Ausgabe 
19.4.1901 Zweites Blatt
 
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der Bestimmtheit dieses Dementis wurde von anderer Seite das Wort fürdurchaus echt" erklärt. Ob schließlich die agrarischeDeutsche TaHesztg/' wankend wurde, oder ob fie auf den Busch klopfen und eine offiziöse Notiz ver­anlassen wollte, als sie demGerüchte" Raum gab, daß es sich unl eine Randbemerkung des Kaisers zu einem Zeit­ungsausschnitt handele, sei dahingestellt. Jedenfalls sieht sich nunmehr die Regierung veranlaßt, durch dieNordd. Allg. Ztg." erklären zu lassen, auch diese Lesart entbehre jeder thatsächlichen Begründung. Ter Kaiser habe sich weder in dieser noch in einer anderen Form in dem Sinne aus­gesprochen, daß die Behandlung der Zolltariffrage im Reiche von dem Gange der Beratung über die .Kanal­vorlage im preußischen Landtage irgendwie abhängig zu machen sei. Aehnlich lautete eine vor kurzem von der Nordd. Allg. Ztg." veröffentlichte Erklärung über die Auf­fassung des Reichskanzlers. Auch da wurde jede Verkopp­lung des Zolltarifs mit der Kanalvorlage weit abgewiesen. Beide Vorlagen gehören ja, wie mit Recht betont worden ist, in keiner Weise zusammen. Die Kanäle interessieren Preußen, der Zolltarif die ganze Nation. Aber wenn man sich auf Seiten der Rechten beklagt, daß immer wieder Versuche gemacht würden, Kanalvorlage und Zolltarife zu verquicken, und damit zu drohen, daß bei Ablehnung der Äanalvorlage von der Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle keine Rede sein könne so muß doch in Erinnerung gebracht werden, daß parlamentarische Führer der Rechten hier nicht frei von Schuld sind. Wiederholt ist von kon­servativen und freikonservativen Abgeordneten bei der Be­ratung der Kanalvorlage mehr oder minderfein" zu ver­stehen gegeben worden, daß die Berücksichtigung der For­derungen der Landwirtschaft bei den nächsten Handelsver­trägen das Urteil über die Kanäle günstig beeinflussen könne, daß das möglichst rasche Einbringen des Zolltarifs im Reichstage zweckmäßig sei. Zuletzt mußte Graf Bülow auf Anfrage im preußischen Herrenhause erklären, er werde gewiß alles thun, das Erscheinen des Zolltarifs zu be­schleunigen, lehne es aber ab, irgendwie die Bundes-Re­gierungen zu drängen. Ter überaus schleppende Verlauf der Beratungen in der Kanalkommission bestärkte den Eindruck, daß die konservativen Parteien zunächst sehen möchten, was der Zolltarif der Landwirtschaft bringe, um dann erst sich über das Wasserbauprogramm endgiltig schlüssig zu machen. Zur Widerlegung dieser Auffassung wäre eben das einfachste Mittel, daß die Kanal-Djitskussion in dem sonst üblichen Tempo zum Ziel geführt wird. Die preußische Regierung müht sich ab, immer wiederUnterlagen" für die Be­urteilung der Kanäle zu liefern, und möchte wis en, ob der Eifer nicht vergeblich aufgewendet wird. Ebenso ist die Öffentlichkeit dieses taktischen Hin- und Herziehens müde geworden und wünscht eine Entscheidung herbei. Am Freitag tritt die Kanalkommission wieder zusammen.

Tas savoyische Königreich wird auch für die nächste Zeit im Zeichen der Flottenbesuche stehen. Einer Meldung desB. T." aus Rom zufolge ist zum S t a p e l l a u f des neuen PanzersKönigin Margherita" ain 17. Mai das Eintreffen eines englischen Ge­schwaders zu erwarten. Das wäre ein nicht mißzuver- ftehender Wink an die Adresse Frankreichs, es möge alle auf Aenderung der politischen Konstellation im Mittel­meer gerichteten Hoffnungen fahren lassen. Das italie­nische Staatsschiff soll auch fernerhin im englischen Kiel- wasser schwimmen. So wünschen es wenigstens die Herren an der Themse. Und es ist nicht anzunehmen, daß der leitende italienische Staatsmann ostentativ einen neuen Kurs einschlagen wird, obwohl das Land bisher von dem Hinneigen zu Großbritannien alles andere als Vorteil hatte. Auf den Touloner Festrausch folgen zur Ernüchterung der Franzosen die Tage von Spezia. Daß den letzteren auch deutsche Kriegsschiffe beiwohnen werden, dürfte die Enttäuschung kaum geringer erscheinen lassen. Es war wieder einmal nichts.

Nach einer Meldung desDaily Chron." aus Rom soll Anfang Juni der Besuch des deutschen Kaisers in Rom erwartet werden. Wahrscheinlich klingt diese Meldung nicht. Es würde dem üblichen höfischen Ge­brauche zuwider laufen, wenn der deutsche Kaiser den Möiiig Viktor Emanuel besuchen wollte, bevor dieser, nach seiner Thronbesteigung, dem Berliner Hofe einen Besuch abgeftattet hat. Zudem sieht das italienische Königspaar im Mai oder Juni der Erfüllung eines lange gehegten Wunsches entgegen.

Deutsches Reich.

Berlin, 17. April. Der Kaiser reiste heute mittag nut dem Prinzen Adalbert nach Kiel ab. Se. Majestät trug Marine-Jnfanterie-Uniform. Im Gefolge befanden sich Oberhofmarschall Graf tzu «Eulenburg, General der Infanterie v. Plessen, Generalmajor v. Mackensen, Kapitän zur See Graf v. Baudissin, Oberstabsarzt Dr. Jlberg, der Chef des Zivil- rabiuetts Wirk!. Geh. Rat Dr. v. Lucanus und in Ver­tretung des Chefs des Militärkabinetts Generalmajor Graf v. Hülsen-Häseler. Auch die Oberhofmeisterin der Kaiserin Gräfin v. Brockdorff begab sich nach Kiel. Dort traf der Kaiser gegen halb 7 Uhr ein. Zum Einpfange waren auf dem Bahnhofe die Kaiserin, Prinz und Prinzessin Hein­rich und Prinzessin Henriette zu Schleswig-Holstein er­schienen. Nach herzlicher Begrüßung und nach Entgegen­nahme der Meldungen des Chefs der Marine-Station der Ostsee und des Stadt-Kommandanten begab sich der Kaiser mit Gefolge an Bord des LinienschiffesKaiser Wilhelm II." dlm Großtopp des Schiffes wurde die gelbe Kaiserstandarte und am Vortopp die Flagtze des Großadmirals gesetzt. Beim Setzen der Standarte feuerten die im Kriegshafen liegenden Schiffe den Kaisersalut ab. Die Kaiserin, Prinz und prmzessin Heinrich, sowie Prinz Sldalbert mit seinem Gouverneur fuhren in das Königliche Schloß.

.c o Anfj9e beä Unfalles des Kaisers in Bremen bei den Theaterbesuchen des Monarchen e r - s;4^ahregeln getroffen. Namentlichge- fWj* sobald der Kaiser das Schauspielhaus besucht. Hier müssen bekanntlich die Parkettbesucher, sobald he in den Pausen das Foyer aufsuchen wollen an7 Eingang ter Kaiserloge vorüber Wie ein Berichterstatter mitteikt werden nun auf Wunsch der Kaiserin die Thüren zu dem Dorgemach, das an die Kaiserloge anstößt, rvährend der Vorstellung geschlossen, und in den Pausen nürd das Pubki- lum so lange zurückgehalten, bis sich die Herrschaften im kleinen Salon befinden, wo der Thee eingenommen wird. Hierdurch wirb jede Begegnung zwischen den

Theaterbesuchern und dem Monarchen ver­mieden, im Gegensatz zu früher, als es ausdrücklicher Wunsch des Kaisers war, daß während seiner Anwesenheit im Theater die Zuschauer in keinem Falle durch irgend­welche, für ihn getroffene Sicherheitsmaßregeln von einem freien, ungehinderten Verkehr in dem Vorraume zurück­gehalten werden sollten. Im Opernhause sind diese Vor­sichtsmaßregeln nicht nötig, da hier die Kaiserloge ganz abgesondert von dem übrigen Zuschauerraum liegt.

Die Kaiserlichen Prinzen A u g u st W i l h e l m und Oskar werden, wie aus Plön geschrieben wird, mit sechs gleichalterigen Studiengenossen in den Unterricht der Prinzen schule eintreten, der nach dem Lehrplan des Gymnasiums erteilt wird. Tie wissenschaftliche Oberleitung der Prinzenschule ist vom Kaiser dem Geh. Ober-Regierungs- rat Dr. Kopeke im Kultusministerium übertragen, der bereits die Reifeprüfung des Kronprinzen im Februar 1900 geleitet hat. Ter ältere Prinz August Wilhelm tritt in den Unter­richt der Unter-Sekunda, Prinz Oskar in die Ober-Tertia ein. Ten Unterricht in den alten Sprachen erteilt Ober­lehrer Dr. Ziehen, bisher am Goethe-(Reform) Gymnasium in Frankfurt a. M., in Französisch und Englisch unterrichtet Oberlehrer Wappenhans, bisher am Luisenstüdtischen Real­gymnasium in Berlin, während der Unterricht in den übrigen Fächern den bisherigen Lehrern Professor Esternaux und Oberlehrer Sachse verbleibt. Prinz Eitel-Fritz wird mit vollendetem 18. Lebensjahre zu Anfang des Sommers die Reifeprüfung in der Prinzenschule ablegen und als­dann einen Kursus im Anschluß an die Kriegsschule in Potsdam absolvieren.

Der langjährige Präses der Ober-Militärexami- nations-Kommission, Gen. d. Inf. v. Scheel ist in Ge­nehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension zur Dis­position gestellt worden. Heinrich v. Scheel, der 61 Jahre alt ist, trat aus dem Kadettenkorps 1858 beim 39. Jnf.Regt. ein, und machte den Krieg gegen Frankreich als Komp.- Führer beim 83. Jnf.-Regt. mit. Später wurde er Obersttt. und etatsm. Stabsoff. im 115. Jnf.-Regt. 1879 wurde er mit Wahrnehmung der Geschäfte als Präses ernannt. Daß ein Offizier fast 12 Jahre lang i »derselben Stellung bleibt, wie dies beim General v. Scheel der Fall war, isst, in der neueren preußischen Armeegeschichte überaus selten.

Der Kaiser hat seinem bisherigen Hof- und Haus­marschall Frhrn. v. u. zu Egloffstein^ der zurückge­treten und durch den Kammerherrn v. Trotha ersetzt worden ist, den Charakter als Gen.-Lt. verliehen. Frhr. v. u. zu Egloffstein war, bevor er 1894 das Hofamt übernahm, Oberst und Komm, des hessischen Leib-Garde-Regts. in Darmstadt und wurde dann zu den Offizieren a la suite der Armee versetzt, bei denen er 1897 zum charakterisierten General­major aufrückte.

Dem Präsidenten des Bundesamts für Heimatwesen, Wey mann, wurde der Charakter als Wirkt. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz, dem bisherigen Direktor der Universitäts-Bibliothek in Bonn, Geh. Regierungsrat Schaarschmidt, der Rote Adlerorden zweiter Klasse verliehen.

Dem Reichstage ging die Novelle zum Brannt- w e i n st e u e r g e s e tz zu.

Die Budgetkommission des Reichstags beriet heute das Kriegs in valide ngesetz. Die Frage der finanziellen Deckung wurde auf Anregung des Grafen Oriola auf .Schluß der Besprechung verschoben. Der Krieasminister erklärte, auch in der Vorbereitung des Frieoens-Jnvalidengesetzes sei kein Stillstand eingetreten, und erkannte unter Hinweis auf die 200 aus China« zurückgekehrten Invaliden an, daß die schleunigste Erledigung der Vorlage geboten sei. In der Spezial­beratung wurden die §§ 1, 21 und 22, worin bestimmt wird, auf wen die Gesetze Anwendung finden, unverändert angenommen. Zur Frage der Versorgung der franzö- ischen Invaliden erklärte der Regierungsvertreter, hnen könne nur durch Unterstützung aus dem reichsländi- chen Fonds geholfen werden. Leuten, die gegen uns ge-, achten haben, könnten zwar Wohlthaten erwiesen werden, aber keine Rechte auf Bezüge eingeräumt werden. Im weiteren Verlaufe der Debatte wird § 2, wonach die Offi­zierspension bis zu einer anderweiten gesetzlichen Regelung nach den bisherigen Bestimmungen gewährt werden soll und § 4 betreffend die Verstümmelungszulage genehmigt. Tie Abstimmung über § 3 betreffend die Kriegszulage wird ausgesetzt, nachdem der Kriegsminister gegen den Anttafg v. Roon, die Kriegszulage für invalide Subalternoffiziere um 300 Mark jährlich zu erhöhen, ausgesprochen hat.

Bei den jüngsten Debatten im preußischen Wgeord- netenhaus, betreffend die Frage der Ernennung jüdi- cher Rechtsanwälte zu Notaren, bezog sich auch, wie erinnerlich der Interpellant auf die Zurücksetzung des Rechtsanwalts Epstein in Kattowitz. Wie demJsr. Fambl." nunmehr gemeldet wird, ist Rechtsanwalt Epstein, >er, nebenbei bemerkt, Vorsitzender des jüdischen Repräsen­tantenkollegiums in Kattowitz ist, zum Notar ernannt worden.

Wie aus Pos e n gemeldet wird, ist an dem dortigen katholischen Mariengymnasium der polnische Sprach­unterricht in allen Klassen und an zahlreichen länd­lichen und städtischen Schulen des Regierungsbezirks Brom­berg der polnische Religionsunterricht aufge^ hoben worden.

Dortmund, 17. April. Gegen den früheren sozialdemokratischen Reichstagsabgeord­neten Dr. Lütgenau ist Anklage wegen Betrugs erhoben worden, die darauf beruht, daß er sich il a. Agi­tationsgelder doppelt habe auszahlen lassen.

Hamburg, 17. April. Dreißig Mann und vier Offi­ziere von den gestern in Wilhelmshaven eingetroffenen Ablösungstruppen wurden hier heute nachmittag auf der Durchreise nach Kiel im Aufttage des Senats begrüßt und festlich bewirtet.

Dresden, 17. April. Dem Hofbericht zufolge wird der Kaiser am Geburtstage des Königs Albert zur persönlichen Beglücvvünschung hier ein treffen.

München, 17. April. Die Vierte Krankenkasse genehmigte die Honorarforderungen der Aerzte. Differenzpunkte sind noch die freie Aerztewahl und die Organisation der Aerzte.

Ausland.

Loubou, 17. April. Bei der heutigen Konfirmation und Wahl des neuen Bischofs von London, Ingram

saudeu tumultarische Szenen vor der Kirche statt. Gegen die Wahl des Bischofs war hauptsächlich von dem Anttritualisten Kenfit Protest erhoben, weil der Bischof an­geblich römisch-katholische Gebräuche begünstige. Kenfit wurde schließlich an der weiteren Vorlesung feine# Protestes verhindert und verließ die Kirche unter polizeilichem schütze, umgeben von einer schreienden Menge.

Haag, 17. April. Die Zweite Kammer nahm die Novelle zum Müuzgesetz an, wonach ausländisches Geld in den Grenzprovinzen nicht als Zahlungsmittel gelten soll. Der Finanzminister hob dabei hervor, daß die Befugnis der Regierung zur Demonetifierung des Silbers, um defieu Wertverhältnis gegenüber dem Golde aufrecht zu erhalten, nach wie vor in Kraft stehe.

Paris, 17. April. Der Minister des Aeußeren, DelcassS, verläßt am nächsten Samstagnachmittag Paris mit dem No d-Expreßzug, um am Montag in St. Peters­burg einzutreffen, wo er fünf Tage verbleibt. Der Kaiser von Rußland wird Delcaffs in Audienz empfangen. Der Minister des Aeußeren, Graf Lamsdorff, und der Finanz- miaister Witte werden zu Ehren Delcaffs'S große DiuerS geben.

Präsident Loubet hat aus Anlaß der Touloner Fest­lichkeiten an den Marineminister Laneffau ein Schreiben ge­richtet, in welchem er den Minister zu den präzisen und schnellen Bewegungen des Geschwaders und zu der guten Haltung der Mannschaften beglückwünscht. Gleichzeitig er­sucht Loubet den Marineminister, seine Glückwünsche auch dem Admiral Maigret und seinen Offizieren zu übermitteln.

Madrid, 17. April. Nachrichten aus Lissabon be­sagen, gegen die geistlichen Kongregationen herrsche dort fortgesetzt Erregung. Die Republikaner veröffent­lichen heftige Angriffe gegen den Papst wegen eines Briefes, den der Papst über die Kongregationen an den Kardinal Patriarchen von Liffabou richtete

Vier Herren aus Burgos besuchten vor einigen Tagen, tote derJmparcial" erfährt, ein Kloster in Silo« (Provinz Burgos) als Touristen. Sie wurden von den Mönchen zum Esten eingeladen und saßen kaum am Tisch, als eine Schar Bauern hereinstürzte und fie gefangen nahm. Sie wurden Tags darauf von den Gevsdarmen be­freit. Die Regierung verlangte Aufklärung vom Gouverneur von Burgos. Man glaubt, die Mönche hätten dieSache angezettelt, weil fie die Herren für Agenten des Fiskus hielten.

Bem, 17. April. Der Bundesrat verfügte die Aus- Weisung von sechs Ausländern, in der Mehrzahl Rusten, welche an den Ausschreitungen vor dem russischen Konsulat in Genf am 5. dS. teilgenommen haben.

Wien, 17. April. Der Kronprinz wohnte heute vor­mittag in Gegenwart des Erzherzogs Franz Ferdinand in der Winterreitschule des Reitlehr-JnstitutS den Borführungen beider Jahrgänge des Instituts bei. Zugegen war auch der Attache der deutschen Botschaft, v. Bülow. Bom Reillehr- Jnstitut begab sich der Kronprinz zu Fuß ins Palais der deutschen Botschaft, wo Fürst Eulenburg zu Ehren seine« Gastes ein Frühstück gab, wozu auch der bayerische Gesandte o. PodewliS, der sächsische Gesandte Graf Rex, der Minister deS Auswärtigen Graf GoluchowSki, die beiderseitigen Minister­präsidenten und der Chef des GeueralstabS Freiherr v. Beck Einladungen erhalten hatte». Nach dem Frühstück begab sich der deutsche Kronprinz io das Palais Harrach, wo er von dem Grafen und der Gräfin Harrach empfangen wurde und die reichen Sammlungen, sowie da« sogenannte Hohen- zollern'sche Stammbuch befichtigte. Bon dort fuhr der Kron­prinz nach Schönbrunn. Dort fand im Schloßtheater die Generalprobe zu einer unter dem Protektorate der Erz­herzogin Marie Valerie stattfindenden aristokratischen Wohl- thätigkeitSvorstelluug statt, wobei AuberS komische Oper $)er schwarze Domino- zur Aufführung gelangte. Bei derselben waren u. a. die Erzherzogin Isabella mit ihren TöckUern

Aus Stadt und Zand.

Gieße», 18. April 1901.

♦♦ KreiSausschuß. Am nächsten SamStag, vormittag« 9 Uhr findet im Regierungsgebäude hier (Brandplatz Nr. 9) eine öffentliche Sitzung des KreiSausschusteS mit folgender Tagesordnung statt: 1. Beschwerde der Gewerkschaft Braun- steinbergwerke vormals Fernie in Gießen gegen Zuziehung zur Umlage der Gemarkung Schiffenberg. 2. Schankwirt- jchaftsgesuch des Karl Schmitt II. in Gießen, (Neustadt Nr. 14). 3. Beanstandung der Bestätigung der Bürger­meisterwahl in Ettingshausen.

* Perftualuachrichten. Der Großherzog hat dem Hauptmann und Kompaguiechef im Jnfanterie-Regiment von Winterfeldt (2. Oberschlefischeu) Nr. 23 Troeger, seither im 5. Großh. Jnfanterie-Regiment Nr. 168, das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver­liehen und ferner den Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberheffen Friedrich Koch zum Amtsrichter bet dem Amtsgericht Büdingen und den Rechtsanwalt Justizrat Ernst Schmeel in Darmstadt zum Notar mit dem Amtssitz in Darmstadt als Nachfolger des Notars Schödler dort, und den Notar Schmitt in Alzey zum Notar mit dem Amtssitz in Gau-AlgeSheim ernannt. Der Großherzog hat den Notar mit dem Amtssitze in Sprendlingen in Rheinheffeu Karl Wolf auf fein Nachsuchen seines Dienste- entlassen.

* An die hiesige Stadtschule tarnen bei Beginn de« Schuljahrs zwei neue Schulverwalter, Ost und Schneider, und eine Lehrerin. Lehrer Leib, der bis zum Herbst be­urlaubt ist, erhielt einen Vertreter. Herr Ost ist seither in Lumda thätig gewesen.

** BezirksvereinN ordo st". Dienstagabend fand im Saale des Cafe Leib die Generalversammlung des BezirksvereinsNordost^' statt. Sie war sehr zahlreich besucht. Der Vorsitzende, Herr Friedberger, erstatte* eingehend Bericht über die Thätigkeit des Vereins im ve»- flofsenen Geschäftsjahre. Die Diskicsston toerr sehr lebhaft, uno war man allgemein der Meinung, wenn mtfjt die

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-v DemM 11 der Odenwaldes Leh' vow Ämdacher N iennang feiner Verdi' dichte und den6infi Ehrenmitglied emam oem Hofkalligraphen überreicht worden, in daß der Verein duro za Auerbach mit bleiben möge.

Darmstadt, 17. ? farb in Folge eines JchiM Eberhard 1 wie dieN. H. 8bl. rdneienversammlung Mitglieder. In polit wfimgtn ia früheren Jahren k :Nt Mm Anteil N toar er leidend, letzter Zeit auf feine ZU verzichten.

Damstadt, 17. 'S u. q. den! wM Brandenbr Mhelm (2. Großh. von demselben

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