Ausgabe 
19.9.1901 Erstes Blatt
 
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Zur handelspolitischen Stellung des Zentralverdandes deutscher Industrieller schreibt man uns von beachtenswerter Seite:

Am 1. und 2. Oktober wird im Architektenhause zu Berlin die Delegiertenversammlung des Zentral-Ver- bandes Deutscher Industrieller über den neuen Zolltarifentwurf beraten. Man darf auf das Ergebnis dieser Verhandlungen mit Recht gespannt sein, denn hier muß es sich zeigen, welche der beiden handelspolitischen Strömungen im Zentralverbande den Vorrang behauptet.

Der handelspolitische Gegensatz innerhalb oes Zentral­verbandes ist nicht zufälligen Ursprungs. Während gegen Ende der 70 er Jahre bei der Gründung des Zentrcü^Ver- Landes das Schwergewicht in der schutzzöllnerischen rhei- nischf-westsälischen Eisen-Industrie lag, der sich einige aleich- gesinnte Industrien, wie die Panierfabrikation uno die Zuckerindustrie, anschlossen, verschob sich diese Sachlage sehr bald. Die weiten Meise der Maschmenindustrie, der Kleineisenindustrie und der weitverarbeitenden Jndustrieen in der Thon-, Textil- und in anderen Branchen, welche sich nach und nach dem Zentralverband zur Vertretung ihrer sonstigen Wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen angeschlossen hatten, konnten auf dem Gebiete der Han­delspolitik unmöglich auf die Dauer Bestrebungen unter­stützen, die ihnen in das eigene Fleisch schnitten. Beim Abschluß der bestehenden Handelsverträge, anfangs der 90 er Jahre, vermochten die führenden hochschutzzöllnerischen Kreise des Zentralverbandes es noch über sich, zu einem Teile für die handelspolitischen Interessen auch jener an­deren Jndustrieen einzutreten. Heute liegt die Situation anders.

Ein Teil des Zentralverbandes, und zwar der bei weitem kleinere, wenn auch augenblicklich einflußreichere, hat bis heute in den handelspolitischen Fragen eine Halt­ung bewahrt, welche die Interessen weiter Kreise des Zentralverbandes tzu Gunsten egoistischer Wünsche aufs Sviel setzt. Das lebendigste Beispiel hierfür ist die Thatsache, daß der Zentralverband zu der Frage des Doppeltarifs, also der wichtigsten prinzipiellen Frage unserer Handelspolitik überhaucht, offiziell garnicht Stellung nahm, sondern sich damit begnügte, seinen Geschäftsführer eineobjektive" Denkschrift über die Frage des Doppeltarifs ausarbeiten zu lassen, während gleichzeitig sechs Mitglieder des Zen- tralverbandes im wirtschaftlichen Ausschuß für den Doppel­tarif stimmten. Inzwischen ist nun der Negierungs­entwurf des neuen Zolltarifs veröffentlicht worden und hat die Ueberraschung eines Tarif-Monstrums gebracht, wie es bisher noch nirgends auf der Welt bestanden hat, nämlich einen Maximal- und einen Minimaltarif für den getreidebauenden Großgrundbesitz und einen Einheitstarif für den Kleinbauern und die Industrie. Mit anderen Worten: die Gefahr des Doppeltarifs war aufrecht er­halten worden, der Großgrundbesitz hatte den Vorteil, Die Industrie sollte die Zeche bezahlen, die Befürworter des Doppeltarifs im Zentralverbano waren dabei nicht einmal für ihre Produkte auf die Kosten gekommen, denn für diese bekamen sie ja den Doppeltarif nicht.i Darauf große Unruhe im Zentralverbaud. Diejenigen Kreise, welche von vornherein gegen jeden Doppeltarif gewesen waren, brauchten nunmehr nur auf diesen Bastard von Doppel­tarif und Einheitstarif, der die für die Handelsverträge unvermeidliche Konzessionen vom Großgrundbesitz völlig abwälzte und ausschließliche der Industrie aufbürdete, hin­zuweisen, um ihre Ansicht zum Durchbruch zu bringen. Es erfolgte die neuerliche Erklärung des Zentralverbandes gegen den Doppeltarif, worauf die Agrarier daraufhin ihrerseits dem bis dahin verbündeten Zenträlverband die Freundschaft aufkündigten.

Darob ward wiederum den hochschutzzöllnerischen, Ele­menten im Zentralverband bange. Sie versuchten in ihren "beiden Organen, derPost" und derRheinischi-Westsäli- schen Zeitung" mit allen Kräften den Zentralverband auf den prinziviell Hochschutzzöllnerischen Boden zurückzuführen. Die leitenden Persönlichkeiten des Zentralverbandes sind aber politisch klug genug, um zu wissen, daß sie mit einer solchen Stellungnahme die Zukunft des Zentralverbandes, sein Ansehen in der Oeffentlichkeit und den Erfolg seiner Thätigkeit gefährden, und haben im gegenwärtigen Augen­blick anscheinend wenig Lust, auf der agrarischen Leimrute völlig festzukleben. Sie wehren sich deshalb in dem offi­ziösen Organ des Zentralverbandes, in denBerl. N. Nachr." ziemlich energisch gegen die Zumutung der oben­genannten Blätter, welche rücksichtslos für eine noch weitere Erhöhung der Minimalzölle des Tarifentwurfes für Ge­

treide oder gar für eine Festlegung des gesamten Tarif­entwurfes als eines Mindesttarifes eintreten.

Diese neuerliche Haltung wird sicherlich in den wei­teren Kreisen des Zentralverbandes mit Genugthuung be­grüßt werden. Sie wird vor allem aber auch ein Ansporn sein für die an der Handelsvertragspolitik in erster Linie interessierten Industrien, welche im Zentralverband ver­treten sind, eine energischere Berücksichtigung ihrer Inter­essen zu verlangen, und eine Unterstützung der Leitung des Verbandes gegenüber der hochschutzzöllnerischen Sonder­strömung. Hoffen wir, daß die besonneneren Elemente die Oberhand gewinnen.

10 ordentliche Hauptversammlung des Verbandes deutscher Gewerbevereine.

Hannover, 16. Sept.

Jin großen Saale des alten Rathauses begannen gestern, wie schon kurz gemeldet, die Verhandlungen der 10. ordentlichen Hauptversammlung des Verbandes deutscher Gewerbevereine. Kurz vor Beginn der Verhandlung er­schienen der Oberpräsident Graf zu Stolberg-Wernigerode, Regierungspräsident von Brandenstein, Regierungsrat Schneider, Regicrungs- und Gewerberat von Rosnowski, Senator Fink und der Rektor der hiesigen Technischen Hochschule Professor Dr. Kiepert. Der Vorsitzende des Ver­bandes, Ingenieur Berghausen -Köln, eröffnete die Ver­sammlung. Redner hob hervor, daß der Verband jetzt 811 Einzelvereine mit 93 000 Mitgliedern zähle. Er schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Reich

Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildeten die gewerblichen Schiedsgerichte. Abgeordneter Dr. Bassermann-Mannheim betonte die Notwendigkeit, die gewerblichen Schiedsgerichte immer weiter auszudehnen. Durch die Gewerbegerichte werde eine wesentliche Be­schleunigung bei Erledigung der Klagen zwischen Arbeit­geber und Arbeitnehmer, sowie eine sachgemäße Behand­lung, unter Umgehung der hohen Gerichtskosten, herbetz- geführt. Dadurch sei es möglich, einen Ausgleich der sozialen Gegensätze herbeizuführen. Die Zahl der bei den deutschen Gewerbegerichten anhängig gewordenen Klagen sei von 68 798 im Jahre 1896 auf 81164 im Jahre 1900 gestiegen. Diese Steigerung entspreche der Zahl oer Pro­zesse um 22,3 Prozent, ziemlich genau der Steigerung der Seelenzahl der Gerichtsbezirke um 19,2 Prozent. Während aber die Zahl der Klagen von Arbeitern gegen Arbeit­geber sich nur um 19,4 Prozent vermehrt habe, sei die Inanspruchnahme der Gerichte durch die Arbeitgeber um 55,8 Prozent gestiegen. Damit sei der Nachweis geführt, daß oie Gewerbegerichte auch für die Arbeitgeber großes Interesse haben. Es bestehen augenblicklich 316 Gewerbegerichte und 394 Innungs-Schiedsgerichte. Durch das neue Gesetz, wonach alle Orte von 20 000 Einwohnern ein Gewerbegericht haben müssen, werde ganz wesentlich zur Vermehrung der Schiedsgerichte beigetragen werden. Von wesentlicher Bedeutung würde der Erscheinungs­zwang sein. Ein wesentliches Erfordernis sei die Er­weiterung der Gewerbegerichte insofern, als oiese befugt sein sollen, Vertreter in die Handelsgerichte zu wählen. Es sei dies deshalb notwendig, weil die Handelsgerichte lediglich dem Großhandel und der Großindustrie dienen. Vor allem sei es notwendig, kaufmännische Schsieds- gerichte zu bilden. Redner schloß mit dem Bemerken, an­gesichts der Klagen der Handwerker, Arbeiter und Klein- gewerbetreibenden müssen alle Mittel ergriffen werden, die geeignet seien, diese Klagen zu lindern und die Unzu­friedenheit einzudämmen. Senator Fink-Hannover be­merkte, in der Stadt Hannover seien in einer Woche 60 Prozent aller Prozesse vom Gewerbegericht erledigt worden. Die ordentlichen Gerichte würden, angesichts ihrer Ein­richtung, mindestens drei Monate dazu gebraucht haben. Ani praktischsten sei die Errichtung von kaufmännischen Schiedsgerichten im Anschluß an die Gewerbegerichte. Es sprachen noch der Rechtsanwalt Dr. F u l d - Mainz, Fabrik­besitzer O st e r t a g - Karlsruhe u. a. Danach gelangte fol­gende Erklärung einstimmig zur Annahme.

Der Verbandstag hält es im Interesse einer raschen und zutreffenden Rechtsprechung für dringend wünschens­wert, daß den Kammern für Handelssachen bei den Land­gerichten Beisitzer aus dem Handwerker- und Kleingewerbe­stande angehören."

Gewerbeschuldirektor Romberg -Köln sprach hierauf überMeisterkurse" und befürwortete folgende Erklärung:

Der Verband erblickt in den bei den Zentralstellen befindlichen Ausstellungen von im Kleingewerbe verwend­baren Kraft- und Arbeitsmaschinen, sowie Werkzeugen in

Ieuilketon.

'. (Nachdruck verboten.)

Tapferkeit Gießener Bürger.

Von einer heldenmütigen That Gießener Bürger er­zählen alte Chroniken aus dem Jahre 1327. Otto, Landgraf von Hessen, dem von seinem VaterHeinrich dem Kind" Amt und Äadt Gießen zugefallen war, war in einen Lehns- streit mit dem Erzbischof von Mainz geraten. Mit einem starken Heere zog Mathias von Mainz heran, und belagerte Gießen." Vier Wochen wehrten sich die Gießener helden­mütig. Aber neue frische Truppen wurden den Mainzern zugeführt von Balduin von Trier, zu dessen Sprengel das Kloster Schiffenberg und die Kirchengemeinschaft zu Selters gehörte, und der den Gießener Bürgern nicht sehr wohl­gesinnt war. Da Hilfe von auswärts nicht zu erwarten war, mußte sich die Stadt den Mainzern ergeben. Diese, ein wildes Kriegsvolk, mißachteten Recht, Zucht und Sitte. Sie hausten in der Stadt, daß den Chronisten die Worte hierfür fehlen. Eine solche Schreckensherrschaft war nicht zu ertragen. Da ermannten sich Gießener Bürger, ihre blutigen Dränger aus der Stadt zu verjagen.Zu den Waffen", schallte es durch alle Gassen, und bald sah man überall bewaffnete Bürger sich zusammenscharen. Klein war ihre Schar; aber die Not uni) das Entsetzen vor den Greueln der fremden Gäste stärkte ihren Arm. Wie hätte da selbst die Uebermacht der Mainzer es vermocht, Stand zu halten. Sie mußten die Stadt verlassen und zogen von dannen, beschämt und voll Unmuts, weil sie vor einer kleinen Schar von Würgern hatten das Feld! räumen müssen. Landgraf Otto war hoch erfreut, als ihm die braven Gie­sser Bürger ihre Stadt als Pfand ihrer Treue über­lieferten.

Diese Schmach, die seine Streitmacht in Gießen er­litten, ließ dem Erzbischof von Mainz keine Ruhe. Er sann auf Rache; er rüstete aufs neue, noch ehe ein Jahr verflossen. Mit noch stärkerer Waffengewalt rückte er heran; die Stadt Gießen sollte ihren Frevel büßen; in Flammen sollte sie ausgehen. In ihrer Not wandten sich die Gie­

ßener Bürger, die den Heranmarsch der bischöflichen Streit­macht durch Ueberläufer erfahren, an den Landgrafen Otto, der damals in Marburg wohnte. Dieser versprach Hilfe; des Bischofs Scharen sollten garnicht die Stadt berühren. Des Landgrafen Sohn, der nachmalige Hein­rich II.der Eiserne", ein jugendlicher Held, zog dem Feinde entgegen und lieferte ihm am 10. August 1328 auf dem Linsenberg bei Hermannstein ein Treffen, in dem Land­graf Otto's Scharen, wenn auch mit schweren blutigen Opfern, den Sieg davontrugen. Der Graf von Hohensolms, der es mit der Mainzer Partei gehalten, wurde hierfür gestraft, indem der junge Landgraf Heinrich seine Burg zerstörte.

Gar oft sollte Gießen im Laufe der Jahrhunderte die Drangsale der Kriegsnot erfahren; doch kein Beispiel wird uns mehr erzählt, von einer ähnlichen That, wie sie der Heldenmut der Gießener Bürger im Jahre 11327 voll­führte. ________

Ausschmückung des neuen K u n st p a l a st e s in Düsseldorf. Von einem Kunstfreunde in Düsseldorf sind dem Professor Fritz Roeber die Mittel zur Verfügung gestellt worden, um die Felder über den Portalen der Eckrisalite des Kunstausstellungsgebäudcs mit plastischem Schmuck versehen zu können. Ein Meisterschüler der Königl, Kunstakademie zu Düsseldorf, Bildhauer Nieder, hat zu diesem Zweck ausgezeichnete Entwürfe angefertigt, die vom Kunstausschuß einstimmig zur Ausführung empfohlen wur­den. Den südlichen Eckrisalit, der Restauration zunächst, ziert eine Gruppe von zwei männlichen Figuren: Archi­tektur und Plastik; den nördlichen eine Gruppe von zwei weiblichen Figuren: Malerei und Graphik. Für die beiden Fensterbrüstungen des Mittelbaues hat der Künstler Grup­pen von Nixenbubcn projektiert, die sich mit einem großen Wassertier herumbalgen und sich über dessen Schwer fälligkeit lustig machen. Dem feuchten Element entsprechend, in welchem sich diese Szenen abspielen, sind die Konturen dieser Gruppen verschwindend gehalten. Nachdem der Kunstverein für Rheinland und Westfalen" früher schon die Mittel zu einem reichen figürlichen Schmuck für das

den Muster- und Vorbildersammlungen, in den Samm­lungen von Rohstoffen, Ganz- und Halbfabrikaten, namens lich in der von den Zentralstellen ausgehenden Lehrthätig^ feit den in Musterwerkstätten abzuhaltenden Meister- unp den über weitere Gebiete sich erstreckenden Wanderlehrkursen) ein Hilfsmittel ersten Ranges, die Meisterlehre zu fördern, den gewerblichen Mittelstand zu kräftigen, ihn unter Be­nutzung der Vorteile des genossenschastlichen Zusammen­schlusses widerstandsfähiger zu machen und lebenskräftig zu erhalten gegenüber den Großbetrieben. Der Verband giebt sich der Hoffnung hin, daß die Staatsregierungen! und alle beteiligten Kreise dieser Frage eine erhöhte Auf­merksamkeit zuwenden und in richtiger Würdigung ihrer großen Bedeutung für den nationalen Wohlstand die weitere Errichtung solcher Zentralstellen als staatliche Einrichtungen mit allen Kräften anstreben werden."

Ingenieur Berghausen teilte mit, daß mit Hilfe der Staatsregierung solche Meisterkurse bereits in Hannover, Posen und Köln errichtet seien. Nach noch längerer Er-, örterung gelangte der Antrag Romberg einstimmig zur Annahme.

Den ersten Gegenstand der Tagesordnung in der heu, tigen Sitzung bildete das Ausverkaufsunwesen. Der Berichterstatter, Rechtsanwalt Dr. Fulo-Mainz, befür-i wortete die Annahme folgenden Antrages:

Der Verband deutscher Gewerbevereine erachtet die baldige Vorlegung eines Gesetzentwurfs über das Aus, verkäufswesen für geboten, durch welches das unbedingte Verbot des Nachschubes von Waren ausgesprochen wird."

Der Redner führte aus: Das Reichsgericht habe end, schieden, daß bei Ausverkäufen die Anschaffung neuer Ware gestattet sei. Durch diese mißverständliche Rechts^ entscheidung sei den Schwindel-Ausverkäufen Thür und! Thor geöffnet. Da eine Aeuderuna der erwähnten Reichs, gerichtsentscheidung vorläufig nicht zu erwarten, dieser Zustand aber sowohl juristisch als auch wirtschaftlich un, haltbar sei, so sei es notwendig, auf dem Wege der Gesetze gebung diesen wirtschaftlichen Schäden zu begegnen. erster Reihe müsse ein vollständiges Verbot des Nachschubs' von Waren eingeführt werden. Für dies Verbot haben sich fast sämtliche deutschen Handelskammern ausgesprochen. Im Weiteren müsse gesetzlich die Dauer des Ausverkaufs be» schränkt, die Staatsanwaltschaft verpflichtet werden, sobald eine Neuanschaffung von Waren ber Ausverkäufen nach, gewiesen sei, die Anklage zu erheben. Ferner müsse gesetzt lich bestimmt werden, daß, wenn an sogenannten Aus, nahmetagen Preisabschläge angekündigt werden, diese sich nicht blos auf die Schundwaren, sondern auf alle Waren zu erstrecken haben, und endlich müsse gesetzlich bestimmt werden, daß als Konkursausverkäufe nur solche bezeichnet werden dürfen, die von einem gerichtlichen KonkurK-Ver- walter geleitet werden. Andere Konkursausverkäufe seien aber Schwindel-Ausverkäufe. Der Antrag des Bericht erstatters gelangte danach ohne Besprechung ein stimmtg! zur Annahme.

MMsche Tagesschau.

Gewisse Vorbereitungen von französischer Seite haben die Athener diplomatischen Kreise zu der Annahme geführt, die ftanzösische Regierung habe für den Fall einer Verschärfung des Streitfalles mit der Türkei die Besetzung der Insel Rhodos angeordnet, um diese bis zur völligen Genugthuung seitens der Pforte zu behalten^ Tie englische Regierung soll mit diesem Falle sehr ernst gerechnet und bereits dein britischen Mittelmeer­geschwader bestimmte Befehle erteilt haben, damit dieses sogleich vor einer weiter nördlich gelegenen Insel des Aegäischen Meeres, Chios oder Thasos, vor Anker gehe und eine dieser beiden Inseln als Ausgleichsobjekt besetze. Es hat unseres Erachtens indessen den Anschein, als ob diese griechischen Annahmen der thatsächlichen Unterlage ent­behren.

Eisenbahn-Abonnement für den Versand von Lebensmitteln. Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten hat den königlichen Eifenbahndirektionen einen Entwurf zuBedingungen für die Beförderung üoit Lebensmitteln (frischem Obst, Gemüse, Blumen, Milch in Flaschen, Bäcker-, Konditor- und Fleischerwaren) im Abonnement" zugehen lassen, mit der Aufforderung- über die Nutzbarmachung dieser Vorschriften für einzelne Strecken der preußischen Staatsbahnen, etwa zur besseren Versorgung allein gelegener Badeorte, Sommerfrischen usw./ sich zu äußern. Nach dem Entwurf sollen für die Beförder­ung der vorgenannten Gegenstände und die Rückbeförderung

Giebelfeld über dem Hauptportal bewilligt hat, erhält die künstlerische Ausschmückung der Fassade des Gebäudes nun­mehr durch die neue hochherzige Stiftung ihten Abschluß

DieBevbachtungderAuguststernschnuppeU auf dem Mont Blaue hat in diesem Jahr zu einer Entdeckung geführt, die für die Wissenschaft bedeutsam ist und von dem berühmten Begründer der Mont Blanc-Stern- tocirte, Professor Janssen der Pariser Akademie durch eine Depesche mitgekeilt wurde. Bisher kannte man in dem Sternbilde des Perseus einen Punkt, von dem alle Stern­schnuppen des als Perseiden bezeichneten Stromes herzu­kommen schienen. In der Regel hat jeder Meteorschwarm einen solchen Skrahlungspunkt, diesen Bestimmung von größter Wichtigkeit für die Feststellung der Bahn ist, in der die betreffenden Meteore um die Sonne kreisen. Nun hat der Astronom Nordmann, der an der Mont Blanc- Sternwarte thätig ist, im vorigen Monat das Vorhanden­sein eines bisher unbekannten Strahlenpunktes ermittelt/ von dem eine große Zahl von leuchtenden Meteoren in der Zeit vom 12. bis 24. August ausging. Tiefer . Punkt liegt über dem bekannten Sternbild der Kassiopeia in dem der Eidechse. In der Nacht vom 23. zum 24. August be­obachtete Nordmann ein von diesem Punkt kommendes, hellleuchtendes Meteor, das an Glanz den Jupiter noch bei weitem übertraf. Tie Farbe, die bei der Reinheit der Luft in jenen Höhen mit Bestimmtbeit angegeben werden konnte, war ein schönes Blau; das Meteor zog einen kurzen, rötlichen Schweis hinter sich her. Schon andere in den vorangegangenen Tagen beobachtete Sternschnuppen führten auf denselben Himmelspunkt hin, der aber erst durch das beschriebene grvße Meteor mit voller Sicheret festgelegt werden konnte. Einzelheiten über diese Beobacht­ungen werden demnächst veröffentlicht werden. Gleichzeitig gelangte an die Pariser Akademie noch die Nachricht, daß die Mitglieder der in Algier bestehenden Societe Flam- marion den Lauren tiusstro in beobachtet und als euren außerordentlich reichen Surnschnuppenregen befunden haben. \