die Sache dem General Lorne Campbell, und General von Lessel wurde höflich um Erklärung ersucht. Lessels soeben erhaltene Antwort gelte für so unbefriedigend, daß diq ganze Korrespondenz an den britischen Gesandten geschickt wird, zu diplomatischer Aktion. — Was daran wahr ist, wird sich ja wohl bald Herausstellen.
2er Berliner Berichterstatter des „Standard" hört, die deutschse Regierung sei bereit, in die Erörterung des chinesischen Gesuchs um Verminderung der Kriegsentschädigung einzutreten, falls die übrigen Mächte ein gleiches thäten. Ferner sei Deutschland bereit, in eine zwerprozentige Erhöhung der Seezölle nach chinesischem Vorschläge zu willigen, falls dieser Zuschlag mit andern Einnahmequellen vertragsmäßig und unter ausländischer Aufsicht der Verzinsung der Entschädigungsanleihe überwiesen werde. Ta es aber unwahrscheinlich) sei, daß sämtliche Mächte den vollen Betrag der Anleihe gewährleisten würden, so zöge Deutschland vor, seinen eigenen Entschädigungsanteil durch eine chinesische Sonderanleihe, einschließend Verzinsung und Tilgungssatz, mit China unter deutscher Sondergewähr zu vereinbaren.
Deutsches Keich.
Berlin, 17. Mai. Aus Metz wird gemeldet: Der Kaiser traf kurz nach 1 Uhr nachmittags hier ein und begab sich nach der Kathedrale, um die Restaurierungs- arbeiten am Portal und das Innere zu besichtigen. Später nahm der Kaiser das Frühstück beim Kommandeur der 34. Division, Prinzen Heinrich XIX. Reuß, ein. Nach dem Frühstück besuchte der Kaiser den früheren Kommandeur seines Leibgarde-Husaren-Regiments, jetzigen Kommandeur der 33. Kavallerie-Brigade, Oberst v. Wallenberg, und begab sich sodann nach dem Bahnhofe, wo er vom Reichskanzler und dem Kriegsmini st er empfangen wurde, die mit ihm gemeinsam nach Urville fuhren. Der Kriegs- Minister wurde sofort zum Vortrag befohlen und bestieg den kaiserlichen Wagen, um mit dem Kaiser nach Kürzel zu fahren. Heute nacht trafen der russische Botschafter Graf Osten-Sacken und die Herren der russischen Botschaft von Berlin ein, um an dein Galadiner teilzunehmen, das morgen anläßlich des Geburtstages des russischen Kaisers im allgemeinen Militärkasino stattfinvet.
— Zu der am Sonntag stattfindenden Trauerfeier für die verewigte Prinzessin Luise von Preußen wird der Kaiser im Potsdamer Stadtschlosse eintreffen; auch Prinz Albrecht von Preußen wird zur Teilnahme an der Feier nach Potsdam kommen.
— Der Bu ndesrat hat in seiner heutigen Sitzung die Beschlußnahme über die Resolution des Reichstages zu dem Entwurf eines Gesetzes betr. die privaten Versicherungsunternehmungen dem Reichstanzler überwiesen, das Weingesetz in der Fassung der Beschlüsse oes Reichstages angenommen und dem Entwurf von Ausführungsbestimmungen zu dem zwischen dem Reiche und Oesterreich-Ungarn abgeschlossenen Uebereinkommen zum Schutze der Urheberrechte an Werken der Litteratur, Kunst und Photographie die Zustimmung erteilt. — Unser Berliner ncb-Korrespondent meldet, daß der Antrag auf Zulassung der Real- Abiturienten zum Studium der M e d i z i n im Bundesrat auf Widerspruch von mehreren Seiten stieß; trotzdem erwartet man in unterrichteten Kreisen mit Bestimmtheit, daß schon vom 1. Oktober ab die Abiturienten der Realgymnasien zum medizinischen Studium werden zugelassen werden.
— Die „Berl. Korresp." meldet: Der Minister der öffentlichen Arbeiten lenkte das Interesse der staatlichen Baubeamten auf die gemeinnützigen Bestrebungen zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse. Die Beamten wurden veranlaßt, die letzteren nach Thunlichkeit durch Gewährung von Rat und Auskunft, insbesondere bei Aufstellung der Bauentwürfe, der Kosten- und Rentabilitätsberechnungen förderlich zu sein, ferner in geeigneten Fällen die gemeinnützigen Baugesellschaften und Baugenossenschaften darauf aufmerksam zu machen, daß sie sich, sofern ihnen bautechnischer Beirat nicht zur Verfügung steht, an besonders namhaft zu machenden staatlichen Baubeamten, die zur Unterstützung der gemeinnützigen Bestrebungen sich bereit erklärten, wenden.
— Der „Reichsanz." veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Direktors des Reichs-Schatzamts v. Fischer zum Unterstaatssekretär und des bisherigen Vortragenden Rats Geh. Oberregierungsrats T w e l e zum Direktor des Reichsschatzamts.
Hamburg, 17. Mai. Der Lloyddampfer „Stuttgart" mit den Leichen des Obersten Graf York von Warten bürg und des Hauptmanns Freiherrn von Rhein b ab en ist heute hier eingetroffen. Vormittags sand auf Anordnung des Kaisers eine große militärische Leichenparade statt. Zum Salutieren waren das zweite Bataillon des 31. Infanterie-Regiments und eine Batterie des in Bahrenfeld stationierten Artillerie-Regiments erschienen. Militäroberpfarrer Zierrach hielt an Bord die Trauerrede. Hierauf trugen Unteroffiziere die Särge in zwei Eisenbahnwaggons. Während die Soldaten präsentierten, die Batterie je drei Schüsse und die Infanterie drei Salvon abgaben, setzte sich der Zug langsam in Bewegung. Ein Parademarsch der Infanterie vor dem General v. Massow bildete den Schluß der Feier.
Cron berg, 17. Mai. Die Kaiserin Friedrich macht fortgesetzt Spazierfahrten in die nächste Umgebung. Prinzessin Adolf von Sck)aumburg-Lippe ist nach Bonn zurückgekehrt. Morgen trifft Prinzessin Beatrice von Eng- land, die jüngste Schwester der Kaiserin Friedrich zu kurzem Besuche ein.
W ies b a d en , 17. Mai. Heute nachmittag fand die ftPrinzessin Luise von Preußen . rselben waren eingetroffen der Kronprinz, die Grobht.rzogin von Baden, die Erbprinzessin von Sachsen - Meinmgen, Erbprinzessin von Anhalt, Prinz Friedrich qvouL« ° lle Prinz Friedrich Heinrich von Preußen. Der Kronprinz legte am Sarge ein herrliches Palmenarrangement nieder. Generalsuperintendent Tr Maurer verlas das Schriftwort und sprach das Gebet- Di- vistonspfarrer Runge hielt die Trauerrede.
Stuttgart, 17. Mai. Die Volkspartei hat im Landtag den Antrag eingebracht, mit der Reichspostverwaltung unter Wahrung des verfassungsmäßigen Reservatrechts und der eigenen Postverwaltung ü b e r e i n st i m m e n d e Postwertzeichen auszugeben. Dabei soll jede finanzielle Beeinträchtigung Württembergs ausgeschlossen, dic
Genehmigung hinsichtlich der bildlichen Darstellungen und Aufschriften garantiert, ein Kündigungsrecht Vorbehalten und die Beibehaltung der bisherigen Portosätze sichergestellt werden.
München, 17. Mai. Der Prinzregent b e g n a d i tyk e aus Anlaß seines 80. Geburtsfestes gestern abermals 396 Personen. Damit hat die Amnestie, welche insgesamt 1384 Personen zu Teil wurde, ihren Abschluß gefunden.
Ausland.
Brüffel, 17. Mai. Ja der heutigen Sitzung der Reprä entantenkammer riefen die Sozialisten einen Zwischenfall her vor. Als der Deputierte Dohet von der Rechten im Laufe »er Erörterung über die auswärtigen Angelegenheiten gegen )ie Unterdrückung der weltlichen Herrschaft des Papstes Einspruch erhob, rief der Sozialist Furnemont: Der mit der Culotte! Das kommt von dem Possenspiel her! Vorwärts, singen wir die Marseillaise! Die Sozia- isten stimmten darauf dieselbe an. Die Rechte und die ge mäßigte Linke rufen zur Ordnung; das Absingen der Mar- eillaise dauert fort. Die Rechte ruft: Es lebe der König! Der Präsident bedeckt sich und zieht sich zurück. Furnemont chreil: „So wird man mit der Welt nicht fertig!" Die Deputierten bleiben noch eine Zeitlang in lebhaftem Meinungsaustausch im Saale zurück.
Paris, 17. Mai. Deputirtenkammer. Cuneo r'Ornano bringt die gegen den Juftizminister Monis erhobene Beschuldigung zur Sprache, daß er sein Amt dazu benutzte, um einem von ihm begründeten Alkohol I au del mit Hilfe seiner Geschäftsfreunde eine größere Ausdehnung zu geben. Er wünscht zu wissen, wer fälschlicherweise in dem Amtsblatt die Verleihung einer goldenen Medaille an den in Frage stehenden Buchholz habe veröffent- ichen lassen. Der Justizminister erwidert, die Veröffent- ichung sei durch einen Sekretär der Jury veranlaßt, der lbrigenS deswegen später zur Verantwortung gezogen worden ei. Der Handelsminister Millerand bestätigt diese That- ache; der Justizmiuister fügt hinzu, daß er daS Haus Suchholz garnicht kenne, deffen angeblicher Korrespondent er ein solle. MontS giebt sodann Aufklärungen über sein zandelShauS, dessen Leitung er seinem Mitinhaber übergeben abe, und mit dem er sich nicht mehr beschäftige; der Minister verliest schließlich Zeugnisse der Steuerbehörde, aus denen ich ergiebt, daß er niemals derartige Geschäfte mit aus- ändischen Häusern gemacht habe, wie man ihm vorwerfe. Cuneo d'Oruano zieht hierauf seinen Antrag auf Einsetzung einer Untersuchungskommission zurück, womit der Zwischenfall erledigt ist. — Zum Schluß der Sitzung befragte der Sozialist Sembat den Kriegsminister über einen Fall von lerikaler Agitation in der Armee. Ein Hauptmann sielt religiöse Andachten für die Soldaten ab, und als die republikanische Preffe sich darüber beschwerte, wurde ein Sol- rat, der die Angelegenheit den Zeitungen mitgeteilt haben ollte, mit Arrest bestraft und schließlich als irrsinnig ins Spital geschickt. Der KricgSminister bestätigte diese Angaben. Der Hauptmann wie der Abt wurden mit Arrest restraft.
— Im heutigen Minifterrat im Elysße wurde das GntlassungS-Gesuch des General-Gouverneurs von Algerien, Ion art, genehmigt.
Madrid, 17. Mai. In Andalusien wächst die Aufregung unter den Landarbeitern. An vielen Orten sind die Arbeiter jetzt — kurz vor der Ernte in den Aus st and getreten. In Granada streiken auch die Zollbeamten. Man »efürchtet wieder größere Unruhen; den bisher vorgekommenen leineren Ausschreitungen sucht man durch Verhaftung der Rädelsführer zu begegnen.
Rom, 17. Mai. Deputiertenkammer. Bei Beratung des LandwirtschaftS-BudgetS erklärte der Interstaatssekretär im Ackerbauministerium, Alfred Baccelli, )ie landwirtschaftliche Produktion Italiens werde bei den Verhandlnngen über die neuen Handelsverträge fest gewahrt werden. Zanardelli entwickelte die sozialen Pläne »es Ministeriums, deren einer dahin geht, ein zentrales Arbeitsbureau sowie einen oberen Arbeitsrat einzurichten. Er hoffe auch, Gesetzentwürfe einzubringen, die bezwecken, auch in den Provinzen Arbeitervertretungen und berufSmäßigeSyndikatezu organisieren; des Weiteren werde er einen Gesetzentwurf einbringen, wonach ein obligatorisches S ch i e d S g e r i cht bei Streitigkeiten, welche die Landwirtschaft betreffen, eingeführt werden soll.
Budapest, 17. Mai. Die Untersuchung wegen der am 29. April gegen den Professor Pickler in der Universität veranstalteten Kundgebung, bei der die Hörer desselben aus dem Hörsaale vertrieben wurden, ist beendet. Der Uni* versitätSsenat beschloß, den Führer bei der Kundgebung für immer von der hiesigen Universität auszuschließen. Für morgen sind acht Studenten vorgeladen, gegen die, wie verlautet, gleichfalls ein strenges Urteil gefällt werden wird.
Tanger, 17. Mai. Die französischen Kreuzer „Pothuau" und „Die Chayla" find hier zur Unterstützung der Ent schädigungSforderungen Frankreichs wegen Ermordung eines Franzosen in Rebdana eingetroffen. Sie gehen nach Mazagan, wo fie bis zur Regelung der Forderungen bleiben.
Aus Stadt und Aand.
vießeu, 18. Mai 1901.
* * Personalnachrichten. Der Großherzog hat den Hofgärtner des Prinzen Wilhelm von Heffen Wilhelm Nau zum Großherzoglichen Hofgärtner ernannt.
• * Das Promenadenkonzert findet morgen ausnahmsweise von 11 t/z b i s 12^ Uhr statt. DaS Programm ist folgendes: Ouvertüre zur Oper „Norma" von Bellini; „Mimosa", Walzer von JoneS; „Kriegsmarsch" auS der Oper „Die Bärenhäuter" von Siegfr. Wagner; Phantasie aus derOpe» „Jeffonda" von Spohr.
* * Gemäldeausstellung. Wie von Seiten des Unterneh merS m tgetei't wird, und wie auch aus der heutigen Anzeige
ersichtlich, gelangen die in der Plockstraße Nr. 11 ausgestellten Gemälde von Montag dem 20. ab zum Verkauf. Kunstliebhaber werden diese Gelegenheit, würdigen, dauernden Schmuck ihres^Heims zu erwerben, nicht ungenützt vorübergehen laffen.
E. Jubiläum. Am 15. Mai waren es 25 Jahre, seit Justizrat Dr. Gutfleisch dem AuffichtSrat der Gewerbebank angehörte. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubilar vom Vorstand und AufsichtSrat am Freitag Abend eine Gedenktafel überreicht. Juftizrat Dr. Gutfleisch wurde in der Generalversammlung vom 15. Mai 1876 einstimmig in den AuffichtSrat gewählt; er war stets ein hervorragender Mitarbeiter an den segensreichen Bestrebungen der Bank, und stellte seine reichen Kenntnisse und Erfahrungen auch als juristischer Berater jederzeit gern in ihren Dienst.
*• Der Lehrermangel im Großherzogtum Heffen veranlaßte besonders eine große Anzahl bayerischer Lehrer, in Heffen Anstellung zu suchen, so daß in dieser Beziehung, wie in der hesfischen Kammer neulich bemerkt wurde, wirklich von einem Massenangebot gesprochen werden kann. Die bayerische Schulbehörde hat sich nun an die hessische Regierung mit dem Ersuchen gewandt, von einer weiteren Anstellung rayerischer Lehrer im hesfischen Schuldienst abzusehen, weck onst in Bayern selbst Lehrermangel zu befürchten wäre
-n. Ilbeshausen bei Herbstein, 15. Mai. Lehrer Keitzer, der längere Jahre segensreich in unserem Dorfe wirkte, verzog dieser Tage nach seinem neuen Wirkungsorte Wolfskehlen bei Darmstadt. — Unser Ort erhält eine Station an der im Herbst einzuweihenden neuen Bahnstrecke Lauterbach-Grebenhain.
H. Herborn, 17. Mai. Es ist geplant, die Bahn- trecke Niederwalgern-Weidenhausen-Harteurod-Herborn nach ihrem vollständigen Ausbau über den Westerwald in südwestlicher Richtung bis Westerburg weiterzuführen.
Mainz, 17. Mai. Der Soldat Fuchs von der 1. Kom- lagnie des 3. Fuß-Artillerie-Regiments hatte die Zahlmeister-Ordonnanz zu besorgen. In der Frühe des Dienstag morgen sah der Bahnwärter der Bahnbrücke den Soldat! auf dem Brückenpfeiler stehen. Noch ehe er hinzuspringen onnte, hatte sich Fuchs hinab in den Rhein gestürzt, wo er in den Wellen verschwand. Unglückliche Liebe soll den Mann in den Tod getrieben haben.. Er stammt aus einem Orte bei Gießen.
ko. Frankfurt, 17. Mai. Am Schaumainkai lief ein 9 Jahre alter Knabe auf den dachartig zulaufenden Decksteinen über dem westlichen Treppenbau der Untermainbrücke umher, stürzte aus einer Höhe von 2 Stockwerken herab auf den Plattenboden und erlitt einen Schädelbruch. Der Knabe starb während der Ueberbringung ins Krankenhaus. — Die Leiche des seit voriger Woche vermißten Metzger- meisterS Schretzmann auSBockenheim wurde in der Nidda gefunden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß Schretzmann in der Dunkelheit durch einen unglücklichen Zufall ins Waffer gestürzt ist. — Die Gärlnersfrau Straßheim stürzte sich aus dem 3. Stock ihrer Wohnung in der Schul* straße 35 und erlitt schwere Verletzungen. Der Beweggrund ist unbekannt. — Der 24 Jahre alte Schreiner Ludwig K u ch von hier, machte wegen verschmähter Liebe einen Mordversuch auf daS Dienstmädchen Marie Huhn, seine frühere Geliebte, nachdem er die Thüre zum Schlafzimmer in der Beelhovenstraße 69 erbrochen hatte. DaS Mädchen schrie rechtzeitig um Hilfe, so daß sich Kuch bewogen fühlte, Reißaus zu nehmen. Er wurde später ver- haftet. — Ein Soldat des 81. Infanterieregiments schoß sich in der Wohnung seiner Eltern in Sachsenhausen mit einem Revolver in die linke Stirnseite. Er wurde schwer verwundet in das Militärlazarett gebracht. — Auf dem Bahnhofsplatz starb gestern, als sie auf einem Spaziergange begriffen war, plötzlich die 35 Jahre alte Kutschersfrau Katharine Schacht.
ko. Höchst a. M., 17. Mai. Am Mittwoch ist im hiesige» Krankenhause bei der Amputation eines Beines die bei dem Unglück in der Fabrik „Elektron" verunglückte Frau Gersfeld gestorben.
Homburg, 7. Mai. Nächst der Saalburg, am Endpunkt des König Wilhelmsweges und des Lindenweges, beabsichtigt ein Konsortium, an dessen Spitze die Herren Justizrat Bing- Frankfurt a. M. und Meirowitsch.Mainz stehen, ein Hotel ein Hotel ersten Ranges zu errichten. Einem Kaufgesuch um 10 Morgen städtischen Waldes an jener Stelle haben sich die Stadtverordneten geneigt gezeigt, und dürfte dasselbe demnächst bewilligt werden. Das Hotel soll in altrömischem Stil mit Dependance erbaut werden. — Die städtische Saalburg-Restauration ist auf die Dauer von zwei Jahren an den bisherigen Pächter zu dem Preise von 4500 Mk. wieder verpachtet worden. — Unsere Karkasse hat im vergangenen Jahre einen Ueberschuß von Mk. 9436,65 erzielt. — Die neben dem LudwigSbrunnen im Kurpark vorgenommene Neubohrung hat das Ergebnis gehabt, daß in einer Tiefe von 71 Metern ein Iproc. salzhaltiges, außerordentlich kohlensäurereiches Waffer gefunden wurde. Die Bohrungen sollen bis zu einer Tiefe von 80 Metern fortgesetzt werden.
•• Kleine Mitteilungen auS Heffen und den Rachdarstante». Pfarrer G. Th. Dithmar ist nach fünfmonatlichem Leide» in Marburg im Alter von 91 Jahren verschieden. Er war geboren im Jahre 1810 in Homberg a. E.
Gerichtssaal.
D. Gießen, 17. Mai. (Strafkammer.) Der noch in sehr jugendlichem Alter stehende, aber schon mehrfach vorbestrafte Johann Heinrich Gerhardt in Laubach ist angeklagt und geständig, zu Solms und Ilsdorf in rechtswidriger Absicht Privaiurkunden, die zum Beweise von Rechten von Erheblichkeit waren, am 26. März d. I. gefälscht und von ihnen zum Zwecke der Täuschung Gebrauch gemacht zu haben. Die Staatsanwaltschaft beantragt gegen den Angeklagten in Anbetracht seiner Vorstrafen eine Gefängnis st r a f e v o n d r e i M o n a t e n, auf die das Gericht nach kurzer Beratung erkennt. Die Kosten des Verfahrens werden dem Angeklagten zur Last gelegt. Er erklärt, die sofortige Rechtskraft des Urteils anzuerkennen. — Die Valentin Nees Ehefrau in Lißberg hatte gegen die Lni'e Neumann frort Nrivaiklage erhoben wegen angeblich


