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gemacht worden, u. a. daß auf diese Weise dre bis Weihnachten reichende Schulzeit übermäßig lang, und deshalb zu anstrengend werde. So wurde denn der vermur des Ferienbeginns wieder auf den 18. August gehoben. Nun hat im vorigen Jahre sich abermals eme große cknzahl von Bürgern mit der Bitte an das Mmrftermrn gewandt, die Sommerferien früher beginnen zu lasten. Das Ministerium hat entschieden, daß der Zeitpunkt des rZ-erienbegmn, der 18. August bleibt. Doch sollen die Schuler in dringenden Fällen früher Urlaub erhalten. Das Normale wäre es aewiß wenn die Sommerferren früher anfmgen, etwas verkürzt würden, und als Er;a^ dafür kurze Olt ob Uferten cingeführt würden. Wie verlautet, sollen auch 7m Ministerium Verhandlungen über eme Reform der Ferienordnung statlfinden so daß man wohl annehmen darf daß bis zum nächsten Jahre eme generelle Versugung erlassen wird, die die Ferienfrage m einheitlicher und allaemein befriedigender Form regelt.
9 k Heuchelheim, 18. Juli. Bei dem jüngst stattgehabten Vrobespiel für die Stelle eines 1. Konzertmeisters am Elberfelder Stadttheater^ fiel die Wahl unter 60 B-'Werbern aus den Sohn des Gastwirts zur Ludwigsburg, Willy Kruse.
fl. Nieder-Ohmen, 17. Juli. Ministerialrat Dr. Eisen- Hut, KreiSrat Dr. Melior und Schulinspektor MatheS besuchten heute die hiesige Schule. Von hier fuhren bte Herren per Wagen nach Wettsaasen.
fl. Aus dem Vogelsberge wird uns folgender peinlicher Vorgang mitgeteilt. Die Verantwortung müssen wir dem Einsender überlasien. Er schreibt: Daß Oberregierungsrat, .'.kreisrat und Schulinspektor gefangen in der Schulstube sitzen, ereignete sich jüngst in einem Orte des Vogelöberges. Die genannten Herren kamen um 1/all Uhr in dem Orte an, um den Schulunterricht zu revidieren, sanden jedoch baß Schullokal leer, da der Unterricht an diesem Tage bereits um 10 Uhr endigte. Während die Herren sich die Schulstube unsahen, wurde plötzlich die Thür von unbekannter Hand r Umschlägen und zugeschlossen. Alles Poltern, Rufen, Klopsen half den Emgesperrten nichts; sie mußten warten, bis sie in vorübergehender Bauer aus ihrer unfreiwilligen Gefangenschaft befreite. Die Tochter des abwesenden Lehrers hatte einige Handwerksburscheu auf das Haus zukommen sehen und aus Furcht in aller Eile alle Thüren im Hause ab
geschlossen.
S. Darmstadt, 17. Juli. Der Großherzog besuchte heute mit Gefolge in Gesellschaft des Prinzen Fr an z Josef von Battenberg die Ausstellung der Künstler- Kolonie, nahm im Hauptrestaurant den Thee ein und hörte dem bis nach 11 Uhr dauernden Doppelkonzert im Pla- tanenhain zu. Die Großherzogin ist gestern mittag mit der Prinzessin Elisabeth nach Coburg abgereist, wo sie gestern abend wohlbehalten ankam.
S. Darmstadt, 17. Juli. In den Magazinsräumen der Materialienfirma Gebr. Vi erhell er brach gesten abend kurz nach 10 Uhr aus bis jetzt nicht aufgeklärter Ursache ein großes Schadenfeuer aus, das sich bald über die gesamten Keller- und Magazinräume ausbreitete und auch das anstoßende Manufäkturwarenlager der Firma Kaspar Schlosser ergriff. Der verursachte Schaden ist ziemlich bedeutend. Nach einstündiger Thätigkeit der Feuerwehr war jede Gefahr für die Nachbarschaft beseitigt.
k. Darmstadt, 16. Juli. Gerüchtweise verlautet, daß der Militärfiskus der Stadt die große Jnfanterie- i a s e r n e in der Alexandersbraße, die jetzt den größten Teil des Jnfanterie-Leibgarde-Regiments Nr. 115 beherbergt, zum Kauf angeboten habe. Es würde sich um ein ziemlich umfangreiches, zur Parzellierung geeignetes Terrain handeln. Damit könnte dem auch in Darmstadt recht empfindlichen Mangel an mittleren und - kleinen Wohnungen gesteuert werden.
Offenbach, 17. Juli. Am Dienstag vormittag fand das Wett fechten in Säbel, Schläger und Stoßfcchten statt, an dem sich 34 Fechter beteiligten, weniger als sonst, da hier nach deutscher Art gefochten wird, während sich ein Teil der Turnerfechter mittlerweile der italienischen Fechtweise zugewandt hatte. In jeder Waffe müssen drei Gänge gemacht werden, wofür bis zu 5 Punkten gewertet wird, eß werden außer den Treffern auch noch Haltung und Schönheit des Fechtens in Betracht gezogen. Man sah recht schöne Leistungen, die die zahlreichen Zuschauer wiederholt zu lebhaften Beifallsäußerungen Hinriffen. Auf dem Festplatz fand Frühschoppen konzert statt. Das Ergebnis des Einzel Wettfechtens war folgendes:
1. Christian Heß, Tgm. Bornheim, 40% Punkte, 2. Wilhelm Mal- zahn, To. Mainz, 40% P-, 3. Heinrich Ziegler, T.- u. F.-Kl. Hanau, 37% P.f 4. August Wieland, T.- u. F.-Kl. Frankfurt, 87 P., 5. Wilhelm Götz, Mto. Wiesbaden. 36% P., 6. Peter Bruder. T- u. F.-Kl. Mainz, 36% P, 7. Gustav Weber, Tv. Offenbach, 35% P., 8. Christian Rumpf, Mio. Wiesbaden, 35% P., 9. Heinrich Hegemer, Tgm. Bornheim und Sigmund Kurz, T.- u. F.-Kl. Hanau, je 35% P., 10. Philipp Post, Mto. Wiesbaden, 34% P., 11. Philipp Schlegel, T.- u. F -Kl. Mainz. 34«,'s P., 12. Otto Schlapp, Tgm. Bornheim, 34% P, 13. Heinrich Eisinger, Tv. Mainz, 33% P,, 14. Georg Berghof, Tv. Wiesbaden, 33% P.» 15. Simon Schmidt, Tgm. Bürgel, 33 P., 16. Wilhelm Blum, Turnv. Wiesbaden, 32% P., 17. Anton Jungnickel, Tv. Wiesbaden, 32% P., 18. Louis Wanner, T.» u. F-Kl. Frankfurt, 82% P., 19. Sa. Naßner, T.- u. F.-Kl. Hanau und Jakob Hanekamp, T.- u. F -Kl. Mainz, je 32% P, 20. Julius 3aut, Tgm. Bornheim und August Imhof, T.- u. F.-Kl. Mainz, je 32 P, 21. Fritz Müller, To. Wiesbaden, 313/6 P., 22. Daniel Hufer, Tgm. Bornheim, 31 P., 23. Konrad Göbel, T.- u F.-Kl. Hanau, 30% P., 24. Karl Vicnickel, Tgm. Frankfurt, 30% P., 25. Karl Joh, Tv. Wiesbaden, 30 P.
Am Sonder-Wettfechten nach italienischer Fechtweise nahmen 12 Turner teil. 1. Sieger war Christian Heß, Tgm. Bornheim, 2. Gustav Weber, Tv. Offenbach. Das Säbelfechten fand 8 Teilnehmer: 1. August Wieland, T.- u. F.-Kl. Frankfurt, 2. Ludwig Wanner, T.- u. F.-Kl. Frankfurt. Nachmittags 4 Uhr begann das Wettringen, an dem sich 12 Turner beteiligten. Wie immer erregte auch heute diese vollkStümlichste Turnübung das meiste Interesse bei den Zuschauern, die besonders schöne Gänge mit lautem Beifall begrüßten. Namentlich der Endkampf zwischen Förster Sachsenhausen und K. Müller-Fechenheim war äußerst spau- ttenb. Es wurden Sieger: 1. Eugen Förster, Tv. Sachsenhausen, 2. Karl Müller, Tv. Vorw. Fechenheim. Bei den Wettspielen blieben von je 4 Vereinen folgende Sieger: 1. Tamburinball, a) Turnerinnen, Turnv. Sachsenhausen, b) Turner, Tv. Vorw. Bockcnheim, 2. Fauftball, Tv. Hom' bürg, Akad. Tv. Alemannia Darmstadt, Turngem. Worms, 3. Schleuderball, Tgm. Hanau, Tgm. Höchst und Tv. Vorw. Bockenheim (unentschieden), 4. Fußball, es siegte Tgs. Wiesbaden gegen Tgs. Koblenz mit 4:0, Mtv. Wiesbaden gegen Tv. Frankfurt mit 2:0. Ein Entscheidungsspiel fand nicht
statt. Am Abend fand um 7 Uhr die Verkündigung der Sieger im Wettfechten und Wettringen statt, die KreiSturn- ivart Hcidccker Wiesbaden vornahm. Damit war der turnerische Teil des Festes vorüber, nicht aber der vergnügliche. Sm Mittag und Abend fand auf dem Platze g-oßeö Konzert statt, am Abend in der Festhalle ein Sanger-Abend der Der lündeten Offenbacher Gesangvereine. Im übrigen ging das fröhliche Treiben weiter bis spar in die Nacht hinein, um Mittwoch nachmittags mit einem Volksfest sein Ende zu erreichen. _ t , ,
Mainz, 17. Juli. Auf dem Großen Sand halten Re aimentsexerziercn ab: vom 3.—13. August Rkg Nr. 80, oom 7.-13. August Reg. Nr. 81, vom 14.-21. Äugust die Regimenter Nr- 115 und 118.
** Mainz, 17. Juli. Der 21. deutsche Glasertag führte gestern seine Beratungen zu Ende, lieber bic Regelung des Lehrlingswesens für das Glaferhanowert berichtete Iessel-Berlin. Den Handwerkskammern soll der Vorschlag unterbreitet werden, daß bei einem Gesellen ein und bei zwei Gesellen zwei Lehrlinge gehalten werden dürfen; die Höchstzahl der Lehrling^ soll über die ^ahl 3 nicht hinausgehen. Die Lehrzeit soll sich aus drei und vier Jahre erstrecken. Sekretär Engelbach von der S?c]liieren Handelskammer machte die Miteilung, daß seine Kammer die Höchstzatyl der Lehrlinge auf 3 und die Dauer der Lehr- leit auf drei Jahre sestgejetzi habe, mit Ausnahme der Feinmechanik, bei der die Lehrzeit auf vier ^ahre [e)tgelegt worden sei. lieber die Ein- und Verraussgenofienschast m .Hamburg berichtete Direktor N o e d i g. Der ^ks^mtumsatz der Genossenschaft betrug im letzten Satyre 154 034 Mr., der Bruttogewinn 6098 Mk. En g e l k e - Frankfurt a. M berichtete über die Hessen-Nassauische Spanbroer i er - Ge - nossenschaftsbank in Frankjucr beziehungsweise über die Gruppe der Glasergenossenschaftsbant. Der Um.satz betrug bei der letzteren im abgelaufenen Jahre 36 000 Mk. Es kamen 10 Prozent Dividende zur Verteilung, ^edes Mitglied erhält bei Einzahlung von 200 Mk. einen tfrebit Van 1000 Mk. Die gesamte Handwerkergenosseiischastsbank habe einen Umsatz von 7 Millionen Mark gehabt. Ueber die einschneidende Wirkung und Bedeutung des §616 des Bürgerlichen Gesetzbuches für den Handwerkerstand berichtete I e s s e l - Berlin. "Bei Kontrollversammlungeu und sonstigen Versäumnissen des Arbeiters, an denen er keine Schuld trage, dürften bekanntlich nach den Bestimmungen des Gesetzes keine Lohnabzüge gemacht werden; dagegen könne nur ein Vertrag, der von dem Arbeiter unterschrieben werde, schützen. Von den nachfolgenden Rednern wurde auf die Entscheidung des Wiesbadener Gewerbegerichts hingewiesen, wonach. einem Arbeiter bei seiner vierzehntägigen Militärübung der Lohn zugesprochen worden sei. Es wurde beschlossen, in allen Innungen einen A r b e i t s v e r t r a g einzuführen, der jede Kündigungsfrist ausschließt und die Wirkungen des § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches unmöglich macht. Nachdem der Vorstand einstimmig wiedergewahlt war, wurde Chemnitz zur Abhaltung des nächstjährigen Verbandstages bestimmt.
Homburg, 17. Juli. Bei der Einweihung der neuen Bahnstrecke.Homburg—Friedberg ereignete sich ein heiterer Zwischenfall auf der Station Seulberg. Tord hatten sich nämlich die Vertreter der Gemeindebehörde nebst einer Deputation der Industrie, sowie der Landwirtschaft eingefunden, und harrten in stummer Erwartung der Ankunft des von §omburg kommenden Festzuges, um denselben zu begrüßen und an der festlichen Fahrt teilzu- nehmen. Endlich ist der Zug in Sicht, alles ist aufs höchste gespannt. Da — sei es, daß man vergessen hatte, die Seul- burger auf das Programm zu setzen, sei es, daß die so überaus schöne Sekundärbahn-Lokomotive, im Bewiißtsein ihrer Schönheit übermütig wurde, und es unter ihrer Würde hielt, uuzuhalten, — kurzum, der Zug saust in voller Geschwindigkeit, ohne auch nur Miene zum Anhalten zu machen, durch die Station, vorbei an den erwartungsvollen Gesichtern, und eilt nach Friedrichsdorf. Aber die von Seulberg sind Männer der That und lassen sich nicht so leicht aus der Fassung bringen. Rasch entschlossen setzten sie sich in Trab, derselbe verwandelt sich in Galopp, dann in Sekundärbahn-Geschwindigkeit und endigt mit dem Resultat, daß die tapfere Schar fast gleichzeitig mit dem durchgegangenen Festzug auf der Station Friedrichsdorf ein» trifft, gerade noch rechtzeitig genug, um in das Hoch der Friedrichsdorfer einzustimmen, den ungetreuen Zug zu besteigen, und auf demselben nach Friedberg zu dampfen, wo der gemeinsame Durst bald alle Festteilnehmer in schönster Harmonie vereinigte.
** Meine Mitteilungen auB Hefseu und den Nachbarstaates. Kürzlich sind in einem D-Zuge zwischen Wiesbaden und Frankfurt 1027 Mark gefunden worden. Der Verlierer hat sich, trotz eifriger Nachforschungen noch nicht gemeldet. Voraussichtlich wird die Summe nunmehr, wie die „Kl. Pr." erfährt, für Unterstützungsgelder für erkrankte Bahn- bedienstete verwendet werden. — Aus F u l d a schreibt man: „Unglaublich, aber trotz alledem wahr! Nächster Tage wird mit der Roggenernte hier überall begonnen. Auf den 24.-27. Juli ist Pferdemusterung angesetzt. Kommentar überflüssig." — Verschiedene Musensöhne in Darmstadt, darunter auch Chargierte in vollem Wichs, zogen Dienstag nacht um die zwölfte Stunde im Gänsemarsch um den Marktbrunnen und warfen unter Pereatrufen auf die Polizei leere Biergläser gegen denselben. Dem lärmenden Auftritt machte die Polizei durch Abführen der Hauptanstifter aufs Revier in der Kirchstraße ein Ende. — In der Nacht von Sonntag auf Montag entstand aus nichtigen Gründen unter jungen Leuten in Ober-Mörlen eine Keilerei, wobei leider auch das Messer eine Rolle spielte. Ein 20 jähriger Bursche wurde durch einen Stich in die Brust schwer verletzt. — Die Generalversammlung der Fleischerei-Berufs-Genossenschaft, die z. Z. in Rostock tagt, hat beschlossen, den Sitz der Berufs-Genossenschaft von Lübeck nach Mainz zu verlegen. — Zu dem Pistolenduell zwischen einem Bensheimer Zigarrenfabrikanten und einem am Kreisamt Heppenheim beschäftigten Kreisamtmann dessen Ursache, wie wir in Nr. 164 berichteten, in einem den ehelichen Frieden des Fabrikanten störenden Benehmen des Kreisamtmanns zu suchen sein soll, wird der „Frkf. Ztg." nunmehr geschrieben, daß in Abrede gestellt werde, daß der in seiner Familienehre gekränkte Fabrikant im Duell auch noch eine schwere Verwundung davongetragen habe-. Beide Beteiligten sollen im Gegenteil unverletzt davon gekommen fein. — Der in der Erthalstraße in Mainz wohnende Bezirksfeldwebel Karl S t o l t e ist, wie die Mainzer Blätter berichten, nur mit dem Hemde bekleidet, von dem Fenster seines möblierten Zimmers aus abgestürzt und mit zerschmetterten Gliedmaßen auf dem Pflaster liegen geblieben. Er hatte nach der Thurm-Uhr der St. Bonifazius-Kirche sehen wollen, bekam das lieber« gewicht und stürzte in die Tiefe. Das Aufschlagen des
Körpers auf das Strasienvflaster war weithin hörbar. Stolte lebte noch und wurde in einen benachbarten Hausflur getragen. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der tätlich Verletzte in das Garnison Lazarett gefahren. Ter Bedauernswerte bat zwei Beinbrüche, einen Beckenbruch und einen Schädelbruch erlitten. Trotz dieser schweren Verletzungen lebt er noch, jedoch ist u'iber keine Aussicht auf die Erhaltung seines Lebens vorhanden.
Vermischtes.
* Berlin, 17. Juli. Die Leiche des am Schiffbau- dämm ertrunkenen Portiers Friedrich Landwehr ist gestern durch Schiffer ausgefunden und gelandet worden. — Die Berläuferin Clara P. stürzte sich Mittags aus dem Flur, fenfict im 4. Stock auf den Hof hinab und vcrlctz'.e sich fo schwer, daß sie bereits während der lleberfütyrung in ein Krankenhaus verschied. — Von einem Omnibus wurde gestern nachmittag der Laufbursche Hermann Scheibe überfahren. Er fuhr auf einem Zweirade die Großbeereustraße entlang, und zwar der Vorschrift zuwider auf der linken Seite und außerdem so unsicher, daß er gegen bad Vorderrad deS Omnibus stieß. Sch. stürzte und kam unter den Wagen, dessen Hinterrad ihm über den Kopf ging. Da er noch zu leben schien, wurde, er mittelst Droschke nach der Unfallstation 18 geschafft, wo jedoch nur der inzwischen eingetretcne Tod fest- gestellt werden konnte.
* Wien, 17. Juli. Aus Teplitz^Schönau wird gemeldet, )aß ein vornehmes Ehepaar aus Dresden vergiftet aufgefunden tootben ist — angeblich ein Opfer des Leipziger Bankkrachs.
Kandwirtschüst.
Betreffend den Bezug von Saatgut für die Herdpbeffeü- UNg nach bm von dec Mißernte getroffenen Gegenden Deutschlands wird vom GeneralsekrrtLrtLt des „Ostpreuß. lanbro. CentralvereinS" geschrieben: Der Umstand, daß im größten Teile Ostpreußens eine gute Roggen- und Wüzenernte zu erwarten ist, wöhrend di« rodtcr westlich gelegenen Teile Deutschlands eine fast vollständige M ßernte beim Wintergetrride zu verzüchnen haben, hat den Vorstand teS Ostpr. lai^w. CentralorretnS" veranlaßt, einen VermittelungSdienst für den Bezug von Saatgut aus Ostvreußen einzurichten. Die Vermittelung wird in der Weife durchgeführt, daß diejenigen Landwirte, die Saatgut aözugeben haben, an den Vorstand des Centralvereins ttne entsprechende Mitteilung üb-.r Art, Sorte und Menge des ver- kausssähigen Saatgutes sowie über die Lirferungsz'-tt und die Verkaufs- und Zahlungsbedingungkn gelangen lassen. Die hr-r gesammetten Angebote werden durch die „Köntgvb. land- u. forftm. Ztg. mit genauer Wohnungsanc-abe des Lieferanten veröffentlicht und durch «er- vielsältigungen in bm von der Mißernte befallenen Glitten verbreitet. Die wettere Entwickclung der hierdurch zu Stande kommenden Beziehungen ist Sache der bttderseitiq Beteiligten. Angebote von Saatgut und Anträge um Zusendung dieser gesammelten Angebote sind an den „Vorstand des Osipreußischen landwirtschaftlichen CentralvereinS zu Königsberg" zu richten
Arbeiterbewegung.
Paris, 17. Juli. Der letzte Streik der Hafenarbeiter itt Marseille, der seit Ostern beendet ist, hat jetzt ein unerwartetes Nachspiel erhalten. Ein MUglied der Kontrollkommission hatte gegen den Vorsitzenden und zwei Mitglieder des Exekutivkomitees Strafanzeige erstattet, weil sie 2000 Francs Unterstützungsgelder unterschlagen haben sollen. D-r Staatsanwalt ordnete eine Untersuchung an, wckche heute früh zur Verhaftung der drei Beschuldigten führte.
Gerichtssaat.
Müntzers 17. Juli. Wie in einer Alimentatitznsklage g'gen Dr. Sigl vor einer Zivilkammer des hiesigen Landgerichts konstatiert wurde, schwebt gegen denselben ein Meineidsverfahren bei der Staatsanwaltschaft. Die Verhandlung wurde bis nach den Ferien vertagt.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) ;
(Sieben, den 18. Juli.
Wir möchten nicht verfehlen, an dieser Stelle auf die Eigentümlichkeit jener Polizetverordnunz hinzuweisen, die es den Gastwirtm verbietet, an Sonntagen während der Zeit von 11 bis 3 Uhr ihre Musikinstrumente spielen zu lassen, die ihnen durch das famose Stempelgesetz teilweise bedeutende Steuersätze kosten. Denn zu derselben Zeit finden in den Anlagen Militärkonzerte statt, die offenbar den sonntäglichen Frieden nicht stören. In der That ein Zwiespalt der Natur, der wert ist, vom Grafen Oerindur erklärt zu werden! Damit die Garten-Konzerte nicht allzu „stark" besucht werden, und die Musiker das rote Gold unterzubringen vermögen, finden Promenadenkonzerte statt, und die Gießener KapeLe darf sich auswärts ihre Existenz ermöglichen — und damit die von der Steuerschraube und der Polizeiaufsicht gar so wenig gedrückten Wirte die Sonntagsruhe und — die Promenademusik nicht stören, müssen sie ihre Automaten rc. schweigen laffen dürfen aber dafür der in Privatwohnungen vom ersten Stock bis zur Mansarde erschallenden Mufiziereret zuhören und dürfen fernerhin getreulich ihre Stempelabgab-n und Steuern zahlen. Deutscher Verein Gießen.
Krieskasten der Redalttian.
Dutzvacher Ztg. In Ihrer N . 164 druckm Sie von A bis Z unseren großen Ortgenal-Bertcht über daSLangder BBuernbundessefl ab und sitzen hinterher die zw-t mystischen Buchstaben „®. A." Ja, glauben Sle denn, daß wir deshalb einen unserer Redaknure lxtra nach Langd entsendet haben, damit Sie in den Stand gesetzt werden, Irrer Handvoll Leser auf so bequeme und billige als unrechtliche Weise die nämliche gute Lektüre zu bieten, süc die wlr die nam- hastesten Unkosten nicht scheuen? Wir haben brieflich Ihnen bereits mehrfach zu verstehen gegeben, baß wir beim Abdruck von Origtnal- art'kckn aus unserem Blatte zum mindesten daS Zitat „Gieß. Anz." verlangen. Jetzt reißt uns endlich die Geduld. Wollen Sie durchaus, daß wir andere Satien gegen Sie aufztehen? Für heute verlangen wir van Ihnen, daß Sie in Ihrer nächsten Nummer mitteilen, daß Sie diesen ganzen Artikel wörurch dem Gießener Anzeiger (und zwar unser Name völlig ausg-schrieben!) entnommen haben.
Neueste Meldungen.
Berlin, 18. Juli. Den Morgenblättern zufolge durfte das Auffichtsarnt für Privatverficherung fomie der beigegebene Beirat am 1. Januar oder 1. April 1902 die eigentliche Thätigkeit beginnen. Dem Bundesräte werde beim Wiederzufammentritt der Entwurf einer Verordnung, welche den Termin des Inkrafttretens des Gesetzes bestimmt, zugehen.
Al len stein, 18. Juli. Man meldet aus Maldaiseu: Gestern nachmittag entgleiste hier der Allensteiner Zug. Lokomotive und fünf Wagen wurden zertrümmert. Führer und Heizer sind tot.


