Ausgabe 
19.9.1901 Erstes Blatt
 
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btt leeren Gefäße zwischen zwei bestimmten Stationen Abonnements ans einen Monat ober einen längeren Zeit­raum! gewährt werben, sofern bet Versanb täglich erfolgt und bie Fracht für mindestens 1000 Kilogramm uronatnch bezahlt wirb. Die zu versendenden Gefäße imiyen hcmolrcy und gut verschlossen sein; sie müssen äußerlich rn dauer­hafter und leserlicher Weise eine Aufschrift ober Pappmarkc tragen, aus der bie Versanb- und Ern P san gsstation, die Namen des Versenders und Empfängers, das Eigengewicht der Gefäße und bas Gewicht der völlig gefüllten Gefage ersichtlich ist. Der Abonnent hat eine Kaution im Bewage der monatlichen Frachtkosten zu hinterlegen. Bei Auftteftr- ung der Gegenstände ist ein Vcrsandschein emzulrefern. -oct Aufstellung der Versandrechnung durch die Eisenbahn wird das betreffende Gefäß stets als völlig gefüllt angerechnet.

Tie Beteiligung der russisch-chinesischen Bank an der Emission von Eisenbahnobliga­tionen in Deutschland wird in Finanzkreisen als An­zeichen dafür gedeutet, daß diese Bank fortan auch in Deutschland Operationen vornehmen und zu diesem Zwecke in Berlin eine Zweigstelle eröffnen werde, wie dies schon in Paris der Fall ists Es ist das erste Mal, daß diese Bank an großen Operationen in Deutschland sich be­teiligt. Man erblickt auch hierin einen Beweis, baft über das Vorgehen in Ostasien zwischen Rußland und Deutschland volles Einvernehmen herrscht und daß Rußland bei der Erfüllung seiner Kulturaufgaben im fernen Osten auf Deutschlands Unterstützung rechnen darf.

Aus chinesischen Quellen erhellt, daß der Gesamt­betrag der von China zu zahlenden Kriegsentschäd i- gung sich auf 39 Jahresraten von zusammen rund 982 Millionen Taels beläuft. Es sollen nach demOstas. Lloyd"

im einzelnen gezahlt werden:

Jahre jährlich Im ganzen Taels Taels

Rund in Mark

von 19021910

, 19111914 1915

_ 19161931

, 19321940

9 18 829 500 169 465 500 508 390 000

4 19 899 500 79 597 200 238 790 000

1 23 383 300 23 383 300 69 850 000

16 24 483 800 391 740 800 1175 220 000

9 35 350150 318151 350 954 450 000

zusammen 39 Jahre Taels 982 238 150 2 946 700 000

Die Entschädigungssumme betrug nach dem Friedens­protokoll, Artikel 6, 450 Millionen Taels gleich rund 1350 Millionen Mark, in halbjährigen Raten zu zahlen und mit

4 Prozent zu verzinsen.

Aus Stadt und Sand.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willlommen und werden angemessen honoriert.

Gießen, 1. Sep tember 1901.

** Eine neue Kreiseinteilung für Ober- Hessen. Zu dem Plan einer neuen Kreiseinteilung für Oberhessen, von dem wir s. Z. berichteten und nach dem die bestehenden 6 Kreise in 7 umgewandclt werden sollen, schreibt dieHess. Ld.-Ztg.": Es läßt sich jetzt noch nicht ersehen, ob die hessische Regierung hierbei treibt oder ge­trieben wird. Gewiß ist, daß eine Anzahl Städtchen wie Nidda, Hungen, Grünberg, Vilbel stark damit rechnen, zur Kreishauptstadt erhoben zu werden. Einige haben schon eine rührige Agitation entfaltet. So wurde von Hungen und etwa dreißig umliegenden Gemeinden schon ein Gesuch an die Negierung bezw. die Landstände bezüglich Errichtung eines Kreises Hungen gerichtet. Die Haupttriebfeder hierbei ist! der Landtagsabgeordnete Köhler von Langsdorf. Auch an den anderen Plätzen sind die Landtagsabgeordneten die Treibenden wie in Nidda der Abgeordnete Erk, umgekehrt in Grünberg: hier ist "bcr um sein Mandat besorgte Land­tagsabgeordnete Geh. Regierungsrat Schönfeld, Kreis­rat in Schotten, der Getriebene. Der Sitz einer Kreisbehörde in einer Stadt bringt derselben naturgemäß vielerlei Vor­teile. Wir können nun leicht sehen, wo wir die Anhänger des zu errichtenden neuen Kreises zu suchen haben. Tie nächstbeteiligten Landgemeinden verhalten sich ziemlich lau, ja teilnahmslos. Die Gewinnung derselben hängt von einer mehr oder minder energischen Agitation ab. Ja, das Land­volk erwägt schon hier und da die Kosten, die mit Neu­einrichtung eines Kreises verbunden sein mögen und bei dem kleinen hessischen Staat schon schwer auf den Staats­säckel drücken dürften. Daß diese obengenannten Städt­chen vor 40 und 50 Jahren schon einmal hessische Kreisstädte waren, wird von denselben zwar sehr als Grund zur Wieder­erlangung ihrer früheren Bedeutung hervorgehoben,, kann jedoch gar nicht ins Gewicht fallen. Ebensowenig ist die Lage eines Platzes von zwei oder drei Bahnlinien Grund zur Errichtung eines neuen Kreises. Hungen, Nidda, Grün- berg, Vilbel liegen ziemlich gleich günstig an den Bahnen, haben sich also gegenseitig darin nichts voraus. Grund zur Errichtung eines neuen Kreises läge einzig und allein in dessen Größe und in der Arbeitslast, die vom Kreis­amt zu bewältigen wäre. Was die Größe betrifft, so sind die oberhessischen Kreise sowohl an Flächeninhalt, als an Seelen­zahl nicht besonders groß. Der ausgedehnteste Kreis ist Alsfeld mit 622 Quadratkilometer, der bevölkertste Gießen mit 80 000 Einwohnern; der kleinste Kreis an Bevölkerung und Flächeninhalt ist Schotten mit 26 000 Einwohnern bezw. 460 Quadratkilometern. Wäre die Arbeitslast Grund zur Kreisvermehrung, so ließe sich eine Arbeitserleichterung durch einen oder einige Beamte an einem Kreisamt: weit billiger erreichen. Vielleicht wäre eine zweckmäßigere Kreis­einteilung ohne Vermehrung auch angebracht. Der Kreis Schotter: könnte noch ganz gut einige Ortschaften vertragen. Die Amtsgeschäfte werden in einer großen Zeit des Jahres dort doch einzig und allein vom Amtmann gefiihrt, da der dortige Kreisrat Geh. Regienmgsrat Schönfeld oft als Land­tagsabgeordneter in Darmstadt weilt. Von Ueberbürdung kann man also hier nicht reden.

Frankfurt, 16. Sept. Zu dem Explosions- unglück, oas sich am Samstag in der Großen Fried­bergerstraße ereignete, ist nock)i einiges nachzutragen. Die erste Hilfeleistung nach bcr Explosion geschah durch die Maurer, die an dem Eiffert'schen Neubau in der Altegasse arbeiteten. Sie legten vor alten Dingen an den Vorder- und Rückseiten des Hauses Leitern an und brachten die Leute aus den oberen Stockwerken in Sicherheit. Das Ge­bäude selbst hat Erdgeschoß mit Laden und Geschäfts­räumen, ersten und zweiten Stock und Dachstock. Es hat »ohnehin, nicht stark in Fachwerk gebaut, stark gelitten.' Die südliche und nördliche Seitenwand wurden hinaus­gedrückt. Tas Gebäude senkte sich um einige Zentimeter, weshalb Absprießung angeordnet wurde. Die Lösch- und Rettungsarbeiten der Feuerwehr mitten in den Absprieß- ungsarbeiten waren sehr schwierig, gefährlich auch durch die ständig auffteigenden giftigen Dämpfe und Gase. Tas Kellergewölbe ist sehr massiv, an den .Seitenwänden 1.10

Gerichtssaal

Halbmonatsschrift für

a. M.,

Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittmanu.

Die Heutige Mmmer umfaßt 10 Seite».

Schisssuach richten.

Red S tar Linie" Antwerpen.

Der PostdampserZeeland" der Red Star Linie in Ant- rocrpett, ist laut Telegramm am 15. September wohlbehalten in New-Pock angekommen.

8. Darmstadt, 16. Sept. Am 3., 4. und 5. Oktober wird mmmehr vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen die Bankiers Hermann und Mar Marr hier wegen Untreue und Unterschlagung stattfinden, es sind drei Tage vorgesehen, da 28 Zeugen und 2 Sachverständige zu vernehmen sind. Die Anklage

Litterarische Neuerscheinungen.

Deutsche Kunst und Dekoration", illustrierte Monats­schrift zur Förderung Deutscher Kunst, 5. Jahrg., Heft 1, ä Heft 2,50 Mk. Darmstadt, Alex. Koch.

Südwestoeutsche Rundschau", Halbmonatsschr deutsche Art und Kunst. Nr 17, L Heft 25 Pfg. Frankfurt Aug. Kullmann.

nach Heilbronn einberusen.

Fabrik feuer- und säurefester Produkte, Ballendara.Mh. Die Tagesordnung für die auf den 4. und 5. Oktober cinberufeno Generalversammlung wird jetzt veröffentlicht. Ztmächst soll über die Vergleichsverhandlungen mit den früheren Mitgliedern des Aufsichtsrats berichtet und über angebotene Vergleiche beschlossen werden. Weiter wird über den Stand der Veraleichsverhandlungen mit dem früheren Vorstand berichtet werden. Beantragt wird fermer Genehmigung und Dechargierung der Bilanz für 1900. Für die Sanierung der Gesellschaft wird vorweg beantragt, das Grund­kapital von 6 Millionen Mack durch Zusammenlegung von 3 zu 1 auf 2 Millionen Mackt herabzusetzen und neben diesen Stamm­aktien 2 Millionen Marr neue Prioritätsaktien auszugeben, mit Vorrecht aus 5 pCt. Dividende und auf 100 pCt. im Liquidation^- fall. Erst für den Fall, daß diese Vorschläge abgelehnt würden, fort die Verwaltung zum Abschluß eines Pachtvertrags ermächtigt werden. Das Statut soll dahiu geändert werden, daß der Sih der Gesellschaft nach Wirges komnft, und ebenso das Rechtsforum der Aktionäre, daß § 20 ausgehoben wird und daß im übckgen das Statut der Generalversainmlung bezw. dem Gesetz anzupassen sei. Weiter sott derDividendenbeschluß für 1899 aufgehoben, end­lich der Aufsichtsrat ergänzt werden. Dazu kommtauf Antrag eines Aktionärs" Erwiderung auf den Revisionsbericht und Wahl von beeideten Revisoren. Tie Aktien müssen bei den Depotstellen bis 1. oder bei der Gesellschaft bis 2. Oktober hinterlegt werden.

dieser ungeheuren Last stürmte auf bie irn K lichcrn Personen, von denen der Ausläufer Ehrmann reit» auf dem Wege nach der Treppe war, an der er tot gefunden wurde. Der Lehrling Ein schütz wurde bis an den Kopf verschüttet, eine Thür hatte sich so über feinen übrigen Körper gelegt, daß die Schuttmassen ihn nicht zu sehr einengten. Der bedauernswerte Mensch, der nach den Aussagen der Feuerwehrleute ein stundenlanges entsetzliches Martyrium durchzumachen hatte, erlebte auch noch eine zweite Explosion, die während der Auftäumungsarbeiten ich entlud und ihm am Kopfe bedeutende Brandwunden zu- fügte. Er mußte das ruhig über sich ergehen lassen, während die Feuerwehr sich wenigstens durch die Flucht retten konnte. Ein schütz ist am Morgen im Kranken!) aus e ge­storben. Den Kommis Reinecke fand man nach vieretn- halbstündiger Arbeit unter einer Trümmer- und Schutt­schicht von etwa einem Meter; der Tod muß bei ihm sofort ein getreten sein. Einschütz und Reinecke müssen eben­falls schon auf dem Wege der Flucht gewesen fein, beide lagen an der unteren Kellerthür und wurden hier von der .Katastrophe errreidjt. Der vierte Tote, der Sohn des Briefträgers Faber, der seinen Vater im Austragen der Briefe unterstützte, und gerade während des Unglücks das Trottoir passierte, wurde durch den Luftdruck auf die andere Seite der Straße hinübergeschleudert und sofort getötet. Sein Vater kam nach der Katastrophe, deren Augenzeuge er war, zur bestimmten Zeit, um 9 Uhr, auf das Hauptpostamt in das Zimmer der Briefträgerabfertig­ung in fast bewußtlosem Zustande an. Trotz eifriger Be­mühung der Beamten war keine Auskunft von ihm zu erhalten, nur Thronen rollten über die Wangen des unglück­lichen Mannes. Der Verlust seines Sohnes trifft ihn um so schwerer, da ihm erst vor einigen Wochen ein jüngeres Kind nach langem Krankenlager entrissen worden ist. Der Geschäftsinhaber giebt an, daß er im Keller nur einen Ballon Spiritus gehabt habe. Der Einsturz des Gewölbes hat übrigens zur Folge gehabt, daß sich kein Feuer ent­wickeln konnte. Unter den Händen der Feuerwehrleute gingen die Aufräumungsarbeiten rasch von statten. Nach­dem der Schutt *unb- die Mauertrümmer aus dem Keiles herausgebracht waren, wurden sie durch Arbeiter der Elek­trischen Bahn rasch beseitigt. Die Straße wurde vollständig gereinigt, sodaß gegen 4 Uhr der Wagenverkehr wieder frei war. Das haus ist von allen Seiten mittelst Balken gesprießt und gestützt worden. An dem schwer demolierten Schmoller'schen Warenhaus arbeitet eine Menge Hand­werker, Glaser, Schlosser, Schreiner usw., um bie Schäden notdürftig auszubessern. Ueber die Ursache der Explosion dürfte wohl kaum etwas Bestimmtes bekannt werden. Die Bewohner des demolierten Hauses sind natürlich auslogiert worden. Am Sonntag war die Unglücksstätte das Ziel

Zeugen und 2 Sachverständige zu vernehmen sind. Die Anklage lautet wegen Verbrechen und Vergehen gegen die §§ 11, 9 und 1 des Gesetzes von 1896 betr. die Pflichten der Kaufleute bei Auf- bewahrunq fremder Wertpapiere (Tepotgesetz) J§ 246, 266, 263, 47, 73 und 74 des Strafgesetzbuchs und 210 Ziffer 2 und 3 bezw. § 240 Ziffer 3 der Konkursordnung.

Einer derHarmlosen". Gegen den aus demHann- losen"-Vrozeß bekannten Leutnant der Reserve im 2. Garde-Feld- artillerie-Regiment Hans Bernhard v. Kröcher hatte die 3. Straf- kaminer des Landgerichts I Berlin eine Anklage wegen Verletzung der Wehrpflicht zu verhandeln, v. Kröcher war beim ersten Hansi- losen-Prozcß im Oktober 1899 ebenso wie seine Mitangeklagten freigesprochen worden. Nachdem das Reichsgericht das freisprechende Eckenntnis aufgehoben hatte, war v. Kröcher bei der abermaligen Verhandlung des Prozesses im November v. I. an der Gerichts- stätte nicht erschienen, gegen ihn konnte deshalb nicht verhandelt werden und es wurde ein Haftbefehl gegen ihn erlassen, v. Kröcher weilt seitdem im Auslände und nach Anzeiae des Bezickskommandos ist es zweifellos, daß er als Offizier des Beurlaubtenstandes ohne Erlaubnis ausgewandert ist. Das Geckcht verurteilte ihn zu 150 Mk. Geldstrafe event. 15 Tage Haft.

vieler Neugieriger.

Vermischtes.

Leipzig, 16. Sept. Auf der Bahnstrecke Friedeburg- Gerbstädt entgleiste heute ein Frühzug. Zwei Peffoncn, der Lokomotivführer und der Heizer sind verletzt. Der Mate­rialschaden ist bedeutend.

* Berlin, 16. Sept. Der Hausdiener Sternitzki er­schoß sich gestern in der Nähe des Stettiner Bahnhofes, nachdem er seiner Schwester gestanden hatte, daß er seine Samstag Nacht erhängt aufgefundene Geliebte, eine Kellner- frau, erdrosselt und aufgehängt habe.

* Koblenz, 17. Sept. Der Rhein hat jetzt eine Höhe von 4,61 und steigt stündlich noch 2 Zentimeter. Die Mosel stieg heute hier um einen Meter. Das Wetter ist hell.

* Budapest, 16. Sept. Auf der hoch angeschwollenen Kulpa stieß beim Dorfe Ozalk (Kroatien) eine Fähre gegen eine Wassermühle. Von den 25 Personen, die sich auf der Fähre befanden, konnten nur zwei gerettet werden.

* N e i'ss e, 16. Sept. Amtlich wird gemeldet: Morgens gegen 3 Uhr überfuhr auf dem Bahnhof Neisse der von Deutsch-Welle eintreffende Güterzug Nr. 3468 das auf Hal stehende Bahnhofs-Abschlußsignal und fuhr hierbei dem aus- fahrenden Güterzug Dir. 4445 in die Flanke. Ein Hilfs­bremser ist unerheblich verletzt. Vier Gütenvagen wurden zertrümmert, acht andere beschädigt. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Die Strecke dürfte voraussichtlich gegen 2 Uhr nachmittags von den Wagen­trümmern geräumt sein.

* Barcelona, 15. Sept. Bei einem hier stattgehabten Stier­gefecht verlangten 4000 Zuschauer, weil die Leistungen der Stiere ungenügend waren, an der Kasse ihr Geld zurück und bedrohten den Direktor mit Thätlichkeiten. Als die Menge anfing, Feuer an die Arena zu legen, schritt die Polizei ein und nahm mehrere Berhaftungen vor.

* Berlin, 16. Sept. Durch eine Explosion vor dem Hause Charlottenstraße 22 a wurde gestern am späten Nach­mittag großes Unheil herbeigefübrt. Die Hausbewohner brachten sich zwar in Sicherheit, doch erlitten sechs Feuer­wehrmänner zum Teil schwere Brandwunden.

* Elberfeld, 16. Sept. Heute wurde hier die Lungen Heilanstalt der bergischen Volksheilstätten ein- geweiht. Die Feier gestaltete sichi sehr schön. Kommerzien­rat Gustav Blank entwarf ein Bild von der Bewegung wr Erbauung von Lungenheilanstalten im allgemeinen und der bergischen Volksheilstätten im besonderen. Er betonte, daß die Frage der Erbauung einer Anstalt für weibliche Kranke einstweilen vertagt sei, bis im Einverständnis mit der Ver- sicherrmgsanstalt Rheinprovinz die Frage des Bedürfnisses gelöst sei. Er dankte allen, die mitgewirkt hätten, insbe­sondere dem Ehrenvorsitzenden der Gesellschaft, Minister v. Rheinbaben. Minister v. Rheinbaben hob hervor, daß sich in dem Werk der im bergischen Volke stets vorhanden gewesene Geist gemeinnützigen werkthätigen Eintretens für die Minderbemittelten gezeigt habe. Auch er dankte allen, die mitgewirkt hätten, und teilte verschiedene Ordens-Aus­zeichnungen mit. Freudigen Widerhall fand seine An­regung, der Kaiserin, der Förderin aller der erbarmenden Menschenliebe gewidmeten Werke, ein Huldigungstelegramm zu senden. Ter Minister schloß .mit einem begeistert auf­genommenen Hoch auf den Kaiser.

Meter, in der Mitte etwa 50 Zentimeter dick. Ein Teil AuffichtsratS ist das TrattenL)nto von Mk. 2M)M), nachdem in ' - " " auf die im Keller befind- der Bilanz vom 31. Dezember 1900 sem Betrag nur nut runb

-- - - t.P3 Mk. 900,000 eingestellt gewesen war. Ueber den Besitz von Tratten

auf die Gewebebank werden einige weitere Zrffern bekannt. besitzt die Oberrheinische Bank rn Mann Herrn für Mk. 120,000 Gewerbebank-Aecepte von neun verschiedenen Ausstellern, ferner Mk. 26,000, die auch das Giro eines Bankmstuuls tragen. Die. Auskünfte über die Aiissteller lauten durchweg befriedigend, sodaß ein Verlust nicht zu befürchten sei; Aktien der Gewerbebank be- fmben sich weber im Besitze der Bank noch in dem chrer Kund- 'chast. Der Heilbronner Straßenbahn sott aus ihren Be­ziehungen zur Gewerbebarrk kein Verlust erwachsen. Der. verhaftete Prokurist der Gewerbebank, Krug, war glctdnethg Direktor der Straßenbahn, und Direktor Fuchs der Vorfttzende ihres Auffichts- rats. Tie Süddeutsche Bank in Mannheim hat zu,ammen Mk. 111,500 Aecepte der Heilbronner Gewerbebank von sieben ver- chiedenen Firmen, die nach Auskünften für gut zu halten sind, dis- ontierl. Ein Teil der Wechsel sott bereits^ gestern durch die Aus- teller bezahlt worden sein; weitere Einlösungen sotten ffir die iächsten Tage zugesagt sein. Die 9lftien der Gewerbebank wurden eit 14. Mai an der Stuttgarter Börse nicht mehr gehandelt, mrd zwar erfolgte die Löschung der Notiz auf Grund eines General- veffamnüungs-Beschluffes, wobei von der Direktion der Bank als Begründung der Aiaßnahme vorgebracht wurde, dieKonkurrenz drücke auf den Aktienkurs!" Die bereits erwähnte außerordentliche Generalveffaminlung, in der über die Lage der Bank und chre Sanienlng beschlossen werden scll, wird auf Dienstag, 15. Oktober,

Handel und Uerkchr. UolksVirtschast.

Heilbronner Gewerbebank, Heilbronn. Die neueren Meldungen über die Lage der Bank läuten immer ungünstiger. Bereits geßern war mitgeteilt worden, daß der Gesamwerlust 3 Mill. Mk., d. i. die Höhe des ganzen Grundkapitals, ober gar noch mehr betragen dürfte. Ter Aufsichtsrat hat einstwesten be- fchlossen, vorerst keinerlei Zahlungen mehr zu leisten, xie be­merkenswerteste und rätselhafteste Ziffer in der Ausstellung des

Bei der Wahl der Freunde

muß man, wenn Enttäuschungen ausbleiben sollen, äußerst vockichtia sein. Dasselbe gilt, wenn man zur Wiederherstellung oder ErhaE hing der Gesundheit, dieses weckvollsten Gutes der Menschheft, ge­eignete Mittel wählen soll. Gerade bei den so häufigen Brust- und Halsleiden, die bet Nichtbeachtung der heimtückischen Lungenschwind- sueht den Eingang erleichtern indem sie die Schleimhäute der Ath- mungsorgane für Aufnahme der Tuberkelbazillen empfänglicher machen, heißt es die ckchttge Wahl zu treffen. Als bester Freund, dessen Treue nie oeffagte, hat sich nun, wie Tausende und Aber­tausende von Anerkennungsschreiben beweisen, bei hartnäckigem Husten, Heiserkeit, Atemnot, Asthma, Luströhren-(Bronchial-) Katarrh, Lungenspitzen- und Kehlkopfaffektionen, Brustbeklemmungen, Lungen- katarrh, Bluthusten und selbst bei den ernstesten Erkrankungen der Luftwege der rtlssische Knöterich-Brustthee bewährt. Wer zu diesen Kraitkheiten bisponiert ist, sollte stets biefen wahren pausfreund vorrätig haben. In einer von Herm Ernst Weibemann tn Liebenburg a. Ö. verfaßten Schrtft finbet man alles Nähere über bie rationelle Anwendung dieses Heftthees. Diese Broschüre wird auf Wunsch überall hin gratis und wanko versandt.

Um den Patienten den Bezug dieser Pflanze tnwickltch echter ftorm tu ermöglichen, versendet Herr Ernst Weidmann den Knöterichthce in Packeten L 1 Mk. Jedes Packet tragt eme Schutz­marke mit dell Bilchstaben E. W. und sind diese, sowieWeibeinanns russischer Knöterich" patentamtlich geschiltzt worden, sodaß sich Jeder vor wertlosen Nachahmungen schützen kanw Man weise daher ^edes Packet ohiie Schutzmacke und den Namen E. Weidemann ztwück. Um im Publikum Vertrauen zu erwecken, haben sich auch Nach­ahmer gefunden, welche die Weidemann'sche Broschüre teilweise ab- gebnteft haben (!) und damit ihren angeblich russischen Knötench m ben Handel bringen wollen.__________________________________

Ti? bekannte Thcefirma Meßmer schreibt uns: Dift der zunehmendeli Beliebtheit meiner Macke werben auch deren Nach­ahmungen häufiger. Insbesondere sind es die Aufmachung (Pack­ung) und die schon seit vielen Jahren eingefühcken Farben und Be­zeichnungen russische, bezw. englische Mischuna, fft. Souchong m. Bl., usw., welche nachgeahmt werden, während der Inhalt weft hinter der Qualität von echtem Meßmer Thee zurück bleibt, häufig sogar sehr minberweckig ist. Ich bitte deshalb meine wecken Kunden stets ausdrücklich M e p m e r's T h e e zu verlangen und Packete, welche nicht meine volle Firma tragen, zurückzuweisen.