen Truppen bewegten, etwas sorglos gemacht worden. Aus den Operationen Bruce Hamiltons aber geht hervor, daß wenigstens einzelne englische Truppenführer von ihren Gegnern gelernt, und sich möglichst unabhänaia von ihren Transportwagen gemacht haben. Hiermit haben die Hamilton und French gegenüberstehenden Kommandos augenscheinlich nicht gerechnet, und darauf beruht ihr Mißgeschick. Von entscheidendem Einfluß auf den Gang des Krieges sind jedoch diese unglücklichen Zu­sammenstöße der letzten Tage keineswegs, wenn die Buren daraus nur das Nötige lernen. Das erkennt jelbtz

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