Denkmalpfleger (Konservatoren), deren einer die Aufsicht über die Baudenkmäler, der andere die über die Altertümer und die beweglichen Gegenstände von geschichtlicher, fünft» lerischer oder kulturhistorischer Bedeutung führen soll. 2000 Mk. sind für Taggelder und ähnliches auSgeworfen.
In der „Franks. Ztg." wurde bereits ausgeführt, daß eS bedenklich ist, die Stelle der Denkmalpsteger, wie hiernach anzunehmen ist, von zwei Herren im Nebenamte verwalten zu lassen. Was in dem genannten Blatte dagegen angeführt wird, wollen wir hier nicht wiederholen, sondern, indem wir jenen Auslassungen völlig zustimmen, nur hervorheben, daß nach unserer Ansicht auf diesen Posten zwei Männer gehören die ihre volle Kraft einzusetzen haben für ihr schönes Amt, Männer, die über eine gründliche Kenntnis der Kunstgeschichte im allgemeinen und der Geschichte der Kunst unseres Landes un besonderen besitzen und zudem ausgestattet find mit eigenem feinstem künstlerischem Empfinden und vollem Verständnis für die Kunst der Gegenwart.
ES dürfte sich empfehlen, daß die Restaurierung alter Bauwerke in unserem Lande so lange unterbleibt, als bis dieser Entwurf, nach reiflichster Prüfung von sachverständiger Seite, Gesetz geworden ist und wir einen staatlichen Conseroator besitzen, dem wir mit vollem Vertrauen die Aufsicht über die Restaurierung von Baudenkmälern überantworten können. Man kann in Werken der Kunst, die für die Dauer geschaffen werden, nicht vorsichtig genug sein und die Vorbereitungen nicht umfassend genug treffen. Wirtschaftliche Maßnahmen haben stets ein beschränktes Lebensmaß, Kunstwerke aber wollen die Jahrhunderte überdauern. Will man auf diesem Gebiet etwas hervorbringen, dann denke man an das gereimtere Urteil einer kunst- verftändigeren Zukunft!
Die achte Generalversammlung des Bundes der Landwirte.
Schluß.
Rittergutsbesitzer v. Oldenburg - Januschau: Jetzt Iteljen wir vor dem Kampf um die großen Mittel und gehen ihm gerüstet entgegen. Die Industrie hat sich darauf be-> sonnen, daß der inländische Markt auch für sio^der nächstgelegene ist sie weiß, daß, wenn der Verzweiflungsruf ertönt: Freihandel durch die ganze Welt! — sie noch vor uns auf dem Rücken liegt. (Sehr richitig!) Durch den ™ J der Verwirrung bricht sieghaft wieder durch das Wort des großen Bismarcks gleichmäßiger Schutz der nationalen Arbeit in Stadt und Land. (Stürm. Beifall.) Der Emfuhrwert von Rußland zu uns betrug im Jahre 1890 /01 Millionen Mark, der Einfuhrwert von uns nach Rußland 396 Millionen Mark (Hört! hört!), von Oesterreich zil uns 730 Millionen Mark, von uns nach Oesterreich 466 Millionen Mark, von Italien zu uns 197 Millionen Mark, Don uns nach Italien 116 Millionen Mark, von Nordamerika zu uns 907 Millionen Mark und von uns nach Amerika 377 Millionen Mark. (Hört! hört! und Bewegung.) Wenn wir einen Doppeltarif mit Kampfzöllen haben, so muß als oberster Leitsatz über diesem Tarif stehen das Motto: Niemand im deutschen Reich soll das Recht haben, ein billigeres Produkt zu erwerben, als es sich im eigenen Vaterlande produzieren läßt. (Stürmischer Beifall.) Ueber dem Zolltarif wird der Wille walten, alle Einzelinteressen aufgehen zu lassen in das große Ganze unseres Berufsstandes (Sehir richtig!) Denn, wenn jede Provinz und jedes Land des deutschen Reiches kleine Sonderinteressen geltend macht, dann wird die Sache nicht luftdicht, iind das muß sie sein! (Bravo!) In unserem deutschen Vaterlande nimmt der Brotgetreidebau, der Bau von Roggen ,Weizen und Spelz, zusammen nur noch eine Fläche von 32 Millionen Morgen ein. Diesen 32 Millionen Morgen stehen 80 Mill. Morgen landwirtschaftlich benutzter Fläche gegenüber, welche angebaut sind durch Hackfrüchte, Oelfrüchte, durch Hafer, Gerste, Klee und Wiesenheu. Zu Ungunsten dieser 80 Mill. Morgen werden an Futtermitteln, an Futtergetreide importiert für 500 Millionen Mark. (Hört! Hört!) Ein kurzes Wort, lvie ich mir die Höhe des Zolles denke. Welches waren denn die Zeiten, in denen unser Gewerbebetrieb blühte, es waren die Jahre 70 bis 80, und in diesen Jahren hat der Weizen im Durchschnitt gekostet 223 Mk. die Tonne und der Roggen 173 Mk. Im Jahrzehnt von 1880 bis 1890 hat der Weizen gekostet 182 Mk., der Roggen 152, und wenn Sie den Durchschnitt dieser 20 Jahre ziehen, dann kommt heraus: 202,50 Mk. für den Weizen und 162,50 Mk. für den Roggen, und das sind die Mindestpreise unserer Produk tion. (Sehr richtig!) Wenn wir die aber erreichen woNen,
so beträgt der herauszurechnende Zollsatz 7,50 Mk. Ter Verständlichkeit halber erlaube ich mir, Ihnen die beiden Zahlen aus der Zeit unseres Bankrotts, die Zahlen der Aera Caprivi zu nennen: Weizen 151 Mk., Roggen 127 Mk. Wenn unsere Produktionsbedingungen sich nicht erfüllen, dann wird die deutsche Landwirtschaft ruiniert sein und dieser Ruin wird Wellen schlagen und diese Wellen werden ergreifen Thron und Altar. (Sehr richtig?)
Gutspächter, Reichstagsabg. Lucke-Patershausen: Die Tabakbauern und die Hopfenbauern in der Rheinebene, im badischen Ländle, werden bedrängt durch die Schmutzkonkurrenz in den Seestädten, von wo der ausländische Tabak eingeführt wird, der nicht genügend verzollt wird. Die Schälwaldbauern im Odenwald und im Schwarzwald und auf der Haardt, auf dem Tonnersberg, im Hunsrücken, sie werden um den Lohn ihrer Arbeit gebracht, durch die Einfuhr des Quebrachos, das ihnen aufs Aeußerste schädlich ist. Sie alle hoffen, daß die machtvolle Organisation im Bunde der Landwirte ihnen Hilfe bringen und es dahin führen wird, daß ihnen der Lohn ihrer Arbeit wieder zu Teil wird. (Lebhafter Beifall.) In dem internationalen Großkapital haben wir diejenigen Elemente vor uns, die alles daran setzen worden, um uns von neuem um eine gesunde und nationale Wirtschaftspolitik zu betrügen, denn sie entspricht ihren Interessen nicht. Leider helfen auch Professoren, diesen Elementen und bemühen sich, nachzuweifen, daß Getreidezölle eine Schraube ohne Ende wären, die, wenn sie eingeführt würden, die Landwirtschaft immer wieder von neuem, weil sie den Preis des Bodens erhöhten, nach neuen Erhöhungen schreien lassen würden. Ein Schriftsteller, der sich über die Zukunft der sozialen Frage ausläßt, setzt die Zahl der Getreide- prerse vom Jahre 1868 bis 1879 gleich 100; danach sind die Getreidepreise gesunken im nächsten Jahrzehnt auf 81 vom Hundert und im . zweiten Jahrzehnt bis zum vorigen Jahre auf 63 v. H. Und nun schreien die Leute, daß den armen Leuten das Brot verteuert werden soll! Aber dieselbe Presse grebt zu, daß niedrige Getreidepreise niedrige Löhne bedingen, und wenn die Getreidepreise noch weiter sinken und das Ausland sich überall gegen die industriellen Erzeugnisse abschließt, wie Amerika, dann wird das Angebot der Industriearbeiter immer größer werden, weil es Zuzug bekommt von den imtergcgangenen Bauernexistenzen Bei mir gehen die Mädchen und die Söhne der Bauern bereits in die Fabriken und erklären, daß sie das Grundstück ihres Vaters nicht übernehmen wollen, weil sie nicht Hungers sterben wollen.
Es beginnt jetzt eine lange Diskussion. Schließlich. wird olgender Antrag angenommen.
Die General-Versammlung des Bundes der Landwirte erklärt: Von der Gestaltung des neuen Zolltarifs und der zukünftigen Handelsverträge hängt die endgiltige Entschei- )ung über das Geschick der deutschen Landwirtschaft ab; eine zweite Periode der Schädigung ihrer Lebensinteressen würde sie nicht überstehen. Die deutsche Landwirtschaft muß deshalb bei der bevorstehenden Neuregelung unserer Handelsbeziehungen einen gleichmäßigen Schutz aller ihrer Produkte verlangen, welcher genügend ist/ um ihr dauerndes Gedeihen für alle Fälle zu gewährleisten. Die Mindestsätze >es neuen Zolltarifs sind so zu bemessen, daß sie die Erhaltung auskömmlicher Durchschnittspreise, wie sie die beiden Jahrzehnte 1870 bis 1890 aufwiesen, ermöglichen, sie dürfen nicht unterschritten werden und sind nur denjenigen Ländern zu gewähren, welche auch ihrerseits Deutschland ein gleiches Entgegenkommen zeigen. Für diejenigen Länder, welche Deutschland zollpolitisch ungünstig behandeln, sind Sätze eines ausreichend hoch bemessenen Generaltarifs in Anwendung zu bringen. Bevorzugungen des Handels mit ausländischen Erzeugnissen durch Zollkredite oder Tarifermäßigungen, welche die Wirkung der Zölle beeinträchtigen, sind zu beseitigen. Die deutsche Landwirtschaft wird, rei von jeder Einseitigkeit, stets bereit sein, auch für die Wahrung der Interessen der übrigen produktiven Stände einzutreten, kann dies aber nur unter der Voraussetzung vollster Gegenseitigkeit der Unterstützung, welche sie namentlich von feiten der Industrie mit Bestimmtheit erwartet. Nur wenn allen Erzeugnissen des großen landwirtschaftlichen Gewerbes in Süd und Nord, in West und Ost ein gleichmäßiger Schutz zu teil wird, kann es gelingen, eine dauernde Gesundung desselben zu sichern; an unsere Berufsgenossen im ganzen deutschen Vaterlande richten wir !)eshalb die dringende Mahnung, Einzelwünsche und lokale Sonderinteressen zurücktreten zu lassen und jede Ein- wnnerei zu vermeiden. Unter dem Schutze eines unter Berücksichtigung aller Interessen aufgestellten Zolltarifs wird auch die deutsche Landwirtschaft sich zu neuer Blüte entwickeln können, diese wird aber nur dann von Bestand
sein, wenn die deutschen Landwirte es endlich lernen, bet ber Preisbestimmung für ihre Erzeugnisse selbst maßgebend mitzuwirken, wenn sie den Gemeinsinn, welck>er sie jetzt zu einem politischen Machtfaktor gemacht hat, auch auf dem wirtschaftlichen Gebiet bethätigend, sich zu großen Verkaufsverbänden zusammenschließen, deren Zweck nicht ungesunde Preistreiberei, sondern weise Regelung der Produktion und möglichst gleichmäßige Innehaltung mittlerer Preise sein muß.
Politische Tagesschau.
Wir lesen in der „Köln. Ztg.": .
ES ist bekannt, daß die auf Grund des Gesetzes betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung vom 26. Juli 1897 ins Leben gerufenen Gebilde der „fakultativen ZwangS- innungen“ vielfach den Versuch gemacht haben, auch groß- gewerbliche Unternehmungen zum Beitritt zu zwingen. In den meisten Fällen ist dieser Versuch allerdings gründlich miß. lungen, immerhin sind aber dadurch den beteiligten Unternehmungen höchst lästige Weiterungen entstanden. Nunmehr gewinnt es den Anschein, daß auch die auf Grund des erwähnten Gesetzes geschaffenen Handwerkskammern dazu übergehen wollen, sich um Dinge zu bekümmern, die außerhalb ihres Wirkungskreises gelegen find. Darauf deutet wenigstens ein Vorgang hin, der in der letzten Versammlung des Mittelrheinischen Fabrikantenvereins i»Mainz zur Sprache kam und dort eine unverkennbare Beunruhigung hervorrief. Wie nämlich in dieser Versammlung festgestellt wurde, hat die neu errichtete Handwerkskammer für das Großherzogtum Hessen eine Bekanntmachung über die Regelung des Lehrlingswesens erlassen, in der sie nicht nur die Handwerker, sondern auch die Großindustriellen ihres Bezirks unter Androhung gesetzlicher Strafen auffordert, alle von ihnen gehaltenen Lehrlinge bei der Kammer anzumeldeu, sowie auf Erfordern den Lehrvertrag einzureichen und alle Veränderungen des Lehrverhältnisses anzuzeigen. Weiter wird in der Bekanntmachung in Aussicht gestellt, daß die Kammer die Befolgung der von ihr zu erlassenden. Vorschriften über das Lehrlingswesen durch einen Ausschuß und durch Beauftragte überwachen lassen werde, denen während der Betriebszeit der Zutritt zu den Werkstätten und Unterkunftsräumen sowie den sonst in Betracht kommenden Räumlichkeiten zu gestatten und jede erforderliche Auskunft zu erteilen sei. In der erwähnten Versammlung wurde von verschiedenen Vertretern der Industrie lebhafter Einspruch dagegen erhoben, daß neben den Vertretern der Polizeibehörden, den Gewerbe-Inspektoren, den Vertrauensmännern und Beauftragten der Berufsgenossenschaften und anderen Organen nunmehr auch noch die Ausschüsse und Beauftragten der Handwerkskammern Einlaß in die Fabrikräume und Einmischung in Dinge verlangen, von denen sie nichts verstehen.
Man denke sich beispielsweise einen au« kleinen Handwerksmeistern bestehenden Ausschuß, der der Firma Krupp Vorschriften über die Regelung ihrer LehrlingSverhältnifse machen will. Schon dieses eine Beispiel zeigt die sachliche Unhaltbarkeit und das Unsinnige jenes BerlangenS der Handwerkskammer in greller Beleuchtung. Ob andere Handwerkskammern mittlerweile ähnliche Ansprüche erhoben haben, ist uns nicht bekannt geworden. Für alle Fälle aber möchten wir darauf Hinweisen, daß jene, anscheinend im Einverständnis mit dem hessischen Staatskommissar erlassene Bekanntmachung der Handwerkskammer für das Großherzogtum Hessen u. E. der gesetzlichen Unterlage entbehrt. Der § 126 b der Ge- Werbeordnung, auf den sich die genannte Kammer bei ihrem Vorgehen stützt, enthält allerdings Vorschriften über daS Lehrlingswesen, die sich sowohl auf die Industrie wie auf daS Handwerk beziehen. Auch sagt der § 103 e, daß die Regelung des Lehrlingswesens und die Ueberwachung der für das Lehrlingswesen erlassenen Vorschriften Aufgabe der Handwerkskammer sei. Der § 103 der Gewerbeordnung besagt aber ausdrücklich, daß die Handwerkskammern zur Vertretung der Interessen des Handwerks — also nicht der Industrie — errichtet werden, und auch der § 103 e be- chränkt ihre Wirksamkeit nach verschiedenen Richtungen hi» ebenfalls ausdrücklich auf das Handwerk. Es ist daher auch tanz selbstverständlich, daß den Handwerkskammern die Rege- ung des Lehrlingswesens nur soweit zusteht, als das Handwerk in Frage kommt. Den beteiligten Industriellen kann man unter diesen Umständen nur den Rat geben, gegen
ihm keine genügende Garantie geben, so rückhaltlos sich der Landgraf auch in jenen altkirchlichen Standpunkt zurück» gedacht hatte, der oberhalb der Trennung von Katholisch und Evangelisch liegt.
Ja selbst in ein Konzil auf italienischem Boden war er schließlich zu willigen bereit, sogar in eine Besetzung von Brandenburg oder Sachsen, sogar für Cassel und einmal selbst in eine kaiserliche, deutsche ober spanische Garnison (200 Mann) vorübergehend nach Cassel. Philipp glaubte schließlich alles verlangte so loyal erfüllt zu haben, daß er nidft nur der beiden Kurfürsten Räte, sondern auch die kaiserlichen Räte wollte schiedSrichten.lassen, wenn der Kaiser diese aä hoc ihres Amtseides entließe. Und wie stark hat er sich Ä*T?°e?rAl bic Königswahl Philipps von Spanien! Schließlich will er ja in Berlin, Dresden, ja München ge» fangen fern — nur eines will und kann er nicht leiden: die länger- Besetzung Hch-ns durch Spanien. Hätte er darin
' mnm"? er einmal, nie wäre er in Halle gefangen worden. Völlig verzag! und g-lnickt - alles fitr di- F«i h-it h,nzug-ben bereit, zeigt ihn -in im Wiener Archiv erhaltenes und 1872 veröffentlichtes Schreiben. Aber so thöricht war natürlich der Kaiser nicht, sich seinen g-sang-nen Land^ grasen in einen simplen Privatmann zu beterioricren
Dieser Bereitwilligkeit, bie ber Gefangene in seiner Qual zeigt, steht boch keine untoürbige Nachgiebigkeit in der Religionsfrage zur Seite. Zwar tritt Philipp, wie oben erwähnt, entschieden für daS Interim ein, spart seinem Sohne Wilhelm und seinen Räten keinen harten Vorwurf, wenn sie, darin säumig, den Vorwand zu seiner weiteren Fesselung bieten,
aber er versteht doch mitfühlend die Gewissensqual überzeugungstreuer Prediger. „Sie sollen sich trösten", schreibt er einmal. „So ist auch bie Orbnung alt, wie sie bas Interim will, unb was liegt an Zeremonien". Sie sollten nur keine spitzigen Dinge prebigen, sonst komme bas Volk um alles.
Aber trotz attebem hielt Kaiser Karl stets fest am Recht ber Gefangenschaft, wie Prinz Philipp von Spanien an Kurfürst Moritz schreibt (31. August 1549); er habe ben Geist befl Kaisers etwas irritiert gefunden, da Landgraf, Statthalter und Räte sich in den zu erfüllenden Artikeln und in der Religionsfrage zweideutig und falsch benähmen. Am Landgrafen aber hat das nicht gelegen. Seine Briefe an Wilhelm und bie Räte sinb sozusagen ein vollstänbigeS Verzeichnis ber beutschen Beschwörungsformeln, unb wenn er selbst bie Abdankung als Preis der Freiheit setzt, so kann es ihm mit dem Interim nur Ernst gewesen sein. Er hat ja in dieser Beziehung auf Wilhelms Sohnesherz eine direkte Pression durch einen Brief vorn 9. Oktober 1550 versucht, ben nur er lesen sollte.
Direktor Prof. Dr. Schübel erzählt jetzt, um seine Zuhörer in bie ganze Lage beS gefangenen Lanbgrafen einführen zu können, mit bes Lanbgrafen eigenen Worten ben Hergang seiner Gefangennahme.
Es geht daraus ebenso hervor, baß eine Vertauschung ber Worte „ewig" unb „einig" nie ftattgefunben hat, als nHc das MißverstänbniS zwischen Granvella unb ben beiben bürgenben Kurfü sten. (Der Brief ist vom 3. August 1550.) 3n mancherlei Variationen, boch stets sachlich identisch, erzählt der Landgraf mehrmals ben Vorgang ber Freiheitsberaubung.
Da er sich bemnach für burchauS rechtSwibrig Überwältigt hielt, so hat er, abgesehen von anberen Mitteln, auch ben gewaltsamen Ausbruch für völlig berechtigt angesehen. Im Juni 1548 versuchte ber Lanbgraf Philpp schon einen AuS- bruch aus Heilbronn. Aber bie Kasseler Regierung hat sich dem auf6 entschiebenste wibersetzt, als er sie um ihre Meinung befragte. Der recht naive Plan lautet in feine« Diener« Worten: „Nun hatten feine ©naben gebucht uf einen Weg, wiewohl ber besorglich genug, wie sy mochten, ob Gott wolt, entkommen. Nemlich er wolt lassen über bem Bett ein Loch machen, barüber unb baneben Bauernkleiber legen laste», wolt im Garten spazieren gehen; banach, wenn wir wieber in ber Herberg Mittags ankommen, seien kaum je über 4, die auf ihn warten, da wolt er lasten ben Tisch decken, sich annehmen, er wolt gehen ad opus naturae, sich aber durch« Loch ausmachen, bie Bauerkleiber anlegen, vor bie Stadt gehen, daselbst einen Knecht haben mit 2 Kleppern."
Schluß folgt
Humoristisches.
Der Titirlar-Herr. Adjutant: Warum aber Herr „voa und über Transvaal"? — Kitchener: Weil er wünscht davon zu sein und wett ihm btt ganze Geschichte über ist!
Nach der Jagd. (Herum-) Treiber: Werden ®m. Lordschaft nicht auch die strecke besichtigen? — Jagdherr Roberts: Danke, danke, ich weih schon, wie viel Böcke ich geschossen habe!
Notgedrungene Veränderung. Wie die Lustiam Blätter erfahren, beabstchtigt die Sandensche Hypothekenbank, die so tief ver- grundschuldete, sich in eine Gesellschast mit beschränkter Ber- haftung umzuwandeln.
gouitz weiter' Er •_Hnna flut gesK Roritz Le» stur gestar (Srinnerun öS $erfäi und Morst
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Zeuge ■ in seinem laben gerne! mit Moritz
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Fleische kannten Fl< Verkehr genommen unterhielt Eynlnasias ihnen gern maB eim Sinter brachte bei dabei: Der; sondern eh habe ben E habe er (Zi Als er bi ckulski: Zck Ich sagte I mit einanb Fräulein ( Moritz L ihre frühere fei, Will abc.
Lewy unb 1 cher: Er! da habe er '»ben stehl voraus be; schlossen. „ Beuge nagten au genau.
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