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Aus Stadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gietz. Auz." gestattet.)
Gießen, den 19. Oktober 1901.
** Wernings Kriegsfe ft spiele werden zur Zeit <n Neisse in Schlesien ausgeführt. Die „Neisser Zeitung" schreibt darüber:
Die erste Vorstellung des Festspiels „der deutschfranzösische Krieg von 1870—71" begann vor den Schülern oer Neisser Volksschulen, also vor einem Publikum, wie es empfänglicher, dankbarer und begeisterter nicht gedacht werden kann. Und wer den jubelnden Beifall gehört hat, der jedem Bilde zu teil wurde, den Beifall, welchen die beklommenen jugendlichen Hörer auch den tiefernsten Szenen spendeten, um so im allgemeinen Applaus die begreifliche Rührung am besten bewältigen zu können, wer gefühlt hat, mit welcher Bewunderung sie auf die Gestalten blickten, die das Heldentum einer für sie in fast sagenhafter Ferne liegenden Periode verkörperten, der mußte der Ueberzeugung werden, daß anschaulicher in Bildern jene große herrliche Zeit wohl kaum geprägt zu worden vermag. Wort, Bild und Tonmalerei vereinigten sich zu einer Wirkung, der selbst die im überfüllten Theater zahlreich anwesenden Erwachsenen sich nicht entziehen konnten. Mit fast durchweg glücklichem Griff
w. Nidda, 18. Okt- Die katholische Kirche ist letzt unter Dach. — In der Landpostfahrt zwischen Nidda und Ulfa wird mit dem 1. November eine wesentliche Aender- ung vor sich gehen. In Zukunft fährt die Post nämlich von Ulfa 7.15 vorm. ab, kommt 8.10 in Nidda an, verläßt letzteren Ort wieder 9.25 vorm. und trifft 10.45* in Ulfa ein. Hier erfolgt am Nachmittage die Abfahrt 4.40 und die Ankunft in Nidda 5.35, während dann die Rückfahrt von 6.15 bis 7.15 von statten geht. Besonders die letzte Fahrt ist im Interesse der Einwohner unseres, Ortes mit Freuden zu begrüßen, da die Post dann an alle um 6 Uhr abends in Nidda eintreffenden Züge Anschluß hat.
de. Rodenbach, 18. Okt- Bei der Gemeinderatswahl wurden G. Ickes mit 27 Stimmen, H. Bauer mit 23 Stimmen, W. I. Loh mit 36 Stimmen und Ph. Lorst mit 27 Stimmen gewählt.
Io. Nödgen, 18. Okt. Bei der heutigen Gemeinde- ratswahl wurden wiedergewählt Ernst Jnderthal mit 27 und Ludw. Reuschling mit 24 Stimmen. Neugewählt wurde Joh. H. Belloff 1., Arbeiter im Städtischen Wasserwerk, mit 24 Stimmen.
Friedberg, 17. Oktober. Am 12. Oktober fand im Fest- saale des Predigerseminars die feierliche Aufnahme der sieben Kandidaten, Beyer, Becker, Göckel, Horst, Marguth, Röder und Schönewolf, statt. Direktor D. Weiffenbach sprach auf Grund von Pf. Ezechiel 2, 8 bis 3, 5, über: den freudigen Gehorsam des Pfarrers gegenüber der göttlichen Sendung. Hierauf wurden den Neueingetretenen die Aufnahme-Urkunden eingehändigt. Die Gesamtzahl der Kandidaten beträgt zur Zeit 16.
Darmstadt, 18. Okt. Für die t e ch n i s ch e Mustersammlung (Gewerbemuseum) des Landesgewerbevereins wurden am Schlüsse der Ausstellung der Darmstädter Künstler-Kolonie eine größere Anzahl wertvoller Gegenstände erworben, so daß jeder der sieben Künstler der Kolonie auf dem ihm eigenartigen Gebiete künstlerischen Schaffens in dem Gebäude der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe vertreten sein wird. Außerdem wurden in der Ausstellung von Kunstverglasungen, welche zur Zeit in der Zentralstelle stattfindet, drei Arbeiten von Professor Christiansen und Maler Leipheimer angekauft. Sämtliche Gegenstände, deren Wert etwa 2500 Mark beträgt, werden demnächst der Oeffentlichkeit zugängig gemacht, nachdem durch bauliche Veränderungen das Gewerbemuseum eine wesentliche Erweiterung erfahren und eine zweckmäßigere Aufstellung der Gegenstände stattgefunden hat.
** Von der Bergstraße, 16. Okt. Das „Bergsträßer Fremdenblatt" hat mit der Nr. 23 vom verflossenen Sonntag sein Erscheinen für diese Saison eingestellt'. Nach demselben beziffert sich die Fremdenfrequenz für die Saison 1901 für Jugenheim auf 2456 und für Auerbach auf 2174 Personen. Diese Zahlen lassen im Vergleich zu den früheren Jahren erkennen, daß die Bergßraße — denn auch Seeheim, Alsbach, Zwingenberg, Bensheim und Heppenheim hatten guten Verkehr — mit ihrer diesjährigen Fremdenfrequenz zufrieden sein kann.
** Frankfurt a. M., 17. Okt. „Die Buren kommen!' So stand anfangs d. Mts. an allen Anschlagsäulen zu lesen, und man erfuhr, daß auf der Variotebähne des Hippodroms eine Burengesellschaft Vorstellung geben werde. Bald begann denn auch das Gastspiel von „Wild-Süd-Afrika." Großes militärisches Spektakel-Schaustück. Arrangiert von Mr. William Casper. 100 Personen. Original Transvaal- und Oranjefreistaat-Buren. Zulukaffern. Matabeles. Kapkolonisten. Uitlanders. Koloniale Soldaten. Pfadfinder. Afrikanische Scharfschützen u. s. w.", wie es wörtlich in den Ankündigungen hieß. Trotz der Reklame, scheint Mr. Casper aber keine glänzenden Geschäfte gemacht zu haben; denn er wurde von einem halben Dutzend seiner Leute, Weißen und Schwarzen, beim hiesigen Gewerbegericht auf Zahlung des rückständigen Lohnes verklagt. Dabei entpuppten sich die Zulukaffern als westindische Neger, die Matabeles als Singhalesen und die „Original-Transvaal-Buren" als — Engländer, die der findige Unternehmer für 30 Mk. monallich und freie Verpflegung angeworben hatte, um auf dem Brettl den Unabhängigkeitskampf der Buren zu verkörpern. Casper wurde zur Zahlung verurteilt, ist aber gleich nach der Gerichtssitzung abgereist, und die englischen Buren nebst den Kaffern aus Indien haben das Nachsehen. — Die „Franks. N. N." berichten: „Der nächste Durchfall in unserer Oper wird die neue Oper von Bruneau „Mesidor" (Text von Zola) sein. Als die Aufforderung wegen Erwerbung des Tonwerkes an den Pariser Verleger
hatte Herr Direktor Werning aus den ihm zur Verfügung stehenden Damen, Herren und Kindern der drei Neisser Kriegervereine diejenigen herausgefunden, welche zur Besetzung seiner Hauptfiguren am meisten geeignet erschienen. Hatten die jedes Bild einleitenden gebundenen Worte Stimmung gemacht, so wurde diese durch die bald darauf einsetzende Musik noch lebhafter; erschien dann das Bild, so übertraf dessen Eindruck fast immer die vorweg gemachte Vorstellung, und sehr oft fand man auch die Verwirklichung einer Situation wieder, deren wohlbekannte bildliche Darstellung hier gewissermaßen aus dem Rahmen des Bildes heraus und ins greifbare Leben trat. Doch auch da boten sich neue und überraschende Momente..
** Vakanzen für Militäranwärter im Bereiche des 18. Armee- Korps. Frankfurt (Main), städtische Hafen-Verwaltung, Hafen- Aufseher, 2100—2700 Mk. von 3 zu 3 Jahren (gute Dienstführung vorausgesetzt) aufsteigend. — Oberpostdirektion Darmstadt, Briefträger, 900 Mk. Gehalt und der gesetzmäßige Wohnungsgeldzuschuß. — Oberpostdirektion Darmstadt, zwei Landbriefträger, je 700 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. Wiesbaden, Königl. Polizei-Direktion, 4 Schutzmänner, während der Probezeit Remuneration von jährlich je 1200 Mk., bei definitiver Anstellung jährliches Gehalt von 1200 Mk. und Wohnungsgeldzuschuß 180 Mk.
** Zugspihler-Konzert. Ein seltener Genuß steht, wie aus dem Inseratenteil zu ersehen ist, dem hiesigen Publikum heute, (Samstag) abend bevor. Der Zithervirtuose Toni Fink aus Tyrol konzertiert mit seiner 10 Personen starken Sänger- und Jnstrumentalisten-Truppe, genannt d'Zugspitzler, in Steins Garten. D'Zugspitzler, die schon vor höchsten Herrschaften und in den größten Städten auftraten, haben für den Abend ein glänzendes Programm zusammengestellt. Besonders möchten wir aber auf den Schuhplattler aufmerksam machen, der von zwei preisgekrönten Kinderpaaren nach Art des Schliersee'er Bauerntheaters aufgeführt wird.
e** Burenversammlung des Alldeutschen Verbandes. Der Vorstand der hiesigen Ortsgruppe des A. D. V hat nun von Dr. meL. Gadow und dem Kommandanten Jo oste aus Karlsruhe die sichere Zusage erhalten, daß beide am morgigen Sonntag hier sprechen werden. Es ist also Gelegenheit gegeben, zwei hervorragende und bestunterrichtete Redner über die Lage in Südafrika zu hören. Kommandant Jooste, ein Bürger Transvaals, der während des Freiheitskampfes in englische Gefangenschaft geriet, sich dann durch eine abenteuerliche Flucht rettete und nach dem Festland Europas verschlagen wurde, wird seinen Zuhörern ein Musterbild seiner Volksgenossen vor Augen führen mit ihrem unbändigen Freiheitssinn und tiefen Gottvertrauen bei aller liebenswürdigen und heiteren Einfachheit. Dr. Gadow ist deutscher Reichsangehöriger und war lange Zeit als prakt. Arzt in Paarl in der Kap- kolonre angesiedelt, wo er bis vor kurzem seiner ärztlichen Praxis oblag. Seine Vorträge bezwecken Aufklärung des nach seiner Ansicht auffallend schlecht unterrichteten deutschen Publikums, über die wahren Zustände in Südafrika und einen Appell an das gesamte deutsche Volkstum, in seinen Sympathien für die Buren nicht nachzulassen, sonoern sich auf die große Rolle vorzubereiten, die die zwingende Entwickelung der Dinge dort unten ihm demnächst zuweisen wird.
** Wechselstempelsteuer. Im Oberpostkirektions- bez-irk Darmstadt war im September die Summe der vereinnahmten Wechselstempelsteuer 16 883.30 Mk. Zusammen mit den Vormonaten des laufenden Rechnungsjahres ergeben sich 106 691.40 Mk., oder 6941.60 Mk. mehr, als im Rechnungsjahre 1900.
** Anstellungen. Der Großherzog hat dem seither widerruflich angeftellten Stationsverwalter (Justus Wende- roth zu Nieder-Ofleiden nunmehr die unkündbare Anstellung in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft verliehen. Am 8. Oktober wurde dem seither widerruflich angestellten Werkführer Ludwig Becker zu Gießen und dem Lokomotivführer Karl Schäfer III. zu Fulda die unkündbare Anstellung in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft verliehen.
•* Diebstähle von Weckbeuteln. Allenthalben hört man Klagen der Hausftauen über das Stehlen der Weckbeutel. Oft verschwindet der Weckbeutel samt seinem Inhalt. Zuweilen sind die Diebe aber auch anständiger und nehmen nur den Inhalt der Beutel oder einen Teil davon. So hing vor einem Hause in der Westanlage ein Beutel mit 7 Wecken. Als der Besitzer ihn holte, befanden sich nur noch 2 darin. In einem anderen Hause derselben Straße wurde auch der Beutel mitgenommen, am anderen Morgen aber hing er natürlich leer wieder neben dem inzwischen gekauften neuen.
Der „Vollerem für das katholische Deutschland" uud die Erhöhung der landwirtschaftlichen Schutzzölle.
Als 25. Heft der vom Volksverein für das katholische Deutschland herausgegebenen „Sozialen Tagesfragen" ist eine Flugschrieft erschienen, die den Titel trägt: „Ist eine Erhöhung der landwirtschaftlichenSchutzzölle notwendig?" Die im Titel aufgeworfene Frage wird von dem Schriftchen uneingeschränkt bejaht. In mehreren, in sich abgeschlossenen Vorträgen, werden die einzelnen Unterfragen erörtert. Es wird ausgeführt, daß nicht nur die mittleren, sondern auch die kleinsten Bauern und außerhalb des Bauernstandes ein großer Teil der Gewerbetreibenden und ihrer Arbeiter an der Erhöhung der landwirtschaftlichen Schutzzölle ein besonderes und starkes Interesse hätten. Die Notwendigkeit der Erhaltung des Bauernstandes als des stärksten Bollwerks der Sozialdemokratie wird besonders betont und die Gegnerschaft der Sozialdemokratie gegen die Zollerhöhung darauf zurückgeführt, daß durch :die Handelsfreiheit eine schnellere Verelendung Jber Masse und damit die soziale Revolution herbeigeführt werde. Der Behauptung von der Ueberlastung der Lohnarbeiter durch die Zollerhöhung wird energisch zu Leibe gegangen. Das Schlußergebnis der Darlegungen wird in dem Satz zusammengefaßt, daß es sich bei der Erhaltung der Landwirtschaft nur um eine Rettung vor dem Untergange handle, und daß sie eine nationale Aufgabe sei. Da diese nur durch eine Erhöhung des Schutzzolles gelöst werden könne, so sei die Erhöhung ein Gebot der ausgleichenden Gerechtigkeit. Andererseits wird einschränkend hervorgehoben, daß man es nicht zur einer erheblichen Erhöhung des Brotpreises kommen lassen dürfe; auch jetzt werde es Aufgabe der Centrumspartei fein, im Sinne eines Ausgleichs der wirtschaftlichen Interessen von Produzenten und Konsumenten zu vermitteln. — Der in der Schrift dargelegte Standpunkt ftimmt.
Zum Konitzer Mord.
Das westpreußische Medizinalkollegium ist nach einem ersichtlich aus amtlicher Quelle stammenden Artikel des „Geselligen" in der Konitzer Mordangelegenheit mehrere Male als gutachtliche Instanz in Anspruch genommen worden. Weiterhin heißt es dann wörtlich:
Zuverlässig wird uns mitgeteilt, daß im September ds. Js. wieder ein Gutachten des Medizinalkollegiums zu Danzig in der Konitzer Mordsache erfolgt ist, und zwar nicht nur auf Grund der Akten, sondern es waren auch die konservierten Leichenteile und Kleiderreste des ermordeten Ernst Winter zum Zweck des gerichtlichmedizinischen Gutachtens nach Danzig geschafft worden. Die Winter'sche Sache hat das Medizinalkollegium im Laufe dieses Jahres in mehreren Sitzungen beschäftigt. Die Untersuchungen gingen bis in die kleinsten Emzecheüen. Das Gutachten stand Anfang September fest und ist für den Ersten Staatsanwalt in Könitz abgegeben worden.
Das Gutachten bedarf der Nachprüfung durch die wissenschaftliche Deputation für das Medizinalwesen, die oberste Instanz in gerichtlich-medizinischen Angelegenheiten. Der Direktor dieser Deputation ist der Unterstaatssekretär des Kultusministeriums; zu den Mitgliedern zählen u. a. die Professoren Virchow und Bergmann, v. Leyden und Gerhardt.
Wie diese ist Tolstoi ein ganz großer gestaltender Künstler wider Willen. Seine immense Kunst, die durch alle seine Theorien nicht zu unterdrücken ist, bemächtigt sich seiner ethischen Themen. Und was Tolstoi aus seinen asketischen Prinzipien heraus direkt, lehrhaft sagen wollte, ist zu lebendigsten Bildern menschlichen Lebens, anschaulich bis ins kleinste umgeprägt. Der ethische Sinn bleibt dabei rein erhalten. Nur wird er nicht tendenziös ausgesprochen, er ergiebt sich mit weit eindringlicherer Ueberzeugungskraft indirekt aus dem Spiegel der Vorgänge und Beispiele. Hier wirkt die Verkündigung vom fortzeugenden Fluch des Bösen, aus dem immer neue Verbrechen keimen müssen, bis Reue und Selbsteinkehr und die allmächtige Wahrheit den Fluch lösen und die befleckte Seele rein waschen — diese Verkündigung, die nicht als Moral ausgesprochen wird, sondern die die Zuschauer, im Schicksal der handelnden Menschen erschauernd, im tiefsten erschüttert und schließlich schmerzensreich erhoben, an sich miterleben.
Tolstois mächtiges, an schauerlicher Größe reiches Werk hat bei Hauptmanns erstem Drama Pate gestanden, und hat noch manchen anderen Künstler stark beeinflußt, so z. B. den großen Zeichner Sascha Schneider, dem die Krallenmacht irdischen Finsternis und die klärende Kraft des Christenglaubens Stoff zu einzelnen seiner packendsten Cartons gab. Aber wie unerhört die Gewalt der Charakteristik des Dichters Tolstoi im Verhältnis zu der Kunst des Zeichners Schneider! Und dazu die eigenartige dramatische Technik, die Tolstoi, nein, die sein Werk sich selber schuf! Von der Wurzel bis zur letzten Verästelung der weltüberschattenden Krone ist alles in diesem Drama ooUfonmicn in sich organisch geworden. ES hat seine eigenen, ewigen Gesetze. Man muß eS selbst kennen lernen und selbst ergründen, wie man die Wunder der Natur *cnwn jfc Jemen und zu ergründen sucht.
Die Aufführung in unserem Theater war keine schlechte, ohne doch durchgängig eine gute zu sein. Namentlich blieb der weibliche Teil der Darstellung hinter den allerdings außerordentlich schwierigen Aufgaben zurück. So fehlte es der Anissja des Frl. Hohenfels an der robusten Sinnlichkeit, die ihr zukommt, an der Rücksichtslosigkeit der Instinkte, die sie aus wilder Liebe zu wildem Haß treiben. Wir waren nach ihrer famosen „Dame von Maxim" auf eine ganz andere Leistung gefaßt und wurden leider nicht wenig enttäuscht. Frl. H. sprach ja ganz klug und wohl überlegt, aber mit eisiger, harter Kühle, während doch die Anisja das üppige kraftvolle, flammende Temperament eines ganz und gar ihren heißen Sinnen ergebenen Weibes besitzt. Auch sprach sie, trotz ihres sonoren Organes, manchmal recht undeutlich, eine Folge ihrer Manier, entweder die Hand vor den Mund zu halten ober Gurgellaute zu bevorzugen. Jedenfall aber gab sie sich redliche und nicht immer vergebliche Mühe, in ihrem Gebühren natürlich zu scheinen. Recht gut war Frau Jenny als die über alles bösartige Mutter NikttaS, nur daß sie sich vor dialektischen Anklängen wahren muß, die uns jene slavische Welt in zu gemütliche Nähe bringen. Fast ganz versagte von den Herren in der Rolle des sterbenden Bauern Peter — des Ahnen von Hauptmanns Frau Fuhrmann Henschel — Herr Sandor; freilich unter Schwerem und Undankbarem so ziemlich das Schwerste und Undankbarste. Doch auch Herr Gerlach, sonst ein durchaus sympathischer Darsteller, wußte die Hauptgestalt, den Nikita, nicht so wirksam zu gestalten, wie e§ wünschenswert gewesen wäre. In einzelnen Momenten war sein Spiel vor- ttesflich, um dann in anderen wieder zu versagen. Da haftete ihm doch zu viel Theatralik an. Der Nikita ist u. E. als ein hübscher Flegel aufzufassen, dessen ganze Art das Nach- lauien der Weiber fafort »rüärlich zu xracheu hat. Mir der
rührend schlichten Figur des frommen Vaters bemühte sich mit gutem Erfolge Herr Ramseyer, obwohl auch ihm etwas Frostiges und Steifes anhaftete. Herr Woisch verlieh der Weisheit des ehemaligen Soldaten Dimttritsch den rechten leicht humoristischen Ausdruck. Seine Gabe war jedenfalls eine der einwandfreiesten des Abends.
Erwähnen wollen wir noch, daß die Regie in naturgetreuen Nationalkostümen sich zu einer ganz besonderen Leistung ausgeschwungen hatte. — Die Übersetzung des Herrn Heinrich Stümke hat die schwierige Aufgabe, den charakter- istichen Ton des russischen Bauern im Deutschen zu treffen Sie ist wohl nicht ganz gelungen. Diese plumpe Beschränktheit, diese listige Brutalität, anderseits diese patriarchalische Einfachheit, diese kindlich innige Religiosität, die dem Ganzen dichterische Verklärung leiht, dieses Gestammel sprachungewandter Menschen verlangt den Zauber des schlichten Natur- lautes, und den hat Herr Stümcke doch wohl nur selten getroffen.
— „Don Juan Tenorio", das in Spanien populäre Drama des Zorilla, gelangt, wie uns aus Köln geschrieben wird, am 2. November in der Bearbeitung von Joh. Fastenrath, im Kölner Stadttheater zur Aufführung. Es ist dies für Deutschland selbst die Uraufführung des „Don Juan Tenorio," nachdem von der Fastenrath'schen Uebersetzung bereits eine Anzahl Aufführungen, in der Schweiz und in Oesterreich veranstaltet worden ist.
Darmstadt, 18: Okt. Wie die Darmst. Ztg." hört, wird Fräulein Gr oh 6 mit Ablauf dieser Saison aus dem Verbände des Großh. Hoftheaters ausscheiden. — An Stelle des Herrn Stephany wird von nächster Saison ab, He»" Hacker die Lustspiel-Regie führen.
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