Verordnungen au die Armee.
DaS „Armee Lerortznungsblatt" enihält in einer gold umränderten Extra Ausgabe vier kaiserliche Verordnungen. Die erste lautet:
An Meine Armeei
Ich gedenke heute, bet der Feier des zweihunderttten Jahrestages bet Annahme der Preußischen Königswürde, vor Allem Memer Armee. Der König und die Armee gehören in Prcußen unzertrennlich zusammen. Dieser enqe persönliche Zusammenhang zwischen Mir und jedem Einzelnen Meiner Offiziere und Soldaten beruht auf 200 Jahre alter Tradition. Der Geist, welcher von Friedrich I an von allen Königen in der Arrn^e gepfleot wurde, der Geist der Ehre, der Pflichttreue, des Gehorsams, der Tapferkeit, der Ritterlichkeit, — er hat die Armee zu dem gemacht, was sie sein soll und was sie ist: die scharfe, zuverlässige Waffe in der Hand ihrer Könige, zum Schutz und zum Segen für die Größe des Vaterlandes. An der Spitze der Armee dem Katerlande zu dienen, das ist Mein Wille und das war der vornehmste Wunsch aller Meiner in Gott ruhenden Vorfahren Ihrer Fürsorge v-rdankt die Armee chre Kraft und ihr An sehen. Sie hat durch zwei Jahrhunderte des großen Königs Ausspruch wahr gemacht: „Die Welt ruht nicht sicherer auf den Schultern des Atlas, als der Preußische Staat auf den Schultern der Armeei" Mit ihrem Blute hat sie die Liebe und Dankbarkeit für ihre Könige besiegelt! Hier für danke Ich der Armee auS bewegtem Herzen. Ich danke ihr für ihre Hingabe, welche sie für Mich und Mein Haus im Dienste des Vaterlandes ohne Ruhe und Rast, Jahr aus, Jahr ein, selbstlos bethätigt. So lange dieser Geist die Armee mit ihren Königen verbindet, so lange brauchen wir keine Stürme zu scheuen und Preußens Adler wird stolz seinen hohen Flug unentwegt fortsetzen, zum Wohle Preußens, zum Wohle Deutschlands! Das walte Gott!
Berlin, den 18. Januar 1901.
Wilhelm.
Die übrigen drei Verordnungen betreffen einen besonderen Schießpreis für diejenigen Infanterie Regimenter, deren Chef der Kaiser ist, die Führung des Gar de st er ns auf den Sattelüberdecken von berittenen Truppenteilen des Gardekorps, die Verleihung des Parademarsches des früheren hannoverschen Königin-Garde-Regiments an das Leib Garde Regiment.
Verordnungen an dle Marine.
In Erinnerung daran, daß die deutsche Flotte aus der preußischen hervorgegangen ist, und daß schon der Große Kurfürst an der Schaffung einer Seemacht gearbeitet hat, ist von Seiten des Kaisers auch der Marine besonders ge dacht worden, wie nachstehender Erlaß zeigt:
Der heutige Gedenktag lenkt meinen Blick rückwärts in die Zeit des Kurfürstentums Brandenburg. Die stolze Flotte, welche der Große Kur- fürst entstehen ließ, hat unter dem Roten Adler ihre vielseitigen Aufgaben zum Ruhme des engen Vaterlandes mit Erfolg und Geschick gelöst. Unter Preußens Königen ist sie neu erstanden, und der 200jährige Gedenktag, vor desftn Feier wir stehen, findet sie in lebenskräftiger Gestaltung im neuen Deutschen Reiche wieder. Bet den immer wachsenden Aufgaben, vor denen meine noch in der Entwickelung begriffene Flotte steht, bedarf sie einer nie rastenden, zielbewußten Arbeit, um zu einem so starken Werkzeuge für das Deutsche Reich zu werden, wie es meine Vorfahren auf dem preußischen Königsthron in der Armee besaßen. Die wichtigste Bedingung hierfür ist schon erfüllt. Der Geist des Schöpfers jener alten Flotte, der Geist des Großen Kurfürsten hat sich vererbt auf die neue Schöpfung und ist in ihr lebendig. So fühle ich mich am heutigen Gedenktage des Königreichs Preußen auch mit meiner Marine aufs neue verbunden, und gereicht es mir zur Freude, ihr als sichtbaren Ausdruck dessen eine besondere Auszeichnung zu teil werden zu lassen, indem ich bestimme, daß auf dem Koppel- und Schärpenschloß in meiner Marine mein Namenszug getragen wird. Ich beauftrage Sie, Vorstehendes zur Kenntnis der Marine zu bringen.
Berlin, Schloß, den 18. Januar 1901.
Wilhelm, I. R.
Zwei weitere Erlasse an das Reichsmarineamt lauten: Der heutige Gedenktag giebt mir willkommen Anlaß, meiner Marine als ein erneutes Zeichen meines Wohlwollens das bronzene Standbild meines Urahns, des Großen Kurfürsten, zum Geschenk zu machen. Dasselbe soll in Kiel an der Gartenseite der Marine-Akademie demnächst Aufstellung finden. Ich setze Sie hiervon mit dem Auftrage in Kenntnis, diesen Erlaß meiner Marine bekannt zu geben.
Berlin, Schloß, den 18. Januar 1901.
Wilhelm, I. R.
Ich will meiner Marine den Holländischen Ehrenmarsch für Trommler und Pfeifer mit der Maßgabe verleihen, daß die Marineteile allein berechtigt fein sollen, diesen Marsch an Bord und am Lande stets zu spielen. Sie haben diesen meinen Erlaß bekannt zu machen und das weiter Erforderliche zu veranlassen.
Berlin, Schloß, den 18. Januar 1901.
Wilhelm, I. R. Wilhelm und Wilhelmina.
Zwischen dem Kaiser und der Königin der Niederlande hat anläßlich der Jubelfeier folgender Depeschenwechsel stattgesunden:
Berlin, 17.
Ihrer Majestät Königin der Niederlande.
Haag.
DaS Fest, welches durch GotteS Gnade meinem Haufe und mir zu feiern vergönnt ist, lenkt nächst zum Schöpfer meinen Blick nach den Niederlanden. Dem großen Orantergefchlecht verdanken wir die Tugenden, welche den Großen Kurfürsten schmückten, verdanken wir die herrliche Fürstin, welche Preußen seinen ersten König schenkie. Zum Gedächtnis dessen und daß Niederländer unsere ersten Matrosen, eia Niederländer unser erster Adkntral gewesen, habe ich als Piä- senfermarsch meiner Marine den alten „Ecrenmarsch" der niederländischen Flotte verliehen. Möge Gott unseren beiden Häusern stets gnädig sein, wie er eS einst in guten und bösen Tagen unseren Vorfahren war. Meine Marine aber wird sich den Ausspruch Admiral de NuyterS zu eigen machen: „Es ist mir lieber, daß ich nicht gelobt werde, von niemanden, und daß ich nach meinem Gewissen frei handele, und meine Befehle so auSführen kann wie ich soll."
Wilhelm.
S'Gravenhag, 17. Januar.
Seiner Majestät dem Deutschen Ka-ser
Berlin, Schloß.
Ich danke Dir von ganzem Herzen für Dein mich so beglückendes Telegramm und für die Getühle, die Dich an dem morgigm denkwürdig n Tag auch meines Landes, meiner Vorfahrm und unseres großen de Nuyter» gedenken lassen. Deine Wertschätzung und Deine Anerkennung sür die längst Dahingegangenen rühit mich lief, und hochersrem bin ich über die Verleihung unseres alten Ehrenmarsches als Pläfentiermarfch an Deine Marine. Du weißt, welch innigen Anteil tch an diesem-sreudigen, bedeutungsvollen Feste nehme! Ich wiederhole Dir meine allerherzlichsten, freundschaftlichsten G-ückwünsche.
Wilhelmina.
Kaiser Wilhelm hat den deutschen Gesandten im Haag beauftragt, auf dem Grabe des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranten, des Vetters der ersten Gemahlin des Großen Kurfürsten, einen Kranz niederzulegen. Der Kranz ist mit einem Bande in den preußischen Farben geziert und trägt die Inschrift: Zum Andenken an den Großvater des ersten preußischen Königs 1701/1901.
In anderen Städten.
In Königsberg i. Pc. fanden Festgottesdienste und Parade statt. Die Stadt Königsberg brachte dem Kaiser als Geschenk eine kunstvoll gearbeitete Votivtafel dar. Sic besteht ans mattgrauem Silber und liegt in schwerem, prost
liertem Silberrahmen. In Reliefschrift ist die Widmung angebracht.
Die juristische Fakultät der Universität Königsberg er nannte bei der heutigen Feier des Krönungsfestes zu Ehren Dotieren: den Reichskanzler Grafen Bülow, den Kultus Minister Studt, den Oberp'äsiDenten Grafen Bismarck, den Geh. Ober Justizrat V i e r h a u s Berlin, Prof. W i l ck e n s Würzburg.
Nach einer Meldung auS Kiel haben dort sämtliche Kriegsschiffe geflaggt und Mittags Salutschüffe abgefeuert
In Köln gestaltete sich die Krönungsfeier zu einem nationalen Fest, wie ein solches dort seit Jahren nicht ge feiert worden ist. In den Kirchen fanden Fest^otieSdienste statt. Gegen 11 Uhr begab sich eine Abordnung der Krieger Lerei'-e zum Königs-Denkmal, um dort Kränze niederzulegen. Im Gürzenich fand ein Festakt statt, bei dem Festreden gehalten und ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht wurde.
Keine Amnestie.
In einem Artikel mit der Uederschrift „Keine Amnestie" führt das „Berl. Tagebl." aus, das Volk werde am heutigen Tage eine peinliche Enttäuschung erfahren. Wohl fehle es nicht an kaiserlichen und königlichen Gunstbeweisen, aber das, was der Nation am Herzen gelegen, was das Gemüt des Volkes womöglich noch fester mit der Nation verknüpft hätte, die allgemeine Amnestie, auf die so viele Seelen gehofft und geharrt — dies Zeichen der kaiserlichen Gnade fei auSgeblieben. DaS Blatt glaubt, den Ernpfind- ungen der großen Mehrheit der Nation Ausdruck zu geben, wenn eS das Bedauern nicht unterdrückt, das in weiten Kreisen darüber empfunden wird, daß das herrlichste Juwel der Krone, das Gnadenrecht, an diesem stolzen Jubeltage der Preußischen Monarchie dem Volke nicht geleuchtet hat.
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Telegramm des Gießener Anzeiger-.
Berlin, den 19. Jan. Ueber den Inhalt der Ansprache, die der Kaiser gestern im Lichthofe des Zeughauses an die dort versammelten Offiziere hielt, wird berichtet: Der Kaiser betonte, daß wahrend der 20U Jahre seines Bestehens das Königreich Preußen ost gezwungen getoesen ist, zum Schwerte zu greifen, um das zu werden, was es heute sei. Das preußische Ossizierkorps habe an diesem Ringen um Preußens Größe und Macht einen hervorragenden Anteil gehabt. Jetzt aber, wo Deutschlands und Preußens Hauptaufgabe in der Erhaltung des Friedens liege, sei für das preußische Ossizierkorps die Ausbildung der Armee die vornehmste Pflicht, die zugleich die beste Schule für das Volk zur Königstreue und Pflichterfüllung sei. — Der Hauptverband der Krieger- ve reine beging seine Feier zur Erinnerung an die Erhebung Preußens zum Königreich in der Brauerei Friedrichshain. — Von der t e ch n i s ch e n H o ch s ch u l e in Char- lottenburg wurde das 200 jährige Jubiläum gleichzeitig mit der Feier von Kaisers Geburtstag in festlicher Weise begangen. — Der Verein der Ostpreußen feierte das Jubiläum im City-Hotel.
Engländer und Buren.
Der britische Höchstkommandierende in Südafrika, Lord Kitchener, hat einen Armeebefehl erlassen, worin allen englischen Soldaten verboten wird, ohne be andere Erlaubnis nach Hause zu schreiben, untr aud) Dann sollen die Soldatenbriefe von eigens ernannten Osfi zieren vorher gelesen werden. Was dieses Verbot bezweckt, tegt auf der Hand. Lord Kitchener will verhindern, daß ne Mehrheit Über die elenden Verhältnisse, unter denen die britischen Soldaten in Südafrika zu leben und zu kämpfen genötigt fink nach der Heimat berichtet wird, weil dadurch die Freiwilligen von der Meldung zu den Fahnen ab- geschreckt werden würden. Daß diese Taktik viel helfen ivird, ist zu bezweifeln. Die in Betracht kommenden besseren Elemente der Bevölkerung Alt-Englands sind Über die that ächliche Lage der Dinge wohl größtenteils orientiert. Bei den moralisch minderwertigen Leuten, die sich voraussichtlich jetzt allein für den Freiwilligendienft noch melden, macht es am Ende wenig aus, ob sie wissen, was ihrer wartet. Sie haben wohl zumeist nichts zu verlieren. Immerhin ist der Armeebefehl KitchenerS kennzeichnend für die von Tag zu Tag chwieriger werdende Lage der Engländer.
Von verschiedenen Seiten wird auS Pretoria gemeldet, tarke britische Streitkräfte würden zusammeu- gezogen, namentlich auch Reitertruppen. Es wird dabei angedeutet, Kitchener bereite scharfe Schläge vor, die sich an- cheinend gegen die neuerdings bei Carolina und an der Linie Pretoria-Machadodorp angefammeltcn Burenabteilungen richten werden.
Kitchener meldet aus Pretoria: Neuseeländische und australische Truppen griffen 13 Km. westlich von VenkerS- bürg 800 Buren an und schlugen sie gänzlich. 5 Tote und 2 Verwundete wurden gefunden, viele reiterlose Pferde und eine Anzahl von Sätteln und Lederzeug erbeutet. Auf britischer Seite ist ein Mann verwundet. — Die Buren haben zweimal versucht, Barckley-East zu nehmen, sind aber zurückgeschlagen worden. Einige Buren seien durch das Feuer dec die Stadt verteidigenden Freiwilligen gefallen.
Aus Kapstadt wird telegraphiert: Die im Westen der Kapkolonie eingedrungenen Buren machen keine Fortschritte Zerstreute Abteilungen ziehen sich zurück und schließen sich dem Hauptkommando in Calvinia an. Die Buren in den mittleren Bezirken sind thäliger, wo sie auf Willowmore vor rücken. Ein heftiges Gefecht fand bei Murraysburg am 11. ds. statt. Die Engländer verloren 20 Mann. Einige Holländer, etwa im ganzen 100, schlossen sich den eingedrungenen Buren an. — Die Kolonne Coleville wurde von 1000 Buren angegriffen. Die Nachhut der britischen Kavallerie warf sich auf 400 der Buren und zwang sie, sich zurückzu ziehen. Die übrigen Buren wachten dann einen heftigen An griff auf den Train der Engländer, wurden aber mit schweren Verlusten zurückgeworfen. Die Engländer verloren einen Toten und 15 Verwundete.
Die Truppen des Lords Methuen habe« Vryburg verlassen, um im Südwesten von Transvaal zu operieren. Man meldet, daß sie südwestlich bis vor Butschuanaland vor
gingen. Die Zugänge von Vryburg find durch Festungswerke stark vert iötgt.
900 Buren und Afrikander, die fich augenblicklich in Lorenzo Marquez aufhalten, werden in den nächsten Tagen an Bord eines Portugiesischen Dampfers nach Lissabon überführt werden.
Man meldet aus Brüssel: Der Enkel Ohm KrügerS, Major El off, der sich kurze Zeit hier aufhielt, erklärte einem Interviewer, Piäsitent Krüger beabsichtige gegenwärtig nicht, sich nach Amerika zu begeben, obwohl er von feinen Freunden in den Vereinigten Staaten dringend ;u einem Besuche aufgefordert worden fei. Wahrscheinlich jedoch fei es, daß er später, wenn es die Interessen TranS- oaals erfordern, die Reise unternehmen werde Bezüglich der Schiedsgerichtsfrage äußerte der Enkel des Präsidenten sich dahin, daß, wie sicher anmnehmen sei, eine der Mächte auf die Einberufung eines Schiedsgerichts bringen werde.
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Telegramme deS Gießener Anzeiger-.
Loudon, 19. Jan. Aus Pretoria wird gemeldet: De« Farmern, die bisher die Erlaubnis hatten, ihre Waren an Privatpersonen zu verkaufen, wird feit einigen Tagen verboten, in der Stadt zu handeln.
London, 19. Jan. Die amtliche Meldung aus Kapstadt, daß den Buren sich bisher nur hundert Afrikander angeschloffen haben, findet hier wenig Glauben. Es bestätigt sich, daß De Wet den Vaalfluß überschritten hat. Er soll sich angeblich in der Nähe von Ermelo befinden. Man' versichert, daß er einen Einfall in Natal beabsichtige. — Die Verlustliste, die vom Kriegsamt Veröffentlicht wird, umfaßt für gestern 31 an Krankheit Verstorbene, darunter einen Offizier sowie drei Vermißte. — Oberst Tucker ist zum Befehlshaber von Bloemfontein in Ersetzung des Generals Hunter, der wegen Krankheit nach England zurück- gekehrt, ernannt worden. General Clemens ist zum Kommandanten von Pretoria ernannt. — Ein Telegramm auS Melbourne berichtet, daß das englische Kriegsamt das Angebot der Kolonie Viktoria, 500 Mann nach Südafrika zu schicken, angenommen hat.
China.
Wie aus Paris depeschiert wird, hat nach dort eingetroffenen Telegrammen der Kaiser von China am 17. d. Mts. den Vertretern der Mächte in Peking ein Dekret zustellen lassen, worin er die Friedensbedingungen annimmt. Das Dekret trägt das kaiserliche Siegel. Nach einem Bericht der „Morning Post"' aus Peking überreichten die ch i n e s i s ch e n Bevollmächtigten am Mittwoch nachmittag gleichzeitig mit der unterzeichneten und untersiegelten Friedensnote eine Depesche des Kaisers mit Weisungen ziur Eröffnung der Verhandlungen und dem Ansuchen, statt der Schleifung der Takusorts deren Besetzung durch ausländische Truppen eintreten zu lassen, das Verbot der Waffeneinfuhr auf einen bestimmten Zeitpunkt zu beschränken und die Straf- expeditionen einzustellen. Ter Kaiser weist ferner die Kommissare an, anzufragen, wie viel Bodenfläche die Gesandtschaften nach dem Abzug der Truppen einnehmen, wie stark die Gesandtschaftswachen, wie hoch voraussichtlich die Operationskoften sein würden, und wann die Mächte beabsichtigten, die Staatsgebäude und die Archive den chinesischen Behörden wieder zu übergeben. Als Erklärungsgrund für den Verzug der Ueberreichung der gezeichneten Noten wurde angegeben, es sei schwierig gewesen, die kaiserlichen Siegel aufzufinden. Ter Berichterstatter bemerkt außerdem, es seien Anzeichen erkennbar, daß die Chinesen ihr möglichstes thun würden, um die Wichtigkeit der jüngsten Ereignisse herabzumindern, da sie überzeugt seien, die Mächte würden schwächer. Neuerdings verlaute unter den deutschen Beamten, die deutschen Truppen würden in sechs Wochen abziehen, alle ausländischen Truppen seien des Aufenthalts in China überdrüssig.
Dazu bemerkt die „Köln. Ztg.": Der Abzug der deutschen Truppen kann selbstverständlich nicht eher erfolgen, als bis Deutschland vollkommen Sühne erlangt hat. Ist das in sechs Wochen geschehen, so wird er ohne Frage dann sofort erfolgen.
Nach amerikanischen Telegrammen steht der Rückzug der amerikanischen Truppen aus Peking bevor. Eine fernere Teilnahme der Amerikaner an Streifzügen wird für unwahrscheinlich erklärt. — In Tientsin erfolgte, wie dem „Standard" aus Shanghai telegraphiert wird, am 15. Januar abends in dem von den Russen besetzten Ost- arsenal eine Explosion.
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In Antwerpen traf am 17. d. M. der Lloyddampfer König Albert ein. An Bord desselben befand sich der Befehlshaber der Iltis, Korvetten-Kapitän L a n s. Ter deutsche Gesandte begab sich mit dem Legationsrat an Bord des Dampfers, um dem Kapitän Lans das Kreuz des Ordens P o u r l e m e r i t e im Auftrage des Kaisers zu überreichen. Lans, dessen Gesundheitszustand zu wünschen übrig läßt, setzte alsbald seine Reise nach Berlin auf dem Landwege fort. In Wesel wurde er auf dem Bahnhof von den Spitzen der Zivil- und Militärbehörden und dem Oberbürgermeister nebst Stadtverordneten begrüßt. In einer A»- sprache feierte der Oberbürgermeister Tr. Fluthgraf Lans als den Helden von Taku, wie die Geschichte ihn einst benennen werde. Beim Einzug in die Stadt wurden Lans stürmische Ovationen dargebracht; die Stadtverordneten haben ihm zu Ehren einen Trinkbecher gestiftet.
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Telegramm des Gießener Anzeigers.
London, 19. Jan. Einer N.w Iorker M idung zufolge beschloß die Unions-Regierung, in einer Note an die Mächte zu befürworten, daß die Mächte sich über die Zurückziehung der Truppen von Peking nach Tientsin verständigen und hinreichende Truppen nur zum Schutze der Gesandtschaften in Peking Zurückbleiben. Ferner wünscht Amerika, daß der chinesischen Negierung Bürgschaften dafür gegeben werden sollen, daß, sobald Der internationale Friedensvertrag unterzeichnet fei, die Räumung Chinas einschließlich der Mandschurei ei folgen werde. Gleichviel, ob die Mächte diesen Vorschlag billigen ober nicht, würden die Amerika»« ihre Truppen im Frühjahr, sobald die Witterung dies gestattet, aus Pccking zurückziehe».
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