Ausland.
12 652, 14 598, 15 555, 18 096, 18 914, 19 986,
23 878, 24143,
36 793, 10 767, 25 989, L 1000
18 838, 29 894, 36 821, 41 008,
33 469, 33 883, 35 004, 35 646, 37 960, 39 867, 40 607,
44 145. — 38 L 500 Mk. auf Nr. 245, 2551, 4963, 5811,
30 542, 32 029, 33 039, 33 831, 34018, 35 864, 36 958, 37 074, 37 343, 40 217, 40 573, 40 610, 42 025, 43 353, 43 411, 43 491. . (Ohne Gewähr.) Gewinnrade verbleiben noch 6 Prämien L 50 000
26 403, 27 787, 33 393, 38 427, 47 526. — 27 Mk. auf Nr. 260, 1692, 12 995, 16 177, 16 234, 20100, 20 734, 21234, 23 687, r —
geben werden können.
— Die Wünsche, welche die Beamten der höheren Postlaufbahn zur Erlangung der Titel „Postreferendar" und „Po stas s e s so r" geltend gemach-t haben, scheinen aus- ichtsvoll zu sein. Die kommissarischen Beratungen Haden mit den beteiligten Ressorts Anfang dieses Monats im Reichspostamt stattgefunden und einen für die petitioni- renden Beamten günstigen Verlauf genommen. Ueber die Bestimmungen, unter denen später Anwärter für die höhere Laufbahn eingestellt werden sollen, ist volle Einigkeit erzielt worden. Die Veröffentlichung der neuen Bedingungen ist jedoch zunächst nicht zu erwarten, da zurzeit der Bedarf von Anwärtern noch auf Jahre hinaus gedeckt ist.
— Die Unterstaatssekretäre und vortragenden Räte des Finanzministeriums lassen in der Königl. Porzellan-Manu- aktur eine kostbare Stutzuhr Herstellen, die in dankbarer Erinnerung an die elfjährige erfolgreiche Thatigkeit unter Führung des Staatsministers v. Miquel diesem verehrt und durch eine besondere Deputation demnächst in Frankfurt a. M. überreicht werden soll.
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15 927 (Darmstadt), 23 987 (Mainz), 40815 (WormS). — 6 ä 3000 Mk. auf Nr. 5539, 6753, 26 060, 33 048, 41 454. — 15 ä 2000 Mk. auf Nr. 5193, 6450,
5939, 5995, 7001, 11 925, 11 960, 13 995, 15 855, 16 456, 20 707, 25 099, 26 336, 26 349, 26 792, 27 132,
verfrachten, sagen, der Geizer-Ausstand werde nicht ernstlich werden, wenn der Verband nicht von den Vereinigten s Grubenarbeitern Amerikas unterstützt werde.
— Im ,
und 5 ä 40 000 Mk., 1 Gewinn zu 30 000 Mk., 1 zu
19 571,
24 248, 24 908, 27 002, 27 285, 27 566, 33 419, 33 461,
Vow Goldenen Horn wird heute gemeldet, Khedive von Egypten, unzufrieden über daS ihm vom Sultan bezeigte geringe Entgegenkommen, Konstantmopel mrt dem Orient-Expreßzug ver-assen ha'. Wenn vaö „Bcrl. Taged..'- bemerh, die poliusche Welt könne über diesen Besuch nicht zur Ruhe kommen, so verstebr eS unter dieser „Welt" woh. nur die Diplomaten an der Themse und der Seine. Es ch wenigstens ni&t zu ersehen, wer sonst noch an diesem .-oc suche Interesse haben könnte. Der Khedive war berannihe- odl einiger Zeit der gefeierte Gast Englands. Das soll die ägyptische Natior-alpa: tet einigermaßen verschnupft haben, weshalb der Khedive sich entschloß, auch zum Oberhaupt der Mohamedaner, zu Abdul Hamid, nach Konstantinopel zu „wallfahrten". WaS letzteren nun veranlaßt hat. den Gast aus Egypten ungnädig zu empfangen, bleibt unerfindlich. ES ist am Ende auch ohne politische Bedeutung. England wcicht aus Egypten keinen Schritt zurück, mag der Sultan mit dem Khedive freundschaftlich verkehren oder ntcht. Und daß Frank reich geneigt fein sollte, demnächst die egyptische Frage auf- zollen, dafür liegt nicht das mindeste Anzeichen vor.
— Die „Disch. Agrarkorresp." schreibt:
„Während die deutsche Börsenpresse sich den Anschein giebt, als glaube sie fest an den Erfolg der Bemühungen des nationalliberalen „Freundes Möller", dem Termin- börsengeschäst in Deutschland wieder breite Wege herzurichten, schreitet im Auslande die Bewegung zur Unterdrückung des Terminhandels erfreulich vorwärts. Zu den jüngsten gesetzgeberischen Maßnahmen in Oesterreich und Frankreich gesellen sich nun auch in Belgien die Beschlüsse der Regierungskommission, dahin gehend: den Zeithandel in gekämmter Wolle für Belgien zu untersagen. Vielleicht erscheint in Deutschland der Herr Handelsminister Möller mit seinen börsenfreundlichen Vorschlägen just in dem Zeitpunkt auf der parlamentarischen Bildfläche, wo gerade in den ausländischen Parlamenten überall gegenteilige Gesetze zur Annahme gelangen. Einer entsprechenden Aufnahme im Reichstage seitens der Vertreter der Börsenreformparteien darf er sich gewiß halten."
Rostock, 17. Juli. Der hier tagende Deutsche Fleischertag lehnte mit großer Mehrheit den Leipziger Antrag ab, bei der ReichSregierung ein allgemeines Schüchtverbot anzuregen.
10 000 Mk., 1 zu 5000 Mk., 9 ä 3000 Mk., 14 L 2000 Mk., 13 ä 1000 Mk., 22 ä 500 Mk. und 81 L 400 Mk.
D. Schulferien. Mit dem Beginn des Hochsommers beginnen in vielen Städten unseres Großherzogtums auch wieder die Klagen über die ungünstige Lage der Sommerferien an den höheren Schulen. Während z. B. in Darmstadt, Großumstadl u. a. Städten die Sommerferien bereits im Juli beginnen, haben andere Städte wie Mainz, Worms, Bensheim usw. ihre Ferien erst im August. Zu den letzteren gehört auch Gießen. Auch bei uns beginnen die Sommerferien erst am 18. August. Es ist nicht zu verkennen, daß ein von Anfang oder Mitte April mit der kurzen Unterbrechung der Pfingsttage währende Unterrichtsdauer aus pädagogischen wie sanitären Rücksichten ihr Bedenkliches hat; man braucht nur darauf hinzuweisen, daß der zweite und schon deshalb für den Schüler schwierigere Teil der Unterrichtszeit in die heißeste Jahreszeit fällt. So ttxtf denn auch seinerzeit der Beginn der Ferien mit aus Ruch sicht auf den Semesterschluß der Universität bei uns aus Anfang August verlegt worden. Von den höheren Schule« waren aber auch hiergegen pädagogische Bedenken geltend
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urteil im amerikanischen Publikum gegen die kapitalistische Riesenkombination gewinnt täglich mehr an Einfluß und Boden, und so stellt sich denn immer mehr heraus, daß der Stahlkoloß doch nur auf thönernen Füßen steht und vielleicht früher, als man denkt, zum Sturz kommen wird.
Nach einem Telegramm des „Globe" aus Newyork bestreitet der Vorsitzende des Stahlarbeiterverbandes, Schaefer, daß die Verbändler die Nichtverbändler aus den Werkes! vertreiben wollen. Der Verband erließ eine Erklärung, worin er mitteilt, alles, was die Arbeiter verlangten, sei, daß die kontraktlichen Bestimmungen, wodurch den Arbeitern verboten wird, in den Verband einzutreten, aufgehoben würden. Von anderer Seite wird dagegen behauptet, daß solche kontraktlichen Bestimmungen nicht existierten oder jedenfalls nicht wirksam seien. — „Newyork Herald" meldet, ein Mitglied der Firma Pier- pont Morgans habe erNärt, der Kampf mit dem Gesamt- verbande der Eisenarbeiter werde ein Kampf bis zur Entscheidung sein. Es sind jetzt noch 500 Mann in den Ausstand getreten. Die Vorsitzenden der Bahnen, die Kohlen
, Kopenhagen, 17. Juli. Der Ministerpräsident reichte gestern die Demission des Ministerrums em. Der daß ber \ Aönm nahm die Demission an und beauflagte dre Minister, ’ ........ ihre Aemter noch biß zur Ernennung eineß neuen Ministeriums
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Deutsches Reich.
Berlin, 17. Juli. Aus Gudwangen werd gemeldet: D-er Kaiser machte gestern nach seiner Ankunft in Gudwangen eine kurze Spazierfahrt und sah einige Gäste von der Yacht der Lamburg-Amerika-Linie, „Viktoria Luise", zur Abendtafel an 'Bord. Heute verblieb der Kaiser noch vor Gudwangen. Das Wetter ist milde. An Bord ist alles wohl.
— Prinz Chlodwig von Hessen-Philippsthal erhielt den Roten Adler-Orden erster Klasse; der Niederländische Gesandte Teto Goudrian und der bisherige , erfische Gesandte Rem Khan die Brillanten zum Roten Adlerorden erster Klasse: der italienische Generalmajor Pru- dente die Brillanten zum Roten Adler-Orden zweiter Klasse mit Stern; der Direktor des Forstdepartements im russi- chen Landwirtschaftsministerium Nikitin den Kronen-Ordeu erster Klasse; der bisherige Erste Sekretär der französischen Botschaft in Berlin Fabre und Directeur honoraire du corps des mines Chaudron zu Anderphem bei Brüssel den Kronen- Orden zweiter Klasse.
— Wie die „Nordd. Allg. Ztg." miteilt, hat eine Neuwahl der nichtständigen Mitglieder des R e i ch s v e r s i ch e- rungsamts aus dem Stande der Arbeitgeber und der Versicherten in nächster Zeit stattzufinden, da die Wahlperiode der jetzigen Mitglieder am 1. Januar 1902 ab- läuft. Nach! dem Unfallversicherungsgesetz vom 30. Juni 1900 werden die Vertreter der Versicherten nicht mehr von besonders gewählten Arbeitervertretern, sondern von den dem Arbeiterstande angehörenden Beisitzern der Schiedsgerichte für Arbeiterversicherungen gewählt. Außerdem sind bei der bevorstehenden Wahl zum ersten Male auch die landwirtschaftliche n Arbeitnehmer beteiligt, da die nichtständigen Mitglieder dieses Standes nicht mehr durch den Bundesrat berufen, sondern ebenfalls durch die land- und forstwirtschaftlichen Beisitzer der Schiedsgerichte des Arbeiterstandes gewählt werden. Die Zahl der zu wählenden nichtständigen Mitglieder ist unverändert, dagegen sind nach Bestimmung des Reichskanzlers für jedes landwirt- chaftliche und jedes forstwirtschaftliche Mitglied 24 Stellvertreter zu wählen, während es für den Bereich des See- Unfall-Versicherungsgesetzes bei den früheren zwei Stellvertretern für jedes Mitglied bleibt.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt ferner: In der Presse wurde neuerdings wiederholt behauptet, daß bei den Postämtern des Ostens Verzeichnisse im Gebrauch eien, die zahlreichie Ortsnamen, darunter auch von vielen in rein deutschen Gegenden gelegenen Orten, in deutscher und polnischer Benennung enthielten. Demgegenüber wird festgestellt, daß seit Jahren weder amtlich noch außeramtlich, Verzeichnisse beregter Art im Postdienft verwendet werden, vielmehr alle Verzeichsnisse Ortsnamen nur in amtlicher Schreibweise bezeichnen. Gleichzeitig sei darauf hingewiesen, daß alle Sendungen, die an den Postschaltern eingeliefert werden, nur angenommen werden dürfen, wenn die ganze Adresse nicht in polnischer Sprache abgefaßt ist. Die JnaNspruchMhme der Uebersetzungsstellen tritt nur ein bei Briefsendungen, die durch Briefkästen eingeliefert werden und dem Absender nicht ohne weiteres zurückge-
Führer der Whigs ist durch feine erfolglose - wenigstes i! .ch den neuesten Nachrichten — Werbung um König warv Schwägerin, die Witwe Albany, aus seiner Pofitwn ter- b rangt. Momentan ist die Situation der nicht tmberm ! stisch-n Whigs in England keine besonders günstige. Halten üch die £8irren aber auch noch in das dncke Jahre > wzw'iflungSkampses hinein, dann w rd im nächsten Fnch j hre das englische Parteileben ein völlig veränderte-. Gesicht aufweisen. _______
Den „König Nasa" von Bulgarien inspizierte irrdüfin Tagen ein russischer Großfürst und nahm Parade ab über chn Der Toast inter pocula auf die Waffenverbrüderung Leu russischen und bulgarischen Armee braucht, tote das Reifte wo unverantwortliche Prinzen oder Generale z. D. (cfr. H rrn General Spitz) bei üppigem Mahle sprechen »acht tragisch genommen zu werden. Die Bulgaren profitieren l ei dieser Vnbrüderung allerdings mehr, als die Russen; denn seit den wohlfeilen Lorbeeren gegen bie Serben bei -Zliwnitza und Pirot, November 1885, ist die bulgarische Armee nichts weniger als fortgeschritten. Die Begegnung Alexander M-chaelowitschs mit dcm Kronprinzen von Numanien entsprach mehr den Formen ernster Fürsten besuche, wie denn der rumänische Hof im Gegensätze zu Serbien und Bulgarien überall für voll und ebenbürtig respektiert wird. Fürst Ferdinand von Bulgarien war einmal in Berlin zu Besuch. Nachdem er seine Gemächer besichtigt hatte, fragte er den ihm zugeteilten preußischen Offizier, wo denn die Ehrenkompagnie stehe, er wolle sie jetzt besichtigen. Die Entiäuschlmg war bitter, als ihm die Antwort wurde, daß Ehrenkompaguieen nur wirklichen Herrschern gestellt würden, der Fürst aber immer noch türkischer Vasall sei. Die Hauptsache für den guten Herrn war jedenfalls, daß ihm der russiche Großfürst daß nötige Geld zur Bezahlung der Julikoupons mitbrachte. In Asien und auf dem Balkan rollt üppig der Rubel, den Herr o, Witte unter Seufzen und Bangen kurz vorher in Frankreich mühsam zusammcn- gepvmpr hat. _______
Der seit einigen Wochen befürchtete Streik der amerikanischen Eisen- und Stahlarbeiter, die der sogenannten „Amalgamated Association" angehören, hat, wie bereits gemeldet, am Morgen des 15. Juli begonnen, nachdem die dreitägigen Verhandlungen zwischen den Vertretern des großen Stahltrusts und der genannten Arbeiterunion resultatlos verlaufen waren. Die Verhandlungen scheiterten an dem Verlangen der Arbeiterdelegierten, daß alle Eisen- und Stahlwalzwerke der „Amalgamated Association" angehören sollten, wodurch das Uebergewicht der Arbeiterschaft allgemein und prinzipiell geworden wäre, was auf die Dauer den finanziellen Ruin des Morganschen Stahltrusts herbeiführen müßte. Die Vertreter des Trusts erklärten, daß es nickst in ihrer Macht liege, ihre Angestellten zu zwingen, der Arbeiterunion beizutreten. Damit hat der große Kampf der Arbeitergenossenschaft gegen die riesigste kapitalistische Kombination, den Morganschen Trust, seinen Anfang genommen. Die Anzahl der Arbeiter, die bis jetzt ausständig wurden, beläuft sich auf fast 74 000. Die Streikenden haben große Fonds zu ihrer Verfügung und sind daher in der tiage, den Kampf mit aller Energie M führen, sie werden zum mindesten alles daran setzen, um so lange auszuhalten, bis irgend welcher Kompromiß zwischen der Union und dem Trust sich als möglich herausstellt. Der Vorsitzende der Arbeiter-Association, Schaefer, erklärt, daß er und seine Genossen der festen Ueberzeugung sind, daß der Streik sich auf sämtliche Hüttenwerke des großen Trusts erstrecken wird, wodurch die Anzahl der ausständigen Arbeiter auf über 300 000 (!) vermehrt werden würde. Es kann nichst geleugnet werden, daß die Entscheidung der Arbeiter die größte Nervosität in allen beteiligten Finanzkreisen hervorgerufen hat, und daß man sich> schweren Befürchtungen für die nächste Zukunft hingiebt. Man hatte die weitgehendsten und zuversichtlichsten Hoffnungen und die Intervention und den persönlichen Einfluß des vor zehn Tagen aus Europa zurückgekehrten Stahlkönigs Morgan gesetzt, aber offenbar sind alle Ver- söhnungsversuckM des bisher für allmächtig gehaltenen Herrn vollständig ergebnislos verlaufen. Morgan war nicht einmal im stände, die Konferenzen und Verhandlungen noch weiter in die Länge zu ziehen, um Zeit zu gewinnen. Die Arbeiterdelegierten traten in keine Besprechungen über die vorgeschlagenen Lohnskalen ein, sondern brachen die Verhandlungen kurzer Hand ab und sandten den zur Union gehörenden Genossen die telegraphische Ordre, am Montag- n.orgen mit dem Streik zu beginnen.
Dieser neue Riesen-Ausstand enthüllt mit einem Schlage die großen industriellen Gefahren, denen dieVereinigten Staaten jederzeit ausgesetzt sind. Der jetzige Streik kann sehr leich>t einen fürchterlichen Dammbruch bedeuten und eine Sturmflut Hervorrufen, die dem Trustsystem des Mr. Pierpont Morgan gerade wegen seiner riesenhaften Dimensionen die größten Gefahren bereiten würde, denn der amerikanische Arbeiter wird zu dem Bewußtsein kommen oder bereits gekommen sein, daß er eine Macht repräsentiert, die derjenigen der Trusts mindestens gleichjkommt. Er weiß, daß er heute stärker und gefährlich,er ist als je zuvor, wenn er nur an den Prinzipien seiner Union festhält, und wenn die energischen und klugen Männer die Führung behalten, die heute an der Spitze der Union stehen und die Interessen der Angestellten der Trusts so geschickt zu währen wissen. Hierzu kommt noch, daß ein großer und sehr einflußreicher Teil der amerikanischen Presse schon seit längerer Zeit dem Morganschen Trust feindlich gesinnt ist, und mit ganzer Kraft rückhaltlos für die Arbeiterunion eintritt. Das tief eingewurzelte Vor-
folg-: verlautet in Kongokcnsen, naß g-eichze.tlg mit bem Grundgesetz für die künftige Kolonie eine besondere Gesetzes- erläge eingebracht to-rben solle, die sich auf die Uebernahme der Kongobahn durch den Staat bezieht und die F^ist der Übernahme beschränkt. In denselben frei en werde die Frage erörtert, ob die von der Bahn ^mchschnttttnen Ge. biete dem Staate gehören oder der Bahngescllfchaft ver- ieiben würden. — In der Nepräsentanteickammer erklärte geleoentlich der Debatte über die Kongovorlage Bernaert, die Strömung, welche die Völker zur Kolonisation dränge, ei nicht zu umgehen, lege aber ernste Pflichten auf. Alß er seinen Antrag bezüglich sofortiger Uebernahme deß Kongo- taates einbraebte, sei er der Ansicht gewesen, daß die Z^yn- jährige Erfahrung genügend gewesen sei, habe aber nicht geglaubt, mit den Wünschen M Kongostaates in Widerspruch ;u geraten. Nachdem er seinen Antrag zurückgezogen,^ st.mme er für die Regierungsvorlage, nicht weil sie ihn befnebige, sondern in Ermangelung eines Besseren. Darauf wird der einzige Artikel der Gesetzesvorlage angenommen.
Paris, 17. Juli. Eine seltsame Geschichte erzählt Ern°st Vaughan in der „Aurore": „Es war beim.Leichenbegängniß Felix Faures. Die Verschwörer aller Art wollten zunächst Louoet unb die namhaften Republikaner, denen zuzutrauen war, daß sie Lärm schlagen und sich wehren würden, an einem sicheren Orte einsperren. Dann aber wäre cß ihnen nicht unlieb gewesen, der öffentlichen Meinung zur Ablenkung irgend einen Fraß vorzuwersen, z B. einen Krieg, mit Deutschland. Sie hatten folgendes ausgesonven: Wahrend des Leichenbegängnisses sollten sich auf dem Boulevard Montmartre etwa in der Höhe des Passage Jouffcoy, einige enlschloffme Revanche-Krakehler auf den Wagen der deuten außerordentlichen Gesandtschaft stürzen, die deutschen Offiziere beschimpfen und thätlich angreisen unb bie Menge gegen sie aufwiegeln, sodaß ein Zasamnien- üoß zwischen beiden Völkern unvermeidlich geworden wäre. Zwn nicht uniformierte Polizeibeamte — ich habe ihre Namen und Wohnungen — erfuhren zufällig von diesem heldenmütigen Plan, der einen Anfang von Ausführung er* fi.hr. Sie warfen sich den Angreifern mutig entgegen, und eß gelang ihnen, sie vom Straßenbamm auf dcn Bürgersteig zurückzuwerfen. Daß alles geschah sehr rasch. Die beiden Beamten wurden mit Dolchstichen verwundet; der eine am Arm, der andere an der Hüfte. Man pflegte sie in ihrer Wohnung, wo der Poiizeipräfekt Blanc sie persönlich besuchte. Sie empfingen eine Geldbelohnung, das Ehrenzeichen zweiter Klasse und Beförderung. Es wurde aber niemand verhaftet und keine Untersuchung eingeleitet. Blanc hatte ohne Zweifel seine „Gründe, von der Sache kein Aussehen zu machen." (Ob nicht doch der Hauptgrund für diese Erzählung die Sommerhitze ist? D. Red.)
Madrid, 17. Juli Nach einer amtlichen Depesche ouß Saragossa gaben hrute vormittag dort Leute aus der Bevölkerung auf die Teilnehmer an der Jubelfeier der Kirche des heiligen Philipp Schüsse ab. Eine Person wurde g e - tötet, mehrere verwundet. Unter letzteren befindet sich der Karlisten^ General Cavero.
Pavia, 17. Juli. Eine große Anzahl Geistlicher der Diöcese soll eine Versamlung abgehalten Haben, um angesichtß beß erschreckenden Rückganges der Einkünfte, der die gedeihliche Ausübung beß PriesteramteS gefährde, einen Streik zu beschließen, der eintreten soll, wenn das Einkommen nicht wieder auf die frühere Höhe gebracht w-rd. Äls die hauptsächlichsten Komiteemitglieder nennt die „Na- fione" die Erzpriefter von St. Michael und St. Carmine kn Pavia.
Aus Stadt und Land.
Nachrichten von allgemeinem Interesse sind unS stets willkommen und werden angemessen honoriert.
•• Hessische Landeslotterie. In der heutigen Ziehung fielen 4 Gewinne A 5000 Mk. auf Nr. 15 727 (Mainz),
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