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18/12/1901 Zweites Blatt
 
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Nr. 297

Mittwoch 18. Dezember IS01

Zweites Blatt.

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151. Jahrgang

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KeKmutmachung.

Betr.: Rotlauf der Schweine.

Unter dem Schweinebestand des Karl Valentin da­hier ist die Rotlaufseuche auSgebrochen. Gehöftsperre ist ver­hängt.

Gießen, den 16. Dezember 1901.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Hechler.

Erscheint täglich TOt Ausnahme des

Montags.

«iehener Familien» blätter werden demAn- sciger im Wechsel mit bem .Hess. Landwirt* Hub den .Blättern sür hessische Volkskunde^ viermal wöchentlich bei« gelegt.

Redaktion, Ervedittor und Druckerei:

Schulstraße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«.

FernsprkchanschlilßNr.bl.

WeihnLchismyUerium.

Gießen, 17. Dezember 1901.

Eine musikalische That von hervorragender Bedeutung icxar es, die Herr Universitätsmusikdtrektor Trautmann M! dem gestrigen dritten, in der Turnhalle abgehaltenen iwnzert des Konzert-Vereins mit der Aufführung von Wolfrums geistlichem Chorwerkein Weihnachtsmysterium" vollbracht hat. Handelte es sich dabei doch nicht allein um die Einführung irgend einer interessanten Novität, jo irdern um die überhaupt erste Aufführung einer herrlichen, im Oratorienstil gehaltenen und an den geeig­neten Stellen mit stimmungsvollen lebenden Bildern aus- getstatteten Tondichtung in der vom Komponisten vor- O^jchriebenen Form, und unser Konzertverein sowie sein schaffensfreudiger Dirigent können mit Stolz auf den zchtrigen großen Erfolg zurückblicken.

Philipp Wolfrum, seit 1884 Universitäts-Musik­direktor zu Heidelberg, der bisher als Kvnrponist noch kennen großen Namen hatte, hat mit seinem im Jahre 1&99 vollendeten Chorwerkein Weibnachtsmysterium" ein Mrk geschaffen, das eine wertvolle Bereicherung der 5natorienlitteratur bildet und seinem Schöpfer für immer eillnen ehrenvollen Platz unter den deutschen Komponisten jiäLern wird. Es ist vom Komponisten gedacht als Auf- iül.yrung mit lebenden Bildern und Pantomimen, kann aber, Mo die Umstände es verlangen, auch als bloßes Oratorium ^bracht werden. Die Musik ist usi^res Erachtens noch nid# die eines durch und durch selbständig schaffenden Wustlers, beim Anlehnungen an Wagner und Liszt sind

Deutsches Keich.

Berlin, 16. Dez. Ter gestern vormittag in Potsdam eimgetroffenc König von Württemberg stattete im Laiufe des Nachmittags dein Kaiser einen Besuch ab. hente hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Civil- kalbinetts v. Lucanus und begab sich später mit dem Groß- fMst-TH von folger zur Hofjagd nach dem Grünewald. Zu btc heute im "Neuen Palais stattfindenden größeren Abend- ta'fel waren u. a. auch der Reichskanzler Graf Bülow und Ä! arquis Ito geladen.

Die>rdd. Allg. Ztg." dementiert die Blättermeld- oig von dem beabsichtigten gänzlichen Wschuß des Wild- biestandes im Grünewald. Richtig sei nur, daß bei der heutigen Hofjagd doppelt soviel Wild abgeschossen imvrde, etwa 500 Stück, als bei den früheren Hofjagden. Dxr größere Abschuß erfolgte nur, weil die Hvfjagd im vorigen Winter ausgefallen war.

Der KönigunddieKonigin von Württem- b $ r g fuhren heute mittag nach dem Neuen Palais, um der Kaiserin einen Besuch abzüstatten.

Wie derQok.-Anz." aus Königsberg i. Pr. meldet, hat nunmehr auch der Kommandeur der 1. Division, Generalleutnant Graf Eulenburg, sein Abschieds­gesuch ein gereicht.

Vizeadmiral Bendemann wurde von der Stellung des Chefs des Kreuzergeschwaders enthoben, Kontreadmiral Ahr. v. V o d e n h a n s e n und Kontreadmiral Hugo Schuck- inann wurden unter Verleihung des Charakters als Vize­admiral mit Pension zur Disposition gestellt.

enLeblÄ^ ; «Ji*

DerReichsanzeiger" meldet: Zwischen den Re­gierungen Preußens, Badens und Hessens wurde über die Vereinfachung der Verwaltung der Mpin» Neckarbahn ein Staatsvertrag abgeschlossen; dieser wird den Landtagen der beteiligten Staaten zur Genehmig­ung vorgelegt.

DerNat.-Ztg." zufolge wird in hiesigen unterrich­teten Kreisen angenommen, daß eine befriedigend^ Lösung der zwischen Deutschland und Venezuela schwebenden Differenzen umsomehr erwartet werden darf, da die venezolanische Regierung die in der Eisenbahn­angelegenheit von deutscher Seite erhobenen Ansprüche zum Teil bereits anerkannt hat. In den venezolanischen Ge­wässern verfügt Deutschland über genügende Streitkräfte, um eventuell den berechtigten Anforderungen genügend Nachdruck geben zu können. Ganz ausgeschlossen sei, daß das Verhalten Deutschlands zu einem Zwiste mit den Ver­einigten Staaten Anlaß bieten konnte.

getrieben, ohne daß sich die 30 Millionen Katholiken er- l-oben hätten. Der Redner erinnert dann an die seit hundert Jahren wiederholten Versuche des Staates, sich von der Kirche zu emanzipieren und schließt, es sei fatsch, daß das Konkordat eine Tradition bilde. Die Republik habe die Pflicht, wenn sie sieb treu bleiben und ihre Grundsätze achten und schützen wolle, alle religiösen Vorrechte zu unterdrücken, insbesondere die Einmischung einer ausländischen Souverä­nität des Papstes, an die innere Politik der Republik. Abbe Gayraud bekämpft die Ausführungen Pellctans. Er schildert die civilisaboriscye Thätigkeit der katholischen Kirche, der die Republik ihre wichtigste Freiheit, die Lehrfreiheit zu verdanken habe, und beansprucht für die Katholiken das Recht, die Angelegenheiten des Landes in ihrem Sinne ver­waltet zu sehen.

Nizza, 16. Dez. Der K o n i g v o n E n g l a n d, der im nächsten Monat in Cannes eintrifft, wird das ihm zur Ver­fügung gestellte Schloß Thoranc bewohnen.

Madrid, 16. Dez. Ter Ministerrat beschloß, den Mi­nister des Auswärtigen zu ermächtigen, Frankreich mitzu­teilen, daß, wenn dort die Vorlage, betr. Zollerhöh­ungen ans Likör weine votiert werde, Spanien Re­pressalien ausüben werde.

r Ferri die Zensur zu verhängen. Die Karw stimmt dem mit großer Majorität zu. (Beifall.) Der Präsident ersucht Ferri, da die Zensur über ihn verhängt sei, den Saal zu verlassen. (Rufe auf der äußersten Linkens Nein, nein! Die Zensur ist nicht beschlossen.) Die Depu­tierten der anderen Bänke erwidern: Ja, ja! Die Zensur ist

Rom, 16. Dez. Deputiertenkammer. Der Prä­sident fordert den Deputierten Ferri auf, seine Musterung über die in Norditalien und bezw. Süditalien herrschende öffentliche Moral zurückzunehmen. (Rufe: Sehr gut! Bei­fall. Unruhe auf der äußersten Linken.- Ferri erklärt, es werde niemanden gelingen, ihn zur Zurücknahme seiner Worte zu bewegen. (Sehr großer Lärm. Rufe: Hin- 'ewegung.) Der Präsident schlägt der Kammer vor,

Ein hübsches Weihnachtsgeschenk für Jäger und Jagdfreunde istDer letzte Sonntagsjäger". So betitelt sich eine bumoristische Studie von v. Miris, dein bekannten Mitarbeiter der Fliegenden Blätter, die bei Max Eichinger in Ansbach erschienen ist. Tas schön ausgestattete Werkcheu schildert die Freuden und Leiden der Sonntagsjägerei in költlicher Weise. Der Preis des gebundenen Buches ift 1,50 Mk.

Schließlich seien noch die A b r e i ß k a l e n d e r in reizender Ausstattung von der bekannten Firina M c y u. E d li ch in Leipzia- Plagnntz empfohlen. Die Tagesblättchen enthalten auf der Vorder­seite: Monatsnamen, Datum, protestantische und katholische Namens­und Feiertage, Aus- imb Untergangszeiten der Sonne und des Mondes, Mondwechsel, Angabe von Ebbe und Mut, Gedenktage usw. und bieten aunerdcm genügend Raum für Notizen. Auf der Rücksene befinden sich Sinn- und Tichtersprüche. Ter Mey u. Edlich'sche Kalender dübel nicht nur euren Zimmerjchmuck, sondern erweist sich auch als praktisch für jedes Bureau und Kontor.

gebildet wurde. Man drohe heute o von 30 Millionen Katho­liken, wenn die Kammer das Kultusbudget unterdrücke. Diese Drohung brauche niemanden zu schrecken, denn die Monarchie habe nodj- öfter als die Republik die Orden aus-

Ausland.

Brüssel, 16. Dez. Tie internationaleZucker- konferenz hat heute ihre erste Sitzung abgehalten. Der Minister des Aeußern, de Favereau, begrüßte die Mitglieder der Konferenz und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Arbeiten der Konferenz zu einem gedeihlichen Ergebnis führen. Nachdem der österreichisch°-ungarische Delegierte dem Minister gedankt hatte, wurde Ministerpräsldent de Smet de Naeyer zum Präsidenten und der öfterreich-unigarischss Delegierte zum Vizepräsidenten der Konferenz gewählt.

Paris, 16. Dez. In der Kammer hielt Pelletan eine Rede für die Unterdrückung des Kultusbudgets. Er schildert, wie die Kirche in das Privatleben eindringt durch die Erziehung der Kinder, die Verheiratung junger Leute, die Bekehrung der Armen zur Genügsamkeit. Im öffent­lichen Leben sei es der Kirche gelungen, die Armes zu er­obern; der Kriegsminister hatte sogar das Recht, die Offi­ziere zu ernennen, an eine Kommission abgetreten, die von

namentlich in der äußeren Form und in der Behandlung des Textes nicht zu verkennen, aber die weihevolle Stimm­ung und die tiefe Religiösität, welche das ganze Werk durchwehen und in den Herzen der Zuhörer von Anfang bis zu Ende Platz greifen, sprechen dafür, daß wir es mit der Schöpfung eines hervorragenden Meisters zu thun haben, die sich im Saufe der Zeit viel aufrichtige Freunde und Verehrer erwerben luiro. Für die gestrige Auf­führung waren allerseits die umfassendsten Vorbereitungen getroffen worden: Herr Musikdirektor Trautmann hatte Chor und Orchester mit bekannter liebevoller Sorgfalt ge­schult, und der Vorstand des Kouzertvereins hatte weder Mühen noch Opfer gescheut, die lebenden Bilder so wirk­ungsvoll wie möglich darzustellen. Die größeren Solo- parthieen hatten Frau Uzielli (Sopran), Her Noe (Tenor) und Herr Le im er (Baß), sämtlich aus Frankfurt, übernommen, und wir bekennen gern, daß alle drei ihre Aufgaben in sehr befriedigender Weise lösten. Freilich muß zugestanden werden, daß infolge des szenischen Ar­rangements, welches sämtliche am musikalischen Teile Mit- wirlenden den Blicken der Zuhörer entzog, nicht alles jo ,-ur Geltung kommen konnte, wie ber sonst üblichen Ora, orienaufführungen.

Auf Chor und Orchester hatte die szenische Neuerung keinen wesentlichen Einfluß, und die guten akustischen Ver- bälknisse der Turnhalle ließen alle Schönheiten der Ensem».^:':i.nmern im vollen Glanze erscheinen. Wir be- ri/'.ru daß dcr akademische Gesangverein und die verstärkte hiesige Regimentsmusik unter Herrn Traulmanns Leitung wieder eine schöne einheitliche Leistung boten.

verhängt. (Sehr lebhafte, langandauernde Unruhe.) Der Präsident fordert Ferri nochmals auf, sich den Beschlüssen der Kammer zu unterwerfen. (Zustimmung und Lärm.) Ferri weigert sich. (Rufe: hinaus!) Die Sitzung wird unter» brachen. Um 4 Uhr wird die Sitzung wieder aufgenommen. Der Präsident erklärt, da Ferri sich den Beschilüssen der Kammer nicht gefügt habe, hebe er die Sitzung auf. (Unter­brechungen seitens Ferris und auf der äußersten Linken.? Der Präsident beauftragt die Quästoren, dafür zu sorgen, daß die Befehle der Kammer ausgeführt werden. (Sehr lebhafte Zustimmung; Pvotestrufe Ferris.) Die Sitzung wird inmitten großer Erregung aufgehoben.

Der Papst hielt heute eine Ansprache an die Mit­glieder des Konsistoriums, worin er bedauerte, daß er von traurigen Angelegenheiten spreck)en müsse, statt von freu­digen. Die Vorlage über die Einführung der Ehe scheid- u n g, die Italien jetzt annehmen wolle, erfülle ihn großem Schmerz, die Ehescheidung stehe im Widerspruch mit der kathol. Lehre. Der Papst forderte schließlich die Kardinäle auf, Gott zu bitten, Italien in so schweren Zeiten zu schützen.

Verona, 16. Dez. Das BlattArena" will wissen, daß Italien, Deutschland und Oesterreich im Prinzip zur Erneuerung des Dreibundes entschlossen seien, daß aber die italienische Regierung Vorbe­halte gemacht habe, über die Erneuerung der Militär­konvention mit Deutschland. Nach der Konvention soll Ita­lien im Kriegsfälle zwei A rmee ko rps an den Rhein werfen. Das Blatt fügt hinzu, die auswärtige italienische Politik sei Frankreichs gegenüber geändert worden, und aus diesem Grunde könne der betreffende Artikel nicht beibehalten werden.

Wien, 16. Dez. Abgeordneten ha u s. Bei Be- ginn der Sitzung ergreift Ministerpräsident v. Ko r b er das Wort zu folgender Jnterpellationsbeantwort- ung: Die Abgg. Bareuther, Schalk und Genossen rich­teten in der Sitzung vom 14. Dezember an mich Anfragen, erstens, ob eine von ihnen bezeichnete Aeußerung der Krone, sowie Gerüchte, daß alles schon zum Verfassungs- bruch vorbereitet sei, auf Wahrheit beruhen, zweitens, ob ich meine im Abgeordnetenhaus am 9. Dezember abge­gebene Erklärung mit Zustimmung der Krone vorgebracht habe. Bezüglich beider Fragen bemerke ich, daß nach den tonftitutioneUen Grundsätzen, zu denen die Interpellanten sich nachdrücklich bekennen, ausgeschlossen ist, die Krone in die Diskussion zu ziehen. (Beifall.- Ich als Ministerpräsi- deut biete natürlich am allerwenigsten die Hand dazu. Be­treffs des zweiten Teils der ersten Frage meine ich, so bedeutsame Angelegenheiten müßten eine zuverlässigere Basis haben, wenn sie im Abgeordnetenhause zur Sprache gebracht werden sollten. Wollte die Regierung alle Ge­rüchte Dementieren, was sie nicht kann, weil nicht alle, wie die in Rede stehende, zu ihr bringen, so hätte namentlich ich als Leiter ber Regierungspolink wenig Zeit, mich mit meinen vielen anderen doch einigermaßen wichtigeren Aus­gaben zu befassen. (Heiterkeit und Beifall.) Die nach meinen einleitenden Worten eingeschränkte zweite Frage beantworte ich dahin, daß ich in meiner letzten Rede in dem hohen Hause, wie ich glaube, ein wahrheitsgetreues Bild der Situation entworfen und offen und rückhaltlos den ganzen Ernst derselben dargelegt habe. Das war meine Pflicht, ich rrehme daher jederzeit die volle Verantwortung dafür auf mich Die Alldeutschen sind mit der Antwort unzu­frieden und beabsichtigen, einen Antrag auf Eröffnung der Debatte zu stellen. Die überwiegende Mehrzahl der Par­teien ift entschlossen, gegen den Antrag zu stimmen. Die Alldeutschen wollen dann einen Dringlichkeitsantrag ein­bringen.

die allen Konzertbesuchern die gestrige Aufführung in an» genehmer Erinnerung erhalten wird. Mit den musikalischen Darbietungen harmonisierten die lebenden Bilder in schönster Weise, und wir zögern nicht, auch den hierbei thätia gewesenen Herrschaften volle Anerkennung auszu­sprechen. Es waren wirklich schöne, ergreifende Riomente, welche die Musik im Verein mit der darstellenden Kunst brachte, die eine weihevolle Weihnachtsstunrnung in dem sehr zahlreich erschienenen Publikum erweckten. Wie wir erfahren, war Herr Wolfrum persönlich erschienen, um sein Werk in der von ihm selbst gewünschten Ausführung rennen zu lernen; hoffen wir, daß feine Erwartungen voll und ganz erfüllt sind! Pr.

Volilische Tagesschau.

Polen als Geldnehmer.

Die Polen erheben ihr Haupt trotziger als je zuvor, namentlich in Oesterreich und Rußland. Gegen Preußen, wie gegen Deutschland überhaupt ist von Warschau und Krakau aus der wirtschaftliche Boykott proklamiert worden.

DieNeue Freie Presse" meldet heute aus Krakau: Ene von mehr als 1000 Polinnen besuchte Versamm- lrng beschloß, die preußischen Geschäftssinnen zu boykottieren, polnische Kinder weder deutschen Erziehungs- (uiftaUen noch deutschen Erzieherinnen anzuverttauen, die ttichsdeutschen Blätter, insbesondere Witz- und Modeblätter, a»s dem lieblichen Galizien hinauszu drän gen, und in einem Aufruf an die Frauen Europas und Amerikas das Los der polnisck-en Kinder in Preußen zu schildern.

Mer das deutsche Geld scheint noch Gnade vor den ibugen der edlen Polen zu finden. Es ist in der That tm eigenartiges Zusammentreffen, daß der landschaftliche lüebitoerbanb des ehemaligen Königreichs Polen gerade isitzt, durch Vermittelung eines Breslauer Bankhauses, auf ht m deutschen Geldmarkt 60 Millionen Rubel vierprozenti- gre Pfandbriefe unterLubringen sich beftrebt Diese Trans­aktion hat zwar an srch mit der polnischenKriegserklär- og" an Deutschland nichts zu thun. Löerden sich aber die tneditsuchenden östlichen Nachbarn wundern können, wenn ei aus dem Walde so unfreundlich zurückschallt, wie die pvlnischen Agitatoren hineinrusen? tvenn die Deutschen leiine Steigung zeigen, dem landschaftlichen Kreditverband, dem ohne Zweifel zahlreiche Polen angehören, unter die '.'lerne zu greifen? Die Polen haben wahrlich alle Ursache, bia: Waffe des Boykotts ruhen zu lassen; sie sind auf die Tcmtschen mehr angewiesen, als diefe auf sie.

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