Ausgabe 
18.10.1901 Erstes Blatt
 
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verzollt unverzollt verzollt mehr

Roggen 1898 111.0 142.3 31.3

. 1899 107.3 139.5 32.2

1900 101.6 133.1 32,5

Der Preis des verzollten Getreides hat sich hiernach annähernd um den Betrag des Zolls für 1000 Kilogramm gleich 35 Mark über ben Preis des unverzollten gestellt. Tie Ziffern sind so sprechend, daß, man mit bl-oßen gegen­teiligenAnsichten" undUcberzcugungen" dagegen un­möglich« aufkommen kann. Es kann vielmehrgar keinem Zweifel unterliegen, daß im großen Durchschnitte der Z'oll im Inlands getragen wird, d. ,h. daß der inländische Getreidepreis annähernd um den Zoll in die Höhe getrieben ist, wenn auch natürlich die Wirkung nicht in jedem Jahre die gleiche ist und nicht in allen Teilen Deutschlands in derselben Weise zu Tage tritt." (Conrad.)

Politische Tagesschau.

Zum 18. Oktober.

Kaiser Friedrich, dem Edlen, Unvergeßlichen, gilt alljährlich am 18. Oktober das Gedenken, dem Monarchen, den die deutsche Nation vor 13 Jahren so jäh, so früh ver­lor. Welche stolzen Hoffnungen, welche hochgespannten Er­wartungen knlipften sich an die Stunde, da der Sieger von Wörth den deutschen Kaiserthron bestieg! Doch nur zu bald wurde dieser Thron verwaist, und der Schatten der Trauer senkte sich über die Nation.

Tief tragisch rst das Geschick dieses Fürsten, der lange Jahre hindurch auf seinen hohen Beruf sich vorbereitet hatte und der, als er nach langen Jahren schmerzender Resignation daran gehen wollte, die Wünsche zu erfüllen, die sein Volk hatte, durch ein widriges Geschick behindert wurde, seine Pläne zu verwirklichen. Das Bestreben des Mannes, der in sein Tagebuch geschrieben hatte, daß sein Hauptgedanke sei, wie man nach erkämpftem Frieden den freien Ausbau Deutsch­lands weiter führe, sollte zu seinem Schmerz nicht Verwirk­lichung finden.

Den Mann, der so milden, mitleidsvollen Sinn besessen; der wenige Tage nach der Schlacht bei Sedan den denk­würdigen Aufruf zur Begründung ei^er Jnvalidcnstiftung er­lassen; der so heldenhaft sein Leid getragen, der zu leiden gelernt hat, ohne zu klagen; der da gesagt hat in edler Toleranz der verschiedensten Formen des religiösen und politischen Glaubens: Ein jeglicher unter ihnen steht meinem Herzen gleich nahe; dessen Hairpt geschmückt ist mit dem Lorbeer des Helden und der Dornenkrone des Märtyrers, einen solchen Kaiser kann und wird das Volk nie vergessen.

Freisinnige Aussprüche über Agrariertum und Zollfrage.

DieFreis. Ztg." veröffentlicht unter dem Pseudonym Arthur Arcturius aphoristische Aussprüche über die Zoll- tarisfrage u. o. folgende:

Die Logik der agrarischen Schutzzöllner auf die kürzeste Formel gebracht, lautet so: Wir sind die Grund­lage des Staates, wir ernähren alle anderen, folglich müssen wir von allen anderen ernährt werden.

Die Landwirtschaft ist krank!" Wie lange schon schreit man uns dies Wort in die Ohren, aber die Agrarier, wenn gerade sie sich krank fühlen, um Rat fragen, wie ihnen zu helfen sei, heißt ebensoviel, wie in einem Lazarett darüber abftimmen lassen, welche Medizin die Kranken einnehmen sollen. <

Vor dem Hafen von New-Aork steht die riesengroße Statue der Frecheit mit der Fackel in der Hand, vor dem Hasen von Hamburg könnte man eine riesengroße Statue der Agrarier aufftellen mit der Sichel in der Hand, zum Zeichen, daß die Agrarier von jenem Import ihren Sch-nitt machen wollen.

Der Bund der Landwirte ist nur der Hänge-Gendarm des Junkertums und der Patriotismus des Junkertums nichlt der des einzelnen Junkers bethätigt sich heute im wesentlichen durch das eifrige Wahren seines Ein­gusses und durch den Haß gegen das konkurrierende, Bürgertum.

Tie agrarischeTische. Tagesztg." schreibt dazu:Wir haben dieFreis. Ztg." bisher zu den klügeren Blättern gerechnet. Angesichjts solcher tiefgründigen Gemeinplätze wird es verzweifelt schwer, an diesem Urteile festzuhalten. Herr Arcturius muß derFreis. Ztg." persönlich! außer- vrdentli'chl nahe stehen, daß sie sich entschlossen chat, das« Opfer des Intellekts zu bringen, das mit einer derartigen Veröffentlichung zweifellos verbunden gewesen sein must"

unverzollt verzollt

Weizen 1898

w n

1899

1900

178.7

151.1

142.9

148.7 117.2 ?

verzollt mehr 30

33.9

?

den vollen Zollsatz niedriger zu verkaufen plls im Jnlande. Die Ausfuhr ist also lohnend, so lange der Jnlandpreis nich-t annähernd um den Zollsatz höher ist, als der Weltmarktpreis.

Thatsächiich ist denn auch die Ausfuhr seit Aufhebung des Identitätsnachweises ganz gewaltig gestiegen. Während nämlich! im Durchschnitt der Jahre 189193 durchschnittli nur 291 Donnen Weizen und 432 Tonnen Roggen aus T«eutsch'land ausgeführt worden sind, ist die Ausfuhr sofort im Jahre 1894 auf 79191 Donnen Weizen und 49 712 Tonnen Roggen gestiegen und beläuft sich, pro 1900 aus 295 080 Tonnen Weizen und 76092 Tonnen Roggen! Hiervon sind bei Weizen 293826 Donnen und bei Roggen 75 938 Tonnen auf Einfuhr scheine exportiert worden!

Die Ausfuhrprämie hat hiernach gut gewirkt. Sie hat aber gleichzeitig zusammen mit dem Einfuhrzoll bewirkt, daß heute die Jnlandpreise sich annähernd um den Zoll- betrag höher stellen als die Weltmarktpreise. Es genügt, in dieser Hinsicht die Preise irgend eines Ginfuhrplatzes für verzollte und nicht verzollte Ware zu vergleichen. In Danzig z. B. betrug der Preis für Weizen bezw. Roggen derselben Art nach amtlicher Notierung in den letzten drei Jahren für 1000 Kilogramm in Mark:

das Inland übertragen, teilweise dem Ausland zur Last fallen. .

Es folgen Ausführungen darüber, daß es gar nichts Entsetzliches" oderUnmoralisches" sein würde, wenn auch der ganze Zoll von den inländischen Konsumenten getragen werden müßte.

Was an diesen Ausführungen zunächst auffällt, ist, daß an die Stellen von Gründen und Beweisen dieAnsicht", Ueberzeugung", jaunumstößliche Ueberzeugung" u. s. f. des Herrn Referenten treten. Von irgend welcher Motivier­ung keine Spur! Man mag nun die Ueberzeugung des Herrn Referenten noch, so hoch einschätzen; bei so wrchtigen, grund­legenden undvielumstrittenen" Fragen ists indessen mit bloßen Ueberzeugungen wirklich, nicht gethan; man will viel­mehr Gründe hören, um diese würdigen und sich« mit ihnen auseinandersetzen zu können.

Im übrigen enthält gerade die Ansicht des Herrn Sch über die Verteilung der Zollbelastung zwischen Inland und Ausland die denkbar schärfste Verurteilung des Zolls.

Man muß sich)! in dieser Hinsicht immer vor Augen Halten, daß die Landwirtschaft nur dann und nur insoweit Nutzen von den Zöllen hat, als diese eine Preissteigerung im Jnlande bewirken, d. h. als das Inland die Zölle trägt- Wenn also wirklich wie Herr Sch. alsunumstößlich" gewiß be­hauptet in guten inländischen Erntejahren der ganze Zoll von dem Auslande getragen wird, d. h. im Jnlande keinerlei Preissteigerung bewirkt, so werden die Zölle ge­rade bei niedrigen Preisen, wie sie gute Ernten, zur Folge haben, der einheimischen Landwirtschaft keiner­lei Schutz gewähren. Und wenn andererseits wirklich wie Herr Sch ebenfalls behauptet in ganz schlechten Jahren die Zölle ganz vom Inland getragen werden, so werden sie das Inland gerade bei hohen Preisen, wie sie ganz schlechte Erntejahre mit sich bringen, doppelt schwer belasten. Also der Landwirtschaft würde durch die Zölle gerade dann kein Schutz gewährt, wenn sie solchen am nötigsten brauchte, und die Konsumenten würben durch! dieselben gerade dann am meisten belastet, wenn sie ohnehin schon empfindlich getroffen wären! Daß Zölle mit solcher Wirkung ein Unding sind, dürfte bei näherer Betrachtung selbst Herrn Sch. einleuchten.

In Wirklichkeit ist freilich, seit der durch Gesetz vom 14. April 1894 verfügten vollständigen Aufhebung des sog. Identitätsnachweises für Getreide u. s. w- die Wirkung des Zolls eine ganz anoere. Nach, diesem Gesetz werden dem Importeur von inländischem Getreide bei der Ausfuhr von solchem Einfuhrscheine überwiesen, welche ihn zur zoll­freien Einfuhr einer Warenmenge berechtigen, für die der gleiche Zollbetrag, wie für das ausgeführte Getreide, zu entrichten wäre. Da diese Einfuhrscheine außer für Ge­treide, Mehl u. s. w- noch! für eine Reihe anderer Waren wie Kaffee, Thee, Reis u. s. f. auf die Zollzahlung in Anrechnung gebracht werden, so sind sie für die Getreide­exportierenden Landwirte so gut wie bares Geld: sie können dieselben jederzeit an Importeure von Getreide und anderen Waren, für welche die Scheine als Zvllzahlung gelten, zu einem Kurse veräußern, welcher dem Nennwert des Schiems stets sehr nahe kommt. Mit anderen Worten: Die Einfuhrscheine sind eine direkte Export- prämiefürGetredeinHöhe des Getreidezolls, vermöge welcher die Landwirte wenn man von Fracht­kosten und Spesen absieht in der Lage sind, ihr Getreide im Auslano mit demselben Gewinn fast um

Würzburg, wo Virchow Gelegenheit geaeben wurde, den Kretinismus in Franken zu studieren uno die vielbesproche­nen Schädel von Iphofen zu untersuchen, eine Untersuch­ung, die zur Kenntnis der frühzeitigen Verknöcherung der ^Mdelnähte und ihres Einflusses auf den Bau der Schädel führte. Sie wurde der Ausgangspunkt für die wichtige Arbeit über die Entwickelung des Schädelgrundes im ge­sunden und krankhaften Zustand und deren Einfluß auf .Schädelform, Gesichtsbildung und Gehirnbau. Virchow hat, "was den großen Anthropologen vor ihm nur vorschwebte, in den Dienst der 1869 gegründeten Deutschen Anthropolo­gischen Gesellschaft gestellt: die Vereinigung von prähistori­scher und historischer, von geologischer, geographischer und philologischer Forschung, die allein Licht in die Ur- und Bildungsgeschichte der Menschheit bringen konnte. That- sachen und Materialien haben er und seine Schüler, wie nie zuvor, gesammelt. Nicht nur die Schädel, sondern die Werkzeuge, Waften, Trachten, Schmuck und Arbeiten der Urvölker speicherte; Virchow! im Museum für Völkerkunde auf, das seinem energischen Drängen vorzugsweise die ^rtstehung verdankt. Diesem Zweck hat Virchow die Er­träge der Stiftung, die ihm sein 70. Geburtstag brachte, gewidmet."

Es sei hier etwas Persönliches über Virchow ange­schlossen, das man etwa überschreiben könnte:Rudolf Virchow über die Freundschaft". Anläßlich der Virchow- Feier bringt nämlich Max Kalbeck imN. W. Tagbl." folgende stimmungsvolle Erinnerung: Ich hatte das Glück, im Herbst 1894 aus Laders bei Meran an der Seite meines Freundes Paul Hehse mehrere unvergeßlich schöne Tage mit Virchow zu verbringen, und war teilnehmender Zeuge der interessanten Gespräche, die er mit dem Dichter unb anderen illustren Besuchern des gastfreundlichen Schlosses führte. Schlrcht, geräuschlos und bescheiden in ihrem Auf­treten, lenkte seine Erscheinung doch sogleich die Auf- merKäMteit bet GesellsäMft cnq sich, und nran brauchte

nicht zu wissen, wen man vor sich hatte, um den bedeuten­den Mann in ihm zu erkennen. Während der Unter­haltung erwärmten Seelengüte und rein menschliches Wohl­wollen ihm die grauen, flugen Augen. Nur wenn der Mann der Wissenschaft zuhörte oder das Wort ergriff, blitzte es Heller, zugleich aber kühler hinter den Gläsern seiner goldenen Brille auf, und man hatte dann das Ge­fühl,, daß diese ruhigen Augen im stände wären, den Dingen bis auf den Grund zu sehen, ohne mit einer Wimper zu zucken. Aehnlich verhielt es sich mit der Stimme des Gelehrten. Sie llang sanft und freundlich, sobald er von täglichen Angelegenheiten sprach. Wurden dagegen ernstere Fragen gestellt, so nahm sein Organ einen zwar höheren, aber fast gleichzeitig objektiven Don an, als ob die Stimme daran gewöhnt worden wäre, ohne Bedenken und voll­kommen gelassen immer das Richtige wie etwas Unum­stößliches und Selbstverständliches zu sagen. Virchow hat mich in der Ueberzeugung bestärkt, daß, wie die Schön­heit nicht blendet, die Güte nicht besticht, so auch die Wabrbeit nicht lärmt. Sein edles Beispiel empfiehlt, alles, was aufSensation" ausgehet, den Marktschreiern und Schwindlern zu überlassen. Zum Abschied schrieb er mir die ernste, aus dem tiefen Brunnen der Erkenntnis mit Schmerzen geschöpfte Mahnung:Wahre Freundschaft ist der einzige dauerhafte Besitz des Menschen, der ganz und gar auf die freie Entschließung gestellt ist. Sie ist das, was als die Lösung des sozialen Problems gesucht wird. Aber sie läßt sich weder durch den Staat, noch durch die Kirche, noch du 4') |bie Gesellschaft vorschreiben. Nicht Gesetz noch Herkommen können sie einführen. Sie trägt ihren Lohn in sich selbst, und darum verlangt fift nicht die Anerkennung anderer Menschen. Wohl dem, bf.m sie zu Teil wird, und der sie zu bewahren versteht Schloß Laders bei Meran, in der Stunde, oa mein Freund Helm­holtz zur Erde bestattet wird, am 12. September 1894. Rudolf Virchow."

Aus Stadl und Kund.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gietz. Anz." gestattet.)

Gießen, den 17. Oktober 1901.

* Von der Zweiten Kammer. Die ordentlichen Ein­nahmen für die Finanzperiode 1894/97 waren nach dem Bericht des ersten Ausschusses veranschlagt für ein Jahr mit 27 352 964,16 Mk., also für 3 Jahre mit 82 058 892,48 Mk. Die Staatseinnahmen weisen an wirklich erzielten ordentlichen Einnahmen auf 84 495 289,34 Mk., somit gegen das Staatsbüdget mehr 2436396,86 Mk. Die ordentlichen Einnahmen beliefen sich in der Finanzperiode 1891/94 auf 79 026 856,92 Mark, mithin ist gegen diese Periode ein Mehrbetrag von 5 468 432,42 Mk. zu verzeichnen. Die Einnahmen verteilen ich auf A. Domänen. Diese erbrachten gegenüber der veranschlagten Summe von 18 322 878,90 Mk. eine Mehr­einnahme von 950019,50 Mk. Das Familieneigentum des Großherzoglichen Hauses hatte eine Mindereinnahme von 266191,50 Mk., wahrend die Staatsdomänen eine Mehr­einnahme von 1216 211 Mk. gegenüber dem Voranschlag aufzuweisen haben. Von den Einnahmen aus den letzteren heben wir hervor: Das Braunkohlenbergwerk Ludwigs- Hoffnung schließt mit einem Einnahmeplus von 16939,98 Mk. Der Veranschlag schätzte die Einnahme auf 17 746,90 Mk.) Zur Begleichung der Ausgaben der Badeanstalt Salz­hausen war aus dem Kurfonds für 1894/95 ein Zu- chuß von 1397,25 Mk., für 1895/96 von 1765,04 Mark und für 1896/97 von nur 16,65 Mk. erforderlich. Bei der Saline Bad-Nauheim ergab sich gegenüber der ver­anschlagten Summe ein Ueberschuß von 37 273,88 Mk. Die Badeanstalt Bad-Nauheim lieferte einen Ueberschuß von 281 478,30 Mk., welcher nach Abgabe von 3000 Mk. an den Kurfonds von Salzhausen dem eigenen Kurfonds zuge- wiesen worden ist. Die Mehreinnahme ist hauptsächlich in- otge der gestiegenen Frequenz des Bades erzielt worden. Das Vermögen des Kurfonds Bad-Nauheim bestand zu Ende des Rechnungsjahres 1896/97 aus Wertpapieren im No­minalbeträge von 224 000 Mk. und einem Kassevorrat von 376 936,07 Mk., der baare Vorrat ist zur Bestreitung der Ausgaben für Neubau des Badehauses VI erforderlich, bezw. bereits verwendet worden. Hauptsächlich sind an dem Mehr­erträgnis der Staatsdomäne die Staatseisenbahnen be- eiligt. Nach dem Hauptvoranschlag stand ein Betriebsüber- chuß a) der Main-Neckar-Bahn (Hess. Anteil) von 2 842 035 Mark, b) der Nebenbahn EberstadtPfungstadt von 13 050 Mk. c) der Oberhessischen Eisenbahnen von 606 900 Mk. in Summa 3 461 985 Mk. in Aussicht. In Wirklichkeit wurden ölgende Einnahmen erzielt:

Zu a) (mehr 785 436,29 Mk.) (insges. 3 627 472,29 M.)

!>)( 5 051,20 ( , 18 101,20 ,

c) ( 276 745,79 ( , 883 645,70 ,

in Sa. ( , 1067 234,28 Mk.)

Nach Berücksichtigung einiger unwesentlicher Einnahmen und Ausgaben schließt der Ertrag mit einem Mehr von 1 045 285,97 gegen das Staatsbudget ab. L. Regalien. Diese haben eine Mehreinnahme von 2498,74 Mk. erbracht. C. Indirekte Auflagen. Kapitel 4. Die inneren indi­rekten Auflagen lieferten einen Mehrertrag von 655 401,96 Mk. Die Mehreinnahmen aus Reichssteuern beziffert sich auf 1 120 552,58 Mk. und wird durch die Mehreinnahme aus Zöllen und der Tabaksteuer 1 315 110,07 Mk. aufgebracht, die Reichsstempelabgaben ergaben weniger 92 422,53 Mk. und der Branntweinverbrauchsabgabe weniger 102 134,96.Mk. Die Gesamt-Einnahmen aus denReichssteuern" beliefen sich auf 23 981422 Mk. 58 Pfg. D. Einnahmen aus ver- schiedenen Quellen. Im ganzen sind hierunter gegen den Voranschlag 414 156 Mk. 29 Pf. weniger vereinnahmt worden. Hier sind 192 124 Mk. 32 Pf. außeretatmäßige Einnahmen zu erwähnen, die zu 192 123 Mk. 49 Pf. auS dem bei Veräußerung von Wertpapieren gemachten Cours­gewinn und zu 0,83 Mk. aus dem Anteil an der französischen Kriegskostenentschädigung bestehen. E. Direkte Steuern. Diese haben gegen den Voranschlag, der eine jährliche Ein­nahme von 9 700 000 Mk., für 3 Jahre also 29 100 000 Mk. erwartete, 122 080 Mk. 37 Pf. mehr erbracht. Das Ein- nahmeplus ist zurückzuführen auf die Wirkung des Einkommen­steuergesetzes vom 25. Juni 1895. Die zur Erhebung über- wiesenen direkten Steuern verteilen sich: a) nach den Steuer­arten auf: Einkommensteuer 1894/95 Mk. 4 933 827, 1895/96 Mk. 5 062 230, 1896/97 Mk. 5.491.266,

Mk .15 487 323 ; auf Gewerbesteuer 1894/95 Mk. 996 374, 1895/96 Mk. 1 018 250, 1896/97 Mk. 1 048 930,

= Mk. 3 063 554; auf Grundsteuer 1894/95 Mk. 3 101 957, 1895/96 Mk. 3 129 961, 1896/97 Mk. 3158 450,

Mk. 9 390 368; auf Kapitalrentensteuer 1894/95 Mk. 408 325, 1895/96 Mk. 421 020, 1896/97 Mk. 451 490, = Mk. 1 190 835; Summa Mk. 29 222 080; b) nach den Provinzen: auf Starkenburg 1894/95 Mk. 3 552 221, 1895/96 M. 3 645 734, 1896/97 M. 3 875, M. 11 073 186, anf Oberhessen 1894/95 Mk. 2 014 564, 1895/96 Mk. 2 036 740, 1896/97 Mk. 2 036 740, 1896/97 Mk. 2 064 776,

Mk. 6 116 080, auf Rheinhessen 1894/95 Mk. 3 873 698, 1895/96 Mark 3 948 987, 1896/97 Mark 4 210129, = Mk. 12 032 814.

** Zur Stadtverordneteuwahl. Im November findet be­kanntlich die Ersatzwahl für die nach Ablauf ihres Mandats ausscheidenden (selbstverständlich wieder wählbaren) und dis während der Mandatsdauer verstorbenen oder freiwillig aus- geschiedenen Stadtverordneten statt. Die soeben fertiggestellte Wählerliste wird vom Samstag dem 18. Oktober an auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Wahlberechtigten aufgelegt. Wie in früheren Jahren, so hat auch diesmal die Bürger­meisterei die Liste drucken lassen, um den Wählern, denen bte Einsichtnahme der Originalliste auf dem Bürgermeisterewurean zu umständlich, bequemere Gelegenheit zur Einsichtnahme zu geben. Die rd. 3400 Namen enthaltende Liste wird morgen (Freitag) mittag der Stadtauflage desGießener An- zeigers" beigelegt.

Krankenkassenwesen. Außer in den Kreisen der Kauf­leute und in denen der Bäcker und Müller erörtert man letzt auch in den Kreisen der Gastwirte die Begründung einer eigenen Krankenkasse für das von ihnen beschäftigte Personal.

" Der Deamienverein hält am nächsten Samstag, den 19. Oktober, sem erste* Wüüer-Vergnügen ab. Da seitens